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Stettiner
Entomologische Zeitung.
64. Jahrgang,-.
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Entomologisclie Zeitung.
Herausgegeben
von dem
entomologischen Vereine
STETTIN.
Y i e r u ii d s c c h z i <i ^s t e r Juli r ff a li li
Stettin 1903.
Druck vun R. Grassniauu.
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Entomologische Zeilnog
licrausgegcbcn von dem
entomologischen Vereine
zu Stettin.
Redaction: Dr. Heinrich Dohrn, Vorsitzender.
In Commission bei der BucbliandluDg' R. Friedländer & Sohn in Berlin.
1903. 64. Jahrgang. Heft I.
Xeiic RIcinfaltcr des Mittelnieergebiels.
von Pfarrer A. FliPllü in Bornich.
1. Tortrix (Cacoecia) vulpeculana n. sp.
Vorderflügel rostbräunlich, dunkler gegittert, mit gleich-
farbigen Franzen und einein dunklen Schattenstreif auf dem Innen-
rande vor dem Hiiilerwinkel, Hinterflügel bleicligiau nii( breit
roslgelblicher Spitze.. 9 — 10 mm. $.
Herr Dr. Hiniieberg. den ich um sein Gulachten ersuchte,
dachte bei dieser Art an eine südliche Form der Podana Sc.
oder an eine nahe verwandte Art. Die Verwandtschaft mit
Podana steht außer Zweifel, aber ihrer Vereinigung mit dieser
Art widerspricht, abgesehen von den Besonderheiten der Zeich-
nung, die abweichende Form der Vorderflügel : die Spitze tritt
weniger vor, ist kaum tuifwäits erhoben und der Saum unter-
hall) der Spitze nur schwach eingezogen.
Kleiner als Podana, die Flügel kurz und breit. Der Vorder-
rand der Vorderflügel binti'r der Wurzel steil aufwärts strebend,
aber dann nur sanft gesch^^ ungen. Die Färbung rein rost-
bräunlich, obne veilgraueii Ton. Vorderflügel fein dunkel ge-
gittert, das Wnrzelfeld ganz ohne Abgrenzung, von der ül)rigen
Flügelfläche nicht geschieden. Ein breiter Schattenstreif, der
beiderseits zerfließt, liegt auf (hin Innenrande vor dem Hinter-
ste«, entomol. Zeit. 1903. 1*
wiiikel und roieht aui\värts bi.s in die Flügehnitlc. tritt abcv
wenig lu'ivor. P^in Costalfleck ist nicht vorhanden und das
Sauinl'eld außer der Gitterung nnbezeichnet, also ohne
den hi-aunen Streif, der bei Podana oberhalb des Hinter\\ inkels
aus dem Saume zieht. Keine Saundinie. Die Frtiuzen mit
;h'r übrigen Flügell'läche gleiehgefärbt, ohne die liir
Podann charakteristische schwarzbraune Verdunkelung an der
Spitze. Die llinterflügel wie bi-i Podnna. aber viel bleicher,
auch die Unterseite« ist bleicher und ungegittert. KojiT und Hrust-
schild mit den Schulterdecken rostbraun, der Halskragen schwach
Ockergelblich, Rücken dunkelgrau. Hauch hell, ockergelblich.
2 $ aus Konia.
2. Tortrix (Cacoecia) fallaciana n. sp.
Voiderllügel ockergelb, biäunlieh grau getTtid und dunkel
gegittert, mit einer beiderseits begrenzleii braunen (^(iierbinde \(in
i/;j des A'orderrandes in den Hintere inkel und einem größereu
braunen Vorderrandsfieck an der Spitze, die Hinterliügel beider-
seits glaubraun. (^ 6 mm, ^ 8 mm.
Der liiifasciana nahe verwandt, unterschieden duich
anderen Flügelschnitt, schwächere Falte des A'orderrandes, stärkere
(Ütlerung, die beiderseits deutlich begrenzte Sehrägbinde \\\\(\ den
gi()Beren. ebenralls gut begrenzten Spitzenfleck.
Die Voidei-Hügel schmaler als bei l nifasriana. der Vorder-
riind erbebl sich an der Wiiizvl w cmger steil und ist bis zur
Spitze gleit hmäßig sani'l gebogen, der Saum schräger, nicht
gerundet, der Umschlag des A^)r(lerrandes ist zwar N'orliandeu,
tälll aber wenig aul". Die Färbung ist dckergelblieh grau mit
biiiindicliem Anihige, der Vordei'rand um- an der ^^ uizel bräun-
lich: ein l)rauner l'unUl liegt auf dem Innenrande bei '/;; seiner
Länge, die (üllerung ist schärfer als bei der ver\\andlen Art,
Itesondeis im Sannd'elde. Die Schrägbinde begimd schon mit
'/;. der N'ordenandsläng' (bei l'nifasriana aber vor der Mitte),
ist am \ nrdenande schmal, gegen den Uinterw inkel, auf den sie
Stett. cDtoniol. Zoit. 1903.
zuläuft, audallcnd verbicilert, beiderseits i>ut beurenzt (bei der
hier häutigen Unifasciana sali icli dies nie), die Kegienzung auf
der Wurzelseite am llinterwiukel gekrümmt wie bei der ver-
wandten Art, ihre Färbung viel dunkler. Der Vorderrandsfleek
bat die Gestalt eines bis zur Spitz(' aiisgc zogencii Hboinltoids,
ist allseitig gut l)egrenzl und größer iiiid dunkler als bei
Unifasciana. Die Franzen wie bei letzterer, die llinterflügel
braungiau, Ko[ir und Brustseliild oekerl)raun. Aui' der Unter-
seite ist der Vorderrand der Vordertliigel nur jc^nseils der Mitte
schmal ockergelblich, bei Unifasciana der ganze Vorderrand
breit ockergelb (,S)- Sehr verschieden ist das $. Es ist
große)', seine Vorderflügel sind dunkel rostbraun, schwach, aber
deutlich gegittert. Eine breite Seliattenbinde zieht vom Vorder-
rand in den Hinterwinkel, die Spitze ist schattenhaft gebräunt.
Von Unifasciana -k^ unterschieden durch gestrecktere Flügel,
andere Biegung des Vorderrandes der Vorderllügel, die schärfere,
etwas vorgezogene Spitze derselltcn, schrägeren Saum, die, wenn
auch schattenhafte, so doch vorhandene Scbrägbiude und dunklere
Hinterflügel.
2 ,^, J $, alle 3 rein, aus Sizilien (Castelbuono).
3. Conchylis (Coceyx Ld.} ciliella Hb.
var. Coniana; Vortlertlügel breiter, reiner brinfarben, mit
breiter, matter, auf dem Innenranfle nicht verdunkelter ^littcl-
binde, am Saume sch\\ach beinfai'ben gewölkt, die Fi'anzt'u mit
fleischrothlichem Antluge.
Die kleinasiatische Varietät der bekannten Ciliella. Die
Vorderflügel sind namentlich I>eim ^ von der AA'urzel an breiler,
reiner beinfarben, ohne den grauhchen Ton unserer Ciliella. die
Millelbinde erhebt sich bis zum Vorderraiide, ist viel breiter
und auf dem Innenrande nicht verdunkelt, sondern in
ihrem ganzen Verlaufe gleich matt, das Spitzen- und Saumgewödk
wenig in die Augen fallend, nicht grau, sondern der (iiundfarl)e
gleich, der Vorderrand nicht oder kaum ein wenig dunkler.
Stctt. «'utouiol. Zeit. lüu;i.
niemals 80, daß es aufTällt, die Franzen mit fleisohröfhlichem
Anlliige. Die Hinterfliigel des ,^ weißgraii, des $ diiiikk-r grau.
Auch die l^nterseite ist heller, an den Vordei-fliigiln grau mit
hellem Vorderrand und ebensolchen Franzen, die Hinterflügel
weißgrau.
Ich erhielt 7 frische Exemplare, alle von Konia in Anatolien.
4. Conchylis (Coccyx) suaveolana n. sj).
Vorderflügel schmal, lang gestreckt, der Vordei-rand ganz
gerade, hell beinfarben, fleischröthlich getönt und matt f'ill)ern
gemischt, mit breiter Miltelbinde, schwachem S])itzengewölk und
graulichen Franzen. 7 mm.
Die Vereinigung dieser Art mit Posterana Z., welche die
Herren Dr. Hinneberg und A. ßang-Haas als ihre Mwnung
aussprachen, kann ich nicht zugestehen, da der so sehr ab-
weichende Flügelschnitt m iders])riclit. Die Vorderflügel sind lang
gestreckt wie bei Elongana, nach außen wenig verbreitert, der
Vorderrand ganz gerade und dem Innenrande fast parallel, der
Saum sehr schräg und daher die Spitze schmal. Sie sind matt
beinfarben, schwach silbern gemischt, und haben einen fleisch-
röthlichen Anflug. Die Mittelbinde ist breit und steht genau auf
der Mitte des Innenrandes, so daß der Halbiruugs])unkt desselben
auch derjenige des aufliegenden Theiles der Binde ist. (Bei
Posterana liegt dieser Halbirungspunkt in der hinteren Be-
grenzung der Binde, so daß also ihre vordere Begrenzung-
deutlich vor den Halbirungspunkt des Innenrandes zu liegen
kommt.) Sie ist matt olivengrünlich und erhebt sich fast in der-
selben Breite bis zum Vorderrande, wo sie aber noch matter
wird. Das Spitzengewölk olivengrünlich, wenig stärker als das
matte Saumgewölk. Eine silbern aufgeblickte Schläglinie zieht
vor der Spitze aus dem Vorderrand, läuft gegen den Saum mu\
an diesem entlang bis vor den Hinterwinkel. Ivein vorderer
röthlicher Anflug in der Spitze als derjenige, den die Grund-
farbe überhaupt zeigt. Die Franzen matt olivengrünlicli mit
Stett. entoniol. Zeil. 1903.
doppelter Theilungslinie. Die Hiiiterflügel gestreckter und pclimaler
als bei der verwandten Art, mit schmalerer Siu'tzi', heim ,^ hell-
grau mit dunkler Saumhnie.
Von Kenia.
5. Cymolomia Faillana n. sp.
Kleiner, VorderiUigel mit kurzem Vorderrande, wenig-
schrägem, am Hinterwinkel gerundetem und \\ urzelwärts zuriick-
gebogenem Saume, olivengrihi, im Wurzelielde mit rußig schwarzen,
undeutlich Ideil'arben gerandeten (j>uerlinien, im Saumfelde rußig
schwarz und bleiern gemischt, nnt schwarzen I/ängss(rahlen und
2 lichten Fleckchen iUjcr dem Hinterwinkel, o mm.
Der einzigen Art dieser Gattung, Haiiigiana Rtzb., nahe
verwandt, aber Herr Dr. Hinneberg, dem ich sie zur Begut-
achtung vorlegte, urtheilt mit Recht : ,,Hal fih- Haiiigiana etwas
Fremdartiges." Schon der Flügelschnilt des nur kleinen Falters
ist ein anderer: der Vorderrand der Vordei-fliigel ist verhältniß-
mäßig kurz, der Saum weniger schräg, unter der Spitze fcliwach
eingezogen, auf dem Hinterwinkel aulfallend gerundet und dann
am Innenrande wurzelwärts zurückgebogen. Das Ohvengrün,
welches bei Haiiigiana nur in 2 Binden auftritt, gewinnt die
Oberhand, tritt aber nur hinter dem Wurzelfelde rein auf^ im
Wurzelfelde selbst wird es von rußig schwarzen (i)iierlinieu und
undeutlichen Bleilinien abwechselnd duichzogen, aber zu aus-
geprägten Binden wie bei Haiiigiana kommt es nicht. Speciell
wird die Aufhellung auf der Mitte des Innenrandes, also diejenige
Stelle, welche die Grundfarbe rein zeigt, wurzelwärts nicht durch
eine breite Binde scharf begrenzt, sondern nur duich eine ver-
schwommene und undeutlich bleiern gesäumte rußige (^uerlinie,
so daß diese Aufhellung überhaupt nicht scharf abgeschnitten ist
wie bei Haiiigiana, sondern, mit dem bloßen Auge betrachtet,
auf dem Inneurande in das Wurzelfeld hineinzureichen, also
schräg wurzelwärts sich zu wenden scheint, während bei Har-
tigiana die scharfe AbschnittsHnie des Wmzelfcldes schräg saum-
Slctt. eutoiiiol. Zeit. lW<i.
8
wärls ucriclilol isl. Dadurch wird ln-i Faillana die Aiiriirlliiun-
vcrhi-ci I cri. Das Saiiinlrld mit rußi<i,X'i' und Idricnicr IMiM-liiiim-,
alxT keinen ansu,obildeteu Bleilinien- am deidiiclislen i^t nneh
eine breite Hleilinie vor dem Saume. Kußiiie Längsslraiiien and
.'fhwarze Linien ziehen aus den Yorderrandsliäkehen nach dem
Saume, sind aber nur am Vorderrandc deutlich. Dei- lichte Fleck
d()])nelt, über dem Ilinterw iid\el. Die Franzen uran. ihre ^Vurzel
heller, hier mit einer deutlichen 'riieilirngslinie. liiiileillijoej gnmliiaun.
Von Castelbuono auf Sicilien, nach meinem d(u-tigen ('(m--
respondenten, Herrn Faiila Tedaldi, benannt.
6. Phoxopteryx (Ancylis) lundana F.
var. rhusiana: Vordertlügel rostroth getont, besonders im
Saumfelde, ohne Braun.
Durch die rostrothe Färbung der Voidertlügel von deutschen
Lutulaua sehr abweichend. Der Iinienrandsfleck vorn kürzer
und saimnvärts sehr schräg abgeschnitten, schräger als bei
deutschen Lundana,. seine Fnrbe rostbraun, mit ausgesprochenem
rothem Tone. Das Saumfeld ganz rosiroth^ die Häkchen sind
am Vorderrande nicht braun gefleckt und die für Lundana in
ihrem Verlaufe charakteristische Bleilinie aus dem 4. Häckchen
ist wurzehvärts tief, aber rein rostroth angelegt, f»hne jeden
braunen Antlng, was gegen Lundana cineu sofort in die Augen
fallenden Unterschied abgiebt. Auch die Spitze ist nicht braun
gefleckt, sondern rostroth. Die Hinterflügel dunkelgrau, etM^as
lichter als bei Lundana, um die Spitze rostgelb angeflogen, ebenso
die Franzen. Unten sind die Ilinterflügel viel heller, gelblich
weißgrau, und von dem dunklen Graubraun der Vorderflügel
heben sieh die rostgelblichen Franzen scharf hell ab.
Von Konia, otfenbnr die kleinasiatische var. unserer deutschen
Lundana.
7. Psecadia fiinerella F.
var. afFlatella: Die weißen Stellen der Vordertlügel blau-
grau berauclit.
Etctt. piitoiiiol. Zeit. 11K)3.
9
Die lichten (regenflieko vor dtm Hiiiterwiiikel der Vorder-
tlügel sind kleiner, auch da.s weiße Wiir/elfeld ist ei noesch rankt,
die seliuaize Kinde daliinicr erreieid fast den Inneniand. Alle
nfich iil>rig addielienen liclderen Stellen halten das W r\[]
gewöhnlicher Ft/nrrclla verloren, statt dessen sind sie blaugrau
beranchl, ani stärksti-n das VVurzelfeld. Die Kränzen der Hinler-
tlügel sind auch am Innenrande und um den Hinler\A iid<el grau.
Herr Hermann ^V^utzdol•tT in Kreslau hraehte diese Varietät,
deren im neuen ( 'atalog keine F.r\\ähnung geschieht, von seiner
jüngsten Palii.>-lina,talirt mit. Ich erhielt ein schönes r^, dem nur
die Fühler fehlen.
8. Lita trinella n. sp.
Kleiner, Vorderflügel abwechselnd ockergelblich grau und
graubraun gebändert, Hintei'flügel hellgrau, seidenglänzend. 5 mm.
Der Liia Pctri/i so außerordentlich nahe, daß man an eine
kleine Varietät dieser bisher nur in Thüringen gefundenen Art
denken könnte. Aber die cickergelblichen Flecke, welche Petryi
auf den Vorderflügeln führt, sind aufwärts bis an den Vorder-
rand zu um-egel mäßig gestalteten Querbinden erweitert, so daß
die Flügel wie gebändert aussehen. Die hellen Binden sind reiner
graulich ockergelb und die schwaizen Flecke in den dunkeln
Stellen nicht so ausgeprägt wie bei Petryi oder fehlen ganz.
Viel kleiner als Petryi; mit schmaleren Flügeln. Die Wurzel
der Vordertlügel ist graubraun, und diese Färbung tritt in der
Flügelmitte spitz in das dahinter liegende unbestimmt helle Quer-
band ein, welches dadurch gebrochen scheint. In dem nun
folgenden dunklen Bande, Mclehes am Vorderrande breiter als
am Innenrande und deutlich ausgeprägt ist, verdichtet sich die
eingemengte schwaize Beschuppung am äußeren Rande über der
Mitte zu einem rundlichen Fleck, und das dahinter liegende
ockergelbliche Band ist mngekehrt am A^trderrande breiter als
am Innenrande und saum\^ärts schräg, aber ziemlich gerade ab-
geschnitten. Der rundliche schwarze Fleck, den meine 8 Petryi
Stett entoniol. Zeit. 1903.
10
liier ;iii (k-r iiiiu'ren Bi'üiciiziiiig der diiiikUii Uiiidi' lialicii. t'i'hlt
iirul der luiii lolgendc lichte (^>iierslreil' isl m Imial. alier .■■elinif',
zieinlicli gerade, in meiner Mille. Mciiiin- eiiigcf-cliiiiirl und aid' (k-in
Iniienrande schwach erweitert. Alle diese Binden, je 3 von einer
Farbe, sind so geordnet, daß eine die andere denllieh althist.
Das Spitzenfeld ist braungrau mit schwar/er l!<'seluij)]inng, aber
ohne Fleck. Die Franzen grau, an iliier W'nizel mil einzelnen
schwären Schu]tj»en belegt, abei- dline die bi-eite Theilungs-
linie dei- verwandten Art. Die Ilinleillügel weißlich gelb-
grau, seidenglänzend, gegen die Spitze nicht verdunkelt, viel
heller als bei Pefryi. mit gleich gefilrliten Franzen. Das Endglied
der Palpen an der Wurzel grau, vor der breit lichten Spitze
oben mit eincui kleinen schwarzen Fleck. (Bei Petnji grau, an
der Spitze mit breitem, schwarzem King.) Die Beschu])pung des
zweiten Gliedes büschelförmig abstehend. Der Hinlerleib beider-
seits graulich ockergelb, gelber als bei Pelryi.
Von Eriwan, ich ei'hielt ein prächtiges $.
>
9. Coleophoia angiistiorella n. sp.
A'orderlliigel metallisch gelb mit zunehmendem Kujtferglanz,
die Fidiler dunkelbraun mit weißlicher Spitze, die (ieif)el an
ihrem Uisprmige kaum verdickt. 4 — 5 mm.
Unserer Alcyonipennella verwandt, verschieden dnich die
gleichmäßig K'hrnalen Vorderilügel, metallisch gelbe Färbung und
den stärkeren Kupferglanz.
Die Yorderflügel schmaler als bei Alcyonipennella, beide
Ränder fast parallel, nur an dei- AN iiizel messinggriin. dann
metallisch gelb mit zunehmendem Kupferglanz, die Sjutze stark
kupferig, nicht violett, die Franzen an der Fliigelsjtitze von der
Farbe der anstoßenden Fläche, darunter graidn'ann mit über-
tretenden metallischen Schu])|)en, di<' llinteitlügel schmal, grau,
die Fühler wie bei der ver\\andten Art gebildet, das \\uizel-
glied gegen das Ende erweitert, unten durch Beschuppung ver-
stärkt, auch die Geißel ist an ihrem Ursj)rnnge etwas durch
Slott. eiiloniol. Zoit. ]'J03.
11
Repchiippuiio; verdickt, aber mir wenig und nur die ersten Glieder,
so daß es niehl iuifVällt. Die Spitze der Geißel i^t weiß, reiner
und in ei was größerer Ausdehninig als bei Älcyonipennella.
\(ni Eriwan.
10. Col. metallicella n. sp.
Vordt'illiigei glänzend messinggriin, in der S|>it/e violettblan,
die Fiililer am Wurzelgliede inid am Ursprünge der (leißrl diireli
melallif-ch gliinzende Selnippen slai-k verdiekt, sonst hraungran.
t) mm.
Der Ciipruriclla Z. in der Bildung der Fiililer verwandt,
verscliieden durch viel breitere Vordertlügel und die violett-
blaue Spilze.
Die Vordei'lliigel schon v(mi der Wurzel an breit, im Vorder-
rande nur ganz sch\\'aeh kupterlarlten angelaufen, die Spilze
lebhal't ])urpurblau. Die Beschuppung der Fühler wie bei Cupra-
riella. am F^nde des Wuizelgliedes bildet sie etwas abstehende
Spitzen und ist stahlldau. Auch die ersten Glieder der Geißel
sind durch metallische Bes-chuppung, die am Ende eines jeden
Gliedes kurze Spilzen führt und allmählich abnimmt, auüallend
verdickt. Der metalli.'-che Glanz ist hier abwechselnd pur[)ur-
violett und stahlblau. Je nach dem Lichte, das auf die metallischen
Stellen lallt. Die übrige Geißel braun, das letzte Glied fehlt
meinem Exemplare.
Von Eriwan.
11. Col. implicitella n. sp.
Vordertlügel ockerbraun, der Voi'derrand bis in die Franzen
beiderseits fein weiß, m't kurzer, sehr feiner weißlicher Falten-
linie, die Fühler bis ■•ji auf dem Rücken dicht biäunlicli grau
behaart. 8 mm.
Zur Veiu andtschaft der Wovlu'clla gehtirig, der Oiiopordiclla
zunächst, unlt-rschiedcn durch die bis in die Franzen fortgesetzte
fein ^^eißliche V(M-derrandlinie ur.d (b"e nur bis •^4 reichende
Fühlerbehaarung.
Stctt. oiitomol. Zoit. lOOa.
12
Die Vordcrflügel ockerhrauii, iiiilir dein A'orden-amlc um
dunkelstfii, der ^^ll(l(■|•!•;^lld l)is in die VurdcirandlVanzru l'rin
weiß, die Fallenlinie luii- kurz nnd ffclir lein, kanni Iiemerkbar.
Die Fi-anzen am Vorderrande ockergelblich gran mit hellerer
Sjtil/e, die Saumfranzen zeigen in der Fliigelspilze die Füibiing
der Vorderlliigel, am llinlei'w inkd sind sie gran. Die I'iihler-
behaai'ung ninnni bis zur Mille allniäblig zu, dann rasch ab nnd
M'ird ganz kurz, vor ihr sind die Fiihl-'r sehai-l" dnnkel getleckt,
das lelzle Vierlel ist unbehaart und seine Farbe weiBlieh. Das
MittelglietI der Pa]])en mit vortrclendem Busch, das Endglied
wenig kih-zer nnd aufwärts gerichtet, so daß der Rusch des
zweiten, welcher bis etwa 1/3 reicht, absteht. Oesichl un(\
Palpen hellgrau, oekergelblich getönt, Küekensehild oekei'braun,
Schulterdecken lu'U ockei-gelblich gran.
Von Eriwan.
12. Col. longipalpella n. sp.
Groß, Vorderlliigel graulich schwelelgelli mit bis an die
VorderrandlVanzen reichender weißer Vorderrandstrieme imd breit
weißem Innenrande, Palpen sehr lang, das 2. Glied ohne
Schup]ienbusch, die Fühler weiß, vorn braunlieh gefleckt. 10 mm.
Eine große Art, zu Heinemanns Ahlheiliuig F. gehörig
(,.das AVurzelghed der Fühler ohne langen Haarbaselr- ). Charak-
teriirtisch dadurch, daß nur Vorder- und Inneniand weiß, Falten-
und Mittellinie nicht vorhanden sind, also in diesei' Hinsicht mit
Niveicoslrlla wnd Albicßsfella verwandt, aber viel giößer und
von anderer Färbung. Diese ist ein uni-eines, graulich getöntes
Sehwelelgelb, am dunkelsten unter dei- ^'orderra^dslrieme und
in der Spilze. Die Vorderrandsl i-ii'UH' breit, in den Vorderrand-
lVanzen bis vf)r die Spitze fortgesetzt. Auch der gegenüberliegende
Innenrand ist von der Wurzel an bis zum Hinterwinkel breit
weiß, hier verwaschen. Falten- und Mittellinie fehlen, ^'order-
randfranzen an der AVurzel gelb, ihre Spitze weißHch. Saum-
Stett. CEtomol. Zoit. 1903.
13
franzen hell gelblich grau, nur am Hinterwiukel ist ihre Wurzel
mit einzelnen weißen Haarscluippen belegt. Zweites ralpeiiglied
sehr lang, unten kurz bepehupj)t, ohne daß es zur Bildung eines
Busches käme, nur eine dünne Spitze tritt kaum merklich vor.
Endglied unter halber Länge des zweiten, vorwärts geneigt.
Erstes Fülilerglied diireh Schuppen verdickt, ohne vortretenden
Haarbusch. Die Geißel weiß, ihre ersten Glieder vorn bräunlich
o-efleekt. Hinterllüiicl lanu' "estreckt, ^rau mit hellgelblich grauen
Franzen. Ilinterleil» oben gi-au mit gelblieh grauem ACterbusch,
unten heller. Beine ^\'eißlich.
Von Konia. leh erhielt ein tadelloses ^.
13. Col. debilella n. sj).
Klein, Vorderllügel lehmbräunlich grau mit groben dunklen
Schu)»pen reichlich bestreut, weißlicher, unter den Vorderrand -
franzen bis zur Spitze fortgesetzter Vorderrandlinie und undeut-
lichen weißlichen Längs- und Schräglinien, der Schuppenbusch
des zweiten Pal])engliedes spitz, die Mitte des Endgliedes nicht
erreichend, die Fühler hell und dunkel geringelt. 5 mm.
In Heinemanns Abtheilung M (3 gehörig, der Gnaphalii Z.
verwandt. Die dunklen Schuppen stehen so reichlich, daß da-
durch die Zeichnung undeutlich wird. Die Faltenlinie breit, durch
die auf der Falte selbst aufliegenden Schuppen getheilt. Noch
undeutlicher ist die über ihr laufende DiscoidaUinie, welche am
Saume aufwärts strebt. Auch die Schräglinien vor der Spitze
treten selbst bei frischen Stücken zurück. Die weiße Vorder-
randlinie ist dagegen seharf und unfeihalb der Franzen bis zur
Spitze fortgesetzt, unter ihr liegen an der Spitze einige kurze
braune Striche. Vorderrandfranzen lehmbräunlich mit hellerer
Sjjitze, Saümfranzen hellgrau, an der \\'urzel mit weißhchen
HaarM-lnippen belegt. Palpen hellgrau, der Schuppenbusch des
2. Gliedes dünn und sj)itz, die Mitte des kurzen Endgliedes nicht
erreiehend. Kopf grau, das Wuizelglied der Fühler verdickt,
Stett. eiitomol. Zeit. 1903.
14
die Geißel liell und duiike! geringelt. Ilinferlliigel st-limtil, grau
mit hellgrauen Franzen. Hintei-leib grau, Beine hellgrau.
Von Eriwan, ieh erhielt 3 Exenij)kire.
14. Platyptilia rhusiodactyla n. sp.
Vorderflügel mit schmaleren Zipfeln, rostbraun, mit 2 un-
deutlichen braunen Fleckehen an der Spalte, dritte Hinterflügel-
fcder ohne dunkk- Si'luippen. 9 — 1 1 mm.
Nach Kippcnverlauf und Palpen eine Plalijpiilia aus der
Verwandtschaft der Berframi Rössk, so daß Herr Dr. II in ne-
ber g geneigt war, das Exemplar, welches ieh ihm zur Begut-
achtung vorlegte, für eine zeiehnungsiose Foi'm dieser Art zu
halten, was ieh aber nicht für wahrscheinlich erachte, da die
Form der Zipfel abweicht: diese sind schmaler, und die Spitze
des Vorderzipfeks ist nicht vorgezogen.
Vorderflügel rostbraun, längsstreifig, der Vorderrand fein
gesprenkelt, sonst die Flügel fast zeichnungslos. An der Sjjalte
liegen 2 braune Fleckchen, aber nur das untere fällt beim Be-
trachten in die Augen. Der gelbe Schrägslreif, den der A^order-
zipfel bei Berframi dicht hinter der Si)alte führt, ist nur in den
Vorderrandfranzen angedeutet. Diese sind zu beiden Seiten der
hellen Lücke dunkel chocoladebraun, welche Färbung sich gegen
den Flügel strichartig abgrenzt, in der Spitze oekergelblich grau.
Saumfranzen an der Wurzel gelblich, dann mit ockerbrauner
Schattenlinie, die Spitzenhälfte rein grau, nicht weißlich
gelb wie bei Bcrtrami und dadurch von dieser auf den ersten
Blick sich scheidend. Keine Hinterrand-(Saum -)Linie. Die
Hinterflügel wie bei Bcrtrami, rostbräunlich, heller befranzt, die
3. Feder ohne jede Schuppenauszeichnung. Der Hinterleib ocker-
brami, mit undeutlichen Längslinien. Die Btine blaß oeker-
bräuidich grau, wenig dunkler angeflogen.
Mit Plat. asialica Bang-Haas Liste 45, die neben Berframi
gestelli wird, ist Rhnsiodacfyla nicht zu verwechseln. Sie wird
von dieser schon durch die andere Zeichnung des Vorderzipfels
Stott. entomol. Zeit. 1903.
15
dev Vorderllügcl gvlrcnnl, der hei Asialica zwei, wt'un auch ver-
waschene, so doch deutliche weißgelhe Schrägstreifeu und (hi-
zwischen ein rehhraun verdunkeltes Mittelfeld führt"-').
Von Eri^^•an, 5 Exemplare, 2 $ ganz rein.
15. Oxyptilus geodactylus n. sp.
Vordertlügel gelbhräunlich, sehr matt gefärl)t, schwach
dunkler besiäuht, i\vr erste lichte Querstreif des Vorderzipfels
wurzelwäi'ts verlrielien, Vorderrandfranzen in der größeren Wurzel-
häil'te schwarz, nur ihre S})ilze \\ eiß, das Schuppenhäufchen der
3. Hinlerilügelfeder dünn und matt. 7 mm.
Ohschon Herr Dr. Hin neb er g, der gründliche Kenner der
Kleinfalter, die Identität dieser Art mit Teucrii in der var. Celeusi
aussprach, so kann ich doch ihre Vereinigung mit der zuletzt
genannten Art, von welcher ich alle bis jetzt aufgestellten
Varietäten in grcißerer Zahl besitze, nicht zugestehen. Die Unter-
schiede liegen in der matten Färbung des GeodactyUis, des
wurzelwärts lano- auso-ewaschenen ersten Schrägstreifs des Vordcr-
Zipfels, vorzüglich aber in der Färbung der Vorderrandfranzen
und dem nur dünnen und ganz matten Schuppenhäufchen der
3. Hinterllügelfeder.
Kleiner als Tciicrii und von schwächhchem Bau, die Vorder-
flügel schmal, sehr matt gelbbräunlich, mehr grau, sparsam
dunkel bestäubt. Der 1 . Schrägstreif des Vorderzipfels ist wurzel-
wärts in lang gezogener Aufhellung verwaschen, so daß die
Färbung vor der Spalte matter erscheint als die übrige Fläche.
Ein braunes Fleckchen liegt an der Spalte. V(»rderrandfranzen
zwischen den 2 lichten Schrägstreifen des oberen Zipfels schwarz-
braun wie bei Teiirrii, von dem 2. lichten Scbrägstreif scharf
") PJaf. (ift'utfirn t3ai)n--H!ia8 in lill. NOrdcrIliitxcl mit den Zipl'ohi
se-linial. Irtil» ockeryelblicli. an den o IV.'wiAuvw lniinnlidi angelaui'en, dci'
Vordorziptol mit 2 lichti>elblichcn iSclu-äpstreifon, dazwischen rchbrami
verdnniiflf. der 1. Streif schräger als der "2., der letztere auch auf den
lliuicrüiijjclu undcnliich l'ortgeselzt. II nun. Aus Tura.
Stet', entomol. Zeit. 1903.
IG
(lurclii-clinitton, liinter deiiiPclben in der größeren Wurzel hälfte
wiederum tief sehwarzbraun, nur ihre Spitze ^veiß (hei Teucrii
sind sie hier ganz weiß, und nur an ihrer Wurzel treten einzelne
schwarze Schuppen ein wenig über*), in der Fiügeltspitze dagegen
ganz weiß, schail" abstehend. Die helle Linie vor dem Saume
des Hinterziiil'els malt, aber deutlich: alle diese hellen Linien
sind mehr gelblich, nicht so rein M'ciß wie bei Tcucni, also \\\e
bei Lora)) US. Saumfranzen des Vorderzipfels zweimal fein weiß-
lich durchschnitten, der weiße Durchschnitt vor dem Hinter-
winkel des 2. Zipfels nur schmal, die Franzen nicht oder nur
wenig mit schwarzen Haarschu})pen bestreut. Das Schuppen-
häufchen der 3. Hinterflügelfeder ist zwar ausgedehnt, aber die
Härchen liegen ganz dünn und sind nur sehr matt gefärbt, so
daß das Ganze nicht hervortritt, sondern undrutlich wird. Der
Hinterleib (»ben licht gelbgrau, mit bräunlicher Mittellinie und
eben solcher doppelter Nebenrückcnliiiie. Die Hinlerbeine bräun-
hch, hell gefleckt.
Von Eriwan.
Einige neue Cleriden des Steltiner Museums.
Vuii )!iig;iii. SelieiiUliiijä;^. Ilainljurg.
Xenoithrius siniplex sp. n.
Rufo-testaceus, capite prothoraceque obscurioribus, pectore
brunneo, elvtris basi lateribusque fortiter strialo pnnctatis. —
Long. 8 — 9 nun. — Hongkong (Bowr).
Fast einfarbig i-othgelb, nur Kopf und Halsschiid mehr
dunkclroth und die IJrnst braun; überall lang und dicht gelb
behaart. Halsschild in (Kti hinteren 2/;. dichl, aber zienilich
fein gekörnt. Flügeldecken mit deutlichen Punklreihen, von
denen aber nur die äußeren bis fast zur Spitze reichen, ^\ ährend
•^) Ich sehe eben, daß Lormnis die VorderrandlVaiizcn ähnlich hat
wie Geoductylus. also ein weiterer Unterschied von Teucrii auch für diesen.
Gtett. entomol. Zeit. 1903.
17
die der Naht zunächst hegenden bald hinter der Basis aufhören ;
der nicht punktirte Theil der Fhigeldecken ist schwach gestreift.
Die Art ähnelt in der Färbung dem Xen. tvuncatus Gorh.,
in der Skulptur der Flügeldecken dem Xen. trallacei Gorh.
Trogodendron aurotomentosum sp. n.
Nigruni, opacum, iiigro-pilosuni, occipite elj'trorumque apice
aurotomentosis, prothoracc fortiter ruguloso, elytris antice grosse
seriatini punctalis, apice subnitidis, fere laevibus, subtiliter punc-
tatis, fascia media obliqua flava, antennis pedibusque nigris. —
Long. 14 mm. — Gawler (Nick).
Die Art ist an den sch\A^arzen Fühlern und an dem guld-
gelbcn Toment, mit dem der Scheitel und die Spitze der Flügel-
decken + dicht bedeckt ist, leicht kenntlich. Die grobt-n Punkt-
reihen der Flügeldecken gehen durch die gelbe, beiderseits ab-
gekürzte, schräg von außen und hinten nach innen und vorn ver-
laufende Mittelbinde hindurch und lassen nur das letzte Drittel
der Flügeldecken frei. Auf den Basalhückern der Flügeldecken
fehlt der sonst für Trogodendron (im Gegensatz zu Olesferua)
charakteristische Haarpinsel, es sind statt dessen nur einzelne
Haare a\ ahrnehmbar; nitigliclierweise ist aber das Haarbüschel
bei dem einen vorliegenden Stück al)gerieben. Kopf und Hals-
schild sind kürzer, aber dichter als die Flügeldecken behaart.
Die beiden Basalglicder der Fühler sind auf der Unterseite roth ;
die Fühler sind sonst wie l)ei Trog. fasriritlatHm Schreib, gebildet.
In der Gestalt dem Trog. inoni<tro!<nni Gorh. am nieisteu
ähnelnd.
Apopempsis gen. nov.
üculi pilosi, antiee prol'unde excisi, subtiliter gnuiulati,
labrum emarginatum; paipi maxillares articulo ultimo cvliiidrico,
labiales eodem longe tiiangulari; antennae 1 1-ai'ticulatae, arti-
eulis 5 — 11 clavam latam i^lanam formantil)us, articulis T) — 10
eordiformibus quam in gcnere Cardiostichiix. l'rothorax trans-
versus, antice fortiter impressus, lateribus rotund;itis. Klytra
Stett. entomol. Zeit. 1903. 2
18
prolhorace latiora, paullo convexa, fortitei- suleala, in siilcis
Iransversim punctala. Tavsi 5-aiLiculati, urliciilo ])riiu() f-uj»ra
inexplicato, articulis 4 piiinis lamellatis, unguiculis basi dcntatis.
Die Gattung läßt sich kurz dahin chavakterisiven, daß sie
die Fühler eines Canliostichys und die Flügeldecken eines
Placoccrus besitzt. Im Habitus stimmt sie mehr mit der zuletzt
genannten Gattung ülierein. Wie bei dieser sind die Flügel-
decken tief gefurcht und in den Furchen mit großen, tiefen, quer
gestellten Punkten versehen. Die Fühler bilden mit den 7 letzten
Gliedern eine breite, flache Keule; die Glieder derselben sind
herzförmig, aber nicht so breit wie bei Cardiostichns, sie hängen
nur lose an einander und sind lang behaart. Die Augen sind
dicht kurz behaart, die Klauen an der Basis kurz, aber deutlich
gezähnt.
Es ist möglich, daß sj)ä(er, wenn noch mehrere Arten be-
kannt sind, diese Gattung mit den ihi* verwandten Genera zu
einem großen Genus mit verschiedenen Untergattungen zusannnen-
o-ezoeen werden muß. Die Galhuii'cu lassen sich folgendermaßen
unterscheiden :
1. Die Kiefertaster mit cylindrischem, die Lipi)entasler mit
lang dreieckigem Endglied.
2. Fühlerglieder 5 — 10 vorn seharfeckig, dicht an einander
geschlossen.
3. Flügeldecken tief gestreift, die Streifen mit groben, queren,
dicht gestellten Punkten; Augen behaart . Placorenis K\.
3a. Flügeldecken fein puuktiit-gestrcift; Augen kahl . .
Plafhanorcra Hchklg.
2a. l^'iihk'rgHfder 5 — 10 herzförmig, lang behaart, lose an
einander hängend.
4. Flügeldecken tief gefurcht, die Furchen mit groben,
queren, dieht gestellten Punkten . . Apopempsis Schklg.
4a. Flügeldecken nur schwach gefurcht, die Furchen mit
runden, dachen, mehr einzeln stehenden Punkten
Cardiosfichus Quedf.
Stett. ontüinol. Zeit. 1903.
19
la. Die Endglieder beider Taste]])aare von gleicher Form.
5. Alle Palpen mit langem, scharf zugespitztem Endglied;
Halsschild vorn scharf aufgekantet . Lacordarius Kuw.
5a. Alle Palpen mit cylindrischem Endglied; Halsschild vorn
nicht aufgekantet Euplacocerus Kr.
Apopempsis pulchia sp. n.
Flavo-testacea, nitida, dense pilosa, capite prothoraceque
densissime inconspicue punctulatis, elytris sulcatis, in sulcis pro-
funde transversim punctatis, striga capitis, prothoracis vitta
laterali alteraque in medio elytrisque nigris, his ultra medium
macula communi e pilis albis sericantibus formatu. — Long.
8 mm. — Kamerun: Barombi (Couradt).
Kopf und Halsschild äußerst fein, kaum sichtbar punktirt,
der erstere gelbroth mit schwarzem Stirnstreif, neben demselben
dicht goldgelb behaart, Fühler schwarz, lang behaart. Halsschild
gelbroth mit breitem schwarzen Mittelstreif und schwarzen Seiten,
dazwischen dicht goldgelb behaart. Flügeldecken schwarz, dicht
und kurz schwarz behaart, mit tiefen Längsfurchen, deren
Zwischenräume fast kielartig sind, in den Furchen mit queren,
dicht gestellten Punkten, hinter der Mitte befindet sich ein ge-
meinschaftlicher Fleck aus weißen, seidenglänzenden, kurzen
Haaren, auch seitlich neben demselben sowie im vorderen Drittel
der Flügeldecken sind solche glänzende, aber kleinere Haarflecke
sieht) »ar. Unterseite und Beine gell)roth.
Lacordarius erythrus Kuw. var. nigromaculatus ni.
Rufo-testaceus, antcnnis, capitis maculis (huibus, Iboracis
])unclis rolundis duobus, elUroriim basi nigris, pictitris lateribus
pedihusque nigio macidatis. — Long. 8 n)ni. — Kaincrun:
Barombi (Conradt).
Das interessante Stück iial <lie Endglieder beider Taster-
paare sehr lang und dünn und scliarC zuges])ir/J, das HalHSchild
ist vorn scharf aufgekantet, die Zugehörigkeit zur (ialtnng
Lacordarius Kuw. (Ann. Soc. Ent. Belg. 1893 p. 488) erscheint
Stett. entomol. Zeit. 1903. '2*
20
also zweifellos. Während die von Kuwert a. a. 0. beschriebene
Art erythrus anf der Oberseite einfarbig rothgelb ist, bat das
vorliegende eine Stück, das icli als Varietät zur Kuwert'schen
Art auflasse, verschiedene schwarze Flecke. Auf der Stirn be-
iindct sich ein runder schwarzer Punkt, auf dem Scheitel ein
länglich-viereckiger schwarzer Fleck. Das Halsscbild trägt auf
(Uni vorderen Tbeiie der Scheibe 2 ziemlich große runde schwarze
Punkte. Die Kasis der Flügeldecken ist in ibrer ganzen Breite
schwarz fferandet. Die Unterseite und die Beine sind heller gelb
als die Oberseile. Vorder-, Mittel- und Hinterbrust sind an den
Seiten schwarz gefleckt, letztere trägt auch jederseits am Hinter-
rande einen kleinen scbwaizeii Pindvt. An i\i'\\ Beinen weisen
die Schenkel einen + großen scbwaizen Längsdeck auf, di(>
Scbienen sind in der Mitte scbwarz geringt (»der gefleckt und
haben eine schwarze Spitze, die Tarsen sind gelli, die Klauen
gebiiuint. Die P'iibler sind ganz schwarz. Der K(>j)f ist deutlich,
aber niclil (liebt puiiktirl, auf dem glänzenden Halsschilde be-
finden sieb nur wenige eingestochene Punkte. Die Flügeldecken
sind viel dicblei- als der K(t)»f |iunklirl inul mati, nach der Spitze
zu, \\u die Farbe albiiiildieb aus IJdlli in Gelb übergeht, werden
die Piinkle feiner. Die Scbienen und Färsen sind lang und
dicht gell» bebaart.
Pelonium sexnotatum Kl. var. quadrinotatum m.
et octoplagiatum m.
Ein KNenij>lar des Museums v(»n (.olumbia (Pehlke) weicht
von der Stammait dadurch ab, daß sich an der Basis der Flügel-
decken nur eine sehw arze Längslinie befindet, während die
S(-;luillerlinie lebll. leb nenne diese Form var. quadrinotatum.
I!ei diesei- Gelegenlieif niöelile ieb auf eine andere Form
aiilinerksam niaelien, die ich in der Sammlung des Museums
(ien(»\a fand inul die aucli in nu'iner Sanindung Ncrtrelen ist.
Bei dem Oenueser Stück, von Paraguay stammend, finden sich
an Stelle des schwarzen fpiergestellten Fleckes auf der Mitte der
Stctt. eutomol. Z.>it. 1903.
21
Flügeldecken je 2 Flecke, der eine ist dicht neben der Naht
gelegen, der andere liegt etwas mehr zurück und ist sehr in die
Breite o-czo"-en, so daß er fast bis an den Seitenrand reicht.
Die innere der beiden vorderen Tjängsl)iii(k'n wird nach hiiilcn
scbmäler. -- Drei Stücke in meiner Sammlung von Goyaz,
erhalten von H. Donckier-Paris, kann ich von dieser Form nicht
trennen, wenngleich der binicre äußere Fleck auf den Flügel-
decken kleiner und schmäler ist und die innere vordere Längs-
binde sich kaum nach hinten verschmälert. Die Stücke ähneln
dem Pel. octonotatum Gorh., dieses hat aber llgliedrige
Fühler, auch ist die Stellung der schwarzen Flecke eine andere.
Ich bezeichne . diese Form, die im übrigen wie die vorige
mit der Stammart vollkommen übereinstimmt, mit dem Namen
var. octoplagiatinn.
Beitrag zur Staphylinidenfauna von Ostindien
nnd den Sundainseln
von Dr. Illax BerMliatiei* in Stockoran.
1. Myrmedonia brevipennis nov. spec.
,^ Nigerrima, nitidula, tibiis tarsisque rufo-i)iceis, tborace
transverso basin versus fortiter arigustato, eljtris thorace multo
brevioribus, confertim fortiter punctatis, abdomine parcius sub-
tiliter, apicem versus fortiter densius granulato.
Durch die tiefschwarze Farbe und die sehr kurzen Flügel-
decken ausgezeichnet.
Kopf breit, stark quer, aber viel schmäler als das Hals-
schild mit sehr großen Augen, die Schläfen hinter denselben
kaum ein Viertel so lang als der Längsdurchmesser der Augen,
auf der Unterseite scharf und vollständig gerandet, die Oberseite
des Kopfes ist ziemlich kräftig und ziemlich weitläufig punktirt,
im Grunde äußerst fein, schwer sichtbar cbagriniri, ziemlich
Stott. ontoniol. Zoit. 1Ü03.
22
glänzend. Die Fühler mi(\ zienilieh slark verdickt, das erste
Glied langgestreckt, oben ungefähr bis zur Mitte zur AuCiiahnic des
zweiten Fühlerghedes ausgeschnitten, das zweite und drille viel
kürzer als das erste, das dritte dicker und länger als das erste,
das vierte sehr kurz und breit, an der Spil/.e mehr als dniipclt
so breit als lang und fast breiter als die folgenden, das fünfte
bis zehnte ziemlich gleich gebildet, kaum mehr als um die Hälfte
breiter als lang, das Endglied konisch zugespitzt, kürzer als die
zwei vorhergehenden zusammengenommen.
Halsschild vorne nur wenifr schmäler als die Flüo-eldecken,
nach hinten stark verengt, mäßig quer, ungefähr um ein Viertel
breiter als lang, die Vorderecken gut markirt, die Hinterwinkel
vollkommen verrundet, oben ziemlieh uneben, vor der Mitte mit
einem in einer Vertiefung stehenden großen Punkt, vor^ dem
ganzen Hinterrandc stark, aber nur schnml niedergedrückt, wo-
durch der Hinterrand scharf abgesetzt erscheint, jederseits der
unpunktirten Mittellinie mit schwachen Längseindrücken, in
welchen sich Je eine Reihe von 2 bis 4 größeren Punkten be-
iindet; die Punktirung ist kaum stärker als am Kopfe, in den
Längseindrücken ziemlich, außerhalb derselben wenig dicht,
zwischen den funkten tritt eine äußerst feine Chagrinirung her-
vor, welche den Glanz etwas dämpft.
Flügeldecken nur halb so lang als das Halsschild, die
Hinterecken sowie die NahtMinkel vollkommen verrundet, kräftig,
auf der Mitte der Scheibe sehr dicht, an den Rändern jeder
einzelnen Decke weniger dicht punktirt, mäßig glänzend.
Abdomen glänzender als der Vorderkörper, vorn mäßig
fein und A\enig dicht, am sechsten (vierten vollkommen frei-
liegenden) Dorsalsegmente sehr spärhch, am siebenten in der
Basalhälfte spärlich, vor der Spitze ziemlich dicht und kräftig
gekörnt; das achte Dorsalsegment hinten ziemlich stark gerundet,
mit kräftigen länglichen Körnern sehr dicht besetzt, der Hinter-
rand weitläufig gezähnelt. Diese Körnelung dürfte jedenfalls
Geschlechtsauszeichnung des ,^ sein. Lg. 6 — 7 mm.
sielt, eiitomol. Zeit. 190;5.
23
Tonkln, Moutcs Mniüsou, Api-il— Miii 2— 3<)00 Fuß (H. Fiuli-
s(ovfer). Zwei ,j-S(iicke.
2. Myrmedonia semiflava uov. spcc.
NilidissiiiKi, <cs(a(*(';i, ciipilc, tlioracc clvlrisfuic tcslaceo-
picea, tlioracis lalt'rilui.^ diliilidrilaiy, capilc 8iil.)lacvigalo, tlun-acc
basin versus subanuuslalo, ])arce sublililer puuclato, eljlris liiorafc
vix longi(>nl)us, forüus minus clcnse pmiflalis, altdfiniiiic laevigalo.
Lg. 4,5 mm.
K(tj)f groß, nur sehr wenig sehniäler als das Ilalsschild,
stark quer, oben last giall, nur an den Seilen mit einzelnen
feinen Punkten besetzt, pechbraun, die vordere Hälfte sammt
dem Munde r(Uhliehgelb; vorne zwischen den 'Fühlerwurzeln be-
findet sich ein kräftiger glänzender Längshöcker; die Augen sehr
groß, von oben Itetrachtet etwas schief gestellt, so daß die Innen-
ränder nach hinten stark divergiren, die Schläfen ungefähr ein
Viertel so lang als der Längsdurehniesser der Augen, unten nur
hinten ganz kurz gerandet. Fühler ziemlich lang und schlank,
länger als Kopf nnd Halsschild zusammen genommen, das erste
Glied lang gestreckt, an der Spitze zur Aufnahme des zweiten
Fühlergliedes kurz ausgerandet, das zweite nicht ganz halb so
lang als das erste, das dritte deutlich länger und gegen die Spitze
stärker verdickt als das zweite, das vierte bis sechste so lang
oder fast länger als breit, die folgenden allmählich kürzer wer-
dend, die vorletzten schwach quer, das Endglied kürzer als die
zwei vorhergehenden zusammen genommen, konisch zugespitzt
und an der Spitze mit Wimperhaaren besetzt.
Halsschild deutlich schmäler als die Flügeldecken, um i'in
Viertel breiter als lang, nach hinten schwach verengt, mit ab-
gerundeten Vorder- und stumpfen, (hirch ein winziges Zähnchen
markirten Hinterecken, am Seitenrande jederseits vom ersten
Drittel bis fast zu den Hinterecken und in der Mitte auf der
hinteren Hälfte l>reit und stark eingedrückt, stark glänzend, im
Grunde nicht chagrinirt, eine von zwei IV'inen l'unklreifen ein-
Stctt. ciitoniol. Zeit. lüO^.
24
gefaßte Mittellinie glatt, auf beiden Seiten fein und späilieli
punktirt, gelbl)raun mit dunklerer Seheihe.
Flügeldeeken kaum länger als das Halssehild. am Ilintcr-
ran(k' vor den abgestumpften Hintcrwinkeln sanft ausgescli\\ eilt,
ziemlieh kräftig und wenig dicht punktirt, gelblich pechbraun,
glänzend.
Hinterleib naeli rückwärts wenig verengt, au der Kasis
der vier ersten freiliegenden Dorsalsegmente seln\aeli quer ein-
gedrückt, glänzend, glatt, gelb.
Beim ,^ trägt das dritte (erste freiliegende) Dorsalsegnieut
am Hinterrande ein starkes kielförmiges Längshöckerchcn, das
sechste und siebente (vierte und fünfte freiliegende) Segment
zeigt jederseits der Mittellinie knapp vor dem Hinlorrande ein
kleines Körnchen, das siebente außerdem an der Basis in der
Mitte ein eben solches Körnchen, das am Hinterrande zieiidich
stark gerundete und äußerst fein gekerbte achte Dorsalsegment
besitzt vor dem Hinterrande jederseits der MittelHnie zwei hinter
einander stehende Körnchen. Ob der Längshöcker zwischen den
Fühlerwurzeln eine Geschlechtsauszeichnung des ^ ist, ist vor-
läufig noch nicht feststellbar.
Ein einziges vom Geheimen Regierungsrath C. Fischer in
Vegesack erhaltenes ^, M'elches von Herrn Professor Dr. Förster
aus Mühlhausen i. E. auf Sumatra gefangen wurde.
3. Myrmedonia laevicauda nov. spec.
Nigra, subnitida, thorace elytrisque aeneo-brunneis, ab-
dominis basi, pedibus, antennarum basi palpisque flavis, thorace
canaliculato eh trisque subtilius crebre punctatis, abdomine lacvigato,
nitidissimo. Lg. 3 mm.
Ganz vom Aussehen der Myrmedonia {Drusilla) canali-
cnlata-^^ durch den glatten Hinterleib leicht von ihr zu unter-
scheiden.
Kopf kaum schmäler als das Halsschild, schwarz, glänzend,
fein und weitläufig ])unktirtj die Augen sehr groß, ihr Innenrand
Stott. cutomol. Zeit. 1903.
25
gerade nach hinten stark divergirend, die Schläfen ungefähr ein
Drittel so lang als der Längsdurchmesser der Augen, unten nicht
gerandet. Der Kojjf ist hinten stark eingeschnürt, der Hals
ungefälir ein Drittel so \n-vii als der Kof)f. Die Fühler sind
ziemlich lang und kräftig, das erste Glied kürzer als das zweite
und dritte zusammen, das dritte etwas stärker und länger als
das zweite, das vierte kaum quer, die folgenden allmählich kürzer
werdend, die vorletzten nur schwach quer, das Endglied kaum
so lang als die zwei vorhergehenden zusammen genommen.
Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, kaum breiter
als lang, ziemlich quadratisch, mit fast parallelen Seiten und
abgestumpften Vorder- und Hinterecken, vor dem Schildchen
mit einem kleinen kräftigen Eindruck, welcher sich nach vorne
in eine scharfe durchgehende Mittelfurche fortsetzt, sonst ohne
Eindrücke, mäßig fein und ziemlich dicht, etwas rauh punktirt,
fein behaart, braun mit schwachem Bronceschimmer, mäßig-
glänzend.
Flügeldecken fast kürzer als das Halsschild, zusammen
stark quer mit stumpf gerundeten Hinterecken, vor denselben
nicht ausgeschweift, auf der Scheibe jederseits mit einem flachen
seichten Eindrucke, stärker und dichter punktirt als das Hals-
schild, fein behaart, von der Färbung des Halsschildes, mäßig-
glänzend.
Hinterleib gegen die Spitze etwas erweitert, glänzend glatt,
kahl, schwarz, das dritte und vierte (erste und zweite voll-
kommen freiHegende), sowie die aufgeworfenen Seiten des fünften
Dorsalsegmentes blaßgelb.
Ein einziges $-Stück von Sumatra (Dr. Fch'ster).
4, Conosoma pictum Fauv. i. I. nov. spec.
Ferrugineum, subnitiduni; capitis m<trgine posteriore, anten-
narum articulis 5 — 10, thoi-acis disco, elvtrorum macula magna
laterali, abdomineque ante aj)icem nigris, antennarum basi apieeque,
ore pedibusque" flavis. Lg. 5,5 mm.
Stett, entomol. Zeit. 1903.
26
Selir ausgezeieliiit't durch die Färliimg, breit, rrdtiist, mäßig
gliiii/cud. rostgelb, der liintere Tlieil des Kopfes, eine große
Makel auf der Mitle des H.dsseliildes, \A't'lelie den Hinleri-and
ausgedehnt frei läßt, vorn aber bis zum A^)rderrande reicht,
die Flügeldecken an den Seiten, die Mille des fünften (drillen
freiliegenden), das ganze sechste und die Basis des siebenten
Dorsalsegmentes, sowie das fünfte bis zehnte Fühlerglied tief-
schwarz; die Makel auf den Flügeldecken reicht von den Seiten
bis übei' die Mitte nach innen, nur im \di-dei'en ^'ierlel an der
Basis sind die Seiten nur sehmal schwarz. Die vier ersten
Fühlerglieder und das elfte sowie die Mundtheile und die Beine
sind hellgelb.
Der Körj)er ist fein und ziendich dicht goldgelb pubescenl.
Kopf klein, sehr fein und weitläulig punktirt. Fühlei- etwas
kürzer als Kopf mid Halsschild, seitlich stark zusammen gedrückt,
gegen die Spitze stark erweitert, schwacli sägeförmig, indem die
imieren Ecken der mittleren Glieder stärker ausgezogen sind als
die äußeren, die vorletzten Glieder nur wenig breiter als lang.
Halsschild groß, stark gewöUil, kaum sclimäler als die
Flüseldecken, nach vorne stark cerundet verengt, die vollkommen
verrundeten Iliiiterecken nicht nach rück^äi-ts gezogen, ziendich
glänzend, fein und wenig dicht punktirt.
Flügeldecken kaum so lang als das Hals&child, nach rück-
wärts wenig verengt, stärker und dichter als das Halsschild
punklirt, mit verrundeten Hinterecken, an den Seiten mit einer
Reihe von kurzen schwarzen Wimperborsten.
Hinterleib nach rückwärts stark konisch verengt, an den
Seiten und an der Spitze mit zahlreichen schwarzen Borsten be-
selzt, sehr fein und weitläulig punktirt.
Von dieser Art besitze ich zwei von Herrn Dr. Dohrn ans
Stettin auf Sumatra gesammelte Exemj)lare.
5. Philonthus Fischeri nov. spec.
Niger, nitidus, antennarum basi apiceque, mandibulis pali)isque
rufo-testaceis, pedibus piceo-testaceis, femoribus infuscatis, capite
Stott. entoinol. Zeit. 1903.
27
foititev transverso, oculis magnis, thorace apicem versus siib-
angiislatu, seriehiis dorsalibns quiii<nicpuncti((is, abdomine siib-
tililcr parce piiiK'lalo. L^. 4 min.
Mit Pliilonf Iltis crassicornis Faiiv. sdiv ualie vei-wandt,
von demselben tliireb xie\ kürzeren Kopf", gnißere Augen, kürzeres
nach vorne deiiilicb \'erengtes Ilalsscbild und dcuilicliere Quer-
riefung desselben sowie des Koi)fes verschieden.
An den braunen Fühlei'n ist das ersle, zweite und elfte
Glied und die Spitze des zehnten röthhchgelb, das erste theil-
weise gebraunt; die vorletzten Glieder sind stark quer.
Der Kopl' ist um die Hälfte breiter als vom Hals bis zum
Vorderrande der 8tirn lang, vorne zwischen den Augen mit
einer Querreihe von 4 Punkten, von denen je zwei einander
genabelt sind. Die Augen sind sehr groß, die Schläfen hinter
denselben kamn halb so lang als der von oben sichtbare Augen-
durchmesser.
Das Halsschild ist vorne so breit als der Kopf, liinten
schmäler als die Flügeldecken, fast breiter als lang, nach vorne
schwach aber deutlich verengt, so wie der Kopf deutlieh quer-
gerieft, in den Dorsaheihen je mit fünf kräftigen Punkten, seit-
wärts außer den Randpunklen nut fünf Punkten, von denen
zwei in einer zur Rückenreihe schiefen Linie stehen.
Flügeldecken etwas länger als das Halsschild, mäßig fein
und wenig dicht jiunktirt und wenig dicht behaart, schwarz,
glänzend.
Hinterleib ziemlich fein und ziemlich weitläufig punktirt
und behaart, schwarz, die Hinterränder der Segmente und die
Spitze bräunlichroth.
Das erste Glied der Hintertarsen etwas länger als die zwei
folgenden Glieder zusammen, fast länger als das Endglied.
Zwei Stücke von Suinatra aus der Ausbeute des Herrn
Dr. Förster.
Stott. cntomol. Zeit. 19Ü3.
28
6. Philonthus sublaevipennis Faiiv. i. 1. nov. speo.
Nigerrimus, nitidissimus, antennis larsis(|iif' terrugineis, capite
baüiii versus sensim angiistalo, thorace aj)icem versus vix an-
gustato, Seriebus dorsalibus 5 punctatis, elytris fere laevigatis,
abdomine subtiliter pavcius punetato. Lg. 5,5 — 6 mm.
Durch die stark firnißglänzcnden fast ganz glatlen Flügel-
decken sehr ausgezeichnet.
* Tiefschwarz, sehr stark glänzend, die rostrothen Fühler an
der Basis röthliehgelb, die Tarsen, die Knie sowie fast die
ganzen Vorderbeine rostgelb.
Kopf beim (^ breiter als lang, beim $ so lang als breit,
nach hinten ziemlich stark verengt, vorne beim ,^ nicht, beim $
etwas schmäler als das Halsschild, zwischen den Augen mit einer
Querrcihc von 4 Punkten, von welchen je zwei einander etwas
genähert sind, auf den Schläfen spärlich mit größeren Punkten
besetzt; die Augen groß, ihr Längsdurchmesser so lang als die
Schläfen; die Fühler ziemlich kurz, die vorletzten Glieder deut-
lich quer.
Halsschild schmäler als die Flügeldecken, so lang als breit,
beim ^ kaum, beim $ schwach nach vorne verengt, in den
Dorsalreihen mit je 5 feinen Punkten, von denen der fünfte
etwas weiter abgerückt erscheint als die übrigen, seitwärts mit
wenigen Punkten, von denen zwei in einer zur Dorsalreihe ziem-
lich parallelen Linie stehen.
Flügeldecken länger als das Halsschild, nur ganz vereinzelt
mit feinen Punkten besetzt, fast glatt, sehr stark glänzend.
Hinterleib sehr fein und weitläufig punktirt und fein
schwarz behaart.
Hintertarsen sehr lang gestreckt, fiist länger als die Schienen,
das erste Glied etwas länger als das Endglied, so lang als die
zwei folgenden zusammen genommen.
Der Käfer wurde in Anzahl von Dr. Dohrn auf Sumatra
gesammelt (Bekantiang).
Stett. ontomol. Zoit. 1903.
29
7. Philonthus dimorphus Fauv. i. 1. nov. spec.
Niger, nitidissimus, capite thovaceque subaeneo, elytris viridi-
aeneis, capite subovbiculato, basiu versus siibangustato, antennis
longiuseulis, thorace latitudiae parum longiore, feriebus dorsabbus
5 pmiclatis, elytris subiilius paree punctatis, abdomine muris
praeter apieem segnienti septimi fere laevigato, femiaae segmento
sexto septimoque subtiHter dense punctatis. Long. 7—9 mm.
Eine durcb die verschiedene Punktirung des Abdomens bei
den zwei Geschlechtern höchst interessante Art.
Schwarz, stark glänzend, Kopf und Halsscbild schwach
erzglänzend, die Flügeldecken grUnlich-erzfarben, die Wurzel und
Spitze der Fühler und die Beine pechroth.
Kopf beim ,^ etwas breiter, beim $ so breit als lang,
kaum schmäler als das Halsscbild, nach hinten sehr schwach
verengt, zwischen den Augen mit 4 Punkten, von denen je zwei
einander genähert sind, hinten mit vereinzelten größeren Punkten
besetzt, Augen groß, ihr Längsdurchmesser länger als die von
oben sichtbaren Schläfen. Fühler ziemlich lang und schlank, die
vorletzten Glieder kaum quer.
Halsschild schmäler als die Flügeldecken, wenig länger als
breit, an den Seiten fast parallel, in den Dorsalreihen mit je 5
ziemlich starken eingestochenen Punkten, von denen der erste
und letzte von den mittleren viel weiter abstehen, als diese unter
einander, auf den Seiten mit wenigen Punkten, von denen zwei
in einer zur Dorsalreihe etwas schiefen Reihe stehen.
Flügeldecken ziemlich fein und Axeitläutig punktirt, wenig
länger als das Halsschild.
Hinterleib schwach irisirend, beim S ""t Ausnahme der
fein und dicht punktirten Spitze des siebenten (fünften voll-
kommen freiliegenden) Segmentes fast ganz glatt, nur mit ^^ enigen
größeren Punkten besrtzl, beim $ auf den drei ersten frei-
liegenden Dorsalsegmentiii wie beim 3 last glatt, am sechsten und
siebenten Segmente fein und dicht punktirt und dicht schwärzlich
behaart.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
30
Hinterlarsen sehr lang gostreckt, so luiig als die Hiuter-
schienen, ihr erstes Glied länger als das Endglied, fast so lang
als die drei Iblcenden zusammen eenomnien.
Von Dr. Dohrn am selben Fundorte -svie der vorige gefangen.
8. Cryptobium Frulistorferi nov. spee.
Nigerrinnnn, aniennis jjaljnsque ferrugineis, pedibus piceis,
capitc subovaio, confertim fortiter punctato, subopaco, thorace
latitudine paruni longiore, fortiter densius punctato, nitido, elytris
thorace parum longioribus, dense fortiter punetatis, parum uitidis,
abdoniinc subtilius dense punelato. Lg. 12 mm.
Tiefschwarz, Fühler und Mund rostroth, Beine dunkel
pechbraun, Schienen und Tarsen bis^^'eilen pechroth.
Kopf an der breitesten Stelle breiter als das Halss^hild,
kurz oval, breiter als lang, im letzten Drittel bauchig erweitert,
kräftig und sehr dicht, vorne weniger dicht punktirt, daselbst
glänzend, sonst ziemlich malt. Fühler lang und schlank, die
mittleren Glieder lang gestreckt, fast doppelt so lang als breit,
die drei letzten kürzer, aber noch immer viel länger als l)reit.
Halsschild deutlich schmäler als die Flügeldecken, ])arallel-
seilig, etwas länger als breit, jederseits der glatten Mittellinie
kräftig, mäßig dicht punktirt, glänzend.
Flügeldecken etwas länger als das Halsschild, ebenso kräftig
aber dicht punktirt, wenig glänzend.
Hinterleib viel feiner als der Yorderkör])er, dicht ]»unktirt,
fein schwarz behaart.
Keim ^ ist das sechste IJauchsegmcnt sehr lief und scbnial
ausgeschnitten, die Partie hinter dem Ausschnille glatt, dii'ser
selbst an den geglätteten Seiten l'urchenformig ausgeJKihli, das
)ünft<' Segment besitzt in der Mitte des liiiiliMTandes einen kurzen,
ülalten stark vertieften Eindruck.
In meiner Sammlung befinden sich zwei Stücke (,j und !f3
dieser Art aus Annam, Phuc-Son (Nov. -Dez., H. Fruhstorler).
Stott. entomol. Zeit. 1903.
31
9. Lathrobium sumatrense uov. spcc.
Fernigiiicuiii, iiulcimis, palpis pedibusquc rufotestaceis, capite
alutaceo, 8uboj)a('0, iitrinque parcissiiue subtiliter punctato, thorace
nitido, subtiliter paree punctato, el} tris thoracis longitudine, sub-
tilitei- densius punctatis, pavum nitidis, abdomiae minus dense,
apicem versus paree granulato-punctato. Long. 4,2 mm.
Rostfäi'big, der Kopf etwas dunkler, Fühler, Taster und
Beine rüthliehgelb.
Kopl' so breit als das Halssehild, wenig breiter als vom
Halse .zum Vorderrande lang, äußerst fein chagrinirt, mit ge-
dämpftem Glänze, nur an den Seiten und gegen die Schläfen zu
i'ein und weitläuiig punklirt, sonst unpunktirt ; Fühler mäßig lang,
ihre mittleren Glieder oblong, die vorletzten kuopffürmig.
Halsschild so breit als die Flügeldecken, viel länger als
breit, mit fast parallelen, nur sehr sehM^aeh nach hinten vov-
engten Seiten, glänzend, mit Ausnahme der breiten glalten Mittel-
linie ziemlich feiu und weitläufig punktirt.
Flügeldecken kaum länger als das Halssehild, fein uiul
ziendieh dicht puid^tirl, wenig glänzend, ziemlich dicht gelblieh
behaart.
Hinterleib nach rückwärts etwas verengt, auf der vorderen
Hälfte wenig dicht und ziemhch kräftig, hinten sehr weitläufig
und feiner, deullieh körnig punktirt, ziemlich laug und wenig
dicht gelblich behaart.
Ich ha|)e diesen Käfer nur mit Widerstreben zum Genus
Laihrahium gestellt, da derselbe von den mir bekannten Arten
durch verlängertes erstes Glied der Hintertarsen, welches das
zweite au Länge bedeutend übertrifft, abweiehl. Da ich aber
das einzige bisher bekannte Stück mit Bezug auf die Mundtheile
nicht untersuchen kaini, der Käfer aber im Habitus gewissen
Jjilli rohuntt- Avivw (pullidiint u. s. a\-.) vollkommen gleicht, maß
ich denselben vorläufig zu diesem Genus .stellen, in welchem er
vielleicht eine eigene Untergattung l)ildet.
hie Art wurde von Dr. Förster auf Sumatra aufgefunden.
Stctf. eutomol. Zeit. 19u3.
32-
10. Medon granulicollis iiov. spec.
Obscure ferrugineus, nitidulus, antennis, palpis pedibusque
rufotestaceis, thorace fortiter transvei-.su, dense, fortiter granu-
lato, elytris fortiter, abdoiiiine stibtiliter minus dense punctatis.
Lg. 3,2 mm.
Durch das stark quere, mit kräftigen Tuberkehi dicht
besetzte Halsschild sehr ausgezeichnet.
Der ganze Körper ist dunkel rustroth, die Hinterränder der
Hinterleibsringe und die Hinterleibsspitze gelblich, die Fühler,
Taster und Beine rüthlichgell».
Kopf stark quer, um die Hälfte breiter als lang mit recht-
Avinkhg verrundeten Hinterecken, oben sehr dicht und kräftige
nur in der Mitte der Scheibe et\A as weitläufiger gekörnt, daselbst
etwas glänzend, sonst nur -wenig glänzend. Die Fühler mäßig
lang, das zweite und dritte Glied ziemlieh gleich gebildet, die
vorletzten mäßig quer.
Halsschild nur wenig breiter als der Kopf, so breit als die
Flügeldecken, sehr stark quer, fast doppelt so bi-eit als lang,
mit geraden Seiten, ziemlich rechtwinkligen nur au der Spitze
abgerundeten Vorder- und vollk(»mmen verrundeten Hinterecken,
die Basis gerundet vorgezogen, an den Seiten \\ ie der Kopf mit
einer Anzahl langer Wimperhaare, sonst nur sehr fein und
spärlich behaart, dicht und kräftig gekörnt, wenig glänzend, die
Mittellinie nur hinten deutlich und glatt, nach vorne erloschen.
Flügeldecken um ein Drittel länger als das Halsschild,
kräftig und mäßig dicht, etwas runzelig punklirt, fein und
spärlich behaart, deutlich glänzender als der übrige Körper.
Hinterleib mäßig glänzend, sehr fein und mäßig dicht
j)unktirt, fein und ziemlich dicht behaart.
Iah einzelnes Stück dieses interessantiu Käfers \\ urde v(»n
Herrn Dr. Förster auf Sumatra aufgefimdcn und mir mit den
übrigen hier beschriebenen neuen Alten ims dessen Suniulra-
ausbeute in liebenswürdigster Weise durch Vermittelung des
Herrn Geheimen Regierungsrathes Fischer in A'^egesack zur
Btett. entomol. Zeit. 1903.
S3
Verfügung gestellt, wofür ich beiden Herren hiermit verbind-
liehsteu Dank sage.
11. Heterosoma gen. nov.
Labium bilobum.
Palpi maxillares articulo ultimo tenui, aeuto, minimo.
Antennae rectae, tenues.
Caput angulis posterioribus rectangulis.
Tarsi articulo quarto simplice, posteriorum articulo ultimo
duobus antecedentibus conjunctis parum longiore.
Im Habitus an Achennium erinnernd, und vielleicht nur
eine Untergattung desselben, von diesem Genus fast nur durch
die scharfen Hinterecken des Kopfes und die Bildung der Hinter-
tarsen verschieden; an diesem sind nämhch das Endglied nur
wenig länger als die zwei vorhergehenden zusammen, während
dasselbe bei Achennium fast so lang als alle vier vorher-
gehenden ist.
Heterosoma Dohrni n. sp.
Ferrugineum, nilidum, eljtrorum angulis posterioribus piceis,
antennis, ore pedibusque rufo-testaceis, capite quadrato, basi
alutaceo, opaco, thorace eljtrorum latitudine, quadrato, parce
puiictato, elytris thorace longioribus, seriatim punctatis. Lg. 7 mm.
Rostroth, eine Makel in den Hinterecken der FlügekU^cken
schwärzlich, die Fühler, Taster und Beine röthlichgelb, stark
glänzend.
Kopf so breit als das Halsschild, so lang als breit, nach
hinten äußerst schwach erweitert, mit geraden Seiten und scharf
rechtwinkligen Hinterecken, vorne und in der Mitte grob und
weitläufig, stellenweise garnicht punktirt, glänzend, hinten und
an den Seil<ni matt ehagrinirt, daselbst feiner und dichter punktirt
als vorne und ziemlich dicht behaart. Hals breit, halb so breit
als der Ko])f. Fühler lang und schlank, gegen die Spitze all-
mählich dünner werdend, die vorletzten Fühlerglieder noch
immer viel länger als breit, an der Basis dünn, gegen die Spitze
keulig verdickt.
Stott. entomol. Zeit. 1903. 3
34
Halsschild so breit als die Flügeldecken, quadratisch, mit
parallelen Seiten, in der Mitte mit breiter flacher Mittellinie, zu
beiden Seiten derselben kräftig und weitläufig punklirt, glänzend.
Flügeldecken länger als das Halsschild, ziemlich kräftig, in
regelmäßigen Reihen punktirt, glänzend.
Abdomen fein und weitläufig i)unktirt, glänzend.
Der interessante Käfer wurde von Dr. Dohrn aus Stettin
auf Sunuitra (Soekaranda) in 2 Exi'mj)laren erbeutet, vuu denen
sich eines in meiner Sanmilung befindet.
12. Oxytelus lucens Fauv. i. 1. nov. s])ec.
Niger, nitidus, angulis apiealibus elj trorum, antennarum basi,
palpis pedibusque testaceis, capite thorace latiore, subtriangulare,
apice truncato, late emarginato, sublaevi, thorace fortiter trans-
verso, quinquesulcato, sublaevi, eljtris sulitililer j)arce ))uiict;»tis,
abdomine fere laevigato. Lg. ^,5 mm.
Durch den nur sehr spärlich punktirten glänzenden K<)r|ier
und die Kopfbildung ausgezeichnet,
Schwarz, eine ziemlich große Makel, die die Hinterecken
der Flügeldecken vollständig ausfüllt, die 4 ersten Fühlerglieck'r,
die Taster und Beine gelb, die einzelnen Glieder der Fühler und
Taster meist an der Spitze angedunkelt.
Kopf beim ,^ etwas breiter als das Halsschild, so lang
als hinten breit, von den verrundeten Hinterecken nach vorne
continuirlich verengt am abgestutzten Vorderrande, breit aus-
geschnitten, am Scheitel mit zwei nach vorn schwach conver-
girenden Längsfurchen, welche in einen breiten und ziemlich
tiefen Eindruck der Stirne einmünden, sehr fein und sehr späilich,
stellenweise gar nicht punktirt. Fühler mit deutlich abgesetzter
siebengliedriger schwarzer Keule.
Halsschild vorn so breit als die Flügeldecken zwischen den
Schultern, um die Hälfte breiter als lang, nach hinten stark
verengt, mit abgerundeten Pocken, auf der Scheibe mit fünf tiefen
Längsfurchen, von welchen die eine in der Mitte gerade ist,
KtcU. oiitomol. Zeit. 1903.
35
während die beiden andern auf jeder Seite gebogen sind und
von vorn nach rückwärts mit der Mittelfurche convergiren, sehr
fein und äußerst spärhch, in den Furchen deutHcher und dichter
punktirt.
Flügeldecken länger als das Halsschild, nach rückwärts
sehwach erweitert, weniger fein und weitläufig als der übrige
Körper punktirt, die Punkte an manchen Stellen schwach
ffcreiht und in Längsrunzeln zusammenlließend.
Hinterleib glänzend glatt, nur zu beiden Seiten der Segmente
mit vereinzelten Borstenpunkten.
Von Dr. Dohrn auf Sumatra aufgefunden (Sinabong).
13. Bledius Fischeri nov. spec.
Rufo-testaceus, capite elytrisque piceis, capite alutaceo,
opaco, parce puuctato, thorace nitido, fortiter canaliculato, parce
fortiter punctato, anguhs basahbus obtusis, eljtris thorace parum
longiore, fortiter parcius punctato, abdomine alutaceo, suluiitido,
fere impunctato. Lg. 2,8 mm.
Kopf mit den Augen so breit als das Halsschild, am Scheitel
ohne Querfurche, ziemlich kräftig und ziemlich weitläufig, in der
Mitte nicht punktirt, im Grunde sehr deutlich chagrinirt, voll-
kommen matt, schwarz. Die Fühler ziemlich kurz, die vorletzten
Fühler stark quer, röthlichgelb, gegen die Spitze wenig dunkler
werdend.
Halsschild wenig schmäler als die Flügeldecken, glänzend,
einfarbig gelb, an den Seiten bis über die Mitte gerade, dann
nach rückwärts stark verengt mit stumpf verrundeten Hinter-
winkeln, in der Mittellinie stark gefurcht, zu beiden Seiten
kräftig und weitläufig punktirl.
Flügeldecken wenig länger als das Halsschild, schwärzlich,
glänzend, kräftig und mäßig dicht punktirt.
Hinterleib äußerst fein chagrinirt, matt glänzend, fast un-
puuktirt.
Von Dr. Foerster auf Sumatra aufgefunden. Ein einzelnes
Stück in meiner Sammlung.
gtett. entomol. Zoit. 19ü3. 3"'
36
14. Ancaeus Forsten nov. spec.
Feri-ugineuy. nitidus, linearis, capite thoracis latitudine,
vertice dense punclato, antennis crassis, thoracc transverso, basi
quadrifovedluto. densius grosse-punctafo, linea media cvueiforme
laevi, elytris thorace multo lonG,ioribus, fortiter parcius punctatis,
abdominc imniarginato dense subtilitcr punctato. Lg. 2,.'i mm.
Einl'ärbig rostrotb, glänzend.
Kopf so breit als das Halssehild, mit stark vortretenden
Augen, vorn und in der Mitte glänzend glatt, an den Seiten und
hinten kräftig und dielit ])unklirt. Fübler kurz und dick, die
vier ersten Glieder kugelig, die folgenden stark quer, dicht
behaart.
Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken, breiter
als lang, vorn und rückwärts gerade abgestutzt, an den Seiten
bis über die Mitte gerade, dann nach rückwärts etwas aus-
geschweift verengt, an der Basis mit vier Gruben, von welchen
die beiden seitlichen viel tiefer und weiter nach vorne reichend
sind als die inneren, in der Mittellinie ziemlich breit geglättet,
die glatte Fläche in der Mitte beiderseits gegen die Seiten zu
fortgesetzt, so daß eine glänzende kreuzfijrmige Figur entslilit,
außerhalb derselben mit grubigen Punkten ziemlich dicht besetzt.
Flügeldecken viel länger als das Halsschild, ziemlich stark
aber nicht tief und ziemlich weitläufig punklirt.
Das ungcrandete walzenförmige Abdomen ziendich fein
und dicht punktirt und behaart, wenigerglänzend als der V(»rder-
\\i')V\)VV.
Sumatra (Dr. Förster). Kiu einziges Stiiciv in niciuer
Saniinluntr.
Ek'U. ontomol. Zeit. 190;{.
37
Zum Heimaths-Nachwels von Agrotis fugax Tr.
von A. SSie^ieii.
Der Unistiuid, daß in dem Kataloge der Lepidopteren des
palüavktischeii Faunengebietes von Dr. Staudinger und Dr. Rebel
— Berlin 1901 — das Vorkommen dieser Agrotis in Ostpreußen
unerwälmt geblieben ist, giebt mir Veranlassung nochmals auf
das Thier zurückzukommen. Im 50. Jahrgange d. Z. (1889)
hatte ich (S. 336 und 337) berichtet:
„Agrotis fugax Tr.
„Ueber Fiujax äußert sich Hofmann wie folgt: ,Jm
,.-Tuni, Juli in Oesterreich (Wien), Ungarn, Rußland ete.'^
..Gleich am ersten Tage meiner Rückkehr aus der
^sächsischen Schweiz, am 20. Juni, fing ich ein frisches
,y^, ein zweites Stück entkam mir. Am 6. Juli fand
„ich noch 2 Exemplare (o$) unfl »m 12. Juli das
„letzte $; sännntliche Stücke am Strande bei Cranz am
„Tage unter den früher in dieser Zeitung ausführlich
„beschriebenen Meerschollen ruhend. Im Gventzenberg-
„schen Verzeichniß fehlt Fugax. — Es ist mir Be-
„dürfniß, Herrn Dr. Wocke in Breslau, welcher diese
y/igrolis und andere fragliehe Thiere mit liebenswürdiger
„Bereitwilligkeit zu begutachten die Güte halte, hiermit
„meinen herzlichsten Dank auszusprechen.^'
Ich erwartete natürlich, daß das Zeugniß eines so aus-
gezeichneten Kenners der Lepidopteren, -wie das des Herrn
Dr. Wocke, vollkommen ausreichen würde, der Agrotis fugax
das osl preußische Heiniathsrecht zu sichern, doch habe ich mich
in dieser Erwartung getäuscht. Da Hepialus gatina Hb. und
Hailena amica Tr.,- über welche Arten ich in demselben Jahr-
gange d. Z. (S. 4 und 337) berichtete, in dem erwähnten
Kataloge als in Ostpreußen heimathsberechtigt berücksichtigt
Stctt. cutomol. Zeit. VM'i.
38
worden pind, Agroiis fugax dagegen nicht, so glaubte ich an-
nelimen zu müssen, die Möghchkeit eines Irrthums bei der Be-
stimmung des Thieres Seitens des Herrn Dr. Wocke sei nicht
ausgeschlossen und übergab das von den 4 Exemplaren best-
erhaltene Stück Herrn Max Bartel*) zur nochmaligen Prüfung.
Dieser erklärte jedoch das Thier für eine unzweifelhafte Fugax
und bestätigte somit die Richtigkeit der Wocke'schen Deter-
minirung. Es erübrigt demnach nur, nochmals zu kon-
statiren, daß Agrotis fugax Tr. nicht nur im östlichen Oester-
reich, in Ungarn, im centralen und südöstlichen Rußland, son-
dern auch in Deutschland und zwar an der Seeküste
Ostpreußens vorkommt.
Berlin-Schöneberg, im September 1901.
TTebersictit
der
Sumatra-Pyralidae,
zusammengestellt von Major Ed. Hering.
ni.
(Fortsetzung- von S. 118 Jahrgang 1901 und S. 219 desselben Jahrganges.)
Hierzu Tafel I,
TU. Hydrocampinae.
Orphnophanes Led. p. 428. Hamps. M. J. IV. p. 230. fig. 135
Id. Tr. E. S. L. 1897 p. 188.
291. eucerasalis Walk. XIX. p. 1002. Hamps. M. J. IV. p. 231.
Id. Tr. E. S. L. p. 188.
prodnctalis Led. p. 428 PL 16 f. 7.
1 $, F. 1/1894, D., sonst in mehreren Exemplaren von
Woodlark Isld. (Meek), St. Aignan (Id.) und Fergusson Isld. (Id.)
■' Bearbeilel bekanntlich die paläarktischen Großschmetterliuge als
Fortsetzung des Rührschen Werkes.
Stett. cntomol. Zeit. 1903.
39
im Mus. StcUin vorliandcii. Die Art ist durch die vergrößerte
Lederer'sehe Abbildung gut kenntlieh gemacht, doch zeigt unser
Sumiitra-Excmi)luv rein weiße Hinterflügel und auch die aus dem
Neu-Guinea-Gel)iet herstammenden haben nur den Hintertlügel-
außenrand so gelb, wie l)ei Led. der ganze Fhigel gefärbt erscheint.
Die Zeichnungen des Vorderfhigels sind bei unsern sämmt-
Hchen Exemi)laren verloschener und weniger gelb, als in der
Abbildung 5 sie entsi)rechen so mehr dem Hampson'sehen Holz-
schnitt, 1. e. f. 135. Nach Hampson war (He Art bisher von
Sikkim, Borneo und Amboina bekannt.
Syntomodora Meyr. Tr. 1894 p. 467. Hanips. M. J. IV p. 230
(sub: Orphnophanes Led.). Id. Tr. 1897 p. 188.
Mr. Meyrick charakterisirte 1. c. diese Gattung für Ihoa-
salis Walk, und bemerkte dazu: Apparently ahied to Tabidia.
Wesentlich abweichend davon stellt Mr. Hampson sie 1. c. als
Sect. I, B. zu Orphnophanes Led., während er alhisignalis Hamps.
und inconseqiiens Warr. als Sect. II ohne besonderen Namen
folgen läßt. Ich schließe im Folgenden inconseqiiens unter
Syntomodora an.
292. thoasalis Walk. XVIII. p. 692. Hamps. M. J. IV. p. 230.
1 (^, 2 ??, F. 12/1894 und 1/1895, D. von Soekaranda,
sonst noch 1 ^ von Nias (Stichel), 1 ,^ 1 ? von West-Java.
Pengalengan (Fruhstorfer) sowie, benannt erhalten, 1 <$ von
Assam (Swinhoe), im Mus. Stettin. — Die Art war s. Z. Herrn
Snellcn ebenso wie mir unbekannt; er glaubte sie in die Nähe
von ErilUa stellen zu müssen, also auch zu einem Hydrocami)inen-
Genus im Hampson'schen Sinne. Eine frappirende habituelle
Aehnlichkeit mit thoasalis Walk, zeigt auch die Guenee'sche
Stenia grammalis (Gn. p. 249) = Blepharomastix romalis Druce,
Biol. C. Amer. p. 270 PI. 57 f. 4; wir besitzen letzlere von
Demerara (Watkins) und von Bogota (Pehlke) ein Exemplar,
das vielleicht noch eine neue Art rei)räsentirt. Hampson rechnet
Stett. cutouiol. Zeit. 19Ü3.
40
jedoch grammalis Gn. als Massepha Walk, zu den Pyraustincn.
Thoasalis wechselt augenscheinlich in der Grüße ganz erheblich,
da einzelne unsrer Exemplare kaum Zweidrittel der Größe tmderer
erreichen.
Nach den Hampson'schen Angaben sind die von mir an-
geführten Gebiete für die Art neu. H. Snellen besaß sie gleich-
falls von Java.
293. inconsequens Warr. A. M. N. II. (6j XVII. p. 204.
Hamps. M. J. IV. p. 231. — Id. Tr. 1897 j). 188.
1 $, Unicum, F. 1/1895, D., sonst nirgendwoher im Mus.
Stettin, war Herrn Snellen ebenso wie mir unbekannt; wir ver-
danken die Bestimmung der Art Mr. Hampson. Sie macht durch
ihren eckig-geschweiften Schnitt beider Flügel einen fremdartigen
Eindruck und entspricht so nicht der Hampson'schen Ch*rak-
terisirung: „Hindwing with the outer margin rounded." — Auch
die Bemerkung: „Forewing with the apex produced'S welche
auf albisignalis Hamps. (albisirigaUs Snell. i. lit.) nach unsern
vier Exemplaren dieser Art von Darjeeling, Assam und West-
Java gut zutrifft, hat auf inconsequens nur bedingungsweise
Anwendung, da bei unserm Exemplar der Vorderflügelaußenrand
in seiner Mitte eine Ausbuchtung zeigt, die sich schärfer markirt,
als das Hervortreten der Flügelspitze.
Stegothyris Led. p. 427. Hamps. M. J. IV. p. 223.
Id. Tr. 1897 p. 192.
294. diagonalisGn. p. 201. Snell. M. S. 14 p. 74. Id. Tr. 1890
p. 625. Hamps. M. J. IV. p. 192 fig. 129.
transversalis Led. p. 482 PL 16 f. 5.
In Mehrzahl F. 2/1895, D., von Sumatra im Mus. Stettin
vorhanden, jedoch nur aus dem Höhengebiet (5000 ') des Sinabong,
nicht auch aus der Ebene von Soekaranda. Auch in West-Java,
Pengalengan (Fruhstorfer), von wo M'ir sie in Menge erhielten,
scheint die Art ein Höhenthier zu sein, da diese Lokalität 4000 '
Stolt. ciitomol. Zeit. 1903.
41
hoch Hegt. Ebenso haben wir sie von 2000 ' Hölie aus Lombok,
Sapit (Fruhstorfer). Sie wechselt nicht unerhebHeh, vielleicht
je nach der Jahreszeit und in den verschiedenen Generationen,
in Größe sowie in der mehr oder minder scharfen und breiten
Zeichnung des Costalrandes, des Marginal- und Submarginal-
bandes. Auch von Darjeeling (Fruhstorfer) erhielten wir die
Art in Mehrzahl und in ähnlicher ■ Variabilität. Herr Snellen
erwähnt Tr. 1890 p. 625 schon, daß Lederer's Vaterlandsangabe
„Venezuela'-' wold auf einem Irrtluim beruhen müsse.
Platamonia Led. p. 427.
Wie schon bei der Gattung Syngamia bemerkt worden ist,
wird Platamonia Led. von Mr. Hampson P. Z. S. 1898 p. 043
lediglich als S3nonym dazu aufgeführt und die Art amplia-
talis Led., auf welche die Gattung Platamonia begründet wurde,
dementsprechend dort, p. 646 No. 21 als Syngamia cvwiihni.
Noch mehr aber, als die bei Syngamia und später unter Marasmia
venilialis Walk, von mir erwähnten Arten weicht ampliatalis
von dem Gueneeschen Gattungstypus von Syngamia habituell ab
und ich trage kein Bedenken,, hier wieder Herrn Snellen zu folgen,
welcher (Tijd. 42 p. 8.5) Platamonia als gute besondere Gattung
bestehen läßt. Da aber Lederer seine Gattung Platamonia in
die Gruppe von Stegothyris., Pleonectiisa, Erilita etc. stellt, so
halte ich es für geboten, sie auch hier an der entsprechenden
Stelle aufzuführen. — In dem Hampson'schen Gattungs- und
Arten- Register, P. Z. S. 1898 wird p. 1082 nur eine Platam.
binotalis Warr. aufgeführt, welche identisch sein soll mit Naco-
leia citprealis Moore, führend der Gattungsnatne als Synonym zu
Syngamia dort nicht auflindbiw ist, aiiipiialalis Led. aber nur
als Syngamia. Es ist dies einer der vielen Fälle, welche das
Fehlen eines alphabetischen Registers der Gattungen und Arien
für die sämmtlichen Hampson'schen Pyraliden-Arbeiten schwer
vermissen lassen.
SloU. cntoDiol. Zeit. 1903.
42
295. medinalis Sncll. Tijd. 42 p. 85 PI. 4 f. 9-11.
1 .^ 2 $, F. 1 und 7/1894, D. Die Art wurde 1. c. mit
nach diesen Exemplaren von Herrn Snellen beschrieben; er besaß
sie sonst von Celebes. Auch im Mus. Stettin ist ein q von Süd-
Celebes, Patunuang- (Fruhstorfer) vorhanden, sowie ein $ von
West-Java, Pengalengau (Id.), fei-ner zwei etwas abweichende
,So von AYoodiark (Äleek) und 1 ,^ von Teoor Isl. (Rolle).
Das ,j von medinalis ist Tijd. 42, 1, c. ganz vortrefflich
abgebildet, namentlich auch der Kopf und der sehr charak-
teristische Hinterleib. Nach unserm umfangreicheren Material
kann ich der Snellen'schen Beschreibung noch hinzufügen, daß
sämmtliehe drei _Y.$ eine bedeutend hellere glänzend ölgelbe Grund-
farbe haben, als die vier ,^o ^"^^^ ^'"ß ^^^' ^i''^' ''^'i ihnen viel
weiter, nämlich bis zu Zweidrittel der Vorderflügellänge und
über mehr als die Hälfte der Hinterflügel ausdehnt, währeiTti sie
sich bei den ,^i^ fast nur auf den Dorsalrand des Vorderflügels
bis zu dessen Mitte, auf dem Hinterflügel bis zur ersten Quer-
linie ausdehnt. Die sehr dunklen auch etwas größeren q,^ von
Woodlark zeigen diese gelbe Grundfarbe fast garnicht, nament-
lich auf den Hinterflügeln; sie sind fast einfarbig seh-warzbraun
mit violettem Schimmer.
Herr Snellen erwähnt 1. c. das Yorkommen dieser Art in
Sumatra nicht ausdrücklich; er giebt als Heimath nur Celebes an.
296. poecilura nov. spec. PI. I. f. 29.
1 ,^, F. 11/1894, 1 $, 7/1894, D., sowie 1 ,^ von West-
Java, Pengalengan (Fruhstorfer) und 1 ^ vom Kina Balu, Nord-
Borneo (Stgr.) im Mus. Stettin vorhanden. Nächstverwandt mit
der vorigen Art, aber etwas kleiner (.^ 20 mm bez. 24 mm,
$ 22 mm Flügelspannung) und sofort dadurch zu unterscheiden,
daß der Hinterflügel in beiden Geschlechtern mir eine Querlinie
zeigt, während medinalis-,^ deren zwei hat, eine längere innere,
welche vor dem Analwinkel ausläuft und eine kürzere, mit
ersterer nach hinten convergirende äußere, bis zur Flügelmitte
Stett. eutomol. Zoit. 1903.
43
reichend; das $ von medinalis dagegen besitzt an Stelle der
inneren Linie nur einen langen Zellenfleck auf 1/3 der Flügel-
länge, welcher den Vorderrand nicht erreicht und dafür eine
längere äußere, in der Mitte unterbrochene und gleichzeitig ab-
gesetzte Außenlinie, deren analer Theil mehr nach der Flügel-
bäsis zu gerückt, dann ebenfalls vor dem Anahvinkel in den
Flügelinnenrand verläuft. Bei poccilura-^^ welches im Ganzen
dem medinalis-^ viel ähnlicher ist als die beiderseitigen ,^,^
unter einander, ist diese Außenlinie nicht unterbrochen, sondern
zeigt an der Unterbrechungsstelle nur einen leichten Knick. Ein
anderer Unterschied beider Arten besteht darin, daß bei poeciiura
der Außentheil beider Flügel hinter der äußeren Querlinie scharf
abgegrenzt dunkelbraim ei'seheint, während er sich bei tnedinalis
allmählig und sanft abtönt. Letzteres gilt bei poeciiura nur für
die dunkle Färbung des Vorderflügelyorderrandes. Auch ist die
Grundfarbe beider Flügel bei poeciiura merklich heller ,.ölgelb'''
(Snell.) als bei medinalis, selbst deren $$ miteinbegrifTen, und
entsprechend auch die Farbe des Thorax und Abdomens. Unter-
schieden ist endlich auch bei den ,5^0 beider Arten die Zeich-
nung des vorletzten und des Analsegments. Poeciiura hat auf
schneeweißem Untergrund am Ende des vorletzten Segments
beiderseits zwei kleinere, fast kreisrunde sammetschwarze Flecke;
am Einsatz des Analsegments fehlt ihr der cjuerüberreichende in
der Mitte eingebuchtete schwarze Fleck von medinalis ganz;
dafür hat sie am Beginn des Analbusches, wieder auf schnee-
weißem Untergrund, zwei ähnlich wie die vorhin erwähnten
gestaltete, etwas länger ausgezogene seitliche, sammetschwarze
Flecke. Das Hinterleibsende erscheint dabei noch merklich bunter
gezeichnet als bei medinalis-,^, wahrend die $$ beider Arten
fast die gleiche Zeichnung besitzen.
Herr Snellen bemerkt schon 1. c. bei Beschreibung von
meditialis, daß Plal. ptochura Mevr. Tr. 1894 p. 468, welche
nach 1 S von Pulo Laut beschrieben wurde, seiner Art sehr
nahe kommen, sich jedoch durch das Fehlen der weißen Zeich-
Stott.. eiitoniol. Zeit. 1903.
44
ming am Hinlerlcih sofort unterscheiden müsse. Da dieses Merk-
mal als unterscheidend fast noch mehr für unsere Art gilt, gal)
ich iin- im Hinhliek darauf ihren Namen.
Mr. Meyrick erwähnt an gleicher Stelle dann noch Platam.
camillalis = camiUu$alh Walk. XYllI. p. 713; Hami)s. P. Z. S.
1898 p. 646, No. 2(t, ebenfiUls von Tulo Laut und nach
Hamps. 1. c. sonst von ^lalacca und IJorneo. Die Walker'sche
Beschreibung, in welcher die Art mit Si/Iepta viokila F,
(=: ahjunyalis Walk.) verglichen wird, köimte mit der gleichen
Wahrscheinlichkeit auf medinalis wie auf poecilnra gedeutet
werden. Da ich mir hierüber keine definitive Sicherheit ver-
schaffen konnte, hielt ich es für geboten, hier ausnahmsweise
eine neue Benennung eintreten zu lassen. Violafa F., welche
oberflächlich betraclitet, eine gewisse Aehnlichkeit mit poecilnra
hat, AA'eicht — abgesehen von den (uittungsunterschiedeii —
sofort durch wesentlich anders geformten Fühleransatz und durch
ganz andere Form und Lage der Querlinien von ihr al).
Hymenoptychis Z. CatTr. p. 64. Led. p. 425. Suell. Tijd. 27
j). 40. Hamps. Tr. 1897 j). 195.
297. dentilinealis Snell. M. S. IV. ]>. 74: id. Tijd. 27 p. 40.
2 $, F. 12/1894, D., kein ,^ vorhanden. — Herr Snellen
heschrieb die Art, M. S. IV. 1. c. nach 1 ^ von Solok, Sumatra
und nach 5 Exemplaren heider Geschlechter von Celel»es. —
Ein Exemplar von uns Murde von ihm selbst als seine Art be-
stätigt. Das ,^ muß wesentlich anders gestaltet sein, als das $,
wie dies auch bei der typischen Art dieser Gattung, H. sorilida Z.
der Fall ist, welche das Mus. Stettin in Mehrzahl von Batjan
(Holle), 'i'asnianien (Watkins) und aus Deutsch-Ostafrika, Kilwa
(Heimer) besitzt. Das $ von dentilinealis kommt, äufVrlich
betrachtet, dem der nächstfolgenden Art sehr nahe, dei-en ,j^ aber
grundverschieden von dem $ ist. In der Tijd. 27 1. c. initer-
scheidet H. Snellen nach dem verschiedenen Adernverkuif die
beiden Hymenoptychis- \\{cn in Abth. A. {sordida) und B.
(^dentiiinealis').
StcU. ciitoiiiol. Zeit. 1903.
Mr. Hampsou führt die Snellen'sche Art als ihm unbekannt
unter „Auctorum^' Tr. 1897 1. e. auf.
Epherema Snell. Tijd. 35 p. 170. Hamps. P. Z. S. 1898
p. 712 (sab: Sylepta Hb.).
Herr Snellen errichtete 1. c. diese Gattung auf die einzige,
nächstfolgende Art, welche im männlichen Geschlecht sehr aus-
gezeichnet ist durch den blatternartigen, mit runzeliger Membran
versehenen Eindruck in der Zelle, welcher den Verlauf der Adern
und die Form der Zelle bestimmt. Sehr bemcrkenswerth ist
auch der sehr schräge und sehr lauge Außenrand der Vorder-
flügel des r^, bei welchem dessen Außenwinkel ein ganz be-
sonders stumpfer ist. Das $ hat keine dieser Auszeichnungen.
— Herr Snellen stellt seine Gattung in die Nähe von Bradina Led.
und Ercfa AValk. — Mr. Hampson dagegen läßt sie als eigene
Gattung nicht gelten, stellt sie vielmehr in seiner Gattung Sylepta,
also als Pyraustine, unter Sect. VH, I, a. Ich schließe mich
auch hier der Snelleu'schen Auflassung an.
298. abyssalis Snell. Tijd. 35 p. 172 PI. 10 f. 11, 12.
1 ,^, 5—9/1897, Held; 2 $, F. 12/1894, D., von Soeka-
randa, sonst nocli 1 ,^ von St. Aignan (Meek) und 1 V v<»u
West-Java, Pengalengan (Fruhslorfer) im Mus. Stettin vorhanden.
Die Snellen'sche Beschreinung und die vortreffliche Ab-
bildung des o geben die Art gut wieder. Herr Snellen kannte
1. c. nur 2 q,^ aus Java, während Mr. Hampson die Art,
P. Z. S. 1898 p. 718, No. 45 sonst noch von Amboina und
Neu-Guinea aufführt. Die Zugehörigkeit unserer, von den q q
stark abweichenden VV ^vllrdc von H. Snellen festgestellt. Das
Mus. Stettin besitzt soni^t noch 3 $$ von den Fidji-Inseln (Ribbe)
bez. Java, Pekalongan (Spe^-er), welche von Herrn Snellen für eine
neue Art bei abyssalis erklärt wurden. Da uns aber das ,^
fehlt, lasse ich sie einstweilen außer Petracht.
Stelt. entomol. Zeit. 190a.
4G
Erilita Led. p. 426.
Lederer errichtete seine Gattung auf die einzige Art
modestalis Led. von Amboina, wclclic' in Sumatra liishcr noch
nicht gefunden -wurde. Das Mus. Stettin besitzt sie nur in Mehr-
zahl von Ost-Celebes, Tombugu (Kibbe), Nord-Celebes, Toli-Toh
(Fruhstorfer) und aus dem Neu-Guinea-Gebiet (C. v. Hagen, Mci'l<).
Mr. Ilampson hat daiui diese Gattung und Pleonectvsa Led.,
Pkysemalia Led., Trematarcha Mejr. und Epirhronisth Meyr.
unter dem Lederer\sehen Namen Bradina in eine Gattung ver-
einigt. Ich vermag hierfür keinen genügenden Grund zu erkennen
und verbleibe deswegen bei der Lederer^sehen Unterscheidung.
299. adhaesalis Walk. XVIIL ]>. 064. Moore Lep. G. IIL
m. 180 f. 14; Hamps. M. J. lY. p. 227. Id. Tr. 1897 p. 200.
1 $, F. 1/1895, D., sonst nur 1 $, AVest-Java, P^nga-
lengan (Fruhstorfer) im Mus. Stettin vorhanden, beide als diese
Art von Herrn Snellen anerkannt, -welcher sie als fragliche
Psara Snell. bezeichnete. Da wir das ,^ nicht ])esitzen, belasse
ich sie nach Mr. Hampsons Vorgang in der Gattung Erilita.
Von Sumatra ^\ urde die Art bislier nicht erwähnt.
Pleonectusa Led. p. 426. Hamps. M. J. IV. p. 226 (sub:
Bradina Led.). Id. Tr. 1897 p. 198.
Die Gattung scheint ganz besonders zahlreich an Arte;n
im australischen Gebiet vertreten zu sein. Das Mus. Stettin be-
sitzt außer den beiden nachstehend aufgeführten Arten namentlich
von Fi<IJi und den kleinen Inseln des Neu-Guinea-Gebiets noch
über zwanzig unterscheidbare, nur zum 'llu'il bisher benannte
Arten, während im indischen Gebiet erheblich weniger bisher
gefunden A\urden.
300. admixtalis Walk. Will. ]>. 6r).5; Moore L. C. III. ]>. 286
ri. 180 f. 13. Hamps. M. J. IV. p. 227; Id. Tr. 1897 p. 201.
— aodaHs Led. p. 426,
In Mehrzahl, F. 11 und 12/1894 und 1/1895, D., von
ötett. entomol. Zeit. 1903.
47
Soekai-anda, sonst von Ost-Celebes, Tombugu (Ribbe), Siid-
Celebes, Patunuang (Fruhstorfer), West-Java, Pengalengan (Fruh-
storfev), Fergusson J. (Mcek), St. Aignan (Meek) und Ceylon
im Mus. Stettin. Herr Snellen, der unsere Exemplare bestinaiite,
bemerkt Tr. 1890 p. (;24, daß tabidalh Led., welche Mr. Hampson
I. e. zu (tihnixtalis als Svnonym stellt, eine wohl unterscheidban;
eigene Art sei. Dementsprechend wird sich aiicli das dort an-
geführte A'erhreitungsgebiet beider Arten modiliciren müssen.
301. tabidalis Led. p. 426. Snelk Tijd. 27 p. 40; Id. l'r. 1890
p. 624. Id. M. S. n. p. 74.
3 $, F. 12/1894, D. und 5—9/1897, Held, von Soekaranda
im Mus. Stettin, sonst von Nord- und Süd-Celebes, Toli-Toli
(Fruhstorfer), Malacca, Perak, Madagascar und Fernando Po
(L. Conradt) im Mus. Stettin. — Herr Snellen führt sie eben-
falls von Sinnatra, s(l^^ ie von Celebes und Perak, und nach
Lederer von Amboina an. In frischen Exemplaren ist die Art
von der vorigen nicht schwer zu unterscheiden.
Piletocera Led. p. 431. Hamps. M. J. IV. p. 236; Id. Tr.
1897 p. 209.
302. aegimiusalis Walk. XIX. p. 929. Hamps. M. J. IV. ]>. 23G
lig. 142; Id. Tr. 1897 p. 212.
fcwomacidata Pagst. Nass. 37 p. 279 PL 7 f. 8.
1 o, F. 1/1895, L)., von Soekaranda, stimmt völlig überein
mit benannt erhaltenen Exemplaren von xlssam (Swinhoe) und
mit solchen von Süd-Celebes, Patunuang (Fruhstorfer). Von
Sumatra bisher noch nicht bekannt. Nächstverwandt mit ihr ist
Pil. Orientalis Snell. Tijd. 23 p. 233; Tijd. 27 j). 43 PI. 4
f. 3, 3a, welche das Mus. Stettin in mehreren Exemplaren, aber
nur von West-Java, Pengalengan (Fruhstorfer) besitzt.
303. sodalis Leech, Entom. 1889 p. 71 PI. 4 f. 6. Hamps.
Tr. 1897 p. 213, No. 21.
1 $, F. 1/1895, D., von Herrn Snellen als diese Art mit
Stott. entomo). Zeit. 1903.
48
dem Zusatz anerkannt, daß ev sie auch von Java besitze.
Hamps. 1. e. führt nur Japan und China als Heimath an, von
wo sie uns fehlt. Herr Snellen stellt diese und die nächstfolgende
Art zu Semioceros Meyr., eine Gattung, welche Mr. Hampson,
P. Z. S. 1898 p. 693 nach dem Vorgang von Moore, L. C. III.
p.273 lediglich als Sj-nonym bei seiner vielumfassenden Pj-raustinen-
Gattung Nacoleia Walk, auffuhrt.
304. chrysorycta Meyr. Tr. 1884 j). 320,
'Uontingena Moore L. C. III. p. 273 PL 179 f. 8.
Mehrere ,S und $, F. 12/1894, D., von H. Snellen als die
Meyrick'sche Art bestätigt, von Soekaranda, sonst noch von
NordCelebes, Toli Toli (Fruhstorfer) und von St. Aignan (Meek)
im Mus. Stettin vorhanden. Nach der Beschreibung und Ab-
bildung der Moore'schen Art will es mir scheinen, als a\) sie
mit der Meyrick'schen identisch sei; JMr. Ham])s., Tr. 1897
p. 213 führt beide getrennt auf. Für chrysorycta kennt er 1. c.
als Heimatli nur Australien, Mährend conlingens ebenda von
Indien, Ceylon, Buima und Borneo aufgeführt wird. Chrysorycta
Meyr. würde vermuthlich die Pridriiät l)ehalten.
Clupeosoma Snell. Tijd. 23 p. 203. Hamps. Tr. 1897 p. 21(3.
Hydro rtßina Hamps. M. J. IV. p. 239.
305. polusale Walk. XA'IU. p. 703. Hamps. M. J. IV. j). 239
lig. 144 (Hydrorybina). Swinh. Cat. Fast. Heteroc. 1900
1). 451 PI. 7 f. 20.
2 ,^ 3 ^\ F. 1/1895, D. und 5 — 9/1897, Held, von
Soekaranda und nur dorther im Mus. Stettin vorhanden. — Die
anfänglich erhalleni'u stark verletzten Exemi)Iare halten mich
durch ihre (^)ualilät veranlaßt, sie vorläutig als eine hellere Form
zu Hemiscopis stilftisaiis Walk. {Botys SticlIriiKiiii Snell.) zu
stecken, mit welchen ])oIi/sale eine entfernte Aelmlichkeit zeigt.
Ich Unterheß es denn auch, sie durch Herrn Snellen begutachten
zu lassen. Erst der Besitz von frischen Faltern belehrte mich
.Stett. entomol. Zeit. 1903.
49
und Mr. Hampson erklärte solche dann für die Walker'sche
Art, die nach seinen Angaben, Tr. 1897 i^. 217 eine weitere
Verbreitung hat. — Die Swinhoe'sche Abbildung giebt die Art
kenntlich wieder, nur ist bei unsern besterhaltenen Exemplaren
der Grundton dunkler und rüthlicher, während die Flügelaußen-
hälfte namentlich auf den Hinterflügeln wesentlich dunkler,
schwarzbraun mit violettem Ton erscheint.
Mabra Moore L. C. III. p. 280. Hami)s. M. J. IV. p. 240;
Id. Tr. 1897 p. 240.
30G. eryxalis Walk. XVII. p. 371. Moore L. C. III. p. 280, PI. 179
f. 4. Hamps. M. J. IV. p. 240 fig. 145. Id. Tr. 1897 p. 221.
Botys velatalis Snell. M. S. IV. p. 63 PI. 5 f. 4.
1 $, F. 12/1894, D., von Herrn Snellen selbst anerkannt
als seine velatalis; sonst noch 1 ,^^ völlig conform mit jenem
von China, Kaulun, F. 2/9. 1891 (Dr. SeitzJ. Sehr gut wird
die Art durch die Snellen'sche Abbildung M. S. IV. 1. c. wieder-
gegeben, nur daß ihre Grundfarbe, wie der Verf. Tijd. 41 p. 182
selbst bemerkt, zu hell citronengelb statt orangegelb gehalten ist.
Die sehr massive Moore'sche Abbildung der eryxalis 1. c.
erscheint namentlich durch die viel zu bläuliche Bestäubung beider
Flügel und das zu scharfe Hervortreten der Querlinien unnatürlich,
läßt aber trotzdem die Art erkennen.
3Ö7. obealis Snell. Tijd. 41 p. 181 PL 8 f. 11.
1 (^, F. 1/1895, D. Unicum. Die Art Murde 1. c. nach
diesem ,^ und nach 2 $$ von Tegal durch Herrn Snellen be-
schrieben. Trotzdem der Autor beim Vergleich derselben mit
der v(Mhergehenden ihre nähere Verwandtschaft mit dieser wegen
der anders gestalteten Palpen in Zweifel zieht, wozu auch noch
die beim ,^ beinahe nackten Fühler berechtigen, möchte ich sie
doch im Sinne der Hampson'schen Gaftungscharakterisirung von
Mabra Moore an dieser Stelle, wenigstens vorläufig, einfügen,
allerdings ohne die sonstigen Zugehörigen der Gattung in natura
zu kennen.
Stett. entoniol. Zeit. 1903. 4
50
Ambia \\'ulk. XIX. p. 957. Hauips. M. J. IV. p. 202. Id. Tr.
1897 p. 159.
Obwohl es mir zweifelhaft ist, ob nicht die unter Ambia
Walk, von Mr. Hampson, Tr. 1897 1. c. vereinigten Gattungen
z. B. Opisteideicia ^^'arr. und üligernis Me}^'. eignen Gattungs-
werth besitzen, wie dies auch die Benennung von Sect. II,
A und B andeutet, so lasse ich es für den Zweck dieser Arbeit
doch bei seiner Zusammenfassung.
308. poritialis Walk. XIX. p. 951. Moore L. C. III. PI. 179
f. 11. Hamps. M. J. IV. p. 206; Id. Tr. 1897 p. 164.
1 ,^ 1 $, F. 11/1894, D., wurden von Herrn Snellen als
hierher gehörig bestimmt. Wir besitzen die Art, welche auch
Hamps. von Sumatra erwähnt, sonst noch von West-Java, Pcn-
galengan (Fruhstorfer) und Xord - Celebes, Toli - Toli (fdem).
(^ und $ zeigen merkliche, anscheinend constante Verschieden-
heiten in Zeichnung und Färbung, welche ich in der Beschreibung
M. J. IV. 1. c. nicht erwähnt finde. Die Moore'sche Abbildung
giebt nach unserm Material das $ gut erkennbar wiedei".
309. lipocosmalis Snell. Tijd. 43 p. 286 PI. 16 flg. 4, 5
{Hydrocampa [A] Snell.).
1 ,^, F. 11/1894, D., von Soekaranda, im Mus. Stellin,
sonst mu- noch 1 $ von West-Java, Pengalengan (Fruhstorl'er).
Diese erst 1900 von Herrn Snellen 1. c. beschriebene und vor-
Irell'licb abgebildete Art hatte ich bis dubin unter Porilialis \\ alk.
als aberrante Form stecken, hege aber keinen Z\\ cilel. d-.iB es
die neue Snellen'sche Art ist.
310. iriusalis Walk. XVII. p. 434: Hamps. Tr. 1897 p. 165.
Mejr. {irialu\ Tr. 1894 p. 470.
1 ^, 15/2—15/4 1898, Held, Unicum, wurde uns von
Mr. Hampson als diese Art bestimmt, während sie Herrn Snellen
seiner Zeit unbekannt M'ur. Nach seiner Beschreibung und Ab-
ftftt. eiitüniol. Zeit. 100:!.
.Hl
bildung muß die von ihm Tijd. 43 (1900) p. 299 PI. 17 f. 4, 5
als neu beschriebene Mvsofima decoralis der Walker'schen Art
sehr nahe stehen, wenn sie nicht mit ihr identisch ist, was ich
naeli unserm Einzelexemplar aber nicht sicher behaupten kann.
Das Thier erinnert an Amhia ptolycnsalis Walk. ^= Coenosfola
eromenalis SnelL, welche das Mus. Stettin in Mehrzahl von
Süd-Celebes, Patunuang (Fruhstorfer), nicht aber auch von
Sumatra besitzt. Beiläufig wird letztere Art in der Hampson-
schen Arbeit zweimal, p. 160 zutreffend als Synonym zu
ptolycnsalis und p. 169 irrthümlich als Oligostigma erome-
nale Snell. aufgeführt. In der Tijd. 43 p. 297 stellt Snellen
neuerdings seine eromenalis zu Thysanoidma Hamps,, bemerkt
dazu jedoch, daß sie kleine Unterschiede von dem Gattungs-
tjpus zeige.
IriusaUa war bisher nur von Borneo und Pulo Laut be-
kannt. Snell. 1. c. beschrieb seine decoralis nach einem ,^ von
West-Java, Buitenzorg.
311. cataclystalis Hamps. Tr. 1897 p. 166.
3 ^ 4 $, F. 12/1894 und 15/2—15/4 1897, D., sowie
4 — 6/1898, Held, sämmtlich von Sumatra. Das ,^ wurde von
Herrn Snellen als Cataclysia spurcalis Snell. i. lit., das § als
ihm unbekannt bezeichnet. Mr. Hampsen, als Autor der Art,
bestimmte sie später unter vorstehendehi Namen. Sie bildet bei
Hamps. 1. c. als einzige Art die Sect. Hl. von Amhia mit „R. 3
und 4 gestielt; R. 11 vorhanden."
Das Thier macht als Amhia einen fremdartigen Eindruck
durch seinen gestreckten Flügelbau und die vier sammtschwarzen,
oben Aveiß umrandeten Augenflecke der Hinterflügel und erinnert
so durchaus an den Cataclysfa-Ty[nis.
Bisher nur von Pulo Laut vorhanden.
312. Dohrni nov. spec. PI. 1 f. 30.
1 ?, Ihiicum, F. 1/1895, D., wurde s. Z. von Herrn
Stett. pntoniol. Zoit. 190:!. 4"-
52
Snellen ohne weitere Angabe über ihre Gattungszugehörigkeit,
weil CS ein $ war, als ihm unbekannt bezeichnet. Mr. Hampson,
welcher das Thicr später ebenfalls sah, bemerkte dazu: ^^Amhia
spec, near cataclystalis Hamps.^' Das Exemplar ist kleiner
(15 mm Flügelspannung) als unser kleinstes cataclijstalis-^
(18 mm) und von letzterer Art wesentlich unterschieden durch
seine klare, hellschwefelgelbe Grundfarbe beider Flügel, nament-
lieh der Hinterflügel, welchen die trübe, dichte liesläubung ganz
fehlt, die cataclystalis dort zeigt. Von dieser hellen Grundfaibe
heben sich am Außenrand der Hinterflügel die tiefschwarzen sehr
großen (größer als bei cataclystalis), an die Cataclysten erinnern-
den Saumflecke ganz besonders scharf ab; sie sind auch anders
geformt und gestellt als bei jener.
Kopf und Thorax schwefelgelb, Abdomen hell gelbgrau,
das erste Segment rein weiß, ebenso Stirn und Palpen. Grund-
farbe beider Flügel hellsehwefelgelb, der Costalrand des Vorder-
flügels bis zur Flügelmitte dunkelbraun bestäubt, auf fast Zwei-
diittel des Costalrandes ein unregelmäßiger dunkelbrauner Fleck.
Auf ein Viertel der Vorderflügellängc eine unregelmäßig begrenzte
und ungesäumte weiße Querbinde, welche sich in derselben Farbe
auf dem Hinterflügel fortsetzt, wo die Basis des letzteren etwas
dunkler (bräunlich) als die Grundfarbe erscheint. Auf Zwei-
drittel der Vorderflügellänge eine schräge und breite, in ihrer
Mitte durch die gelbe Grundfarbe unterbrochene schneeweiße
(Juerbindc. deren hinterer mehr silbergrau gefäibter Theil, am
Außenwinkel endigt; diese Querl)inde ist beiderseits, außen stärker
als innen, jjräunlieh gesäumt, der Saum am Beginn auf der
Außenseite am Costalrand fleekartig, dann mit einem scharfen
"Winkel nach innen gebogen. Ein zweiter ebenso breiter, mehr
steil als schlag gestellter, beiderseits braun gesäumter Keilfleck
reicht nur bis zur Flügelmitte. In der Flügelspitze zeigt sich
ein dunkler brauner Fleck. Die nur tlieilwcise ei-haltenen Fransen
scheinen graubi'aun mit (huikler Theilungslinie gefärbt zu sein.
Der Hinterflügel bat iiiir in seiner Innenhälfte und am
iStctt. ciUomol. Zeit. 190;!.
53
Außfinand, hiei- etwas dunkler orangegelb gelarbt, und um die
Flügclspitze herum die Grundfarbe der YorderflUgel, der übrige
Außentheil desselben ist weiß, am reinsten vor und zwisehen den
Außenrandspunkten. Außer der vom Yorderflügel aus sich fort-
setzenden, am Innenrand vor dem Analwinkel endigenden matt
weißen Querbinde, welche ohne dunklere Einfassung sich nur
imbestimmt von der Grundfarbe abhebt, liegt am Flügelaußen-
rand, au den Anah^inkel anstoßend ein lebhafter weiß gefärbter
Keilfleck, wie ihn ähnhch, aber dunkel gesäumt, an gleichei-
Stelle auch cataclystalis zeigt. Auf dem weißen Flügelaußen-
theil markiren sich zwei feine, im Ganzen parallel laufende
schwarzbraune Zackenlinien, welche in Höhe der Flügelspitze
eine keilförnn'ge, vorn abgerundete Ausladung zeigen. Die innere
dieser Parallellinien endigt schon auf R. 3, während die äußere,
in ihrem letzten Theil nach außen umgebogen die schwarzen
Randpunkte umfaßt. Die letzteren nun, drei größere und jeder-
scits neben ihnen ein kleinerer, von unregelmäßiger, im Ganzen
viereckiger Gestalt, sind an ihrer Basis durch die gelbe, nach
innen zu durch die schneeweiße Grundfarl)e von einander ge-
trennt, einfarbig sammetschwarz, also nicht wie bei cataclysfalis
in der Mitte weiß durchsetzt. Die Franzen sind im Flügelaußen-
theiJ und um die Flügelspitze breit dunkelgraubraun mit violettem
Perlschimmer, ihre Spitzen scharf abgesetzt hellsill)eigrau. Bei
cataclysfalis sind diesell)en hier (was in der Hampson'schen
Originalbeschreibung nicht erwähnt ist) viel intensiver rosa-
metallisch glänz(:'nd mit schärferer Theilungslinie und zweimal
breit schwarz, gewissermaßen in Fortsetzung der mittleren Rand-
punkte, durchschnitten. — • Der ganze Hinterflügelinnenrand ist
l)ei Dohrni hellgelblichweiß.
Noch mehr als cataclyslalis erinnert diese Art an gewisse
Cataclvsten, so namentlich an inaiirata Cram. PI. 359 f. G.,
von welcher das Mus. Stettin 1 $ von Demerara (\Aatkins)
besitzt.
Stett. entomol. Zeit. 11)03.
54
Cymorrhiza Gu. p. 271. Hamps. M. J. IV. p. 200- Id. Tr.
1897 p. 156.
313. irrectalis On. p. 272. Hamps. M. ,T. IV. p. 201- Id. Tr.
1897 p. 157.
1 ^, F. 4-6/1898, Held, Unicum. Das Exemplar wurde
uns erst neuerdings als zu der Guen^e'schen Art gehörig von
Mr. Hampson bestimmt; wir besitzen diese sonst nicht.
Mr. Hampson macht 1. c. darauf aufmerksam, daß die Guenee'sche
Abbildung PI. 9 f. 4 nicht zu seiner Beschreibung gehört, son-
dern die Walker'sche Art ustalis (Walk. XXXI V. p. 1529)
darstellt. Der Unterschied beider Arten ist, wenn man die
echte irrectalis Gn. mit der Al>bildung vergleicht, sofort in die
Augen springend. — Die „glandulär swelhng on costa, just beyond
the middle" (Hamps.) hat irrectalis mit Mvsotima incrtistalis Snell.
gemeinsam, welche in der Tijd. 38 p. 159 mit nach 1 q des
Mus. Stettin von West-Java, Pengalengan (Fruhstorfer) beschrieben
wurde. Wir erhielten von letzterer Art später noch ein geringeres
(^ von Fergusson J. (Meek), welches mit dem Javaner völhg
übereinkommt.
Parthenodes Gn. p. 272. Ilamj.s. M. .1. IV. j). 216; Id. Tr.
1897 p. 181.
Led. ]). 449 kannte diese Gattung nicht in natura und
charakterisirt sie in Folge dessen nur sehr allgemein nach den
Guenee'schen Angaben. Ihre Unterscheidung hat erst Mr. Hampson
in den beiden citirten Arbeiten gegeben.
314. exsolvalis Snell. M. S. lA^ p. 76 {Hydrocampa'). Id. Tr.
1890 p. 638; Id. Tijd. 38 p. 156 PI. 6 f. 13, 14.
Die Art wurde von Herrn Snellen ursprünglich nach einem
Sumatraner und einem Javaner Exemplar beschrieben. Wir be-
sitzen sie von Sumatra nicht, dagegen 1 rj 2 $$ von West-Java,
Pengalengan (Fi uhstorfer), welche von Herrn Snellen als seine
Art anerkannt wurden. Sie stimmen gut mit der Snellen'schen
Beschreibung und Abbildung überein.
Stett. cntomol. Zeit. 1903.
55
Herr Snellcu l'ülii-l in der Tijd. 38 1. c. und in den Tr.
1890 p. 638 als Sjnonvin seiner Art Cymoriz-a inextricata Moore
und C. rirularis Moore, Iieide in den Lep. Atk. beschrieben
und abgebildet auf. Von diesen scheidet Mr. Hampson M. J. IV.
p. 218 inextricata in Sect. II, Paracyinoriz-a Warr. von Par-
thenodes ixU gute eigene Art aus, beläßt aber ebenda p. 217
Cym. rivularis als Synonym bei exsolt'alis Snell. — Wir be-
sitzen außer der eigentlichen exsolvalis auch ririilariü Moore
vom Himalaja, Kuln (Swinhoe) und inextricata von Assam
(Idem) und ich hege danach keinen Zweifel, daß beides gute,
von exsolralis Snell. und unter sich verschiedene Arten sind.
Rimdaris namentlich, welche Moore 1. c. f. 8 nach dem $ recht
gut wieder gegeben hat. unterscheidet sieh von exsolt'alis sofort
durch den ganz andern Flügelschnitt beider Flügel. Ihr fehlt
gänzlich die scharf hervortretende, stumpfwinklige Ecke der
Vorderflügel; auch ist die Zeichnungsanlage eine ganz ver-
.schiedene. Inextricata dagegen, welche in tig. 7 gut wieder
gegeben ist, steht durch ihren Flügelschnitt und die Zeichnungs-
anlage der exsolralis bedeutend näher. Da wir von ihr aber
lun- ein $ besitzen, kann ich nicht sagen, ob die Hampson'sche
Unterscheidung seiner Sect. I, Paracijtnoriza, wozu er inextricata
stellt, im Gegensatz zur echten exsolvalis, welche in Sect. II,
Parthenodes, steht, für unsere Assamart zutrefFend ist, nämlich
das Vorhandensein oder Fehlen einer Falte mit Haarfranzen an
den Mitteltibien resp. einer Haarflocke an den Hinterhüften des
,^. Immeihin hielt ich es für geboten, hier P. exsolvalis Snell.
ohne die beiden Citate und entsprechend auch ohne Angabe
ihres Verbreitungsgebietes aufzuführen.
Beiläufig möchte ich noch erwähnen, daß ich Part It. albi-
f'ascialis Hamps. (111. Vlll. p. 140 PI. 156 f. 1, 9) von Assam
nicht für identiseh ansehen kann mit Hydroc. pltlegetonalis Snell.
(Tijd. 38 p. 155 PI. 6 f. 9, 10), wie Mr. Hampson Tr. 1897
p. 183 No. 13 es will. Wir besitzen beide Arten, plilegc-
tonalis Snell., von dem Autor selbst beglaubigt, aus Java (Fruh-
Stett. cutomo). Zeit. 1903.
56
storfer) und albifascialis aus Assani (Swinlioe). F^rsteiv stimmt
sehr gut mit der Abbildung (PI. 6 f. 9) übcicin und scheint
mir wesentlich untersejüeden von der Hampson'schen Art zu sein.
Oligostigma (in. p. 260. Snell. Tijd. 19 j). 186. — Afda-
codes Hamps. M. J. IV. p. 212. Id. Tr. 1897 p. 171
(Äulacodes Gn. Hamps. ex parte).
Lederer hatte in seiner Pjraliden-Arbeit von 1863 die
Guenee-sche Gattung mit Hydrocampa vereinigt, während Snellen
Tijd. 19 1. c. sie in seiner monographischen Bearbeitung als
gute eigene Gattung wiederherstellte und die ihm damals be-
kannten Arten eingehend beschrieb und abbildete. Diese ver-
dienstvolle Leistung wird in den beiden citirten Arbeiten von
Hampson ganz außer Acht gelassen und er substituirt — im
Ganzen beurtheilt — dem von Snellen wiederhergestellten Gnenee-
schen Namen Oligostigma den gleichfalls Guenee'schen Aulacodes,
deren tj^pische Art aechmiaJis Gn. aber mit Oligostigma, wie
sie Snellen 1. e. nach drei Guen^e'schen Arten unter Ausscheidung
von juncealis Gn. charakterisirt, nichts zu thun hat. Gerade diese
juncealis Gn. hingegen wird von Hampson, vermuthlich weil sie
unter Oligostigma als erste figurirt, als die typische angesehen
und die übrigen drei zu Aidacodes gerechnet. Ich kann auch hier
mich nur dem holländischen Forscher anschließen, der m. E. damit
mehr den Sinn des von Guenee Beabsichtigten gt^troffen hat.
Beiläufig halte ich es nach meinen Erkundigungen nicht
für zwingend nöthig, den Guenee'schen Gattungsnamen, als
ein Syntheton von Stigma, generis neutrius zu behandeln und
belasse es daher, im Gegensatz zu Mr. Hampson, bei der
bisherigen Gepflogenheit. -') Neuerdings hat Mr. Swinhoe
■•■) Zur Begründung- meiner Meinung will ich nur anführen, daß
der Grammatiker Priscianus (ca. 526 p. Chr.) in seinen Institntiones
grammaticae, Buch VI cap. 7 sagt:
„Neutra eiusdem terminationis Graeca sunt et addito „lis" faciunt
genetivum, ut . . . „hoc poema, huius poematis." Haec tarnen anti-
quissimi secundum primam declinationem saepe protule-
runt et generis feminin i, ut Plautus in Amphitryonc (116 ff.)
Slett. entomol. Zeit. 1903.
57
Cat. East. Heteroc. 1900 p. 441 sqq. hier wieder neue Be-
nennungen eingeführt: mit welclieni Recht, lasse ich dahin ge-
stellt sein. Er läßt das Guenee-sche Genus Aulacodes unter
Hinzurechnung von Ihjdro'phijsa als amerikanisches in Geltung,
substituirt dann dem Hampson'schen Namen Aulacodes einen
neuen Eoophyla und zweigt davon für gibbosalis Gn. (welche
Art er bedingungsweise für identisch mit plicatalis Walk. XXXIV.
p. 1332 ansieht) die Gattung Theila ab. Auch hier wird also
die Snellen'sche Arbeit nach ihrem systematischen Werth unbe-
rücksichtigt gelassen.
315. crassicornalis Gn. p. 2til. Snell. Tijd. 19 p. 194, 203;
PI. 9 f. 8a— e. Hamps. Tr. 1897 p. 172.
Nur 1 -?. F. 1/1895, ist von Soekaranda im Mus. Stettin
vorhanden und von Herrn Snellen als zugehörig anerkannt. Wir
besitzen die x4rt sonst zahlreich (jedoch nur 2 o<^ darunter)
von Süd-Celebes, Patunuang (Fruhstorfer), West-Java, Pengalengan
(Idem), Lombok, Sapit (Idem), während Hampson 1. c. sie nur
von Java aufführt, von wo auch Snellen 1. c. sie beschrieb und
abbildete. Die Art variirt nicht unerheblich, wie schon Snellen 1. c.
hervorhebt, namentlich auch in der Größe. Unser Sumatra-
Unikum ist das kleinste von allen Exemplaren und kaum halb
so groß wie das größte Java-?.
316. sejunctalis Snell. Tijd. 19 p. 207 PL 9 f. 11. Id. M. S. IV.
p. 77. Hamps. M. J. IV. p. 213. Id. Tr. 1897 p. 175 (Aulacodes).
Cataclysta delicata Moore L. C. III. p. 556 PI. 215 f. 8.
Diese, von Snellen 1. c. aus Nord-Indien beschriebene, später
„cum scrvili schema>' pro „schcmate'^ Pompoiiius in Satura: ..Cuiusvis
leporis Liher diademam dcdit", pro ..diadema-. Speziell für' stigma sagt
in dem Roman des Petronius, C'ap. 45 der Lumpenhändler Echion:
„Itaque, ([uamdiu vixerit, habebit stigmam, nee iL am nisi Orcus delebit'^.
— Mir war es aurtallig, daß ein so gewiegter Philologe, wie P. C Zeller,
die Gattungsnamen Ccrosfnma und OUgostifjnia unbeanstandet als Feminina
beließ. Gewiß wird ihm die cilirte Stelle aus Priscianus dazu ^■er-
anlassung gegeben haben.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
58
aiuii von Sumatra, Alahau pandjang in einem Exemplar erhaltene
Art besitzt das Mus. Stettin nicht von Sumatra, sondern nur in
3 Exemplaren von Darjeeling (v. Hedemann).
Die Moore'sehe Abbildung seiner Catacl. delicata 1. o.
läßt kaum ahnen, daß sie die Snellen'sche Art darstellen soll,
welche in der Tijd. 19 1. c. reeiit gut, wie die Mehrzahl der
dort abgebildeten Arten, Aviedergegeben ist.
317. hamalis Snell. Tijd. 19 p. 199 PI. 8 llg. 4a— e. Id. M. S.
lY. p. 77. — Hamps. M. J. IV. p. 214; Id. Tr. 1877 p. 175.
— ? Cataclysta ochripicta Moore (nee ochreipicta Mevr.)
Lep. Atk. p. 409.
Die Art wurde Tijd. 19 1. c. nach 1 ,^ von Nord-Indien
beschrieben, dann in M. S. lY. 1. c. auch als von Sumatra
erhalten (ohne nähere Ortsangabc) bezeichnet. Das Mus. Sfettin
besitzt sichere Exemplare dieser Art nicht, über die ich denn
auch nicht im Klaren bin. Als ochripicta Moore erhielten wir
1 Assam-Q (Swinhoe) benannt, welches völlig identisch ist mit
zahlreich von Darjeeliug (Fruhstorfer) erhaltenen Exemplaren,
die Avieder mit ebendaher stammenden anderen identisch sind,
welche alier Herr v. Hedemann uns mit der Snellen'sehen Be-
merkung sandte: ^^Oligost. simplicialis Snell. aber kleiner und
dunkler als die Javanei". Wir besitzen nun ein von Herrn
Snellen beglaubigtes Pärchen der 0. siinjjIiciaUs von Java, Pen-
galengan (Fruhstorfer), welches — auch von der Größe und
Färbung abgesehen — wesentlich unterschieden ist von dem als
ochripicta erhaltenen und von den mit ihnen identischen Dar-
jeeling-Faltern. Das Java-Pärchen stimmt durchaus mit der
Snellen'schen Beschreibung der simplicialis überein, welche aller-
dings mich einem alten und schlecht gehaltenen ,^ gemacht
wurde. \on der Abbildunc,- säet der Autor selbst, daß sie nicht
gelungen sei.
PjS mag hier noch erwähnt sein, daß auch bei andern
Arten von Oligostigma noch Unklarheiten existiren. So sandte
fitott. cntomol. Zeit. 1903.
59
ich an Mr. Hampson 1 q von 0. adjvncialis SneJl. (Tijd. 38
}). 158) für das B. M., weil er die Art als ihm in natnra un-
bekannt Tr. 1897 p. 171 unter „Auetor um'-' auüiihrt. Er be-
merkte dazu: y^Aulacodes aiireolalis Hamps. nee Snellen; we
have not got the true aitreolalis.'-'' — Von adjuncfalis kannte
Snell. 1. c. nur das q; erst später sah und beglaubigte er uns
auch 1 $, Unicuni, von Süd-Celebes, Patunuang (Fruhstorfer),
während wir das ,^ von Lombok, Sapit (Idem), West-Java,
Pengalengan (Idem) und von Flores (Idem) besitzen. — Die
wirkliche Aureolalis Snell. aber (Tijd. 19 p. 200 PI.« 8 f. 5a— c),
welche das Mus. Stettin wieder in drei von Herrn Snellen an-
erkannten Exemplaren (1 q 2 $$) von West-Java, Pengalengan
(Fruhstorfer) besitzt, ist eine ganz andere Art, als adjiinctalis,
so daß hiernach die Svnonjmie in den Tr. 1897 zu berichtigen
wäre. — Das gleiche gilt von Ölig, qtiinqitalis Snell., wovon
ich aus dem gleichen Grunde an Mr. Hampson 1 $ sandte und
dazu die Bemerkung erhielt: „=; Anlacodes argyropis Meyr.'' —
Danach wäre argyropis als der später publizirte Name Synonym
zu qvinqualis. aber keinenfalls umgekehrt, wie es nach der vor-
stehenden Bemerkung den Anschein haben könnte. Wir besitzen
quinqualis in Mehrzahl von Arn (Ribbe), West-Java, Pengalengan
(Fruhötorfei-), Nord- und Süd-Celebes (Idem), aber nicht auch
von Sumatra.
318. falcatalis Snell. Tijd. 43 (1900) p. 287 PI. f. 7, 8.
Im Mus. Stettin sind 1 ,^ 3 $$ von Soekar., F. 1/1895, D.,
und 4 — 6/1898, Held, vorhanden, welche Herr Snellen mit diesem
Namen versah und dazu bemerkte: „auch von Java.'' Die Be-
sehreibung und Abbildung wurde von ihm neuerdings ebenso
wie die der nächstfolgenden All 1. c, gegeben.
319. excisalis Snell. Tijd. 43 (1900) p. 289 PI. 16 f. 9.
wovon das Mus. Stettin 1 S i $, ^^' 12/1894, D., von Soekar.
besitzt. Auch diese Art soll nach Snellen in Java vorkommen.
Stett. cntoniol. Zeit. 1903.
60
32(». parvalis Mooir P. Z. S. 1877 j.. (>1(>. Ilamps. ]\1. .1. IV.
1). 209; Id. Tr. 1897 p. 168.
1 $, Unicuin. F. 1/1895, D., von Soekaranda vövliandeii,
sonPt nirgendwoher im Mus. Stettin. — Die Art war Herrn
Snellen s. Z. unbekannt; er bemerkte dazu nur, daß sie von
falcafalis Snell. verscliieden sei. Später versali Mr. Hampson
uns das Thier mit dem Moore"schen Namen. Nach dem letzteren
Autor ist die Art bisher nur von den Andamanen und von
Borneo bekannt.
321. hapilista Swinh. Tr. 1892 p. 20 PL 1 f. 11. Hamps.
M. J. IV. p. 207; Id. Tr. 1897 p. 168.
2 ,^,^, F. 4—6/1898, Held und 1 $, F. 15/2—15/4 1897,
D., von Soekaranda vorhanden. Herr Snellen erklärte un:? ein
ihm eingesandtes Pärchen hiervon als eine ihm unbekannte
Oligostigma, während Mr. Hampson sie als hapilista Swinh.
benannte, die bisher nur von Assam bekannt war. — ■ Ein früher
erhaltenes $ von Khasis (Heyne), welches Herr Snellen ebenfalls
als ihm unbekannt bezeichnet hatte, weicht nicht unwesenthch
von den Sumatranern ab. Letztere sind merklich kleiner, ihre
orange Grundfarbe ist bedeutend heller, als die des Assam-
Exemplars, bei welchem ferner der dunkle, Zellenfleck, den auch
die Swinhoe\sche Abbildung zeigt, nicht erkennbar ist; auch ist
bei dem letzteren die ganze Basis beider Flügel, die des Vorder-
flügels bis fast zur Mitte tief dunkelbraun und matt bestäubt.
M^ährend diese Bestäubung bei den Sumatra-Thieren sieli kaum
mehr als bei bifurcalis Pryer bemerkbar macht. Da aber der
charakteristische Flügelschnitl, namentlich der Hinterflügel, auch
unter deren Spitze sowie die gesammle Zeichnungsanlage bei
beiden Formen die gleiche ist, mir auch keine sonstigen nord-
indischen Exemplare für den Vergleich zu Gebote stehen, so
m()chte ich die Sumatraner zunächst nur für eine kleinere und
hellere Territorialform ansehen.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
61
Nymphula Schrank, F. B. II p. 162. Mejr. Tr. 1890 p. 465.
Hamps. M. J. lY. p. 191; Id. Tr. 1897 p. 138. Parapotjux Hb.
VcTZ. p. 362. Led. p. 452. Sncll. M. S. IV. p. 76. Hudro-
rampa Latr. F. N. j). 478. Gn. p. 273. Led. p. 451.
önell. M. S. lY. p. 75.
Ledercr hat den Oatliinp,siiainen Schrank's als ältesten (1802)
o-anz außer Aeht «elassen und der Stand inoer-Woeke-sche Catalog
von 1871 ist ihm darin gefolgt. Er \\ ird zuerst wieder zur
Geltung gebracht in der Meyrick'seheu Classifikatiou der
europäischen Pjralidinen Tr. 1890 j). 465, an Stelle von
Parapoynx Hb. (1825) und noch getrennt von Hydrocainpa Latr.
bez. Gn. — Mr. Hampson vereinigt dann unter Nytnphula beide
Gattimgen sowie Synclifa Led. und einige neuere. Nach dem
von Lederer sowohl als auch Mevrick über die resp. Gattungs-
werthe Gesagten dürfte diese Vereinigung wohl ihre Berechtigung
haben und so zu idlgemeiner Geltung gelangen. Dies ist denn
auch in der neuen Aullage des Staudinger'schen Catalogs, 1901 II,
p. 48 geschehen.
322. fluctuosalis Z. CanV. p. 27. Hamps. M. J. lY. p. 193;
Id. Tr. 1897 p. 143. Parapoynx liiiealis Gn. p. 271; Snell.
M. S. lY. p. 76. ? aptalis Led. p. 485.
Die weitverbreitete Art führt H. Snellen schon in seineu
M. S. 1. c. als auf Sumatra vorkommend auf; das Mus. Stettin
besitzt von Soekaranda nur 1 ,^ 1 $, F. 1/1895, D., während
sie sonst zahlreicher in ihm von China (Dr. Seitz), Tonkin,
Mt. Mauson (Fruhstorfer), Java (Idem u. Stgr.), Borneo (Stdgr.)
und Ge.ylon (Heyne) vorhanden ist. Das ,^ scheint konstant
kleiner und seltener zu sein als das $.
323. unguicalis Snell. M. S. lY. p. 77.
Die Art wurde 1. c nach 1 ,^ von Sumatra mid 1 $ von
Java beschrieben. Yon Soekaranda erhielten wir sie nicht, auch
besitzt das Mus. Stettin sie sonst nicht. Mr. Hampson führt sie
Tr. 1897 p. 146 als ihm unbekannt unter „Auctorum^' auf.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
324. fregonalis Sncll. Tijd. 23 p. 241; Id. 27 p. 48 PI. 4 f. 12.
Herr Snelleu beschrieb diese Art an erstgeuannter Stelle
nach fünf Celebes-Exemplaren, erwähnt sie in der Tijd. 27 1. c.
aber auch als in einem heller weißen ,^ von Sumatra (Padang)
erhalten. Das Mus. Stettin besitzt sie in Mehryjihl, vom Autor selbst
beglaubigt, von Java, Pengalengan (Fruhstorfer). Mr. Hampson,
welcher sie als dem B. M. fehlend (sie figurirt Tr. 1897 unter
„Auctoiuni^') für letzteres von uns erhielt, erklärte sie dann für
crhonalis Walk. XIX. p. 961, zu welcher er Tr. 1897 p. 141
auch Parapoynx hebraicalis Snell. und nnjina Meyr. (Tr. 1885
p. 432} als Svnonym stellt. Nach der Hampson'schen Beschreibung
und Abbildung von crisonalis, 111. IX j). 170, PI. 174 f. 8 und
nach dem im Mus. Stettin vorhandenen Material von allen ge-
nannten Arten bin ich mit Herrn Snellen der Ansicht, daß die
ihm in natura unbekannte crisonalis eine andere Art sein
muß, als fregonalis Snell. sowohl, als auch hebraicalis Snell.
und niyina Meyr. Von letzterer besitzen wir 2 Pärchen aus
Nord- Australien, Coomoo (Watkins). Keine der genannton Arten
kann als „duU brown^' bezeichnet werden und mit der citirten
Abbildung, welche diese Färbung zeigt, kommt ebenfalls keine
von ihnen überein.
32."). hebiaicalis Snell. Tijd. 23 j). 240; Id. 27 p. 48 PI. 4 f. 11.
1 $, F. 11/1894, D., von Snell. als diese Art beslinunt,
weicht wesentlich, wenn auch das Exemplar al)geilogen ist, von
fregonalis ab. Die Unterschiede beider werden durch die beiden
citirten Abbildungen gut kenntlich gemacht. Allerdings besitzen
wir Exemplare von fregonalis, welche merklich dunkler gefärbt
sind, als das abgebildete, aber auch ebenso belle und alle zeigen
wesentliche Zeichnungsunterschiede von hebraicalis.
32G. diminutalis Snell. Tijd. 23 p. 242; Id. 27 p. 48, PI. r, f. 1.
— Hamps. M. J. IV. j). 193; Id. Tr. 1897 p. 142 No. 24.
Mehrere ,^ und $, F. l|189a, D. und 4— G/1898, Held,
von Soekaranda und sonst noch von Lombok, Sapit (Fruhstorfer)
Stett. entomol. Zeit. 190a.
63
und Java, Pengalengan (Id.) im Mus, Stettin vorhanden und
von H. Snellen anerkannt. Die Snellen'sche Abbildung 1. e.
läßt das Thier wesentlich bunter, als unsere sämmtlichen Exem-
plare erseheinen, welchen letzteren namentlich die intensiv gelbe
Färbung ganz fehlt. Sie ist bei ihnen nur als ein mattes und
schmutziges Graugelb angedeutet, das aber auch nicht so lebhaft
auftritt wie bei der mit ihr in der Originalbeschrcibung ver-
glichenen distin Cialis Snell. (^endoralis Walk.), welche das Mus.
Stettin in Mehrzahl aus Argentinien, Monte Video (Dr. Seitz)
besitzt und die im Ganzen auch merklich größer ist. — Auch
die australische dicentra Mejr., wovon im Mus. Stettin zwei
Pärchen von Coomoo (Watkins) vorhanden sind, steht der
SnelU^rschen Art ziemlich nahe, zeigt aber doch sehr wesent-
liche Unterschiede, u. A. auch in der bedeutenderen Größe,
namentlich der .9$.
327. depunctalis Gn. p. 272. Hamps. M. .J. IV. p. 195; Id. Tr.
1897 p. 144. — stagnalis Z. CatVr. p. 26.
Die besonders weit verbreitete Art erhielten wir von
Soekaranda in mehreren Sendungen, namentlich F. 1| 189.5, I).,
jedoch fast ausschließlich in weiblichen Exemplaren.
Mr. Hampson hat den älteren Zeller'schen Namen stagnalis
als Synonym zu dem jüngeren Guenee'schen g(!stellt wegen der
Namensälinliehkeil mit der europäischen staijnata Don., welche
letztere Lederer p. 451 noch als Hydrocampa rangirte, wäh-
rend er depunctalis Gn. als ihm in natura unbekannt, ebenfalls
als hydrocampa, getrennt \'on Parapoynx staynalis Z. aidführt.
Aon Sumatra linde ich die Art l)islier nicht erwähnt; den
Hani])son'schen Angaben über ihre Verbreitung kann ich nach
dem Material des Mus. Stettin hinzufügen: Formosa, 1 $
F. 24/8 1891 (Dr. Seitz) und Süd-Celebes, Patunuang (Fruhstorfer).
328. responsalis Walk. XXXI V. p. 1326. Hamps. M. J. IV.
p. 192; Id. Tr. 1897 p. 141.
Hydrocampa diffualis Snell. M. S. IV. p. 75.
Die Art Murde von Herrn Snellen 1. c. nach zwei Suma-
Stett. crtoniol. Zeit. 1903.
64
traner Exem[)laren und solchen von Java und Celebes besehrieben;
ein $ des Mus. Stettin, F. 12/1894, D., bestätigte er dann als
seine Art. Kino kleinere und etwas abweichende Form erhielten
wir später in einem Päreben von Caicutta (Swinhoe) als
responsalis Walk. Mit ihr komnjon Exemplare von Nord-
Celebes, Toli-Toli (Fruhstorfer) und West -Java, Pengalengan
(I(k'Mi) völlig überein, während solche von Süd-Japan (Stichel),
Lombok, Sapit (Fruhstorfer), West-Celebes, Tombugu (Ribbe),
aber auch von West-Java, Pengalengan (Fruhstorfer) durch erheb-
lichere (iröBe und dunklere bräunlichere Bestäubung der Vorder-
flügel merklich \'on Jenen abweichen. — Da Mr. Ilampson
diffualis Snell. als ihm unbekannt unter ,. Auctorum^' aulVührt,
sandte ich ihm l'iir das B. M. beide Formen zu und er erklärte
darauf die kleinere für die Swinhoe'sehe var. enixalis (hopteryx,
P. Z. S. 18(85 ]». 434), die größere und bräunUchere von Ja})an
dagegen für die typische responsalis Walk. — Ich vermullie
nach unserm Material, daß es ^^ich bei bei(h'n Formen mehr um
sok'he banck'It, die von der Jahreszeit als von den Lokalitäten
bestimmt werden.
Pterygisus Butk Tr. E. S. L. 1886 p. 429. Tncll. Tr. 1890 j). 638.
hopteryx Gn. p. 227. Led. p. 449 (nom. praeoec.)
329. foedalis Gn. p. 228 PI. 4 f. 7. tenellalis Gn. p. 228.
Hydrocampa scitalis Led. p. 451.
In Mehrzahl imd aus verschiedenen Jahren von Soekaranda,
zum 'l'heil in besonders dnnkelgefärbten und lebhaft gezeichneten
Exemplaren erhalten; sie kommen darin mit solchen von den
Fidji-Inseln (Hibbe) überein, während unsre Darjeeling-Exemplare
(Fruhstorfer) ebenso wie die von West-Java, Pengalengan (Idem)
größer und matter gefärbt sind. Die merklich kleinere und
auch sonst etwas abweichende Form tenellalis Gn. aus Ci-ntral-
und Südamerika könnte füglich als solche unter diesem Namen
bestehen bleiben; wir besitzen sie namentlich von BrasiHen,
Esf»irtu Santo (Fruhstorfer) und von Demerara (Watkins).
Stett. entomol. Zoit. 1903.
65
Mr. Humpson rechnet die Art in den U. 3. IV. p. 192
und Tr. 1897 p. 140 als Nymphula; auch kann ich nicht her-
ausfinden, ob und wo er die Gattung Plerygisus als solche
gelten läßt oder nicht, während Herr Snellen Tr. 1890 1. c. sie
getrennt bei Hydrocampa Latr. aufführt.
Von Sumatra scheint die Art bisher nicht bekannt zu sein; sie
fehlt so auch u. A. in den Snellen'schen Angaben, Tijd. 27 p. 47.
Cataclysta^lb. Vcrz. p. 363. Lcd. p. 453. Hamps. Tr. 1897
p. 147.
Die Zahl der bisher auf Sumatra gefundenen Caiaclysia-
Arten ist sehr gering im Vergleich sowohl mit Indien als mit
anderen Tropeuländern, von denen Central- und Südamerika ganz
besonders reich daran sind. Da aber die Thiere, nach Analogie
unserer lemnata L. zu urtheilen, in ihrer Biologie wohl auf Sumpf
resp. stehendes Wasser angewiesen sind, so scheint mir damit
schon eine Erklärung geboten zu sein, warum sie in so väelen
Exotensendungen ganz fehlen oder nur sehr spärlich vertreten sind.
380. vestigialis Snell. M. S. IV. p. 78; Id. Tijd. 27 p. 50.
Trotzdem Herr Snellen 1. c. diese Art als von verschiedenen
Gegenden Sumatra's erhalten bezeichnet, sie auch von Java und
Celebes aufführt und die Bemerkung ,.Sohijnt gemeen^' hinzufügt,
erhielten wir dieselbe A^-eder von Soekaranda noch von den
beiden andern erwähnten Inseln. Auch j\Ir. Hampson führt sie
Tr. 1897 p. 153 als ihm unbekannt unter „Auctorum-' auf.
831. blandialis Walk. XVH. p. 448. Hamps. M. J. IV. p. 197;
Id. Tr. 1897 p. 148. Moore L. C. HL PI. 179 f. 15. —
patnalis F. et R. PI. 136 f. 7. cuneifera Moore L. C. III.
p. 300 PI. 179 f. 14. Nymphicida stipalis Snell. M. S. IV.
p. 78 PI. 5 f. 11. IIa. Cafaclysia jimcfalis Hamps. 111. VIII.
p. 140 PI. 155 f. 24. nigritalis Hamps. 111. IX. p. 178 PL 174 L 5.
mcsorphna '^Iq.jw Tr. 1894 p. 10. Anydraula xanfhohafhra Mevr.
1. c. p. 474.
Nur 1 o, F. 1894, D., wurde uns neben mehreren Excm-
etett. entomol. Zeit. 1903. 5
66
])]areii von den Fidji-Inseln (Ribbe) sowie solchen von Süd-
Celebes, Patunuang (Fruhstorler) von Herrn Snellen als seine
Nymphicula stipalis bestimmt. Da Mr. Ham])Son letztere Art
als ihm unbekannt unter „Auetorum^' und zwar weit entfernt
von Cataclysta Tr. 1896 p. 498 bei den Endotrichijien auf-
führte, so sandte ich ihm später für das B. M. ein Celebes-
Pärchen mit der Snellen'schen Bestimmung zu, Axonaeh er die
Art aber für sichere Cat. hlandialis Walk, erklärte. Herr Snellen
bemerkte dazu dann: ^Catacl. hlandialis Walk, soll nach M. J.
IV. p. 197 dieselbe Art sein wie palnalis Feld.; nach der
Abbildung ist diese ein viel größeres Thier als Nytnphictda
stipalis Snell.-' — Letzteres würde aber durch den Zusatz
y,magn. aucta^' im Text neben der Tafel des Novara-Werks er-
ledigt sein. Ferner sagt derselbe Forscher: „Ich habe meine
Exemplare der Arten meines Genus Nymphicula noch ci'nmal
genau untersucht und meine Angabe, daß R. 7 der Vordertlügcl
bei stipalis gestielt mit 8 — 10 sein soll, richtig befunden 5 die
Abbildung des Gcäders (f. IIa) ist gut. Bei einem später
empfangenen Javanischen ,^ ist es auch so, nicht aber bei
einem zweiten ,^ und 1 $ von dort und bei den beiden $$ von
Celebes, die ich Ihrer Güte verdanke. R. 7 kommt bei ihnen
aus der Spitze der Mittelzelle. Da sonst aber Alles, auch Farbe
und Zeichnung, stimmt, kann ich hier an k^ine Artenverschieden-
heit denken, sondern muß annehmen, daß das Gestieltsein oder
nicht der R. 7 der Yorderflügel, Avenigstens bei stipalis ein
variables Merkmal ist, was denn dessen ^^'ertll iin Allgemeinen
leider bedeutend verriugert".
Ich nehme hiernach an, daß stipalis Snoll. doch mit blaii-
diaiis Walk, identisch ist. A^on den vielen, in den Citaten an-
geführten Abbildungen der Art, ist die stark vergrößerte Snellen'selie
weitaus die beste, die beiden Moore'schen sind für die Unter-
scheidung und Erkennung der Art kaum brauchbar; auch die
beiden Hampson'schen lassen zu wünschen übrig; die von nigri-
talis Hamps. könnte mit gleicher Wahrscheinlichkeit wie auf
Stott. ontüinol. /«it. 1903.
67
blandialis auch auf infvscatalis Snoll. bezogen werden, wovon
das Mus. Stettin 1 $ von Süd-Celebes (Fruhstorfer) besitzt, wäh-
rend acmninatalis Snell., wovon wir ebendaher 2 ,^ 1 $ haben,
von beiden Genannten stark abweicht.
Mixophila Mejr. Tr. E. S. L. 1887 p. 269. Hamps. Tr. 1897
p. 134. Atigonia Snell. Tijd. 36 p. .54.
Mr. Hampson rechnet diese Gattung ebenso wie Mr. Meyrick
1. c. zu den Hjdrocam])inen, während H. Snellcn sie zu den
Crambinen stellt, dabei jedoch noch besonders bemerkt: „Scherp
gescheiden zijn overigens de Crambidae niet van de Botydae,
en men kan aannemen dat het genus Angonia vrij wel in het
midden tusschen beiden staat^^ — Auch Mr. Mevrick bemerkt 1. c.
von der Gattung: „It nnist, I think, be regardet as an early
developmental type in this family {Hydrocampidae)^ showing
some affinity with the Uusotimidae and Crambidae.'-'-
332. renatusalis Walk. XVII. p. 484. Hamps. M. J. IV. p. 190
f. 113; Id. Tr. 1897 p. 135.
Cramhus ermineus Moore L. C. III. p. 580 PL 184 f. 7.
Angonia crambidalis Snell. Tijd. 36 p. 56 PL 3 f. 1.
1 sicheres, wenn auch sehr geringes r^, F. 1/1895, D.,
der zierlichen Art stellt ihr Vorkommen auch auf Sumatra außer
ZAveifel. Das Mus. Stettin besitzt sie sonst nur von Darjeeling
(v. Hedenumn), während sie nach Hamps. Tr. 1. c. weitverbreitet
sein muß.
VIII. Sclioeiiolniiiae.
Ramila Moore P. Z. S. 1867 p. 661. Hamps. M. J. IV. p. 41.
Id. P. Z. S. 1895 p, 908.
333. marginella M(.(.iv P. Z. S. 1867 p. 667 PL 33 f. 16.
Hamps. M. J. IV. p. 41 f. 27; i(L P. Z. S. 1895 p. 908.
1 ,^, F. 12/1894, D., 1 $, 15/2—15/4 1897, D., Soeka-
randa. Beide Exemplare wurden uns von H. Snellen bestätigt;
das ,^ ist auffallend klein (nur 15 mm Flügelspannung), wäh-
Stett. entomol. Zeit. 1903. 5*
68
]-end das stark verletzte $ ohne Leib die Größe der Hampson'sclieu
Abbildung hat. Die Art war nach Hanipson 1. c. bisher nur
von Sikkiin bekannt.
Patissa Moore L. C. 111. p. 388. Hamps. M. J. IV. p. 43;
Id. P. Z. S. 1895 p. 910.
334. Heldi nov. spee. PI. I. f. 31.
2 ,^ 1 ?, die SS F- 4—6, 1898, Held, das $ F. 1/1895, D.,
Sockaranda; nur ein S davon ganz frisch. Die Art war Herrn
Snellen unbekannt und auch Mr. Hampson erklärte sie für eine
Pafissa nov. spee. — Nächstverwandt mit ihr müßte wohl die
indische erythrozonalis Hamps. (P. Z. S. 1895 p. 911) nach
deren sehr kurzer Beschreibung sein, doch besitzt Heldi keine
bindenartige Zeichnung, auch sind ihre Vorderbeine nicht „slightl^y
tinged with fulvous."
Flügelspannung q und $ 22 mm. Kopf, Palpen, Thorax
und Flügel glänzend silberweiß mit schwach gelblichem Anilug,
nur die Hinterflügel schneeweiß. Die Fühler, beim ^ i'obusi mit
scharf abgesetzten Gliedern, an der Basis rein weiß, nacli dem
ersten Drittel bis zur Spitze hellgelbbraun.
Vorderflügel am Schulteransatz mit einem Häufchen tief-
schwarzer, pinselartiger Schup])en. Die Art erinnert dadurch au
Brihaspa atroaUgmella Moore, welche aber an der gleichen
Stelle einen geschlossenen, strichartigen, länglichen schwarzen
Fleck aufweist. — Im Zelleilschluß ein unregelmäßig gerundeter
helUederfarbener Fleck, dieser nach außen zu heller alfgetönt.
Auf Dreiviertel der Flügellänge zwei schräg übereinander gestellte
Flecke von gleiclicr Form und Farbe, der kostale, den Vorder-
rand berührend und hier am dunkelsten gefärbt, gegen den
dorsalen, matteren und größeren schräg etwas voigerückt; ein
dritter, zwischen beiden, bis an den Flügelsaum in dessen Mitte
reichend. Die Adern, namentlich zwischen letztgenannten drei
Flecken und im Flügelaußenfheil deutlich helllederbraun gefärbt.
Franzen gelblichweiß mit feiner gelber innerer Randiinie, gegen
Stett. ontoniol. Zeit. 1903.
69
welche die reinweiße Iciiic Saumlinie des Flügels selbst sich sehr
deutlich abhebt.
Die schneeweißen Hinterflügel zeigen den gleichen Flüo-el-
saum und die gleiche Färbung und Zeichnung der Franzen, außer-
dem auf gut Zweidrittel ihrer Länge am Vorderrand beginnend
eine mattlederfarbene fleckartige Trübung, welche nach hinten
zu allmählig verschwindend sich bis R. 5 abtönt.
Die Unterseite beider Flügel ist merkhch schärfer ge-
zeichnet als deren Oberseite. Der Fleck im Zellenschluß tritt
schärfer umgrenzt und dunkler, wenn aucli ohne deutliche Um-
randung hervor. An Stelle der im Dreieck zu einander gestellten
Flecke der Oberseite findet sich, auf gut Dreiviertel der Flügel-
länge am Costalrande des Vorderflügels beginnend auf den Rippen
eine Reihe länghcher, bogenförmig sich folgender und bis R. 3
nach hinten ausgedehnter dunkelgraubrauner Striche, welche
analog und ebenfalls bindenartig auf dem Hinterflügel von dessen
Vorderrand bis R. 3, hier gleichfalls verschwindend, sich fort-
setzt. Unmittelbar vor dem Flügelsaum stehen dann in den
Zwischenräumen der Rippen auf dem Vorderflügel je drei, auf
dem Hinterflügel je zwei mehr punktartige und dunkler schwarz-
braun gefärbte Flecke, erstere zwischen R. 8 und 5, letztere
zwischen R. 7 und 5. Die Vorderbeine sind auf -fast schnee-
weißer Grundfarbe auf den Tibien und am Knie breit umrandet,
auf den Tarsen schmaler und namenthch nach der Spitze zu mit
abnehmender Breite der Ringe. Die gelblich weißen Mittel- und
die schneeweißen Hinterbeine zeigen vom Einsatz der Tarsen bis
zu deren Spitze mehr gleichmäßig schmale, feine dunkle Ringe.
Das im Ganzen glänzend silberweiße Abdomen zeigt, soweit
noch erkennbar, auf dem ersfen und zweiten Segment oberseits
einen kleinen hellledergelben Fleck, auf dem 5. und 6. dagegen
haarartige schwarze Schuppenbüschel.
Ich benenne die Art nach Herrn Fritz Held, dem ehemaligen
Plantagendirektor von Soekaranda, jetzt in Stettin, dessen Sammel-
eifer das Museum Stettin die beiden letzten sehr werthvollen
Stett. entomol. Zeit. 1903.
70
Sendungen doi-tliei- verdankt, eine Leistung, die umsomelir An-
erkennung verdient, als er selbst ohne persönliehes Interesse
für die Entomologie mit diesen Sendungen nur Andern eine
Freude hatte machen wollen.
Scirpophaga Tr. IX, 1 }>. 55. — Hamps. M. J. IV. p. 45;
Id. P. Z. S. 1895 p. 912.
335. yirginea Z. CaÜV. ]>. 2. Hamps. aPatissa) M. J. IV. p. 45.
Crambiis muUicageUus Swinh. P. Z. S. 1886 p. 462.
2 ^, F. 1/1895, D., von Soekaranda, im Mus. Stettin und
von Herrn Snellen anerkannt, der die Art nach Zellers Vorgang
zu Scirpophaga rechnet, während Mr. Hampson sie in seinen
beiden citirten Arbeiten zu Patissa Moore stellt. Von Sumatra
bisher noch nicht bekannt und dort anscheinend auch nur selten.
336. chrysorrhoa Z. Caffr. p. 1. Hamps. M. J. IV. p. 46.
Id. P. Z. S. 1895 p. 913.
1 ,^, F. 12/1894, D., 2 $$, F. 4—6, 1898, Sinabong und
Soekaranda, Held. Das erstbezeichnetc (^ wurde von Herrn
Snellen bestätigt. Wir besitzen t3pische Exemplare der Art mit
ausgesprochen „blaß goldgelber Bestäubung'-' (Hamps. M. J. 1. c.)
von China mit der Bezeichnung ,.F. 16/8 1891, Yautsekiang
(Dr. A. SeKz). Bei den Sumatranern tritt dieselbe nicht so
stark hervor und nähern sich dieselben damit sehr der nächst-
folgenden Art.
Für Sumatra dürfte nach den IIamj)sou\schen Heimaths-
angaben, P. Z. S., 1. c. diese Art neu sein.
337. sericea Snell. M. S. IV. p. 79.
In Mehrzahl meist F. i/1894; 1/1895, D., aber auch
4 — 6, 1898, Held, von Soekaranda im Mus. Stettin und von
dem Autor der Art selbst als diese anerkannt; derselbe kannte
sie auch (Tijd. 27 p. 51) von überall auf Celebes, wo dort ge-
sammelt wurde. Wir besitzen sie ebenfalls doi'ther von Toli-
Toli (Fruhstorfer) und Patunuang (Idem). — Herr Piepers nennt
Stett. ontomol. Zeit. 1903.
71
sie, Tijd. 19, Verslug p. XXII, „eeii der landplagen-'. In un-
zähligen Mengen sollen die Falter Abends in die erleuchteten
Wohnungen fliegen, setzen sich auf Alles, also auch die Be-
wohner, nieder und wo sie dabei auf die nackte Haut kommen,
hinterlassen sie ein unerträoliches Jucken. Außerdem verunreinigen
sie überall die weißen Zimmerwände, auf welchen sie in Un-
menge ihre mit gelbem Flaum bedeckten Eier ankleben.
Da Mr. Ilampson in seiner Classiükation, P. Z. S. 1895
p. 914 die Art als ihm unbekannt unter „Auctorum^'' aufführt,
sandte ich ihm für das B. M. ein Pärchen und erhielt dazu die
Bemerkung zurück: ^.ßcirpophaga innotata Walk., which is
distinct, I think, from chrysorrhoa Z." In seiner Classifikation
p. 913 steht Tipanaea inmiata Walk. XXVIII. p. 523 noch
als Synonym unter der Zeller'schen Art. — Ich habe sie hier
unter dem sicheren Snellen'schen Namen belassen.
338. xanthoperas Hamps. P. Z. S. 1895 p. 913.
Die mir in natura unbekannte Art wird von dem Autor
von Sumatra kurz folgendermaßen beschrieben:
„§. Pure white. Fore wing with black spot at upper
angle of cell; the apex orange-yellow on upper and under sides.
Hab. Sumatra. Exp. 30 mm.^'
Cirrhochrista Led. i>. 440. Meyr. Tr. 1889 p. 506. Snell. Tijd. 35
p. 172. Hamps. M. J. IV. p. 49; Id. P. Z. S. 1895 p. 918.
339. aetherialis Led. p. 441 PI. 17 f. 9. — Snell. 1. c. Hamps.
P. Z. S. 1895 p. 918.
? Margaronia hriz^oalis Walk. XIX. p. 976. — Cirrhochrista
hrhnnalis Meyr. Tr. 1889 1. c. — hryzoalis Moore, Lep. Atk.
III. p. 226 PL 7 f. 10.
In Mehrzahl aus verschiedenen Jahren von Soekaranda im
Mus. Stettin vorhanden, sowie sonst von West-Java, Pengalengan
(Fruhstorfer) und den kleinen Inseln des Neu-Guinea-Gebiets:
St. Aignan, Fergusson und Woodlaik (Meek), ferner von
Süd -Japan.
Stett. oiitomol. Zeit. 1903.
72
Sehr iui?füln-lich bespricht Herr Snelleii sowohl die (Tullung
Cirrhochrisfa und ihre Stelle im System wie speziell diese Art
unter Cirrh. fumipalpis F. et R. an der citirteu Stelle. Er wie
auch Mr. Meyrick 1. c. erwähnen ihre erhebliche Variabihtät,
die durch unser zahlreiches Material bestätigt wird. Eine auf-
fallend kleine Form, kaum halb so groß als die größten sonstigen
Exemphire, mit sehr wenig und feiner, auch in ihrer ganzen
Anlage sehr dißerenter Zeichnung, vorwiegend aus Süd-Japan,
aber auch von Soekaranda, war ich geneigt, für eine eigene
Art zu halten. Auch Herr Snellen bemerkte mir dazu: „Viel-
leicht findet sich doch ein Merkmal, das die kleine Form speeifisch
unterscheidet. Nachdem ^vir aber die Falter aus dem Neu-
Guinea-Gebiet erhalten haben, glaube ich nicht, daß es sich
dabei um mehr als um eine lokale oder vielleicht eine Saison -
form handeln kann. Die letzterwähnten in sich sehr confo'rmen
Thiere, durchweg von mittlerer Größe, zeigen die Zeichnungs-
anlage kräftiger als die kleinste Form, aber weitaus nicht so
breit, namentlich an den Rändern beider Flügel, als die größte.
Auch ist die Farbe dieser Zeichnung bei den Neu-Guinea-Thieren
eine viel lebhaftere, intensiv orangcgoldbraun, als bei allen
übrigen, wo sie ein mehr stumpfes, dunkler bestäubtes Leder-
braun zeigt. Ebenso wechselt die Zeichnung des Leibes in ihrer
Breite, Form und Färbung sehr erheblich mit allmähhgen üeber-
gängen. — Mr. Hampson führt in den M. J. sowohl wie in
den P. Z. S. 1895 hrizoalis Walk, als eigene Art neben
aeiherialis Led. auf. Ich bin mit Herrn Snellen und Mr. JNIeyrick
der Meinung, daß beide identisch sind.
Eucallaenia Snell. Tijd. 35 p. 173 (im Text).
340. fumipalpis F. et R. PI. 135 f. 31; Pagenst. Jahrb. Nass. 37
p. 282. Snell. Tijd. 35 p. 172. Hamps. M. J. IV. p. 50;
Id. P. Z. S. 1895 p. 919.
In Mehrzahl, vorwiegend 15/2—15/4, 1897, D., und
4—6, 1898, Held, von Soekaranda im Mus. Stettin. Außer den
Sfett. entomol. Zeit. 1903.
73
von Mr. Hampson P. Z. S. 1. c. ungegebenen Heimathsländern
der Art kann ich ikr-Ii iinscrm Material iioeli anführen: China,
Kaulun, F. 27/9 1891 (Ür. A. Seitz), Süd-Borneo (Fruhstorfer),
West-Java, Pengalengan (Idem)-
Mr. Hampson, welcher die Art unter CirrJio Christa auf-
führt, scheint übersehen zu haben, daß Herr Snellen 1. c. für sie
eine neue Gattung abgezweigt hat, deren Nothwendigkeit er
ebenda begründet; ich finde den Namen der letzteren in der
Hampson'schen Arbeit garnicht erwähnt. " Dr. Pagenstecher,
M'eleher 1. c. die erste Beschreibung der Art Hefert, bezeichnet
sie als schneeweiß, was ich nicht für zutreffend halte; richtiger
nennt Mr. Hampson ^I. J. IV. 1. c. die Grundfarbe „yellowish
white"-'; sie ist bei unsern frischesten Exemplaren sogar aus-
gesprochen hell orangegelb. Ferner läßt der erstere Autor uner-
wähnt, daß die dunkel goldbraunen Zeichnungen durchweg (nicht
blos die Franzenlinie) mit dichtgestellten Silber- oder Goldpunkten
bestreut sind; auch fehlt bei ihm die Angabe, daß die rein-
weißen Hinterflügel an der Mitte des Außenrandes zwischen R. 4
und R. 2 einen sehr augenfälligen dunkel goldbraunen, nach
innen und beiderseits abgetönten Randfleck besitzen, welcher
ebenfalls mit Silbertropfeu bestreut ist.
341. spissalis Gn. p. 326 (Bolijsl). Hamps. M. J. IV. p.
P. Z. S. 1899 p. 198 No. 14 {Polygrammodes, Sect. IV,
Aphytoceros').
1 ^^ F.' 4—6/1898, Held, von Soekaranda, sonst noch
1 ,^ 1 $ von West-Java, Pengalengan (Fruhstorfer) im Mus.
Stettin vorhanden.
Herr Snellen sah von uns die beiden männlichen Exemplare
und erklärte sie für eine ihm unbekannte, vermuthlich neue
Evcallaenia. Mr. Hampson, dem ich diese Ansicht mittheilte
und gleichzeitig unser Unieum (2) von Soekaranda zur event.
Determination übersandte, auch darauf hinwies, daß die Snellen'sche
Gattung Eucailaenia in seiner Classilikation fehle, bemerkte
Btett. entomol. Zeit. 1903.
74
dazu, oliue letzteren Punkt zu berühren: ..^Folyijrammodes
spissalis Gn., tv})c in B, INI. I llünk howevcr, it sliould be
transferred to the genas Patissa.'^ — PoUjgrammodes spissalis Gn.
wird in Hamps. P. Z. S. 1899 1, c. von Assani und Java
erwähnt. In den M. .). IV. fehlt aber die Art als indisehe
ganz, ebenso wie die Gattuug Polygrammodes. Die Zutheilung
derselben zu Patissa erscheint mir in Berücksichtigung des Urn-
standes, daß Mr. Hampson die Snellen'sehe Gattung EucaUaenia
garnicht erwähnt, weniger glücklich als ihre Zuweisung zu
EucaUaenia, trotzdem bei ihr die Palpen wesentlich anders ge-
formt sind als die der typischen Art funiipalpis. Das Gleiche
trifl't aber auch innerhalb der Gattung Cirrhochrista für aethe-
rialis Led. und pidchellaJis Led. bez. semibrmmea Hamps. zu.
Ich möchte auch noch bemerken, daß bei unsern aetherialis
die Palpen nach Form und Färbung bei den einzelnen Exem-
plaren recht erheblich variiren und daß diesem Merkmal vielleicht
deswegen keine zu große Bedeutung zukommen dürfte, falls nicht
doch, wie schon bemerkt, unter aetherialis mehrere Arten zu-
sammengefaßt sind.
Schoenobius Dup. Cat. p. 312. Hamps. P. Z. S. 1895 j». 915.
342. bipunctiferus Walk. XXVIII. p. 523. Moore L. G. III.
p. 385 PI. 184 f. 13. Hamps. P. Z.S. 1895 p. 915;
Id. M. J. IV. p. 48.
punctellns Z. Chil. et Gram. p. 4. — Snell. M. S. IV. p. 79.
(^ incertidas Walk. XXVIl. ]). 143. Hamps. P. Z. S. 1895
p. 916. incerleUvs Hamps. M. J. IV. p. 48. — minulcllus Z.
Chil. et Cramb. p. 5,
Zahlreich, jedoch vorwiegend $$, in allen Sendungen von
Soekaranda, wie auch meist mit allen Sendungen aus dem indo-
australischen Gebiet von Japan und Gbina bis Java " erhalten.
Die Art scheint überall recht häutig zu sein. Um so bemerkens-
werther ist es, daß immer nur das $ beschrieben und abgebildet
wurde, von welchem das (^ stark abweicht. Auch Hampson
Stett. entomol. Zeit. 1903.
75
M. J. IV. 1. c. beschreibt wieder nur das $. — Wir erhielten
ein (^ von Mr. Swiahoe, von Calcutta stammend, als Schoen.
incertellus, während andere damit völlig übereinkommende rj
von Hongkong (Dr. Seitz), Java, Pengalengan (Fruhstorfer) und
Soekarauda uns von Herrn Snellen als die ^,'^ von punctellvs Z.,
also bipiincliferus Walk., bestimmt wurden. Liegt in der Be-
nennung des Calcutta-ExempJars kein Irrthum vor, so hege ich
keine Bedenken, beide Arten zu vereinigen. Damit würde nament-
lich auch die Hampson'sche Angabe bei beiden Arten „Oriental
region" übereinstimmen, wonach also beide eine gleichweite Ver-
breitung im ganzen Gebiet haben. Dagegen spricht nur der
Umstand, daß Mr. Hampson bei incertellus das $ kurz charak-
terisirt und zwar als „fuscous brown'' ohne Zeichnung. Zeller
kennt von seinem ininntellus (nach Hamps. = incertnlas Walk.)
nur das o von Calcutta und Java. Dessen vortreffliche Be-
schreibung aber, Chil. et Cramb. p. 5, paßt so durchaus auf
unsere hipwictiferus-,^,^^ daß ich danach keinen Anstand nehme,
beide Arten als ,^ und $ zu vereinigen troiz der erwähnten
kurzen Angabe von Hampson 1. c. über das angebliche incer-
tnlas-^. Damit wäre auch letzterer, augenscheinlich durch einen
Druckfehler zu Stande gekommene Name beseitigt.
343. dodatellus Walk. XXX. p. 966. Hamps. P. Z. S. 1895
p. 915 5 Id. M. J. IV. p. 48.
2 (^ 1 $, F. 12/1894 und 1/1895, D., von Soekaranda
und nur diese im Mus. Stettin vorhanden, das $ leider stark
abgerieben. Herr Snellen bezeichnete die Art als ihm unbekannt
und seinem ochraccellus nächstverwaudt. Mr. Hampson ver-
danke ich die Benennung unter obigem Namen. — Das $, etwas
kleiner als die beiden .^'q, ist eben nur noch als zugehörig
erkennbar.
Die nach Hamps. 1. c. weitverbreitete, durch ihre kupfrig
rot he Grundfarbe leicht kenntliche Art, war bisher von Sumatra
noch nicht bekannt.
Stett. eDtomol. Zeit. 1903.
76
344. ochraceellus Sndl. M. S. IV. p. 79.
3 $, F. 5—9, 1897, Hcltl, und 4—6, 1898, Held, von
Soekaranda vorhanden, nielit aber auch ,j,j. Die Ari wurde
von Herrn Snellen als die seinige bestätigt. Wie schon bei
andern Sumatraner Arten bestimmte mich der Umstand, daß bei
Hampson, P. Z. S. p. 917 diese Art sich in der List of un-
detcrmined Species bef;uid, ihm eines unsrer Exemplare für
das I>. M. zuzusenden und zwar mit dem Bemerken, daß es von
Herrn Snellen als seine ochraceellns anerkannt sei. Ich erhielt
darauf die Bemerkung zurück: ySchoenohius dodatdhis Wlk. $,
like type." Da Herr Snellen Walker's dodatellus nicht ge-
kannt liat, erscheint es naheliegend, seinen ochraceellns mit
dodaleUiis zu vereinigen. Dem widerspricht für mich nur, daß
er ausdrücklich unsre dodatellus als nahe verwandt mit seinem
ochraceellns bezeichnet hat und daß unsre ochraceellns-^^., fast
doppelt so groß als das vorhandene geringe dodatellus-^, hierin
völlig mit der Gröljenangabe (33—35 mm) M. S. IV. p. 79
übereinkommen. Allerdings bezeichnet aber ]Mr. Hampson die
$$ von dodatellns auch als 26 — 40 mm groß. Andererseits
aber weicht die von Snellen 1. c. gegebene Beschreibung des
ochraceellns-,^, welches ich in natura n-icht kenne, sehr wesent-
lich von unscrn dodatellns -^q und von deren Beschreibung
Hamps. M. J. IV. p. 48 ab. Ich habe daher beide Arten hier
getrennt aufgeführt. Snellen 1. c. kennt außer Sumatra noch
Java und Celebes als Heimath seiner Art, die er zahlreich dort-
hei- vor Augen gehabt hat.
IX. Crambinae.
Chilo Zink. Germar, Mag. II. ]). 33. Hamps. P. Z. S. 1895
p. 954; Id. M. J. IV.. p. 26.
In der Unterscheidung der nächstfoloenden Gattungen, welche
o o ö "
sich nach ihren Merkmalen sehr nahe kommen, bin ich der
Hampsou"schen Classilikatiou, P. Z. S. 1895 gefolgt, während
andere Autoren einzelne Arten zu Diatraea rechnen, welche er
unter Chilo auiluhrt und vice versa.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
77
345. luteellus :^rotscli. Bull. Mose. 39 p. 198 (Sckoenoblus).
Chilo dubia (sie!) Baker, Tr. E. S. L. 1894 p. 48 PI. 1 f. 18.
1^4$$, F. 1/1895, D., von Soekaranda und sonst
noch 1 $ AVest-Java, Pengalengan (Fruhstorfer, 2 $$ Nord-
Celebes, Toli-Toli (Ideni) und 1 $ Japan, Yokohama (Stichel)
im Mus. Stettin.
Herrn Snellen war die Art vor Jahren unbekannt, während
Mr. Haaipson sie später mit vorstehendem Namen versah; er
führt P. Z. S. 1895 p. 956 nur Egypten und Ja])aa als Heimath
an. Die Baker'sche Beschreibung 1. c. ist nach 3 ,^,^ aufgestellt,
während die Abbildung vermuthen läßt, daß sie nach einem $
gefertigt wurde. Unsre $$ haben einen viel matteren, rein gelb-
lichen Grundton, etwa wie verwittertes trocknes Rohr, während
er in dieser Abbildung röthhch erscheint. Auch sind bei uusern
sämmtlichen $$ die Hinterflügel rein weiß und seidenglänzend,
beim ,^, welches auch sonst in Flügelform und Zeichnung von
den $ stark abweicht, glänzend gelbgrau, aber nicht, wie in
der Abbildung, dunkelgrau. Es erscheint mir danach nicht völlig-
sicher, ob die egyptische Art mit der unsrigen identisch ist.
34G. Slippressalis Walk. XXVII. p. 166. Hamps. P. Z. S. 1895
p. 957; Id. M. .J. IV. p. 27.
6 $$, kein ,^ von Soekaranda, meist F. 1/1895 und
15/2—15/4, 1897, D., im Mus. Stettin, sonst nirgendwoher.
Herr SneUen bezeichnete dieselben als fraghche Diafraea und als
ihm unbekannt, während Mr. Hampson sie mit dem Walker-
schen Namen versah. Unsre Exemplare stimmen gut zu der
Hampson'schen Beschreibung M. J. IV. 1. c, namentlich mar-
kiren sich bei ihnen die feinen Silberflecke unter der Zelle
und die unter der Flügelspitzo bogenförmig geführte Reihe von
Silberflecken.
Für Sumatra dürfte die sonst weit verbreitete Art (s. Hamps.
P. Z. S. 1. e.) neu sein.
Stett. oEtomol. Zeit. 1903.
347. Simplex Butl. P. Z. S. 1880 p. 690. Hanips. P. Z. S.
1895 p. 957; Id. M. J. IV. p. 26 lig. 17.
Zonellus Swinh. P. Z. S. 1884 p. 528 PI. 48 f. 16.
1 ^, F. 12/1894, D., im Mus. Stettin. Herr Snellen be-
zeichnete dasselbe als y^Chilo, mir unbekannt." Später erhielten
wir 1 o, ganz frisch von Tonkin, Mt. Mauson (Fruhstorfer),
F. 4 — 5, 1900, Avelches das weniger gut erhaltene Suniatrancr -^
als dazu gehörig erkennen läßt. Von Chilo partellvs Swinh.,
P. Z. S. 1885 ]). 879 erhielten wir von Mr. Swiuhoe als aus
Indien, Poona stammend ein sehr geringes Pärchen. Soweit
seine Qualität noch ein Urtheil zuläßt, möchte ich nicht an-
nehmen, daß partellvs mit sbnplex Butl. die gleiche Art sei und
habe beide einstweilen in der Museumssammlung getrennt.
Nach Hampson 1. c. ist simpIex Butl. auf dem indischen
Festland weitverbreitet, südlich davon aber noch nicht gefunden
worden.
Diatraea Lands. Guild. Trans. Soc. Encour. Arts, 46 p. 148 (1832).
Z. Horae S. E. Boss. XVI, 1881 p. 161. Hamps. P. Z. S.
1895 p. 953.
348. venosata Walk. XXVII. p. 144. Hamps. P. Z. S. 1895 p. 954.
1 striatalis Snell. 'i'ijd. 34 p. 349 PI. 19 i'. 1 — 4.
3 ,^ 3 $, F. 12/1894-, 1/1895 und 15/2—15/4, 1897, D.,
von Sockaranda und sonst weiter nicht im Mus. Stettin vor-
handen. Venosata wird Hamps. 1. c. von Borneo und Java auf-
geführt. Ebenda stellt der Autor auch siriafalh Snell. als
Synonym dazu. Leider vermag ich dies Citat nicht zu ver-
gleichen ; da aber Herr Snellen unsre Art gesehen hat und sie
als ihm unbekannt bezeichnete, so ist es mir unwahrscheinlich,
daß er die von ihm selbst beschriebene Art nicht erkannt haben
sollte. Die Beslimmung als venosata Walk, dagegen verdanken
wir Mr. Hampson.
Für Sumatra Mohl jedenfalls neu.
Stott. entomol. Zeit. 1903.
79
349. virgosa nov. s])ec. PI. I. f. 32.
1 ^, F. 12/1894, D., Unicum.
Herr Snellen sowohl als Mr. Hampgon bezeichneten dieses r^
als ihnen unbekannt, letzterer mit dem Zusatz: y^Diatvaea, spec.^'
Ich glaube, danach die Art als neu beschreiben zu dürfen. —
Sie erinnert äußerlich durch ihre Flügelrandzeichnung an die
Ancylolomien, doch fehlt ihr ganz deren charakteristische bogen-
förmige Ausbuchtung des Vorderflügelrandes vor dem Außen-
winkel, sowie jede Spur von Metullglanz auf den Flügeln und
in den Franzen. Eine entfernte Aehnlichkeit muß auch Chilo
squamulellus Z. (Horae S. E. R. XVI, p. 158, PI. 11 f. 3) be-
sitzen, welchen Mr. Hampson P. Z. S. 1895 p. 946 jedoch in
die Gattung Platytes Gn. verweist.
Flügelspannung 18 mm, also sehr klein. Kopf (dieser
beschädigt), Stirn, Thorax, Abdomen und Vorderflügelgrundfarbe
weißlich aschgrau. Fühler robust, fein bewimpert, hell gelblich
braun. I'alpen fein zugespitzt und haarig, dunkler grau als die
Grundfarbe, die Haarspitzen des Endgliedes fast schwarz; Neben-
palpen dreieckig verbreitert, haarig, weißlich. Vorderflügel auf
dem helleren Untergrunde mit dunkel graubraunen, gekörnten
Linien längsgestreift, am Zcllenschluß eine punktartige stärkere
Schup})enhäufung, von welcher aus saumwärts die Längsstreifen
breiter als im Uebrigen erscheinen. Vor dem Flügelsaum eine
nach innen und außen bräimlicligelb gesäumte im allgemeinen
convexe Grenzlinie von der hellen Grundfarbe, Avelche im vor-
deren, kostalen Theil sich in Richtung der Flügelbasis bogen-
förmig nach rückwärts biegt und so schräg in den Costalrand
verläuft. Der hintere Theil dieser Saumlinie verläuft nach einem
leichten Knick auf R. 2 ebenfalls schräg in den Dorsalrand.
Der Raun» jenseits dieser Grenzlinie bis zum Flügelsaum ist
merklich dunkler als der übrige Flügelgrundton, außer au der
fast weißen Flügelspitze. Sieben derbe schwarzbraune Flecke,
nach der Flügelspitze zu dichter gestellt und kleiner werdend,
stehen vor der hellen Sauudinic. an welche die Franzen mit
Stelt. eutomol. Zeit. 1903.
80
einer schwarzbraunen Tnnenlinie ansehließen. Die Franzen selbst
sind schwarzbraun, von helleren Scliu])|)en durchsetzt. Hinter-
flügel, im Allgemeinen von der hellaschgrauen Farbe der Vorder-
flügel, im Außentheil namentlich gegen den Vorderrand ver-
dunkelt, der Saum des Außein-andes wieder heller, an letzt-
genannter Stelle merklich gegen jene Verdunkelung abgesetzt.
Franzen, mit deutlicher, nach hinten allmählig verschwindender
Theilungslinic, hellgrau, an der Flügelspitze und an ihren Enden
mehr verdunkelt. A^orderbeinc dunkelgelbgrau ohne Zeichnung,
Hinterbeine nur an den Endgliedern der Tarsen fein dunkler
beringt, sonst hellürau.
Ancylolomia Hb. Verz. p. 363. Z. ^Um. j). 9. Hamps. P. Z. S.
1895 p. 960. Id. M. J. IV. p. 33.
350. chrysographella Koll. Ilügers Kaschm. IV. p. 494. H^nnps.
P. Z. S. 1895 p. 966; Id. M. J. IV. p. 33. capensis Z.
J\lon. p. 11. Westfi'oodi Z. Mon. p. 11. iaprobanensis Z.
Hör. 1877 j). 25 PI. 1 f. 8. Moore L. C. III. p. 381 PI. 184
i". 2, 2a. sausibarica Z. Hör. 1877 p. 23 PI. 1 f. 7.
indica F. et R. PI. 137 f. 19. argentata Moore L. C. III.
p. 382 PI. 184 f. 3.
Beide Geschlechter in Mehrzahl, namentlich F. 1/1895, D.,
von Soekaranda im Mus. Stettin und sonst zahlreich aus dem
weiteren indo-malayischen Gebiet, aber auch von Capland und
Natal, Weenen (Heyne). Mr. Hampson zieht gewiß mit Recht
die drei von Zeller gesondert aufgestelllen Formen als zu der-
selben Art gehörig zusammen, da ihre Unter.'^^chiede nicht stich-
haltig sind, wie auch Herr Snellen gelegentlich der Determination
einzelner unserer Exemplare mir andeutete. So sind namentlich
die verschieden gefärbten Hinterllügel in beiden Geschlechtern —
bald dunkler grau mit noch dunkler gefärbten Adern, bald rein
weiß und zeichnungslos — kein konstantes Merkmal. Auch die
Länge und Form der Palpen variirt, doch erscheint die Zeller'sche
Bemerkung zutreffend, dtiß die paläarktischen Arten der Gattung
Stett. entomol. Zeit. 1903.
81
durchweg merklich längere Palpen besitzen als die indischen
und afrikanischen.
Snellen führt in Midd. Sum. IV. p. 80 von Sumatra eine
Ancylolomia ohne Namen als nach 1 Exemplar nicht mit Sicher-
heit bestimmbar auf.
Eschata Walk. IX. p. 133. Hamps. P. Z. S. 1895 p. 960;
Id. M. J. IV. p. 28.
351. chrysargyria Walk. XXXII. p. 634. Hamps. P. Z. S. 1. c.
p. 961; Id. M. J. 1. c. p. 29.
argentata Moore Lep. Atk. p. 227.
1 (^, F. 12/1891, D., 1 $, F. 5—9/1897, Held, wurden
nach dem r^ A^on Herrn Snellen als diese Art anerkannt; leider
sind beide Exemplare der prachtvoll silberglänzenden Art nicht
rein, aber noch gut kennthch. Sehr charakteristisch ist bei ihr
und, nach der Gattungsdiagnose bei allen hierher gehörigen
Arten, die merkwürdig gestaltete, spornartig vortretende Stirn,
wie sie ähnlich auch die riesige südamerikanische Gattung Leu-
cargyra Hamps. zeigt, von deren einziger Art pnralis Hamps.
das Mus. Stettin ein i^ von Brasilien, Espiritu santo (Fruh-
storfer) besitzt.
Chrysargyria war bisher nach Hampson nur von Nord-
China und Indien bekannt.
Eromene Hb. Verz. p. 366. Z. Mon. p. 52. Hamps. P. Z. S.
1895 p. 948.
352. pygmaea nov. spec. PI. I. f. 33.
1 $, Unicum, F. 12/1894, D., von Herrn Snellen eben-
falls als neue Art anerkannt, leider von geringer Qualität, aber
doch noch kennthch luid schon dadurch bemerkenswertli, daß
es die einzige auf Sumatra gefundene Eromene ist.
Aeußerst klein, 9 mm Flügelspannung und deswegen sofort
Stett. entomol. Zeit. 190;{. 6
82
von allen mir bekannten Arten unterschieden. Im Ganzen der
Er. ocellea äußerlich am Nächsten stehend, aber nicht so schmal-
ilügelig gestreckt wie diese, sondern stark breitflügelig, mehr
noch als hella Hb. und snperhclla Z.
Grundfarbe licht hellgelb, auf welcher unregelmäßig ge-
staltete hellbraune Sehuppenanhäufungen, diese v(in dunkleren
Schuppen durchsetzt, als unbestimmte Zeichnung vertheilt sind.
Auf Eindrittel der Vorderflügellänge, also viel näher der Basis
als bei den meisten E/'0/«e«e- Arten zeigt sich eine, nach innen
zu fein schwarzbraun, nach außen kaum merklich begrenzte ge-
zackte Querlinie in der hellen Grundfarbe, jenseits derselben bis
gegen Dreiviertel der Flügellänge eine lichtere Aufhellung, gegen
welche dann der Flügelaußentheil sich wieder dunkler abhebt.
Auf letzterem erscheint vor der Flügelspitze eine auf Dreiviertel
der Flügellänge am Costalrand beginnende Schräglinie, welche
bei R. 5 in den Flügelsaum mündet und so die dunkle Flügel-
spitze abgrenzt. Am AußeuM inkel liegen den Flügelsaum entlang
auf fast rein weißem Untergrund vier feine tiefschwarze Punkte,
ohne metallischen Außenrand, wie ihn diese Punkte bei E. hella,
Rambvriella und ocellea besitzen. Eine dunkle Franzentheihmgs-
linie ist deutlich erkennbar, jenseits welcher die stark verletzten
Franzen dunkelgrau mit leicht metallischem Glapz ansetzen. Die
Hinterflügel, im Allgemeinen hellgelbgrau, haben, soweit noch
erkennbar, am Analwinkel eine Verdunkelung von dunkel-
braunen Schuppen, die lichtgrauen Franzen eine breite Thei-
lungslinie und anscheinend, namentlich am Analwinkel, dunklere
Spitzen.
Ptychopseustis Meyr. Tr. E. S. L. 1889 p. 521.
Mr. Hampson stellt diese Meyrick'sche Gattung P. Z. S.
1895 p. 943 als Synonym zu Plafyics Gn., mit Mclehcr
er ebenda auch Argyria Hb. (bez. Caiharylla Z.) vereinigt.
Mr. Meyrick halte 1. e. die Gattung auf die einzige Art Diplijcho-
phora amoencUa Siiell. errichtet; diese Art aber vermag ich in
StcU. ontomol. Zeit. 1903.
83
der citirteu Hampson'scheu Classifikation überhaupt nicht auf-
zufinden; sie ist also augenscheinhch, trotzdem der Gattungs-
name erwähnt wird, fortgelassen worden.
353. amoenella Snell. Tijd. 23 p. 247. Id. Tijd. 27 p. 52
PL 5 f. 9. Mejr. 1. c.
1 ,^, F. 15/2—15/4, 1897, D., von Soekaranda, sowie
zwei $, F. 1897 und 6/1900 von Deutseh-Ostafrika, Mikindani
bez. Kilwa (Reimer) im Mus. Stettin vorhanden. Das ^ wurde
von Herrn Snellen selbst anerkannt und dabei darauf hingewiesen,
daß die Art besser zu Ptychopseiistis Meyr. als zu Diptijcho-
phora Z. zu stellen sei. Er beschrieb die Art 1. e. nach 1 ,^
von Celebes, Makassar, während Mr. Meyrick seine Gattung
nach 1 $ von Neu-Guinea, Port Moresby, errichtete. ^ und $
unseres Museums stimmen gut überein, nur hat das $ nicht so
massive Fühler wie das ,^; ferner sind seine Hinterflügel ein-
farbig; ihnen h'hlt also die dunkle Bogenlinie (Snellen) im Flügel-
außentheil. Unterschieden sind beide Geschlechter auch durch
die in der Snellen'schen Beschreibung nicht erwähnten, sehr
charakteristischen Mittelbeine des ,^, welche sehr robust sind
und am Knie sowie am Tarseneinsatz, sonst graugelb, durch
starke schwarzbraune Schuppenanhäufungen verdickt erscheinen,
ebenso die schwarzbraunen Endsporen, deren äußerer kaum halb
so lang ist als der innere. Das erste Tarsenglied hebt sich da-
gegen sehr lebhaft schneeweiß ab; auch sind die dunkelbraunen,
gegen das Ende heller werdenden Tarsenendglieder fein weiß
beriugt. Beim $ fehlt der Schuppenbehang ganz und seine Mittel -
beine sind ebenso wie die Hinterbeine einfarbig hellgraugelb.
Noch bleibt zu erwähnen, daß die auf der Snellen'schen Ab-
bildung in ihrer Form gut, jedoch zu fein wiedergegcbeuen
Querlinien und Punkte der Vorderflügelzeichnung einen starken
stahlblauen INIetallglanz zeigen. In der Beschreibung werden sie
„blinkend potloodkleurig"-' genannt, also bleistift färben, was aber
diesen Glanz wohl nicht kräftig genug charakterisirt.
Stett. entomol. Zeit. 1903. fi*
84
Culladia Moore L. C. III. p. 383. Hamps. P. Z. S. 1895 p. 924;
Id. M. J. IV. p. 11.
353. admigratella Walk. XXVII. p. 192. Hamps. M. J. IV. p. 11.
Crambus iroglodytellus Snell. Tijd. 15 (nee 7! cfr. Hamps. P. Z. S.
1895 p. 924) p. 103 PI. 8 f. 6.
4 ,^S 4 ??, meist F. 12/1894, 1)., von Soekaranda im
Mus. Stettin. — Die Art wurde 1. c. als afrikanisch von Nieder-
Guinta durch Herrn Sncllen beschrieben; Mr. Hampson kennt sie
von China, Ceylon und Horneo; sie muß also weit verbreitet
sein. Wir erhielten sie bisher nur von Sumatra.
Calamotropha Z. Mon. p. 8. Snell. Tijd. 15 p. 99.
Mr. Hampson vereinigt die Zeller'sche Gattung in seiner
Classifikation, P. Z. S. p. 925 mit Cramhvs F., ohne sie als
benannte Sect. auszuscheiden; da er die nächstfolgende Art in
nächste Nähe der von Z. als Calamotropha ausgezeichneten Arten
stellt, so belasse ich sie hier unter dieser Gattungsbezeichnung.
354. anticella Walk. XXXV. p. 1751. Hamps. M. J. IV. p. 13.
1 rj, F. 1/1895, D., Unicum, wurde von Herrn Sncllen
als ihm unbekannt und als fragliche Diairaea bezeichnet, wäh-
rend Mr. Hampson sie wie oben mit dem Zusatz „typical" be-
nannte. Die Art scheint nahe verwandt zu sein mit der mittel-
europäischeu paludella Hb., von welcher das Mus. Stettin u. A.
auch ein fast schneeweißes $ aus Süd-Japan besitzt. — Anticella
hat nach Hampson P. Z. S. 1895 p. 92G eine sehr weite Vcr-
l)reitung in Afrika und dem indo- australischen Gebiet. Für
Sumatra ist sie meines Wissens neu.
Crambus F. E. S. Suppl. p. 464. Z. Mon. ]). 14. — Hami.s.
P. Z. S. 1895 p. 925; Id. M. J. IV. p. 12.
Es ist gewiß bemerkenswerth, daß diese an Arten so zald-
reichc Gattung — Mr. Hampson führt in seiner Classifikation
208 ihm bekannte Arten auf, in den M. J. IV. nur 22, Prof.
Stott. ontoniol. Zeit. 1903.
85
Fcniuld für Nord-Amerika 29 — in Suinutni bisher mit nur
einer Art vertreten ist. Da aber seine Höhengebiete für Klein-
lalter noch fast eine Terra incognita sind, so darf wohl ange-
nommen werden, daß sie noch manche Arten liefern werden.
Herr Snellen bietet in M. S. IV. p. 80 nur einen Repräsentanten
von Sumatra, dessen geringe Beschaffenheit seine Bestimmung
oder Beschreibung nicht zuließ.
355. malacellus üup. X. p. 61 PI. 270 f. 5. Hamps. M. J. IV.
p. 17. hapaliscns Z. Calfr. p. 7.
Die ungemein weit verbreitete Art, welche auch in Süd-
europa bis zum Corner-See vorkommt, erhielten wir von Soeka-
randa in einigen, meist geringen Exemplaren, welche ebenso wie
solche von West- Java, Pengalengan (Fruhstorfer) merklich in
der Größe gegen den Durchschnitt unserer Südeuropäer und gegen
solche von den Fidji-lnseln (Ribbe) und Tasmanien (Watkins)
zurückstehen, ohne sich aber sonst merklich von ihnen zu unter-
scheiden.
X. Galleriinae.
Doloessa Z. Iris 1848 p. 859. Thagora Walk. XXVIl. p. 205.
Hamps. M. J. IV. p. 4.
356. viridis Z. Is. 1848 p. 859. — Snell. Tijd. 27 j). 53.
Thagora figurana Wix\k. XXVII. p. 205; Hamps. 111. IX. p. 167
PI. 157 f. 8. — Id. M. J. IV. p. 5.
2 V$, F. 1/1895, D., von Herrn Snellen als die Zeller'sche
Art und unter Beifügung des unbedingt jüngeren Walker'schen
Gattungs- und Artennamens anerkannt; Mr. Hampson 1. c. muß
die Priorität nicht gekannt haben, da er den Z.'schen Namen
unerwähnt läßt. Herr Snellen erwähnt die Art auch von Celebes,
Mr. Hampson von Ceylon und Java. Für Sumatra meines
Wissens neu.
Mucialla Walk. XXXV. p. 1739. Hamps. M. J. IV. p. 5. —
Heteromicta Meyr. Tr. E. S. L. 1886 p. 273.
Mr. Hampson liefert 1. c. keine Charakteristik des Walker-
Stett. entomol. Zeit. 1Ü03.
86
seilen Genus Mvcialla, bezeichnet vielmehr nur .1/. miindella Walk,
von Borneo. ^elehe ich nicht vergleichen kann, als dessen Type.
Mr. Mejrick dagegen giebt 1. c. für seine Gattung eine Diagnose
und rechnet zu ihr außer drei von ihm benannten Arten die
Zellcr'sche latro und die nächstfolgende. Ich lasse es bei unserm
hier yvxQ in den Phjcitinen sehr wenig umfangreichen A'^ergleichs-
material dahingestellt sein, welcher der beiden Gattungsbegriffe
Geltung haben soll, wähle für den vorliegenden Zweck aber den
älteren Walker' sehen.
357. rufivena Walk. XXX. p. 960. Meyr. Tr. 188G p. 273:
Id. 1889 p. 521. Hamps. M. J. IV. p. 5 fig. 14. — Melisso-
blaples riifoccnalis Snell. Tijd. 23 p. 248; Idoni 27 p. 53
PI. 5 f. 10.
3 $$, F. 1/1895, D. und 1 $, West-Java, Pengalengan
(Fruhstorfer), im Mus. Stettin; ein r^ ist nicht vorhanden. Das
eine $ von Soekaranda wurde von Herrn Snellen als seine Art
anerkannt. Nach Snellen kommt die Art auf Java und Celebes
vor; Hamps. 1. c. nennt Ceylon, Shan States, Borneo und Neu-
Guinea als Heimath, letztere Insel auch Mr. Meyrick 1. c. —
Von Sumatra scheint sie bisher nicht bekannt gewesen zu sein.
Unsere Exemplare, von denen nur eines wohl erhalten ist, sind
viel dunkler und matter gefärbt als in der Snellen'schen Abbildung.
Namentlich treten die Längsstreifen weitaus nicht so lebhaft auf
dem dunkleren Untergrund hervor und die Hintcrflügel sind nicht
so intensiv gelb, sondern mehr graugelb gefärbt.
Nach der Hampson'schen Beschreibung und Abbildung des
(^ muß dieses wesenthch vom $, welches er nicht mitbeschreibt,
abweichen. Wir besitzen das ,^ nicht.
Lamoria Walk. XXVII. p. 87. Hamps. M. J. IV. p. 6.
358. planalis Walk. XXVII. p. 88. — Hamps. M. J. IV. p. 7.
Melissoblaptes bipunclanus Moore (nee Gurt.) L. C. III. p. 375.
1 ^, F. 12/1894, D., welches Herr Snellen als ihm unbe-
kannte Melissoblaptes bestimmt hatte, ziehe ich ohne Bedenken
Stett. entomol. Zeit. 1903.
87
hierher, iiuehdeiri wir die Art tuis Indien (Swiiihoe) benannt
erhalten hatten. Das Mus. Stettin besitzt sie sonst* noch in
meist sehr geringen Exemplaren von China (Dr. Seitz), West-
Java, Pengalengan (Fruhstorfer), Lombok, Sapit (Idem) und
Deutsch-Ostafrika, Mikindani (Reimer); auch Hamps. 1. c. führt
sie von Süd- Afrika, aus ganz Indien, Ceylon und Burma an. —
Ich möchte vermuthen, daß die von Herrn Snellen M. S. IV.
}). 80 ohne Namen nach drei zu schlechten Exemplaren auf-
geführte Art hierher gehöre.
359. fusconervella Rag. Nouv. Gen. et Esp. 1888 p. .^1.
Mr. Ragonot beschreibt diese Art 1. c, mit der Heimaths-
angabe Sumatra, weswegen ich sie als mir in natura unbekannt
hier nur aufführen kann.
Acara Walk. XXVI I. p. 198. Hamps. M. J. IV. p. 7.
Die Gattung wurde von Walker 1. c. nach dem riesigen $
von morosella Walk, von Silhet (28 lines Größe) aufgestellt,
diese dann teste Hamps. 1. c von Walk. (Cat. XXXV. p. 1768)
nochmals als Ertz-ica maximella (38 lines) von Java beschrieben,
die Gattung später von Mr. Hampson 1. c. begründet. In der
Tijd. 23 p. 249 beschrieb ferner Herr Snellen eine Galleria
macroptera von Celebes, die Tijd. 27 PI. 5 f. 11 abgebildet
wurde. Sie gehört meines Erachtens nach der Beschreibung
ebenfalls zur Gattung Acara und kommt in der Größe ($ 62 — 72,
,^ 7.5 mm Flügelspannung) der morosella Walk, nahe, für welche
Hampson 1. c. ,^ mit 50, $ mit 56—86 mm Flügelspannung
notirt.
Nachstehend beschreibe ich eine di'itte hierher gehörige
Art als
360. Dohrni nov. spee. PI. 1 f. 34,
welche ich nach Dr. H. Dohrn benenne. Das Mus. Stettin be-
sitzt davon 1 $, F. 4—6/1898, Held, und 1 ,^ 1 ?, bezeichnet:
Java occident., Mons Gede, 4000', 1896, von Herrn Fruhstorfer
erhalten. Das Sumatra-? versah Herr Snellen mit der Bemer-
Stett. entomol. Zeit. 1903.
88
kmiti-: ,.Kielit (Jlall. macroptera\ ich habe aucli 1 $ unbcnannt
und ohne Lokalität.'-' Größe: des Java-Q 40 mm, des .lava-$
52 mm, des Sumatra-$ 45 mm.
Im Flügelgeäder kommen alle drei Thiere ebenso wie in
der Beschaneiiheit der Fühler und Palpen, abgesehen von kleinen
speeifischen Differenzen, mit A. morosella Walk, überein, wie
sie von Hamps. 1. e. beschrieben und unter flg. 7 abgebildet ist;
namentlich /.eigen sie den hinteren Winkel der scharf ein-
gebuchteten üiscocellulare beider Flügel deutlich gegen den vor-
deren vorgezogen. Auch die für die Gattung charakteristische
Vorderflügelschwellung an der Basis der Costa markirt sich in
beiden Geschlechtern sehr deutlich; sie ist beim rj — so wie
Herr Snellen es für macroptera-o 1- c. p. 240 schildert — in
dem Umschlag „mit einer großen Menge graugelber Wolle ge-
füllf-S welche beim $ fehlt, also wohl den Duftapparat bildet.
Nach der Flügelform steht Dohrni der macroptera 8nel].
näher als der morosella Walk.; von letzterer besitzt das Mus.
Stettin 1 $, bezeichnet: „Jaintia Hills" (Swinhoe). Es ist ebenso
wie in der Hampson'schen Abbildung merkheh gestreckter und
schmalflügliger, als macroptera und Dohrni. Letztere scheint nach
unsern drei Exemplaren in Färbung und Zeichnung stark zu
variiren. Das ^ zeigt auf hellgelbgrauem, am deutlichsten an
der Basis des Dorsalrandes hervortretendem Untergrund, eine
lebhaft rothbraune Bestäubung, die sich , am intensivsten und
dunkelsten auf der Basis des Costalrandes markirt, von hier
allmähhg den Costalrand entlang bis zur Flügelmitte und nach
hinten zu bis zur halben Flügelbreite sich abtönend. Eine eigent-
liche Zeichnung tritt erkennbar nicht hervor, nur ist der Flügel-
außentheil wieder etwas dunkler rothbraun gefärbt, als der
mittlere Flügel, besonders dessen dorsaler Theil; ebenso setzen
sich die Franzen an. Ein sehr feiner schwarzer Punkt steht in
der äußersten Spitze des vorderen Discocellularwinkels. Auch
der Hinterflügel ist einfarbig glänzend graubraun ohne Zeichnung,
seine Franzen, mit deutlicher Theihmgslinie sind innerhalb der-
Stett. entomol. Zeit. 1903.
89
selben dunkelgraubraun, außen lichter. Seine Medianader zeigt,
an der Flügelbasis beginnend, bis zur Discoidalzelle eine feine
schopfartige Behaarung.
Die Unterseite beider Flügel ist zeichnungslos rothbraun, eine
bürstenartige Schwellung auf R. 1 des Vorderflügels markirt sich
durch ihre dunklere schwarzbraune Behaarung. Kopf, Fühler,
Palpen und Thorax sind fleischfarben, zum Theil mit einem rosa
Anflug; das (öliggewordene) Abdomen setzt gelbbraun an und
ebenso kann auch sein hinterer Theil gefärbt gewesen sein.
Von den beiden $$ ist das Sumatraner dem ^ am ähn-
lichsten gefärbt, im ganzen jedoch bedeutend matter und heller,
auch hier der Ansatz des Costalrandes und der Flügelaußentheil
am dunkelsten, rothbraun gefärbt, der Vorderflügelpunkt größer
und matter als beim ,^, Kopf und Thorax weniger lebhaft fleisch-
farben, Abdomenansatz gelbbraun, die Endsegmente mehr röth-
lich braun.
Die im afleemeinen öleichfarbi"" matt rothbraune Unter-
o O O
Seite beider Flügel läßt auf mehr als Dreiviertel ihrer Länge
eine schwach angedeutete dunkelgraue Querbinde eben noch
erkennen, welche am Hinterflügel nach hinten zu aber schon bei
R. 3 ganz verschwindet.
Merklich weicht hiergegen das Java-? in der Zeichnung
und Färbung ab, wenn auch nur so, daß ich an seiner Zugehörig-
keit zu dem i^ um so weniger zweifeln möchte, als es ver-
muthlich am gleichen Ort mit ihm gefangen wurde. Leider ist es
beiderseits auf der Flügelinnenhälfte etwas abgerieben, doch bleibt
auch so zu erkennen, daß der dorsale Theil dieser Hälfte wesent-
lich heller gelbgrau gefärbt und nur mit einzelnen dunkler
braunen Schuppenbüscheln besetzt war, der Costalrand dagegen
bis zur Flügelmitte und nach hinten zu bis zur halben Flügel-
breite dunkel rothsteinfarben, von der Mitte ab bis zur Flügel-
spitze jedoch hellgrau mit eingestreuten dunklen Schuppen gefärbt
ist. Diese helle Färbung des Apikaltheils schneidet mit einer
in der Flügelspitze selbst beginnenden fast geraden, bis zum
Slett. entomol. Zeit. 1903.
90
hinlcren Zellenschluß reichenden Linie ab, . hinter welcher der
FUinelaußentheil dunkelbraun mit hellgrau sieli ai)hebenden Rippen
(R. 2 bis R. 6) gezeichnet erscheint. Die Franzen setzen da-
gegen wieder lebhafter rothbraun an. Noch sind, an die Schräg-
linie anstoßend auf dem hellen Apikalfelde, drei im Dreieck zu
einander gestellte größere dunkelbraune Punkte auf mehr als
Dreiviertel der Flügellängc zu erwäbnen so^^ ie ein einzelner,
ähnlicher und gleich großer dunklerer Fleck auf etwa Dreiviertel
des Dorsalrandes vor dem Außen\\ inkel, um seine Breite vom
Rande selbst abgerückt.
Auch hier zeigt die Unterseite beider Flügel, jedoch viel
schärfer erkennbar und abgehoben, dafür aber kurz abgebrochen,
viel früher als bei dem Sumatra-^ verschwindend, den Ansatz
einer Querbinde.
Kopf und Thorax sind hier noch heller und matter als bei
jenem gefärbt, das Abdomen dafür oberseits dunkler graubraun,
unterseits hellsilberffrau. Die aus dem weißgrauen Analbusch
deutlich hervortretende glänzend hellbraune Legeröhre ist mit
feinen, stacheligen dunkelbraunen Haaren besetzt. Die bei diesem
Exemplar besonders gut erhaltene Kopfpartie läßt den in der
Hamj)Son'schen Gattungsdiagnose erwähnten schopfartigen Ansatz
der Stirn, welcher die Nebenpalpen völlig überdeckt, vortrefflich
erkennen.
XI. Ph.vcitinae.
Die nachfolgende Liste unserer Phycitinen kann nur als
sehr unvollständig, sogar in Bezug auf die im Mus. Stettin vor-
handenen Sumatraner Arten bezeichnet werden. Immer in Er-
wartung des endlichen Erscheinens vom Schlußband der Ragonot-
schen Monographie, über dessen Abschluß der verdienstvolle
französische Forscher der Wissenschaft durch den Tod entrissen
wurde, hatte ich es seit 1894 von Jahr zu Jahr hinausgeschoben,
mich mit dieser Gruppe intimer zu befassen. So kann ich hier
denn nur einen Theil des bei uns Vorhandenen als sicher fest-
Stott. entomol. Zeit. 1903.
91
gestellt aufführen. Einige Arten wurden mir von Herrn Snellen
als ^Neplwpteryx^ mir unbekannf-' bezeichnet. Da aber der
Ragonot'sche Gattungsbegriff von Nephopteryx sich mit dem
Snellen'schen nicht deckt (cfr. Rag. Mon. I. p. 25.5), Mr. Hampson
andererseits in seinen M. J. IV. p. 76 dieser Gattung, wie noch
mehreren anderen, z. B. Phycita, Rhodophaea, einen wesentlich
anderen Umfang gegeben hat, als die beiden genannten Autoren,
und ich selbst die erwähnten Arten weder nach den rudimen-
tären Ragonot'schen, noch nach den nur für die indischen Arten
aufgestellten Hampson'schen Tabellen sicher unterbringen konnte,
so hielt ich es für zweckmäßig, sie vorläufig ganz bei Seite zu
lassen. In der Reihenfolge der Gattungen bin ich der Ragonot-
schen Anordnung, soweit sie publizirt ist, gefolgt; die Hampson'sche,
in absteigender Linie rangirt, ist ziemlich die entgegengesetzte.
Cryptoblabes Z. Is. 1848 p. 644. Rag. Mon. p. 12.
Hamps. M. J. IV. p. 104.
361. dissolutella Snell. (Nephopt.-) M. S. IV. p. 81.
Rag. Mon. I. p. 19.
Die Art A\'urde von Snellen 1. c. nach 1 $ von Silago,
Sumatra beschrieben und nach diesem von Ragonot 1. c. neu
beschrieben und abgebildet; letzterer Autor führt die Lokahtät
als auf Celebes befindlich an. Wir haben sie bisher von Sumatra
PO wenig wie sonstAvoher erhalten.
Cathyalia Rag. Nouv. gen. p. 7, Id. Mon. I. p. 22.
362. deflandrella Rag. Mon. I. p. 23 PI. 18 f. 1.
1 ?, Unicum, F. 1.5/2—15/4 1897, D., glaube ich hier-
her stellen zu können, wenn es auch nicht völlig mit der eben-
falls nach nur 1 $ von Perak (coli. Stdgr.) beschriebenen Art
übereinstimmt.
Sandrabatis Rag. Mon. I. p. 203. Hamps. M. J. IV. p. 75.
363. crassiella Rag. Mon. Lp. 204 PI. 18 fig. 7.
Hamps. M. J. IV. p. 75 fig. 50.
1 ö", F. 12/1894, D., stark verletzt, aber durch die gut
Stett. entomol. Zeit. 1903.
92
erhaltenen plastischen Merkmale ebeiii-d wie (liirch das charak-
teristische Flügelgeäder leicht kenntlich, gelK'irt mit Sicherheit
hierher. Die Art war bisher nur von Indien und Ceylon be-
kannt. Herr Snellen bezeichnete mir 1895 Gattung und Art als
ihm unbekannt.
Canthelea AValk. XXXV. p. 1726. Rag. Mon. I. p. 233;
Hamps. M. J. IV. p. 8.5 (sub: Epicrocis').
364. oegnusalis Walk. XIX. ]>. 905. Rag. Mon. I. p. 234 PI. 9
f. 11. — aegmisalis Hamps. M. J. 1\. p. 85. — Ho7noeosoma
derasella Swinh. P. Z. S. 1885 p. 877 PI. 57 f. 19.
Ragonot 1. e. und Hampson 1. e. führen diese sehr weit
verbreitete Art als auf Sumatra vorkommend auf. Wir besitzen
sie dorther nicht, sondern nur von Nord-Australien (Watkins)
und Indien, Dhara Dhum (Swinhoe). Nach beiden angeführten
Autoren vaiiirt sie sehr erheblich.
365. saturatella Mab. {Myelois) Compt. rend. Soc. e. Belg. XXIII
p. XXVI; Rag. Mon. I. p. 235 PI. 20 f. 15.
W^ieder bei uns von Sumatra nicht vorhanden, aber nach
Ragonot 1. e. von dort sowie von Ost-Afrika aufgeführt und
deswegen auch hier.
366. stibiella Snell. Tijd. 15 p. 104 PL 8 f. 7—8; Id. M. S. IV.
p. 82 Qhjelois). Rag. Mon. I. ]). 235 PI. 9 f. 12.
Auch diese weitverbreitete Art, welche nach Snellen und
Ragonot auf Sumatra vorkommt, besitzen wir dorther nicht,
sondern 1 (J, durch Herrn Snellen beglaubigt, F. 12/1891 von
China, Hongkong (Dr. A. Seitz) und 1 $ von Deutsch-Ostafrica,
Kilwa (Reimer).
Thylacoptila Meyr. E. M. M. XXII, 1885 p. 105. Rag. Mon. I.
p. 321. Hamps. M. J. IV. p. 80 (sub: Nephopteryx) ]>. 80.
367. paurosema Meyr. 1. c. p. 106. Rag. 1. c. PI. 22 f. 14.
Hamps. M. J. IV. p. 81 lig. 52. — Biissa macuiella Rag.
Nouv. Gen. p. 24; Id. Mon. I. p. 322 PI. 13 fig. 21.
1 ,^, F. 1/1895, D., sehr gering, aber nach den Gattungs-
Stett. entomol. Zeit. 1903.
93
merkmalen noch sicher, namentlich durch Fühler, Palpen, Behang
der Mitteltibien und die Taschen der Hinterflügel beim Beginn
von R. Ic erkennbar.
Die nach Hampson auch in Afi-ika weit verbreitete Art
war von Asien bisher nur aus Assam und Ceylon bekannt.
Oligochroa Rag. Nouv. gen. p. 20. Id. Mem. I. p. 374.
Hamps. M. J. IV. p. 76, 83 (sub: Nephoptenjx Hb.)
368. coriacella Rag. Nouv. gen. p. 21. Id. Mem. I. p. 382
PL 12 f. 18, $, PI. 13 f. 16, ^.
In Mehrzahl (5 ^ 3 $), F. 12/1894, D., von Soekaranda,
sowie 1 $ von West-Java, Pengalengan (Fruhstorfer), 2 $$ von
Lombok, Sapit (Idem) im Mus. Stettin. Herr Snellen erklärte
sie 1894 für eine ihm unbekannte Nephopteryx, die auch er
von Java besäße, M'ährend Mr. Hampson ihr 1899 obigen Namen
gab. Mr. Ragonot beschreibt die Art I. c. nach 1 Sumatra-r^
(coli. Stdgr.) und 1 $ seiner Sammlung von Natal. Nach unserm
zahlreicheren Material möchte ich an der Zugehörigkeit des
Natal-$ zu dieser Art zweifeln. Das Mus. Stettin besitzt ein
noch unbenanntes rj einer Oligochroa, jedoch von Tasmanien
(Watkins), welches mir viel eher zu dem Natal-$ Ragonots zu
gehören scheint, während unsere coriacella-^^ den (^,^ viel
näher stehen, als das von Ragonot als solches beschriebene und
abgebildete (PI. 12 f. 18).
Nahe verwandt ist auch Ol. terrella Rag., von welcher
das Mus. Stettin 1 ,^ 1 $ aus Deutsch-Ostafrika, Kilwa (Reimer)
besitzt.
Caina Rag. Mon. I. p. 463. Hamps. M. J. IV. p. 446
sub: Tephris Rag.
369. deletella Rag. Mon. I. p. 466 PI. 18 f. 11. Hamps.
M. J. IV. p. 107 (sub: Tephris inaniteUa Rag. Nouv. gen. p. 25;
Id. Mon. p. 464 PI. 47 f. 7 (nondum edit).
1 ?, F. 1.5/2—15/4 1897, D., stelle ich unbedenldich zu
dieser Art, von welcher das Mus. Stettin ein von Rag. selbst
Stetf. ciitomol. Zeit. 1903.
94
otikettivtes indisches (Mhow) Exemplar durch Mr. Swinhoe be-
sitzt. Mr. Hampsoii 1. c. stellt die Art als Synonym zu inani-
tella und rechnet dazu sonst noch die Ragonot'schen Arten
micrella, deletella und ciniferella. Wir besitzen nur von letzterer
ein sehr geringes, wieder von Ragonot sell)st etikettirtes ^ von
Hyderabad (Swinhoe), nach welchem ich mir kein Urtheil bilden
kann, ob es artlich wirklich mit deleleUa identisch sei. Für
Sumatra ist die Art wohl sicher neu. Herr Snellen lehnte mir
1898 die Bestimmung dieses wie anderer Thiere mit dem Be-
merken ab, daß seine unbenannten Phycitinen noch nicht wieder
an ihn von Ragonot zurückgelangt seien, um damit vergleichen
zu können.
XII. Anerastiiuae.
Noch spärlicher als die Pliycifinae ist diese Gruppe in
unsrcr Sumatraner Ausbeute vertreten. Während Mr. Hampsou
in den M. J. IV. für Indien und Ceylon doch noch 39 Arten
als hierher gehörig aufliibrt und von Jnvix und Celebes aus der
Fruhstorfer\sehen Ausbeute im Mus. Stettin mehrere, z. Th. noch
unbestimmte Arten vorhanden sind, beschränkt sich unser Besitz
an Sumatra-Anerastiinen auf die eine nachfolgende Art.
Emmalocera Rag. Nouv. gen. 1888 p. 38. — Hamps. M. J. IV.
p. 61 (sub: Polyocha Z.)
Bei Aufstellung seiner Gattung bemerkt Rag. 1. c. unter
E. crenatella Rag., daß auch die Snellen'sche Art dazu gehöre.
Mr. Hampson 1. e. vereinigt dagegen die Gattungen Emma-
locera Rag. und Lodiana Rag. (Nouv. gen. p. 38} unter dem
älteren Namen Polyocha Z. (Isis 1848 p. 87G).
370. anerastica Snell. M. S. IV. p. 81 {Nephopteryx).,
Id. Tijd. 27 p. 54.
5 ,^^ 4 $?, meist F. 12/1894 und 1/1895, D., im Mus.
Stettin von Soekaranda und sonst noch von West-Java, Pen-
galengan (Fruhstorfcr) und von Lombok, Sapit (Idem), sowie
Stett. entomol. Zeit. 1903.
95
1 ^, F. 18/6 1891 von China, Shanghai (Dr. A. Seitz) und
1 (J 1 $ von Fergusson Isl. (A. S. Meek); Herr Snellen er-
wähnt sie auch von Celebes.
Unsere Sumatra-Exemplare wurden von Herrn Snellen be-
stätigt und von ihm dabei bemerkt, daß Polyocha diversella Rag.
Mon. I. PL 6 f. 21, $, für welche die Beschreibung noch fehlt,
die gleiche Art sei.
Für Indien ist die sonst augenscheinlich weitverbreitete Art
noch nicht festgestellt; wenigstens fehlt sie in den M. J. IV.
Hypsotropa Z. Is. 1848 p. 591. Hypsotropha Snell. M. S. IV.
p. 82. Hamps. M. J. IV. p. 54.
Zeller selbst sagt in der Anm. 1. c. : „t;(/'oc altitudo —
TQ8TTSIV flectere — ob palpos sursum flexos.'-' Es kann hier-
nach kein Zweifel bestehen, daß er mit dem Namen nicht hat
sagen wollen, die zugehörigen Thiere lebten auf Höhen, sondern
daß die Palpen aufgerichtet seien.
371. falsella Snell. M. S. IV. ]>. 82.
Die Art wird als von Sumatra stammend 1. c. nach 1 (J
von Goudmijn Verbeek beschrieben. Das Mus. Stettin besitzt
ein $ von West-Java, Pengalengan (Fruhstorfer) imd 1 $ von
Australien, Queensland (Rolle), welche ich glaube nach jener
Beschreibung hierher rechnen zu dürfen. Von Sumatra haben
wir sie nicht.
XIII. Pterophoriiiae.
Im Sinne neueren Classifikatoren schließe ich hier die
Pterophorinen an, welche Mr. Hampson in seiner Phylogenie der
Pyraliclae, M. J. IV. p. 1 von den Pyraliden ausschließt und
Mr. Ragonot, Ann. S. E. Tr. 1891 p. 444 als gleichAverthig mit
diesen, den Tortricincn und den Tineinen ebenfalls hierher stellt.
Neuerdings hat dann auch der Stdgr.-Rebel'sche Katalog von 1901
sie als II. Pterophoridae hinter die Pyraliclae als I. gestellt.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
96
Steganodactyla Wlsm. E. M. M. XXVII. p. 241.
372. concursa Wlsm. 1. c.
1 $, F. 10/1894, D., leidlich erhalten, stimmt gut zu der
Beschreibung, welche nach einem erzogenen ^ von Ceylon ge-
macht wurde. Ich weiß nicht, ob diese interessante Art seit
1891 noch wieder und anderswo beobachtet worden ist. —
Wie schon der Autor hervorhebt, ist die Gattung nahe ver-
wandt mit Ochyrotica Wlsm., deren einzige bisher bekannte
Art, fasciata Wlsm., das Mus. Stettin in einem Pärchen eben-
falls von Espiritu santo (Fruhstorfer) besitzt, von wo das typische
Exemplar im Mus. Wlsm. stammt.
Sphenarches Meyr. Tr. E. S. L. 1886 p. 8.
373. caffer Z. L. E. VI. p. 348. Wlsm. — anisodactylus Walk.
XXX. p. 934. — Sijnophnjs Mejr. Tr. E. S. L. 1886 p. 17.
Das Mus. Stettin besitzt nur 1 ,j der weit verbreiteten Art,
F. 2/1895, D., von Soekaranda, welches von Herrn Snellen uns
als hierher gehörig bestätigt wurde, sonst nur noch 1 $ von
Süd-Japan, Kiusiu, dessen Zugehörigkeit aber nach Maßgabe
seiner Beschaffenheit nicht völHg sieher erschien.
Für Sumatra habe ich die Art bisher noch nicht erwähnt
gefunden.
Pterophorus Geoffr. Hist. abr. Ins. II. p. 24, 90. Wlsm. E. M. M.
1897 p. 41. Rbl. Cat. 1901 p. 75. Älucifa Meyr. Tr. E. S. L.
1890 p. 487. Subgen. Leioptilus Wallgr. 1859 et auclor.
374. spec. X.
2 rjr^, F. 1/1895, D., von Soekaranda, sind in ihrer
Qualität so gering, daß ich sie hier nur ohne Beschreibung auf-
führen möchte. Von der Flügelspannung unserer größeren
microdactyltts Hb. -scheint die Art der mitteleuropäischen invlae Z.
in Färbung und Zeichnung am nächsten zu stehen.
Stett. cntomol. Zeit. 1903.
97
Alucita L. S. N. cd. X. p. 496. Wlsm. E. M. M. 1897 p. 41.
Rbl. Cat. 1901 p. 73. Aciptilia Hb. et auctor.
375. similalis Walk. XXX. p. 949. Wlsni. Tr. E. S. L. 1881 p.282.
Id. 1897 p. 36. — mcdacensis Z. Hör. XIII. 1877 p, 485.
3 ^^ 2 $, F. 1/1895, D., durchweg stark geflogen, wurden
uns von Herrn Snellcn als zu dieser Art gehörig bestimmt. Wir
besitzen sie sonst noch in ebenso geringen Exemplaren von der
Insel St. Aignan (A. S. Meek). In Afrika und dem indo-
malayischen Gebiet scheint die Art weit verbreitet zu sein, wäh-
rend sie aus dem von Neu-Guinea bisher noch nicht bekannt war.
Auf eine Aufzählung der in die beiden Faltergruppen der
Tortricinen und Tineinen gehörigen Gattungen und Arten unsrer
Sumatra-Ausbeute muß ich verzichten, trotzdem sie eine bedeu-
tende Zahl davon enthält. Das Vorhandene ist dafür jedoch
nicht genügend durchgearbeitet und namentlich fehlt es mir an
einem ausgiebigen Vergleichsmaterial und an der einschlägigen
Literatur, zunächst schon an derjenigen über die indische Fauna,
die meines Wissens noch der Bearbeitung durch Lord Walsingham
harrt, wie dies von Mr. Hampson in den M. J. I. p. VIII. an-
gedeutet wird.
Neue Pyraliden aus dem tropischen Faunengebiet
lieschi-iebcn von Major Ed. Hering.
Aus der großen Zahl noch unbenannter Arten von exotischen
sogenannten Kleinfalteru, welche das Museum Stetün besitzt und
deren Bestimmung ausstehen muß, bis mir die ganze einschlägige
Literatur zu Gebote steht und womöglich ein Vergleich mit den
Typen der großen Sammlungen, namentlich in England, statt-
gefunden hat, greife ich diesmal einige wenige heraus, deren
Beschreibung ursprünghch in Anmerkungen zu der vorstehenden
Stett. entoniol. Zeit. 1903. 7
98
Arbeit über Sumatra-Pjralidon an der durch das System be-
dingten Stelle beabsichtigt war. Es wurde mir dann aber nahe-
gelegt, sie als Anhang gesammelt erscheinen zu lassen, was
hiermit gesehen soll.
1. Macna Walk, praetextata mihi (Taf. I. ilg. 1).
2. Pagyda Walk, quinquelineata mihi.
3. Pachynoa Lcd. Fruhstorfeii mihi.
4. Cydalima Led. fimbriata mihi.
5. Margaronia (Hb.) Walk. Seitzialis mihi.
6. Glyphodes On. praefulgida mihi (Taf. I. f. 25).
7. Cirrhochrista Led. Grabczewskyi mihi.
8. Eucallaenia Snell. Eagonoti mihi.
0. Chilo Zink, boxanus mihi.
1. Macna ^^'alk. (cfr. Stett. c. Z. 1901 p. 17) praetextata mihi
(Taf. I. iig. 1).
Mr. Hampson führt in seiner Classification of the Chrysau-
ginae, P. Z. S. 1897 p. 042 als zu Macna Walk, gehörig Aier
Arten auf, von denen zwei dort neu l)cschriebene dem malavischen
bez. australischen Gebiet angehören. Das Mus. Stettin erhielt
diese fünfte neue Art aus Nord-Borneo vom Kina Balu in zwei
wohlerhaltenen Pärchen von Herrn Rolle.
40 — 42 mm Flügelsi)annung, die $$ etwas größer als die ,^,^.
Vorderllügcl ähnlich geschnitten, wie die von plalychoralis Walk,
und poDialis Walk., der Außenrand jedoch bei R. 4 nicht so
scharfeckig nach außen gebogen und zwischen ihr und der
Flügelspitze nicht so tief eingebogen, wobei der Außenrand im
ganzen weniger aezackt erscheint. Auch die Hinterflüoel sind
in ihrer Außencontour gleichmäßiger gerundet, so daß die Flügel-
spitze sowohl als die Innenrand?ecke weniger scharf vorspringen.
Die Palpen, von der gleichen Länge wie bei den genannten
stett. entomol. Zeit. 190;i.
99
Arten, sind merklich breiter nach unten behangen, das Basal-
glied bogenförmig nach unten vorspringend, das mittlere längste
mehr gerade, während das Endglied, beiderseits stark behangen
und fein an das Mittelglied ansetzend, rautenförmig mit scharfer
Endspitze geformt und nach oben gebogen ist, namentlich bei
den $$, wodurch die Palpen einigermaßen an die von Gelechiden
erinnern. Die Beine sind schlanker, länger und spitzer, die
vorderen und hinteren ohne die starke Behaarung, wie sie sich
bei den beiden genannten Arten findet; nur die mittleren zeigen
diese Behaarung bis zum Tarseneinsatz, während die schlanken
Tarsen selbst unbehaart sind.
Grundfarbe von Kopf. Palpen, Thorax, sowie der Vorder-
flügelinnenhälfte und der Hinterflügel — letzterer bis auf einen
schmalen Außenrand — chokoladenbraun mit einem violetten
Anflug, der Außenhälfte der Vorderflügel (bis auf deren wieder
dunklereu Randtheil) ebenso wie der Hinterflügelaußeurand hell-
relifaiben mit eingestreuten feinen chokoladcnfarbenen Punkten.
Der dunkle Vorderflügelinnentheil schneidet gegen, den äußeren
mit einer auf der Zelle nach außen vorspringenden, darauf bogen-
förmig gefühlten sammetschwarzbraunen Linie derart ab, daß die
Theilung beider an der Costa auf Zweidrittel der Vorderflügel-
länge beginnt und mit einem echmalen Auslauf am Innenrand-
winkel endigt. Ziemlich parallel mit dieser begrenzenden Außen-
linie des dunklen Theils läuft — nach innen zu — eine ebenso
dunkle Schräglinie, welche jedoch auf Zweidrittel des Dorsal-
randes in diesen ausläuft. Eine feinere und fast gerade leicht
gewellte Q.uerliuie beginnt sodann noch weiter nach der Flügel-
basis zu auf etwa 1/5 des Costalrandes und endigt auf 1/3 des
Dorsulraudes in diesen; zwischen ihr und den beiden äußeren
Begrcnzungslinien zeig« n namentlich die beiden $.$ noch die An-
deutung einer vierten, gewellten, am Dorsalrande gegen die beiden
äußeren etwas divergirenden Querlinie. Der helle Flügelaußen
theil wird nach dem Außenrand zu fast geradlinig durch eine
kurz vor der Flügelspitze beginnende, auf den AußenM'ink(l zu-
Stütf. cnloniol. Zeit. 1903. 7-
100
laufende feine schwarzbraune Linie begrenzt, hinter welcher der
breite Saum bis zum Franzenansatz ziemlich so gefärbt ist wie
die Flügelinnenhälfle. Nur in seinem mittleren Theil, zwischen
R. 2 und R. 7, schließt sich an die gerade Grenzlinie eine im
allgemeinen bogenförmige, zwischen R. 3 und R. 4 besonders
scharf nach außen gebuchtete, im ganzen auch noch, mehr oder
minder stark gewellte feinere rehfarbene, beiderseits dunkel ge-
säumte Außenlinie an.
Der breite dunkle Innentheil der Hinterflügel zeigt auf ein
Drittel und auf der Mitte zwei im ganzen parallele, schwarzbraune
bogenförmige Querlinien, deren innere früher verlischt, AA^ährend
die äußere fast den Innenwinkel erreicht. Auf dem hellen Außen-
theil markirt sich zwischen Innenwinkel und R. 3 eine scharf
gewellte Linie. Die Franzen beider Flügel setzen mit einer
schwarzen, auf den Yorderlliigehi strichförniig unterbrochenen
Saumlinie an, hinter welcher der Franzeninnensaum selbst als
hellgelbliche feine Linie ansetzt, während ihr Außentbeil einfarbig
die Flügelgrundfarbe zeigt. Auf der Flügelunterseite markiren
sich an den Hinterflügeln die beiden Parallellinien breiter und
deutlicher als auf der Oberseite; auch ist der hellfarbene Außen-
tbeil beider Flügel hier lebhafter röthlich rehbraun, nach der
Vorderflügelcosta zu mit orange x4nhauch gefärbt. Die Tasche
an der Vorderflügelcosta ist nicht, wie bei den beiden grünen
Arten, äußerlieh woflig behaart, sondern ebenso glatt wie der
übrige Flügel, wodurch ihre Contouren, namentlich die des bogen-
förmigen Innenrandes, sich schärfer von dem Flügel selbst ab-
heben. Bemerkenswerth sind noch die rauhsclmppigen Patagien
sowie zwei büschelförmige Wulste am Thoraxhinterrand. Das
Abdomen setzt hcllgelbgrau an, verdunkelt sich allmählig auf
dem ersten und zweiten Ring zur Plügelgrundfarbe, welche auch
seine Unterseite zeigt; dasselbe gilt von der Außenseite der
Hinterbeine, während sie innen hefler rehbraun gefärbt sind. Die
Tarsenglieder endigen mit feinen ockerfarbenen Ringen.
Stott. entomol. Zeit. 1903.
101
2. Pagyda Walk. (cfr. Stett. e. Z. 1901 p. 219)
quinquelineata mihi.
Das Museum Stettin besitzt von Yokohama (Stichel) in
4 Exemplaren eine Art, die mit keiner der mir bekannten Pagyden
übereinkommt und auch Herrn Snellen unbekannt war. Sie hat
wie amphisalis Walk, nominell fünf gleichwerthige Querlinien, ist
aber von ihr Avie von salvalis Walk, und discolor Swinh., als
den nächstverwandten, welche ich in natura kenne, so verschieden,
daß ich sie hier beschreiben will.
Größe ziemhch gleichmäßig, wie die der größten salvalh
und kleiner als arhiter.
Grundfarbe viel heller gelb als die von ampUsalis und
sogar von salvalh: ein stark glänzendes Strohgelb, etwa wie
das von auroralis Moore. Die Zeichnungsliuien breiter und ver-
schwommener als bei amphisalis, nicht wie dort, gesättigt hell-
chokoladenbraun, sondern lebhaft gelbbraun. - Vorderflügelbasis
hier schon von dieser gelbbraunen Farbe, bei amphisalis von der
Flügelgrundfarbe. Zwischen der sog. ersten Querlinie und der
Flügelbasis, breiter als letztere, namentlich im Anfang am Costal-
rand, eine deutliche Zwischenlinie, etwas schräger gestellt als
die erste Linie und daher mit ihr am Dorsalrand convergirend.
Die erste Querlinie, auf ein Viertel der Flügellänge, in ihrem
Verlauf ebenso wie die Zwischenlinie, ohne bemerkbare Krüm-
mung, also ganz gerade, am Costalrand ebenso wie die beiden
folgenden (und nur diese) mit einem schwarzen Fleck am Costal-
rand beginnend und ebenso wie die nächste den Dorsahand
erreichend. Die sog. zweite (in der Zählung also die dritte)
Querlinie, beginnt nicht unmittelbar am Costalrand, sondern mit
einem geringen Abstand von ihm, ist wie die gleiche bei am-
phisalis noch steiler gestellt als die vorige, so daß sie mit dieser
wieder nach dem Dorsalrand zu convergirt. Die nächstfolgende,
vierte ist, wieder wie bei amphisalis, eine Halblinie, vom Costal-
rande bis zur Flügelmitte reichend, aber nicht wie bei jener
o-erade oder nach außen etwas convex (beides kommt bei am-
Stett. entoniol. Zeit. 1903.
102
phisalis vor), f^oudern in der Mitte deutlich coiicav gebogen.
Die nächste, fünfte it^t die breiteste und gleichzeitig verechwom-
menste von allen, sehr £cluäg gestellt und nach außen zu deutlich
convex gebogen. Die vierte Halblinie mündet in sie auf R. 4
und bildet somit eine Gabel mit dieser, während bei amphisalis
beide getrennt bleiben. Der Flügolrand ist viel deutlicher und
bestimmter als bei amphisalis so dunkel gefärbt, wie die ver-
waschene fünfte Querlinie ^ dafür ist die Saumlinie viel ver-
loschener als bei amphisalis, die Franzen, auf ^3 von ihrer Basis
mit dunklerer, feiner Theilungslinie hellstrohfarben, am Außen-
winkel weißlich. Die Hinterflügel zeigen in gleicher Lage wie
bei amphisalis, aber auch hier breiter und verschwommener, die
drei Querlinien, von denen die mittelste, mit der dritten Halb-
linie convergirend, am Anal winkel mit einem breiteren, fleck -
artigen, nach der Flügelbasis zu allmählig sich abtönenden Wisch
endigt. Flügelrand und Saum sowie die Franzen sind denen des
Vorderflügels analog gefärbt. Koj)f und Thorax sind merklich
heller, strohgelb als bei amphisalis, die Fühler des q deuthcher,
wenn auch nur sehr fein bewimpert, das vorletzte Abdominal-
segment zeigt genau die Zeichnung mIc bei amphisalis.
3. Pachynoa Led. (cfr. Stett. e. Z. 1901 j). 226, sub: Äphyto-
ceros Meyr.) Fruhstorferi mihi.
Das Mus. Stettin erhielt als Unicum ein $ einer sehr großen
Pachynoa Led. von Nord-Celebes, Toli-Toli (Fruhstorfer), welches,
in Habitus und Größe der P. spilosomoides Moore, in Färbung
der pnrpuralis Walk. (= Lederen Snell.) und der pcctini-
cornalis Gn. am nächsten kommt, von ihnen aber sonst durch-
aus verschieden ist. Eine gewisse Aehnlichkeit wird auch mit
der mir in natura unbekannten hyalosticta Hamps. P. Z. S. 1899
p. 197 vorhanden sein, die aber bei nur 26 mm exp. bedeutend
kleiner sein muß. Auch maernlalis Walk. XIX. p. 1000, Swinh.
Cat. East. Heteroc. 1900 p. 525 PI. 7 f. 1 muß nach dieser
anscheinend nicht sonderhch charakteristischen Abbildung mit
stett. Piitomol. Zoit. 11103.
103
dem ei-A^ähnten Thier zwiiy verwandt, aber doch von ihm wesent-
lich verschieden sein. Sie stammt von Nord-Borneo, Sarawak.
Größe: ca. 47 mm (beide Flügelspitzen etwas verletzt),
also wie die größten thoosalis Walk. Kopf und Stirn lebhaft
orangefarben gelb mit eingestreuten rothen Schuppen. Palpen
merklich länger und zugespitzter als bei pnrpuralis-,^, Basal-
und Mittelglied oberseits und seitlich schwarzbraun, unten hell-
gelb, Endglied orangegelb mit gebräunter Sjjitze; Fühler ver-
hältnißmäßig kurz wie bei den verwandten Arten, unbewimpert,
einfarbig rothbraun. Thorax, stark verletzt, anscheinend dunkel-
rothbraun. Abdomen: erstes Segment oberseits wie der Kopf
gefärbt, die nächsten sechs oberseits dunkelrothbraun, die letzten
drei davon oben am Segmentende mit einem orange- und roth-
gemischten Fleck, das Analsegment ganz in dieser Färbung, am
Ende mit zwei tiefschwarzen kleineu Punkten, der Afterbusch
hellgelb mit eingestreuten röthlichen Schuppen. Unterseite des
Abdomens milchweiß, von der dunklen Färbung der Oberseite
durch je eine verloschene gelbe Längshnie abgegrenzt. — Grund-
farbe beider Flügel, nur an den Flügelaußentheilen hervortretend,
ähnlich wie bei pectinicornalis^ aber lebhafter hellorangegelb,
P'arbe der überwiegenden Zeichnung ein fahles Dunkelrothbraun,
weitaus nicht so klar und leuchtend, als das Violettpurpur von
pttrpui'alis Walk. Die dunkle Zeichnung erstreckt sich von der
Flügelbasis über die ganze Flügelbreite bis etwa zu Zweidritteln
der inneren (dorsalen) Flügellänge und grenzt sich hier mit einem
nach außen convexen Bogen, mit etwas 'gezackter Begrenzung,
gegen die Flügelgrundfarbe vom Dorsalrand bis an R. 5 ab, um
vor R. 5 bis zur Flügelspitze, in gezackten Absätzen allmählich
sich zuspitzend, fortzulaufen. Ein unregelmäßig runder Fleck in
der Zelle, etwa auf 1/5 von der Flügelbasis entfernt und ein
kleinerer am Dorsalrand auf dessen Mitte, beide in der Flügel-
gruudfarbe, unterbrechen die dunklere Zeichnung. Ein punkt-
artiger schwarzer Diskocellularfleck markirt sieh deutlich auf
dem dunklen Zeichnungsuntergrund. Der helle Flügelaußentheil
Stett. entomol. Zeit. 1903.
104
zeigt auf der Grundfarbe ein stark gezacktes, am Dor^alrand
über dem Außenwinkel mit einem größeren Fleck beginnendes,
bei R. 6 in der Costalfärbung verschwindendes Mareinalband.
Die stark verlelzten Franzen scheinen sich hellgelb ohne scharfe
Saumlinie an den Flügelrand anzusetzen. Die HinterOügel sind
nur bis zur Flügelmitte (am Costalrand) dunkelrothbraun und
von hier zum Analwinkel fast geradlinig mit orangeroth ab-
getöntem Kaud getheilt^ die sich anschließende Flügelaußen-
hälfte hat die Grundfarbe der Vorderflügel, darauf aber am
Außenrand zwei uni'cgelmäßig gezackte röthlich orange schmale
Marginallinien, deren äußere, kurz vor der Flügelspitze beginnend,
nur bis R. 4 sich nach hinten ausdehnt, während die innere am
Anahvinkel mündet. Auf der Unterseite tritt die dunkle Zeich-
nung in großen Flecken und Punkten auf mattgelbem Untergrund
hervor. Die Beine, soweit vorhanden, zeigen keine bemerkens-
werthen Auszeichnungen.
Herr Snellen, welcher das Uuicum sah, bemerkte 1897
dazu: „Scheint mir das $ von Pachynoa Ledereri Snell. Tijd. 35
zu sein.^' Er hatte 1. c. p. 164 die letztere Art nach einem
abgeflogenen r^ aufgestellt, aus dessen Zustand sich auch die
verhältnißmäßig matte Farbe der Zeichnung in der Abbildung
(PI. 10 f. 8) erklärt. Das Mus. Stettin besitzt aber 3 ci 2 $
von purpnralis (= Ledereri), die meist tadellos sind. Sie zeigen
die Zeichnung, welche auf der Abbildung in- ihren Conturen vor-
züglich wiedergegeben ist, in strahlendem Purpur violett, die ^^J
mit starkem schwarzgrauen, am Ende tiefschvvarzen Analbuseh,
der an seinem Ansatz von einem Kranz hellgrauer, schwach
röthlich irisirender lockiger Schuppen umgeben ist, vor Mielchen
das Ende des vorletzten Segments sich mit einem lebhaft orange-
farbenen schwarz punktirten Ring an den oberseits })urpur-
violetten, unten hellgelben Leib anschließt. Bei den $$ dagegen,
welche im übrigen den ,^,^ völlig conform sind, ist der schwächere
Analbusch einfarbig hellgelb, am äußersten Ende dunkler, fast
orange und oben mit einigen wenigen eingestreuten schwarzen
Stott. entompl. Zeit. 1903.
105
Sehlippen versehen. Auch das $ hat gekämmte Fühler, wenn
auch nicht so stark wie das ,^. — SchheßUch ist noch zu be-
merken, daß die Flügel bei sehr schrägem Verlauf des Außen-
randes in beiden Geschlechtern von purpiiralis sehr scharf zu-
gespitzt sind, was bei unserer Art ebenso wie bei spilosomoides
und peclinicornalis bedeutend weniger der Fall ist. Sehr be-
merkenswerth ist bei purpuralis-,^ auch noch der sehr starke,
oben dunkelpurpurviolette, unten weißliche Behang der Mittel-
und Hinterbeinschienen und Tibien, welchen Mr. Hanipson P. Z. S.
1899 p. 19(> in der Gattungsdiagnose erwähnt, -während ich in
der Snellen'schen Beschreibung darüber nichts gesagt finde.
4. Cydalima Led. (cfr. Stett. e. Z. 1901 p. 240) fimbriata mihi.
Das Mus. Stettin besitzt ein ,^, Unicum, von Nord-Celebes,
Toli-Toli (Fruhstorfer), welches nächstverwandt mit Cyd. Pfeifferae,
aber doch so verschieden ist, daß ich es hier als neue Art
charakterisiren möchte. In der gestreckten Flügelform, dem vor
der Spitze stark gebogenen Vorderflügel-Costalrand, dem schrägen
Außenrand kommt das Thier der Cyd. laticostalis Gn. am
nächsten, unterscheidet sich von ihr sowie von mysteris Mejr.,
die wir in 1 ,^ von Java, Pengalengan (Fruhstorfer) besitzen
und welche ihr im übrigen am ähnlichsten ist, sofort durch die
ähnlich wie bei Pfeifferae, von oben gesehen nicht rein weiße,
sondern perlmuttergraue Grundfarbe, welche seitlich betrachtet,
viel intensiver als bei allen nächstverwandten, lebhaft violett-
bläulich schillert. Der Costalrand ist so schmal wie bei Pfeifferae,
aber ohne deren lebhaften Metallglanz, violettlich schwarzbraun,
die Zellenmakel wieder wie bei ihr, durchsichtig weißgrau, nach
außen zu schwarzbraun begrenzt. Der Innenrand desselben ver-
läuft gleichmäßiger, d. h. ohne die scharfen Zackungen, welche
sich bei Pfeifferae namentlich bis zur Zellenmakel bemerkbar
machen. Der Außenrand beider Flügel zeigt das breite, ab-
getönte dunkle Marginalband der letzteren nur andeutungsweise
schmal, dagegen den metalhschen Randsaum und die Franzen-
Stett. entomol. Zeit. 1903.
106
larbung- ebenso wie bei ihr, die Zellenniakel des Hinterflügeib
aber weniger deutlich und nicht po lang gestreckt. Die Fühler-
basis (nur an dem einen Fühler intakt) erscheint niclit so stark
knotig, der dornartige Ansatz leiuer und spitzer, die Fühler
selbst schlanker, der Schaft ganz ungekrümmt. Kopf, Thorax,
Abdomen und Hinterbeine sind so stark verletzt (von letzteren
nur eines, augenscl einlich stark abgerieben vorhanden), daß sre
für die Besehreibung nicht geeignet sind. — Herr S: eilen erklärte
das Exemplar für eine Cydalima nov. spec. bei Elicesialis.
5. Margaronia (Hb.) Walk. (cfr. Stett. e. Z. 1901 p. 254),
Seitzialis mihi.
Es sei hier kurz eine Art charakterisirt, welche das Mus.
Stettin, von Santos in Brasilien stammend und mit dem Fang-
vermerk: F. 27/11. 1889 versehen, in einem männlichen Exem-
])lar als ünicum der Liberalität des Herrn Dr. A. Seitz, Direktor
des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M., verdankt. Neuer-
dings sind dann noch successive 2 $$ von Venezuela, Merida
(Speyer) hinzugekommen, die ich ohne Bedenken als zu jenem ,^
gehörig ansehe.
Flügelspannung 34 mm, bei ziemlich robustem Körper doch
"schlank und schmalflügeliger als nilgirica Hamps.; Vorderflügel
mattglänzend, hellseegrün, am Außenrand mit glänzend gelbem
Anflug ohne alle Zeichnung, nur die Rippen etwas dunkler grün
gefärbt, Hinterflügel einfarbig weiß, mit leichtem heflgrünlichem
üeberhauch, am Außenrande vermehrt grünlich schillernd und auf
der ganzen Fläche schwach violett irisirend, die Kip]jen auch hier
in mehr gelbhchgiüner Färbung durchschinmiernd. Franzen beider
Flügel gelblichweiß, sämmtliche Beine einfarbig Meiß, ungezeichnet,
Palpen ober- und unterseits schneeweiß, an der Außenseite dunkel-
graubraun ; Stirn weiß, Halskragen grünlichweiß, Thorax und Ab-
domen von der Vorderflügelgrundfarbe, letzteres unterseits ursprüng-
lich anscheinend grünliehweiß; Afterbusch sehr ausgezeichnet durch
seine hellgrüne, unterwärts gelbhchgrüne Färbung. — Herr Snellen,
stett. entomol. Zeit. 190U.
107
welcher das Thirv 1894 sali, bemerkte dazu: y^Margaronia,
nov. spec., sehr ausgezeichnet durch die weißen HinterfHigel.*''
6. Glyphodes Gn. (cfr. Stett. e. Z. 1901 p. 260)
piaefulgida mihi (Tafel I. f. 25).
Diese schon früher im Mus. Stettin in 2 $$ von der Delagoa-
Bai vorhandene Art erhielten wir später in mehreren Exemplaren
beider Geschlechter aus Deutsch-Ostafrika, Kilwa (Reimer).
Größe sehr wechselnd, 16 — 22 mm Flügelspannung. Grund-
farbe von Körper, Beinen und Flügeln ein strahlendes, auf letzteren
stark violett opalisirendes Sehneeweiß, welches über Zweidrittel
der Vorderflügel — und noch mehr der Hinterflügelfläche ein-
nimmt. Das reinweiße Abdomen, welchem ebenso wie dem
Thorax ein dunkler Längsstreif ganz abgeht, bildet ein besonders
unterscheidendes Merkmal der Art. — Zeichnung der Vorderflügel:
Der Costalrand, an der Flügelbasis beginnend und bis zur Sub-
costale hinüberreichend, nach innen zu unregelmäßig und wenig
tief gezackt bis zur Mitte des Costalrandes, lebhaft rothbraun
ohne Glanz, hier sich zu einem schräghegenden Dreieck mit ab-
gestumpfter, nach dem Innenwinkel zu gerichteter Spitze ver-
breiternd, das Dreieck dunkelbraun umsäumt, in seiner Mitte ein
schräggestellter mäßig metallisch glänzender Diskocellularfleck.
Der Flügelaußenrand breit, auf ^^.^ der Flügellänge beginnend
über seine ganze Fläche rothbraun gefäi'bt, in seinem Außentheil
lebhaft metallisch opalisirend, der Innenrand dieser Fläche schwarz-
braun gesäumt, mäßig geschweift, in der Mitte am stärksten
convex, am Costalrand einen kleinen Raum iu der weißen Grund-
farbe aussparend. Unter der Flügelspitze ein hakenförmiger
schneeweißer und zwischen seiner Spitze und dem Innenrand
dieser Außenbinde ein zweiter, sehr feiner weißer Fleck von
unbestimmter Form, bei den einzelnen Exemplaren in seinen
Conturen wechselnd. Der Außenrand selbst bis kurz vor dem
Außenwinkel in wechselnder Breite weiß, dahinter eine schwarz-
braune Marginaliinie. Die Franzenbasis dunkelgrau mit deuthcher
stett. entomol. Zeit. 1903.
108
Theilungslinie, nach außen und nach dem Außenwinkel zu all-
mülilig heller werdend. Die Hinterflügel strahlend schneeweiß,
opalisirend; der Außenrand mit einer breiten, fleckartigen, nur
bis K. 3 reichenden Marginalbinde, welche an der Flügelspitze
mehr sehwarzgrau gefärbt, nach der Flügelmitte zu die analoge
Färbung annimmt, wie der Vorderflügelraiid. Ihr liinenrand von
fast geradlinigem Verlauf, nur im hinteren Theil tief schwarz-
braun gesäumt, wie die ganze Marginalbinde des Vorderflügels.
Der Außenrand der Binde linienartig leicht weiß gCv^äumt, nach
der Flügelspitze zu etwas breiter. Das ganze Analfeld des Hinter-
flügels bis R. 3 sehnee^Nciß, an den Franzen hier kaum an-
deutungsweise graubraun gefärbt. Franzen analog 'denen der
Vorderflügel bis R. 3 gefärbt, von da an fast schneeweiß mit
Andeutung einer hellgelbbraunen Saumlinie. Palpen verhältniß-
mäßig lang ausgespitzt, dunkelbraun, unten weißlichgelb, ^oben
schneeweiß mit schwärzlicher Spitze. Fühler kräftig, auch beim
(^ unbewimpert, intensiv ockergelb. Die Patagien nur am Schulter-
einsatz lebhaft rothbraun, sonst ebenso wie Kopf und Thorax
schneeweiß mit leicht gelblichem Ton. Afterbusch kaum merk-
lich hellgelbgrau gefärbt, desgleichen die Vorderbeine am Knie-
gelenk. Unterseite zeichnungslos, nur die Zeichnung der Ober-
seite durchschimmernd.
7. Cirrhochrista Led. (cfr. Stett. e. Z. 1903 p. 71)
Grabczewskyi mihi.
Wir erhielten diese Art in einem, von Kamerun,
West-Afrika stammenden, nicht ganz frischen $ von Herrn
v. Grabczewsky in Lana.
Flügelspannung 25 mm und danach in der Größe uusrer
mittleren aetherialis, deren größte Exemplare 38 mm jnessen.
Der aetherialis am nächsten stehend, aber mit erheblich
weniger und viel matter gefär))ter Zeichnung und sofort unter-
schieden durch die zeichnungslosen Hinterflügcl und (Uncli eine
stett. entomol. Zeit. 1903.
109
Reihe kleiner schwarzer Rand punkte am Saum beider Flügel,
welche bei aetherialis ganz fehlen. Grundfarbe beider Flügel-
paare ein nicht so schneeweißes, sondern leicht gelbliches, dafür
aber mehr glänzendes Kreideweiß, als bei aetherialis. Der Costal-
rand des Vordertlügels zeigt im allgemeinen die gleiche Zeiehnungs-
anlage wie aetherialis., aber matter hellledergelb als diese, sonst
gleichfalls dunkler umrandet, die drei Keilflecke nicht so weit wie
bei jener zur Flügelmitte hinüberreichend, namentlich der basale
und der apikale. Der ganze Saum des Vorderflügels ziemlich
gleich breit graubraun, an seiner Außenseite von sieben größeren,
nach dem Außenwinkel zu an Größe abnehmenden schwarzen
Punkten begrenzt. Im Außenwinkel an den Saum nach innen
anschließend ein gleichfalls graubrauner, dem Zellenschluß zu
geöffneter Halbmond, welcher vea-muthlich — nach Analogie von
aetherialis — in seiner Form sehr variiren wird. Die Franzen
setzen goldgelb an, endigen dann nach außen mit glänzend
grauem Saum. Hinterflügel zeiehnungslos und reiner weiß als
die vorderen; nur ihr Saum ist fein lederfarben, die Saunilinie
mit feineren, bei R. 3 ganz verschwindenden schwarzen Punkten
besetzt.
Kopf und Thorax, soweit noch erkennbar, gelblichweiß,
ebenso die Palpen oberseits, an den Seiten graubraun, merklich
kürzer als bei aetherialis und mit weniger scharf hervortretendem
Endglied. Fühler hellgelbbraun. Vorderbeine ähnhch gezeichnet
wie bei aetherialis, aber matter ledergelb, die Tai-senendglieder
deutlicher als bei jener, schwarzbraun umiingt. Hinterleib (et^^■as
abgerieben) einfarbig gelblichweiß, also ohne die charakteristische
Zeichnung der aetherialis; nur der Hinterrand des verletzten
und der Afterbusch des Analsegmeuts scheinen ledergelb gefärbt
zu sein. Mittel- und Hinterbeine fast rein weiß mit sehr feinen
graubraunen Ringen am Knie und an den Tarsengliedern.
Herr Sneflen, welcher das Exemplar sah, erklärte das Thier
ebenfalls für eine neue Cirrhochrista bei aetherialis Led.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
110
8. Eucallaenia Snell. (cfr. Stett. e. Z. 1903 p. 72)
Eagonoti mihi.
Herr v. Gi-gbczewsky sandte gleichzeitig mit der nach ihm
benannten Cirrhochrista dem Mus. Stettin ein ? (Unicum) dieser
Art, welche der Eiic. fvmipctlpis F. et R. am nächsten steht,
auch in dem von Herrn Snellen Tijd. 35 1. c. cliarakterisirten
Adernverlauf, dafür aber sehr wesentlich durch die Form ihrer
Palpen abweicht. Auch Herr Snellen, welcher das Tliier sah,
stellt sie zu jener, also als Eucallaenia und bemerkt dann noch:
„Ich habe die Art auch aus Kagouof's Sammlung gesehen. *■' Da
sie meines ^Yissens noch nicht beschrieben ist, möchte ich sie
hier gleichfalls charakterisiren.
24 mm Flügelspannung und damit von der Größe unserer
kleinsten fuimipalpis. Grundfarbe der Vorderflügel wie bei
letzterer, also ein helles und nuitlcs Orangegelb; Farbe-^ ihrer
Zeichnungen nicht dunkelgoldbraun, sondern ein schwärzhch-
schmutziges Graubraun mit olivenfarbenem Stich und ohne
jede Spur von metallischen Punktzeichnungen auf denselben.
Hinterflügel nicht su rein weiß wie bei jener, sondern mehr
gelblich, namentlich im FlügeUuißentheil. Kopf, Thorax und
Fühler von der Vordeiilügel-Grundfarbe. Palpen kaum halb so
lang als die von fumipalpis^ das Endglied sehr kurz und kaum
zugespitzt, das Mittelglied nach unten zu deutlich und viel stärker
beschuj)pt als das bei fnmipalpis über doppelt so lange, mehr an-
liegend bescliuppte; dieselben erinnern hierin am meisten an
die allerdings deutlicher zugespitzten und so mehr dreieckigen,
aber ebenso kurzen von Cirrh. scmibninnea Hamps., einer Art,
welche das Mus. Stettin in 1 ,^ von West-Java, Pengalengan
(Fruhstorfer) besitzt. — Auch pnlchellaHs Led., bei uns in 1 r^
\on Nord-Cclebes, Toli-Toli (Fruhstorfer) vorhanden, hat merk-
lich kürzere Palpen als aetherialis. Färbung der Palpen \\ ie die
des Kopfes; Nebenpalpen fein, durch dunkelbraune Färbung deut-
lich abgehoben. Abdomen oberseiis schmutzig Graubraun, die
Segmentenden heller gelblich, das Analsegment etwas dunkler gelb
stett. entomol. Zeit. 1903.
111
mit einem Kranz von sclnvarzbraunea Haarscluippen, unterseits mit
scharfer Abgrenzung, an den Seiten glänzend gelblichweiß. Die
Zeichnung der Vorderflügel besteht in einem unregelmäßigen Fleck
an der Flügelbasis, einer Schrägbinde auf ein Drittel der Flügel-
länge, diese an der Costa schmäler als am Dorsalrande, allmählig
sich verbreiternd und von undeutlichen Längsstrichen der helleren
Grundfarbe durchsetzt. Auf der Flügelhälftc sehließt sich binden-
artig, aber sehr unregelmäßig gezackt und den Costalrand in der
Grundfarbe freilassend, eine Fleckenzeichnung an, welche in ihrer
Außenmittc brückenartig mit einer ähnlich gestalteten unregel-
mäßigen, vom Außenwinkel bis an die Costa reichenden, hier
auf gut Zweidrittel des Flügelvorderrandes endigenden dritten
Binde verbunden ist. Am Flügelsaum von der Flügelspitze bis zur
Mitte des Außenrandes vier an Größe nach hinten zu abneh-
mende dreieckige schAvarze Flecke. Die Saumlinie kaum merklich
heller angedeutet, die Franzen von der Flügelgrundfarbe, nach
außen zu dunkler gelbbraun. Hinterflügel zeichnungslos, nur am
Saum bis R. 2 mit einer Reihe in ihrer Größe abnehmender
schwarzbrauner Punkte. Franzen heller als die der Vorderflügel,
an der Spitze am dunkelsten, mit eben noch erkennbarer dunklerer
Theilungslinie.
Zum Andenken an den verdienstvollen, friUiverstorbenen
französischen Forscher benannt.
9. Chilo Zink. (cfr. Stett. e. Z. 1903 p. 76) boxanus mihi.
Das Mus. Stettin besitzt von einer Chilo-AYi 1 ,^ 1 $,
ersteres F. 9/5 1890, China, Wu-Sung, bezeichnet, letzteres
F. 16/6 91, Yantse-Kiang, beide augenscheinlich zusammen-
Q-ehöri"- und von Herrn Dr. A. Seitz gefanoen. Sie kommen
unserm mitteleuropäischen pJirogDiitellus Hl), am nächsten, unter-
scheiden sich aber sofort duich robusteren Bau sowie dadurch,
daß sie merklieh breitllügliger, also weniger gestreckt gebaut
sind, namentlich das $. Auch ist bei diesem die Flügelspitze
nicht so scharf zugespitzt und vorgezogen, wie bei phragmitellus.
stett. eiitomol. Zeit. 1903.
112
o 26 mm, $ 36 mm Flügelspannung; das (^ also von der
Durclischnittsgröße der phragmitellus-,^, das $ kleiner als deren
Durchschnitt, aber doch größer als die kleinsten hei uns vor-
handenen phragmttellus-^. Beide Geschlechter sind dunkler ge-
färbt als die Mehrzahl der allerdings stark variirendcn phrag-
mitellus, namentlich wieder das $, welches bei letztgenannter
Art, weniger als das ,^ variirend, meist hellstrohfarben, bei
hoxanus röthlichgelbbraun erscheint.
Das ,^ ist etwas dunkler als das $ gefärbt, am Costalrand
am dunkelsten. Statt des Punktes im Zellenschluß, den phrag-
mitellus-,^ stets, das $ meist, führt, findet sich hier nur eine
wischartige Trübung; der ganze Flügel ist mit unregelmäßig ver-
streuten, linienartig sich gruppirenden dunkleren und groben
Schuppen besetzt. Die Randpunkte des Außenrandes sind derber
und weiter aus einander gerückt als bei phragtnitellns-,^.
Die Palpen des ,^ sind merklich kürzer als bei phragmiiellus
und dunkler gefärbt; alles übrige ist wie bei diesen beschaffen.
Das ^, welches am Kopf beschädigt ist, so daß von den Palpen
nur Ansätze vorhanden sind, zeigt auf der erwähnten Grundfarbe
über die ganzen Flügel in mehreren Längslinien tropfen- oder
perlenförmige, metallisch glänzende und erhaben heraustretende
Punkte, welche in dieser charakteristischen Form dem phrag-
milellus-^ ganz fehlen. Der dunkle Punkt im Zellenschluß ist
nur durch einige dunklere Schuppen angedeutet, ebenso die Flügel-
saumpuukte. Die Vorderflügelfranzen sind merklich dunkler grau
und fast metallisch glänzend, bei phragmitellus-^ eher heller als
die Flügelgrundfarbe und ohne Spur von Glanz.
Herr Snellen, welcher die Art von uns sah, bemerkte dazu:
yfihilo, mir unbekannt, den ^ habe ich auch aus Java."
Stett. entomol. Zeit. 1903.
113
Zur Kenntniss
Apterygoten-Fauna Süd-Schwedens.
o
Hugo Agren, Cand. pliil., Lund.
Hierzu Tafel II.
Yorberaerkung.
Vor einigen Jahren traf ich zufälHg mitten im Winter
unter der halb abgelösten Rinde eines alten Wallnußbaiimes große,
dicht zusammengepackte Massen einer Collembole"') an. Ich ver-
suchte die Art zu bestimmen und zwar nach Tiillberg's und
Seh Ott 's bekannten Arbeiten über nordische Collembolen, konnte
mich aber bald davon überzeugen, daß sie in diese Arbeiten nicht
aufgenommen war. Da ich außerdem fand, daß die von den
genannten Verfassern für Schweden konstatirten Formen größten-
theils im mittleren oder nördlichen SchMeden eingesammelt
worden, und daß besonders von der südlichsten Provinz des
Landes nur wenige Formen bekannt waren, so beschloß ich, die
Apterygotenfauna dieser Provinz oder eventuell des ganzen südlichen
Schwedens etwas näher zu untersuchen. Es gelang mir auch
meinen Freund, Herrn Caiid. phil. E. AVibeck für das geplante
Unternehmen zu interessiren, und ich bekam auch später von
ihm eine recht ansehnliche Sammlung, vorwiegend aus der Gegend
von Wernamo in Smoland, für die ich ihm hierdurch meinen
herzlichen Dank sage. Ich selbst habe die Einsammlung be-
trieben in Lund mit Umgegend sowie in Maglehem im östlichen
Schonen, wo ich mich im vergangenen Sommer für diesen Zweck
etwa einen Monat aufhielt. Außerdem habe ich vereinzelte
Exkursionen nach verschiedenen Theilen Schoncn"s gemacht,
*) Isofonia arhnrca (L ) mihi.
Stett. pntomol. Zeit. 1903. S
114
Avobci huupt.'^ächlieh die Laubwälder untersucht wurden. Gelegent-
lich zufälliü'er Besuche in Oeslergölland und Bohuslän habe ich
auch Gelegenheit gehabt, in den dcutigen Scheereu Einsannn-
lungen zu machen.
Obgleich ich also über ein keineswegs geringes Material
verfügt habe, so kann doch die hier gegebene Verzeichnung
selbstverständlich nicht den Anspruch erheben, auch nin- annähernd
sämnitliche innerhalb der von mir untersuchten Gebiete faktisch
vorkommenden Apterj^gotenformen zu umfassen. Ich bin fcj^t
davon überzeugt, daß fortgesetzte Forschungen manches neue an
den Taff brinaen werden. Dessen una,eachtet habe ich mich
entschlossen, die schon gewonnenen Resultate zu publiciren, da
oleichzeiliff Gelegenheit geboten wurde, außer verschiedenen für
die Wissenschaft und die schwedische Fauna neuen Formen auch
einige ohne Zweifel sehr willkommene, ausführliche Besclu'cibungen
einiger bis jetzt äußerst dürftig diagnosticirten Arten mitzutheilen
und gleichzeitig die Angaben früherer A'erfasser in Bezug auf
verschiedene, in systematischer Hinsicht wichtige Organisations-
verhältnisse zu corrigiren.
Bezüglich der Abgrenzung gewisser Arten sowie auch in
der Nomenelatur sah ich mich genr»thigt, gewisse Veränderungen
vorzunehmen. Die Ausführung einiger von diesen Aeuderungen
verdanke ich dem Intendanten der entomologischen Abtheilung
des Reichsmuseums in Stockholm, Herrn Prof. Dr. B. Y. Sjöstedt,
der mir Exeniplare von Tullberg'schen Arten, die entweder von
Tullberg selbst oder von seinem Schülei-, dem bekannten Collem-
bologen Lcctor H. SclnUt (Linkr)])iug) bestimmt worden, gütigst
zur Verfügung gestellt hat.
Bezüglich der systematischen Aufstellung habe ith mich
hauptsächlich Börner angcK'hlossen, dessen Beiträge zur Systematik
der Collembolenordnung nach meiner Ansicht das erste A\'erk von
größerer Bedeutung sind, das nach dem Erscheinen von Tull-
berg's fundamentaler Arbeit ..Sveriges Podiiiider" auf diesem
Gebiete hervorgebracht worden ist.
Rtptt. nntoirol. Zeit. 1003.
115
Im Gegensatz zu früheren Apterygotenforschern habe ich
die jetzt von fast allen bedeutenderen Systematikern gebrauchte
Bezeichnungsweise für Variationen angewendet und belege dem-
gemäß nur Lokal- und Saisonformen mit dem Namen Varietät
(var.), während alle zusammen und gleichzeitig mit der Haupt-
form auftretenden Variationen Aberrationen (ab.) genannt
werden. Alle von mir hier aufgeführten Variationen gehören zu
dieser letzteren Kategorie.
Neu für die schwedische Fauna sind folgende 12 Arten,
1 Subspecies und 21 Aberrationen, von denen 2 Arten, 1 Sub-
species und 10 Aberrationen auch für die Wissenschaft neu sind.
Campodea fragilis M einer t
Machilis mariiinia Leach.
Achoriiies Beuteri nov. nom.
Oni/chiurus amhnlans (L,, Nie.) ab. inentris nov. ab. '
„ Schötti (Lie-Petters.)
hotoina palustris (Müller) ab. himaculata nov. ab.
„ maciilafa (Schaff.) Born.
„ viridis Bourl., Schott ab. pallida (Nie.) milii.
„ „ „ ,, ab. micans nov. ab.
,, tigrina (Tullb.) mihi ab. caerulea nov. ab.
„ maritima Tullb. subsp, gracilis nov. subsp.
„ minor Schätf.
„ notabilis SchälV.
Orchesella flarescens (Bourl.) ab. melanocephala (Nie.)
., bifasciata Nie. ab. intermedia nov. ab.
Entomohrya multifasciala (Tullb.) ab. cincta nov. ab.
Sira fara no\-. spec.
„ plolani (Nie.)
Lepidocgrius cijaneus TuUI». ab. atisimilis (Kcut.)
,, albicans Reut.
Pseudnsinella alba (Pack.) Schäflf".
Sminlhurides Malmgreni (Tullb.) ab. quadriiineala nov. ab.
„ ,, ab. abrupta nov. ab.
sielt. CDtomoI. Zeit. 1903. 8*
116
Sminthurides Malmgreni (Tullb.) ab. maciilofa nov. ab.
,. .p ''^^- nigrescens Büm.
Siiiinthurifii/ü aiireits (Lubb.) Born. ab. punctata Krausb.
^ „ ab. ochropus (Reut.)
Sniinthurus repandus nov. spec.
„ viridis (L.) ab. dorsocittata (Reut.).
,, ftiscus (L.) ab. macidata Krausb.
Dicyrtoma atra (L.) ab. doraalis (Reut.)
minuta (0. Fabr., Tullb.) ab. pallida nov. ab.
„ „ ab. ornata (Nie).
^ „ ab. pulchella Krausb.
Es ist mir scbließlicb eine angenebme Pflicht, Herrn Prof..
Dr. Aug. Quennerstedt, der mir für diese Ihitei'sucliung bereit-
willigst einen Arbeitsplatz im hiesigen zoologischen Institute zur
Verfügung gestellt hat, meinen verbindlichsten Dank auszu-
sprechen.
Land, im Mai 1902.
Bubciassis A ptery^ota Oiidciiiaii^.
Ordo Tliysaiiiira (liSiti*.} liiilili.
Subordo Eiifotroplii Orassi.
Fam. Caiiipodeadae Lubb.
Gen. Campodea Westw.
1. C. fragilis Meinert.
Gemein unter Steinen auf humusreieliem ImkIcu.
Subordo Kctotro|»lii Ciira^iiNi.
Fam. 31achili(lae (irassi.
Gen. Machilis Latr.
2. M. maritima Leach.
In großer Menge auf Strandfelsen in Hohuslän und auf
Kullaberg gefunden.
Klütt. ciitoniol. Zeil. 1903.
117
Fuui. Lepismidae Cirassi.
Gen. Lepisma L.
3. L. saccharina L.
Gemein in Wohnhäusern, besonders in SpeiseUuniniei-n nnd
Kellern.
Ordo CollClllllOla lillllll.
Bubordo .^tlll*0|llf*Olia Itörii.
Fani. Acliorutidae Born.
Ich hiibe in diese Fnmihe nur zwei Unterfamilien,
Achoridinae Born, nnd Onychinrinae Born., aufgenommen. Die
von B<irner (9) im vorigen Jahre aufgestellte Unterfamilie Neanu-
rinae kann naeh meinem Dal'ürhalten nicht beibehalten werden.
Der einzige für sämmtliche Formen dieser Gruppe gemeinsame
Charakter, wodurch sie von den Aeliorutincn unterschieden
werden könnten, würde der einfachere Bau der Augen sein.
Willem (62) hat nämlich nachgewiesen, daß die Augen einiger
Collembolengattungen einfache Ocellen t-ind. während sie bei
allen anderen Ommatidien vom euconeu Typus sind. Biirner
hat diese Angabe bestätigt für die Gattungen Amirida Laboulb.,
Mc. Gill. und Neatrura Mc. Gill. und hat außerdem dasselbe
Verhältniß bei Pseudachorutes Tullb. und Äphoromma Mc. Gill.
nachgewiesen. Diese Gattungen hat er dann ausgesondert aus
der Unterfamilie Achondinae Born., zu welcher er sie früher
geführt hatte, und aus ihnen die neue Unterfamilie Neannrinae
creirt. Hierbei führt er aber gar keinen Grund an, warum diese
mit einfacheren Augen ausgerüsteten Formen gemeinsamen Ur-
sprungs sein sollten, was wohl doch als eine unerläßliche Be-
dingung für ihre Aussonderung als eigene Gruppe in einem natür-
lichen Systeme angesehen werden muß. Und dies obschon Willem
in seinem oben angeführten großartigen Werke eine Autfassung
vertritt, die in keiner Weise die Annahme eines pohphyletischen
Ursprungs der betreffenden Gattungen ausschließt, eine Annahme,
für deren Wahrscheinlichkeit die im übrigen so großen Ver-
Stett. entomol. Zeit. 1903.
118
echiedenlieiten dieser Gattungen PcliwerAviegende Gründe abgeben.
"Willem 's Standpunkt wie auch seine diesbezüglichen Gründe
gehen aus folgender Aeußerung von ihm klar hervor: ..La oon-
sideration que les ocelles s^observent, parmi les Podurides, chez
des ibrmes animales »iii los organes visuels sont manilestement
eu regression, ineite a admettre que ees stemmates sont des
productions derivees de rommaiidie eucone par la disparition du
svsteme leutigene, conclusion qui est d'accord avec des faits
observes par Patten dans le developpement des ocelles de Vespa
et de la larve d'Acilius, et qui autorisent a admettre que les
stemmates i\ deux couches cellulaires de ces Insectes derivent
d'un oeil a trois couches (comme Tommatidie eucone) par
ratrophie ou le developpenieut incomplet de la strate mojenne.
11 faut aussi considerer que si, au contraire, on faisait de Tocelle
la forme primitive de Toeil chez les Collemboles, et partant chez
les Thysanoures, on devrait necessairement conelure ä la non —
homologie des ommatidies, si semblables, de Podura et de
Lepisnia. Je tiens donc comme extremement probable que, dans
la groupe des Apterygotes, le type primitif de Torgane visuel
est Tommatidie eucone et que le stemmate de certains Podurides
en est une forme derivee.'^ Die wichtigste Stütze für diese Be-
trachtungsweise Willem 's scheint mir indessen die von ihm in
einer Fußnote mitgetheilte Thatsache, daß auch eine Achorvtes-
Art und zwar A. inermis Tullb. im Gegensatz zu allen übrigen
Arten dieser Gattung Augen vom einfacheren Typus besitzt.
Sicher ist jedenfalls, daß diese Thatsache die Unhaltbarkeit der
letzten Börner'schen Aid'theilung der fraglichen Familie definitiv
an den Tag legt.
Subfam. Achorutiiiae Born.
Gen. Podura (L.) Tullb.
Syn. 1901 II yd ropodura Hörn er. Neue Coli, und zur Nomcnclatur.
Weil Latreille (31), als er im Jahre 1802 die Linne'sche
Gattung Podura in zwei Gattungen, Podura (L.) Latr. und
Stett. ontümol. Zeit. 1903.
119
Smynthurns Lutr., zerlegte, in die erstere nur die Art P. plumhea L.
aurnahin, so meint Büriier (11), daß mau bei der nachträglich
vorgenommenen Gattuiigszerlegung den uvsprüngHehen Gattimgs-
namen Podiira für die Art plufnbea L. (nach Born er identisch
mit Toniocenia pliinibriis Nie, Tullb.) und nicht wie thatsächlieli
geschehen für P. aquatica L. hätte reserviren s(tllen. Er hat es
deshalb für angemessen gehalten, eine Nomenclaturveränderung
vorzunehmen, so daß der Name Tomocenis Nie. zu einem Synonym
der Poditra (L., Latr.) CB. degradirt wird und der Name
Podura (L.) Tullb. durch die neu aufgestellte Rydropodiira I>örn.
ersetzt wird. Diese Yerfahrungsweise scheint mir allerdings
wenig begründet, da Latreille keineswegs P. plumhea L. als
Typus der Gattung Podura (L.) Latr. aufgeführt, sondern die
betreffende Art ausdrücklich nur als ein Beispiel erwähnt hat.
Trotzdem ließe sich die Sache vielleicht vertheidigen, wenn nur
die Art P. plumhea L. mit Tomoccrus plumheus Nie, Tullb.
identiticirbar wäre. Dies ist indessen nicht der Fall. Die Linne'sche
Diagnose ,,P. teres fusco-caerulea nitida" paßt nämlich gleich
gut auf alle Arten Tomocerus Nie. und außerdem noch auf einige
gemeine, anderen Gattungen zugehörige Arten. Die in Fauna
svecica hinzugefügte Beschreibung „Reliquis major'' etc. macht
es doch einigermaßen wahrscheinlich, daß die Art wirklieh der
Gattung Tomocerus Nie. angehört. Von der von Latreille selbst
oesebenen Beschreibuno' oilt durchaus dasselbe wie von der
Do. O O
Linne'schen. Er hat indessen in einer späteren Arbeit (32),
Avorin er unter der Gattung Podura ebenfalls nur die Art
plumhea L. aufführt, auf die von anderen Verfassern (Geoffroy,
Fabi-icius und de Geer) gegebenen Beschi'cibungen der nämlichen
Art wie auch auf Fig. 2, Tab. 29 von Roemer's ,.Genera Insec-
torum" hingewiesen.
Die Beschreibungen Geoffroy 's (27) und Fabricii (20)
sind aber ebenso werthlos wie die Linne'sche, und die Podura
plumhea de Geer 's (26) ist auch nicht zu identiticiren. Voll-
kommen sicher ist nur, daß diese keineswegs eine Tomocerus-
Stctt. cntomol. Zeit. 1903.
120
Art. ist, was sowohl aus der beigefügten Abbildung wie aus der
Beschreibung der Antennen des Thieres hervorgeht. Es wird
also von diesen angegeben: „Les antennes, qui sont tres-flexibles
et mobiles, sont environ de la longueur de la moitie du corps
vi divisees en quatre pavties de grosseur egale." Roemer's Fig. 2.
Tab. 29 ist nur eine im Farbdruck ausgeführte Reproduktion
des in Geoffroy's Arbeit (27) vorhandenen Bildes von „Podure
commune velue". eine Art, die jetzt Orchesella villosa (Fabr.)
genannt i?t.
Weitere Kommentare sind, wie ich meine, unnüthig. Aus
dem Gesagten geht hervor, daß die von Beim er vorgenommene
Namensänderung jeder Spur der Berechtigung entbehrt.
4. P. aquatica L.
Allgemein auf stehenden Gewässern. "'
Gen. Achorutes Tempi.
5. A. armatus (Nie.)
Die von Börnei* (10) gegebene Diagnose ist mit Folgendem
zu ergänzen :
Antenne IV mit einer retractilen Sinneskolbe""') an der
Spitze und 7 Rieehhaaren: 2 äußeren nahe der Spitze, 3 oberen
und 2 inneren mehr an der Mitte des Gliedes. Postantennalorgan
mit 4 um eine centrale Vertiefung gruppirten Tuberkeln, von
denen zum Unterschied von den nachfolgenden Species die zwei
vorderen nahe doppelt so lang wie die hinteren sind.
Gemein in den Wäldern Schönens. Kommt unter feuchter
Baumrinde, faulendem Laub und Holz und besonders zalilrcieh
auf Baumpilzen vor.
*) Diese Bildung, die ich liei jillen von mir uiittTSuclileii Achomfes-
Artcn konsttilirt habe, ist u. a. von Carl (17) liei .4. ventalis Carl und alho-
macnlatus Carl lieobachtet und abgebildet, von ihm aber faltichlich als
eine K eulcnl)orst e aufgefaßt.
Stett. entomol. Zeit. 190J.
121
6. A. rufescens (Nie.) Tullb.
Fig. 1.
Die Auffindung eines Exemplares dieser anscheinend sehr
seltenen Art ermöglicht mir die alte wenig umfassende Diagnose
Tullberg's folgendermaßen zu ergänzen:
Behaarung ähnlich wie bei A. armalus (Nie.) Antenne IV
mit einer typischen retractilen Sinneskolbe an der Spitze
\nid 5 Riechhaaren: 2 äußeren, 1 oberem und 2 inneren.
Antennalorgan III typisch. Postantennalorgan mit 4 gleich
großen, um eine centrale Vertiefung gruppirten Tuberkeln. 8 gleich
große Ommatidien jederseits. Obere Klaue mit schwachem,
schwer sichtbarem Innenzahn. Untere Klaue borstenförmig, ein
Drittel so lang wie die obere, mit einer Innenlamelle längs der
basalen Hälfte. Tenaculum mit 4 Kerbzähnen an den Ramis.
Dentes (Fig. 1) dick, an den Spitzen breiter als an der Basis,
etwas länger als das Manubrium, nahe dreimal so lang als die
Mucrones. Mucro (Fig. 1) mit an der Spitze gebogener Rippe
und großer, ungezähnter Außenlamelle. Analdornen leicht ge-
krümmt, etwas kleiner als die Hälfte der oberen Klaue, auf an
der Basis sich berührenden Papillen. Länge ca. 0,6 mm.
Wie schon Tullberg richtig erkannt hat, ist die Art mit
A. armatus (Nie.) am nächsten verM andt. Die Gestalt der Dentes
und Mucrones, die Zahl der Riechhaare und die Größe liefern
jedoch gute Unterschiede.
Lund, botanischer Garten, unter faulendem Laub, 1 Exemplar.
7. A. purpurascens Lnbb.
Zu der Diagnose ist noch hinzuzufügen:
Antenne IV mit einer typischen retractilen Sinneskolbe
au der Spitze und 5 Riechhaaren: 3 äußeren und 2 iinieren.
Sie sind länger und dünner als bei den übrigen Achorutes-
Arten mit Ausnahme von A. Reuteri mihi.
Wie Reuter habe ich nie mehr als 2 Keulenhaare an jedem
Tarsus gefunden (Vgl. SchäfTer, 52).
Stott. entomol. Zeit. 1903.
122
Diese Art i.st die gemeinste der südschwedisclieu Ächorutes-
Arlen. Ich hübe sie unter Baumrinde, faulendem Laub und
Holz, unter Blumentöpfen, unter IU)lzstücken an Düngerhaufen
und in einem Keller gesammelt.
8. A. manubrialis Tiillb.
Sjn. 1895 Achorntes Schötti Reuter, Apt. Fenn.
Fig. 2, 3.
Durch das Entgegenkommen des Herrn Prüf. Dr. B. Y. Sjü-
stedt (Reiehsmuseum, Stockholm), mir vier Typenexemplare dieser
Art zu überlassen, ist es mir ermöglicht worden, die Identität
derselben mit A. Schötti Reut, festzustellen. Die Untersuchung
der Tjpenexemplare ergab nämlich, daß die untere Klaue von
A. manubrialis Tullb. einer Innenlamelle ganz entbehrt und somit
eben jene l'friemenform zeigt, die Reuter (50) als Hauptmerkmal
von A. Schötti Reut, gegenüber .1. mannbrialis Tullb. angiebt.
Tullberg selbst hat auch in der ursprünglichen, von Renter offen-
bar ganz übersehenen Beschreibung (56) diesen Charakter mit
folgenden Worten hervorgehoben: .... vdie unteren (Klauen)
sind meistens kleiner als bei den vorigen Arten und allmählich
aus einer etwas breiteren Basis verschmälert."
Nach Untersuchung der Typenexemplare und zahlreicher
Individuen meiner eigenen Sammlung möchte ich eine vollständige
Diagnose aufstellen:
Färbung braungrau, röthlich oder dunkelblau, oft von kleinen
unpigmentirten Flecken unterbrochen. Behaarung kurz und
spärlich, am Hinterende des Abdomen etwas länger und dichter.
Antenne IV mit einer typischen rctractilen Sinneskolbe an
der Spitze und 9 — 10 Riechhaaren: 3 äußeren, 4 — 5 oberen
und 2 inneren. Antennalorgan III typisch. Postautennalorgan
mit 4 gleich großen, um eine centrale A^ertiefung gruppirten
Tuberkeln. 8 gleich große Ommatidien jederseits. Tarsen mit
je einem Keulenhaare. Obere Klaue mit schwachem Innen-
zahn hinter der Mitte. Untere Klaue borstenförmig, ohne Iinien-
Stett. ciitomol. Zeit. lOOa.
123
lanielle, nicht oder nur wenig über den Innenzahn der oberen
Klaue hinausragend (Fig. 2). Tenacuhim mit 4 Kerbzähnen an
den Ramis. Furca kräftig (Fig. 3). Manubrium etwas kürzer,
so lang oder ein wenig länger als Dens und Muero zusammen-
genommen. Dentes dick, gegen die distalen Enden nur wenig
verschmälert, auf der Dorsalseite mit je 7 Borsten und zahl-
reichen großen Hautkörnern, beinahe zweimal so lang als die
Mucrones. Mucro mit ziemlich geradem Hauptstück und schmaler
oder breiter (ab. obtiisa Axelson) Außenlamelle. Aualdornen
gerade, nicht länger als die niedrigen, sich nicht berührenden
Papillen. Länge bis 1,5 mm.
Massenhaft auf vermodernden Pferdehufen in der Nähe von
Land. Viele Exemplare streifte ich bei Maglehem vom Grase
eines Chausseegrabens.
9. A. Reuteri nov. nom.
Syn. 1895 Achorutes manubrialis Reuter, Apt. Fenn.
Fig-. 4, 5.
Diese zu Ehren ihres Entdeckers benannte Art ist A. manu-
hrialis Tullb., A. Schneiden Schaff'., A. assimilis Krausb. und
A. vernalis Carl am nächsten verwandt. Die specifischen Merk-
male sind:
Färbung tief schwarzblau. Antenne IV mit 5—6 Riech-
haaren: 3 äußeren, 2—3 oberen. Wie bei A. piirpiirascens Lubb.
sind sie lang und dünn und oft schwer von den normalen Spitz-
borsten zu unterscheiden. Untere Klaue borstcnförmig, nicht
oder nur wenig über den Innenzahn der oberen Klaue hinaus-
ragend, mit deutlicher aber kleiner Innenlamelle (Fig. 4). Manu-
brium etwa so lang wie Dens und Mucro zusammen. Dens
zweimal so lang als Mucro, auf der Dorsalseite mit 7 Borsten
und zahlreichen großen Hautkürnern. Mucro (Fig. 5) mit breiter,
um ein Drittel vor der Spitze endender Außenlamelle: Rippe
gebogen, mit stumpfem Zahn vor der Spitze. Länge bis 1 mm.
Die Art wurde von Herrn Wibeck und mir unter auf-
geworfenem Seetang bei Kristineberg in Bohuslän in ungeheuren
Massen gefunden.
Stett. entomol. Zeit. 190a.
124
10. A. inermis Tullb. (?)*)
Zu der von Tullberg gegebeneu, sehr knappen Diagnose
möchte ich noch hinzufügen:
Behaarung kürzer und spärUcher als bei vorigen Arten.
Antenne IV mit einer typischen retractilen Sinneskolbe und
4 Riechliaaren : 3 äußeren und 1 innerem. Postantennalorgan
von nur einem großen, flachen, breitefliptischen oder vorn
spitz auslaufenden Tuberkel gebildet. Tarsen mit je zwei
Keulenhaaren. Klaue mit einem kleinen Innenzahn in der
distalen Hälfte. Tenaculum mit 3 Kerbzähnen an den Ramis.
Mucro ohne deuthehe Lamellen.
Von besonderem Interesse ist die einfache Gestalt des Post-
antennalorgans, wodurch diese Art eine ganz isolirte Stellung
einnimmt.
2 Exemplare wurden von Herrn Wibeek bei Wernamo in
Smoland unter der Rinde einer Ulme erbeutet.
Gen. Xenylla Tullb.
Die Angabe Born er' s (10): „Antenne IV mit Riechkolben"',
ist mit Folgendem zu ersetzen:
Antenne IV mit einer länglichen, feingekürnelten, retractilen
Sinneskolbe an der Spitze, etwas nach innen zu (Fig. 6). Ven-
tralwärts von dieser finden sich zwei ebenfalls feinkörnige
Hautpapillen.
11. X. humicola (Fabr.) Tullb.
Fig. 6, 7.
Die Diagnose dieser Art möchte ich folgendermaßen ergänzen
und berichtigen :
Antenne IV mit 4(— 5) Riechhaaren: 3(— 4) äußeren und
1 oberem (Fig. 6). Klaue mit einem kleinen Innenzahn in der
distalen Hälfte. Tenaculum mit 3 Kerbzähnen an den Ramis.
*) Die von Tullberg gegebene Bcschrcibiuig paßt auf meine
Exemplare vollkommen. Eine ganz sichere Identificirung derselben ist
doch nicht möglich, ehe einige der Typenexeniplare Tullberg's mit
Bezug auf die Anzahl der Riechhaare und Postanlennaltuberkehi unter-
sucht worden sind.
Stett. ontomol. Zeit. 1903.
125
Manubrium mit einer tiefen, medialen Längsfurelic an der Ventral-
seite. Die Länge von Dens und Mucro zusammen genommen
verhält sich zur Länge des Tarsus III wie 1,36 — 1,6 : 1. Dentes
mit je 2 dorsalen Borsten. Mucro mit einer kleinen dorsalen Ein-
kerbung vor der Spitze und einem feinen, spitzen Einschnitt an
dem Ventralrand ein wenig hinter dem vorderen Dritttheil (Fig. 7).
Die Art scheint bei uns allgemein an den Meeresufern unter
aufgeworfenem Tang vorzukommen. Ich besitze zahlreiche Exem-
plare aus den Schären von Bohuslän und Oestergötland.
Den von Seh äff er (52) angegebenen Unterschied in derHaut-
felderung zwischen A'. hwnicola (Fabr.) Tullb. und A. mari-
tima Tullb. konnte ich niemals konstatiren. Ich habe bei
A. maritima Tullb. überhaupt keine andere Felderung beobachtet
als die, welche von der Vertheilung des Hautpigmentes herrührt,
und diese kommt auch bei A. humicola (Fabr.) Tullb. in gleicher
Weise vor. Dagegen habe ich wie Tullberg und Reuter die
von Seh äff er geleugnete Differenz in der relativen Länge der
Springgabelglieder als konstant feststellen können (vgl. oben
und unten).
Die Ungenauigkeit der Darstellung Börner's (10) von dem
Bau der Mucrones beider Arten geht aus den beigefügten Ab-
bildungen (Fig. 7, 8) und den Diagnosenzusätzen hinreichend
hervor.
12. X. maritima Tullb.
Fig. 8.
Zu der Diagnose ist noch hinzuzufügen:
Antenne IV mit 4 Riechhaaren: 3 äußeren und 1 oberem.
Klaue mit einem kleinen Innenzahn in der distalen Hälfte. Tena-
culum mit 3 Kerbzähnen an den Ramis. Manubrium mit tiefer,
medialer Längsfurche an der Ventralseite. Die Länge des Mucro-
dens verhält sich zur Länge des Tarsus III wie 1 — 1,24 : 1.
Der Dentaltheil dorsal mit 2 Borsten. Der Mucronaltheil endet
hakenförmig und hat eine sehr kleine aber deutliche Außen-
lamelle (Fig. 8).
Stett. entoniol. Zeit. 190.3.
126
Ich habe die Art bei Maglehem unier Tang am Meeres-
slrand in njohrcren Exemplaren erbeutet.
13. X. brevicauda Tullb.?'^)
Fig. 9.
Ergänzung der Diagnose:
Antenne IV mit 6 Rieehhaaren: 3 äußeren, 1 oberem und
2 inneren. Die Tarsen sind gut gekennzeichnet durch zwei an
der medialen Seite inscrirte Borsten, welche den Keulenhaaren an
Länge gleichkommen. Klaue mit einem kleinen Innenzahn in
der distalen Hälfte. Der Mucrodens (Fig. 9) trägt hier wie bei
der vorigen 2 dorsale Borsten (vgl. Bürner, 11).
Herr AVibeck hat zahlreiche Exemplare dieser Ait bei
Wernamo unter der Binde einer Ulme und zwischen Moos im
Nadelwalde gesammelt. Ich land einige Exemplare bei Maglehem
unter einem Stein.
den. Anurida Laboulb., Mo. Gill.
14. A. Tullbeigi Schott.
Fig. 10.
Carl (17) giebt in seiner Diagnose dieser Art die Behaarung
fehlerhaft an. Neben den kurzen Borsten finden sieh nämlich
auch längere über den ganzen Körper spärlich zerstreut und
zahlreich am Ende des Abdomens.
Die Klaue kann des meist vorhande/uen Innenzahnes auch
ganz entbehren. Ein Exemplar hatte die rostantennaltuberkeln
nicht reihenförmig in einer Ellipse angeordnet, wie es Schott (54)
und Carl (17) angeben und abbilden, sondern sie waren unregel-
mäßig über eine ovale Fläche verbreitet.
Die antennalen Sinnesorgane bieten sehr charakteristische
Verhältnisse dar (Fig. 10). Antenne IV hat oben an der
Spitze eine kugelfürniige oder in drei terminale Loben getheilte
Sinneskolbe. Von den Rieehhaaren des vierten Antennalgliedes
sind 2 äußere, 1 oberes und 1 inneres von normaler Größe, ein
*) Wegen der rnvoUstämligkcit der Diagnose Tu)ll)erg'ö ist
diese Identificirung nicht ganz sicher.
Stett. entomol. Zelt. 1903.
127
zwischen den beiden äußeren befindliches dagegen nur ein Drittel
so lana wie diese und von cenau derselben Größe und Aussehen
wie die Sinnesstäbchen des Antennalorgans III. Antenne III
hat ein oberes, distales Riechhaar. Das Antennalorgan III
weicht insofern von dem normalen Achorutinentypus ab, als die
Stäbchen gänzlich iVei liegen, weder durch einen Integument-
wulst noch durch laterale (Absolon'sche) Schutzborsten geschützt.
Gefunden in 5 Exemplaren unter einem auf feuchtem Boden
liegenden Holzbalken bei Björnshög in der Nähe von Lund.
Gen. Neanura Mc. Gill.
15. N. muscorum (Tempi.)
Die von Absolon (3) gegebene Besehreibung der Antennal-
organe der fraglichen Art ist in einigen Punkten irreführend.
So beträgt die Zahl der Sinneskolben an der Spitze von Antenne IV
4 anstatt 3. Absolon hat eine kleinere, gleich oben von der
großen dorsalen befindliehe Kolbe übersehen. Und von chn in
tellerförmio-en Gruben inserirten Sinnesborsten sind nicht „eine
seithche von den übrigen durch einen zahnähnlichen Höcker
getrennf-', sondern jede von ihnen ist von einem mehr oder
weniger deutlichen höckertragenden Ringwällchen umgeben. Die
5-— 6 langen Riechhaare finden sich sämmtlich an Antenne IV.
Daß Absolon sie sowohl an Antenne III als IV verlegt, kommt
von seiner falschen Auffassung von der etwas hinter der Spitze
des vierten Antennalgliedes befindlichen dorsalen Hautfalte, die
keineswegs, wie Absolon vermuthet, die Grenze zwischen An-
tenne III und IV darstellt. Diese ist gar nicht an der Ober-
seite der Antenne niarkirt, aber durch Achtgeben auf die Lage
des Antennalorgans III wie auch auf die an der Ventialseitc
vorhandene Suture leicht und sicher festzustellen.
Der Angabc Borner's (12) von einer eigenthündichen Rich-
tung der Sinnesstäbchen des Antennalorgans III widersprechen
sowohl meine Beobachtungen wie die von Born er selbst gegebene
Abbildung (Fig. 10 der citirten Arbeit). Das für das betreffende
Stett. pntoniol. Zeit. 1903.
128
Organ oigenthüniliehe ist nämlich das Fehlen der äußeren von
den Absolon'schen Schutzborsten, während die innere (medial
vom Organ gelegene) vorhanden ist. Dies ist auch richtig in
der Figur Börner's wiedergegeben."^) Die Sinncsstäbchen zeigen
nun auch eine Richtung gegen diese Schutzborste zu, also wie
normal nach innen.
Diese Art ist eine unsrer allgemeinsten CoUembolen. Herr
Wibeck und ich haben sie an allen Sammelorten zahlreich ge-
funden.
Subfam. Onycliiurinae Born.
Gen. Onychiurus Gervais.
in. 0. armatus (Tullb.)
Eine interessante Abnormität im IJau der Antennalorgane III
zeigte eins der von mir untersuchten Individuen. Das fechte
Organ halte die normale Anzahl von Papillen und Kegeln, die
letzteren standen aber dicht neben einander und nicht wie normal
von den Sinnesstäbchen getrennt. Diese hatten ihre Lage median
von dem inneren Kegel. Noch abweichender war das Organ
der linken Antenne ausgebildet. Hier fanden sich nicht weniger
als 7 Papillen und 3 Kegel; zwischen den zwei inneren (medianen)
von diesen war aber nur ein einziges Stäbchen zu sehen. Das
andere lag auf der freien oberen Fläche des Antennalgliedes, ein
beträchtliches Stück nach innen (medianwärts) vom Antennalorgan.
Im Postantennalorgan habe ich bis zu 44 Tuberkeln gezählt.
(Die höchste bisher gefundene Anzahl betrug 34.)
Die Angabe Börner's (10), daß die Anzahl der Pseudocellen
auf Thorax I zwischen 0 nnd 4 schwankt, beruht wahrscheinlich
auf einer Verwechselung mil den ringförmigen Spuren von ab-
gestreiften Haaren. Nach meinen Befunden kommen konstant
*) Die Schutzbürste selbst ist dagegen fiilschlich länger als die
hinter dem Organ inserirte normale Spitzborste gezeichnet. Hier wie
überall ist sie ebenso wie die äußere dnrrli ilire kurze, stunijife Gestalt
gut gekennzeichnet.
Stett. entomol. Zeit. 190.S.
129
2 solche vor, eine auf jedem der von dem Rückenschild scharf
abgegrenzten Seitenwülste.
Gemein an den verschiedensten Lokahtäten.
17. 0. fimetarius (L., Lubb.)-
Sjn. 1766? Podura fimetaria Linne, Syst. Nat. Ed. XII, nee
Syst. Nat. Ed. X, nee Faun. Svec. Ed. II.
1838? Lipnrii fimetaria Burmeister, Handb. Ent.
1844? „ rolcator Gervais, Ins. Apt.
1849 Anurophorus sfillicidii Schiödte, partim (nach
SchälVer und Absolon).
1867 Lipm-a fimetaria Lubbock, Notes Thys. III.
1869 „ inernns Tullberg, Om Skand. Podur.
1872 „ „ „ Sver. Podur.
1773 ., fimetaria Lubbock, Monograpb.
1895 „ Wrightii Carpenter, Animals lound in
the Mitchelstown Cave.
1896 Aphornra inermis Schäffer, Coli. Hamburg.
1900 Lipvra fimetaria Carpenter & Evans, Coli, and
Thys. Edinburgh.
1902 Omjchiurus inermis Born er, Ueber das Antennal-
organ III.
Die Zahl der Pseudocellen dieser Art ist von Schäffer (52)
nicht uanz richtig anoeceben. Alle von mir untersuchten p]xem-
plare zeigten konstant folgende Vertheilung derselben:
Antennenbasis mit 2, außerhalb derselben noch eine; Kopf-
hinterrand jederseits mit 3; Kopfunterscite nahe der Unterlippe
seitlich der Linea ventralis mit je 1; Thorax I jederseits mit 1;
Thorax II — Abdomen V mit je 6; SeitenMülcte der drei
Thoracalsegmente mit je 1.
Nach Schäffer (52) soll die untere Klaue das Ende der
oberen nicht erreichen. Auch diese Angabe stimmt mit meinen
Beobachtungen nicht rd)crein. Ich l'and die untere Klaue stcls
das Ende der oberen ein wenig überragend.
SIpU. Piifoniol. Zeit. 190;?. 9
130
Gefunden zahlreich unter Laub itn liiesigen botanischen
Garten in Gesells^chaft der folgenden Ari.
IS. 0. ambulans (L., Nie).
Syn. 1901 (?) Aphorura WUlemi Börner, Ueber einige theil-
weise neue Coli.
Die von Börner in einer Höhle der Gegend von Letmathe
in Westfalen gefundene und als Aphorura Willemi nov. spec.
beschriebene Onychiurusform scheint mir mit dieser Art identisch
zu sein, da sie in allen wesentlichen Punkten mit dieser über-
einstimmt. So in der Zahl und Gestalt der Postantennaltuberkeln,
im Bau des Antennalorgans III (das eben bei dieser Art nach
meinem Befunde zwei nach innen gebogene, glatte, längsgefurchte
Sinneskolben besitzt) und in der Zahl und Vertheilung der Pseudo-
cellen des Kopfes. Die angeblichen Differenzen in der Gestalt und
Länge der unteren Klaue (bei 0. ambulans (L., Nie.) ohne Innen-
lamelle und wohl so lang wie die obere, bei 0. Willemi (Born.)
mit schmaler und kurzer Innenlamelle, wenig länger als die Hälfte
der oberen) und in der Zahl der Pseudocellen der Rumi)fsegmente
(bei 0. ambulans (L., Nie.) nach meinen Befunden: Thorax I
jederseits mit 1; Thorax II — Abdomen III mit je 6; Seiten-
wülste der Thoracalsegmente mit je 1( — 2)\ Abdomen IV mit
8 — 14; Abdomen V mit G— 8; bei 0. Willemi (Born.) nach
der Angabe Börner's: Thorax I und II mit je 6, III mit 10;
Abdomen I 10, H 8-10, HI 8, IV 12—16, V 6—8) sind
nach meinem Dafürhalten nicht bedeutend genug, um die Art-
trennunc; der ancehörioen Formen motiviren zu können.
f. typica.
Analdornen und -papillen vorhanden.
Gefunden zahlreich unter Laub im hiesigen bdianischen
Garten, besonders häutig im "Winter. Audi uulci- Bliinicndijtfcn
in den Gewächshäusern.
ab. inermis nov. ab.
Analdornen und die dazu gehörigen Paj)ilk'n fehlen ganz.
Diese Form kann bei schwacher Vergrößerung leicht mit
SU'U. eiilon:ol. Zoit. 1003.
131
voriger Art verwechselt werden. Die Struktur der Sinueskolben
des Antennalorgans III wie auch die Zahl der Pseudocellen
liefert jedoch sichere Unterscheidungsmerkmale.
Spärlich in Gesellschaft mit der Hauptform an der an-
gegebenen Fundstelle.
19. 0. Schötti (Lie-Petters).
2 Exemplare dieser Art traf ich zusammen mit Psevdosi-
nella alba (Pack.) Schaff, an einem verwesenden Baumstumj»f
im Walde Baisberg.
Fam. Entomobryidae Tom.
Subfam. Anuroi)liorinae Born.
Gen. Anurophorus (Nie.) Tullb.
20. A. laricis Nie.
Berichtigung und Ergänzung der Diagnose:
Antenne IV trägt an der Spitze zwei Sinneskolben, eine
obere, annähernd kugelige und eine untere zungenförmige. (Born er
(12, pg. 109) und Absolon (1) erwähnen nur eine.) Riechhaare
kommen auf Antenne IV zahlreich, auf Antenne III in geringerer
Anzahl vor.
Häufiff unter der Rinde verschiedener Bäume und zwischen
abgefallenem Laub.
Subfam. Isoloiniiiae Schaff.
Gen. Isotoma Bourl.
21. I. Schötti D. T.
Da die von Seh ö tt(54) gegebene Diagnose dieser interessanten
Art über mehrere wichtige Organisationsverhältnisse nichts aus-
sagt, so möchte ich hier eine vollständige Beschreibung eines
von mir gefundenen Exemplares folgen lassen.
Blaugrau mit violettem Schimmer; Segmenlgrenzen und
Furca pigmentlos. Behaarung kurz, gleichmäßig, am Ende des
Abdomens wenig länger; Borsten stets ungewimpert. Antennen
ein wenig kürzer als der Kopf. Antenne II nahe zweimal so
laug wie I, III ein wenig länger als II, IV nicht völlig
Sfelt. octomol. Zeit. 1903. 9*
132
l'/2 nial 111. Kieehhaare fohlen. Aiilennalorgii^u III aus zwei
platten, luu li innen gekrüniniton, \oii einer hinteren Hautfaltc ge-
schützten Stähehen (normaler Isof o nia t v pus). Postantennal-
organ breit elHptiseh, an Länge gleich dem Durchmesser eines Om-
niatidinms. 8 fa^t gleith große Ommatidien jederseits. Die halb-
niondrörmigen Augenllecke liegen weiter nach hinten auf dem
Kopfe als normal bei den Isotomen. Abdomen IV länger als IIL
Tarsen ohne Keulenhaare und längere distale Borsten. Obere
Klaue echlank. ohne Innen- und Laleralzähne. Untere Klaue
borstenförmig, mit gerundeter basaler Inneulamelk'. kaum mehr
als ein drittel so lang wie die obere. Der Tarsus des dritten
Beinpaares ist nicht völlig l'/2 mal so lang, der des ersten nur
ein zehntel länger als der Praetarsus mit der oberen Klaue.
Tenaculum mit 3 Kerbzähiien au den Ramis und 1 Borste am
Corpus. Fuiea bis zum Ycnfraltubus reichend. Manubrium so
lang wie Dens, nur an der Dorsalseite behaart. Dens plump,
nach dem distalen Ende zu kaum etwas verschmälert, gleich-
mäßig behaart, ohne Ringelung an der Dorsalseite, etwa so dick
wie die Tarsen. Muero etwas länger als die untere Klaue des
dritten Beinpaares, mit an der Spitze zweizähnigem Hauptslück
und gleich großen Außen- und Inneulamellen. Länge 2 mm.
Bei Källbv nahe Lund. auf stagnircndcm Wasser. 1 Exemplar.
22. I. palustris (Müller). '
Die Angabe Börners (12) von dem Bau des Antennal-
organs III ist unrichtig. Wie bei allen von mir untersuchten
Isotomen, mit Ausnahme von /. minor Schäfl'., liegen die Siunes-
stäbclu'u nicht gänzlich frei, sondern wenigstens mit ihrer Basis
in eine von eiiu-r liinteren Hautfalte überwölbte Grulte ein-
gesenkt.
Sehr kurze, gekrümmte, den Sinnesstäbchen des Antennal-
organs III ganz ähnliche Riechhaare kommen bei dieser Art
an allen Ant en uenglied ern vor. Antemie 1 trägt deren 2 — 5,
II und 111 je 3 — 7, IV 10 — 15. Au den drei ersten Gliedern be-
sten, ojitoniol. Zoit. 1903.
13^
(indoii sie sich an der uiitcvcii Seite iiulie dein dislaleii äußeren
Ende, an Glied IV in der distalen Hallte längö der äußeren Seite.
Folgende B\irbenvariationen sind angetroften:
ab. prasina Reut. ( var. pallida Schaff.).
Diese Form ist bei weitem die häutigste. Mau lindet sie
zahlreieh unter Laub an feucliteu Stellen sowie auf stehenden
und fließenden Gewässern.
f. typica.
Svn. 1776 Vodura palttslris lutesceus oeulis linea(|ue dorsi uu;diu
nigris^ furca alba. Müller, Zool. Dan.
Prodrom.
11)01 hotoma paltisfris var. unifasciala Uürner, Apt.
Bremen.
Spärlich zusammen mit der vorigen gefunden.
ab. bimaculata nov. ab.
Außer der dunklen Rückenlängsbinde finden sich zwei
Lateralflecke auf dem letzten Segment. Sonst ohne Zeichnung.
Einige Exemplare erbeutete ich zwischen Laub in einem
Chausseegraben nahe Lund.
ab. aquatilis (Müller).
Mehrere Exemplare fand ich unter Laub im hiesigen bota-
nischen Garten sowie unter Blumentöpfen in den Gewächshäusern.
23. I. maculata (Schäif.) Böin.
Das einzige von mir gefundene Exemplar dieser Art weicht
insofern von der Beschreibung Seh äffer 's (52) ab, als die dorsalen
Mittelflecke durch eine matte Längsbinde, die bis an das vorletzte
Abdomiualsegment reicht, verbunden sind. Das Analsegmcnt hat
die für /. palustris ab. bimaculata mihi charakteristischen
dunklen Lateralflecke.
Lund. botanischer Garten, unter Laub. 1 Exemplar.
Stfctt. eBtomol. Zeit. 1903.
134
24. I. viridis Bourl., Schott.
Die Antennen haben in der Regel keine Riechhaare. Ein
ganz eigenartiges Verhältniß zeigte aber ein Individuum, an dessen
einer Antenne nur zwei GUeder ausgebildet waren. Während
nämlich die normal entwickelte Antenne kein^ Riechhaare besaß,
fanden sich am zweiten Gliede der anderen nicht weniger als
16 Stück. Ein Antennalorgan III war hier, wie man auch
erwarten konnte, nicht vorhanden, und ich möchte darum an-
nehmen, daß die Riechhaare sich als eine Kompensation des ver-
loren gegangenen Antennalorgans entwickelt hatten und somit
auch von derselben physiologischen Bedeutung waren wie dieses.
Die Art ist eine unsrer allgemeinsten Collembolenformen
und kommt in folgenden Variationen vor:
ab. pallida (Nie.) mihi.
Syn. 1841 Desoria pallida Nicolet, Rech. Podur.
1901 Isoloma viridis var. pallida Börner, Apt. Bremen.
7 Exemplare zusammen mit ab. riparia (Nie.) und f. typica
gefunden.
ab. riparia (Nie.) Schott.
Zu dieser Form gehört die Mehrzahl der an oder auf Wasser
-N'orkommenden Individuen.
f. typica.
Von wechselnder Farbe, meist gelb, grau, grün oder roth-
violett, mit zahlreichen kleinen weißlichen Flecken und Strichen
auf dem Rücken. Ohne Metallschimmer.
Gemein unter Laub und Holz etc. im Garten und Walde.
ab. annulata (Nie.) mihi.
Syn. 1841 Desoria annulata Nicolet, Rech. Podur.
Von wechselnder Farbe, mit scharf markirten dunklen
Segmenthinterrändern.
Spärlich zusammen mit der Hauptform gefunden.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
135
ab. micans nov. ab.
(-— var. violaceus Lie-Petters -f f- caerulea Born., i)urlini +).
Grün, blau oder rolliviolett, mit oder ohne weißliclie
Flecken und Striche, stark nietallschinimernd.
Ziemlich häufig zusammen mit der Hauptforni,
2.5. I. tigrina (Tullb.) mihi.
Svn. 1841? Dcsoria tigrina Nicolet, Rech. Podur.
r ? « riresccns „ „ „
1871 hfltoma tigrina Tullberg, Förtrckn. Sv. Podur.
r -1 olivacea „ „ „ „
1891 „ coraginuni Uzel, Thjs. Bohem.
1896 „ grisescens Schäffer, Coli. Hamburg.
1900 „ afßnis Axelson, Vorlauf. Mitth.
Schon bei der eingehenden Uutersuclumg einiger von mir ge-
sannnelter und vorläufig als I. tigrina Tullb. ab. caerulea nov. ab.
bezeichneter Thiere bekam ich den Verdacht, daß /. tigrina Tullb.
und /. olivacea Tullb. möghcherweise nur zwei Farbenvariationen
einer und derselben Art seien. Der Mucro der genannten Exem-
plare zeigte nämlich einerseits auf das deutlichste den nach hinten
gebogenen scharfen Basaldorn, welchen Schott (.54) als den
specifischen Charakter der /. tigrina Tullb. angiebt, hatte ander-
seits aber neben diesem einen deutlichen vierten Zahn an der
Außenseite (/. o/füacea- Charakter). Bestärkt wurde ich in
meiner Vermuthung, als ich fand, daß bei /. olivacea Tullb.
ab. grisescens (Schaff.) die proximalen Mucronalzähne sowohl
in Größe als Richtung beträchtlich variirten. Sie hatten nicht
immer die aufrechte Stellung, die man an der von Schott ge-
gebenen P'igur findet, sondern waren ebenso oft scharf nach
hinten gerichtet. Erst durch das Wohlwollen des Herrn Prof.
Dr. B. Y. Sjöstedt, der mir ein von Schott als /. tigrina (Nie.)
Tullb. bestimmtes Exemplar übersandte, bin ich aber in der Lage,
die Frage mit voller Sicherheit zu entscheiden. Dies Thier erwies
sich nämlich mit /. grisescens Schaff, völlig identisch. Dessen
Stt'tt. CBtomol. Zeit. 1903.
136
j\Iii('i(» hallo eben zwei neben einander liegende, aufrecht stehende
l'ioxiniulzühne. Da nun also die zur Arttrennung angcnvandten
Verschiedenheiten im Bau der IMuorones sieh nur als individuelle
Variationen herausgestellt haben, so seheint es mir auch noth-
wendig, /. olicacea Tulll). mit /. tif/rina Tullb. zu vereinen.
Die Art tritt bei uns in folgenden Fiirbenvarialionen auf:
f. typica.
Svn. 1841? Deaoi'ia tigrina Xieolct, Rech. Podur.
1871 holoma ., Tnllberg, Förteckn. Sv. Podur.
1872 ,, „ ,. Sver. Podur.
1896 „ grisesccns Sehäffer, Coli. Hamburg.
1900 „ afßnis Axelson, Vorlauf. Miltii.
Konnnl in Lund zahlreich unter faulendem Laub und Holz \(ii-.
ab. oiivacea (Tullb.) mihi.
Syn. 1841? Desoria virescens Nieolet, Rech. Podur.
1871 hotoma olicacea Tullberg, Förteckn. Sv. Podur.
1872 „ „ „ Sver. Podur.
1891 „ voraginum Uzel, Thys. Bohem.
Zusannnen mit der Hauplform sj)ärlieh gefunden.
ab. caerulea nov. ab.
Klau bis schwarz-violett.
Gefunden bei Maglehem, 3 Exemplare unter Baumrinde,
4 unter einem Stein.
26. I. violacea Tullb.
Bei Balsbei'g habe ich zwischen Moos 3 Exemplare gefunden,
die ich dieser Art zurechnen muß, obwohl sie ein wenig von den
Beschreibungen Schött's (.54) und Schäffer^s (.53) abweichen.
So ist ihre Färbung hellgrau mit violettem Schimmer, und das
Postantennalorgan ist gleichlang wie die Breite des Augentleckes.
27. I. maritima Tullb.
Fi- 11.
Da die alte, von Tullberg aufgestellte Diagnose nur wenig
Stett. oDtoniol. Zeit. 1903.
137
«
aussagt und außerdem nicht auf alle dieser Art zugehörigen Formen
paßt, möchte ich hier eine neue vollständige mittheilen:
Grau bis braun ^ Dente?, Segmentgi-enzen und zahlreiche
Flecke und Striche auf dem Rücken pigmentlos. Behaarung
kurz, gleichmäßig, am Ende des Abdomen wenig länger^ Borsten
stets ungewimpert. Antennen etwas länger als die Kopfdiagonale 5
Glied II IV2— "^ "^'^^ ^' ^^^ etwas länger als IL IV etwas
länger als III, oder auch III etwas kürzer als II und IV
fast gleich 2 • III. Riechhaare fehlen. Anteunalorgan III
typisch. Postantennalorgan gewöhnlich breit oval, etwa so lang
wie zwei Ommatidien breit, zuweilen aber schmal, mit parallelen
Rändern, ähnlich dem von 7. tigrina (Tullb.) mihi. 8 Omma-
tidien jederseits auf schwarzem Fleck ; Proximalommatidien meist
um die Hälfte kleiner als die übrigen. Abdomen III so lang
oder wenig länger als IV. Tarsen ohne Keulenhaare, bisweilen
mit je einer längeren distalen Spitzborste. Klauen relativ kurz und
breit (Fig. 11)^ die obere scharf gebogen, zuweilen mit einem kleinen
Innenzahn vor der Mitte; Lateralzähne klein. Untere Klaue länger
als die Hälfte der oberen, breit, mit großer, gerundeter Innenlamelle,
die nur selten einen kleinen Zahn besitzt. Ventraltubus spärlich
behaart. Tenaculum mit 4 Kerbzähnen an den Ramis und meh-
reren Borsten am Corpus. Furca bis zum Ventraltubus reichend.
Dens allmählich und stark verschmälert, gerade, schlank, auf
der Dorsalseite geringelt, 2—3 mal so laug wie das Manubrium,
mit langer „pilus mucronalis^'-. Mucro 3— 4zähnig: Apical- und
Anteapicalzahn in der Mittelebene, gewöhnlich nur ein Proximal-
zahn an der Außenseite, zuweilen aber zwei solche nebeneinander
inserirt. Länge bis 1,7 mm.
Die Art zerfällt in zwei Subspecies:
subsp. typica nov. subsp.
Kürpergestalt breit, plump, dorsoveutral abgeplattet. An-
tenne II IV2— 2 mal I5 III etwas länger als II, IV etwas
länger als III. Postantennalorgan breit oval. Klauen ohne
Innenzähne. Mucro stets 3zähnig.
Btett. entomol. Zeit. 190;i.
138
Bei Kristineberg in Bohuslän unter Tang am Meeresufer
massenhaft gefunden.
subsp. gracilis nov. snbsp.
Körpergestalt schlank, cyUndriiich. EezügUch der rclulivea
Länge der Antennengheder konmien die beiden in der Artdiagnose
erwähnten Verhältnisse vor, am häufigsten doch das letztgenannte
(II IV2— 2 • I, III etwas kürzer als II, IV fast gleich 2 • III).
Postantennalorgan bald oval, bald schmal elliptisch. Klauen
mit oder ohne Innenzähne. Mucro 3- oder 4-zähnig.
Diese Form ist besonders deshalb von hohem Interesse,
weil sie die verschiedensten Uebergänge zu /. tigrina (Tullb.) t)iihi
aufweist und uns dadurch ermöglicht, in dieser die Stammform
der vorliegenden Art zu erkennen. Die ein schmal elliptisches
Postantennalorgan und vierzähnige Mucrones tragenden Individuen
sind thatsächlich von /. tigrina (Tullb.) mihi f. typica nur durch
die Gestalt ihrer Klauen (Fig. 11) sicher zu unterscheiden. Diese
Klauengestalt ist auch als das specifische Merkmal aller zu
/. maritima Tullb. gehörigen Formen anzusehen. Ich habe nie-
mals Uebergänge zu dem Klauentypus von /. tigrina (Tullb.) mihi
beobachtet.
Massenhaft bei Malmö unter Tang gesammelt.
28. I. minor Schaff.
Nur ein Exemplar habe ich bei Malmö unter Tang zu-
sammen mit der vorigen gefunden.
Die Sinnesstäbchen des Antennalorgans III sind bei diesem
sehr schmal und gerade und liegen gänzhch frei, nicht wie ge-
wöhnhch von einem Integumentwulst geschützt.
29. I. notabilis SchäfF.
Auch bei dieser Art kommen Riechhaarc vor. yVntenne IV
trägt deren 4 — 5 an den äußeren und oberen Seiten des distalen
Theiles.
Ich traf diese Art häufig unter Blumentöpfen in Lund und
Norrköping an.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
139
30, I. sensibilis TuUb.
Durch die Untersuchung einer größeren Anzahl von In-
dividuen dieser Art bin ich in der Lage, die von Schäffer (53)
gegebene Beschreibung in einigen Punkten zu ergänzen und be-
richtigen. Die vollständige Diagnose soll nach meiner AufTassung
folgendermaßen lauten :
Grau, grünlichgrau, blau oder röthlich, gewöhnlich stark
violettschimmernd. Hinterränder der Dorsalsegmente meist dunkler.
Furca und oft einige Flecke und Striche auf dem Rücken
pigmentlos. Median auf dem Hinterkopf ein schwarzer Fleck,
der gewöhnlich durch eine dunkle Linie mit jedem Augenfleck
verbunden ist. Frontalrand des Kopfes meist auch schwarz.
Außer der kurzen gleichmäßigen Behaarung finden sich auf den
vorderen Körpersegmenten bis zu Abdomen III wie auch auf
den Extremitätenghedern, die Tarsen ausgenommen, einige längere,
abstehende, einfache Borsten. Abdomen IV mit einigen, V und
VI mit zahlreichen langen, grob und einseitig gewimperten
Borsten. Antennen etwas länger als die Kopfdiagonale: An-
tenne II 1^/2 • I, III so lang oder etwas kürzer als II,
IV 1^/2 — 2 mal III. Riechhaare fehlen. Antennalorgan III
typisch. Postantennalorgan breit oval bis unregelmäßig rundlich,
meist etwas kürzer als der Durchmesser eines größten Omma-
tidiums. 8 Ommatidien jederseits auf schwarzem Fleck : Proximal-
ommatidien sehr klein. Abdomen IH so lang oder wenig länger
als IV. Vordertarsen mit 2, Mittel- und Hintertarsen mit 3 am
Ende gekrümmten Keulenhaaren. Obere Klaue in der distalen
Hälfte mit einem kleinen Innenzahn, der jedoch auch fehlen
kann ; Lateralzähne klein. Untere Klaue halb so lang als die
obere, mit breiter Basis, bald mit deutlichem Zahn, bald nur mit
vorspringender Ecke an der Innenlamelle. Ventraltubus spärlich
behaart. Tenaculum mit 4 Kerbzähnen an den Ramis und
10 — 12 Borsten am Corpus. Furca den Ventraltubus erreichend,
deutHch länger als die Antennen. Manubrium relativ kurz und
dick. Dentes allmählich und stark verschmälert, 2^/2 — 3 mal
Stett. entomol. Zeit. 1903.
140
so lang wie das Manubriuni, mit je einem „pilus mucronalis^.
Muero deutlich kürzer als die untere Klaue des dritten Bein-
paares, mit 3 nach einander angeordneten Zähnen von etwas
variabler relativer Größe. Der Proximalzahn ist an der Außen-
seite iueerirt. Länge bis 2 mm.
Von dieser Art habe ich einige Exemplare in Land und
Maglehem unter Baumrinde gesammelt. Herr Wibeck fand sie
zahlreich im Moos in den Nadelwäldern Smolands.
31. I. arborea (L.) mihi.
Sjn. 1740 Smä svarta Insecter, som sitta under harken al'ganda
träd, och häppa med stjerten. De Geer, Hön och
Observationer.
1744 Podura campestris nigra splendens, pedibus caudaque
albidis. De Geer, Experimenta et observationes.
1746 Podura arborea nigra; pedibus furcaque albis.
Linne, Faun. Svec. Ed. I.
1758 Podura arborea Linn6, Sjst. Nat. Ed. X.
1778 „ arhorea nigra De Geer, M6m. Ins.
1839 (?) /so/owa arhorea Bourlet, Mem. Podures.
1842 (?) „ „ „ M^m. Podurelles.
1896 „ denticvlata Schäffer, Coli. Hamburg.
Diese Art, zuerst von De Geer in „Kongl. Sv. Vet.-Akad.
Handl." beschrieben und nachher als Podura arhorea nigra
(Podure noire des arbres) in das monumentale Werk desselben
Verfassers, die „Memoires pour servir a Fhistoire des Insectes"
aufgenommen, wurde von Linne (36) Podura arhorea be-
nannt. Linn6 (35) sagt, sie sei auf Oeland gefunden („Habitat
in Oelandiae aceribus inter ligna putrida"). Die schwedischen
Collembologen Tullberg und Schott haben sie indessen mit
keiner heimischen Art identificiren können. Man findet sie dagegen
häufig in den ausländischen collembologischen Arbeiten, nament-
lich älterer Zeit; die Art ist jedoch hier entweder falsch auf-
gefaßt vs^orden oder so mangelhaft beschrieben, daß eine sichere
Stott. entomol. Zeit. 1903.
141
Identificining nicht din-chfühvbar ist. Meiner Ansieht nach ist
Schaff er (52) der erste, der sie mit Sicherheit wieder gefunden
hat. Va- beschreibt sie als neu unter den Namen Isotoma denti-
cnlata. Später ist sie von Bürner in Deutschland sowie von
Carl in der Schweiz mehrmals angetroffen und wird in den be-
treffenden Arbeiten (10, 16, 17) mit dem Schäffer'schen Namen
bezeichnet. Selbst habe ich sie in Lund des Winters unter der
Rinde alter Obstbäume in großer Menge gesammelt.
Bei der Identificirung von /. denticnlata Schaff, mit Podiira
arborea L. habe ich die Angaben De Geer's riicksiehtlich der
Gestalt der Gabelbeine, der Farbe des Thieres sowie der Jahres-
zeit und des Lokals als entscheidend angesehen. Außer der
fraglichen ist nämlich nur eine heimische Isotoma-Art, die
I. cinerea (Nie.) Tullb., durch konvergente Gabelbeine gekenn-
zeichnet. Auf diese paßt aber nicht die für /. arborea (L.)
angegebene dunkle Farbe. Hinsichtlich des Lokals und der
Jahreszeit stimmen die Angaben De Geer's völlig mit meinen
Beobachtungen überein (vgl. unten).
Diagnose: Rothviolett bis dunkelblau oder schwarz mit
violettem Schimmer; Extremitäten, die Basalglieder ausgenommen,
Furca und oft Segmentgrenzen und mehrere Flecke und Striche
auf dem Rücken pigmentlos. Außer der kurzen gleichmäßigen
Behaarung finden sich am Abdomen V und VI zahlreiche lange,
abstehende, einfache oder nur sehr fein und einseitig gewimperte
Borsten. Antennen etwas länger als die Kopfdiagonale. Antenne II
IV2 • I, in etwas kürzer als II, IV Ji/a— 2 • HL Riechhaare
fehlen. Antennalorgan III typisch. Postantennalorgan länglich
elliptisch bis oval, an Länge gleich 1 — 2 Ommatidienbreiten.
8 Ommatidien jederseits auf schwarzem Fleck ; Proximalomma-
tidien kleiner als die übrigen. Abdomen III so lang oder wenig
länger als IV. Vordertarsen mit 2, Mittel- und Hintertarsen mit
3 am Knde geraden Keulenhaaren. Obere Klaue hinter der
Mitte mit schwachem Innenzahn, der jedcch auch fehlen kann;
Lateralzähne klein. Untere Klaue halb so lang als die obere,
Stett. entonio). Zoit. 190;i.
142
meist mit deutlichem Innenzahn, zuweilen aber nur mit vor-
springender Ecke an der Innenlamelle. Ventraltubus spärlich
behaart. Tenaculum mit 4 Kerbzähnen an den Ramis und bis
9 Borsten am Corpus. Furca bis an die Mitte des Abdomen II
reichend, gleich lang oder meist etwas länger als die Antennen.
Dentes gekrümmt, konvergent, allmählich verschmälert, etwa
zweimal so lang als das Manubrium, ohne „pili mucionales.''
Mucro deutlich kürzer als die untere Klaue des dritten Bein-
paares, mit 4 Zähnen : 3 nach einander in der Mittelebene, der
vierte an der Außenseite neben oder etwas proximal vom dritten
inserirt. Der Apicalzahn ist immer der kleinste. Länge bis 2 mm.
Wie aus obigem ersichlbch ist, kann ich den Angaben
Born er 's (10) von der Lage des Innenzahns der oberen Klaue,
der Länge der Furca und der Gestalt der Dentes wie auch von
einigen anderen doch minder wichtigen Verhältnissen nicht Jiei-
stimmen. Besonders muß icl» das Vorhandensein einer deutlichen
Krümmung und Konvergenz der Dentes betonen. Diese Kon-
vergenz ist jedenfalls bei dem lebendigen Thier (nach Betäubung
durch Aether oder Tabakrauch untersucht) stets sehr deutlich.
An in Alkohol konservirten Exemplaren tritt sie bisweilen
weniger hervor.
Die Art ist während des Winters sehr gemein in Lund
unter der lockeren Rinde alter Bäume. Sie ist oft in dichten
Haufen anzutreffen. Im Sommer fand icli dagegen nur einzelne
Individuen.
32. I. cinerea (Nie.) TuUb.
p]ine vollständige Diagnose dieser Art stimmt mit der der
vorigen bis auf folgende Punkte völlig überein:
Grau bis hellblau. Bisweilen linden sicii drei feine, dunkle
Längsbinden auf den mittleren Rückensegmenten. Außer def
kurzen, gleichmäßigen Behaarung linden sieh auf den vorderen
Rumpfsegmenten bis zu Abdomen IV wie auch an den Hüften
je 1 — 2 längere, abstehende, einfache oder schwachgewimperte
Stott. entomol. Zeit. 1903.
143
Borsten; diese zalilreich und länger auf Abdomen V und VI.
Postantennalorgan breit elliptisch bis oval, an Länge gleich
1 — 2 Ommatidienbreiten. 8 fast gleich große Omniatidien jeder-
seits auf schwarzem Fleck. Untere Klaue immer mit deutlichem
Innenzahn. Furca nur den Hinterrand des Abdomen II erreichend,
l^/s — 11/2 'iial kürzer als die Antennen. Mucro schlanker als
bei /. arborea (L.) mihi. Länge bis 1,5 mm.
Sehr gemein im Walde unter feuchter Raumrinde.
33. I. quadrioculata Tullb.
Botanischer Garten, Lund, unter faulendem Laub, 2 Exemplare.
34. I. fimetaria (L.) Tullb.
Gefunden zahlreich in Lund und Maglehem unter Baum-
rinde und faulendem Laub.
Subfam. Toinocerinae Schaff.
Gen. Tomocerus Nie.
Die Gliederung der Deutes bei den hierhergehörigen Formen
ist in allen bisherigen systematischen Arbeiten, die darüber etwas
aussagen, fehlerhaft angegeben. Auch Born er (10) hebt neuer-
dings die Zweigliedrigkeit der Deutes als einen Charakter der
Unterfamilie Toinocerinae Schaff, hervor. Es scheint mir um
so mehr geboten, hier auf diese falsche Auffassung die Aufmerk-
samkeit zu lenken, -weil eben darin die Ursache liegt, daß Lie-
Pettersen eine Jugendform von T. minor Lubb. als eine neue
Species aufstellen konnte (vgl. unten). Erst von Willem (62)
ist bei T. longicornis (Müller) die Dreigliedrigkeit richtig erkannt
und abgebildet worden. Ich hatte dieselbe für alle unsere
Tomocerusarten festgestellt, schon ehe die schöne Arbeit dieses
Forschers mir bekannt wurde. Die Dentes weisen also eine
Gliederung in drei Abschnitte auf, von denen die vorderen und
mittleren oder nur diese die für die Artcharakteristik so werth-
vollen Dorne tragen. Das vordere Stück ist bei weitem das
kürzeste, aber etwas dicker und breiter als die anderen.
Slett. cntomol. Zeit. 1903.
144
Es scheint niiv min nütbig, bei der Artbcscbreibung. nicht
wie bislier geschehen, nur die Zahl der Dentaldorne, sondern
auch ihre Vertbeilung an den verschiedenen Gabelbeinghedern
anzugeben. Ich möchte darum die von mir im Folgenden ange-
wandte Bezeichnungsart als geeignet empfehlen. Die Zahl der
dem vorderen Dentalglied gehörigen Dorne setze ich über, die
der mittleren unter einen Strich. Weichen einige durch beträcht-
lichere Größe von den angrenzenden ab, so werden sie durch fette
Schrift angegeben.
3.5. T. longicornis (Müller) Lubb."")
S^'n. 1776 Podnra longicornis Müller, Zool. Dan. Prodrom.
1783 „ „ 0. Fabricius, Beskrivelse etc.
1839 Macrotoma ,, Bourlet, Mem. Podures.
r -n ferruginosa „ „ ,,
1841 Tomocerns plnmbeus Nicolet, Rech. Podur. -
1843 Macrotoma spiricornis Bourlet, Mem. Podurelles.
1847 Tomocerns phimhens Nicolet, Class. Ins. Apt.
1862 Macrotoma plumbea Lubbock, Notes Thys. II.
1871 „ /'M/escewsTullberg, Förteckn. Sv. Podur.
1872 „ plumbea .. Sver. Podur.
1873 Tomocerns longicornis Lubbock, Monograph.
1876 „ „ Tullberg, Coli. bor.
1893 „ plmnbeus, Schott, Pal. Coli.
1901 Podnra plumbea Börner, NeueColl.u.zurNomenclatur.
Formel der Dentaldorne: ^ — ^ — ^
Gemein an den verschiedensten Lokalitäten.
36. T. plumbeus (Tempi.) mihi.
Syn. 1836 Podnra plvmbea Templeton, Thys. Hib.
1839 Macrotoma nigra Bourlet, Mem. Podures.
*) Daß die von Linnö, Gcoffroy, Fabricius, De Gcer und
Latreille mit dem Namen Podnra plumbea l;ezeiclinete Art übcrliaupt
nicht identificirbar ist. habe ich sclioii an den Seiten 119 und 120 gezeigt.
Und von der gleichnamigen Art der übrigen älteren Veriasser vor
T e m p 1 c 1 0 n gilt durchaus dasselbe,
Stett. ontomol. Zeit 190?..
145
Syn. 1841 Tomocervs celer Nicole t, Rech. Podur.
1843 Macrotomä pliimbea Bourlet, Meni. Podurelles.
1844 „ lepida Gervais, In8. Apt.
1871 „ //«yescens TuUberg, Förteckn.Sv. Podur.
1872 ,, „ ,, Sver. Podur.
1873 Tomocenis niger Lubbock, Monograpli.
1893 „ favescens Scliiitt, Pal. Coli.
1895 ,, niger Reuter, Apt. Fena.
1896 „ faresceiis Schäffer, Coli. Hamburg.
1900 „ niger „ Württemb. Coli.
1901 „ „ Uiu-iier, Apt. Krcuien.
Diese Art ist zum ersten mal von Tullberg (57, 58} unter
den Namen Macrotoma favescens genügend diagnosticirt worden.
Es scheint mir denn auch, daß es bei weitem das richtigste ge-
wesen wäre, wenn man den von Tullberg gegebenen Namen bei-
behalten hätte. Allein sämmtliehe moderne Collembologen haben
sich der von Reuter (50) vertretenen Ansicht angeschlossen,
nach der die Angabe Bourlet's von der gelben Körperfarbe seiner
Macrotoma nigra genügen soll, um die Identität dieser Art mit
T. favescens (Tullb.) festzustellen. Auch ich will keineswegs
die Wahrscheinlichkeit dieser Auflassung leugnen. Dann aber
ist es auch nothwendig, den Namen niger (Bourl.) durch
plmnbeus (Tempi.) zu ersetzen. Wenn nämlich eine Tomocerus-
art von gelber Körpeilai-be gleich T. {lacescens (Tullb.) sein
soll, so ist sie zum ersten mal nicht von Bourlet, sondern von
Templeton (55) beschrieben. Er charakterieirt seine Podura
plnmhea folgendermaßen : ,.Body elongate cylindric, thicklj covered
with purplish-blue scales, which whcn detached exposed the
surface^ of a golden yellow colonr.^' Hinzuzufügen ist nur
noch, daß die in der vor dem Jahre 1836 erschienenen Litteratur
überall anzutreffende Podirra plnmhea unmöglich mit einer l)e-
stimmten Art zu identiliciren ist.
j 3
Formel der Dentaldorne: q-~ > — s
o — 5, a.
Stett. ontomol. Zeit. 190:i. 10
14()
Nach TuUberg (58) trägt die obere Klaue zwei Inncii-
zäliue und die untere einen. Für die Klauen des dritten Bein-
paares hält dies aber nicht immer Stich. Yon 38 untersuchten
Individuen entbehrten 7 jeder Spur eines Zahnes an der unteren
Klaue, und von denselben 7 hatten 2 je 3 Zähne an der
oberen Klaue.
Sehr gemein im Walde.
37. T. vulgaris (Tullb.).
4—6, 1
Formel der Dentaldorne: -^ — ~ — ^ — -
o, 1, 2, 1.
Ueberall gemein, doch weniger häufig als die beiden vor-
stehenden.
38. T. minor (Lubb.).
Syn. 1897 Tomocenis iiorccgicus Lie - Pettersen, Norges
CoUembola.
Die als Synonym angeführte ist eine Jugondform dieser
Art, an der noch nicht die definitive Zahl von Dentaldornen zur
Ausbildung gekommen ist. Daß Lie-Pettersen einen eigen-
artigen Rau der Deutes für seine „Art"'- beansprucht, läßt sich ein-
fach daraus erklären, daß er nur die vorderen, sonst von den
CoUembologen übersehenen Hautfalten beobachtet hat.
4
Formel der Dentaldorne: ^ , ^ , „
3—4, 1, 1, 1.
Diese Art habe ich bisher nur in Lund angetroflen, hier
aber in großer Anzahl unter feuchtem Laub in einem Graben.
Subfam. Eiitoiiiobryinae Seliält'.
Bis vor kuizem wußte man von dem Vorkommen von An-
tennalorganen bei den Entomobryinen nichts. So giebt B()rner (10)
in der von ihm im voi-igen Jahre abgefaßten Diagnose der
FumiVie Etifomobryidae folgendes an: „Antennalorgane fehlen bis
auf wenige Beste {Vzelio. Amtrophoriis, Isotoma)^^) ganz.-'- In
'•') Die siimnitlich nicht zur l'iitt'rl'iuuilio Juit<HHolirj/'nuii- gciiörou
Stott. rrtomol. Zoit. 100;^.
147
einer später erschienenen Abhandlung (12) behauptet er aber,
er habe die zwei Sinnesstäbchen des Anteniialorguns III bei
sämmtlichcn Collembolen gefunden. Bei den fragUchen Formen
sollte das Organ die für die Isotominen charakteristischen Ver-
hältnisse aufweisen, also (nach Born er) aus zwei gänzlich frei
liegenden SinnessJäbchen bestehen. Wie ich im vorigen hervor-
gehoben habe, trifft die Angabe Börner''s für die Isotominen
nicht zu. Dies ist ebensowenig für die Entomobryinen der Fall.
Nach meinen Befunden besteht das Antennalorgan III bei
Orchesella, Entomobrya, Sira und Lepidocyrtus aus zwei von
einer hinteren Hautfalte geschützten Binnesstäbchen, bei Cyphodenis
und Hetei'omurus dagegen aus 3 — 4 gänzlich freiliegenden. Mit
dem Organ III sind aber die antennalen Sinnesorgane der Ento-
mobryinen noch nicht erschöpft. Ich habe Sinnessläbchen an der
P^xternseite des zweiten primären Gliedes am distalen Ende bei
allen den genannten Genera mit Ausnahme von Heterotnurus
gefunden. Bei Orchesella kommen sie außerdem an der Spitze
des ersten primären Gliedes [= Antenne II des erwachsenen
Thieres) vor. Von besonderem Interesse ist es, daß sie niemals
an einer sekundären Gliedspitze vorkommen. Demzufolge ist man
wohl berechtigt, für die l)etrcn'enden Organe ein hohes phylo-
genetisches Alter anzunehmen.
Ich gebe hier eine tabellarische Uebersicht über das Vor-
kommen von Sinnesstäbchen an den Antennen der Entomobryinen.
Prim. Ant.-
Spitzc I
Frei
Prim. Ant.-j
a ■. TT I Prim. Ant. -Spitze Jll
.Sintze II ! ^
Frei
Frei
Von einer
Hantfalte
rreschützt
Orchesella Tempi.
Entomobrya Rnnd.
Sira Lubb.
Cyphoderus Nie.
Lepidocyrtus Bourl.
Heteromurus Wankel
StcU. Piitomol. Zeit. 1901
2-4
2-4
1
1
3—4
3—4
1-2
3-4
10''
148
Geu. Orchesella Tempi.
Die Zahl der Oiumatidien ist von allen bisherigen Verfassern
fälschlich zu 6 an jeder Seite angegeben. Ich konnte stets an
allen hierhergelüirigen Arten die für die CoUenibolen typische
Anzahl (8 jederseits) konstatiren. Die bisher übersehenen
Proximal« )ninialidien sind aber sehr klein. Deren Corneal-
(lurchmesser ist nur eindrittel bis einhalb mal so groß wie der-
jenige der übrigen Einzelaugen.
Sehäffer (.53) hat es versucht, die Arten dieser Gattung,
für welche man früher nur Farben- und Zeichnungsunterschiede
kannte, durch konstante moiphologische Merkmale zu trennen.
Da er aber bei einigen vorher als selbstständige Arten an-
geseheneu Formen keine solche aul'lindeu konnte, so giebt er
auch die Artberecbtigung dieser Formen nicht zu. sondern führt
sie als Varietäten der mit ihnen morphologisch übereinstimmenden
Arten aui'. Von den in unserem Lande gefundenen Formen sind
also nach Heb äffer nur hifasciaia Nie, cincta (L.) Lubb. und
favescens (Bourl.), (-- rufescena Lubb.) selbstständige Arten.
spectahilis Tullb. dagegen eine ^ "arietät von fcwescens (Bourl.),
\^'as uun abci- die von Sehäffer zur Arttrennung benutzten
Formenmerknuile betrilVt, so geht schon aus den von ihm selbst
angegebenen Zahlen genügend hervor, daß das Verhältniß der
Länge der Mucroncs zur Länge der unteren Klaue des dritten
Beinpaares keine erwähncnswcrthen oder jedenfalls nicht für eine
Arttrennung anwendbaren DilTerenzen bei den liier in l>eti-acht
kommenden Arten aufweist (bei hi/'asciafa wie 1 : 2,5, bei
cincta wie 1 : 2 — 2,5, bei flarescens wie 1 : 2,25 — 2,75).
Die beiden andeicn Längenverbältnisse scheinen dagegen nach
der von Sehäffer gegebenen Tabelle zu urtheilen recht anwendbar
zu sein. Ich habe aber eine .Kontrolluntersuchung vorgenommen,
die zu einem etwas abweiehenden Resultat geführt bat. Ich
gebe hier eine Uebersicht:
Stoft. onfoiTiol. Zi'if. 1003.
149
Lüii^o der unteren
Lunge der olieren
Klaue III im Vcr-
Klaue III im \'ei'-
liiiltniß zur Entfcr-
hällniß zur Lunge
nunu" des Außen-
des Keulenhaares
/-nluR's von der iSpitze
des Tiir^us
0.
ciiu-ta (L.) l.iilili.
1 : 0,42—0,5
1 : 0,70-0,77
0.
bil'usciatu Nie.
1 : 0,41-0,5
1 : 0,70—0,78
0.
flavescens (Boml.)
1 : 0,63—0,73
1 : 0,75—0,84
0.
spec'tabilis (Tullb.) iiiiiii
1 : 0,66—0,70
1 : 0,77—0,86
Die obigen Zahlen gelten für cincta. hifasriata und fla-
vescens die bei der L'ntersuchung von 20 völlig erwachsenen
Exemplaren jeder Art gefundenen Variationsextreme an. Von der
seltenen spectabilis standen mir nur 8 Exemplare zur Veiüigung.
Ich habe es für nöthig gehalten, diese langweiligen Messungen,
die nebenbei bemerkt, genau in der von Schäifer empfohlenen
Weise ausgeführt sind, an einer möglichst großen Zahl von In-
dividuen zu unternehmen, weil es nicht unwahrscheinlich ist, daß
die Resultate Schaff er 's durch die Anwendung eines allzu
kleinen Untersuchungsmaierials zu erklären sind.
Obige Tabelle zeigt nun mit aller wünschenswerthen Deut-
lichkeit, daß einige Differenzen in den betreffenden Längen-
verhältnissen ebensowenig zwischen cincta und hifasciata wie
zwischen favescens und spectabilis existiren. Wenn man aber
trotzdem 0. hif'ai^ciata uuch weiter als eine selbstständige Art
auffassen muß — dafür spricht sowohl die abdeichende Länge
ihrer Antennen als ihre eigenartige Zeichnung, die durch keine
Uebergänge mit derjenigen von 0. cincta zusammen zu hängen
scheint — so kann nach meinem Dafürhalten die zwischen
0. favescens und (). speclabilis vorhandene Uebcreinstimmnng
in den hier bes])rochenen Verhältniseen ebensowenig ausreichen,
um die Artberechtigung der letzteren ganz auszuschließen.
39. 0. flavescens (Bourl.).
Svn. 1839 Ih'terotoma parcscens Üourlet, Mem. Poduies.
1841 Orchesella melanocephala Nicolet, Rech. Podur.
St't(. fiitoniol. Z.-it. 1903.
n r
n
'/•)
•/)
n
11
fl
T,
n
1)
150
1843 Aefhcocpn/a rufescena Bourlet, Mem. Podiirellcs.
,, ^ nibi'ofasciaius „ „ „
^ „ quinquefasciaius Hoiirlet, Mem. „
,, dimidiatus ,. ., „
1847 Orchesella favescens Nicolet, Class. Ins. Apt.
mehm acephala „
ruhrofa^ciata „
„ ,. qiiinqnefasciata „
,, „ dimidiata „ „ ,, ,,
1862 „ vufescens Lubboc-k, Notes Thys. H.
1871 ., „ Tullberg, Förteckn. Sv. Podur.
„ ,. specfabilis. parihn Tullberg, Föiteekii.
Sv. Podur.
Der in der neueren collembologisehen Litteratur für diese
Art gebrauchte Name 0. riifescens (Wulfen) kann nicht bei-
behalt«'n werden, da die Diagnose Wulfen's keine sicheren Auf-
schlüsse über die Identität der Po</«/'a rw/e.9ce«.s giebt und außer-
dem durch die Angabe von deren viergliedrigen Antennen gerade
gegen die bisher allgemein anerkannte Identificirung spricht. Ich
citire hier die Beschreibung Wulfen "'s: ^^Fodura rufescens,. villosa,
oculis atris, furca albida. Etwas größer, als der kurz vorher
beschriebene (Podura arborea L.), ist er, und dem Thone, auf
dem er herumhüpfte, an Farbe ähnlieh, nempe aquose ex luteo
rufescens omnibus corporis partibus, dempta modo furcula caudae
albida. Oblonga et i])sa, linearis, teres, villis exstantibus obsita;
capite subgloboso, inflexo; oculis atris; Antennis concoloribus,
dimidii corporis, liliformibus, quadriarticulatis: Thorace, quam
capite abdomineque, tantisper angustiore. Pedibus corpore, non
furcae caudali, concoloribus."
Von der Podura rufescens Gmelin (29) ist ebensowenig
eine exakte Identificirung durchzuführen, wie schon Tullberg (58)
hervorgehoben hat.
Die fragliche Art wurde zum ersten mal von Bourlet
Stett. entomol. Zeit. 1903.
151
unter dem Namen Heterofotna flacescens leidlich bepchriebeii und
muß somit 0. facescens (Bouil.) beuunnt werden.
Die hier aulgefüiirten Aberrationen kommen /Aisannncu vor
und sind durch die verschiedensten Zwischenformen mit einander
verbunden.
ab. pallida Reut.
Syn. 1843 (?) AeUtcoccriDt. nibrofasciahis Ho u riet, Mem.
Poduvelles.
,, (?) „ quinquefascialiifi Bourlet, Mem.
Podurelles.
., (?) ,, dimidialus Bourlet, Mem. Podurelles.
1895 Orchesella riffescens \'Ar. pallida Reuter, Apt. Fenn.
Sehr gemein im Walde.
f. typica.
Syn. 1839 Heterotoma farescens Bourlet, Mem. Podures.
1843 Äetheocerus tnifescens „ Mem. Podurelles.
Seltener als die Aberrationen.
ab. melanocephala (Nie).
Gemein, aber seltener als ab. pallida Heut.
40. 0. spectabilis Tullb. partim, mihi.
Syn. 1871 Orchesdla spectabilis. partim Tulll)erg. Förtecku.
Sv. Podur.
1872 „ ' ,. ,, ,, Sver. Podur.
Mit den Foi'menmerkmalen der vorigen Art, aber von ge-
ringerer Größe. Weiß bis gelb. Kopf, Antenne I, Vorder- und
Lateralränder des Metathorax, vordere Hälften des ]\I('tatlioi'ax
und des Abdomen II, Abdomen IV in der vorderen Hälfte bis
nahe ganz schwarzviolett.
Wie aus obigem hervorgeht, fasse ich diese Art in etwas
anderem Sinne als Tullberg auf. Ich rechne hierher nur seine
sog. „diudvlen Exemplare". W^is die ..hellen Exemplare" be-
trifft, so stimmt meine AulVassung von diesen ganz mit der von
Stett. entomol. Zeit. 190:i
152
Uzel (60) und Schaff er (52) ausgesprochenen überein. Sie sind
nichts anders als 0. flavescens ab. pallida Reut. Weder mit
dieser noch mit den anderen flavescens-Formen ist aber 0. specta-
i>///.s- Tullb. partim, tnihi durch Zwischenformen verbunden. Da
sie außerdem von geringerer Größe ist, sehe ich mich genöthigt,
sie vorläufig als eine selbstsländige Art aufzufassen. Erst Züch-
tungsexperimente können diese sowie zuhlreiche andere „Species-
fragen" definitiv entscheiden.
p]inige Exemplare dieser Art .«^ind \o\\ mir in Billinge und
von Herrn A\'ibeck in A\'ernamo gefunden.
41. 0. cinota (L.) Lubb.
Diese Art ist eine untrer allgeuieinsten Cülleuilx)len. Sie
kommt mit den drei hier aufgeführten Zeichnungsvariationen an
den verschiedensten Lokalitäten vor.
ab. unifasciata (Nie).
Diesen Zeichnungstypus habe ich bisher nur bei Jugend-
formen beobachtet.
f. typica.
Zu dieser Form gehört die überwiegende Mehrzahl der mir
vorliegenden Exemplare.
ab. vaga L.
Gemein mit der Hauptform zusamuaen und in diese durch
allerlei Zwischenformen übergehend.
42. 0. bifasciata Nie.
f. typica.
^^'eiß bis orangegelb. Vordere Hälften von Abdomen II
und III schwarz. Abdomen IV mit einer schwarzen Querlinie
gleich vor dem Hinterrande. Vorder- und Seitenränder des Ab-
domen V schwarz.
Selten zusammen mit der nachfolgenden angetroffen.
Stott. oDtomol. Zeit. 1903.
153
ab. intermedia nov. ab.
Gleich der Hauptforni, aber auch Vorderrand und eine mittlere
.Querbinde auf Abdomen IV schwarz oder Abdomen IV bis
auf einige hellere Flecke ganz schwarz.
Diese Foi-m ist intermediär zwischen der Hauptform und
ab. mnlfi/'asciata Uzel. .
Sehr gemein im Walde.
Gen. Entomobrya Rond.
43. E. lanuginosa (Nie.) mihi.
Fig. 12.
Syn. 1841 Degeeria lamiginosa Nicolet, Rech. Podur.
„ (?) „ ««««//*• var. /woMfa/m Nicolet, Rech. Podur.
1^ 0) ■>■, „ var. interrupta „ „ ,,
4867 „ lanuginosa Lubbock, Notes Thys. III..
■>■, ■>•, Nicoletii „ ' „ ,. „
1871 „ muscomm Tullberg, Förteckn. Sv. Podur.
1872 „ ,, ., ■ Sver. Podur.
1873 „ lanuginosa Lubbock, Monograph.
„ „ Nicoletii ,,
1883 Entomobrya multifasciata, partim Bro ok , Revision
Entomobrya.
Meine Auffassung von E. lanuginosa (Nie), E.Nicoleti (Lubb.)
und E. muscormn (Tullb.) stimmt völlig mit der von Brook (14)
vertretenen überein. Wie dieser Forscher habe auch ich eine
kontinuirliche Serie von Uebergangsformen zwischen E. lanu-
ginosa (Nie.) und E. muscormn (Tullb.) beobachtet, und zwar
ist von diesen E. Nicolefi (Lubb.) die häufigste und meist
markirte. E. multifasciata (Tullb.) kann ich dagegen nicht zu
demselben Formenkreis führen, wie es außer Brook auch Uzel (60)
und Börner (10) gethan haben. Freilich hat Börner ganz recht,
wenn er die von Schäffer (52) zur Trennung von E. multi-
fasciata (Tullb.) und E. muscormn (Tullb.) benutzten Merkmale
als nicht stichhaltig bezeichnet. Da er aber ebensowenig wie
Stett. oiitouiol. Zeit. 1903.
154
irgend ein anderer der bisherigen Collembolenforeeher die wirk-
lichen Unterschiede zwischen diesen Formen kennt, kann ich
auch seiner Behauptung, er habe Ucbergänge zwischen den beiden
gefunden, keine allzu große Bedeutung zuerkennen. Die speeitischen
Unterschiede zwischen lanuginosa ab. mnscorum (Tullb.) und
E. multifasciata (Tullb.) beziehen sich auf die Zeichnung des
vierten Abdominalsegments und die feioere Struktur der dorsalen
Hinterrandbinden. Sie werden gelegentlich der Besprechung der
betrclTenden Formen näher angegeben.
f. typica.
Sjn. 1841 Degeeria lanuginosa Nicolet, Rech. Podur.
1883 Entomobrya multifasciata var. lanuginosa Brook,
Revision Entomobrya.
Diese Form ist sammt der folgenden sehr gemein an den
Meeresufern im Gras, unter Tang etc., kommt aber auch -im
Biunenlande vor. Sie ist von mir in den Schären Oestergötland's
und Bohuslän's sowie bei Lund und Maglehem gesammelt.
ab. Nicoleti (Lubb.) mihi.
Svn. 1841 (?) Degeeria nivalis var. montana Nicolet, Rech. Podur.
1867 „ Nicoletii L üb bock, Notes Thys. III.
1871 „ muscorum, partim Tullberg, Förteckn.
Sv. Podur.
1872 „ mwscorwm, par/ew Tullberg, Sver. Podur.
1873 „ Nicoletii Lubbock, Monograph.
1883 Entomobrya multifasciata var. Nicoletii Brook,
Revision Entomobrya.
Diese Form habe ich beim Streifen auf Waldwiesen immer
in ungeheurer Menge erhalten. Sie fehlt auch nirgends, wo die
Hauptform oder die ab. muscorum (Tullb.) vorkommt.
ab. muscorum (Tullb.) mihi.
Syn. 1841 {'?)Dcgeeria niralis viw.interrupta'Nicolvl, Rech. Podur.
1871 ,, muscorum, partim Tullberg, Förteckn.
Sv. Podur.
Stott. enloniol. Zeit. l'M'ö.
155
Syn. 1872 Degeeria muscorum, 'partim Tu 11 borg, Sver. Podur.
1883 Entomobrya multifasciata f. typica, partim Biook,
Revision Entomobrya.
1900 „ Nicoletii var. muscorum Schüffcr,
Württemb. Coli.
Abd. IV mit nur zwei vorderen, lateralen Flecken, die bei
schwach pigmentirten Individuen nicht, bei den dunkleren mit
den beiden Hinterrandflecken jeder Seite zusammenhängen, nie
aber median mit einander verbunden sind (Fig. 12). An den
Hinterrandbinden der Th. II — Abd. III ist das Pigment wie
gewöhnlich in kleine unregelmäßige Flecken vertheilt.
Gemein im Walde unter Laub, lockerer Baumrinde etc.
44. E. multifasciata (TuUb.)-
Fig. 13, 14.
Abd. IV. mit vier vorderen Flecken, die bisweilen zu einer
einheitlichen, zackigen Querbinde zusammengeflossen sind. Wenn
sie wie meistens auch mit den Hinterrandflecken zusammen-
hängen, ist jeder nur mit dem ihm entsprechenden derselben' ver-
bunden (Fig. 13). An den Hinterrandbinden der Th. II — Abd. III
ist das Pigment in größere rektanguläre und polygonale Felder
vertheilt (Fig. 14).
f. typica.
Die Hinterrandbinden sind von den Lateralflecken scharf
getrennt.
Gemein unter Steinen, Laub etc. an Wegrändern und Angern.
Sie bevorzugt trockenere Stellen als irgend eine andere
Entomobryaart. So habe ich sie in großer Menge an der kargen
Krautvegetation der Sandfelder des östlichen Sehonen's gefunden,
wo von Colleml)olen außer ihr nur Smiiifhurun pruinosus Tullb.
aushalten konnte.
ab. cineta nov. ab.
Die Hinterrandbinden sind mit den Lateraltlecken zusammen-
geflossen. — Spärlich zusammen mit der Hauptform gefunden.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
156
45. E. arborea (TuUb.).
Spärlich unter der Rinde alter Obstbäume in Lund gefunden.
Die var. obscura Schaff. (53) ist mit der Hauptform ganz
identisch, was bei einer Vergleichung der von Tullberg (58) und
Schäffer gegebenen Abbildungen ohne weiteres einleuchtet.
46. E. nivalis (L.)-
Die von Schäffer (52") für diese Art angegebene große
Variabilität habe ich gar nicht konstatiren können. Nach meiner
Erfahrung ist sie vielmehr eine unsrer am wenigsten variirenden
Collembolenformen. Von ca. 500 von mir untersuchten Individuen
gehörten nur 5 zu ab. maculata Schaff, und ein einziges zu
ab. 'Immaculata Schaff. Aber auch bei diesen waren die lür
die Hauptform charakteristiFchen Zeichnungselemente durch aller-
dings äußerst schwache Schattirungen angedeutet. Wenn also
die Berechtigung einer Aufstellung besonderer Namen schon für
diese etwas fraglich erscheint, so ist sie gewiß für die von
Schäffer als var. pallida bezeichneten Exemplare, die ja von der
Hauptform nur durch etwas schwächer ausgebildete Zeichnung
differiren, ganz ausgeschlossen.
Sehr gemein, an den verschiedensten Lokalitäten. Besonders
auf Juniperus communis ist sie stets in ungemein großer Anzahl
anzutreffen.
47. E. corticalis (Nie).
Gemein im Walde. Alle mir vorliegenden Exemplare ge-
hören zu der Hauptform.
48. E. albocincta (Tempi.).
Gemein unter der Rinde alter Bäume, aber stets in geringer
Anzahl. Bei Kristineberg in Bohuslän haben wir sie auch im
Moos und unter den Flechten auf den Klippen zahlreich gefunden.
49. E. marginata (Tullb.).
Gefundeii zahlreich in Nadelwäldern in Ocstergöllaud und
Smoland.
Stett. cntomol. Zeit. 1903.
157
Die var. pallida Krausb. (30) kann nach meiner Meinung
nicht als eine von der Hauptform verschiedene Aberration auf-
geführt werden. Es scheint mir näniHch nicht berechtigt, für
Exemplare, die nur durch etwas schwächere Pigmentausbildung
von der Hauptform abweichen, besondere Varietätnamen auf-
zustellen.
Gen, Sira Lubb.
50. S. Buski Lubb.
Nach meiner Meinung ist obiger Name beizubehalten und nicht,
wie es Schaff er (53) und andere wollen, durch prnni (Nie.) zu
ersetzen, denn abgesehen davon, daß die Abbildung Nicolet's (46)
von den Schuppen der Degeeria pruni der von Schäffer durch-
geführten Identificirung widerspricht, paßt doch auch die Farben-
beschreibung („varie de brun, de gris, de noir et de blanc")
sehr schlecht selbst auf die helleren Formen dieser Art. Und eine
reine Vermuthung reicht wohl nicht aus, um eine Nomenclatnr-
änderung zu motiviren.
Häufig auf und unter Baumrinde in den Gärten. Nur ein-
mal im Walde (bei Maglehem) angetroffen.
51. S. flava nov. spec. (an ab.?).
Fig-. 15.
Mit der Körpergestalt und den übrigen Formenmerkmalen der
S. Bnski Lubb., doch etwas kleiner. Gelb mit grauen Schuppen.
Antennen zum größeren oder kleineren Theil dunkelviolett. Seiten-
ränder der Th. H und III, bisweilen auch die der Abd. I und 11,
immer die Hinterränder der Abd. II und III an den Seiten
dunkclviolett gesäumt. Hinterränder der Abd. IV, V und VI
mit je zwei seitlichen Flecken, die an Abd. V und VI gleich
oft zu Querbinden zusammen geschmolzen sind. Selten an dem
mittleren Theil von Abd. IV jedorseits ein kleinerer Fleck.
Länge bis 1,5 mm.
Ich vermag zur Zeit nicht sicher zu entscheiden, ob diese
Form als selbstständige Art oder als eine Farbenvariation von
Stett. entomol. Zoit. 1903.
158
S. Biiski Lubb. zu betrachten ist. Als Art habe ich sie vorläufig
aufgeführt, weil ich sie an verschiedenen Orten in Menge
angetroffen habe, ohne einen einzigen Farbenübergang zu
S. Buski Lubb. auftinden zu können. Die Variabilität der Zeich-
nung scheint auf die in der Diagnose angegebene beschränkt zu
sein. Das dunkle Pigment ist stets in scharf begrenzte Binden
und Flecken vertheilt, niemals ditfus verbreitet wie bei den
helleren Exemplaren von S. Buski. Von S. nigromaculaia Lubb.,
der sie in der Zeichnung am meisten ähnelt, ist sie durch Körper-
gestalt und Grundfarbe gut getrennt.""') Uebrigens ist diese Form
kleiner als irgend eine andere heimische Sira-kvi.
Nicht selten unter lockerer Baumrinde in den Laubwäldern
Schonen's. Gefunden bei Maglehem, Romeleklint, Bökeberg
und Skäralid.
52. S. nigromaculata Lubb.
Svn. 1896 Lepidocfirl US aiiiericüJitis Mixv\i\ii., A House-infesting
Spring-tail.
Diese Art weicht von den übrigen hier vorkommenden
jSe'ra-Ai-ten außer durch die Farbenmerkmale auch durch schlankere
Körpergestalt und relativ längeres Abd. IV ab. Bei S. Buski,
flava und platani ist Abd. IV nur 3 — 4 mal länger als Abd. III,
bei vorliegender Art 4 — 7 mal.
Gemein an alten Fenstei'zargen und trockenem Holz in der
Nähe von Gebäuden. Im Walde habe ich sie bisher nie an-
getroffen.
53. S. platani (Nie).
Syn. 1898 (?) Seira japonica Folsom, Japan. Coli. I.
1899 (?) Sira corticalis Carl, Schweiz. Coli.
Diese schöne Art ist durch folgende zwei Formenmerkmale
von der vorigen gut getrennt: 1) der Mucro hat lu^inen Basal-
dorn, an' entsprechender Stelle aber ein kaum sichtbares stumpfes
*) Die Grundfarbe der S. nigr<miaculafa I.ubl). ist luimlich nicuials
gell), wie oft angegeben Avird. sondern rein weiß bis aschengrau.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
159
Tuberkel, 2) die Schuppenstreifen gehen unabgebrochen von einem
Ende der Schuppen zum anderen.
In Bökebeig auf herabgefaHenen Baumzweigen in mehreren
Exemplaren gesammelt.
Gen. Cyphoderus Nie.
.54. C. albinos Nie.
Gemein unter Steinen etc. zusammen mit Formica- und
Lasius-Aiten sowie in den Nestern der Hügelameise.
Gen. Lepidocyrtus (Bourl.).
55. L. cyaneus Tullb.
Identisch mit dieser Art sind aller WahrscheinHchkeit nach
Podiira violacea GeofF. und Cyphoderus pusiUns Nie, aeneus Nie,
agilis Nie. und parvvhts Nie. Die betreffenden Diagnosen, be-
sonders die der erstgenannten, sind jedoch allzu unvollständig,
um sichere Anhaltspunkte für die Identificirung abgeben zu können.
f. typica.
Ueberall sehr gemein unter am Boden liegenden feuchten
Gegenständen.
ab. assimilis (Reut.).
Unter Tang an einer kleinen Insel unter den äußersten
Schären Oestergötlands, 1 Exemplar.
56. L. lanuginosus Tullb.
Svn. 1891 Lepidocyrtus fucatus Uzcl, Thys. Bohem.
Die zuerst von Seh äffer hervorgehobene Identität von
L. fucatus Uzel mit L. lanuginosus Tullb. hat nach meiner
Ansicht volle Gültigkeit. Beim er (10) hält die Trennung dieser
Arten vorläufig aufrecht, liefert aber zugleich den besten Beweis
ihrer Identität. Nach ihm soll nämlich L. fucatus Uzel durch
dunklere Farbe, allmählich zugespilzte untere Klaue ohne Inneneckc
und das Vorhandensein eines distalen Innenzahns an der oberen
Klaue von L. lanuginosus Tullb. difleriren. Diese Merkmale sind
Stett,. entomol. Zeit. 1903.
160
nun aber eben die des typischen L. lanuginosus Tullb., wie
aus der Beschreibung Tullberg's (58) mit aller wünschenswerthen
Deutlichkeit hervorgeht. So bezeichnet Tullberg die Körperfarbe
seiner Art als „flavus vel fulvus'- und sagt von der Klauen-
bezahnung: „Die obere Klaue ist mit zwei deutlichen Zähnen
versehen." Bezüglich der Gestalt der unteren Klaue stimmt auch
Tullberg's Fig. 7 auf Taf. VI mit der Fig. 31 Bürner's (10)
genau überein.
Der L. lamiginosns Börner (10) ist entweder eine neue
Art oder eine Variation der gleichnamigen Art Tullberg's.
Mit vorliegender Art sind wahrscheinlich die älteren
Cyphoderiis gibbidiis Nie. und C. liynorum Nie. nee. Fabr., wie
auch Lepidocyrtus argentatus Bourl. und L. ricidaris Bourl.
identisch. Wegen der sehr unvollständigen Beschreibungen ist
es jedoch unmögheh, die Identität dieser Arten sieher festzustellen.
Sehr gemein unter Baumrinde, faulendem Laub und Holz,
zwischen Moos, auf Pilzen etc.
57. L. albicans Reut.
Morphologische Unterschiede zwischen dieser Form und der
vorigen habe ich ebensowenig wie Schaff er (53) auffinden können.
Ich sehe mich doch genöthigt, sie vorläufig als Art gelten zu
lassen, weil sie durch ihre rein weiße Körperfarbe und viel ge-
ringere Größe wie auch durch ihr Vorkommen beträchtlich von
L. lanuginosus Tullb. abweicht. P]ine Jugendform von dieser
ist sie nicht, möglicherweise eine Varietät. Erst das Experiment
der Züchtung kann diese Frage entscheiden.
Beim Streifen auf Grasfeldern im Walde habe idi stets diese
Art zusammen mit Entomohrya lannginnsa ab. Nicoleii (Lubb.)
in großer Menge erhalten.
Gen. Pseudosinella Schaff.
58. P. alba (Pack.) Schaff.
Sjn. 1869 (?) jBecfem argentea Lubbock, Notes Thys. IV.
Nach der in Lubbock 's „Monograph of the CoUembola and
Stett. entomol. Zeit. 1903.
161
Thysaiuira'- gegebeneu Abbildung von Beckia argentea zu urtheilen,
scheint mir diese Art keine andere als die fragliche zu sein.
Ich überlasse es aber Lubbock selbst, diese meine Vermuthung
zur Gewißheit zu erheben und die dann unerläßlich gewordene
Namensänderung durchziilühren.
Baisberg, an einem verwesenden Baumstumpf, 2 Exemplare.
Gen. Heteromurus Wankel.
59. H. nitidus (Tempi.)-
Nicht selten in Schonen unter allerlei auf dem Boden liegenden
Gegenständen. Einmal habe ich sie zahlreich in den Erdri.hren
des Regenwurms herumlaufend gefunden.
Subordo ^yiiiiilsyiileoita Börii.
Farn. Smintliuridae Tulll).
Subfam. Siiiintliuriiiae Börii.
Gen. Sminthurides Born.
60. S. Malmgreni (Tullb.).
Diese Art tritt hier in i'olgenden Zeichnungsvariationen auf:
ab. quadrilineata nov. ab.
Anstatt einer unpaaren dorsalen Längsbinde finden .^ich zwei
parallel neben einander häufende, eine an jeder Seite der Rücken-
mittellinie.
Durch Verschmelzung dieser zwei Längsbinden entsteht die
ab. elegantula (Reut.).
ab. abrupta nov. ab.
Die dorsale Längsbinde ist in z\\ ei hinter einander liegende,
isohrte Flecke, einen kürzeren vorderen und einen länglichen
hinteren, aufgel<'>st.
Durdi Verschwinden des hinteren Fleckes .entsteht di(^
ab. maculata nov. ab.
Die dorsale Längsbinde ist bis auf einen kleinen Mitlellh-ck
ganz verschwunden.
ab. nigrescens Born.
Stett. onfoinol. Zoit. 1903. 11
1(52
Ich traf alle diese Formen zusammen an einem Sumpf in
der Nähe von Lund.
61. S. aquaticus (Bourl.)-
Sehr gemein auf stehenden und lließenden Gewässern. Alle
von mir erbeufeten Exemplare gehören zu der Haupiforni.
Gen. Sminthurinus Born.
62. S. caecus (Tullb.).
Ich habe diese Art unter Blumentöpfen in meinem Wohn-
zimmer in mehreren Exemplaren gesammelt.
63. S. niger (Lubb.).
Die von Born er (10) gegebene ausführliche Beschreibung
dieser Art ist insolbrn ungenau, als er ihr das Vorhandensein
von Laleralzähnen an der oberen Klaue abspricht. Die obere
Klaue des dritten Bciupaares hat nach meinen Beobachtungen
konstant vier kleine Ijateralzähne und die der vorderen Bein-
])aare noch mehrere, deren Anzahl ich aber wegen ihrer äuBerst
winzigen Größe nicht genau feststellen konnte.
Gemein unter Blumentöpfen in Lund.
64. S. aureus (Lubb.) Born.
Auch für diese Art giebt Börner (10) den Bau der oberen
Klaue unrichtig au. Diese ist nämlich mit einer eng anliegenden
Tunica versehen und hat in der distalen Hälfte einen deutlichen
Innenzahn.
Von dieser Art sind folgende Aberrationen angetroffen:
f. typica.
Unter Laul) im hiesigen botanischen Garten während des
Winters zahlreich gefunden.
ab. punctata Krausb.
Häutig zwisclien der Hau]ttforui.
vStett. cntomol. Zoit. 19(t.i.
163
ab. quadrilineata (Tullb.) Born.
Syn. 1873 Smynthnnis BoinieUi Lubbock, Monograph.
1 P^xeniplur hat Herr Wiheck bei Kristineberg in Kohu.sIäu
erbeutet.
ab. ochropus (Reut.).
Häufig zwischen dvv Hauptl'orni.
Gen. Sminthurus (Latr.) Born.
6.5. S. repandus nov. spec.
Fig. 16, 17, 18.
Hinterer Theil des „großen Abdominalsegments" mit einer
meistens sehr deuthehen sattelförmigen Einsenkung (Fig. 16).
Obere Klaue anscheinend ohne Außen-, Lateral- und Innenzähne.
Untere Klaue borstent'örmig, ohne Lamellen (Fig. 17). Appen-
dices anales im basalen Theil rund, im distalen etwas ver-
breitet, mit gezähnter Spitze (Fig. 18). Im übrigen mit den
Formenmerkmalen der .S'. /y//e«s-Reihe. Gelb, der abgesenkte
Theil des Rückens meist tiei" orangefarbig. Länge ca. 1 mm.
Durch den Bau der Klauen und der Appendices anales
stellt sich diese besonders gut charakterisirte Art als die primitivste
der zur S. /«/ews-Reihe angehörigen Formen heraus.
Mehrere Exemplare habe ich von Prunus cerasus-Sträucheru
wie vom Gras eines Grabens bei Maglehem gestreift. Von Herrn
Wibeck ist sie auf Gräsern und Carices bei Hvittarvd in Snioland
gefunden.
66. S. Intens Lnbb.
Fig. 19.
Syn. 1841 Sniynthunis i^iridis Nie ölet. Rech. Podur.
1843 (?) Sminthtn'NS itipuJinae Bourlet, Mem. Podurelles.
1897 Sminfhiinis fulriis Lie -Pettersen, Norges Col-
lembola.
Daß S. lupulinae Bourl. mit dieser Art identisch ist, geht
aus der Beschreibung Bourlet' s: ,,d'un jaune uniforme en dessus,
quelquefois avcc une legere teinle ferrugineuse; d'un jaune-
blanchatre en dessous; antennes, surtout le dernier article, d'un
rouge-ferrugineux'', zusammengestellt mit der Fundnotiz: „Tres
Stett. entomol. Znit. 190.S. 11*
1G4
commiui das les pvairies mv le Medicago lupiilina", ganz un-
zweifelhaft hervor. Da aber in der Diagnose Bourlefs kein
einzises Merkmal erwähnt Avird, wodureh eine Identiücirung der
Art mil S. vn^ignis Keut. v(illig ausgesehlossen werden kann,
so habe ich niieli nieht entsehlieBen können, den weit passenderen
Namen Itileus (hireli den älteren lupulinae zu ersetzen.
Börner (10) führt N. j)rnino<ins Tullb. als eine Farben-
varielät von S. Mens Lubb. auf, weil er nieht den geringsten
morphologischen Untersehied zwischen diesen beiden bisher immer
als selbslständige Arten aufgefaßten Formen feststellen konnte.
Er bemerkt aueh. er habe die Appendices anales nicht wahr-
nehmen kthinen. Die von mir vorgenommene Untersuchung
ergab indeß das Vorhandensein so ausgeprägter und v(>llig kon-
stanter Unterschiede in der Gestalt eben dieser Bildungen
(Fig. 19, 20, 21), daß ich mich genüthigt sehe, nicht ntir
S. IhIphs Liibl). in ihrer ursprünglichen Umfassung beizubehalten,
sondern sogar die zwei bisher als Farbenvarieläten von S. pi'ni-
Nostis Tulll). angesehenen Formen als selbstständige Arten auf-
zufassen.
Bei der vorliegenden Art sind die Appendices anales (Fig. 19)
blattftirmig, von ovaler Gestalt, kurz, ca. 2'/2 mal länger als breit,
gegen die Basis zu ein wenig verschmälert, mit in der distalen
Hälfte sehr i'ein ciliirtem Kande.
Kommt massenhaft im Grase und auf anderen niedrigen
Pflanzen auf olfenen Feldern aaIc im Walde vor.
07. S. piuinosus Tullb.
Fig. '^0.
Syn. 1871 Stuinlliiirns pniiiiosiis Tullberg, Förteckn. Sv. Podur.
1872 „ „ „ Sver. Podur.
1893 „ „ partim Sch(»tt, Pal. Coli.
1901 „ Ititetis var. ]»'uinoüa, partim Börner,
Apt. Bremen.
Appendices anales (Fig. 20) blattförmig, nahezu zweinuil
Stctt. rntoniol. Zeit. 190;!.
165
länger als bei voriger Art, gut viermal länger als Ijreit, mit gegen
die Spitze immer gröber gefranztem Rande.
Diese Art kommt massenhaft auf der niedrigen Kraut-
vegetalion der Sandfelder des (istliehen Sehonen's vor.
68. S. signatus Nie, mihi.
Fi--. 21. '
Syn. 1841 SiinintJniniK sif/iiatiis Ni'colct, Reeh. Podur.
1847 ,. „ „ Class. Ins. A])t.
„ ? „ fuliginosus „ „ „ „
1863 „ horlensis Fiteh, Eighth Report.
1876 Sniinthiirns lineatus Reuter, Oat. praeeurs.
1891 SmyntluirHS frontalis Uzel, Thys. Bohem.
1893 Stninfhunis pniinosiis, partim Schott, Pal. Coli.
189.5 ,, ., var. /^ne«^MS Reuter, Apt. Fenn.
1896 „ atratus Schäffer, Coli. Hamburg.
1901 ,, Intens var. pnrinosa. partim Bürner,
Apt. Bremen.
Appendices anales (Fig. 21) blattförmig, sehr stark ver-
breitet, kaum länger als breit, mit ganz glattem Rande.
Häufig im Sommer am Boden auf dem Hofe des hiesigen
zoologischen Instituts. Herr Wibeck fand zwei Exemplare bei
Wernamo zwisehen Moos im Nadelwalde,
69. S. bilineatus Bourl., TuUb.
Fig. 22.
Wie L üb bock (42) und mit ihm Born er (10) diese Art
mit S. nblongus Nie. identisch haben erklären können, ist mir
ganz unbegreiflich. Die Zeichnung des S. bilineatus Bourl.,
Tullb. ist die folgende: Grundfarbe weiß bis bleichgelblich. Eine
schwarzbraune Längsbinde verläuft an jeder Seite des Rückens
von dem Augenfleck bis an das Ende von Abd. IV, wo sie mit
derjenigen der anderen Seite zusammentrifft. Unterhalb dieser
findet sich in der hinteren Hälfte des Abdomen eine kurze, sehräg
nach hinten und innen verlaufende, ebenfalls schwarzbraune Längs-
binde, deren hinterer Endpunkt mit dem der vorigen zusanmien-
Stett. oiitomol. Zeit. 1903.
16b
lulU. AIkI. V und VI mit dunlden Flecken oder Querbinden.
Ein ganz anderes Aussehen hat aber -S. ohlongus Nie. Nach
Nicolet (46) fällt die Grundfarbe der Oberseite ins Braune, und
die Zeichnung besteht aus einem schmutzig weißen oder gelben.
lKill)niondforniigen Flecke zwischen den Augen und zwei unregel-
mäßigen nach hinten konvergierenden Rückenlängsbinden von
derselben Farbe. Inmitten auf und an beiden Seiten von diesen
liegen mehrere schwarze oder braunrothe Flecke. Auch zeigt
die beigefügte Abbildung nicht die entfernteste Aehnlichkeit mit
S. hilinealus Bourl., Tullb.
Unter den Namen S. ohlongus Nie. CD. hat Born er (10)
eine Reihe von bisher als selbstständige Arten aufgefaßten Formen
zusammengeführt. Von denselben habe ich nur drei, .S^. hili-
neatus Bourl., Tullb., S. nocemlineatus Tullb. und S. insignis Reut,
o-efunden. Diese standen mir aber in sehr großer Anzahl zur
Verfügung und ich bin jetzt nach Untersuchung des reichlichen
Materials in der Lage, die Behauptung Börner"s, sie sollten in
ihren F(»rmenmerkmaleü bis auf das kleinste mit einander über-
einstimmen, zu widerlegen, sowie durch Heranziehung einiger
völlig konstanten morphologischen Differenzen deren von Born er
verneinte Artrechte sicher zu begründen.
Die specifischen Formenmerkmali' der vorliegenden Art
sind folgende :
Appendices anales (Fig. 22) gerade; deren Länge verhält
sich zur Länge der Mucrones wie 1 : 1,3 — 1,5. Innere dorsale
Borsten der Dentes von normaler Länge. Die mittleren von
ihnen sind somit etwa gleich der halben Länge der Mucrones.
Länge des Thieres bis 1 mm.
Sehr gemein auf Gräsern und Bhuuen auf Wiesen wie
im Walde.
70. S. novemlineatus Tullb.
Fi-r. '16.
Appendices anales (Fig. 23) in basaler Hälfte stark ge-
krümmt; deren Länge verhält sich zur Länge der Mucrones wie
Stett. eiitomol. Zeit. 1903.
167
Ik'I vorijier Arl. Innen' doi-.'-ak' Borptcu clor Dentos sehr l;ui_u-.
Die mittleren von ihnen sind nur sehr weniü,- kürzer als die
Mucrones. Länge des Thieres bis l,o nun.
Ich hübe diese Art in großer Anzahl von Gräsern und
Carices in einem Moore bei Maglehem gestreil't. Herr Wibeek
sammelte einige Exemplare im (Iras um Ufer eines kleinen Binnen-
sees in der Nähe von Wernanio.
71. S. insignis Reut.
Fig. 24.
Appendices anales (Fig. 24) schwach und gleichmäßig ge-
krümmt, an der Spitze sehwach gezähnt. Deren Länge verhält
sich zur Länge der Mucrones wie 1 : 1,8 — 2. Innere dorsale
Borsten der Dentes noch etwas länger als bei voriger Art. Die
mittleren von ihnen sind gleich lang bi^ etwas länger als der
Mucro. Länge des Thieres bis 1,7 mm.
Gemein auf Sumpfvegetation.
72. S. marginatus Schott.
Fig. 25.
Ueber die eigenartige Gestalt der bisher nicht beobachteten
A})pendices anales giebt die Fig. 25 genügend Aufschluß.
Die obere Klaue hat gerade entgegen der Angabe Bö rner's (6)
keine Pseudonychien, besitzt aber mehrere Lateralzähne.
Gefunden in mehreren Exemplaren bei Maglehem untei-
Steinen.
73. S. viridis (L.j.
ab. cinereoviridis Tullb.
Ungemein häutig auf Gräsern und sonstigen Kräutern auf
Sumpfwiesen und in feuchten Gräben.
ab. speciosa Schott.
Gleich häutig wie die vorige, aber nur spärlich zusammen
nnt dieser. Bevorzugt trockenere ^^'iesen und grasbewachsene
Orte der Wälder.
Stett. eutomol. Zeit. 19üa.
168
f. typica.
Ein ExL'inplai- wurde von Herrn AVibeck vom Grase im
Nadelwalde bei Wernamo gestreift.
ab. dorsovittata Reut.
Ein Exemplar zusammen mit voriger gefunden.
74. S, flaviceps Tullb.
l'ig. 26.
Fig. 26 giebt eine der bisher unbeaehteten. sehr charak-
teristischen Appendices anales wieder.
5 Exemplare dieser Art fand ich zusammen mit S. mar-
ginatus Schott und ^\ Ltibbocki Tullb. unter Steinen bei Maglehem.
2 Exemplare erbeutete ich zwischen Moos im Walde Baisberg.
7.5. S. fuscus (L.).
f. typica.
Unaemein häufio- im Walde auf Gräsern. Baumstrünken etc.
ab. maculata Krausb.
Häutig mit der Haujjtt'orm zusammen.
76. S. Lubbocki Tullb.
Ich traf 4 Exemplare dieser Art bei Maglehem zusammen
mit .S. marginatiis Schott und S. faviceps Tullb. Von Herrn
Wibeck sind 2 Exemplare zwischen Moos im Nadelwalde bei
Wernamo gefunden.
Subfam. Dic.vrtominae Böru.
Gen. Dicyrtoma Bourl., Banks.
77. D. fusca (Lucas, Lubb.).
f. typica.
6 Exemplare habe ich unter einem Holzstück bei einem
Bache in Maglehem gefunden.
ab. silvatica (Tullb.).
Syn. 1871 Papirius silcalicus Tullberg, Förteckn. Sv. Podur.
1872 „ „ „ Sver. Podur.
Zahlreiche Exemplare zwischen Moos im Walde Baisberg.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
169
In Smoland wurde sie mehrmals von Herrn Wibeck an ähn-
lichen Lokalitäten gesammelt.
78. D. atra (L.).
f. typica.
Gemein in Wäldern unter Holzstücken etc. und besonders
zahlreich auf Hutpilzen.
ab. dorsalis (Reut.) Axels.
Syn. 1876 Papirius dorsalis Reuter, Catalog. praecurs. Podur.
Fenn.
1888 .. ater var. albosiynata Parona, Res Li-
gusticae, VI.
1895 ,, dorsalis Reuter, Apt. Fenn.
1900 ., ater var. dorsalis Axelson, Vorl. Mittheil.
Nicht selten zusammen mit der Hauptform.
79. D. minuta (0. Fabr., Tullb.).
' ab. pallida nov. ab.
Weiß oder bleichgelb. Augenflecke und ein Fleck zwischen
den Antennenbasen schwarz. Antennen violett. Sonst ohne
jegliche Zeichnung.
Spärlich mit den folgenden zusammen.
f. typica.
Nicht selten auf Sumpfpflanzen und zwischen abgefallenem
Laub in Wäldern.
ab. ornata (Nie).
Zwischen abgefallenem Laub auf Romeleklint zusammen
mit der Hauptform gefunden.
ab. pulchella Krausb.
1 Exemplar zwischen Laub in Bökeberg. Mehrere Exem-
plare streifte ich von Myosotis palustris an einem Bache in
Maglehem.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
170
Verzeichiiiss der benutzten Litteratur.
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sicht der Anurophorus-Arten. Zool. Anz., Bd. XXIV,
No. 641, 1901.
2. — Weitere Nachricht über europäische Hülilencollembolen
und über die Gattung Aphorura A, D, Mac G. Zool.
Anz., Bd. XXIV, No. 646/647, 1901.
3. — Ueber Neanura tenebrarum nov. sp. aus den Höhlen
des mährischen Karstes; über die Gattung Tetrodon-
tophora Reuter und einige Sinnesorgane der Oollem-
bolen. Zool. Anz., Bd. XXIV, No. 653, 1901.
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Collembolen-Formen aus Finnland. Meddelanden af
Societas pro Fauna et Flora Feunica. H. 26, 1900.
.5. Banks, N. : The Smynthuridae of Long Island, New-York.
Journ. New-York Ent. Soc. Vol. VII. 1899.
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thuridae Tullb., insbesondere des Genus Sminlhurus
Latr. Zool. Anz., Bd. XXIII, No. 630, 1900.
7. — A'^orläuflge Mittheilung über einige neue Aphorurinen
und zur Systematik der Collembola. Zool. Anz.,
Bd. XXIV, No. 633, 1901.
8. — Ueber einige theilweise neue Collembolen auts den
Höhlen der Gegend von Letmathe in Westfalen.
Zool. Anz., Bd. XXIV, No. 645, 1901.
9. — Ueber ein neues Achorutidengeuus Willemia, soAvie
4 weitere neue Collembolenformen derselben Familie.
Zool. Anz., Bd. XXIV, No. 648, 1901.
10. — Zur Kenntniß der Apterygoten-Fauna von Bremen
und der Nachbardistrikte. Abh. Nat. Ver. Bremen,
Bd. 17, 1901.
11. — Neue Collembolenformen und zurNomenclatur derCollem-
bola Lubb. Zool. Anz., Bd. XXIV, No. 657/658, 1901.
Rtett. cntomol. Zeit. 1903.
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Handl. Bd. 10, 1872.
59. — CoUembola l)orealia. Ofvers. Kongl. Vet.-Akad.
Fürhandl. 33 Arg., No. 5, 1876.
CO. Uzel, J. : Thjsanura Bohemiae. Sitzber. Böhm, Ges. Wiss.
Math.-Naturwiss. Classe. Jhrg. 1890, Bd. II. 1891.
61. Walilgren, E. : Beitrag zur Keiintniß der Collembolafaiina
der äußeren Schären. Entomologisk Tidskrift,
Arg. 20, 1899.
62. Willem, W. : Recherehes sur les Collemboies et les Thysa-
noures. Mem. cour. et Mem. sav. etrang. Aead. Ro}'.
Belg. T. 58, 1900.
63. Wulfen, v. : W^interbelu.stigungen. Schrift. Ges. naturforscli.
Freunde Berlin. Bd. 8, 1788.
Erklärung der Abbildungen.
Tafel II.
Fig. 1. Achonites rufescens Tullb. Dens und Mucro. Seiten-
ansicht. Leitz' Oelimmers. 1/20, Oc. 0, ein-
geschobener Tubus.
Fig. 2. „ mamthrialis Tullb. E x e m p 1 a r aus de r
T j p e n s a m m 1 u n g T u 1 1 b c r g ' s. Distales
Tarsusende, Praetarsus und Klauen des
3. Beinpaares. Dieselbe Vergr.
Fig. 3. „ mamibrialis Tullb. Furca, Seitenansicht.
Leitz' Obj. 7, Oc. 0, eingeschobener Tubus.
Fig. 4. „ Renteri nov. nom. Distales Tarsusende, Prae-
tarsus und Klauen des 3. Beinpaares. Leitz'
Oelimmers. 1/20, Oc. 0, eingeschobener Tubus.
Fig. 5. „ Ueutevi nov. nom. Mucro. Dieselbe Vergr.
Fig. 6. Xenylla htonicola (Fabr.) Tullb. Antenne IV, von oben
gesehen. Dieselbe Vergr.
Fig. 7. „ „ „ „ Mucro. Dieselbe Vergr.
Stett. entowol. Zeit. 1903.
175
Fig. 8. Xenylla maritima Tullb. Mucrodens. Dieselbe Vergr.
Fig. 9. „ brevicanda Tullb. „ „ „
Fig. 10. Annrida Ttdlbergi Schott. Antenne III und IV, von oben
gesehen. Dieselbe Vergr.
Fig. 11. Isotoma maritima T\i\\h. Distales Tarsusende, Praetarsus
und Klauen des 1. Reinpaares. Leitz' Wasser-
iminers. X, Oc. 1, eingeschobener Tubus.
Fig. 12. Entomobrya lanuginosa ah. muscornm (TuWh.^. Abd. IV,
V und VI, schräg von oben gesehen. Leitz'
Obj. 3, Oc. 0, eingeschobener Tubus.
Fig. 13. „ midtifasciata Tullb. Abd. IV, V und VI,
schräg von oben gesehen. Dieselbe Vergr.
Fig. 14. „ mnltifasciata Tullb. Abd. III, von oben ge-
sehen. Leitz' Obj. 5,0c. O,eingeschobener Tubus.
Fig. 15. Sira flara nov. spec. Ganzes Thier, schräg von oben ge-
sehen. Leitz' Obj. 3, Oc. 0, eingeschobener
Tubus.
Fig. 16. Sminthvrus repandns nov. spec. Rückenkontour. Die-
selbe Vergr.
Fig. 17. „ repandus nov, spec. Distales Tarsusende,
Praetarsus und Klauen des 3. Beinpaares.
Leitz' Wasserimmers. X, Oc. 0, einge-
schobener Tubus.
Fig. 18. „ repandus nov. spec. Appendix analis. Leitz'
Oelimniers. 1/20, Oc. 0, eingeschobener Tubus.
Fig. 19. „ luteus^A\hh. Appendix analis. Dieselbe Vergr.
pruinosus Tullb. Appendix analis. Die-
selbe Vergr.
signatus (Nie.) tnihi. Appendix analis.
Dieselbe Vergr.
bilineafus (Bourl.) l'ullb. Appendix analis.
Dieselbe Vergr.
novemlineatus Tullb. Appendix analis. Die-
selbe Vergr.
Stett. pntoinol. Zoit. 1903.
Xlg.
1 l7.
w
Fig.
20.
«
Fig.
21.
11
Fig.
22.
l-,
Fig.
23.
11
176
Fig. 24. Sminthurus insignis Reut. Apendix analis. Dieselbe
Vergr.
Fig. 25. ,, marginal IIS Schott. Appendix analis. Leitz'
Wasserimmers X, Oc. 0, eingeschobener Tubus.
Fig. 26. „ faviceps Tullb. Apendix analis. Dieselbe
Vergr.
Nachtrag.
Die soeben erschienene Abhandlung Schott 's über nor-
dische Collembolen '■•') kam mir erst vor, als meine Arbeit schon
in den Druck befördert war. Ich habe daher in dieser keine
Rücksicht auf jene nehmen können, werde aber in einer bald
erscheinenden Mittheilung meine in mehreren Punkten von
Schött's Auffassung abweichenden Meinungen näher erörtern.
Für jetzt möchte ich nur erwähnen, daß die in meinem Ter-
zeichniß über die für Schweden neuen Formen aufgenonnnene
Pseudosinella alba (Pack.) Schaf!', schon von Schott gefunden
worden ist; auch ist die von mir vorgenommene Identificirung
von Achoi'iifes Schdtii Reut, mit Achorutes maniihrialh Tullb.
in der Schottischen Arbeit durchgeführt. Ein Ausspruch
Schötfs in seiner Begründung dieser Identificirung hat mich
indessen erstaunt. Er sagt nämlich''"'): „Je doute de la voleur
d'un caractere different presente par Reuter, et qu'il a puise
dans la structure de ,unguiculus inferior'. La description de
TuUberg ne nie donne aitciin eclaircissement, piiisqii'il nc parle
pas specialement des ongles.'"'' Wie in meiner Arbeit an der
betreffenden Stelle^'"''""') hervorgehoben, hat doch Tullberg eben
in der Abhandlung, in der er Achorutes niamhrküis aufgeteilte,
das Aussehen der unteren Klaue mit aher Deutlichkeit be-
schrieben.
*) H. Schott: Eliides sur los Cölleiubolos du Nord. IJiliaiiji' tili
K. Svenska Vet.-Akad. Ha ndl. tkl. 28, Afd. IV. No. 2, 1Ü02.
**) Seite 9 Zeile 12 v. u.
"■'■"■') Seite 122.
Stett. entoreol. Zeit. 190:!.
177
Inhalts -Aerzeiclmiss.
Neue Kleinfalter des Mittcliueei-gel)iots von PJ'nn-ci- A. Fuchs
in Bornieh. S. 3. — Einige neue Cleriden des Steltiner Museums
von Sigm. Sehen kling, Huml)urg. S. 16. — Beitrati zur
Staphjlinidenfauna von Ostindien und den Sundainseln von
Dr. Max Bernhauer in Stoekevau. S. 21. — Zum Heimaihs-
Naehweis von Agrotis fugax 'Vv. von A. Rieser. IS. 37. — -
Uebersioht der Sumatra Pyralidae, zusammengestellt von ^lajnr
Ed. Hering. III. (Schluß). Hierzu Tafel I. S. 38. —
Neue Pyraliden aus dem tropischen Faunengebiet von demselben.
S. 97. — Zur Kenntniß der Apterygotenfauna Süd-Sehwedens
o
\(m Hugo Agren, Cand. ]ihil., Lund. Hierzu Tafel II. S. 113.
• — • Inhalts -Verzeichniß. S. 177.
Ausgegebeu im Januar 1903.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
178
eran.su
Ei'kliü'uiiü: von Tafel L
1. Macna praele.tidia j. hi Palpe ,j, Ib desgl. $ S
2. St er i da scriilis ,j^ . .
3. Stericta uiiihifavia $ .
4. Stericta DohrnI $ . .
5. Orthaya si/bbaxalis q. 5a Fühl
G. Orthaga fumida q ...
7. Herculia nitidicUialis q
8. Sacada piisilla ,j . . . .
9. Pyrausta fracidalis .^ (2/1)
10. Pyraiista abdiratri.r ^ . .
11. Pyransta hyrrhalis o • •
12. Pyraiista qiiadriyalh ,j .
13. Fyrausta retosfalis q
14. Sylepta salanaa ,j
15. Sylepta phainnyiodalh q
IG. Sylepta dhtingnenda o •
17. Sylepta aeuiyniatU'a ,j
18. Dichorrorh hicodiila q .
19. Patania (loccosa q. 19a Hinter
20. Evrycreon ocnlifera ,^ .
21. Pachyz-aiicla mimeticalis ,^
22. Cydalima violalis $ .
23. Enchocnemidia bracata c^. 23
von oben, 23b von der Seite g
24. (ihjpliodes Hayeni ,^ .
25. (jlyphodes praefulgida q
26. Pilocrocis Dohrnialis q .
27. Siifetida melanophthalma ,^ C^l^)
28. Teratauxta paradoxa q. 28a der
seitlich gesehen ....
29. Platamonia poerilura. q .
80. Ambia Dohrni .j . . .
31. Patissa Heidi .^ . . .
32. Diatraea virgosa ,^ .
33. Eromene pygmaea ^ (2/1)
34. Äeara Dohrni ^ . . .
bein
Hinterbein
esehen
K(h'
per
98,
21,
22,
27,
30,
32,
36,
41,
50,
57,
58,
53,
54,
69,
93,
77,
85,
94,
100,
98,
108,
246,
252,
265,
107,
289,
343,
1903.
1901.
345,
42,
51,
68,
79,
81,
87,
1903.
1901.
1903.
steif, entomol. Zeit. 1903.
Stelliiier
Entomologische Zeitung.
04. «falirä-aiiä*.
Entomologische Zeilung
herausgegeben von dem
entomologischen Vereine
zu IStettiii.
Redaction: Dr. Heinrich Dohrn, Vorsitzender.
In Commission bei der Buchhandlung- R. Friedländer & Sohn in Berlin.
1903. 64. Jahrgang. Heft II.
Weitere Beiträge
zur Metamorphose der deutschen Trichopteren.
Von CaSeorft- Ulmer. Ilamlmrg.
Hierzu Tafel III, IV und V.
Unter dem Titel „Beiträge zur Metamorphose der deutschen
Trichopteren^^ habe ich seit dem Jahre 1901 in der „Ailg.
Zeitschr. f. Entom." Beschreibungen von bisher noch nicht be-
kannten Trichopterenlarven und -Puppen veröfFenthcht. Die hier
folgenden „Weiteren Beiträge*^ sind, wie der Titel schon an-
deutet, eine Fortsetzung der ersten. Bei 2 Arten ist auch eine
Mittheilung über die Eier und jugendlichen Larven gemacht
worden. Den Schluß dieser Arbeit nimmt eine Zusiunmenstelluna,-
allgemeiner Larven- und Puppencharactere ein.
Es ist mir eine große Freude, Herrn Lehrer H. Bünning
für seine Zeichnungen, die er nach meinen Präparaten anfertigte,
herzlichen Dank auch hier zu sagen.
L Phryganea striata L. (M'Lach).
Mit Fig. 1 bis 13.
Gehäuse und Larven sind schon mehrfach beschrieben
Avorden, so von Reaumur, Kolenati, Hagen, A, Meyer (nach ihm
Wallengren); Dr. Otto Zacharias fand die Larve, welche
Dr. R. Struck bestimmte, 1901 in einer Bucht des Plöner Sees,
Stetf. entomol. Zeit. 1903. 12
180
am Schloßgarten. Di-. Struck lieferte in seinen beiden Abhand-
lungen „Neue und alte Trichopteren- Larvengehäuse" und „Lü-
beckische Trichopti-ren und die Gehäuse ihrer Larven und Puppen"
Beschreibung und Abbildung der Gehäuse. Ich fand Eier, Larven,
Puppen und Iniagines im Mai der Jahre 1901 und 1902 im
Pinnsee, östlich von Mölln in Lauenburg.
1 . Der Laich
ist kranzförmig. In der Sitzung vom 21. Februar 1888 berichtete
Kolbe in der „Gesellschaft naturforschender Freunde" in Berlin
über den kranzförmigen Laich einer Plinjganea, den Dr. Weltner
im Tegeler See gesammelt hatte; in den „Entomologischen Nach-
richten« (Karsch; Jahrgang XIV, 1888, Nu. 19, p. 297, Sep.-
Abdr. p. 3) fügte er dann hinzu, daß derselbe der Phryganea
grandis L. angehöre; auch berichtet er, daß Zaddach („Die
Entwicklung des Phryganiden-Eies", cfr. p. 64 etc.), ihn schon
gekannt, aber in seiner Gestalt noch nicht richtig erkannt habe
(Zaddach: „rollen- oder strangförmige Körper"). Auch Prof.
Lampert („Leben der Binnengewässer") bildet ihn p. 152 ab.
Aus Amerika wurde eine ähnliche Laichmasse („Egg-ring of an
unknown caddis-fl}", wahrscheinlich von Phryganea cinerea
Hag.) durch Prof. James Needham in seiner Abhandlung
„Aquatie Insects in the Adirondacks" abgebildet. Der von mir
am 27. Mai 1901 gefundene Laieh von Phryganea striata war
mit einer ca. 1 qcni großen Fläche an der Unterseite eines dicken
im Wasser liegenden Brettes befestigt. Wie durcli Zaddach schon
von Phr. grandis berichtet wird, so muß auch l^hr. striata
zur Eiablage tief in das Wasser hinabtauchen, — wie übrigens
wohl viele andere Arten. Die ganze Laichmasse iiing frei, flot-
tirt-nd herab: in seiner Form ähnelt sie im Allgemeinen dem
von Kolbe beschriebenen und abgebildeten Laiche der Phr.
grandis\ doch ist seine Größe beträchtlicher, seine Dicke dagegen
eerinser: beim Herausnehmen aus dem AVasser fiel er in eine
doj)pelte, strangartige Galiertnnisse zusammen; beim Wieder-
eintauchen nahm er jedoch niclit kreisförmige Gestalt an, sondern
Stett. entomol. Zeit. 1903.
181
hatte eine mehr unregelmäßig ovale Form; die Dicke der Schnur
ist nur etwa 5 mm (l)ei Phr. grandis nach Kdlbe 13 mm); die
Eier sind gelblichroth.
2. Die Larve.
Länse: 30 mm, crößte Breite über 5 mm: sie ist schon
mehrfach beschrieben worden (s. o.). Ihre Gestalt ist raupen-
förmig, fast eylindrisch, am ersten Abdominalsegment am breitesten,
nach vorn und hinten etwas verschmälert; sehr deutlich schmaler
sind Kopf, Prothorax und letztes Segment.
a) Der Kopf ist länglich-oval, flach und wenig nach unten
geneigt; seine Farbe ist gelb; auf dem Cljpeus (Fig. 1) tindet
sich ein länglicher schwarzer Fleck, der auf den Seitenstücken
von je einem gebogenen schwarzen Streifen begleitet wird; diese
beiden Streifen stoßen hinten fast zusammen, bilden also ein
Gabelband; auch die Kopiseiten tragen ein schAvarzes Band.
Oberlippe (Fig. 2) quer-elliptisch, verhältnißmäßig breit,
gelb mit etwas dunkleren Rändern; Vorderrand in der Mitte
ausgeschnitten und an den Yorderecken nur wenig behaart; von
langen, gelbhchen Borsten sind 3 Paare vorhanden, und zwar
je ein Paar an den beiden Seitenrändern und ein Paar auf der
Oberfläche in der vorderen Hälfte; am Yurderrande stehen außerdem
noch 2 Paare kürzerer und dickerer gelber Borsten zu beiden
Seiten des Ausschnittes; diese dicken Borsten stehen auf Ein-
kerbungen des Randes und sind demselben dicht angelegt.
Mandibeln meißeiförmig, stark, von schwarzbrauner Farbe;
Schneide gezähnt; die innere Fläche der linken Mandibel (Fig. 3)
ist tief rinnenartig ausgehöhlt, so daß eine doppelle Schneide vor-
handen ist: außer der starken Spitze trägt die obere Schneide 3
flache Zähne, die untere ebenfalls 3, von denen der erste klein
und höckerförmig, derjenige aber, welcher dem Grunde, der Man-
dibel am nächsten steht, groß und fast dreieckig ist; die rechte
Mandibel ist bedeutend weniger ausgehöhlt und liesitzt außer der
Spitze nur 2 (oder 3?) rundliche Zähne (Fig. 4); beide Man-
dibeln tragen auf dem Rücken 2 Borsten, welche etwa halb so
lang sind wie die Mandibel.
Stett. entomol. Zeit. 1903. 12*
182
Kiefertheil der Maxillen (Fig. 5) ist fingerförmig, schlank,
und reicht bis zum Ende des dritten Tasterghedes^ die Spitze
der Maxillen ist mit zahlreichen Fühlwärzchen und -Stäbchen
besetzt; der Basaltheil der Maxillen trägt viele dicke nach innen
gerichtete Haare und sein Innenrand drei Stäbchen; außerdem
ist am Grunde noch eine starke, aber sehr kurze Borste vor-
handen. Die Maxillartaster sind ebenfalls fingerförmig, viergliedi-ig,
die Spitze wiederum mit Fühlwärzchen versehen. Das kegelförmige
Labium trägt jederseits einen zweigliedrigen Taster, dessen erstes
Glied breit und dessen zweites Glied, das an seinem Ende mit
je 2 Stäbchen besetzt ist, cylindrisch ist; eine lange Borste steht
jederseits auf dem Labium an der Ansatzstelle der Taster.
b) Die Brust: Prothorax wenig bi-eiter als der Kopf, mit
Chitin gedeckt, von gelber Farbe; die schwarzen Ränder sind
scharf nach hinten (Vorderrand), resp. vorn (Hinterrand) ein-
gezogen, so daß das Schild in der Mitte am schmälsten, an den
Seiten am breitesten ist. Die beiden andern Brustsegmente sind
häutig, in ihrer Form und Farbe (grünlich, an den Rändern
mehr röthlich) den Abdominalsegmenten gleichend, aber etwas
schmäler. Mesonotum und Metanotum in ihrer vorderen Hälfte
an jeder Seite mit einem Borstenpunkte. Erstes Beinpaar am
kräftigsten, drittes Beinpaar am längsten und sehr schlank;
Mittelbeine etwas länger und bedeutend schwächer als Vorder-
beine; Farbe der Beine gelb (wie der Kopf), an der Coxa und
dem Femur schmal schwarz gesäumt. Alle Beine sind mit wenigen
Borsten besetzt, die am zahlreichsten sich an den Mittelbeinen,
am wenigsten an den Vorderbeinen finden. Innere Kante der
Hüfte (Vorder- und Mittelbeine) mit zahlreichen scharfen Spitzen
bewehrt, die am Rande in 2 Reihen und scheinbar büschelförmig
stehen und auch auf der Fläche zu finden sind (hier aber
einzeln, kurz und dreieckig); Hinterhüften ohne solche Spitzen.
Schenkelring und Schiene aller drei Paare mit langen, kamm-
förmig geordneten gelben Borsten, die auf dem Schenkelringe des
Vorderbeines aber nur spärlich vorhanden sind. Lange gelbe
Stett. entomol. Zeit. 1903.
183
Dornen stehen auf den Innenkanten dieser Glieder, je zwei auf
dem Trochanter und Femur der Mittel- und Hinterbeine; auf den
vorderen Trochanteren fehlen dieselben; dafür aber llndet sieh
ein ähnhcher gelber Dorn in der Mitte des Außenrandes der
Vordersehenkel. Vorderschiene außer zahlreichen gelben Borsten
am Innenrande mit 2 starken gelben Dornen vor der Spitze,
die von einander entfernt stehen; Mittelschiene ebenso, aber der
dem Ende am nächsten stehende Dorn breit, messerförniig und
auf einem kegelförmigen Höcker stehend (Fig. 6); Hinterschiene
nur mit diesem einen breiten Dorne, der ebenfalls einem Fortsatze
aufgesetzt ist. Mittel- und Hintertarsus mit zahlreichen gelben
Spitzen an der Innenkante, der sehr dicke Vordertarsus dagegen
nur mit 2 kurzen Borsten an der Spitze. Klauen der Vorder-
und Mittelbeine fast doppelt so lang wie der entsprechende Tarsus
und mit breitem Basaldorn (Fig. 6); Klauen der Hinterbeine
schlank, fast so lang wie der Tarsus und mit schlankem Basal-
dorn; alle Klauen sind gekrümmt,
e) Der Hinterleib: Abdominalsegmente durch tiefe Ein-
schnitte von einander getrennt; im Leben grünlich, an den
Bändern mehr röthlich, wie die beiden letzten Brustsegmente.
Höcker des ersten Segments groß; die seitlichen dick und etwas
nach vorn gerichtet, der mittlere mit schlanker, nach hinten ge-
richteter Spitze; die seitlichen Höcker sind mit kurzen eigen-
thümlich geformten schwarzen Häkchen (Fig. 7) besetzt; diese
Häkchen verjüngen sich aus breiter Basis zu einem langen, ge-
bogenen, zweispitzigen Ende. Die Seitenlinie ist nur schwach
entwickelt, sie beginnt auf dem IL Segment und ist mit schwärz-
lichen Härchen besetzt. Die Kiemen sind fadenförmig, lang und
dick, einzeln stehend; schon auf dem I. Segment, wie bei Neu-
ronia. Letztes Segment bedeutend schmäler als die übrigen;
auf seiner Rückenfläche mit einer queren dunklen Chitinplatte,
auf welcher längere und kürzere Borsten von schwarzer Farbe
stehen. Nachschieber kräftig entwickelt, sie werden von ähn-
lichen Plättchen gestützt; Klauen der Nachschieber stark gebogen
und mit 3 Rückenhaken (Fig. 8).
Stett. entomol. Zeit. 1903.
184
3. Die Puppe.
Eine Abbildung der Puppenhaut gab Dr. Struck (,.N. u.
A. Triehopterenlarvengehäuse"). Länge: 23 mm; Breite 5 mm;
eine Puppenhaut war 30 mm lang. Gestalt: cjdindriseh.
a) Kopf: Fühler fadenförmig, dick, nach der Spitze hin
sich verdünnend, bis zum Ende des vorletzten Segments reichend,
ihr Basalglied kurz und breit, wenig von den folgenden ver-
schieden, mit einigen Borsten. — Labrum viereckig, in seiner
vorderen Hälfte am breitesten; Vorderrand etwas vorgezogen;
in den Vorderecken stehen je fünf steife Borsten von verschie-
dener Länge (Fig. 9), zwischen ihnen am Vorderrande 2 kürzere,
helle Borsten und im hinteren Drittel auf der Fläche je drei
Borsten links und rechts, die von außen nach innen zu an Länge
stark zunehmen. Mandibeln (Fig. 10) sensenartig, stark ge-
krümmt, fast gekniet, mit breiter Basis und gezähnter Schneide;
die beiden Rückenborsten stehen auf einem dreieckig vor-
springenden Höcker. Maxillarpalpen des ,^ vier-, die des $
fünfgliedrig.
b) Brust: Auf dem Mesonotum der reifen Puppe scheint
die Farbe der Imago durch; ein hellerer elliptischer Fleck wird
von einer dunkleren Grundfarbe umschlossen und zeigt die auf
ihm stehenden schwarzen Borsten der Quere nach gelagert, so
daß der helle Fleck schwarz gerieft aussieht. Spornzahl der
Beine 2, 4, 4; Sporne kurz und dick, innerhalb des Paares
gleich; Tarsen der Vorder- und Hinterbeine spärlich, die der
Mittelbeine stark bewimpert.
c) Hinterleib: Haftapparat stark entwickelt; der Hinterrand
des ersten Segments trägt auf dem Rücken einen starken Chitin-
fortsatz, der über das zweite Segment hinüberreicht (Fig. 11);
sein Hinterrand ist ausgeschnitten und in 2 scharfe Spitzen aus-
gezogen. Das vierte bis siebente Segment trägt nahe dem Vor-
derraude des Rückens ein braunes Chitinplättchen jederseits, mit
stark gekrümmten, nach hinten gerichteten Häkchen; solcher
Häkchen stehen auf dem IV. Segment 4 oder 5, auf dem
Stett. entomol. Zeit. 1903.
185
V. Segment 5 oder 6, auf dein VI. und YII. Segment je 8.
Der Hinterrand des V. Segments trägt außerdem 2 elliptische
Chitinplättcheu mit etwa 17 nach vorn gerichtctt-n Zähncheii.
Kiemen fadenförmig, stark, ähnlich wie bei der Larve. Die mit
vielen schwarzen Haaren besetzte Seitenlinie beginnt mit dem
VI. Segment und bildet auf der Bauchfläehe des VIII. einen
durchbrochenen Kranz; doch ist sie, wenn auch bedeutend
schwächer, schon auf dem V. Segment zu erkennen. Anal-
anhänge (Fig. 12) breit, nach den Enden zu flach und zugespitzt,
mit je 4 Borsten versehen, von denen drei zusammen und eine
nach dem Seitenrande zu steht.
4. Das Gehäuse:
schon mehrfach beschrieben (s. o.)i es ist von der bekannten
cylindrischen Gestalt, Baustofle spiralig angeordnet. Länge bis
45 mm, Breite bis 7 mm; an beiden Enden offen. Vor der
Verpuppung wird das Hinterende din-ch einen gesponnenen Deckel
mit zahlreichen Maschen geschlossen; vor das vordere Ende
werden außerdem noch zahlreiche Pflanzentheilchen gelegt, so
daß dort ein dicker Klumpen entsteht (Fig. 13). Die Puppen-
gehäuse fanden sich am Boden zwischen faulenden Blättern und
mit dem vorderen Ende an ihnen befestigt, während der übrige,
cyhndrische Theil des Gehäuses frei in das Wasser hineinragte.
Während ich am 28. Mai 1901 im Pinnsee außer einer
schon im Puppengehäuse befindlichen Larve und einer Puppe
noch viele leere Puppenhäute und Imagines fand, konnte ich im
nächsten Jahre, am 20. April, an derselben Stelle außer einigen
meist erwachsenen Larven nur zahlreiche leere Köcher bemerken,
die aber nicht vom Vorjahre zu stammen schienen, denn sie
waren noch vollkommen fest, als ob sie eben erst von den
Larven verlassen wären; ich glaubte anfangs, diese Larven wären
vielleicht an Nahrungsmangel zu Grunde gegangen, da ich nur
äußerst wenig pflanzliche Nahrungsmittel dort fand, während im
Jahre 1901 der Boden dicht mit abgefallenem Laube bedeckt
war; ob dies aber wirklich der Grund war, kann ich nicht
Btett. entomol. Zeit. 1903.
186
entscheiden, möglicherweise sind ja die Phvygancalarven Fleisch-
fresser; wenigstens verzehrte eine im Aquarium belindliche Larve
in der ersten Nacht ihrer Gefangenschaft ein anderes Kxeni))lar
derselben Art, welches das Gehäuse verlassen hatte (s. w. u.);
obgleich faulende und grüne Blätter genügend vorhanden waren,
bemerkte ich nie während ihrer noch etwa vierwöchigen Larven-
zeit, daß sie davon genossen hätte:, auch Dr. Struck-Lübeck hat
dieselbe Erfahrung gemacht: mit der Annahme, daß die Larve
carnivor sei, stimmt auch die Form der Mandibeln (Fig. 3 und 4)
überein; doch fraßen wiederum ganz kleine, eben erst aus den
Eiern ausgeschlüpfte Larven einer Phrygaiiea. kurz nachdem sie
ihr Gehäuse gebaut hatten, schon große Löcher in faulende
Buchenblätter hinein (s. w. u.). Vielleicht sind die erwähnten
Larven in Folge von Trockenheit gestorben: alle leeren Gehäuse
fanden sich, manchmal zu vier oder fünf zusammen, in nur etwa
2 cm tiefem Wasser an einer Stelle, welche der Vegetation nach
nur bei starken Regenfällen vom Wasser bedeckt zu sein schien,
in einer sehr flachen, ruhigen Bucht.
Im Aquarium verpuppte sich die Larve in der letzten
Hälfte des Mai, und die Imago schlüpfte am 3. Juni aus.
Auch bei dieser Art habe ich, wie früher bei Limit ophiliis
flamcornis F. (cfr. „Anleitung zum Sammeln etc. der Köcher-
fliegen", A. Z. f. E. 1902) wieder denselben Versuch im Trans-
port lebender Larven gemacht. Diesmal brachte ich 2 Larven
von Phryganea in ein weites, olfenes Gefäß und bedeckte sie
mit einer Schicht von feuchten Lebermoosen; als ich nach
4 Stunden die Larven zu Hause herausnahm, lebten sie beide,
hatten jedoch ihr Gehäuse verlassen; im Aquarium fraß die eine
die andere auf und hatte erst nach etwa 24 Stunden sich in
einen der leeren, mit hineingeworfenen Köcher zurückgezogen.
Einige Bemerkungen über junge Phryganealarven möchte
ich hier noch einfügen. Am 19. Juni d. J. brachte mir mein
Bruder Paul, dem ich auch sonst schon allerlei Material ver-
danke, aus der Bille bei Hamburg den kranzförmigen Laich einer
Stett. ectomol. Zeit. 1903.
187
Phrijganea mit, der an der Unterseite einefi Nuphar-Bluttes be-
festigt war. Dieser Kranz ist etwas kleiner und dünner als der
von Kolbe beschriebene; mit der Lupe besehen, erkannte man
deutlich einen grünen und einen gelbbraunen Inhalt in den ein-
zelnen Eiern; am 28. Juni schlüpften die ersten Lärvchen aus;
sie waren etwa l'/2 mm lang, fast farblos, im mittleren Drittel
des Leibes aber grünlich durchseheinend: deutlich waren schon
die Mandibeln zu erkennen, welche braun und mit mehreren
Zähnen auf der Schneide versehen waren: auf dem schwach
gelblich gefärbten Kopfe fanden sich schon die drei Längsflecke
von schwarzer Farbe (Fig. 1), doch waren die beiden seitlichen
noch nicht zu einem Gabelbande zusammengeflossen. Auch die
Höcker des I. Abdominalsegments, wie die Nachschieber, fanden
sich vor; Kiemen fehlten, besonders auffäUig waren lange schwarze
Haare, die zahlreich den Kopf, die mittleren und hinteren Beine
und die letzten Hinterleibssegmente bedecken; auf dem letzteren
standen 2 Paare von schwarzen Borsten, die fast die Länge des
ganzen Körpers erreichen. Berührte man die Larven, so rollten
sie sich, wie schon Kolbe es beschrieb, zusammen; auch
schwammen sie im Wasser mit Hülfe der Beine und des Hinter-
leibes umher. Nach etwa 24 Stunden hatten die ersten Larven
sich ein Gehäuse aus abgebissenen Blattstückchen der Hottonia
(Wasserfeder) gebaut; diese ca. 1 bis i'/2 mm langen Stücke
waren der Länge nach zu einer Röhre (Grammotauhus in sehr
verkleinertem Maßstabe) nicht spiralig zusammengeklebt. Gerade
während ich diese Beobachtungen schreibe (6. Juli 1902), klettern
zahlreiche junge Larven mit großer Behendigkeit an den Wasser-
pflanzen umher; warum andere kriechen in den pflanzlichen
Zerfallstotl'en am Boden des Aquariums umher und noch andere
fressen an einem faulenden Blatte. Die Gehäuse sind jetzt etwa
4 mm lang und über 1 mm breit; die Larven haben eine Körper-
länge von 3 mm. — Nachdem etwa 50 Larven die Eihülle ge-
sprengt und den Laich verlassen hatten, habe ich denselben
herausgenommen und in wässeriger Formol-Lösung, in welcher
Steü. entoniol. Zeit. 1903.
1«8
or sich ohne Sclirumpfung bishor gehalten hat, conservirt. Am
1. AugiL^t (1. J. waren diese Larven im Aquarium bis zu einer
Länge von 8 nun und einer Breite von etwa 1,3 mm gewachsen;
das Gehäuse war 14 mm lang und 2 mm breit; an seinem
vorderen P^nde (Drittel) waren die Pflanzenstoffe (zarte Blatt-
absehnitte von Stratiotes) schon deutlich sj)iralig angeordnet.
Wovon die Larven in dieser Zeit sich genährt haben, weiß ich"
nicht, da ich sie wegen längerer Abwesenheit nicbt beobachten
konnte; doch ^^ aren die im Afjuariuni vorher betindhchen faulen-
den Blätter nicht mehr vorhanden; da die Larven dieselben nun
nicht zum Gehäusebau verwendet haben, ist wohl anzunehmen,
daß sie dieselben aufgefressen haben; vielleicht sind die Phrvganea-
larven in ilirer Jugend also doch Pflanzenfresser; möglicherweise
haben sie sich aber auch gegenstitig aufgefressen, wenigstens
fand ich bei meiner Rückkunft nur noch etwa ein halbes Dutzend
vor, während mindestens die fünffache Anzahl ins Aquarium
gesetzt war.
Zahlreiche Eiringe fand ich während meines diesjährigen
Aufenthalts im Schwarzwald in drei Seen, im Mummelsee, Titisee
und Feldsee. Am Mummelsee auf der Hornisgrinde konnte ich
auch die Eiablage beobachten. Die Weibchen von Phryganea
striata flogen in großer Zahl über dem Wasserspiegel hin und
tauchten oftmals auf das Wasser hinab, jedenfalls einen geeigneten
Ort suchend; dabei näherten sie sich immer mehr dem Ufer,
w'O im flachen Wasser zahlreiche Aeste und Bretter liegen; an
diesen fanden wir viel abgelegten Laich, meist senkrecht auf-
gehängt; nur ein Exemplar war an einem kleinen Zweige so
befestigt, daß das freie Ende aufwärts gerichtet war. Meinem
Kollegen, Herrn Paul Tode, der auch t-onst allerlei Larven für
mich sammelte, gelang es, eine P. slriata gerade in dem Augen-
blicke zu fangen, in welchem sie die Eier abzulegen im Begriff
war; der Ei klumpen war schon fast ganz aus dem Hinterleib
ausgetreten, worauf das Tliier sofort abgetötet wurde; dieser
Eiklumpen, der jetzt noch im Präparat mit dem Thiere zu-
Stett. entomol. Zeit. 1903.
189
sammenhängt, ist etwa 8 mm im Durchmesser groß, kreisförmig
und von gelblicher Farbe; iu der Mitte der kreisförmigen Platte
ist schon ein winziges Löchlein zu sehen.
2. Neuronia ruficrus Sco[).
mit Fig. 14 liis 18.
Prof. Klapalek hat schon im Jahre 1893 in seiner Meta-
morphose der Trichopteren (Theil II) Larven und Puppen dieser
Art sehr genau beschrieben. Der Grund, weshalb ich noch ein-
mal eine Beschreibung gebe, liegt darin, daß ich bei unsern
Hamburger Exemplaren kleine Abweichungen im Bau einzelne!"
Organe auffand.
1. Der Laich.
Am schon genannten Mummelsee fing ich am 16. Juli 1902
ein $ von N. ruficrus, welches ähnHch wie das Phrygatiea-^
eine klumpenförmige Einlasse austreten ließ: dieselbe war so
klebrig, daß es mir Mühe verursachte, sie von meiner Hand, auf
welche die Masse abgelegt war, in das Sammelglas zu bekommen;
die Farbe des formlosen Klumpens war schmutziggrün: zu Hause
quoll die Gallertniasse in Formol-Alkohol zu etwa vierfacher
Größe auf, so daß die Breite jetzt über 10 mm beträgt: jetzt
sind in der durchsichtigen Gallerte die gelben Eier deutlich zu
erkennen: letztere sind jedoch nicht mit derselben Regelmäßig-
keit angeordnet wie die Eier der Phrijganea^ ein centrales Loch
in der Einlasse (Ring!) fehlt. Zur Neuronia scheinen auch die-
jenigen Einlassen zu gehören, welche wir mit denen von Phryganea
zusammen fanden, die sich aber durch mehr grünliche Farbe und
besonders durch das Fehlen des centralen Loches von letzteren
unterscheiden; der Neuroina-Lnii-h wäre dann also nicht ring-
sondern plattenförniig.
2. Die Larve.
Länge: 20 — 22 mm; Breite: 4 mm.
Form wie bei der vorigen.
a) Der Kopf: (Fig. 14). Grundfarbe gelbbraun, nach den
Seiten zu heller; von der Mandibelbasis ziehen zwischen den
Stett. entomol. Zeit. 1903.
190
Augen nach hinten zwei schwarze Längsbinden, welche auf der
vorderen Kopfhälfte durch eine bogenförmige Punktlinie mit ein-
ander verbunden sind; auf der hinteren Hälfte der Wange ist
ein Streifen dunklerer Punkte zu sehen. Die beiden schwarzen
Längsbinden setzen sich in derselben Richtung auf das Pronotum
und schwächer werdend auch auf das Mesonotum und Metanotum
fort, die beide nicht mit Chitin bekleidet sind; Andeutungen der
beiden Längsbinden finden sich sogar noch auf dem L Hinter-
leibssegment. Die beiden letzten Thoracalsegmente, die mit je
2 Borstenpunkten versehen sind, haben ebenso wie das Abdomen
grünliche Färbung. Die Mundtheile (Labrum und Mandibel) sind
in den Figuren 15 imd 16 zur Anschauung gebracht, so daß
eine weitere Beschreibung unnöthig ist ; erwähnt werden muß
nur, daß die Mandibeln ungleich sind und daß die OberHppe
außer den von Prof. Klapalek erwähnten 3 Paar Borsten noch
kürzere, gelbe Spitzen jederseits vom Ausschnitt am Vorder-
rande trägt.
b. Die Brust: (s. o.). Prothorax hinten und an den beiden
Seiten schwarz gesäumt.
c. Der Hinterleib: Seitenhnic sehr undeuhch, auf dem
II. Segment linden sich nur 2 längere Haare; eigenthümlicher-
weise sind auch die auf der Seitenlinie stehenden Kiemen an
ihrer Außenfläche mit feinen schwarzen Härchen besetzt. Nach-
schieber mächtig, Klaue mit 4 Rückenhaken.
3. Die Puppe:
Länge: 14 — 18 mm; Breite ca. 4 mm (Klapalek).
Die ganze Puppe erscheint, wenn sie reif ist, sehr dunkel,
fast schwarz.
Labrum viereckig, mit etwas breiterer Basis und zahlreichen
Borsten (cfr. Klapalek!): Mandibeln sensenförmig, gegen die
Spitze hin fein gezähnt (Fig. 17). Erstes Abdominalsegment
auf dem Rücken in einen breiten, chitinigen Fortsatz verlängert
(Fig. 18, von oben gesehen). Seitenlinie sehr stark, mit dem
III. Segment beginnend.
Stett. eutomol. Zeit. 1903.
191
4. Das Gehäuse:
cjlindrisch, vom gewöhnlichen spirahgen Bau der Phryganeiden-
gehäuse; Länge: 30 mm, Breite: 6 mm; an beiden Enden offen.
Im Aquarium verschloß eine Larve ihr Gehäuse an beiden Enden
mit lose davor gelegten zarten PflanzenstofFen (Chara); die
Larvenhaut wurde vollkommen abgeworfen und aus dem hinteren
Ende des Gehäuses herausgedrängt; die Verpuppung fand am
1. Mai statt; die Imago sehlüpfte am 18. Mai ohne Benutzung
eines festen Gegenstandes aus.
IIL Glyphotaelius pellucidus Ol.
Mit Fig. 19 bis 22.
Gehäuse resp. Larve wurde von Pictet, Kolenati, Walser
(Halesus digitatus Schrk.), Hagen, Mejer-Dür, Wallengren (nach
Pictet) und Mac Lachlan beschrieben; Dr. Struck gab in seinen
beiden schon genannten Arbeiten Abbildungen des Gehäuses und
erkannte zuerst den trotz scheinbarer „Regellosigkeit^' doch regel-
mäßigen Bau. Auch W. Ostwald („Ueber die Variabilität der
Gehäuse der Trichopterenlarven'', 1901) behandelte dasselbe.
1. Die Larve:
Länge 23 mm; größte Breite: 4 mm. Raupenförmig, in
Gestalt, Größe und Farbe der Grammotauliuslarve (cfr. meine
„Beiträge"-') ähnlich.
a) Der Kopf: stärker nach unten geneigt, wie bei den
beiden vorigen; mit bloßem Auge besehen, erseheint der Kopf
ganz dunkel, bei Lupen Vergrößerung erkennt man eine hellere
Grundfarbe, die von schwarzen Streifen und Flecken fast ganz
verdeckt ist. Diese Kopfzeichnung ist derjenigen von Limno-
phiins flavicornis F. (und der verwandten Arten) sehr ähnUch
(Fig. 29). Mundwerkzeuge kräftig, alle recht kurz und dick;
Labrum mit tiefem Ausschnitt am Vorderrand, quer-elliptisch,
braun; auf der Fläche stehen 2 Paar langer Borsten von dunkler
Farbe, am Seitenrande außerdem noch je eine hellere Borste;
vor dem Ausschnitte jederseits befindet sich eine ganz helle
Stett. entomol. Zeit. 1903.
192
kurze Borste und um Vorderrande zu beiden Seiten des Aus-
sehnitts je 2 hellere, gebogene Dornen, von denen das innere
Paar sehr klein ist (Fig. 19). Mandibeln schwarz, breit, fast
viereckig, nieißelförmig, mit 4 Hockerzähnen, von denen der
erste an Länge alle andern überragt; die Bürste besteht aus
dunkelgelben längeren und kürzeren Haaren (Fig. 20). Maxillen
kurz, ebenso wie der Taster dick und mit zahlreichen Fühl-
wärzchen besetzt. Der Kietertheil der Maxillen besitzt 2 gelbe
Stäbchen, welche unter sich von gleicher Länge und fast so lang
sind wie der Kiefertaster; innere Fläche des Maxillengrundes
mit zahlreichen in einem Büschel zusammenstehenden Haaren
bedeckt: an der Gren/x- zwischen dem Kiefertheil und dem
Taster eine längere Borste. Maxillartaster viergliedrig, schwach
gebogen: Labium breit, kegelförmig, mit zweigliedrigem Taster.
b) Die Brust: Erstes und zweites Segment hornig, drittes
nur mit 3 Paar Chitinschildern bedeckt. Grundfarbe der beiden
ersten Segmente gelbbraun, mit zahlreichen schwarzen Punkten,
von denen auf dem Pronotum eine Anzahl zu einer x-förniigen
Zeichnung zusammengestellt sind:, Ränder der beiden Segmente
dunkler, Hinter- und Seitenrand des Mesonotum scharf gesäumt.
Beine kräftig;, ihr Län2,enverhältniß wie eew. in der Familie,
von der den Limnophihden eigenthümlichen Form; das erste Bein
sehr dick, Spitze der Schiene mit zwei dicken Dornen bewehrt,
zwischen denen noch zwei kleinere stehen, Klauen der Vorder-
beine bieit und kurz, die der Mittel- und Hinterbeine von etwa
1/3 Tarsuslänge; alle Beine gelbbraun, Chitintheile schwarz gesäumt.
c) Der Hinterleib: walzenförmig, mit deutlichen Einschnitten,
iii)erail gleichbreit, nur das letzte Segment i-chmäler. Höcker des
L Segments groß, zu beiden Seiten derselben längere schwarze
Borsten: auch die Bauchseite dieses Segments trägt einen gleichen,
aber etwas niedrigeren Hticker, di-r auch bei der Larve von
Grammotaiiliiis vorhanden ist. Seitenlinie deutlich, mit grau-
schwarzen Haaren besetzt, mit dem HL Segment beginnend und
bis zum Ende des VHL reichend. Die Rückenfläche des letzten
Stett. entomol. Zeit. 1903.
193
Segments ist durch eine bräunliche, quer-elHptische Chitinplatte
geschützt, welche außer vier langen schwarzen Borsten noch eine
Reihe kleiner trägt. Das letzte Segment endet mit 2 starken,
gebogenen Klauen, welche mit einem großen, spitzen Rücken-
haken besetzt sind. Die Kiemen sind tadenfönnig, nach folgen-
dem Schema ano-eordnct:
Ueber
Auf
Unter
der
Seitenlinie
3
3
3
11.
3
2
3
3
2
3
in.
3
2
2
3
2
3
IV.
2
1
3
2
1
3
V.
2
1
3
2
2
VI.
2
2
2
2
2
2
VII.
Kiemen von Gl. pell. (^Larvc).
2. Die Puppe:
Länge: 19 — 20 mm. Breite: 4 mm.
a) Der Kopf: Fühler fadenftirmig, etwas über das Ende
des VI. Segments hinausreichend, erstes Glied etwa zweimal
so lang wie das zweite, beide mit einzelnen kurzen Borsten; alle
Glieder auf der Innenseite mit einem kurzen Borstenbüschel, wie
bei vielen Limnophiliden.
Oberlippe wie bei den verwandten Arten (Fig. 21), in der
Mitte stum])f vorgezogen, mit 10 langen schwarzen Borsten und
am Vorderrande mit 2 hellgelben kurzen Borsten- Mandibeln
(Fig. 22) stark, braun, nicht oder doch nur sehr schwach ge-
zähnt, Schneide gekrümmt. Maxillarpalpen des ,^ dreigliedrig,
des $ fünfgliedrig, Labialpalpen dreigliedrig.
b) Die Brust: dunkelbraun, in der Mitte ein hellerer breiter
Länosstreifen auf dem Pro- und Mesonotum, auf dem Pronotum
Stett. entomol. Zeit. 1903.
194
dort 2 parallele helle Bänder, auf dem Mesonotum ein rliomben-
förmiger Fleck, Parallelbänder und Rhombenfleck mit feinen
dunkleren Punkten (reife Puppe). P'lügelscheiden bis zum Ende
des IV. Segments reichend, gleichlang, von der bei Limnophiliis
gewöhnlichen Form. Spornzahl der Beine 1, 3, 4. Vordertarsen
kahl, Mitteltarsen stark bewimpert, erstes Tarsenglied der Hinter-
beine schwach, die übrigen gar nicht behaart. Beine der reifen
Puppe (Imago) gelb mit schwarzen Dornen und gelben Spornen,
Tarsenglieder an den Spitzen dunkler. VorderflUgel gelb mit
2 dunklen Querbinden, von denen die eine an der Spitze, die
andere weiter nach dem Flügelgrinid zu sich befindet, bis zu
welchem sich auch schwärzliche Linien hinziehen.
c) Der Hinterleib: Haftapparat braun, erstes Segment mit
sattelförmiger, gezähnter Erhöbung, auf deren Fläche mehrere
quere Chitinleisten ^ 111. bis VII. Segment mit je 2 Chitinplättdien,
welche mit nach hinten gerichteten Häckchen besetzt sind in
folgender Anzahl: III. Segment 2 bis 3, IV. Segment desgl.,
V. Segment 3, VI. Segment 2 bis 3, VII. Segment 4 Häkchen;
auf dem Hinterrande des V. Segments befinden sich außerdem
noch 2 elliptische Chitinplättchen mit 11 bis 13 nach vorn ge-
richteten Haken. Die Seitenlinie, welche aus grauen und schwarzen
Haaren gebildet ist, beginnt mit dem V. Segment. Kiemen faden-
förmig, ähnlich wie bei der Larve. Appendices anales sind
2 stäbchenförmige Chitinfortsätze, welche an ihrer Spitze nach
außen gebogen sind und in der bekannten Weise mit langen
schwarzen Borsten und winzigen Zähnchen besetzt sind.
3. Das Gehäuse:
Dasselbe wurde in trefflicher Weise von Dr. Struck ab-
gebildet'; es besteht aus braunen Blattabschnitten und ist aus
einer inneren Röhre und darüber und darunter liegenden großen
Blattstücken zusammengesetzt, so daß es sehr flach aussieht. Mit
seiner Länge von 60 mm und einer Breite von 30 mm ist es
wohl das voluminöseste Gehäuse deutscher Trichopleren-Arten,
das bisher bekannt wurde. Die Larven und Pu])pen leben an
Stett. ontomol. Zeit. 1903.
196
flachen Stellen der Seen und Teiche und können leicht durch
Aussuchen der dort befindlichen Blattmassen gefunden werden.
Ich fand bisher solche an 2 Orten dicht bei Hamburg (Eppen-
dorfer Moor und Tümpel bei Groß-Borstel) und weiter entfernt
im Schmalsee bei Mölln. Zwei Larven verpuppten sich am
29. April, die Imagines .-chlüpften am 23. Mai aus. Im Schmal-
see fand ich am 20. April fast nur Puppen.
IV. Limnophilus stigma Ct.
Mit Fig. 23 bis 27.
Das Gehäuse dieser Art wurde zuerst von Dr. A. Meyer
beschrieben, doch ist die Beschreibung, welche Dr. Struck von
demselben gegeben hat, viel kürzer und klarer; besonders deutlich
wird die Form des Gehäuses durch die von Struck beigegebene
Abbildung. Ostwald hat auch bei dieser Art seine Versuche
bezüglich der Variabilität des Gehäusebaues angestellt. Er erhielt
dabei Gehäuse, welche theils denen von L. favicornis und
decipiens ähnlich sahen, theils mit denen von L. marmoratus
identisch waren. — Larven wurden auch von Dr. Otto Zacharias
im Ploener See gefunden; eine kurze Beschreibung der Gehäuse
und der Larve stammt von Walser; die Puppe wurde noch
nicht beschrieben.
1. Die Larve:
ähnelt außerordentlich derjenigen von Limnoph. favicornis und
L. rhnmhicvs (cfr. bez. der Details meine Beschreibungen der-
selben in der ,,A. Z. f. E.^') Ja, sie ist denselben so ähnhch,
daß man bei Betrachtung derselben wohl kaum Unterschiede
findet. Ich will mich hier auf die Aufführung der wenigen
Unterschiede, welche vorhanden sind, beschränken.
Länge: 20 mm: Breite: 3^/2 mm.
Mandibeln (Fig. 23) mit 4 Zähnen, welche spitzer sind
als bei L. rhombiciis : Labruni (Fig. 24) wie bei den andern
Liinnophilna- Avten^ ebenso Maxillen und Labium; auch die Kopf-
zeichnung ist eine iilinliciic ( s. w. u.). Kiemen fadenförmig,
ähnlich wie bei L. fariconiis etc., zu 2 oder 3 an der Basis ver-
Stett. entomol. Zeit. 1903. 13
196
wachsen. Nachschieber zweighedrig, mit starker Klaue (Fig. 25),
die aber nicht, wie bei L. favicornis und rhombicus bogen-
förmig gekrümmt ist, sondern im rechten Winkel gekniet er-
scheint; der eine Kückenhaken dick, während bei den beiden
genannten 2 oder 3 solcher vorhanden sind.
2. Die Puppe:
ebenfalls den Puppen genannter Arten ähnhch.
Länge: 15 mm; Breite: 4 mm.
Labrum wie bei Glyphotaeliifs (Fig. 21). Mandibeln (Fig. 26)
mit gebogener, gezähnter Schneide, wie bei rhombicus^ aber
nicht wie bei flavicornis, wo die Zähne fehlen. Flügelscheiden
bis zum Ende des V. Segments reichend, avo am VL die Seiteu-
linie beginnt. Haftapparat: auf dem 1. Segment findet sich
wieder jene sattelförmige gezähnte Erhöhung, auf dem IIL Segment
stehen am Vorderrande ganz winzige Chitinplättchen (mit nur
1 Häkchen), die nur auf den Exuvien mit dem Mikroskop
erkennbar sind; nach hinten hin werden die Plättchen allmählich
größer und tragen 2 bis 3 Häkchen. Die elliptischen Chitin-
platten des V. Segments (Hinterrand) sind verhültnißmäßig breit
rundhch und tragen 7 bis 9 Haken; bei flavicomis und rhombicus
sind dort 12 bis 14 Haken vorhanden. Spornzahl der Beine
1, 3, 4; Vorderfüße ohne Schwimmhaare, Mittelfüße stark, Hinter-
füße wenig bewimpert. Appendices anales (Fig. 27) wie bei
L. facicornis und rhombicus an der Spitze mit langen schwarzen
Borsten.
3. Das Gehäuse:
Länge: 20 mm; Breite: 5 mm.
Den weiter oben befindlichen Bemerkungen brauche ich
nichts Aveiter als eine kurze Beschreibung; hinzuzufügen : Die zui
HersteUung benutzten vegetabilischen Stoffe — ungleich große
und unregelmäßig umrandete Blättertheile — • werden nicht parallel
oder quer, sondern senkrecht zur Längsachse des centralen Rohres
und l'erner nicht mit ihren Begrenzungslinien, sondern mit ihren
Flächen an- und aufeinander gelegt. Das Gehäuse gleicht durch
diese Anordnung sehr den Früchten der Erde (Struck).
ßtett. entomol. Zeit. 1903.
197
Larven und Puppen leben in pflanzenreichen, stehenden
Gewässern.
V. Limnophilus flavicornis F. und L. rhombicus L.
Mit Fig. 28 bis 30.
Wie eben schon erwähnt und wie auch aus meinen Be-
schreibungen in der ,,Allg. Z. f. E.^' liervorgehen dürfte, sind
die Larven und Puppen der beiden in der Ueberschrift genannten
Arten einander sehr ähnhch. Da nun noch dazu beide Arten
gleich oder doch sehr ähnliche Gehäuse bauen und an denselben
Orten vorkommen, so ist es sehr schwierig, sie sicher zu be-
stimmen. Je weiter wir in der Kenntniß der Trichopterenlarven
und Puppen kommen, desto mehr wird sich wohl herausstellen,
daß verwandte Arten, welche denselben Lebensbedingungen unter-
worfen sind, einander ähneln. Ist die Größe, der Aufenthalt,
die Nahrung, der Köcherbau und sein Material, überhaupt die
ganze Lebensweise verschiedener, aber verwandter, Larven gleich,
so ist ja auch kein Grund einzusehen, warum sie sich stark von
einander unterscheiden sollten. Die Larve von L. stigma, welche
ja denen von L. fcwicornis und rhomhicits äußerlich fast gleicht,
wird man am ehesten noch mit Hülfe der eigenthümlichen Ge-
häuseform (und unter Berücksichtigung der Nachschieber) von
letzteren unterscheiden können. Allerdings weichen die Gehäuse
von L. Stigma manchmal auch von dem gewöhnlichen Bautypus
ab, wie schon sub No. IV. erwähnt und wie auch bei Walser
und Struck (bez. junger Larven) zu lesen ist. Doch ist mir
umgekehrt kein Fall bekannt, daß flavicornis und rhombicus
typische .s/?^w?a-Köcher gebaut hätten. Mit der Unterscheidung
von L. Stigma gehf s also noch, aber L. flavicornis und rhombicus
sind wirklich schwer zu trennen. Um hinsichtlich der einzelnen
Larveutheile ganz sicher zu gehen, habe ich mir mikroskopische
Präparate beider Arten in der folgenden Weise angefertigt. ' Ich
zog aus Larven sowohl L. flavicornis als auch rhombicus
(Imagines) und benutzte nun die in den Puppengehäusen zurück-
Stctt. entomol. Zeit. 190;i. |3^
198
gebliebeueu Chitiiireste (Labiuiu. Mandibeln, Clypeus, Klauen)
zum Vergleich; da aber auch so noch eine Verwechslung vor-
kommen konnte, suchte ich eine Anzahl von reifen Puppen beider
Arten zu erhalten; nach den durchscheinenden Imaginal-Appen-
dices (Genitalanhängen) bestimmte ich nnn die getöteten Puppen
und suchte mir dann die genannten Chitintheile aus dem Gehäuse
heraus. In solchen Gehäusen, in welchen sich unzweifelhaft
Puppen von L. rhombicHS befunden hatten, zeigten sich nun die
breiten Mandibeln stets mit 4 (od. 5) großen höckerartigen
(rundhchen) Zähnen (Fig. 28) ausgestattet. Leider besaß ich
von //arJcorn/s-Puppengehäusen nur ein einziges Elxemplar: in
diesem waren die Mandibt'ln ijenau so oestaltet wie bei L. rhom-
biciis, während in allen andern Präparaten, welche ich von
flacicontis-LiXYyen herstellte, die Mandibeln zwar auch mit 4,
aber bei weitem schlankeren und spitzeren Zähnen versehen sind.
Da nun in einem der untersuchten rhombicn )(-Go\\ih\»e 2 Man-
dibeln vorhanden waren, welche überhaupt keine Zähne besaßen,
die aber w^ahrscheinlich durch langen Gebrauch abgeschlitl'en
waren, so glaubeich, daß auch bei dem faricornis-Fund (Puppen-
gehäuse) die schärferen Spitzen durch Abnutzung verloren ge-
gangen sind. Entgiltig entscheiden kann ich die Frage nicht,
ob faricornis-La.Tven stets spitze Zähne. rhombiciis-LAYven stets
stumpfe Zähne an den Mandibeln besitzen, doch ist diese Wahr-
scheinhchkeit groß, und die beiden so ähnlichen Larven könnten
dann durch einfache Untersuchung der Mandibeln unterschieden
werden. Einen weiteren Unterschied habe ich vor einiger
Zeit in der Kopfzeichnung, die bei flavicornis, rhombicus, stigma
und andern so ungemein ähnlich ist, gefunden (Fig. 29, 30). Auf
der Oberfläche des Kopfes sieht man bei diesen Arten (wie auch
bei Glyphotaelitis} außer einem dunklen Gabelbande (in einigen
meiner früheren Metamorphosen versehentlich ^Gabellinie'* genannt)
eine, wie Walser sich trefieud ausdrückt, kelchartige Zeichnung
von ebenfalls dunkler Farbe. — Die auf dem Clypeus benndlichen
dunkleren Flecke sind nun bei rhombicmt wirklich kelchft>rmig
Stett. entomol. Zeit. 1903.
199
(Fig. 29), hei fariconiis iiber viel breiter, die Gabeläste be-
rührend (Fig. 30), beides nach Präparaten aus mehreren Puppen-
eehäusen. In den letzten Tagen habe ich nun noch einmal zahl-
reiche Larven von L. flacicornis (durch Zucht festgestellt) ver-
schiedener, aber mir genau bekannter Fundorte, an denen bisher
noch nie L. rhombicus aufgefunden wurde, untersucht und stets
die //a«5icor»is-Zeichnung auf dem Clypeus gesehen; leider be-
sitze ich von L. rhombicNS zu wenig Material, um auch hier
das constaute Vorkommen der betr. Form des schwarzen Fleckes
festzustellen. Sicher aber sind diese beiden Zeichnungen constant,
es ist also nicht nöthig, die Mandibeln der fraglichen Larven zu
untersuchen. Will man aber ganz sicher gehen, so müßte man
zur Aufzucht schreiten; selbst das Fangen von flariconiis-
Imagines gleichzeitig mit fiaßicornis-öhnliGhvn Larven bietet
nicht immer Gewähr dafür, daß man es auch wirklich mit
ffavicornis -L-AYxen zu thun hat, denn letztere kommen mit
rhombicus-Lavyen zusammen an denselben Lokalitäten vor.
IV. Stenophylax latipennis Ct.
Mit Fig. 31 bis 32.
Es ist mir nicht bekannt geworden, daß Larven oder
Puppen schon aufgefunden seien. Möglicherweise aber sind sie
schon mit St. stellatus Ct. oder einer verwandten Art gesammelt
worden, denn sie kommen mit dieser an gleichen Orten vor,
und ich selbst hielt meine latlpennis-Lurvt'n anfangs aucii für
solche von stellatus, da die AehnHchkeit eine große ist. Von
Larven der Gattung Stenophylax sind von Prof. Klapalek genau
beschrieben worden St. liictuosus Piec, rotundipennis Brauer,
stellatus Ct. und nigricornis P. Diese 4 gehören mit St. lati-
pennis Ct. zusammen zur 10. Gruppe der St enophyla.v- Arten in
Mc. Lachlan's „Revision and Synopsis-'. Zwei von diesen
5 Arten sind von den übrigen leicht zu unterscheiden durch die
Gestalt und den Baustoff" der Gehäuse (cfr. Klapalek, Metam.
d. Trichopt., Serie II): rotundipennis hat ziemlich glatte, etwas
Stett. entomol. Zeit. 1903.
200
gebogene Röhren aus Sandkörnchen, nigricornis baut seine
Gehäuse ähnhch wie Glyphotaelhis (aber bedeutend kleiner) und
verlängert dasselbe erst später duieh kleine Stein chen. Die
übrigen drei, wie auch St. concentricus dagegen besitzen fast
gleiche cylindrische, gebogene Gehäuse, welche von oben nach
unten zusammengedrückt und an der Bauchtläche flach sind : ihre
Oberfläche ist rauh. Auch die Larven selbst sehen einander
eehr ähnhch. so daß die Bestimmung nicht gerade leicht ist.
1. Die Larve:
Länge: 18 — 20 mm, Breite 3 — 8^/2 mm. LimnophiUdeu-
artig, cylindrisch, dick.
a) Der Kopf: (Fig. 32) hat ähnliche Gestalt (breit eiförmig)
uud Farben wie der des von Klapalek beschriebenen St. stel-
lattis etc., doch sind im allgemeinen stets die Färbungen lieller
als dort, doch nicht so deutlich wie bei St. rotundipemiis Brauer.
— Seine Grundfarbe ist gelb; der Vorderrand ist braun, ebenso
ein Gabelband und ein größerer Fleck, der die ganze hintere
Hälfte des Clypeus einnimmt; Gabelband und Clypeusfleck sind
mit zahlreichen dunklerbraunen Punkten besetzt, die auf dem
Clypeus die Gestalt etwa eines Dreiecks (mit der Spitze nach
vorn gerichtet) oder eines lateinischen A besitzen; doch ist die
kürzere Dreiecksseite (der Querstrich des, A) nach rückwärts
gebogen. Die Mundtheüe sind ähnhch wie bei St. stellatus etc.
(cfr. Klapalek); die Mandibeln aber (Fig. 31) sind deutHch mit
4 bis 5 Zähnen besetzt; Maxillen und Labium wie bei stellatu.^.
b) Die Brust : Hornig sind nur Pronotum und Mesonotum ;
Pronotum gelb, am Vorderrande sehr schmal schwarz und dort
mit einer Reihe schwarzer Borsten, die auch auf der Fläche
nicht fehlen, besonders auf der hinteren Hälfte derselben stehen
zahlreiche Punkte, die in der Mittellinie eine x-förmige Zeichnung
bilden. Mesonotum dunkler, gelbbraun, Hinterwinkel gelb mit
einem schief stehenden schwarzen Fleck ; Hinterecken breit schwarz
gesäumt, Vorderrand und mittlerer Theil des Hinterrandes schmal
Stett. entomol. Zeit. 1903.
201
schwarz; Fläche mit zaWreichen dunkleren Flecken. Metanotum
gelbbraun, häutig mit 3 Paar beborsteten Chitinschildern. Beine
wie bei Stenoph. nigvicornis P., braun, Ende der Tibien mit
2 Dornen.
c) Der Hinterleih: I. Segment M'ie das Metanotum gerärl)t,
auch mit zahlreichen schwarzen Borsten, die um den Rücken-
höcker und an der Bauchlläche sehr diclit und dort auf winzigen
Chitinschildchen stehen. Die übrigen Abdominalsegmente sind
weißoelb. Kiemen fadenförmig, einzeln stehend wie bei den
übrigen Stenophylax-Arien. Seitenlinie beginnt mit dem III. Seg-
ment und endet mit dem VIII. Letztes Segment mit einer
chitinartigen Haut bekleidet und mit Borsten besetzt; die zwei-
gliedrigen Nachschieber tragen eine starke Klaue mit einem
dicken Rückenhaken.
2. Die Puppe:
Länge: 16 mm, Breite: 4 mm.
Von der Gestalt der Lim«o/)/i«7?/.s-Puppen, überall gelbbraun
gefärbt, Kopf und Thorax etwas dunkler. Labrum wie bei
St. niyricornis : Mandibeln mit sehr schAvach gezähnter gerader
Schneide, nur die Spitze ist ganz wenig nach innen gebogen.
Vorderbeine unbehaart, Mitteltarsen sehr stark bewimpert, Hinter-
tarsen nur wenig behaart. Haftapparat: sattelförmiger Höcker
des I. Segments wie bei Ghjphotaelius : III. und IV. Segment
mit 3, V. und VI. Segment mit 4, VII. Segment mit 5 Häkchen;
die Plättchen, auf welchen diese Häkchen stehen, sind nach
hinten in eine Zunge verlängert; V. Segment auf den beiden
Chitinplatten des Hinterrandes mit 14—15 Haken. Die schwärzlich
behaarte Seitenhnie beginnt mit dem IV. Segment; Appendices
anales wie gewöhnlich bei Limnophihden stäbchenförmig, an der
Spitze nach außen gebogen, dort aber nur mit 1 Borste.
3. Das Gehäuse:
Länge: 20 mm, Breite .^ — 51/2 'i'm- Genau wie bei stellatus
aus kleinen Steinchen hergestellt.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
202
Ich fand Larven und Puppen im August im Dalbeck bei
Bergedorf: die Puppen waren scharenweise an größeren Steinen
im Bache befestigt, Imagines schlüpften von Ende August bis
Mitte September aus.
Vll. Halesus tesselatus Rbr.
Mit Fig. 33 bis 38.
Von /Tö/es WS- Arten sind bisher nur die Entwicklungen des
H, interpunctatus Ztt. und H. auricollis P. durch Klapalek
(Metam. d. Tr. I.) genauer bekannt geworden. Gehäuse von
E. tesselatus Rbr. bildete Dr. Struck ab. Eine kurze Beschrei-
bung der Larven und Gehäuse von H. digitatus Schrk. stammt
von Kolenati, eine solche des Gehäuses allein auch von
Dr. A. Meyer. Beobachtungen über Larven und Gehäuse anderer
Halesus-Arten (außer H. digitatus und auricollis noch riifi-
collis P., testaceus P. [= Micropterna]) gaben Pictet und
Meyer-Dür,
1. Die Larve:
Länge: 26 mm, Breite 4,5 mm. Raupenförmig.
a) Der Kopf: Mit bloßem Auge besehen, erscheint derselbe
sehr dunkel, fast schwarz; mit Lupen Vergrößerung (Fig. 33)
betrachtet sieht man eine gelbbraune Grundfarbe und zahlreiche
schwarze Flecke; auf dem Clypeus findet sich eine ähnHche,
dreieckige Zeichnung wie bei Stenoph. latipennis etc.: dieselbe
wird umrahmt von zwei Linien, welche auf den Gabelästen der
Gabellinie entlang laufen; von diesen beiden Linien strahlen nach
allen Seiten schwarze längliche Flecke aus, so daß besonders auf
der hintei-en Partie des Kopfes eine sternförmige Gruppirung
derselben stattfindet; am Hinterrande des Kopfes stehen die Flecke
in drei parallelen Reihen, und vom Hinterhaupte her in zwei
ebenfalls gleichlaufenden Reihen nach dem Clypeus hin; die
vordere Kopfpartie ist im allgemeinen dunkler, so daß sich die
helle Gelenkmembran des Labrum gut abhebt; alle diese Flecke
Stett. eutomol. Zeit. 1903.
fließen bei einzelnen Larven sehr zusamtnen. — Labrum (Fig. 34)
mit 4 Paar Borsten auf der Fläche und 2 Paar kürzeren gelben
Dornen am Vorderrande. Mandibeln groß und sehr kräftig
(Fig. 35), meißeiförmig, mit 5 großen Zähnen auf der Schneide,
von denen der erste der größte ist. Maxillen und Labium ähnlich
wie bei H. auricollis P. (cfr. Klapalek !), Kiefertheil der Maxillen
außer den vielen Borsten noch mit 2 dicken Dornen (gelb) an
der Innenfläche.
b) Die Brust: Bedeckung wie bei den übrigen Limnophiliden;
Grundfarbe wenig heller als die des Kopfes, mit zahlreichen
schwarzen Punkten und Flecken; Pronotum am Ende des ersten
Drittels mit dunkler vertiefter Querlinie, dahinter mit einer großen
aus einzelnen Punkten zusammengesetzten Zeichnung etwa in
der Form eines Daches (Dreieck mit gebogenen Seiten und
fehlender Basis); Pronotum vorn breiter als hinten, Mesonotum
hinten breiter als vorn; von der Grundfarbe des letzteren bleibt
eine gelbe Längslinie in der Mitte und ein großer gelber Fleck
in jeder Hinterecke von schwarzen Punkten überall frei; auch
alle Ränder sind gelb. Metanotum (wie auch I. Abdominal-
segment) mit derberer Haut gedeckt; 3 Paar Chitinschilder mit
schwarzen Borsten, die auch auf dem Kopfe und den beiden
ersten Brustsegmenten zahlreich zu finden sind. Metanotum fast
zweimal so breit wie Pronotum, das kaum breiter ist als der
Kopf. Beine ähnhch wie bei H. interpunctatns Ztt. (cfr. Klapalek) ;
Spitze der Hintertibien verdickt und dort mit zahlreichen winzigen
Dörnchen besetzt.
c) Der Hinterleib : Höcker des L Segments niedrig; Seiten-
linie beginnt am Ende des H. oder mit dem HL Segment und
verschwindet auf dem VHL; über der Seitenhnie finden sich
auf dem HL— VIL Segment (auf deren vorderen Hälfte) Reihen
von 12 Punkten (IIL— IV. Segment) oder weniger Punkten
(übrige Segmente). Kiemen stark, fadenförmig, einzeln stehend.
Nachschieber kurz, mit stark gebogener Klaue, die einen eben-
sten, entomol. Zeit. 1903.
204
falls gekrümmten und sehr dicken Rückenhaken trägt; letztes
Segment mit derberer Haut.
2. Die Puppe:
Länge: 20 mm; Breite 5 mm.
Cylindrisch, sehr dick.
Fühler reichen bis zum Ende des VI. Segments. Labrum
viereckig mit abgerundeten Vorderecken und ^ Paar schwarzen
Borsten auf der Fläche, am Vorderrande mit 2 kleinen spitzen,
gelben Dornen. Mandibeln (Fig. 36) mit fein gezähnter und
gebogener Schneide. Maxillarpalpen des ,^ dreigUedrig, des $
fünfgliedrig; Labialpalpen dreigUedrig.
Flügelscheiden nur bis zum Ende des IIL Segments reichend.
Spornzahl der Beine 1, 3, 3; Vorderfüße unbewimpert, Hinter-
füße wenig und Mittelfüße stark behaart. Haftapparat gering
ausgebildet; vordere Chitinplättchen des IIL bis IV. Segments
mit je 2 Häkchen, die des IV. bis VII. Segments mit je 3 Haken;
hintere Platten des V. Segments mit 14 Haken; I. Segment mit
sattelförmiger, gezähnter Erhöhung. Kiemen stark, einzeln.
Seitenlinie sehr deuthch, mit dem Ende des V, Segments be-
ginnend. Chitinfortsätze des Hinterleibes nicht nach außen ge-
bogen, mit kurzen schwarzen Borsten (Fig. 37) und kleinen
Spitzen besetzt.
3. Das Gehäuse (Fig. 38):
Länge: 30 mm (mit Anhängseln .50); Breite 7 mm.
C3dindrisch, aus schwarzbraunen Rindenstückehen her-
gestellt (dadurch manchmal eckig) und mit Belastungstheilen
pflanzlicher Herkunft, wie Anabolia.
Schon im Ai)ril habe ich im Jahre 1901 Larven gefunden,
die den Eindruck vollständigen Erwachsenseins machten; im
Aquarium wuchsen sie auch nicht mehr, doch fand die Ver-
puppung erst im August und September statt. Im Juni 1902
fand ich neben erwachsenen Larven auch jugendliche; beide
Funde stammen vom Tarpenbeck bei Hamburg.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
Ä05
VIII. Halesus digitatus Schrk.
Mit Fig. 39 bis 41.
Es ist dies dieselbe Art, deren Besehreibung ich im Jahr-
gange 63 dieser Zeitschrift, p. 365, als Halesus hammoniensis n. sp.
gegeben habe. Seither habe ich noch keine weiteren Imagines
derselben erhalten, da dieselben erst im September und Oktober
ausschlüpfen. Damals schon habe ich mitgetheilt, daß diese Art
dem H. digitatus Schrk. nahe verwandt sei; ich muß gestehen,
daß ich bisher noch keinen typischen H. digitatus (mit den von
R. Mc. Lachlan gezeichneten Genitalanhängen) gesehen habe;
einige ffa/esw.s -Exemplare, die ich als „ff. digitatus'^ bezeichnet
erhalten habe, hatten Genitalanhänge wie meine Art. Herr
Mc. Lachlan, der Ende 1902 meine 2 Exemplare sah, ist der
Meinung, daß es sich doch um H. digitatus handle. Ich füge
mich gern seiner gewiß richtigeren Ansicht.
1. Die Larve:
Länge: 21 mm; Breite 4 mm.
Raupenförmig, cylindrisch.
Die Farben des Kopfes und der Brust sind genau so wie
bei H. tesselatus, vielleicht in der Grundfarbe (gelb) etwas
heller; auf den ersten Blick aber kann man die Larven von
denen des H. tesselatus schon durch das Fehlen der gelben
Mesothorax-Umrandung unterscheiden, die bei tesselatus immer
sehr deutlich ist. Labrum (Fig. 39) mit 4 Paar langen, braunen
Borsten auf der Fläche, von denen die dem Vorderrande nächsten
sehr stark säbelförmig gekrümmt sind; am Vorderrande außer-
dem noch 1 Paar gekrümmter hellerer, langer Dornen, und
1 Paar kleinen Höckern im Ausschnitte. Mandibeln meißeiförmig
(Fig. 40), mit 4 starken Zähnen. Maxillen und Labium wie bei
ff. tesselatus.
b) Die Brust: Farben wie bei ff. tesselatus, doch fehlt
dem Mesonotum die gelbe Umrandung. Beine wie bei H. tesselatus .^
Oberfläche, besonders die der Hüfte, mit zahlreichen winzigen
Stett. entomol. Zeit. 1903.
206
Querriefen; Ende der Tibien mit 2 langen, spitzen Dornen und
einem kürzeren zwischen denselben.
c) Der Hinterleib: wie bei R. tesselaftis Rbr. Kiemcnfäden
einzeln; Seitenlinie deutlich, mit dem III. Segment beginnend
und mit dem VIII, endigend; manclimal finden sich Spuren der-
selben auch schon auf dem II. Segment, lieber der Seitenhnie
braune Punkte, aber viel undeutlicher und in geringerer Zahl
als bei H. tesselatus : wie dort auch letztes Segment und Nach-
schieber.
2. Die Puppe:
Länge: 17 mm; Breite 4 mm.
Schlanker als bei H. tesselatus.
Fühler reichen bis zur Mitte des VIII. Segments. Labrum
wie bei H. tesselatus, doch ist der Vorderrand etwas mehr vor-
gezogen; Mandibeln mit deutlich gezähnter, gerader Schneide.
Flügelscheiden bis zur Mitte des IV. Segments reichend; Sporn-
zahl der Beine 1, 3, 3. Vorderfüße unbehaart, Mittelfüße sehr
stark bewimpert und Hinterfüße auch ganz behaart. Haftapparat
mit 3 — 5 Häkchen auf jedem Plättchen. Kiemen und Seitenhnie
wie bei tesselatus, ebenso Appendicalstäbchen, doch deren äußerste
Borste länger als die vor der Spitze stehende.
3. Das Gehäuse (Fig. 41): '
Länge: 40 mm mit Anhängseln (ohne 30); Breite 4 mm.
Cyhndi'isch, aus glatten, braunen Rinden- und Blattstückchen
gebaut, mit Belastungstheilen (dünnen Stengelstückchen), die
manchmal auch fehlen. Vor der Verpuppung wird das Hinter-
ende durch eine Siebmerabran mit sehr zahlreichen Löchern und
durch einige Sandkörnchen geschlossen; vor die vordere Oeffnung
aber werden größere Steinchen (5 bis 7 mm Länge und 3
bis 4 mm Breite) gelegt.
Die Larven waren den ganzen Sommer über zalilreich im
Dalbeck bei Bergedorf zwischen abgefallenem Laub zu finden;
Stett. entomol. Zeit. 1903.
207
Im Aquarium verpuppten sie sich Ende September; am 12. Oktober
schlüpften 2 Exemplare aus.
IX. Enoicyla pusilla Burm.
(Mit Fig. 42 l)is 43).
Larve und Gehäuse wurden von Hagen und Mej^er-Dür
beschrieben; Beschreibung und Abbildung des Gehäuses gab auch
Dr. Struck; genauere Einzelheiten über die ganze Entwickelung
mit zahlreichen Abbildungen stammen von Siebold und Ritsema
her. Da mir die Angabe von Siebold's (nach Klapalek, „Metam.
d. Trieb.", II. Serie, p. 9), es seien alle 3 Thoraxsegmente
hornig, für eine Limnophihdenlarve auffällig schien, untersuchte
ich meine, aus den Buchenwäldern bei Ratzeburg stammenden
Larven und fand, daß nur der Kopf und der Prothorax hornig sind ;
Mesothorax ist nur mit wenig derberer Haut gedeckt, Metanotum
genau so häutig wie die Abdominalsegmente. Es freute mich sehr,
zu lesen, daß Ritsema in seiner Arbeit „De Enoicjla pusilla Burm.
in liare verschillende toestanden" 1870 (Tijdschrift voor Ento-
mologie) denselben Befund gemacht hat, wie aus den folgenden
Zeilen (Sep. — Abdr. p. 4) hervorgeht: „De prothorax, die de
smalste is, is lederachtig, helder kastanjebruin ..... De meso-
thorax is lichtbruin van kleur en weeker De nieta-
thorax is even als de nu volgende negen abdominal-
segmenten met eene zachte kleurloose huid bekleed".
Da es mir vor 2 Jahren nicht gelang, die mitgebrachten
Enoicylalarven — die ja bekanntlich nicht im Wasser leben — ,
aufzuziehen und ich in diesem Jahre (1902) wegen des wochen-
lang schlechten Wetters nicht nach Ratzeburg kommen konnte,
so kenne ich bisher nur die Larve.
Länge: 6 bis 7 mm; Breite etwas über 1 mm.
Kopf und Pronotum glänzend kastanienbraun, mit vielen
langey schwarzen Borsten und kürzeren Haaren. Labrum (Fig. 42)
quer-elliptisch, mit seicht ausgeschnittenem Vorderrande; auf der
Fläche 4 Paar Borsten, von denen das vorderste heller ist;
Rtett. entomol. Zeit. 1903.
208
außerdem mit 2 kurzen, dreieckigen Höckern im Ausschnitte
und 1 Paar längerer gelber Dornen am Vorderrande; Mandibeln
(Fig. 43) mit 4 großen Zähnen und mit Innen bürste. Beine von
vorn nach hinten allmählich an Länge zunehmend; Tibienende
mit 2 Dornen; Klauen gebogen, mit Basaldorn; wenig beborstet,
mehrere lange gelbe Spitzen ; Farbe gelblich. Kiemen und Seiten-
hnie fehlen; Höcker des I. Hinterleibssegmentes deutlich, der
obere spitz; die beiden letzten Segmente mit etwas derberer Haut.
Nachschieber zweigliedrig, mtt starker Klaue, die einen Rücken-
haken trägt.
Abbildungen der Puppe finden sich bei Ritsema.
Das Gehäuse besteht zum größten Theile aus feinen Sand-
köruchen, einzelne mit ganz wenigen winzigen Pflanzentheilchen.
Länge: 8 mm, größte Breite: 2 mm; konisch, gebogen.
X. Silo pallipes F.
Mit Fig. 44 bis 47.
Eine kurze Bemerkung über die Gehäuse dieser Art findet
sich bei Meyer-Dür. Klapalek beschrieb die Metamorphose von
Silo nigricornis P. (Metain. d. Trichopt., Serie I", p. 28).
1. Die Larve:
Länge: 10 mm; Breite 2 mm.
Raupenförmig, auf dem Metathorax am breitesten.
a) Der Kopf: Wie bei den verwandten Arten oben ganz
flach und in den Prothorax zurückgezogen, senkrecht nach unten
gerichtet. Farbe gelbbraun, heller als bei Goera, um die Augen
herum noch blasser. Labrum (Fig. 44) nicht ganz mit Chitin
gedeckt, etwa das vordere Drittel bleibt häutig; auf der Ober-
fläche 4 Paar kurzer schwarzer Borsten: Seitenbürsten kräftig-
entwickelt. Mandibeln (Fig. 45) schwarz, kurz, mit messer-
förmiger Schneide, welche zweimal eingebuchtet ist; Innenbürste
voihanden. Kiefertheil der Maxillen ganz verkümmert.
b) Die Brust: Nur Pronotum ganz hornig, Mesonotum mit
2 Paar von Chitinplatten gedeckt, so daß einige Hautstellen frei
Stett entomol. Zeit. 1903.
209
bleiben; Metanotum mit 3 Paar kleinerer Chitinplättehen, welche
dunkler sind als der Kopf, während die Bedeckung der übrigen
Brustringe gelb ist mit braunen Punkten. Form des Pronotum
wie bei Silo nigricornis P. (cfr. Klapalek). Beine kurz und
stark, von nahezu gleicher Länge; gelbbraun, an den Rändern
der Chitintheile dunkler; Tibienende mit 2 kurzen Dornen; die
stark gebogenen dicken Klauen mit Basaldorn, der bis zur Spitze
der Klaue selbst reicht.
c) Der Hinterleib: Segmente durch deutliche Einschnitte
von einander getrennt. Seitenhnie fein, mit dem IV. Segmente
beginnend und mit dem VII. endigend (bei S. nigricornis vom
III.— VI., nach Klapalek); Kiemen fadenförmig, fein, zu Büscheln
verwachsen. Erstes Segment mit 3 stumpfen, konischen Höckern,
von denen der obere der größte ist; dieses Segment ist auf der
Oberfläche (wie auch das Metanotum) mit derberer Haut be-
kleidet und mit zahlreichen Haaren besetzt. Nachschieber klein,
zweigliedrig, mit stark gekrümmter Klaue, die einen dicken,
kurzen Rückenhaken trägt. (Nach Klapalek fehlt derselbe bei
Silo nigricornis.')
2. Die Puppe:
Länge: 9 mm; Breite etwas über 2 nmi.
Spindelförmig. Erstes Glied der Fühler dick und lang;
Fühler reichen bis zum Ende des VII. Segments. Labrum vier-
eckig, an den Vorderecken mit 5 Paar und am Vorderrande
mit 1 Paar (kleinerer) Borsten. Mandibeln (Fig. 46) rothbraun,
dreieckig, spitz, ungezähnt oder sehr schwach gezähnt. Taster
wie bei Silo nigricornis, Kiefertaster dreighedrig ((J) oder fünf-
gliedrig ($). — Flügelscheiden schmal; zugespitzt, bis zum Ende
des V. Segments reichend; Spornzahl der Beine 2, 4, 4. Beine
wie bei nigricornis, ähnlich auch der Haftapparat. Auf dem
Vorderrande des III. bis V. Segments ist je ein Paar Chitin-
plättchen mit 2 oder 4 (auf den verschiedenen Seiten eines
Segments verschieden), des VI. und VII. Segments mit 4 (ein-
mal G) nach hinten gerichteten Häckchen; auf dem Hinterrande
Stett. cntomol. Zeit. 1903.
210
des V. Segments sind 2 größere, quer elliptische Plättehen mit
zahlreichen nach vorn gerichteten und in 3 Reihen angeordneten
Spitzen. Die Seitenlinie beginnt kurz hinter der Mitte des
V. Segments (bei nigricornis auf dem IV., Klapalek). Letztes
Abdominalsegment stumpf konisch mit eingeschnittenem Hinter-
rande (Fig. 47); die langen stäbchenförmigen Chitinfortsätzo sind
Überall, besonders aber nach außen mit kurzen Dornen besetzt;
ihr nach innen gebogenes Ende ist viertheihg; die Bauchseite
ist mit zahlreichen kurzen, nach vorn gerichteten Spitzen besetzt,
von denen die eine Partie am Ende, die andere, quer gestellte,
am Anfang des Segments zu linden ist.
3. Das Gehäuse:
Länge: 10 mm; Breite: 5 mm.
Gebaut wie bei den Verwandten; innere Röhre aus Sand-
körnchen, größere Steinchen seitlich angesetzt, geflügelt. Larven
und Puppen linden sich fast den ganzen Sommer über, besonders
zahlreich aber im Juni ; in diesem Monate fand ich mehrere
faustgroße Steine dicht mit Puppengehäusen bedeckt. Gefunden
wurden Larven und Puppen in verschiedenen Bächen bei Ham-
burg, zahlreich im Farnisener Bach.
XI. Setodes argentipunctella M'L.
Mit Fig. 48 bis 51.
Ein zweiter meiner Brüder, Fritz Ulmer, z. Z. Stud. phil.
in Marburg, der schon seit seiner Knabenzeit mir durch zahl-
reiche Funde meine San)mlungen bereichern half, hat mir im
letzten Jahre aus verschiedenen Theilen Hessens Collectionen von
Trichopteren geschickt, über die ich später einmal berichten
werde. Unter acht Larvenarten aus der Lahn bei Gossfelden
(in der Nähe von Marburg i. H.) fielen mir Gehäuse (Fig. 48)
von weniger als 1 cm Länge, aus Sandkörnchen hergestellt, auf.
die ich nie vorher gesehen hatte. Es waren sämmtlich Puppen-
gehäuse; ich üfinetc eine größere Anzahl derselben und fand
darin, wie an den langen Fühlern sofort zu erkennen war,
Stett. entomol. Zeit. 1903.
211
Leptoceriden-Puppen, die z. Th. schon vollständig ausgefärbt
waren, so daß ein Versuch, sie zu bestimmen, mir möglich
schien. Mein Augenmerk richtete ich zunächst auf die Sporn-
zahl der Beine und ich fand (nach mikroskopischen Präparaten)
0, 2, 2. Deshalb und weil die Flügel sehr schmal waren, schloß
ich, es könnte sich nur um die Gattungen Oecetis, Setodes und
Mysiacides handeln. Ich untersuchte nun die Fühler, die sich
als sehr deuthch geringelt herausstellten, Oecetis also mußte
schon ausscheiden, und ebenso Mysiacides der geringeren Größe
der Puppen wegen; und endHch zeigten auch die von den ein-
zelnen Puppenorganen hergestellten Präparate zwar deutliche
Verwandtschaft zu den betr. Oecetis- und Mystacides-¥oY\n<^\i in
Klapaleks Metamorphosen, aber doch auch nirgends Ueberein-
stimmung, so daß nur eine Setodes-Avi übrig blieb.
Da nun die Genitalien der Imagines vollkommen deutlich
durch die Puppenhaut zu erkennen waren, so gelang mir die
Feststellung der Art nach Mc. Lachlan's Figuren auf Tafel LVII.
und Tafel V. („F. A. S.^'). Imagines habe ich nicht erhalten.
Ueber die Larve weiß ich nicht mehr zu sagen, als daß
ihre chitinigen Theile (Kopf und Brust) sehr dunkel gefärbt sind;
die Beine dagegen sind hellgelb, mit langen Borsten besetzt, mit
langem Tarsus und langer, gekrümmter Klaue, die einen schwachen,
borstenförmigen Basaldorn besitzt; Beine überhaupt sehr schlank.
Die Puppe:
Länge: 6 mm; Breite 0,9 mm.
C3'iindrisch, schlank.
Farbe der reifen Puppe: Hinterleib weißlich, Brust und
Kopf hellbraun, Fühler braun und weiß geringelt, Flügel grau-
schwarz mit helleren Flecken; Beine liraun, Tarsen auch heller
geringelt.
Mundtheile ganz vorn stehend. Labrum (Fig. 49) sehr
klein, viereckig, Vorderrand breiter als der Hinterrand; am
Vorderrande stehen auf großen Höckern zahlreiche Borsten; auf
dem mittleren und größten Höcker befinden «ich 4 lange starre
Stott. onlomol. Zeit. 1003. 14
212
Borsten, die fast bis zur Spitze der gerade nach vorn gerichteten
Mandibeln reichen; am Vorderrande auf kleineren Höckern sieht
man dann noch 3 Paar kleiner Borsten und auf der Fläche,
aber weit über die Vorderecken hinausragend, noch ein Paar
Borsten. Mandibeln (Fig. 50) groß, etwa viermal so lang wie
die Oberlippe, aus breiterer Basis sehr schlank werdend, mit
sehr deutlich gezähnter, an der Spitze etwas gebogener Schneide.
Maxillartaster braun, die Enden der Glieder hell, fünfgliedrig,
selir lang und gerade nach hinten gerichtet. Flügelscheiden sehr
lang, schmal und spitz, die Vorderflügel bis fast zum Ende des
VIII., die Hinterflügel bis zum Ende des VII. Segments reichend.
Spornzahl der Beine: 0. 2, 2. Mittelbeine stark bewimpert.
Ilaftapparat sehr schwach entwickelt; Chitinplättchen mit je
2 nach hinten gerichteten Häkchen linden sich auf dem III. — VI.
Segment; am Hinterrande des V. Segments etwas größere Plättchen
mit 6 Zähnchen; alle diese chitinisirten Stellen sind sehr klein.
Chitinfortsätze des Hinterleibs lang und schlank, am Ende etwas
nach innen gebogen, etwa in der Mitte der Innenseite mit einem
großen Zahne, außerdem mit mehreren Borsten (Fig. 51). Im
allgemeinen ähnelt diese Puppe den M^staeidespuppen.
Meines Wissens ist Setodes argentipuncteUa M.'L. bisher
in Deutschland noch nicht aufgefunden worden.
Larven, Puppen und Gehäuse,
allgemeine Charaktere der Familien und einzelner Gattungen.
Eine Uebersicht der gemeinsamen Merkmale der Larven,
Puppen und Gehäuse innerhalb der 7 Trichopterenfamihen (und
bei den Sericostomatiden auch der 4 Sektionen) gab schon Prof.
Klapalek in seiner „Metam. der Trichopteren", Serie II, 1893.
Diese Uebersichtcii habe ich im Jahre 1901 benutzt, um für
meine Bestimmungstabelle der Larven in einem Aufsatze („Aus
der Heimath'', 1902) die. Familien zu trennen — und benutze
dieselben auch hier wieder mit gleichzeitiger Heranziehung der
einzelnen Oi-gane. Ausführlicheres folgt in einer gi'ößeren Arbeit.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
213
Erste Familie: Phryganeidae :
1. Die Larven: subraupenförmig (Kopf nur wenig nach
unten geneigt), Kopf länglich elliptisch; Labrum breit, elliptisch,
mit 1 Paar Borsten auf der Fläche und 2 Paar Borsten am
Seitenrande; am Vorderrande mit mehreren (gew. 2 Paar) ge-
bogenen Dornen; Vorderrand nur wenig ausgebuchtet. Mandibeln
messerförmig, mit doppelter Schneide und mehreren, manchmal
zahlreichen Höckerzähnen, meist ohne Innenbürste. Kieferthcil der
Maxillen schlank, Maxillartaster viergliedrig, Labium kegelförmig.
Nur Pronotum hornig; Mesonotum und Metanotum mit je 2
Borstenpunkten. Erstes Bein kurz und dick, drittes lang und
schlank; Tibien mit nur einem Enddorn; vor der Spitze, oft
weit entfernt, noch ein zweiter Dorn. — Erstes Abdominal-
segment mit großen, spitzen Höckern; Einschnitte zwischen den
Segmenten tief. Kiemen fadenförmig, einzeln stehend; schon die
Unterseite des L Segments trägt 2 Fäden. Seitenlinie deutlich
und stark. Nachschieber zweigliedrig, mit stark gebogener
Klaue, welche mehrere Rückenhaken trägt.
2. Die Puppen: Puppen stark, cylindrisch, Fühler kürzer
als der Körper. Mundtheile auf der Vorderfläche des Kopfes
stehend. Labrum länglich viereckig mit 5 langen Borsten an
den Vorderecken, manchmal auch auf der Fläche mit einigen
Borsten (\enroniaj. Mandibeln groß, mit einem dreieckigen, die
Fühlborsten tragenden Höcker; ihre Schneide gebogen und ge-
zähnt. Maxillartaster des ^ vierghedrig, des $ fünfgliedrig.
Spornzahl der Beine 2, 4, 4 (wohl mit Ausnahme von Agrypnetes).
Vorder- und Hintertarsen spärlich behaart, Mitteltarsen sehr
kräftig bewimpert. Kiemen einzeln stehend. Seitenlinie sehr
deutlich. Erstes Abdominalsegment mit einem langen chitinigen
Fortsatz. Letztes Segment mit zwei flachen rhombischen An-
hängen, die lange Borsten tragen.
3. Gehäuse entweder in Form einer Spirale aus gleich-
mäßig gestalteten Pflanzenstoften (Phrygaiiea und Neuron ia)
Stett. entomol. Zeit. 190a. 14*
214
gebaut oder bei Agrypnia ein einfaehes Schilfstengelfragment.
Nur in stehenden Gewässern.
Gattunji- Phryganea:
Larven auf dem Kopfe mit gabelförmigem Fleclv und zwischen
dessen Aesten mit länglichem Flecke.
Puppen mit stark sensenförmig gekrümmten Mandibeln,
Labrum ohne Borsten auf der Fläche.
Gattung Neuronia (ruficrus):
Larven auf dem Kopie mit 2 parallelen Binden, die sich
bis auf das Abdomen fortsetzen.
Puppen mit sehwach gebogenen Mandibeln, Labruni mit
einigen Borsten auf der Fläche.
Gattung Agrypnia:
Gehäuse oft ein einfaches Schilfstengelfragment.
Zweite Familie: Limnophilidae :
1. Die Larven: raupenförmig, Kopf stark nach unten
geneigt, oval bis rundlich. Labrum schmäler (also mein- rund-
lich, halbkreisförmig oder quer-elliptisch) als bei den Phrjga-
neiden, gewöhnlich mit drei Paar Borsten auf der Fläche, die
in einem Bogen angeordnet sind; bei einzelnen Gattungen
(Halesna, Enoicyla) mit 4 Paar Borsten, bei anderen (Apatania)
noch mehr:, außerdem bei allen noch kürzere, helle, gebogene
Borsten (Dornen) am Vorderrande oder dicht hinter ihm: Vorder-
rand stets ausgeschnitten. Mandibeln meißeiförmig, schwarz, mit
mehreren Zähnen an der Schneide und einer Tnnenbürste. Kiefer-
theil der Maxillen dick, Maxillartaster ebenfalls, viei-gliedrig.
Labium breiter kegelföi-mig als bei den Phryganeiden. Pro- und
Mesonotum hornig, Metanotum mit 3 Paar von Chitinschildern
(cfr. Enoicyla). Beine kräftig, Vorderbeine verhältnißmäßig kuiz
und dick. L Abdominalsegment mit 3, meist stumpfen Höckern
(bei Glyphotaelius und Grammotanliua mit 4 Höckern), Strikturen
zwischen den Segmenten deutlich, aber nicht so tief wie bei
den Phryganeiden. Seitenlinie deutlich. Kiemen fadenförmig,
Stett. entomol. Zeit. 1903.
215
entweder einzeln {Slenophylax, Micropterna, Halesus, Chaetop-
tenjx, Drusiis, Äpatania) oder zu mehreren (2 bis 3) in Büscheln
stellend (Limnoph litis. Anaboiia, Glyphofaelrus, Grammotaid'ma.
Colpotaylius). Nachschieber kurz, zweigliedrig, mit starker
Klaue, die einen oder mehrere Rückenhaken trägt.
2. Die Puppen: cyhndrisch. Fühler kürzer oder solang
wie der Körper. Labrum quer-elliptiseh, mit stark vorgezogenem
Vorderrand und 5 Paai- Borsten auf der Fläche, außerdem mit
meist 3 Paar Borsten auf dem hinteren Theile und mit 1. Paar
heller und kurzer Borsten am Vorderrande oder weiter nach der
Seite hin. Mandibeln aus breiter Basis dreieckig zugespitzt,
Schneide gei-ade oder sehr Avenig gebogen (nur bei Apatania
stärker), gezähnt oder ungezähnt. Maxillartaster des ,^ drei-
gliedrig, des $ fünfgliedrig; Labialtaster stets dreigliedrig. Sporn-
zahl der Beine verschieden, nie 2, 4, 4; Vorderschienen mit
einem Sporn oder ohne einen solchen. Vorderbeine unbewimpert,
Mittelbeine sehr stark behaart, Hinterbeine nur -wenig. Kiemen
einzeln oder in Büscheln von 2 bis 3 (wie bei den Larven).
Erstes Abdominalsegment mit sattelförmiger, gezähnter Fjrhöhung.
Seitenlinie deuthch. Letztes Segment trägt 2 stäbchenfiJrmige
Chitinfortsätze, welche entweder ganz gerade oder am Ende nach
außen gebogen sind.
3. Die Gehäuse aus den A^erschiedensten Stollen gebaut,
meist aus Sand oder Steinchen, oder aus Vegetabilien, seltener
aus Conchylienschalen, cylindrisch oder konisch, mäßig bis ziemlich
stark gekrümmt, seltener gerade. Die Oberfläche in der Regel
rauh, uneben, seltener glatt. Die aus Mineralien bauenden Larven
verfertigen in der Jugend häutig ihr Gehäuse aus PilanzenstotVen.
L Gruppe: Colpotaulius, Glyphotaelius, Grammotaulim,
Limnophiius, Anaboiia^ Phaeopteryx.
Larven auf dem Kopfe meist mit Gabelband und zwischen
dessen Aesten mit einem dunklen Fleck verschiedener Gestalt.
Kiemen zu zweien oder dreien an der Basis verwachsen. Seiten-
linie deutlich.
Stelt. entomol. Zeit. 1903.
316
Puppen: Seitenlinie und Kiemen wie bei der Larve. Chitin-
Ibrtsätze des Hinterleibs am Ende nach außen gebogen. Sjxtrn-
zahl der Beine 1. 3. 4.
II. Gruppe: Stenophylax, Micropterna. Halesus, D/v/.sw.s.
Ch aef opteryx. Apala n ia .
Larven mit verschiedener Kopizcichnunp,; hiiulig mit A-
lürmiger Zeichnung auf dem Cljpeus. Kiemen einzeln stehend,
Seitenlinie deutlich.
Puppen: Seitenlinie und Kiemen wie bei der Larve. Chitin-
fortsätze des Hinterleibes a) an der Spitze gebogen bei Steiwphijlax
(Spornzahl 1, 3, 4). Micropterna (0, 3, 4 und 1, 3, 4), Halestis
interpunctatus Zett. (1, 3, 3), Drusus (1, 3, 3) und Apafania
(1, 2, 4); b) nicht gebogen bei den übrigen Halesus- Arten
(1, 3. 3) und bei Chaetopteryx (0, 3, 3 und 1, 3, 3).
HL Gruppe: Enoicyla.
Larven und Puppen auf dem Lande lebend. Kopf der
Larve glänzend braun. Kiemen und Seitenlinie fehlen.
Dritte Familie: Sericostomatidae.
Für diese Familie hat schon Klapalek („Metam. der Trieb.'',
IL Serie) die Eintheiluno in 4 Gruppen vorgenommen, auf welche
ich hier nur verweisen kann, da ich kaum etwas hinzuzufügen
hätte. Doch gebe ich hier eine Zusammenstellung der Larven:
L Gehäuse aus Pflanzeustoft'en hergestellt. Mit vegetabiUschen
Stoffen der Quere nach belegte Röhren mit vollständig
viereckigem Querschnitt.
1. Nur auf dem hinteren Ende jedes Segments (vom II. — IV.)
je ein Kiemenfaden: Crunoecia irrorata Ct.
2. Auf dem vordi'ren und hinteren Ende jedes Segments
(vom III. — VI.) je ein Kiemeufaden: Lepidostoma
hirtum F.
3. Auf dem hinteren Ende von II. — VI. Segment je
6 Kiemenfäden: Brachycentrus.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
217
IT. Gehäuse aus Sandkürnchen oder Steinehen.
1. Ohne Belaskuigsthcile.
;i) Gehäuse gerade, glatt: OUgopkclnuit.
b) Gehäuse gebogen.
a) Gehäuse sehr rauh: Lasiocephala.
^■i^ Gehäuse glatt: Sericostoma und Notidobia.
2. Mit Belastungsthcilen mineralischer Herkunft.
i») Die Belastungstheile sind gnibere Sandktirnehen :
Lithax ob sc UV US Hag.
b) Die Belastungstheile sind größere Steinchen, so daß
das Gehäuse geflügelt erscheint.
a) Auf d?m 7. Segment keine Kiemen: Silo nigri-
cornis P. und Silo pallipes F.
ß) Auf dem 7. Segment Kiemen: Goera pilosa F.
HI. Gehäuse aus Gespinnstmasse, gebogen: Micrasema lon-
gnlum M'L.
Vierte Familie: Leptoceridae.
Prof. Klapalek hat schon (op. cit. p. 80) betont, daß ,.jedes
der zu dieser Familie gehörenden Genera sich auch in den Ent-
wiekelungsstadien durch sehr wichtige Merkmale auszeichnet^'.
Die folgenden Bemerkungen sind auf Grund hauptsächlich seiner
Beschreibungen der einzelnen Arten, unter Berücksichtigung
einiger mir außerdem bekannten Metamorphosestadien, zusammen-
gestellt.
1. Die Larven: raupenförmig, meist schlank, Fühler deut-
üch. Pronotum und Mesonotum hornig. Hinterfüße 2 bis 3 mal
so lang wie die Vorderfüße, ihre Klauen lang und schlank (mit
Ausnahme von Molanna und Molannodes). Seitenlinie fein oder
fehlend: Kiemen fadenfcirmig, einzeln oder zu kreisförmig aus-
gebreiteten und dem Körper anliegenden Büscheln verbunden.
Nachschieber kurz, zweigliedrig.
2. Die Puppen: cylindrisch, schlank. Fühler fadenförmig,
dünn, entweder so lang oder viel länger als der Körper. Mund-
Stett. entomol. Zeit. 1903.
218
theile hoch, auf die Stirn gestellt, so daß die Mandibeln gerade
nach oben zielen. Mandibeln schmal, an der Schneide gezähnt,
dort manchmal mit sehr großen, vorspringenden Zähnen. Maxillar-
taster fünfgliedrig, viel länger als die Labialtaster. Auf dem
Hinterrande des I. Segments mit 2 Erhebungen, die mit Spitzen
besetzt sind. Chitinfortsätze des Hinterleibes stäbchenförmig, ver-
schieden gestaltet.
3. Die Gehäuse: konisch, schmal, nach hinten stark ver-
jüngt, entweder gerade oder gewöhnlicher gebogen, länger als
die Larve, aber eng angepaßt, in der Regel aus feinen Sand-
körnchen, seltener aus Vegetabilien oder purer Gespinnstmasse
verfertigt. Puppeugehäuse kürzer, auf Pflanzen oder Steinen
durch kleine Tellerehen befestigt.
L Beraeodes.
Larven: Labrum am Vorderrande zweimal ausgeschnitten;
Mandibeln mit 2 Innenbürsten und außer den beiden Rücken-
borsten noch mit einer Rückenbürste. Hinterbeine mehr als
2 mal so lang M-ie die Vorderbeine. Seitenhnie fehlend. Kiemen
in Büscheln geordnet, sehr klein.
Puppen: Labrum dreieckig mit gerundeten Seitenrändern
und abgerundetem Vorderrande. Mandibeln mit breiter Basis
und säbelförmiger gezähnter Schneide. Spornzahl der Beine 2, 2, 2.
Chitinfortsätze des Hinterleibes stark, an der Spitze nach außen
gebogen und vor derselben mit einer Borste, die in einem kleinen
Ausschnitte steht. Gehäuse aus Sandkörnchen, Larvengehäuse
10 mm lang, konisch, stark gebogen, nach hinten sehr ver-
schmälert.
IL Molanna.
Larven: Labrum am Vorderrande gerade abgestutzt, Gelenk-
membran sehr breit. Mandibeln mit doppelter Schneide und
einigen Zähnen. Dorn der Tibien auf einem starken Vorsprung,
Tarsen der Hinterfüße zweigliedrig, ihre Klaue in lange und
kurze Borsten aufgelöst. Hinterbeine nur etwas mehr als 1 1/2 mal
Stett. entomol. Zeit. 1903.
219
so lang- wie Vorderbeine. Tiefe Strikturen zwischen den Seg-
menten, Seitenlinie deutlich. Kiemen fadenförmig, meist zu 2
bis 4 verwachsen.
Puppen: Labrum mit breiter Basis, nach vorn verengt,
mit deuthchen Ecken. Spornzahl der Beine 2, 4, 4. Chitin-
fortsätze gerade und überall behaart. — Gehäuse schildförmig
verbreitert, aus Sandkörnchen gebaut und etwa 15 bis 20 mm lang.
III. Odontocermn.
Larven: Labrum länglich, mit herzförmigem Vorderrande;
Maudibeln keilförmig, dick, ohne Zähne, nur mit ganz stumpfen
Höckern. Seitenlinie schwach entwickelt; Kiemen fadenförmig,
in kreisförmig ausgebreiteten Büscheln zusammenstehend. Tibien
mit 2 Dornen.
Puppen: Labrum ähnhch wie bei No. 11; Mandibeln breit
dreieckig, die Schneide aber in einen sehr dünnen Fortsatz, der
ungezähnt, doch an der umgebogenen Spitze gespalten ist, ver-
längert. (Bei Puppen, welche das Gehäuse durchbrochen haben,
ist dieser Fortsatz nicht mehr vorhanden.) Chitinfortsätze des
Hinterleibes stäbchenförmig, an der Spitze nach außen gebogen,
gerade so lang wie das letzte Segment. Spornzahl der Beine
2, 4, 4. Fühler um das Hinterleibsende umgewickelt. — Ge-
häuse konisch, gebogen, aus feinen Sandkörnchen, Länge 18 mm,
größte Breite (vorn) 3 mm.
Anm. Verwandt mit Odontocermn scheint mir Leptocerus
senilis Burm. zu sein (efr. Klapaleks Beschreibung, op. cit.,
Serie I, p. 37).
IV. Leptocerus (aterrimus, anmtlicornis , hilineatus').
Larven: Labrum quer-eUiptisch, meist breit, mit aus-
geschnittenem und gekerbtem Vorderrande und dort mit gelben
gebogenen Dornen. Mandibeln mit doppelter Schneide und meh-
reren Zähnen. Nur auf der Vordertibie ein Dorn. Hinterbeine
2 (bis höchstens 2^/2) mal so lang wie die Vorderbeine. Kiemen
büschelförmig, Seitenlinie fehlend oder wenig sichtbar.
Stett, entomol. Zeit. 1903.
220
Puppen: Labrum fast lialbkveisförmig, mit zahlreichen
Borsten auf der Fläche. Mandibeln dreieckig, mit gebogener,
gezähnter Schneide. Chitinfortsätz(! des Hinterleibes dick und
kurz, mit starken Zähnen am Innenrande. Spornzahl der Beine
2, 2, 2. Fühler sehr lang, um die Spitze des Hinterleibes einige
Male umgewickelt. — Gehäuse stets aus Sandkörncheu, gebogen,
konisch.
V. Mystacides.
Ijarven: Labrum ähnlich wie bei IV, aber Vordejiand in
der Mitte ungekerbt; ähnlich auch die Mandibeln. Kiemen faden-
förmig, einzeln stehend. Seitenlinie fehlt. Hinterfüße 3 mal so
ang wie die Vorderfüße.
Puppen: Labrum sehr klein, Vorderrand mehrfach aus-
geschnitten, mit sehr langen Borsten. Mandibeln ähnlich wie
bei IV. Chitinfortsätze lang und schlank, an der Spitze nach
innen gebogen, innen mit mehreren Dornen. Spornzahl der
Beine 0, 2, 2. Fühler wie bei IV. — Gehäuse aus feinen Sand-
körnchen gebaut, konisch, gerade, mit Belastungstheilen pflanz-
licher Herkunft (ein ^«a6o/m-Gehäuse im kleinen); Länge der
Röhre etwa 14 mm.
Anm. Nahe verwandt mit Mystacides, ist wohl Setodes
(cfr. diese Arbeit, No. XI).
VI. Triaenodes.
Larven: Labrum ähnlich wie bei Mystacides ; Mandibeln
meißeiförmig, mit 5 Zähnen auf der Schneide. Seitenhnie fehlt,
Kiemen fadenförmig. Hinterbeine 3 mal so lang wie die
Vorderbeine.
Puppen: Labrum am Vorderrande in einen Fortsatz aus-
gezogen und dort mit einer starken Borste. Mandibeln mit stark
gezähntem Vorsprung auf der Schneide. S])ornzahl der Beine
1, 2, 2. Fühler wie bei V. Chitinfortsätze des Hinterleibes
lang, spitz endigend, innen mit zahlreichen Borsten. Gehäuse
aus feinen, spiralig gelegten Pflanzenstolfen, konisch, gerade,
schlank,
Stett. entomol. Zeit. 1903.
221
VII. Oecetis.
Larven: Labnim ähnlich wie bei Leptocerns, Mandibeln
aber messerförmig, schhmk, mit 2 großen Zähnen auf der ge-
bogenen Schneide. Kiefertheil der Maxillen verkümmert. Kicmen-
l'äden einzeln. Seitenhnie fein. Hinterbeine etwa 21/2 mal so
lang wie die Vorderbeine.
Puppen: Labriim vorn in einen stumpfen Fortsatz aus-
gezogen, dort aber ohne Borste (efr. VI). Mandibeln mit ge-
bogener Schneide, welche in der Mitte drei oder vier große
Zähne besitzt. Chitinfortsätze des Hinterleibes sehr lang, an der
Basis stark verdickt, an der Spitze etwas nach außen gebogen,
mit sehr wenig Borsten. Spornzahl der Beine 0, 2, 2. Fühler
wie bei VI.
Fünfte Familie: Hydropsychidae.
I. Die Larven:
A. Alle 3 Brustsegmente hornig.
1. Kiemen vorhanden, strauchartig die ganze Unter-
seite bedeckend; Körper überall gleichbreit, walzen-
ruud: Hydropsyche und Diplectrona.
2. Kiemen fehlend, Körper von oben nach unten zu-
sammengedrückt: Ecnomus.
B. Nur Prouotum hornig.
1. Labrum Aveiß, weich, häutig; Larven bis 22 mm
lang: Philopotamus, Chimarrha und Wormaldia.
2. Labrum braun, hornig, hart.
a) Labium als schmaler, langer, konischer Fortsatz
entwickelt, der bedeutend länger ist als die Kiefer-
taster; Kiefertheil der Maxillen kugelförmig ge-
wölbt, stark beborstet: Tinodes.
b) Labium konisch, kürzer oder höchstens so lang
wie der Kiefertaster; Kiefertheil der Maxillen
schlank, wenig beborstet.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
222
a) Larve bis 22 mm lang, Mesonotuni am brei-
testen, nach vorn und hinten verschmälert:
Plectrocnemia.
ß) Larve nur 12 bis 16 mm lang, in der Mitte
der Segmente am breitesten.
ü) in stehenden Gewässern, Puppengehäuse
aus Blattstückchen: Holocentroptis.
b) in fließenden Gewässern, Puppengehäuse
aus gröberen Sandkörnchen: Polycentropus.
IL Die Puppen:
1. Mandibeln sensenartig gebogen: Polycentropus, Holo-
centropus und Plectrocnemia.
2. Mandibeln mit breiter Basis und gebogener Schneide,
die wenige große scharfe Zähne trägt: Hydropsyche
und Philopotamus.
3. Mandibeln mit sehr breiter und starker Basis und fein
gezähnter Schneide: Ecnomus.
4. Mandibeln mit breiter Basis, Schneide mit langem
schmalen Fortsatz, der am Ende in 4 Spitzen ge-
theilt ist: Tinodes.
Sechste Famihe: Rhyacophilidae.
Larven :
A. mit Kiemen; bis 22 mm lang: Rhyacophila (^die gvoRen
Arten.
B. ohne Kiemen; höchstens 10 mm lang.
1. ohne Larvengehäuse:
a) Klaue der Nachschieber sehr lang : Rhyac. IristisEng.
b) Klaue der Nachschieber klein : Agapelus comatns P.
2. mit Larvengehäuse:
a) Mesonotum und Metanotum ganz häutig: Glossosoma.
b) Mesonotum und Metanotum auf zwei Stellen dunkel
chitinisirt: Agapelus fuscipes Ct.
(Alle in fließenden Gewässern.)
Stett. eutomol. Zeit. 1903.
223
Siebeote Familie: Hydroptilidae.
Hier mag eine kurze ßestimmungstabelle unter Berück-
sichtigung der Gehäuse Platz finden.
I. Gehäuse ca. 9 mm lang, aus Gespinnstmasse gefertigt, an
den Seiten etwas vorgezogen, flach; in stehenden Ge-
wässern: Agraylea (und Allotrichia?).
IL Gehäuse weniger als 4 mm lang.
1. gerade,
a) flaschenförmig : Oxyethira.
b) kolbenförmig, in fließendem Wasser: Ithytrichia.
e) tonnenförmig, in flachen Quellen: Stactobia.
2. gebogen:
a) nierenförmig, mit feinen Sandkörnchen bedeckt, flach :
HydropiUa.
b) dem Kümmelsamen ähnlich, mit vertieften Längs-
linien auf der gewölbten Oberfläche, aus reiner Ge-
spinnstmasse : Orthotrichia.
Es mögen noch einige Bemerkungen über den Transport
lebender Larven und Puppen folgen (vgl. dazu No. I, Phr. striata).
Während meiner diesjährigen Schwarzwaldreise ging mir der
für den Tag mitgenommene Vorrath kleiner Gläser zu Ende und
ich packte deshalb zahlreiche Larven von Stenophylax (sp.?)
aus einem stark fließenden Bache in Papier, das ich dann in
der Rocktasche unterbrachte; die Larven lebten noch, obgleich
sie erst 7 Stunden später erlöst wurden, und krochen ganz
behende auf dem Tische umher. — Ferner sammelte ich in
den letzten Tagen wohl 150 bis 200 Stück von Puppen des
Stenophylax latipennis (cfr. No. VI) im Dalbeck; diese brachte
icli mit einer Puppe von Odontocernm und 2 Larven von
Rhyacophila septentrionis, die aber schon im Puppengehäuse
sich befanden, ebenfalls in Papier und weiches Gras eingewickelt
Stett. entomol. Zeit. 1903.
224
nach Hause. Der über 3 Stunden lang dauernde, trockene Trans-
port hat den Thieren so wenig geschadet, daß bisher im Aquarium
noch keine der Steiwphylax-Vn\)pcn starb, daß die Imago von
Odontocerum schon ausschlüpfte und die Rhyacophila-LQ.vyen
sich jetzt in Puppen verwandelt haben. — Von Herrn Lehrer
F. Lorentzen-Kiel erhielt ich im Juni dieses Jahres mehrfach
Sendungen von Larven (Limnophilus faticornis und L. lunatus)
als „Muster ohne Werth''' zugesandt, die etwa 17 (!) Stunden
außerhalb des Wassers zugebracht hatten^ bei der Ankunft
lebten und im Aquarium sich entwickelten. Ich glaube daher,
daß es sich wohl lohnt, weitere Versuche mit dieser bequemen
Transport- und Versendungsmethode zu machen.
Bezüglich der Conservirung von Larven und Puppen ge-
statte ich mir zu bemerken, daß es zur Erzielung guter Präparate
nöthig sei:
1. Larven und Puppen, wenigstens die größeren, aus den
Gehäusen zu entfernen.
2. Larven und Puppen mit großen, voluminösen PHanzen-
gehäusen {Limnophilvs, Glyphotaelins , Grammotavlius)
in kochendem Alkohol zu toten und dann in schwächere
Flüssigkeit zu bringen.
3. dem Formalin nicht zu viel zu trauen. Eine Conser-
virungsflüssigkeit von 20 Theilen Alkohol, 20 Theileu
Wassers und 1 Theil Formalin (40 ^j^j) leistet gute
Dienste.
Btett. entomol. Zeit. 1003.
225
Figuren-Erklärung
zu
Georg Ulmer, Weitere Beiträge zur Metamorphose
der deutschen Trichopteren.
T. Phryganea striafa L.
1. Kopfzeichniing der Larve, vergr.
2. Labnim, desgl. 20/i.
3. Linke Mandibel, desgl. 2(1/,.
4. Rechte Maadibel, desgl. 20/,.
.5. Maxille und Labium, desgl. 20/,.
6. Mittelbein, desgl. 20/i.
7. Seitenhöeker des L Segments, desgl., vergr.
8. Klaue der Nachschieber, desgl. 20/,.
9. Labrum der Puppe. 20/,.
10. Mandibel, desgl. 20/,.
11. Chitinfortsatz des L Segments. 20/,.
12. Analanhänge, desgl. 20/,.
13. Puppengehäuse. 1/,.
IL Neuronia ruficrus Scop.
14. Kopfzeichnung der Larve, vergr.
15. Labrum, desgl. 20/i.
16. Mandibel, desgl., links und rechts. 20/,.
17. Mandibel der Puppe. 20/,.
18. Chitinfortsatz des T. Segments, desgl. 20/,.
in. Glyphotaelins pellucidns Ol.
19. Labrum der Larve. 30/i.
■ 20. Mandibel, desgl. 30/,.
21. Labrum der Puppe. 30/,.
22. Mandibel, desgl. 30/,.
IV. Limnophüus stigma Ct.
23. Mandibel der Larve. 30/ ,.
24. Labrum, desgl. 30/i.
25. Klaue des Nachschiebers, desgl. 30/,.
26. Mandibel der Puppe. 30/,*
27. Analanhänge, desgl. 15/,.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
226
V. Limnophilvs flavicornis F. und L. rhomhicns L.
28. Mandibel der Larve von L. rhomhicus L. 30/i.
29. Fleck auf dem Cljpeus der Larve von L. rhoni-
bicus L. vergr.
30. desgl. von L. flanicornis P\, vergr.
VL Stenophylax latipennis Ct.
31. Mandibel der Larve. 30/i.
32. Kopfzeichnung, desgl., vergr.
VIL Haseins tesselatus Rbr.
33. Kopfzeichnung der Larve, vergr.
34. Labruni, desgl. 30/i.
35. Mandibel, desgl. 30/i.
36. Mandibel der Puppe, 30/i.
37. Analanhänge, desgl. 30/i.
38. Gehäuse, l/i.
VIIL Halesvs digitatus Schrk.
39. Labrum der Larve. 30/t.
40. Mandibel, desgl. 30/i.
41. Gehäuse, l/i-
IX. Enoicyla pnsilla Burm.
42. Labrum der Larve. 60/i.
43. Mandibel, desgl. 60/,.
X. Silo pallipes F.
44. Labrum der Larve. 40/i.
45. Mandibel, desgl. 40/i.
46. Mandibel der Puppe. 40/,.
47. Analanhänge, desgl. 40/i.
XL Setodes argentipunctella M'L.
48. Gehäuse der Puppe, l/,.
49. Labrum, desgl. 60/i.
50. Mandibel, desgl. 60/,.
51. Analanhänge, desgl. 40/,.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
227
Alte nnd nene Kleinfalter der europäischen Fauna
von Pfarrer A. Fuclis in Bornich.
1. Pyralis (Hypsopygia) costalis L.
var. ustocilialis : Größer, alle Flügel veilgrau getrübt, die
lichten Querlinien der Vorderflügel am Yorderraude weniger
erweitert, matt gelblich, grau getönt, die Franzen aller Flügel
in der Wurzelhälfte gebräunt.
Die in unserer Rheingegend recht seltene Pyr. costalis,
für welche im neuen Catalog auch Nordamerika als Vaterland
angemerkt ist, ohne daß aber auf das verschiedene Aussehen der
nordamerikanischen Falter hingewiesen wurde, ist in Europa
doch noch weiter verbreitet, als der Catalog erkennen läßt, da
ich sie auch aus Finnland erhielt.
Unter sich stimmen die Nordamerikaner und Finnländer,
wie auf Grund meiner Sammlungs-Exemplare constatirt werden
kann, überein und weichen von typischen Stücken aus Deutsch-
land und Sicilien so sehr ab, daß eine neue var. aufgestellt
werden muß: die Färbung aller Flügel ist bei ihnen veilgrau
getrübt, sodaß der Unterschied, welcher sonst zwischen der Fär-
bung der Vorder- und Hinterflügel besteht, bei der neuen var.
wegfällt. Weiter sind bei ihr die Querlinien am Yorderrande
der Vorderflügel etwas weniger erweitert und hier nicht gold-
gelb, sondern schmutzig weißgelb, was recht in die Augen
fällt. Den bedeutendsten Unterschied zeigen aber die Franzen.
Diese, welche durch ihr reines, breites Goldgelb deutschen Costalis
ein so schönes Aussehen verleihen, sind bei var. ustociiialis in
der Wurzelhälfte gebräunt, ihre Spitze schmutzig graugelb.
Unten ist die Färbung aller Flügel grau getönt, die Costalflecke
der Vorderflügel sind verdeckt, so daß sie fast verschwinden,
die Saumlinie aller Flügel scharf dunkel, die Franzen in voller
Breite schmutzig graugelb, ohne auffallenden Abstich von der
Stett. entomol. Zeit. 1903. 15
228
Flügelfläche. Auch ein Unterschied in der Größe macht sich
geltend: der Vorderflügel mißt 11 mm gegen nur 10 mm aller
meiner anderen Exemplare, die trotz der verschiedenen Vater-
länder unter i>ich in der Größe gleich sind.
var. tistomactilalis von New- York und Helsingfors.
2. Cledeobia angustalis S. V.-')
ab. P. nigralis Fuchs. Nass. Jahrb. 1900 p. 71: Alle
Flügel geschAvärzt, einfarbig graubraun, die vorderen schwach
röthlich getcint, ihr Querstreif kaum lichter.
Von Bornich und Wiesbaden, in meiner und der Rößler-
scheu Sammlung. (Die Kleinfalter, welche ehemals zu der letzteren
gehörten, sind in den Besitz unseres nassauischen Landesmuseums
übergegangen.)
3. Pyrausta (Botys) sambucalis S. V.
ab. (var. ?j tectalis: Vorderflügel braun bedeckt, mit nur
2 lebhafter gelben Flecken: einem viereckigen in der Mittelzelle
und einem größeren in der Ausbiegung der hinteren Querhnie:
letztere am Vorderrande saumwärts breit gelb angelegt.
Obschon der Catalog von 1901 für diese Art einen aus-
gedehnten Verbreitungsbezirk feststellt, wird doch keine var. auf-
geführt, so daß man meinen könnte, das Gewand, in welchem
sie auftritt, sei überall das gleiche. Dem ist aber nicht so. Ich
besitze ein prächtiges Pärchen aus Sicilien, welches trotz zweifel-
loser Zugehörigkeit zu Sambvcalis doch die augenfälligsten Unter-
schiede zeigt und zwar gerade an einem der wenigen Punkte,
die sonst als charakteristisch für Sambucalis im Vergleich zu
der ihr im Aussehen nächst verwandten Stachydalis — sie wird
im neuen Catalog generisch getrennt und unter Pionea aufgeführt,
während Heinemann, der doch auch ein guter Systematiker war
*) Von den schon früher beschriebenen Formen gebe ich mit
Ausnahme eines Falles (Pyrausta var. 2}('nUalis) zu den Namen nur die
Diagnose und Fundorte. Die genaueren Beschreibungen möge man an
der betreffenden Stelle nachlesen.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
229
und auf Lederer's Schultern stand, beide Arten als Nachbarn
bespricht ■ — angesehen zu werden pflegen. Die Vorderflügel
sind bei A^ar. tecfalis ganz braun bedeckt, so daß nur wenige
Stellen hell bleiben: der viereckige Fleck der Mittelzelle, ferner
der große rundliche Fleck in der Ausbuchtung des äußeren
Querstreifs und ein feiner Punkt an der Wuizel unterhalb des
Vorderrandes; endlich ist der Vorderrand selbst oberhalb des
viereckigen Flecks der Mittelzelle hell angeflogen und der braune
Querstreif am A^'orderrande saumwärts gelb angelegt, so daß hier
ein gelber Fleck entsteht, der wurzelwärts von der Querlinie
scharf begrenzt wird, saumwärts dagegen verwaschen ist. Diese
wenigen Stellen, die licht geblieben, sind im Vergleich zu Sam-
bucaUs lebhafter getönt. Das dritte helle Fleckchen, welches
sich bei der deutschen Samhncalis vor dem großen Fleck in der
Ausbuchtung findet, ist bei var. tecfalis ganz verschwunden,
also genau wie auch bei Sfachydalis, die mit durch dieses Merk-
mal vor Satnbucalis kenntlich gemacht wird. Trotzdem unter-
liegt die Zugehörigkeit unserer var. zu der Itiztgenanntcn Art
keinem Zweifel, da Saumzeichnung und Flügelsehnitt mit ihr
übereinstimmen.
Auch unten sind die Vorderflügel gebräunt und das sonst
charakteristische Fleckchen ist ebenfalls aufgezehrt; die Hinter-
flügel sind dagegen bis an den Saum gelb mit grauem Mittelfleck
und brauner äußerer Querlinie, nur die Spitze ist wolkig.
Da ich auch typische Sanibucalis aus Sicilien erhielt, so
scheint nur eine bemerkenswerthe Aberration vorzuliegen; ich
weiß freihch nicht, ob alle meine sicilianischen Extmplare von
der gleichen Lokalität stammen und zu dei selben Zeit ge-
fangen sind.
Ein zu dieser Verwandtschaft gehöriges $ aus New-York
ist vielleicht specifisch verschieden. Es ist kleiner und hat breite
und kurze Flügel, der Vorderrand der vorderen iit stärker ge-
bogen. Die Färbung auffallend licht, fast im Tone der Fuscalis,
äußerst fein und dünn, nur am Saume aller Flügel wird sie
Stett. entomol. Zeit. 1903. 15*
230
dichter und i.st etwas dunkler. Bloß der helle Fleck der Mittel-
zelle, durch dreiseitige Begrenzung deutlich als Fleck gekenn-
zeichnet, die Stelle in und vor der Ausbuchtung ist zwar heller,
aber nicht tleckartig und das kleine Fleckchen davor fehlt ganz.
Wenn die Art noch nicht benannt sein sollte, was der Catalog
nicht erkennen läßt, so könnte sie den Namen Palliatalis führen,
und die Diagnose würde sein:
Pyr. palliatalis: Flügel kurz und breit, gelbhch staubgrau,
mit 2 dunkelgrauen Querlinien, die äußere auf den Yordertlügeln
stark geschA\ungen und sauniwärts licht angelegt, der Vorderrand,
ein schmaler und hoher Fleck in der Mittelzelle der Vorderflügel
so\\'ie der Raum vor der Ausbuchtung des äußeren Querstreifs
licht weißgelb, die Hinterflügel weißgelb mit staubgrauem Saume
und 2 staubgrauen Querlinien. 10 mm,
4. Pyr. nubilalis Hb.
var. paullalis Fuchs 1. c. p. 71 und 72. Kleiner und
bleicher, Färbung und Zeichnung verwaschen, der zweite Quer-
streif der Vorderflügel kaum gezähnt,, die Hinterflügel graulich
mit lichteren Franzen und verwaschenem gelblichem Band vor
dem Saume.
Vorderflügel von der Wurzel bis zur Spitze 11 mm, also
bedeutend kleiner als auswärtige Stücke, bleicher, der erste
Querstreif fehlt entweder ganz oder ist verschwommen, der zweite
als Begrenzung des durch rostbraunen Staub gebildeten Mittel-
feldes wenig deutlicher, nur an der Stelle des sauniwärts
vorspringenden Bogens dreimal schwach gezähnt, unter-
halb des Vorderrandes und auf dem Innenrande unge-
zähnt, sauniwärts breit gelblich angelegt, dann rostgrau be-
schattet. Diese Beschattung reicht in Gestalt feiner Zähnchen in
den wurzelwärts zurückliegenden gelben Raum hinein, aber
weniger scharf und weniger tief als bei den von Newiges und
Potsdam erhaltenen r^. Die Hinterflügel verwaschen, graulich
mit breitem verwaschen gelblichem Bande vor dem Saume, das wie
bei den auswärtigen Stücken nur bis gegen den Inuenrand reicht.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
231
Die Unterseite ist Jichtgrau, auf den Vorderflügeln etwas
dunkler als auf den Hinterflügeln, namentlich am Vorderrande,
mit verwaschen gelbhchem Fleck unterhalb des Vorderrandes
und breiter, verwaschen gelblicher Binde vor dem Saume aller
Flügel.
3 (J aus dem Rheinthale bei St. Goarshausen, offenbar eine
var. loc. unserer Loreley-Gegend, aber bis jetzt recht selten und
auf der Höhe des Gebirges noch nie gefunden. Rößler's Angabe
zu dieser Art im Verzeichniß S. 270 (170): ..Fand ich erst ein-
mal bei Wiesbaden und zwar ein bleicheres und kleineres
Stück als die süddeutschen", läßt kaum einen Zweifel, daß
auch dieses Stück zu unserer var. gehörte. Demnach müßte
man annehmen: bei St. Goarshausen und Wiesbaden. Aber
in den Schuppenflüglern ist die oben citirte Stelle ausgemerzt
und es wird von den Wiesbadener Stücken, die sich inzwischen
zahlreicher bei Rößler eingestellt hatten, wie von gewöhnlichen
Niibüalis geredet. Vielleicht muß die bei Rüßlcrs anerkannter
Gründlichkeit immerhin autrallende Differenz der beiden Aus-
gaben so erklärt werden., daß man annimmt, das zuerst erwähnte
Stück sei aus dem nahen Rheinthale nach Wiesbaden verschlagen
gewesen — und damit kämen wir wieder zu unserer var. loc.
des nassauischen Rheinthaies. "••')
.^. Evergestis (Orobena) extimalis Scop.
ab. pallicilialis Fuchs. Nass. .Julirb. 1900 p. 73: Bleicher,
die Vorderflügel vor dem Saume unterhalb der Spitze mit einem
bräunliehen Streif, doch ohne den sonst üblichen Sehattenfleck,
die Saumfranzen nur schwach veilgrau.
"") Das in den Nass. Jahrb. von 1901 p. 61 s. s. über die Artrechte
von Pyrnusfa citralis H. S. {Jutealis Dup.) Gesagte soll an dieser Stelle
nicht ausgeschrieben werden, obschon es nöthig sein möchte, um die
zur Zeit herrschenden irrigen Ansichten über diese verkannte Art zu
rectificiren. Dort ist auch die Albarraciner-Form der Pyr. citralis als
var. Albarracinensis charakterisirt : Vorderflügel gestreckter, trübgelb,
grau getönt, alle Flügel mit breitem grauem Saum, der anf den A'order-
flügeln lichter und verwaschener ist als auf den Hinterflügeln.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
232
Zwei Exemplare aus dorn Rliciiithalo. am Fuße der Loreley
ans lleckon aufgcseheuchl.
6. Nomophila noctuella S. V.
ab. ovalis Fui-hs 1. c. p. 72, Licht bräuuliehgrau, der
Kaum zwii^cheu den 2 uudeutlichen Querlinicn gleichmäßig braun
vordunkelt, schattenhaft, mit einem in die Länge gezogenen gelb-
lichen, dunkel gesäumten Ovallleck unterhalb des Vorderrandes.
Aus dem Rhciuthal bei Bornich. Nach einer brieflichen
Mittheilung des inzwischen verstorbenen Herrn Dr. Staudinger,
der mein Exemphtr sah, auch in seiner Sammlung vertreten.
Also nicht blos loeal, sondern weiter verbreitet, doch in diesem
Gewände sehr selten.
7. Crambus semicauellus n. sp.
Kleiner, Vorderflügel licht olivengrünlich, eintönig ,und
glanzlos, Hinterflügel dunkel graubraun mit licht weißgraucn
Kränzen. 8 mm.
Nachdem die Herren Dr. Hinneberg und A. Bang-Haas
über diesen Crambu!( keine Auskunft geben konnten, erklärte
ihn Herr Dr. Rebel, dessen Gutachten ich erbat, für eine wahr-
sclu'iidich neue Art bei Laeüigatellus Ld. Wenn nun auch
meine 2 Laevigatellus (o$) schöner sein dürften, so sieht man
aus ihrem Vergleiche doch soviel, daß der ganz eintönige Semi-
cauellus mit Lcderer's Art, die von der Falte abwärts viel lichter
gefärbt ist als in der Vorderrandshälfte, nicht verwechselt werden
kann. Lieber als mit LaeüigateUns möchte ich die neue Art
mit Perlelins und Rostellns vergleichen, denen sie sich durch
ihre eintönige Färbung anschließt; aber sie unterscheidet sich
A'on beiden sofort durch die glanzlosen Vorderflügel.
Eine unscheinbare, aber in ihrem eintönigen Gewände
charakteristische Art. Kleiner als Rostellus, die Vorderflügel
schmal, saumwärts wenig erweitert, der Saum vor dem Hinter-
winkel weniger gebogen als bei Rostellus und Peiiellus. Die
Färbung ist ein mattes, oliveugrüulich getöntes Gelbgrau; durch
Stett. entomol. Zeit. 1903.
333
dtm mangelnden Glanz erscheint die Beschuppung mehlig. Gegen
den Saum hin wird die Färbung etwas lichter, weißlich. Keine
Zeichnung, nur die braune Saumlinie ist deutlich. Die Franzen
zeigen in der Wurzelhälfte die Färbung der Vorderflügel, nur
sind sie etwas matter; hinter der undeutlichen Theilungslinie —
am deutlichsten ist sie gegen den Innenwinkel — sind sie weißlich
und haben etwas metallischen Glanz. Hinterflügel viel dunkler
als bei den Verwandten, durchaus graubraun. Ihre Franzen an
der Wurzel hellgrau mit ausgeprägter Theilungslinie, die Spitzen-
hälfte weißlich. Der Kopf mit den verhältnißmäßig langen
Palpen, Brustschild und Schulterdecken zeigen die Färbung der.
Vorderflügel, der Rücken ist graubraun, den Hinterflügeln gleich-
gefärbt. Unten sind alle Flügel dunkel graubraun, so daß die
weißlichen Franzen scharf abstechen. Auch die Vorderrandfranzen
der Vorderflügel weißlich, Theilungslinie der Saumfranzen überall
deutlich. Bauch graubraun, das Aftersegment mit gelblichen
Haarschuppen besetzt.
Aus Armenien.
8. Nochmals Dioryctria Schützeella Fuchs und ihre nächste
Verwandtschaft.
(Ent. Ztg. 1899, p. 180.)
1. Dior, abietella S. V. var. mutatella: Durchaus blaugrau,
fein braun bestäubt, mit 2 kaum lichteren, beiderseits dunkel,
aber nicht grell beschatteten Querstreifen, der Anfang des äußeren
am Vorderrande weniger schräg, rundlichem Mittelmonde der
Vorderflügel und schwachem, auf^ ärts bis in die Nähe des Mittel-
flecks reichendem Mittelschatten, ohne olivengelben Innenrands-
fleck, die Hinterflügel lichtgrau, am Saume dunkler, beiderseits
mit undeutlichem lichtem Bogenstreif vor dem Saume bis gegen
die Flügelmitte.
2 Exemplare von Herrn Dr. Hiuneberg in Potsdam aus
Pinus-sjlvestris-Zapfen erzogen.
2. Dior. Schützeella Fuchs ab. fascalbella : Vorderflügel mit
Stett. entomol. Zeit. 1903.
Äa4
geschwärztem Mittelfelde, weißem Mittclfleck und reiner weißen
Quergtreifeu,- die weißen Zeichnungen scharf abstechend.
3. Exemplare von Herrn K. T. Schütze in Rachlau 1902
unter vielen Stücken der typischen Form erzogen.
Die Beschreibung der i). Schützeella 1. c. gab zu einer
Co.rrespondcjiz mit Herrn Dr. Hinneberg, dem langjährigen
BßO.ba.chter und gründlichen Kenner dieser Verwandtschaft, Ver-
anlassung,. in der, \vas mir besonders lehrreich war, auch die
Artrechte der noch von Heinemann ixngezweiMten SplendidellaH. S.
ihre Beleuchtung fanden. Da die Ausführungen des Herrn
Dr. Hinneberg zur Aufklärung dieser schwierigen Sippe dienen
können und daher auch Anderen von Nutzen sein werden, so
stelle ich sie mit freundlicher Erlaubniß ihres Verfassers in dem
Folgenden zusammen : ...
Was die Form der Vorderflügel der 3 Arten — sie stehen
Herrn Dr. Hinneberg fest : — betrifft, so hat Abietella im Ver-
hältniß zur Länge die schmälsten Vorderflügel, Schützeella die
relativ breitesten. Bei letzterer ist der Vorderrand dicht vor
der Spitze stark gebogen, weniger bei den 2 anderen. Der Saum
ist bei Schützeella am schrägsten, weniger bei Abietella, am
steilsten bei Splendidella.
Hinsichtlich der Färbung ihrer Vorderflügel unterscheiden
sich die 3 Arten im allgemeinen in der Weise, daß die helle
Färbung bei Splendidella reiner weiß^ fast bläulich weiß erscheint
und das Schwarz ist ein reines Schwarz. Bei Abietella hat das
Weiß einen etwas gelbhcheu, oft bräunlichen Schimmer; bei
Schützeella trägt dagegen die dunkle Färbung einen gelbbraunen
Charakter; fast nirgends ist reines Schwarz vorhanden, sondern
immer untermischt mit gelblichen oder bräunlichen Schuppen (die
bei Splendidella viel breiter sind als bei den 2 anderen Arten).
Nicht unerheblich ist auch trotz aller Aehnlichkeit der
Falter der Unterschied in der Zeichnung der Vorderflügel. Bei
Splendidella ist der äußere lichte Querstreif unterhalb des Vorder-
randes (also da, wo er beginnt) entschieden steiler als bei
Stett. entomol. Zeit. 1903.
235
den anderen Arten, er steht fast senkrecht, auf dem Vorder-
rande auf, und wenn man ihn in gerader Richtung fortgesetzt
denkt, so würde diese Fortsetzung den Innenraud ungefähr bei
2/3 tretfen. Bei Abietella und Schützeella liegt der äußere Quer-
streif unterhalb des Vorderrandes schräger, so daß seine ideelle
Fortsetzung den Innenrand schon bei 1/2 schneiden würde oder
da, wo auch der erste, d. i. innere Querstreif den Innenrand trifft.
Auch in seinem weiteren Verlaufe unterhalb der sauniwärts vor-
tretenden Spitze ist der äußere Querstreif (nach Hinneberg ge-
rader, d. i.) weniger schräg als bei Abietella.
Besonders werthvoll für die Unterscheidung der 3 Arten
ist der lichte Fleck zwischen den 2 Querstreifen, der ungefähr
am Queraste liegt. Dieser i&t bei Splendidella außen, also sauni-
wärts breit dunkel eingefaßt, ebenso bei Schützeella, bei Abietella
dagegen auf der Innenseite, also wurzelwärts, und diese
saumwärts sich findende Beschattung hängt bei den 2 Arten,
die sie führen: Splendidella und Schützeella, meist mit der
dunklen Einfassung des äußeren Querstreifs am Vorderrande
zusammen. Seiner Gestalt nach ist der helle Fleck meist an-
nähernd viereckig (also anders als bei Mvtatella, die einen ent-
schieden rundliehen Mittelfleck hat). Bei Abietella ist er
etwas schmaler, reicht aber höher hinauf als bei den 2 anderen
Arten. Jene hat ihn bei ^/^ des Vorderrandes, während ihn
Schützeella und Splendidella fast in der Flügelmitte oder dicht
dahinter führen — Herr Dr. Hinneberg setzt ausdrücklich
hinzu: nicht blos nach dem Augenmaaß, sondern auf Grund
genauer Messungen bei einer größeren Anzahl von Exemplaren
der 3 Arten, ein Beweis, in welcher gründlichen Weise er seine
Untersuchungen angestellt hat. Da aber dieser Fleck ziemlich
genau auf dem Queraste der Mittelzelle liegt, so ist bei Abietella
mit ihrem schmalen und hohen Fleck nach Herrn Dr. Hinneberg
die Mittelzelle der Vorderflügel wesentlich länger als
bei den 2 anderen Arten.
Der letzte Unterschied in der Zeichnung der Vorderflügel
Btett. entomol. Zeit. 1903.
«236
limlt't sich an dem auch von v. Heinoinann. wiewohl in unge-
nügcnder Weise, in Betracht gezogenen ohvengelben Innenrands-
fleck: dieser ist bei Splendidella an der Wurzel breiter als
bei Abictella und reicht bei jener nur etwas über die Flügel-
niittc herauf, während er bei letzterer bis nahe an den Vorder-
rand geht.
Bei den einzelnen Exemplaren — so schließt Herr Dr. Hinne-
berg seine instruktiven Betrachtungen — variirt ja die Zeich-
nung im allgemeinen etwas; doch bei Berücksichtigung aller
einzelnen Unterscheidungsmerkmale lassen sich die Falter auch
ohne Kenntniß der Raupen und ihrer Lebensweise, die bei
den 3 Arten so ganz verschieden ist, mit Sicherheit bestimmen.
Für die Charakteristik der 3 Arten ergiebt sich demnach
folgendes Resultat :
1. Dior, abietella S. V. Vordertlügel relativ schmaler,- mit
schrägerem Saume als bei den folgenden, ihre Färbung mit mehr
gelblichem Schein, äußerer Querstreif besonders unterhalb des
Vorderrandes schräger, beiderseits ziemlich gleichmäßig schwarz
eingefaßt, wurzelwärts schärfer,, saumwärts etwas verschwom-
mener. Heller Mittelfleck bei ^{^ doppelt so hoch als breit,
w^urzelwärts breit schwarz angelegt, saumwärts nur eine schmale
Linie oder auch gar keine. Olivenbrauner Innenrandsfleck
vschmaler, aber weit über die Mitte reichend. Die Hinterflügel
sehr hell, gelbbräunhch, durchscheinend, nur am Saume dunkler.
Die Unterseite zeigt am Vorderrande der Vorderflügel, dem An-
fange des äußeren lichten Querstreifs entsprechend, immer einen
deutlichen, ziemlich schärften, 1 — 1^/2 mm breiten weißen Fleck,
wurzelwärts da>'or liegt ein nur wenig schmalerer schwarzer
oder dunkelbrauner Fleck, der bis zur vorderen Mittelrippe resp.
bis zu Rippe 8 reicht, und ^^•urzelwärts von letzterer ist der
Vorderrand bis circa ^j^ seiner Länge deutlich hell, fast weißlich.
Von einem hellen Querstreif, der dem oberseitigen äußeren ent-
spräche, ist nichts zu sehen.
2, Dior, splendidella H.-S. Vorderflügel breit mit ziemlich
f=-*^*t. entomol. Zeit. 1903.
237
geradem, weniger schrägem Saume. Die hellen Zeiehnungen fas-t
bläuHchweiß. Der 2. (äußi're) Querstreif nahezu senkrecht auf
dem Vorderrande, in seinem ganzen Verlaufe weniger schräg
als bei der vorigen, am Vorderrande wurzelwärts meist in größerer
Ausdehnung schwarz eingefaßt, der weiße Mitteltleck kaum
hinter 1/2, nahezu viereckig, wenig höher als breit, saumwärts
dahinter ein großer schwarzer Fleck. Der ohvenbraune Innen-
randsfleck breit, aufwärt? bis wenig über die Flügelmitte sich
erstreckend. Hinterflügel ^ie bei der vorigen Art. Auf der
Unterseite der Vorderflügel ist, der Lage des äußeren Quer-
streifen entsprechend, zwar ebenfalls ein heller Fleck, der wurzel-
wärts dunkel begrenzt ist, am Vorderrande sichtbar, doch sind
beide, der helle Fleck wie seine dunkle Begrenzung, verschwom-
mener als bei Abietella. Dafür bemerkt man bei Splendid eUa
eine schwache Andeutung des hinteren Querstreifs, welche der
Abietella fehlt.
3. Dior. ScMtzeella Fuchs. Wesentlich kleiner als die
beiden vorhergehenden Arten, Vorderflügel relativ am breitesten,
ihr Vorderrand vor der Spitze stärker gebogen, die Flügelfläche
überall mit eingestreuten gelben oder bräunlichen Schuppen, wo-
durch der Falter ein relativ bunteres Aussehen gewannt. Der
äußere Querstreif schräger als bei Splendidella, wurzelwärts stark
schwarz eingefaßt. Der helle Mittelfleck bei 1/2, rundlicher, fast
halbmondförmig, die concave Seite wurzelwärts gew^andt, saum-
wärts stärker schwarz eingefaßt. Der innere Querstreif viel
schräger. Hinterflügel beiderseits dunkler, bräunlichgrau. Die
Unterseite zeigt den hellen Fleck am Vorderraude der Vorder-
tUigel nahe der Spitze zwar größer, aber nicht so scharf aus-
gebildet wie bei der ersten der 3 Arten, der Vorderrand selbst
ist bis an die Wurzel hell, aber diese lichten Zeichnungen sind
gelbbräunlich getönt, nicht so weiß wie bei Abietella. Auch ist
der helle Querstreif in seinem weiteren Verlaufe nicht angedeutet
wie bei Abietella, dafür aber auf den Hinterflügeln, dem
Saume parallel, ein heller Streif deutlich sichtbar, welcher bei
Stett. entomol. Zelt. 1903.
am
Splendidella viel weniger deutlich ist; bei Abietella ist an dieser
Stelle meist nur ein heller Fleck am Vorderrande der Hinter-
flügel sichtbar als Anfang dieses Bogenstreifs der Schützeella.
lieber die oben als Mntatella beschriebene Dioryctria
schreibt mir Herr Dr. Hinneberg, der sie als var. zu Abietella
zieht: „Diese kleinen Exemplare, die ich aus Pinus-sylvestris-
Zapfen erzogen habe, sehen allerdings ganz anders aus als die
Abietella aus Pinus Nordmanniana- und Abies excelsa-Zapfen.
Sie ähneln in der Färbung und Zeichnung sehr der Dior, men-
dacella Stgr."
Durch die Liebenswürdigkeit meines Potsdamer Tausch-
freundes, der mir 2 seiner Exemplare zur Verfügung stellte, ist
es mir möglich geworden, speziell folgende Unterschiede der
Mntatella von gewöhnlichen Abietella zu constatiren: 1. Mnta-
tella ist erheblich kleiner: nur 11 mm Vorderflügellänge gegen
14 — 15 mm der Abietella. 2. Die Zeichnungen der Vorder-
flügel, Querstreif und Mittelfleck sind nicht weißlich, sondern
nehmen an der Grundfarbe Theil. Dadurch wird der Charakter
der Vorderflügel eintönig, das relativ Bunte geht verloren. 3. Der
Mittelfleck ist anders gestaltet, fast rundlich, ohne Einfassung,
entweder gar nicht oder nur wurzelwärts wenig und fein dunkel
beschattet. 4. Der olivengelbe Fleck, den Abietella auf dem
Innenrande führt, fehlt ganz. Mvtatella "vveist hier nur die Grund-
farbe auf. 5. Ebenso fehlt die weißliehe Stelle, welche Abietella
dicht vor dem inneren Querstreif bei der Mitte desselben führt.
Auch hier ist die Färbung der Mvtatella vom Grunde nicht ver-
schieden. 6. Der Beginn des äußeren Querstreifen ist weniger
schräg; seine geradlinige Fortsetzung würde den Innenrand hinter
der Mitte, von der Wurzel aus gerechnet, treffen. 7. Unten haben
alle Flügel einen zwar verschwommenen, aber immerhin erkenn-
baren lichten Querstreif vor dem Saume, dessen Ursprung am
Vorderrande durch einen weißlichen Fleck bezeichnet wird. Auf
den Hinterflügeln reicht der Streif abwärts bis gegen die Flügel-
mjtte. 8. Die Pjatlpen sind hei Mvtatella dünner beschuppt; eine
Btett. entomol. Zeit. 1903. . .
339
nähere Untersuchung mußte ich mir versagen, um die mir nur
zur Besichtigung anvertrauten 2 Falter nicht zu schädigen.
Herr K. T. Schütze legte mir 2 kleine Exemplare der
^&fefe//a-Verwandtschaft zur Begutachtung vor, die er für eine
in der Abzweigung begriflene Art hält und die vielleicht zu
Mvtafella gehören. Ich habe die Originale der letzteren längst
zurückgegeben und kann daher die Schütze'schen Falter mit
ihnen nicht mehr zusammenhalten, sondern nur nach genauer
Prüfung constatiren, daß Schütze's Exemplare, die ebenfalls
erzogen sind, die oben unter 1, 2, 4, 5 und 6 aufgezählten
Unterschiede der Mutatella an sich tragen. Der Mittelfleck der
Vorderflügel scheint bei dem einen zwar etwas weniger rundlich
als bei Hinneberg's Originalen, soweit ich die letzteren noch in
der Erinnerung hal)e, aber das 2. Stück hat ihn schon rund-
licher. Jedenfalls ist seine Gestalt von derjenigen unserer Abietella
verschieden und seine Färbung nicht weißlich wie bei dieser,
sondern dem Grunde gleich. Der lichte Bogenstreif der Unter-
seite ist als weißlicher Anfangsfleck vorhanden, sonst beim $
etwas mehr ausgebildet als beim ,^, und die Beschuppung der
Palpen ist minder struppig als bei den untersuchten Abietella-
Stücken meiner Sammlung. Sonst ist nichts, was der Vereinigung
widerspräche. Demnach dürfte die neue Schütze'sche Art zu
Mutatella gehören.
Eine sehr ausgezeichnete ScÄüfseeZ/a- Aberration, die der
verdienstvolle Entdecker der nach ihm benannten Art in diesem
Jahre (1902) in einiger Zahl unter vielen typischen Schüt^ieella
erzogen hat, ist die oben charakterisirte Fvscalbella : das Mittel-
feld der Vorderflügel ist bei ihr schwarzbraun verdunkelt,
so daß die weißen Zeichnungen: Mittelfleck und Querstreifen,
noch greller contrastiren als bei anderen Schützeella, die an sich
schon die bunteste Art dieser Verwandtschaft ausmachen.
9. Myelois cribrella Hb.
{Myel. crihvvm Schrk.)
ab. gilvescentella: Die Oberseite der Vorderflügel ganz und
ihr Vorderrand auf der Unterseite breit lehmgelblich angeflogen.
Stett. fintoirnj. 7oU.. 1S03.
240
Aus Sicilien erhielt ich eine schöue Aberration dieser bei
uns gar nicht häufigen Art, Avelche sich durch das hier fest-
gestellte Merkmal auszeichnet: der gelbliche Ton, den nach
von Heinemann (Pjralidinen p. 183} einzelne deutsche Exemplare
am Vorderrande zeigen sollen — hiesige nie, süddeutsche haben
ihn zum Theil — überzieht den ganzen Flügel. Am intensivsten
gelb ist der Vorderrand, abwärts wird der Ton matter. Unten
ist der Vorderrand der Vorderflügel breit, der Innenrand nur
schmal und matter gelb als der Vorderrand, der übrige Flügel-
theil braungrau, die AVurzelhälfte der Franzen bleich gelblich.
Kopf, Halskragen und Schulterdecken sind bei vorherrschendem
Weißgelb doch getönt.
Auch sonst ist die sicihanische Aberration von deutschen
Crihrella etwas verschieden: sie ist größer (17 mm Vorderflügel-
länge), die schwarzen Punkte der Vorderflügel sind dick, fleck-
artig, ihre Stellung entspricht derjenigen bei Crihrella, so daß
die Zugehörigkeit zu dieser Art außer Frage bleibt. Die Franzen
der Vorderflügel führen unterhalb der Spitze jenseits der Franzen-
niitte eine dicke, dunkelgraue, strichartige Theilungshnie, so daß
nur ihre Spitze licht bleibt.
Also eine Aberration südlich gelegener Länder, die in
Deutschland schwerlich zu finden sein dürfte.
10. Conchylis ciliella Hb.
var. tectana: Vorderflügel einschließlich der Franzen ganz
ohne Roth, mit feinem, olivengrauem Staube dicht bedeckt, die
Innenrandstrieme kaum angedeutet.
3 Exemplare dieser veränderlichen Art aus dem Kanton
Solothurn, wo sie bei Schieß Domeck gefangen sind (20. 5. 02),
unter sich ganz gleich, weichen von allem, was ich als Ciliella
in meiner Sammlung habe, wie verschieden auch die Falter,
was Lebhaftigkeit der Farben betrifft, sein mögen, doch so sehr
•ab, daß sie als eine eintönige Lokalvarietät angesehen werden
müssen. Die Vorderflügel sind schmal und lang gestreckt, noch
Stett. entomol. Z&it. 1903.
241
schmaler als bei unserer Ciliella. Ein feiner, mehliger, oliven-
grauer Staub, der auch die Innenrandsstrieme bis auf eine
sehwache Spur auf dem Innenrande selbst wegfrißt, überzieht
den ganzen Vorderflügel, der einschließlich der Franzen nicht
den geringsten röthlichen Schimmer zeigt, sondern ganz triib mehlig
olivengrün ist. Dadurch gewinnt der Falter ein verdüstertes Aus-
sehen, welches bei unseren deutschen Ciliella — sie sind stets
kräftiger gezeichnet — , auch wenn sie es an sich haben, doch
durch den röthlichen Anflug der Spitze und Franzen gemildert wird.
11, Steganoptycha tantillana n. sp.
Dunkelrostbraun, am Vorderrande grau, eine abgekürzte
Binde vor der Mitte glänzend veilgrau, das Spitzenfeld jenseits
einer rostbraunen, beiderseits gut begrenzten Binde mit ungeord-
neten, glänzend bleigrauen Fleckchen, der Saum unterhalb der
Spitze nicht eingezogen. 5 min.
Von Herrn C'ustos Strand in Cliristiania erhielt ich ein
bei Thyf-fjorden gefangenes ,^ dieser Art mit der Frage: Stegan.
racciniana an n. spcc? Ich halte es nach eingehender Unter-
suchung aus folgenden Gründen für spezifisch verschieden: 1. Die
glänzend veilgraue Binde, die auf dem Innenrande vor der Mitte
sttht, erreicht den grauen Vorderrand nicht, daduich sieht sie,
ohne Lupe betrachtet, nur wie ein silbergrau glänzender Innen-
randsfleck aus. 2, Das rostbraune Schrägband dahinter, welches
nach von Heinemann p. 215 bei Vacciniana ziemlich gleich breit
ist, erseheint bei Tantillana auf dem Innenrande deuthch ver-
schmälert, und da die gleiche Erscheinung auch am Vorder-
rande bemerkt wird, so stellt sich das Schrägband in seiner
Mitte entschieden breiter dar, als an den beiden Gegenrändern.
Es ist, soweit der sich dicht nebenanschlitßende Innenrands-
fleck reicht, auch wurzelwäits durch eine glänzende Bleilinie
scharf begrenzt, und gerade dadurch stellt es sich als ein aus-
gebildetes Band dar, während die rostbraune Färbung bei
Vacciniana wurzelwärts in die lichte Binde (hier nicht blos
Stett. enfoDiol. Zeit. 1903.
242
Fleck!) verblieben ist. 3. Die bei Vacciniana so reichlich vor-
handenen Vorderrandshäckchen fehlen der TantiUana ganz; da-
durch kommt es im Spitzenfelde auch nur zu einer einzigen aus-
gebildeten Bleihnie, welche jenseits des rostbraunen Schrägbandes
als seine" äußere Grenzlinie herläuft. Das eigentliche Spitzentheil
führt nur ungeordnete Bleifleckchen, welche von den Stellen aus-
gehen, wo die Yorderrandshäkchen stehen sollten.
Kleiner als Vacciniana (deren Raupe aber auch noch
andere Nahrung nehmen muß als Heidelbeerlaub, da letztere
Pflanze hier nur sehr lokal und spärhch vorhanden ist und alle
meine Exemplare in Waldschlägen anderen Charakters, um Busch-
eichen, gefangen sind), und mit schmaleren Flügeln, der Saum
schräger. Die Spitze der Vorderflügel nicht vortretend, da der
Saum unterhalb derselben nicht eiugezogen ist. Das Wurzelfeld
grau und dunkel rostbraun gemischt, nach außen nur bis über
die FlUgelmitte aufwärts deutlich abgegrenzt, der veilgraue Innen-
randsfleck dahinter beiderseits durch eine glänzende Bleiliuie ein-
gefaßt, die meinen Vacciniana fehlt, in seiner Mitte bräunlich
gewellt. Im Saumfelde ohne die schwarzen Fleckchen, welche
bei Vacciniana an der Stelle des Spiegels stehen, und ohne die
geschwungene Bleilinie, welche bei dieser Art aus dem Vorder-
rande in den Innenwinkel zieht. Rostbraune Schuppen greifen
am Saum in die Franzen über, aber eine braunschwarze Saum-
linie, wie alle meine Vacciniana sie zeigen, ist nicht vorhanden,
dahinter sind die Franzen in einer feinen Linie bis gegen den
Innenwinkel weißlich, dann grau mit einer unbestimmten, wenig
ausgebildeten Theilungslinie. Alles übrige, wie oben angegeben.
Die grauen Hinterflügel schmaler und dadurch gestreckter er-
scheinend als bei Vacciniana. Die Unterseite dunkler grau, die
Vorderflügel ohne die auch hier deutlichen Vorderrandshäkchen
der Vacciniana.
Wohl selten, da ich nur 1 S erhielt (1900) und 1901
keine weiteren Exemplare zu bekommen waren.
Stetf. entomol. Zeit. 1903.
J2. Argyresthia ephippellä F. ,^ trnd A. mendica Hw. 5 in cop.
Am 8. Juli 1899 fiel im Rieslingberge beim Beklopfen der
Sclilehenheckcn elwa-s Eigenthümliches, ohne sich zum Fluge xu
erheben, zur Erde, woran, als ich mich durch das Ungewöhnliche
der Erscheinung aufmerksam gemacht, zum Nachsehen bückte,
der in der Ueberschrift bezeichnete Vorgang zu beobachten war.
Das O' Ephippellä, ist am besten erhalten, das $, Mendica, ent-
sprechend der fchon früher als bei Ephippellä beginnenden Flug-
zeit (Ende Mai} etwas verblaßt, aber als eine sichere Mendica
noch deutlich erkennbar. Sie wurden gemeinschaftlich in ein
Fangkästchen (mit Boden und Deckel von Glas) gebracht, wo
es sich, als ich am andern Morgen nachsah, zeigte, daß sie in-
zwischen ihre Gemeinschaft gelöst hatten. Nach ihrer Präparation
habe ich die beiden Falter, die sich im Leben so nahe gestanden,
auf demselben Markklötzchen vereinigt, um das Verhältniß, in
dem sie gefunden waren, für die Erinnerung festzuhalten. Ein
zweiter Fund dieser Art glückte nicht; auch Hybriden, die aus
einer solchen Ehe hätten hervorgegangen sein können, Mnirdeu
nicht beobachtet, obschon ich in dem folgenden Jahre au der
Fangstelle darauf achtete.
13, Depressaria oenochroa Turati.
Eine am 30. Juli 1898 im Lennig gefangene Depressaria
wurde von Hofmann für ditse Art erklärt mit dem Bemerken:
,.Ich Müßte nielit, M'as es sonst sein sollte. Al-o wieder eine
Besonderheit Ihrer schönen Rheingegend. ^'
Ein italicnifclics ^ dieser Art, welches idi der Güte des
Herrn Grafen Turati selbst verdanke, macht nur durch sein
inzwischen voigeschriltenes Alter einen etwas abweichenden
Eindruck.
Nicht blos liir unsere nassauische Fauna neu. sondern nach
dem Catalog außer in Nieder-Oesterreich überhaupt noch nicht
in Deulschland gefunden.
stell, entomol. Zeit. 1903. 1&
244
14. Depressaria Uhrykella n. sp,
. Rothbrauii, sparsam weißlich gemischt, mit undeutlichen
schwarzen Flecken und Strichen und einem breiten, spitz ge-
brochenen lichten Querstreif vor dem Saume, das Endglied der
Palpen an der Wurzel und vor der Spitze verdunkelt.
^ 11, $ 9 mm.
Da Herr Dr. Hinneberg, welcher diese Art zuerst als
ehie neue erkannte, inzwischen verstorben ist, ohne sie publicirt
zu haben, so ist mir von dem Entdecker, Herrn Dr. Uhryk in
Budapest, ihre Bearbeitung übertragen worden. Ich erhielt zu
diesem Zwecke 4 Exemplare; die beiden r^ sind im September
gefangen und so abgeflogen, namentlich das eine, daß sie bei
der Beschreibung kaum mehr in Frage kommen können, aber
die beiden $ sind erzogen (VI. 30) und von tadelloser BeschafTen-
heit, so daß sie ein Urtheil ermöglichen. Nach meinem zwar
nicht vollständigen, aber doch reichhaltigen Material an De-
pressarien schließt sich die neue Art durch ihren gedrungenen,
kräftigen Bau und die dunkle, rothbraune Färbung ihrer Vorder-
flügel der Heyclenii Z. an, von der sie sich leicht unterscheidet
durch die andere Form und den anders gebogenen Saum ihrer
Yordertlügel. den spitz gebrochenen Querstreif und die nicht
röthlichen Franzen.
Die Vorderflügel verhältnißmäßig kurz, nach außen wenig
erweitert, ihre Spitze abgerundet, der Saum schräger, also in
ihrer ganzen Form recht verschieden von Heyclenii. Die Färbung
ist dieselbe, doch weniger geröthet, mehr braun und die weiß-
liche Einmischung ist spärlicher und trüber, so daß sie lange
nicht so auft'ällt. Undeutliche schwarze Flecke, die wie verwischt
aussehen, liegen an der Wurzel (2) und bei einem ^$ auch unter-
halb des Vorderrandes, der bei einem $ schwach weißlich be-
stäubt ist, weniger als bei Heydenii-^. Rundliche weiße Staub-
punkte im Discus (bis 5) sind durch einen undeutlichen schwarzen
Längsstrich verbunden; ein kurzer schwarzer Strich flndet sich
auch zu Beginn der Falte. Außerdem liegen undeutliche schwarze
Stelt. entomol. Zelt. 190;^.
245
Schrägstriche unterhalb des Vorderrandes vor der Spitze, endlich
liegen noch kurze undeutliche schwarze Längslinien, die weiß
aufgeblickt sein können, zwischen Querstreif und Saum. Der
breite Querstreif besteht wie bei Heydenii aus weißlicher Be-
stäubung, die aber sparsamer auftritt ^ er ist spitz gebrochen,
und der obere Schenkel, kürzer als der untere. Der Saum mit
kleinen schwarzen Flecken versehen. Franzen bräunlich, mit
gelblichen Schuppenhaaren belegt und breiter dunkelgrauer
Theilungslinie, eine 2. undeuthche Theilungslinie liegt vor der
Spitze der Franzen. Hinterflügel gestreckter und schmaler als
bei Heydenii, duukelgrau, ihre Wurzel wenig heller. Kopf,
Thorax und Schulterdecken haben die Färbung der Vorderflügel,
der Hinterleib grau, das Endglied der Palpen hell, an der Wurzel
und vor der Spitze verdunkelt, also zweimal.
Von Budapest, zu Ehren ihres Entdeckers benannt, der die
Naturgeschichte selbst veröftentHchen wird.
15. Pleurota Schlägeriella Z.
ab. tristriga Fuchs. Nass. Jahrb. 1901 p. 67: Der ver-
schmälerte weiße Mittellängsstreif der Vorderflügel zweimal wage-
recht braun getheilt.
Der weiße Mittellängsstreif nur Hnear, durch die wagerecht
verlaufenden Theilungsstriche deutlieh in 3 aneinander gereihte
wagerechte weiße Striche aufgelöst.
Bei Bornich, sehr selten.
14. Cemiostoma aceris n. sp.
Sehr klein, Vorderflügel weiß, am Vorderrande bei 2/3
mit einem gelben, beiderseits braun gerandeten Schrägstrich, einen
zweiten ähnlichen dahinter, dessen gegen den Innenwinkel ver-
längerte Ränder lot brecht stehen und nach unten divergiren,
strahlenförmigen Franzenlinien vor der Spitze und einem großen,
dick schwarzgerandeten, im Halbkreise von gelber Färbung um-
gebenen Metallfleck am Innenwinkel.
Stett. eutomol. Zeit. 1908. Iß-
^4^
Jjeim Siiolifu iiufli den Kaupca d(^v Ncpf. .speciosa fand
.'jieh. ati' Acer nionspessidaiimn wiederliolt verlasseiK; ' Milieu, ' die
von keiner Neplicula-KüuiK' bew ülint geM'eseu zu sein schienen.
Erst 1901/02 gelang die Zucht. Im September 1901 wurde
endlich ein knappes Dutzend )»ewohn(er Minen aufgespürt, die in
einem besonderen Glase den Winter hindurch vor dem Fenster
gehalten \\urdeii. Die Rauiien schienen ihre Minen bald ver-
lassen zu haben, alicr ich mochte nicht nacliselien, um den ge-
hotrten Erfolg der Zucht nicht in Frage zu stellen. Erst im
Mai d. J. nahm ich das Glas "ins Zimmer, und am 2. Juni be-
merkte ich in seinem Innei'n zu meiner Ueberraschung 2 lebhafte
€emiostoma -F-dlterchen der bekannten weißen Verwandtschaft
von winziger Kleinheit, denen in den Mittagsstunden noch 2
weitere Exemplare folgten. Das sind, zusammen mit einem $,
welches ein .Jahr früher, am 4. April 1901. in einem Behälter
mit anderen von Acer monspessulanum erzogenen Puppen saß
und dessen Herkunft ich damals nicht zu deuten wußte, meine
5 Originale dieser Art, denen vielleicht noch ein früher im
August gelegentlich im Lcnnig gefangenes ebenso winziges Exem-
plar zuzuzählen ist.
Als Unterschiede von den unter sich so ähillichen weißen
Cemiostoma-Arien ergeben sich für Cem. aceris, die natürlich
auch ihrerseits den allgemeinen Charakter nicht verleugnet,
folgende Merkmale: 1. Cem. aceris ist unter den von Keinemann
beschriebenen Arten — Lathyrifoliella kenne ich nicht, obwohl
Rößler sie erzog — weitaus die kleinste: nicht grüber als die
zu einer ganz anderen Gruppe gehörende Lusfratella H. S.
2. Die gelben Vorderrandsstriche stehen weiter nach der
Spitze zu: Der erste nicht vor ^/-j. Seine Ränder reichen bis
in den gelben Halbkreis hinein, welche vor dem Fleck am Innen-
winkel gelagert ist, also weiter abwärts als bei den Ver\A andten.
3. Die braunen Ränder des zweiten gelben Vorderrandsstrichs,
die hei Spartifoliella cou\erghm^ während sie bei Laburnella
parallel verlaufen, divergiren nach unten' deutlich und sind
Stett. entoBaol. Zeit. 1903. ..'
247
ebcuralls bis in den gelben Umkreis des Metallflecks verlängert.
4. Von den schwärzlichen Strahlenlinien der Franzen ist nur die
erste deutlieh. 5. Der Metalllleck ist im Vergleich zu der Klein-
heit des Falters unverliältnißniäßig groß und dick; gegen
den Vorderrand und die Basis wird ei* im Halbkreise von einer
ausuesprochen gelben Färbung umzogen, die mit den gelben
Vorderrandsstrichen zusammenfließt.
Die Fleckenmine, in welcher das Räupchen wohnt, „ist breit
oder aueh verlängert oder beides zusammen^ im Innern zeigen
sich unregelmäßig gelagerte, zuweilen an einer Stelle gehäufte
Exkremente. Selten sind, sie zu kleinen. Straßen geordnet. Das
Räupchen verläßt vor der Verwandlung seine Wohnung und ver-
fertigt sich in der obersten Mooslage des Bodens ein weißes
Gcspinnstchi.'n, in. welchem vermuthlich das Püppchen überwintert.
Ob eine zweite Generation stattfindet, ist noch ungewiß.. Die
anfangs August 1902 zahlreich gefundenen Raupen .verpuppten
sich bald, aber die erhoiflen Falter erschienen nicht mehr, ob-
schon doch die erst acht Tage spätcav gesammelten Raupen der
LabiirncUa sich wenigstens theilweise schon Ende August und
Anfangs September zur Sommergeneration entwickelten.
In den Rheinbergen bei Bornich an Acer morispessulanum
verbreitet, doch zahlreich bis jetzt nur auf der Höhe des Spitz-
nacks 2;efunden."'')
■) l'.ei IJosprecluiiif^- .der Lairnia nodüvlella u. sp. ki dieser Zeit-
schrill ist dit' VVohiiung- der Raupe in Epilobium-Wurzeln verlegt, wäh-
rend es docli nach Schütze Anschwellungen der Stengel sind, welche
die Raupe bewohnt. Daven ist auch der Name genommen.
Stett. entomol. Zeit. 190.3.
248
Die Arten der Odonaten-Gattung
Neurothemis
von li. Rrfig^
er.
Litteratur.
A.
Einleitung.
B.
Westliche Gruppe.
a. Aelteste bekannte Art:
1.
intermedia.
b. Equestris-Keihe.
2.
feralis.
3.
eqnestris.
e. Fliictvans-Reihe.
4.
disparilis.
5.
flnctuans.
C.
Mittelformen eigener Ableitung.
d. Palliata-Reihe.
6.
Martini.
7.
palliata.
D.
1. Oestliche Gruppe.
e. Decora-Reihe.
8.
oligoneura.
9.
decora.
f. Rambui'i-Reihe.
10.
Ramhuri.
E.
2. Oestliche Gruppe.
g. Manadensis-Reihe.
11.
oculata.
12.
manadensis.
h. Sophronia-Reihe.
13.
apicalis.
14.
Sophronia.
14a
. - V. smnatrana.
F. Schluß.
Litteratur.
Drury. Illustr. Exot. Entora. Edit. Westwood. 1837. IL t. 46, f. 2, 3.
t. 47, f. 4.
I-'abriciua. Syst. Entom. 1775. p. 421, No. 5, 6.
„ Spec. Insect, 1781. 1. p. 520, No. 6. p. 521, No. 7, p. 523, No. 2ü.
„ Mant. Insect. 1787. I. p. 336, Nu. 6, 7. p. 337, No. 21.
6tett. eutomol. Zeit. 1903.
249
Fahricius. Entom. Syst. Emend. 1793. II. p. 375, No. 7, 8. p. 376,
No. 9. p. 379, No. 25. 26,
Donovan. Ins. of Chin. Edit. Westwood. 1842. t. 46, f. 3.
Gueriii. Voy. d. 1. Coqu. 11. 2, 1. 1826, 1832—38. p. 194—195. t. 10, f. 3.
Boisduval. Voy. d. l.'Astrol. Faun. Ent. II. 1835. p. 651. t. 12, f. 1.
Burmeister. Handb. d. Ent. II. 1839. S. 853, No. 32, 33. S. 855, No. 42.
S. 1016, Seite 853.
Rambur. Hist. Nat. Ins. Neur. 1842. p. 41/42, No. 14, Anm. \k 72/73,
No. 55—57. p. 91, No. 85. p. 125, No. 134/5. p. 127/9, No. 1—6.
Hagen. Stett. Ent. Zeit. X. 1849. S. 170.
„ Verh. d. zool. bot. Ges. Wien. VIII. 1858. 8. 480. No. 58.
„ Stett. Ent. Zeit. XXX. 1869. S. 94—106.
Brauer. Verh. d. zool. bot. Ges. Wien. XIV. 1864. S. 162.
„ „ „ „ „ „ XVI. 1866. S. 567/9.
,, Novara-Reise. 1866. S. 104.
„ Verh. d. zool. bot. Ges. Wien. XVII. 1867. S. 3, 6—18, S. 289/90.
S. 971/6.
„ „ „ „ „ ,, „ XVIII. 1868. S. 366. S. 717.
„ „ „ „ „ „ „ XIX. 1869. S. 10.
Selys. Odon. d. 1. Nouv. Guin. 1878. p. 293/4. 301/2.
„ Odon. d. 1. Nouv. Guin. 1879. I. p. 289. II. p. 290—298, IV. p. 305.
V. p. 323.
„ Odon. des Phil. 1882. No. 5.
„ Add. aux Odon. des Phil. 1891. No. 5.
„ Odon. d. Sum. 1889. No. 7. 8.
„ Odon. d. Birra. 1890/91. No. 9—12.
Albarda. Veth. Mid. Sura. IV. 5. 1887. p. 3.
Kar seh. Entom. Nachr. XV. 1889. S. 342.
„ Beitr. z. Kenntn. d. Lib. 1889. S. 357. S. 359.
„ Sumatr. Odon. 1891. No. 19.
„ Odon. Kiikenth. 1900. S. 218/9.
Kirl)y. Revis. Libell. 1889. p. 271, 284, 322/3, 331.
.lourn. Linn. Soc. Zool. XXIV. 1894. p. 550.
„ Ann. Mag. Nat. Hist. Ser. 7. Vol. V. 1900. p. 531.
Förster. Termesz. Füzet. XXI. 1898. p. 273—279.
Ris. Arch. f. Naturg. 1900. I. 2. S. 178.
Rene Martin. Les Odonates du Continent Au.stralien. Meni. Soc. Zool.
de France. 1901. XIX. p. 220.
Krüger. Die Odonaten von Sumatra. III. I). Stett. entomol. Zeit. LXIII.
1902. p. 105. p. 125.
Laidlnw. On a collection ol" Dragonllie.-^ nuidf by momber.'* of the
Skeat E.xpedition in the Malay Pcninsula in 1899 • 19(.H).
Proc. Zoolog. Soc. London. 1902. p. 63 IV.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
250
A. Einleitung^.
„U y a bien plus d'inconvenients de confondrc une espece,
que de prdsentcv une variete, comme une espece:, en effet dans
le premier cas il se trouve un etre omis, meconnu, qui cependant,
tout en offrant de tres gi-ands rapports d'organisation et de
moeurs avec les espeees voisines, presente aussi quelques differences,
qui lui sont propres, et qui constituent sa specialite; c'est un
tr^s minime anneau de la gvande chaine, qui necessaivement
unit, ou se lie d'une maniere intime avec ceux qui lui sont
))roches; c'est un passage, une nuanee de rapports qui nous
öchappe; c'est un fait de moins dans la scieuce. Dans le second
cas, c'est un etre etudie sous plus de rapports; c'est un l'ait de
plus dans la science." „L'^tude des varietes est le coniplenient
neeessaire de l'histoire de l'espece/' „La science est sourtout
la-connaissanee de l'etre qu'on appelle espece.^'
Diese Worte Ranibur's aus der Vorrede zu seinen Neu-
ropteren sind in hohem Grade charakteristisch für die Odonaten-
gattung Neiirothemis Brauer {Polyneura Rambui-) und ihre Arten
in dem Umfange, in dem sie uns heute bekannt sind.
Außer Rambur schrieben Brauer^ Hagen, Selys zu-
sammenfassend und sichtend über das dem ersten Blick unauf-
lösbar scheinende Gewirre dieser Arten.
Brauer unterschied zunächst 14, dann 10 Arten, welche
er sorgfältig beschrieb. Hagen gab sehr eingehende Ergän-
zungen zu Rambur's und Brauer's Arbeiten, außerdem Be-
schreibungen von Typen Fabricius' und Rambur's.
Selys endlich führte alle fraglich und in ihrer Abgrenzung-
zweifelhaft erscheinenden Formen auf 2 Arten, die alten Arten
von Fabricius: ocnlata und fluctuans zurück, ohne allerdings
dem Geäder eine so eingehende Würdigung zu widmen, wie wir
es heute zu thun gewohnt sind. Er sprach sogar die Yer-
muthung aus, daß selbst diese 2 Arten nur 1 Art bilden.
Die übrigen Gruppen Selys' entsprechen denjenigen
Brauer's. Selys unterscheidet schließlich 8 Arten:
Stett. entomol. Zeit. 1903.
251
1. NcNrnlhrnf};^ (/iyanfca Brauer.
2. „ Sophronia Druvy.
,3. „ oculata Fabricius.
4. „ fucliians Fabrieius.
. A. apicaliü Rainbiir.
B, flucfuana Fabrieius.
a. Ratnbiirl Brauer.
- . b. palliata Rambur.
e. fuctuans Fabrieius.
5. ,, dcgcner Selys {inlevmedia Kainbur).
6. „ oligoneuva Brauer.
7. ,. cquestris Fabrieius.
8. „ fcrolls Burmeister.
Kirby treunte giganlea als GiiHung Camaciniadh-^ Karseh
zeigte die Richtigkeit dieser Trennung. Sonst wurde Sel\s"
Abgrenzung allgemein anerkannt, so von Kirby, Karsch, Ris,
Förster. Kirby und Förster haben jedoeh ihr Bedauern und
ihre Bedenken über diese Zusammenziehung so zahlreicher und
mannigüiltiger Formen zu 2 Arten ausgesprochen.
Ich meine, wir dürfen unsere Kenntniß dieser merkwürdigen
und so höchst interessanten Formen nicht für abgeschlossen halten.
Und daher hat Förster Recht, wenn er sagt: „So steht zu be-
fürchten, daß die Kenntniß dieser interessanten Erscheinung durch
Einziehung der Brauer'schen Formen ganz verloren geht oder
doch verschleiert wird, w^as im Interesse unseres Verständnisses
der Bildung und Entwickelung des Flügelgeäders <>ewiß sehr zu
bedauern wäre etc.'-' (1898, p. 274). Förster hält es vorläufig
für das beste, mit Brauer die Sciirothemis-Vormen zu unler-
scluiiden und zu benennen, damit diese räthselhaften Formen nicht
todtgeschwiegen werden. Er geht hierin wohl etwas zu weit;
denn todtgeschwiegen werden die Formen durch SeU's' Zu-
sammenziehung nicht, wie die neueste Arbeit von Karsch (1900)
über Küken thaTs Ausbeute zeigt und ebenso Selys' Arbeit
selber, wo diese Formen fast so vollständig, theilweise voll-
sten, eutomol. Zeit. 1903.
ii52
ständiger als bei Brauer genannt und geordnet werden. Die
ausführlichen Besehreibungen von Brauer und Hagen, welche
letzteren die Angaben Brauer's und Selys", besonders in betreft'
der Ramburschen und auch z. Th. der Fabricius' sehen Typen
wesentlich ergänzen, dürfen von keinem Odonaten-Forscher über-
gangen werden. Zu befürchten ist nur, daß eine abschließende
Arbeit Selys', dem ein so bedeutendes Material zur Verfügung
stand, einen Stillstand in der Kenntniss dieser Formen ver-
ursachen könnte.
Außerdem verleitet die mühsame und mit so geringen und
zweifelhaften Resultaten verknüpfte Untersuchung dieser Formen
direkt dazu, sich mit Selys' Ergebnissen zufrieden zu geben.
Denkt man an die ähnlieke Variabilität der Gattung Rhyothemis,
so wird man hierin erst recht bestärkt.
Heute stellen sich Kar seh und Ris nach sicherlich sorg-
fältigster Ueberlegung mit positiven Worten völlig auf Selys'
Standpunkt. Kirby, wie schon gesagt, meint, daß man, und
er selber auch, in der Zusammenziehung dieser Formen „which
appear to be constant in their own locality^' zu 2 Arten zu
eilig gewesen ist und zwar auf Grund einer Queensland-Form.
Ich habe leider diesen Artikel Kirby's, auf den Förster und
Ris verweisen (Ann. Mag. Nat. Hist. Ser. 6. Vol. XIV. 1894),
nicht gesehen. Aber gerade auf Grund dieser Form, welche
Ris aus gleicher Quelle erhielt, kommt Ris zu der Ueberzeugung,
daß, wie schon Selys als möglich andeutet, auch oculata und
fifctuans nur eine Art sind.
Förster hält zunächst, im Gegensatz zu Kirby und
Kar seh, Camacinia gtgantea Brauer nur für ein Subgenus
von Neurothemis und hält die Trennung der Secloren des Arculus
nur für „das Resultat der ungeheueren Vergrösserung einer echten
Neurothemis'-'-. Man sollte meinen, daß bei einer „Vergrößerung*-'
auch der Stiel der beiden Sectoren diese Vergrößerung mitmachen
oder doch mindestens die frühere Länge behalten müßte. Bei
Camacinia sind aber beide Sectoren sowohl im Vorder- als auch
Stett. entomol. Zeit. 1903.
253
im Hinterfliigel bis zum Grunde unbedingt getrennt, während bei
yenrothetnis der Stiel ohne jede Schwierigkeit erkennbar ist.
Doch wäre die Möglichkeit immerhin nicht ohne weiteres von
der Hand zu weisen. Es befinden sich hier in der Sammlung
Dohrn 2 recht merkwürdige Exemplare von Menado o$, welche
ich für die Form Ramburi Br. halte. Diese sind wie das von
Brauer 1866 beschriebene Stück von ganz beträchtlicher Größe
(besonders das ^) und bei ihnen ist der Stiel, wenigstens im
Vorderflügel (besonders beim r^) überraschend kurz. Bei einem
t^ von Batjan, das ich ebenfalls für Ramburi halte, von normaler
Größe, hat der Stiel dagegen die normale Länge.
Ja! gigantea hat mit Sophronia noch ein Merkmal gemein-
sam, daß allerdings den übrigen yeiirothemis nicht zukommt:
Queradern zwiselien Mediana und Sector principalis vor dem
Nodus nach Abgang des Subnodalis. Dies wird schon von
Brauer und Hagen erwähnt.
Ich habe noch ein zweites Merkmal gefunden, welches
gigantea mit Sophronia und bestimmten anderen Formen ge-
meinsam hat, und auf welches ich weiter unten zurückkommen
werde.
So könnte man Camacinia wieder mit Neiirothemis ver-
einigen. Aber alle diese Merkmale treten auch hier und da bei
Gattungen der von Kar seh auf Grund der getrennten Sectoren
mit großem Glück geschaffenen Libellen-Gruppe auf. Und nun
hat Kar seh einen wichtigen Unterschied in der Bildung der
Scheidenklappe des $ von gigantea gefunden (1889, S. 359).
welcher in Verbindung mit den von Hagen (1869) betonten
Unterschieden in der Wellung und Krümmung der Sectoren
u. a. im Geäder wohl für die Trennung von Camacinia und
Nevrothemis Ausschlag gebend ist.
Dann tritt Förster für die Selbstständigkeit einer beson-
deren Form ^^Neurothemis oculata De Selys (stigtnatizans Fabr.?)''
ein, die er in bestinnnter Umgrenzung eharakterisirt. Ich komme
auf diese Form, die er doch jedenfalls als Art auffaßt, wtä,ter
Stett. eutouiol. Zeit. 1903.
254 .
iiuti'ii /jii-iick iiihI will liier nur kiuv, bi'iiu'rkoii. daß ich in der
Suche ziemlich weit mit ihm dieselbe Ansicht vertrete, daß aber
dei" von ihm gewählte Name nicht geeignet ist, das Gewirre
vou .Formen zu klären, sondern eine neue Verknotung bedeutet,
der auch Selys nur gerade entgangen ist. und daß derselbe
direkt falsch ist. Ich werde dies weiter unten zeigen.
EndlicJi beschreibt Förster eine .^yeitrotliemis elegans
G I le rin- Brauer -^ worüber ich ebenfalls etwas zu bemerken habe.
Die ungemeine Variation in dieser Gattung ist eine Folge
des dieser Gattung eigenthUmlichen Triebes der ,^ zur Ausbildung^
von secundären . Sexualcharakteren in reicherer Aderung und ^
Trübung' der Flügel, eine Erscheinung, welche, nachdem sie als
sicher erworben bei den ,^ constant geworden ist, naturgemäß
auch auf einen Tlieil der $ vererbt und auch bei ihnen zu einer
heute allerdings nur theilweisen, sozusagen ungeschickten, unfer- .
tigen oder unbeabsichtigten Ausbildung gelangte. -Es liegt die ^
Möglichkeit vor, daß so eine Umgestaltung der ganzen Gattung
(^also auch der, $) erreicht wird.
Die lokale Trennung in einem so weiten und gellieiUea.
Gebiete, wie es die austral-asiatische Heimath dieser Gattung ist,'--
befestigte hier und da auftretende Verschiedenheiten und ver-
hinderte wirkungsvoll eine Ausgleichung. Das solche Verschieden-
heilen auftreten konnten, ist wohl kein ^^'u,nder bei der eiiimal
vorhandenen Flüssigkeit des StotVes. Man muß im Gegentheil
auf eine außerordentliche Mannigfaltigkeit der Formen gefaßt
sein. Es ist sogar anzunehmen, daß die Anzahl der sich bilden-
den Arten früher noch viel größer gewesen ist, als die heute
von mir angenommene Zahl. Wir werden hier und da fehlende
Formen als wahrscheinlich ausgestorben oder noch auffindbar
hinstellen müssen. Auch muß man auf Ueberraschungen, die uns
vorläufig unerklärlich sind, gefaßt sein.
Das Resultat dieser Variation ist die Bildung einer Anzahl von
Formen, welche wir, da sie für die Jetztzeit mit einer überraschen-
den Beständigkeit auftreten, einfach gezwungen sind, Arten zu nennen.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
Außer solclicii iiimici- wicderkohVcndon, iintcischeidPn(foii
Cliaruklcvca fiiulet sich u(jch einUnterscliicd in drr Ausdehnung,
dem Grade, dev Zahl dieser' Charaktere, also ein Sehwanken,
aber innerhalb o•e^visser Grenzen, die nur selten übergehritten
werden.
Würde man von allen Gegenden alle Formen aller Zeiten
kennen, so würde die Gesehiehte dieser Formen die lückenlose Gc
schichte der Gattung sein. Da dies nicht der Fall ist, so wird
jeder Versuch, eine solche zu geben, nur eine Annäherung an
die Wahrheit sein. Ich glaubte aber selbst nach dem Vorgange
so hervorragender Forscher wie Brauer/ Hagen, Selys auf
Grund eines eingehenden Studiums diesen Versuch machen zu
müssen.
B. ^Vestliche Gruppe.
Die von Selvs gegebene Uebersicht giebt kein wirkliches
Bild der hier gewonnenen Resultate, d. h. kein Bild der Vev-
wi.ndtschaft dieser Formen. Selys berücksichtigte viel zuwenig
das Geäder, in welchem sich thatsächlieh wichtige Charaktere
entwickelt haben.
Der Prozeß der A>//ro//*('w//.s'-Artbildung ist viel complicirter
als. a.boesehen von den unangetbchteneu Arten, einlach die
Variation zweier Arten. Kach einer groben Eintheilung konmuMi
hier zunäehM o Gruppen in Betracht:
1. eine westliche mit gtmein>amer Ableitung,
11. eine Mittelgrui)pe mit Arten selbstständiger eigener
Ableitung,
111. eine östliche Grupjte mit gemeinsamer Ableitung.
In ihnen initerscheide ich 7 Kntwicklungsreihen mit 14
bekannten und mindestens 4 unbekannten Arten.
a. Aelteste bekannte Art.
.Stellt man sieb auf den Standpunkt dir Kniw iekelungslehre,
und anders bkibt die ungi meine Vaiiabilität dieser Gattung
völliu unverständlich, ^t' wiid nmn geneigt sein, die sämmlliehen
ßfett. eiitun:ol. Zeit. 190a.
256
Formen von einer typigchen Gattungsfoim mit bestimmten Charak-
teren abzuleiten. Diese Form muß hyaline Flügel, ^^•eites Geäder,
ein kurzes Pterostigma und nur 1 Submedianquerader im Hinter-
flügel haben. Am nächsten steht ihr unter allen Neiirothemis-
Arten intermedia Ramb. {^degener Selys), welche auch im .^
nur gelblich getrübten hyalinen Flügelgrund besitzt. Das Ptero-
stigma ist kurz (ca. 3 mal im Raum vom Nodus bis zum
Pterostigma enthalten), die Zahl der Antenodaladern ist gering
(12—13), ebenso der Postnodaladern (9—10), der Zellen im
Dreieck (2 — 3), der Zellreihen im Discoidalfeld (3), alles Charaktere,
die von den anzunehmenden typischen Verhältnissen nicht ab-
weichen. Aber diese Art hat im Submedianraum der Hinter-
tUigel bereits 2 Queradern, was ich als einen Fortschritt be-
trachte, da einerseits sich später die Zahl derselben bedeutend
vermehrt, andererseits Arten vorhanden sind mit nur 1, selten
2 Adern, welche in diesem Merkmal also einen ursprünglicheren
Zustand vertreten. Ich will hier gleich bemerken, daß die von
mir angenommene Mittelgruppe nur 1 Submedianquerader hat.
1. intermedia Rambur {degener Selys).
Diese für uns älteste Art ohne Trübung ist bekannt von
Vorderindien: Bombay, Bengalen; Hinterindien: Birma; sonst
nicht. Die mir bekannten Größen resp. Zahlen sind (Postnodal-
raum : Pterostigma; Ante- und Postnodalen; Zahl der Zellen
resp. Zellreihen im Dreieck resp. im Discoidalraum der Vorder-
flügel; Abdomen und Hinterflügel):
nach Selys^O :3; 12-13u.9; 2(3) u.3;21-22u.24-27
Coli. Dohrnr^S :3, 12— 13 „ 10; 2-3 „3:21 ,, 23V2
^8V2:3; 12-13,10; 3-4 „ 3; - „24
r .^ 83/, : 31/4: 11- 12 „9-10; 2-3 u. 3; 221/2 „ 24V2
„ $9 :3: 12 „10; 2-3 „3; 21 „25.
Ich bin überzeugt, daß intermedia auch in anderen Gegen-
den, im eigentlichen Malayischen vorhanden ist, und daß be-
sonders im Osten und Südosten, vielleicht auf australischem PVst-
Btftt. ectomol. Zeit. 1903.
Ä57
lands-Gebiet diese Art, und zwar vielleicht mit größerem Ptero-
stigma versehen, gefunden werden wird. Diese hjpothetische
Form würde dann als eine Art für sich zu betrachten sein, von
der eine zweite Entwicklungsreihe ausgeht, wie später gezeigt
wird. Ist diese Form hier nicht vorhanden, so dürfte sie als
ausgestorben zu betrachten sein.
b. Equestris-Reihe.
Dieselben oder älinliciie Verliältnisse keiiren nun bei den
Arten feroHs Burm. {comnuinimacvla Ramb.) und eqtiestris Fabr.
{lineata Fabr., Tullia Drur.) wieder; doch steigt die Zahl der
Adern resp. Zellen schon, indem z. B. bei den (hiesigen) ^ von
equestris (von Malacca und Calcutta) die Zahl der Zellen im
Dreieck von 3 bis 5, ja bis 7 steigt, während die $ 2 — 3 haben;
ebenso treten hier statt 3 Üieilweise 4 Discoidalreihen auf, obwold
equestris eine kleine Art ist. Neu ist in dieser Gruppe die
beginnende Trübung des Flügelgrundes, die besonders bei den (^
vorhanden ist und mit obiger Adervermehrung Hand in Hand geht.
2. feralis Burmeister {communimacula Rambur).
Ich betrachte feralis als eine Art, welche intermedia am
nächsten steht. Sie ist bekannt von Sumatra, Celebes und den
Molukken, wo allerdings überall intermedia bisher nicht beobachtet
\\ urde. Trübung bis zum Dreieck; Abdomen oben weißlich.
Die Größen sind mir nur duich Brauer und Selys bekannt:
Pterostigma im Postnodalraum 3'/2 — 32/3 mal enthalten, Ante-
nodalen 10—14, Zellreihen 3.
Ihr Geäder kenne ich nicht. Vermuthlicli ist ihr Ver-
breitungsgebiet größer als oben angegeben.
3. equestris Fabricius {lineata Fabricius, Tullia Drury).
Auch equestris schlitßt sich der intermedia und zwar durch
feralis eng an. Ihr Verbreitungsgebiet ist ausschließlich westlich
gelegen, indiech-clniusiK-h. wd jedcch feralis bis jetzt nicht
gefunden worden ist: Ceylon. Bengalen. Thibet. China. Birma,
Stett. entoniol. Zeit. 1903.
2S8
Malö'cca, Java. (iV. '/cra/is ist Von Sumatra nacli Kr au er' und
Seljs' bekannt, cqye'stris von Malacca und Java!) Trotzdem
meine ich, daß f'eralis hier den Uebergang zu equesirif; bildet.
Die Triibung reicht bis zum Nodus, das Abdomen ist oben
weißHch, letzteres wie bei feralis. Die Größe beider ist ähnlich.
Außer der ausgedehnteren Triibung tritt hier als neu die weiße
Flügelbinde im Anschluß an die Trübung auf. Diese Binde fehlt
den 5, auch die Trübung erstreckt sich nur auf den Subcostal-
raum und auf eine schmale Querbinde unter dem Nodus^ der
Rest bis zur Basis ist gelblich-hyahn: dafür ist aber die Spitze
bis zur Mitte des Pterostigma getrübt.
Die Größen sind (Coli. Dolirn):
Malacca ,^ 61/2 : ^^h; 14 u. 10; 3 u. 3 — 4: 18 u. 21
^ 61/2 : 2V2: 13 „ 7-8: 5-7 „ 3-4: 17 ,, 20
Galcutta ,^ 6 : 21/2; 13—14 ,, 7 — 8: 3 — 5 ,. 3 — 4: 18-,. 21
S 61/3 : 22/3; 13 „ 9: 5 „ 3-4: 18 ,. 21
5 „ 3—4: 17 „ 21
2 „ 3: 17 , 21
2 ,. 3 — 4; 15 „ 20
2 — 3 ,, 3 — 4; 17 „ 23
0. Fluctuans-Reihe.
Die bis jetzt besprcchenen Arten der westlichen G nippe
sind als ältere {intermedia) und nach einer bestimmten Richtung
hin entwickelte Arten {fentlia, equesiris) zu hctrachten. Eine
weitere Fortentwicklung in Ti Übung \n\d (uädeinichtlium i:-(
nach dieser Richtung hin nicht constatirl Mdrdtii: mIy haben es
hier also mit einem gewissen Abschluß zu lliun.
Anders ist es mit den nun folgtndtn Aitiii. in dicMU ist
(Icullicli eine weitergehe, luk' Aaiiali(u in beiden liezieliuugen zu
ti kennen, dii' \ielleiclil n( eli laute andauert.
Ktlidi dtr Equeft ris -lii'ihv beste ht eini' /weite. \(>n iiiler-
meilia ausgeheude Reihe mit kleiiuui IMi u .-tiiinia \\]\{\ nielir als
1 !:iJ HU dii nqucirdcr. Sie ligiunt nit (Hijorilis Kiibv und
endet mit f'ficlitans Fabrieius.
etat, entomol. Zeit. 1903. ' •
ö^ 6V3 : 22/3;
13
„ 8
? 673^21/2:
13
„ 8
? 51/2 : 21/4;
11
T 6
? ^ : 22/3:
, 12
r ^
259
Die von Kirby und Selvs beschriebenen disparilis-Exem-
plare von Borneo haben ähnliches Geäder wie feralis (im Dreieck
3 — 7 Zellen), ähnliche Trübung bis über das Dreieck hinaus
und weiter, aber keinen weißen Streifen auf dem Abdomen.
Ihnen schließen sich viele /7wc/«aws-S<ücke von Sumatra
an^ indem bei ihnen die Trübung irgendwo zwischen Nodus und
Pterostigma aufhört; ebenso die kleinen Formen, die Fabricius
als fvctnans von Ostindien bezeichnet und Hagen 1869 genauem
beschrieben hat. Die Trübung erreicht jedoch bei ihnen das'
Pterostigma und geht fast bis zum Ende desselben.
Diese Verhältnisse wiederholen sich nun in allen Formen,
die von Selys als echte flnctuans im engeren Sinne betrachtet
werden, darunter auch die von Brauer als nicobarica bezeich-v
neten. Die in der Sammlung Dohrn voi-handenen Exemplare
von Sumatra, Singapore, Borneo, Ceylon schließen sich dem eng
an: Pterostigma 8 (71/2) : 3 (21/2), Ante-, Postnodales 13—15,
10 — 12, im Dreieck 5 — 7 Zellen, im Discoidalraum 4 — 5 Reihen.
Bei allen diesen P'ormen ist die Zahl der Antenodaladern ca. 14,
der Postnodalen ca. 11, das Dreieck 5 — 7-zellig, der Discoidal-
'•aum 4 — 5-reihig. Sie übertretTen an Größe feralis und equestris
und haben das Abdomen oben nicht weißlich. Die Trübung
bildet von disparilis bis flvctvans den Hauptunterschied, indem
dieselbe zunächst bis über das Dreieck res|). bis zum Nodus
reicht, dann über den Nodus hinaus mehr oder weniger m eit bis
zum Pterostigma, bis zu diesem und weiter fast I)i8 zum Ende
desselben.
Ich bin der Ansicht, daß diese Formen im Gegensalz zur
Equestris-Beihii eine neuere jüngere Bildung .sind, daß daher
nocli heute eine fortwährende Variation in der Ausdehnung der
Trübung statttindet, und daß die vielerlei Z>\ ischenformen hier
nicht als Arten zu betrachten sind. Für die Ausgangsform
disparilis Kirby sind jedoch nach meiner Ansicht Artrechte vor-
handen, ebenso für die heutige Endform flttciiians Fabricius, wäh-
rend sämmtlichc Zwischeuformen der fluciuans zuzurechnen sind.
Stett, eritomol. Zeit. 1903. 17
3«0
4. diapat'ilis Kirbv.
Disparilis Kirby hat folgende Gi-oßeu: mich Kirby ? : 3:
14 und 9—11: 3—7 und 4—5; 19 und 22.
19 und 22 sind nadi Kir!)y".s Abbildung genommen, deren
Länge 30 mit Kirby's Angabe übereinstimmt. In derselben ist
aber das Plerostigma nur 2 mm laug und das Verhältniß 7 : 2.
Kirby giebt als Beweis l'iir die Avtrecbte seiner disparilis uoeli
an, daß sie zwischen dem Nodalis und Subnodalis uiw i Zellen-
reihe ohne Zweitheilung derselben hat. während fucfiians 2 Keihen
besitzt. Wenn disparilia eben nur diese 1 Reihe hat. so ist
damit thatsächlich ein weiterer Unterschied kcmstalirl. (h'iiu
fluctuans hat sell)st in den Formen mit geringer 'riiibuug bei
allen hier vorhandenen Exemj)laren die Zweitheilung der Zellen
ziemlieh vollständig bis auf die ersten Zellen. Selbst bei den
$ treten einzelne getheilte Zellen auf. Ob disparilis dies ^lerk-
mal mit feralis gemeinsam hat, weiß ich nicht; ecpiestris schließt
sieh hierin der disparilis an, denn bei allen hiesigen StüekiMi
finde ich höchstens 2 — 3 Zellen getheilt; es ist moIiI an/uiicIiuK ii.
dal) feralis dieselbe Einfachheit im Geäder hat u. zw. im An-
schluß an intermedia^ wo nur 1 Reihe ist. fticiiians stellt el>eu
in dieser Reziehung einen Fortschritt in der Adermig dar.
Kirby hat disparilis von r>orneo eihalteu. ebenso aiieli
Selys, welcher (1889) etwa dieselbe Reschreibung giebt. Kr
bezieht nut einigem Zweifel auch ein S, von Biiuiati-i auf
disparilis: Laidlaw berichtet disparilis von Malaeea und
Sinoapore. In der hiesigen Sannnluug ist diese Form nielit vor-
handen.
5. fiiclnaiis Fabricius (iticoharira Rraui'r).
Sie ist die im M'esllielu'n Gebiet häutigste Art und in iliicr
Art.ziendich einheitlich. Sie variirt in den Grtil'u'ii, aber inner-
halb bestimmter engen (irenzen, . welebe last nie üIht.-cIu ilteu
■werden; von wechselnder Ausdehnung ist dabri jcdoi-li die
Trübung, ^ie schon oIhmi erw iihnt wurde.
Stett. cntüuiol. Zt-it. 19015.
Die Verbreitung ist: Ostindien, Ceylon, Nicöbaren, ' Biroua;
Malacca, Sumatra, Java, Borneo, Celebes (Westseite: Dongola).
Oestliclier bis jetzt nur von R. Martin : trouvee en Australie berichtet.
Hagen hat die Tvpe von Fabricius genau beschrieben,
so daß. wie auch schon Hagen und Selys hervorgehoben liaben,
kein Zweifel über die echte fuctuans Fabr. l)estehen kann..
Vor allen Dingen sind I. fuctuans Burmeister allgemein und
2. ßuctuans Burmeister .spcciell bei Brauer nicht die echte
fluctuans Fabr. Die Größen siink indem ich «immthche mir
bekannten Grüßru aus ck-r Litteratur und von den zahlreichen
hiesigen Exemplaren von Sumatra, Borneo, Singapore, Cevlou
zusammenbisse:
7'/,-8 : 2'/2— 3; (11, 12} 13 — 15 und (8, 9) 10—12;
(3) 5-7 und 1-5; (19) 20—22 und (21) 23— 25 (26, 27).
Brauer giebt bei nicobarica für das Pterostigma 23/^ bis
3'/', mui au.
Dil- kleinste aller bekannten Formen dieser Art ist die von.
Fabricius (Hagen) bescin-iebene mit ?:2'/2; 12 und 8—9;
3 und 4; 19 und 21.
Mcobarica Br. bat zwar 'Pj\ — 3' j im Pterostigma, abet
sonst n<trmale N'erhälluisse 13 — 15 und 11; 5 — 6 und 4 — 5;
2(1 und 24; ich stelle sie also zu jluviitans, \\ as auch Selvs
thut, wahventl Hagen sie zu pallklta rechnete (1869).
Hagen rechnet 1 ,j von Nangkovri mit ? : 3; 14 und.
11 — 12; 6-7 und 4 — 5; 22 und 25 zu paHiala Hamb. Nach
den zahlreiehen Exemplaren der hiesigen Saunnluug, von denen
CS in den G rCtßen nieht abweicht, halte ich dieses q nicht l'iir
paUiiita. sontk'rn für fhicluaiia: es würde den (>bcn angeführten
Uebergangslormen mit geringerer Ausdehnung der l'rübung au-
geh(»ren. die ich sänuntlicli /.u fluctuans rechne.
Selys kennt solche Zwischenformen von Sunuilra und
Java auch und meint, man könne sie entweder zu fluctuaus oder
paJIiata stellen. Sie sollen nach ihm etwas größer sein als
die eehle find uaiis. dei-eu Größen er mit 11 — 12 Antenodaleir,
Ktfclt. entoniol. Zeit. 1903. J-; "
362
3 — 5 Zellen im Dreieck und 4 Discoidalreiheii angiebt. Die
Sumatraner hier sind fast alle größer, als die Exemplare von
Seljs, und doch sind sie zweifellos echte fhictuans theils mit
der größeren Ausdehnung der Trübung, theils mit der geringeren.
Danach scheint mir auch eine kleine Neuroihemis^ welche
Rambur (nach Selys) zu p«//mto stellte, sicher fluctuans zu sein.
Der Grund für diese scheinbare Abweichung ist jedenfalls
darin zu suchen, daß die von Fabricius (Hagen, Seljs) be-
schriebenen Exemplare außergewöhnlich klein und nicht die nor-
malen Tj'pen der Art sind.
C. Mittelformell eigener Ableitung.
Die hier folgende P«//«afa - Reihe enthält eigenthümliche
Formen, welche sonst als Zwischenformen zu fluctuans be-
trachtet wurden. Ihre Aulfassung ist sicher ganz mangelhaft
und mit großen Fehlern behaftet gewesen. Nach meiner Ueber-
zeugung haben diese Formen in ihrer strengen Abgrenzung, ^^•ie
ich sie gebe und für richtig halte, mit der westlichen Gruppe
nichts zu thun. Sie haben eine eigene Ableitung direkt aus der
Urforui, was ich durch die einzelne Submedianquerader im Hiuler-
tlügel für genügend begründet halte. Die zuerst besproebentMi
5 Arten (/'eralis fraglich) haben mindestens 2 Adern. Dem
bisher bekannten Charakter der Galtung widerspriebt dies neue
Merkmal, und es erscheint um so wichtiger, da es nicht nur bei
den $, sondern auch bei den ,^ vorhanden ist. Mindestens ist
es ein Artmerkmal und ist nur durch die Annahme zu erklären,
daß die Urform nur 1 Submedianquerader im Hintertlügel batle.
Kirby hat auf dieses eine Merkmal eine eigene Gattung:
Untaino gegründet, ol)wobl das einzige Exemjdar sogar ein ^ ist.
Ich l»etrachte dieses P^xemplar als das V einer Art (K-r paUiiüd-
Keihe. Kar seh erklärt es auch für eine ^eurnlhe/uis.
Auch decora zeichnet sieh nach den hiesigen Exemplaren
(1 ,^ hat einseitig 2 Adern), wie auch nach Brauer (1 _S)
und Förster (paradisea) durch dasselbe Merkmal aus. Wenn
Stett. eiitomul. iCeit. 1903.
2Ö8
nlif/oneura es ebenfalls hat, woran ich nicht zweifle, so Avürde
sich daraus der Schluß ergeben, daß auch die Decom-Reihe sich direkt
aus der Urform entwickelt hat. Da sie jedoch wie alle übrigen
östlichen Formen ein größeres Pterostigma erworben hat, kann
ich diese Gruppe nicht mit der Palliata-Reihe vereinigen, also
nicht unbedingt zu den Mittelformen stellen. Ramhuri hat eben-
falls nur 1 Querader, aber des Pterostigma wegen gilt für ihre
Reihe dasselbe wie für decora. Ich stelle daher die Decora-Reihe
und ßaw*&?/ /-/-Reihe als eine 1. östliche Gruppe der 2. östlichen
Gruppe mit mehr als 2 Queradern gegenüber. Diese letzte Gruppe
mit 2 Entwicklungsreihen leite ich von jener oben erwähnten
hypothetischen Intennedia-Foim ab. Die Verwandtschaft aller
Arten wird durch diese Reihen mit 1 Querader offenbar.
d. Palliata-Reihe.
Diese Reihe enthält 2 Arten : Martini n. sp. und paUiata Ramb.
Bei ersterer reicht die Trübung noch nicht bis zum Nodus, bei
letzterer nicht ganz bis zum Pterostigma, auch hier bleibt der
Hinterrand im Hinterflügel in weiter Ausdehnung hyalin. Bei
beiden hat das Geäder bedeutende Fortschritte gemacht, indem
hier die Zahl der Ante- und Postnodalen, der Dreieckszellen und
Discoidalreihen diejenige der Fl uctuans -Reihe unbedingt Ubertrilft.
Außerdem zeigen beide Arten eine Zunahme in der absoluten Größe.
6. Martini n. sp.
Nach Abschluß meiner Arbeit erhielt ich durch die Liebens-
würdigkeit von Herrn Rene Martin 1 Nevrothemis-,^ von den
Key-Inseln, welches er mit disparilis? bezeichnet hatte. Eine
genaue Untersuchung bereitete mir die freudige Ueberraschung,
daß ich hier eine von mir vorausgesetzte Vorform hatte, welche
die Lücke zwischen der Urform und palliata ausfüllt. So konnte
ich die Stellung von palliata, die nach meiner Ansicht mit
fluctuans nichts zu thun hat, begründen.
Ich statte Herrn Rene Martin meinen Dank ab, indem
Stett. entoniol. Zeit. 1903.
2fi4
ich diese wissenschaftlich bedeutende Art nacli ihm benenne:
Neui'othemis Martini n. sp.
Die Größen derselben sind: 10 : 3; 15—17 und 11;
9 und 5 (anfangs 6 und 7)5 24 und 30.
Die Trübimg reicht in den Flügeln bis etwa 3 Zellen vor
dem Nodus; im Vordertlügel wird der Hinterrand fast bis zum
Ende der Trübung von diefser erreicht, im Hinterflügel überhaupt
nicht, so daß er hier breit hyalin bleibt. Auch im Costaistreifen
bleiben vorn ca. 6 — 7, hinten 3 — 4 Zellen, vom Ende der Trü-
bung an gerechnet, hyalin. Die Spitzen sind kaum ein wenig
getrübt. Zwischen Nodalis und Subnodalis 1 Zellenreihe, Sub-
medianqueradern vorn 2, hinten 1.
7, palliata Rambur.
Ich leite palliata über Martini direkt von der Urform,
nicht von intermedia ab. Alle hiesigen Exemplare, welche ich
nach Ran^bur's Beschreibung, nach Brauer's und Selys' xA.n-
gaben für palliata halten muß, haben im Hinterflügel nur 1 Sub-
medianquerader. Rambur erwähnt dies Merkmal nicht; Selys,
in dessen Besitz die Tj^pen übergingen, erwähnt hiervon eben-
falls nichts. Brauer beschreibt palliata nach anderen Exem-
plaren und giebt dies Merkmal in folgender Form an: Im Hinter-
flügel 1 — 2 Subbasilarqueradern. Ich lege dies so aus, daß
normal 1, selten und ausnahmsweise 2 Adern vorhanden sind.
Jedenfalls findet Brauer nicht mindestens 2 Queradern und
niemals 3 und mehr.
Nun hat der gewissenhafte Hagen mit Selys Exemplare
von den Nicobaren und Singapore mit Rambur's Typen ver-
glichen und keine Unterschiede gefunden. Als er im Jahre
1869 seine /)a//ia/rt-Beschreibung veröffentlichte (im Anschluß an
Brauer's Arbeit), lagen ihm die Rambur'schen Typen nicht
mehr vor, er konnte also nur aus der Erinnerung sagen, daß er
keine Unterschiede fand. Wie leicht konnte ein Merkmal, wie
die Zahl der Submedianqueradern, auf welches mau früher ge-
Stott. entomol. Zeit. 190a.
265
ringoii Wevth legte, unbeachtet geblieben sein, besonders wenn
man annahm, daß palliata und ftuctuans in einander übergehen.
Genug, Hagen giebt für seine palliata im Hinterflügel 3 — 4 Sub-
iiiediunqueradern an, was zu meiner und Brauer's Ansicht in
unlösbarem Widerspruch steht.
Ich halte dies Merkmal bei der Artunterscheidung (Kirby
sogar bei Gattungsunterscheidung: z. B. Untamo') für so wichtig,
daß unbedingt hier ein Irrthum angenommen werden muß,
nach dem Hagen Recht oder Unrecht hat.
Um diese Frage zu entscheiden, würde die Untersuchung
von Rambur's Tj'pe genügen. Da mir dies unmöglich war,
versuchte ich auf folgende Weise zum Ziele zu kommen. Ich
verghch die Beschreibungen mit Beziehung auf andere Merkmale.
Sobald hier an einer wichtigen Stelle eine Abweichung Hagen's
von Rambur's Beschreibung sich ergab, während letztere sich
im Einklang mit (Selys' Beschreibung ohne jene Aderangabe)
Brauer's und meinen Exemplaren befand, Avar es klar, daß
Hagen sich geirrt hatte, und daß die Thiere, welche ihm vor-
lagen, nicht palliata, sondern etwas ganz anderes waren. Und
dies zeigte sich in der That.
Rambur sagt: „Alles d'un brun roux, avec le sommet
avant le pterostigma, transparent. '' Das heißt also die Trübung
erreicht das Pterostigma nicht. Hiermit stimmt oftenbar Selys'
Beschreibung (der Typen und anderer Exemplare) überein, indem
er sagt: „Le noiratre opaque des alles s'arretant vers le ptero-
stigma'', andererseits aber nicht, da er fortfährt: „comme chez
rapicahs'-', von welcher er sagt: „Les quatre alles noiratre opaque
jusqu' a la moitie du pterostigma"'. Brauer's sorgfältige Be-
schreibung stimmt mit Rambur's durchaus überein und ebenso
mit den hiesigen Exemplaren. Er sagt: „Flügel bis zum inneren
Ende des Pterostigma oder nicht soweit . . . braun, die Farbe
im Vorderflügel etwas gebogen abgeschnitten, im Hiuterilügel . . .''.
Hagen beschreibt nun ganz etwas anderes, wenn er in
merkwürdiger Uebereinstimmung mit Selys' obiger zweisinniger
Stett. entomol. Zeit. 1903.
266
Reschveibnng hat: „Flügel .... hr;uin bis über die Mitte (des
Pterostignia, wie ich annehme!), die Hinterflügel bis gegen die
Spitze- des Pterostigma 5 auf den V.ordertlügeln die braune Farbe
fast gerade abgeschnitten, nur am Hinterrande etwas nach innen
gekrümmt; auf den Hinterllügeln ,..."■ und dazu meint: „Ram-
bur's Beschreibung der Stücke aus Sumatra und Ostindien
enthält nichts, was der Identität (von Hagen's Stücken mit
j)alliata Rbr.) entgegenstände.
Hagen's Exemplare sind keine echten palliata^ sondern
nitch meiner Ansicht apicalis, womit er sie selber vergleicht,
ohne einen anderen Unterschied finden zu können, als die ver-
schiedene Ausdehnung der hyalinen Zone im Hinterllügel am
Hinterrande, die auch bei apicalis größer oder geringer sein
kann. Die Farbenunterschiede des Abdomen und der Appen-
dices sind nach meiner Ansicht kaum von Werth.
Das 2. ,^ von Nangkovri halte ich für fuctuans. Hagen
rechnet auch Brauer's nicobarica zu palliata\ auch diese halte
ich für fluctiians (siehe meinen Artikel über fluctuans).
Außerdem hält Hagen Brauer's ceylanica für eine palliata,
sie ist nach meiner Ansicht auch apicalis. Diese ceylanica be-
schrieb Brauer 1867, nachdem er sie 1864 und 1866 in der
Novara-Reise als y^apicalis Rbr. {^fluctuans Burm.) aufgeführt
hatte, als neue Art, später vereinigte er sie mit paUiala Rbr..
obwohl er ein größeres Pterostigma im Hintertlügek 3 — 4 Sub-
medianqueradern und die Trübung ganz anders (nämUch wie
bei apicalis) beschreibt.
Brauer vereinigte auch seine Ramhuri und decora mit
paUiata. beides mit Unrecht, wie ich später zeigen werde. Doch
hätte diese Vereinigung eine größere Berechtigung, da in der
That die Arten Martini — palliata. oUgoneiiraY — decora.
Bamhuri in der 1 Submedianquerader Gemeinsames, in dem viel-
leicht in der Größe variirenden Pterostigma Aehnliches haben.
Somit ergiebt sich für palliata wohl ein großes westliches
Gebiet, aber mit wenig Fundorten: Ostindien, Sumatra, Celebes,
Ceram, Amboina, Batjan.
Btett. entoEQol. Zeit. U>03.
267
Die bisher gezeigten Merkmale wie die nun folgenden Zahlen-
angaben zeigen deutlich, daß palliata keine Zwischentbnn zu
fluctuans ist, sondern durchaus selbstständig aufzufassen ist.
Die von Sumatra stammenden Thiere sind am kleinsten,
alle weiter östlich gefangenen sind größer.
2 ,^ von Sumatra (Coli. Do hm):
83/4 : 27/85 17—18 u. 10—11; 8—9 u. 5—7; 23 u. %%^j.,.
9 : 3; 19 „ 11-13; 10-11 „ 5-7; 22 „ 27.
Alle diese Stücke zeigen also neben beträchtlicherer Größe
vermehrte Zahl der Ante- und Postnodalen, der Dreieckszellen
und Discoidalreihen.
Die von östlicheren Gegenden stammenden Stücke zeigen
dieselben Verhältnisse, doch ist die absolute Größe etwas be-
trächtlicher, auch die Zahl der Postnodaleu etwas größer (ähnheh
jedoch die .^ von Nie. min. und Nangk.), endUch auch die Zahl
der Discoidalreihen nicht unter 6:
2 ,^ von Batjan (Sammlung Dohrn):
91/2 : 3; 17-19 u. 13-14; 10 u. 6-7; 24 u. 29.
10 : 3; 18-19 „ 14; 10-11 „ 6-7; 24 „ 30.
2 ,^ von Amboina (Sammlung Dohrn):
93/4 : 3; 19 u. 14—15; 9 u. 6—7; 25 u. 30.
10 : 3; 18-19 „ 15-16; 8 ^ 6-7; - „ 29^/2,
nach Brauer ,^ von Celebes, Ceram:
? : 3-31/3; 13-20 u. 13-15; 14-17 u. 6-7; 24/26 u. 29i/2/3l.
14_17 als Zahl der Dreieckszellen ist überraschend groß;
man möchte die Vermuthung hegen, daß hier ein Fehler vorliegt.
Die Angaben für Hagen's palliata folgen bei apicalis.
Hiernach halte ich palliata für eine von fluctuans in den
Größen constant verschiedene Art, bei der trotz geringerer Aus-
dehnung der Trübung das Geäder reicher ist.
D. Erste östliche Gruppe.
Alle von mir als östliche Gruppen zusammengefaßten Arten
haben als gemeinsames Merkmal ein großes Pterostigma. Ich
Stett. entorool. Zeit. 1903.
268
nehme an, daß die Urform im Osten allmählich ein größeres
Pterostigma erworben hat. Von ihr leite ich in 2 Gruppen mit
je 2 Reihen alle Arten dieser Gruppe ab. Hierbei ergeben sich
allerdings merkwürdige Beziehungen zum westlichen Gebiet. Ich
fasse daher den Ausdruck Osten als das Ursprungs-, Entstehungs-
Gebiet auf.
Was heißt hier nun großes Pterostigma? Zunächst ein
über 3 mm hinausgehendes Pterostigma; dieses ist hier aber
zuweilen im Postnodalraum 2'y'2 — 3 mal oder noch öfter ent-
halten, also relativ klein, und es ergiebt sich so ein enger An-
schluß an die westlichen Arten mit kleinem Pterostigma. Alle
hierher gehörenden Arten bilden jedoch eine besondere Gruppe
für sich, in der sich nach demselben Triebe wie in der west-
lichen Gruppe dieselben oder ähnliche Erscheinungen in der
Trübung und dem Geäder wiederholen.
Wie schon oben gesagt wurde, hat die 1. östliche Grupj)i'
mit Matihii und paUiata ein Merkmal gemeinsam, indem auch
hier im Submedianraum der Hiuterflügel nur 1 Querader (selten
noch eine zweite) vorhanden ist (für oHgoneura nur vermuthet).
Die 2. östhche Gru])pe dagegen hat mindestens 2 Quer-
aderu. Ich leite die erste Gruppe direkt von der abgeänderten
Urform ab, die zweite von einer hypothetischen Intermedia-Form
mit großem Pterostigma und mehreren Submedianqueradern.
e. Decora-Reihe,
Von dieser abgeänderten Urform leite ich in der ersten
östlichen Gruppe 2 Reihen ab, zunäeht die Decora-Reihe.
Aus der Urform bildete sich entsprechend Martini die Art
o/i</oweMra, die zwar nach Brauer und Selys ein relativ kleines
Pterostigma (3^/2 — 3^/3 mal im P(jstnodalraum enthalten) hat,
aber entsprechend ihrer beträchtlichen Größe wenigstens ein
absolut großes Pterostigma haben dürfte.
Wie sich an die westliche fcralix die ebenfalls westliche
eqnestris mit ausgedehnterer Triil)ung und weißer Binde (wenig-
Stett. entomol. Zeit. 1903.
269
stons I)eim ,^) anschließt, so an oJigoneiira d'w luun)(säc'hlic'li
von Neu-Guinea bekannte decora Braner (paradisea Förster),
t)eicle mit tiefschwarzer Trübung, ausgedehnterer Trübung, weißer
Binde aucli bei dem $ und größerer Aderzahh
8. oligoneuva Brauer.
Diese Art ist nur von Cap York (Nordaustrahen) durch
Brauer bekannt. Sie hat das Aussehen von feralis, ohne daß
das Abdomen oben weißUch ist, mit tiefschwarzer Trübung der
Flügel bis zum Dreieck, ist aber größer, etwa von palliata-
Größe. Größennach Brauer (186'7): Pterostigma 31/2 — 3'-/3 mal
im Postnodalraum enthalten (relativ klein nach Seljs), Ante-
nodales 10 — 14, Discoidalzellreihen 3.
9. decora Brauer (paradisea Förster).
Ich halte decora Br. und paradisea Forst, für synonym.
Die hier (Coli. Dohrn) vorhandenen Stücke von Neu-Guinea:
5 Q, 2 $ sind dieselbe Art. Brauer hat die Art decora^ wovon
er nur das $ gekannt hat, wieder eingezogen und zu palliata
gestellt, meines Erachtens mit Unrecht, gleicher Ansicht ist
auch Förster.
decora unterscheidet sich von palliata durch größeres
Pterostigma (über 3 bis 4 mm), geringere Zahl der Zellen im
Dreieck (.5 — 7 [8]) und der Discoidalzellreihen (4 — 5). Dazu
kommt die liefschwarze Farbe der Flügeltrübung und die auf-
fallende Isomorphie bei ,^ und $, da bei letzteren die Trübung
nur leicht ins tiefdunkelbraune übergeht, das immer noch schwärz-
lich erscheint, also eine Uebereinstimmung der Geschlechter,
die bei palliata nicht in dem Maße zum Ausdruck kommt, wobei
noch besonders auch die Uebereinstimmung der ,3 ""f^ ? l^^'i
decora im Geäder hervorzuheben ist, welche selbst bei sehr
dunkeln isomorphen palliata-^ nicht erreicht wird.
Die hiesigen Neu-Guinea- Stücke weichen von Förster's
Beschreibung seiner paradisea (Neu-Guinea) nic-lit wesentlich ab.
Und ich kann zwischen Förster's paradisea ,j$, den hiesigen
Stett. entoniol. Zeit. 1Ö0;5.
^^$ und Brauer's decora $ (Amboiua) keinen Unterschied linden.
Es scheint mir daher kein Grund zur i.\ufstellung einer neuen
Art vorhanden zu sein.
Die Größen sind bei decora $ nach Brauer:
Pterostigma 2^/4 mal im Postnodalraum enthalten;
16—20 und 11—13-, 6 und 4—5; 20—22 und 26—30;
bei paradisea Förster (Kaiser Wilhelms-Land):
^^ ? : 4; 16—18 und 12; 5—8 und 4—5; 241/2 und 31;
Q • • • 21 ^0-
■^ n "> 1) •> r> :'*'•'« ^^' •)
bei den hiesigen Neu-Guinea-Stücken:
^ 9 : 31/2—4; 17—18 u. 11; 6 u. 4—5: 231/2 u. 30;
,. 9 : über 3; 18 „ 12— 13; 8 „5; 22 „29;
„ 9 : 31/2; 16—17 „ 12—13: 5—6 „ 4—5; 231/2 „ 291/2;
„ 9 : 31/2; 18—19 „ 12—13; 6—7 „ 4—5; 231/2 „ 30;
., 9 : über 3; 17 „13; 7—8 „ 4—5; 23 „ 29;
¥ 9 : über 3; 17 „ 12—13; 6— 7 „ 4; 21 „ 27:
„ 9:31/4; 16-17 „ 13; 6 „4; 21 „ 29;
bei 1 ,^ von den Key-Inseln:
,S 9 : 31/2—4; 16 und 10—12; 5 und 4—5; 25 und 31.
Die Färbung stimmt ebenfalls mit Förster's und Brauer's
Beschreibung überein.
f. Eamburi-Reihe.
Neben der Decora-Reihe leite ich von der abgeänderten
Urform eine zweite Reihe mit großem Pterostigma und nur
1 Submedianquerader im Hinterflügel ab.
Die mir vorliegenden Stücke (2 ^) von Ramhuri haben
reehts 1, links 2 Queradern, 1 $ links und rechts nur 1. Das
Pterostigma ist wohl groß zu nennen, aber in Folge der absoluten
Größe der Thiere nur bedingungsweise auch als relativ groß zu
bezeichnen.
Berücksichtige ich aber noch die starke Adervermehrung
bei dieser Art, so hege ich keinen Zweifel, daß Ramhuri eine
selbstständige, östliche und zwar zur 1. östlichen Gruppe ge-
hörende Art ist.
6tett. eutomol. Zeit. 1903.
271
Sic bildet mit einer noch aufzufindenden Vorform fälmlich
Martini ein Postulat) die i?a;w6wr?-Reihe und unterscheidet sieh
von der Decora-Reihe durch braune (nicht schwarze) Trübung
und durch reicheres Geäder.
10. Rambvri Brauer.
Ich halte diese Art für so selten wie oligoneura. Wie
oligotieura ist auch Ramhuri durch ungewöhnliche Größe aus-
gezeichnet^ die Trübung reicht trotzdem nicht oder kaum bis
zum Pterostigma, sondern nur bis zum Nodus oder darüber mehr
oder weniger hinaus. Bei dem hiesigen $ von Menado hört
dieselbe am Nodus auf, bei dem q von ßatjau ca. 5 Zellen
nach dem Nodus, bei dem ,^ von Menado erreicht sie das Ptero-
stigma und geht sogar noch 1 Zelle über den Anfang hinaus.
Trotzdem halte ich dies außerordentlich große Exemplar für
Ranihuri.
Bei Ramhuri ist das Pterostigma mindestens 3'/2 mm lang;
die Zahl der Nodalen ist etwa wie bei paUiata. Wesentlich
erscheint mir hier die schon außerordentlich große Zahl der
üreieckszellen, verbunden mit ebenfalls schon großer Zahl der
Discoidalreiheu, obwohl das Pterostigma noch relativ klein ge-
genannt werden könnte. Hieizu kommt noch die außergewöhn-
liche absolute Größe der Art. Das hiesige (^ von Batjan hat
allerdings diese nicht.
Größen nach Brauer:
CVlebes ,S ? : B^/s^ 17—20 u. 14—15; 14 — IG u. G— 8; 2G u. 33;
nach der Sammlung Dohrn:
Menado ,^ 101/2 : 4; 20—21 u. 15; 18—19 u. 7 — 10; 27 u. 35.
$ 11 : 31/2; 18—19 „ 11—12; 8 „ 4—7; 24 „ 33.
Batjan r^ 91/2: 31/2; 17-18u.l2-13; 17-20u.G~8; 23'/2-30'/2-
Die Verbreitung ist dui'chaus ösllicli: Oelebes (Menado),
Batjan. Ternate, Ceram.
Stett. enton,ol. Zeit. 1903.
272
E. Zweite östliche Gruppe.
Ich. rechne hierher im allgemeinen alle*;, was Selys als
oculaia Fabricius zusammenfaßt, dazu i-cine apicalia Rambuv
(in meiner Abgrenzung) und Sophronia Diurv.
Ihre Verbreitung ist östlich zu nennen, wenigstens halle
ich den Osten für das Entstehungsgebiet dieser Gruppe, wiini
auch die zweite Reihe derselben alle 'J'heile des AVestens beMohnt.
Ich unterscheide 2 lu-ihen, die Manadenxia -Reihv mit
oriiliita Fabrieius und niaiiaih'iisis llaudiur und die SopJirofiiii
Reihe niil (ipicalis Rambur und SophrONia I>rur\ . Vortonnrii
sind bis jetzt nicht bekannt, aber als Postulat hinzustellen.
Ks ist die Frage zu erörtern, ob diese 4 Arten ^\ irklieh
einen engeren Zusammenhang haben und sich von den übrigen
streng abgrenzen lassen, oder ob iipicdlls tinderen, etwa dun
Mittelformen anzuschließen ist. und ob SDiihroiiio niolit etwa ganz
selbstständig dasteht, wie bisher angenomnuui ^\ urde.
Selys treuiil die Grui)]»e oriilala\on fh/cliians auf (i rund
des absolut und relativ größeren l'terostigmas. Diese Trennung
isl für apiralis. welche Selys zu fhn'liuiiis slcllte. uubercchligl.
d( nn apiralis hat nach hiesigen Java-Kxeniplarcn. die nach ihrer
'riiibuug etc. unbedingt als apiralis zu betrachlen sind, ein
rierosligma von li'/- — 4-'/4 nun Länge, das in dem l'ostnodal-
rauni V(ni S'/a — 9 mm Lange wenigei' als 2 j^ nuil enthalten ist,
also ein Pterostigma von absolut und iclaliv belrächllicher Größe:
apicalis gehört danach schon zu Selys" Gruppe nrnlala.
Ein kleines Pterostigma besitzen: iiilrrii/rtlia. p-ralis.
r(ii/('slris. (iisparilis. fhirfnaiis und Martini, palliala. lelzit're 2
niil nur 1 Submedianquei-ader im Ilinterllügel.
Ein großes Pterostigma besitzen: oligonnira (nach meinei
Amiahme), dccora, Ramhuri, alle o mit nur 1 Submedianipier-
ader im Hinterilügel, und oculaia., manadensis., apiralis. SopJirouia.
Somit werden die 4 fraglichen Arien bereits durch 2 Merk-
nuile abgcarenzt. von denen sie allerdings jedi's mit einer anderen
Gruppe theilen.
Btttt. eDtomol. Zeit. 1903.
273
• Ich hübe mm iiocli .ein drittes Mei'kmal gefuiickni, "durch
welches nicht nur diese 4 Arten unter sich verbunden, sondern
auch, von allen andern Gruppen abgetrennt werden.
Bei der Abgrenzung von Sophronia ist als ein werthvoiles
Merkmal der kleine Raum zwischen Mediana und Principalis
vom Abgang des Subnodalis bis zum Nodus benutzt worden.
Dieser ist bei Sophronia geädert (ebenso bei Caniaciniu% bei
allen andern leer. Hinter diesem Haum belindet sieh nun ein
zweiter Kaum von almlicher Ausdehnung, der bei Sophro/iid
(ebenso bei Caniacinid) und bei ocuJaia. moiuidcnsis, apicalh
ebenlalls geädert und zwar mit 2—4 A(k'rn versehen ist, wäh-
rend er bei allen übrigen {fcralh. oligoncura vernmthungsweisc.
(iiaparilis nach Kirby's Abl»ildung) leer ist.
Nur bei Ihirt/Kiiis habe ich bei ein/j'hien Kxemplaren unter
ca. 1(H) Thier^'n 1. sehr sehen und dann nur einseitig 2 (^hier-
ach'rn gefunden.
Dieser Kaum liegt in der Gabel zwischen Principalis
und Subnedalis und whd in der Gegend des Ursprungs des
Nodalis durch die hier vom Nodus herunterkommende, zuweilen
elMas nach innen gel iiekte, gew<ihnlich etwas stärkere Querader
abgeschlossen. Letztere Querader zähle ich nicht mit; sie ist
bei allen Ai'ten vorhanden. Eiwähnen ^ill ich noch, daß Jenseits
(lieser Abschlulxider bis zu der schrägen (^uerader ein kleines
Dreieck entsteht, m elehes last regelmäjjig bei allen Artt'u 1 (^Hier-
ader hat.
Alle Formen dieser G]-ui)j)e zeichnen sieh also durch ein
absolut uml relativ großes Pteiostigma aus von ca. 4 mm Länge,'
welches jedoch kleine]-, selbst 3'/o und 3 (ein $), und größer,
bis .") nun, sein kann, und welches im Postnodalraum bis zum
Pterosiignu» weniger als 2'/2 mnl (selten 2'/2 nial und darüber)
ent ballen ist. Der Submedianraum im Hinterflügel ist mit nu'hr
als 1 Querader versehen. Sie haben sämmtlich den Ivauni in
der Gabelung zwischen l'rinci])alis und Suluu dalis bis zur (^hier-
ader vom Nodus geadiMt.
Stctt. Piituniol. Zeit. lOOii.
274
So ergiebt sich die Zusanimengeiiorigkeit aller 4 Arten au
einer Gruppe.
Sonst zeigen sich große Unterschiede. Die Zahl der Ante-
nodalen ist durchschnitthch IT — 20 (zuweilen geringer oder
größer), diejenige der Postnodalen variirt l)edeutend: von 9 — 18.
Sophronia zeichnet sich durch etwa verdoppelte Zahl der Ante-
nodalen aus. Die Zahl der Zellen im Dreieck variirt ebenfalls
und zwar ganz enorm: die Grenzen sind 6 — 40. diejenige der
Discoidalreihen von 5 — 13.
Oculafa und apicalis haben ein geringeres, manadensis
und Sophronia ein ungemein reiches Geäder.
Nach der Trübung ergeben sich folgende 4 Formen. Die
Trübung geht im Vorderflügel bis zum Anfang oder bis zur Mitte
des Pterostigma, gerade abschneidend: oculafa und apicalis; im
Hinterflügel ebenfalls gerade abschneidend mit geringer schräger
Zurückweichung nach dem Hinterrande: apicalif^; im Hinlerflügel
im Bogen nach hinten abgerundet und den Hinferrand weithin,
wenn auch schmal, hyalin lassend: oculata.
Die Trübung geht mindestens bis zum Ende des Pteru-
stigmas, oft weiter, und zeigt das Bestreben, auch die Spitze zu
erreichen, die bei manadensis getrübt ist, bei Sophronia nicht.
Bei manadensis schneidet die Trübung gerade ab, \\eini sie bis
zum Ende des Pterostigma geht, convex, wenn sie darüber hin-
ausgeht. Bei Sophronia schneidet die Trübung stets concav ab
(über die gelbe Zeichnung der Spitze siehe bei Sophronia^.
Die so getrennten 4 Arten bilden nach meiner Ansicht
2 Reihen, die sich, von einander örtlich getrennt, aus der
hypothetischen Infermedia-Foriu des Ostens (mit mehr alsl Sub-
medianquerader im Hinterflügel, wiv bei intermedia Hamb-, aber
mit grol5em Pterostigma) entwickelt haben. So wie diese inter-
media selber, sind auch die Zwisehenfurmen mit einer Trübung
nur bis zum Nodus unbekannt, aber ein Postulat. Die eine
Beihe ist für mich oculata, manadensis im Osten, die andere
apicalis, Sophronia im Westen.
Stett. ectomol. Zeit. 1903.
•27,5
Die Arten ocnlata und apicalis sind außer durch die
Trübung schwer von einander zu unterscheiden, doch scheint
das Geäder bei oculata reicher zu sein als bei apicaiis. Ich
bin aber doch der Ansicht, daß hier 2 verschiedene Arten vor-
liegen, welche geographisch wohl getrennt sind; wenn auch ein
Uebergangsgebiet vorhanden ist. Apicaiis bewohnt den Westen:
Java, Celebes, sogar noch die Nicobaren und Malacca im Westen
und die Philippinen, Molukken und vielleicht auch noch Neu-
Guinea im Osten; oculata ist ausschließhch östlich, von den
Molukken etc., Keu-Guinea, Australien.
Laidia w berichtet in einer neuesten Arbeit über Odonaten
von der IMalay Peuinsula, daß New. stigtnatizans Fabr., also
oculata Fabr., bei Kwala Aring häufig und ein gewöhnliches
und variables. Insekt ist. Ich vermuthe jedoch, daß es sich hier
nicht um oculata, sondern um apicaiis oder fuctnans handelt.
Einige weitere sehr eigenartige Unterschiede, welche nicht
oder wenig beachtet sind, lasse ich hier folgen. Es besteht
zunächst ein (allerdings nicht constanter) Unterschied zwischen
oculata. apicaiis einerseits und manadensis- Sophronia anderer-
seits, indem bei ersteren, welche eine geringere Trübung haben,
auch der Ursprung des Astes des Principalis unterhalb des
Pterostigma dem Anfange des letzteren näher liegt (etwa in
^/s — ^li Länge), während er bei letzteren, welche eine größere
Trübung besitzen, ebenfalls weiter hinausgeschoben ist (etwa in
1/3 ja bis 1/2 Länge und darüber hinaus).
Manadensis und Sophronia lassen sich leicht durch die
Queradern im Raum zwischen Mediana und Principalis trennen.
Ein anderer Unterschied ist die Form des Dreiecks der Vorder-
flügel: die äußere Seite desselben ist bei manadensis deutlich,
oft sehr stark gekrümmt. Im Geäder zeigen manadensis und
Sophronia die reichste Ausbildung, aber interessanterweise nach
2 ganz verschiedenen Richtungen, manadensis im Dreieck,
Sophronia im Antenodalraum. Auch die Zahl der^ Postpodaleu
ist bei beiden sehr hoch, dieselben sind sogar noch (buch Aederchen
Stött. entomol. Zeit. \90'J. 18
276
im vorderen und hinteren Postnodalraum verbunden. Selbst unter
dem Pterostigma sind bei beiden Arten Adern eingeschoben, bei
manadensis etwa bis zur Mitte des Pterostigmas, bei Sophronia
sogar bis zum Ende desselben. Bei Sophronia ist schließlich
seibat der Anfang des hinteren Postnodalraums. der bei mana-
densis frei bleibt, noch durch einige Aederchen verkleinert, zu-
weilen sogar mit einer mittleren Ader versehen.
Ich leite manadensis von oculata ab, und die Verwandt-
schaft beider dürfte wohl nicht angezweifelt Merden. Vielmehr
könnte die Trennung derselben Schwierigkeiten bereiten, da viele
oculata im Dreieck und Discoidalraum ein schon sehr reiches
Geäder zeigen. Ich trenne beide aber mit Förster als 2 ver-
schiedene Arten. Die Gründe habe ich bereits eingehend gezeigt.
Große Schwierigkeiten bereitete mir die Ableitung der
Sophronia. Doch denke ich, daß sich gegen meine Auflassung
nach Abwägung aller Gründe nichts einwenden läßt. Räthselhaft
war mir stets die merkwürdige Erscheinung der westlichen Ver-
breitung dieser Art, welche doch ihrem ganzen Charakter nach
der östlichen Gruppe angeliört. Die schärfere Ohara kterisirung
der palliata und die Ueberzeugung, daß alle Exemplare, m eiche
Hagen (mit Ausnahme der Typen Rambur's von palliafa) für
palliata erklärt und mit ausgedehnterer Trübung und mehr als
1 Submedianquerader beschreibt, gar keine palliata. sondern
apicalis sind, löst für mich dieses Rathselhafte an der Art
Sophronia. Denn nun ergiebt sich für apicalis. diese urt*prüng-
lich östliche Form, eine Verbreitung nach westlichen Gegenden
auch über Java hinaus, sozusagen eine Einwanderung dieses
Zweiges in das Gebiet der westlichen Gruppe, wenn man nicht
vielleicht noch besser annimmt, daß somit auch die östliche
Gruppe westlichen Ursprungs ist und ein Zweig hier im Westen,
der andere im Osten seine Weiterentwickelung gefunden hat.
Damit steht Sophronia nicht mehr isolirt ohne Verbindung mit
der östlichen Gruppe da. Es erübrigt nur noch, sie von apicalis
abzuleiten. Und dies ist so wenig unmöglich, wie die Ableitung
der manadensis von oculata.
Slott. «DtQiuol. Zeit. l^Wi.
277
Verdoppelt man das Kleingeäder der apicalis, so ergiebt
sich ungefähr das Geäder der Sophronia. Auch die bekannte
Aderung bei Sophronia im Raum zwischen Mediana und Princi-
pah's vom Ursprung des Subnodalis bis zum Nodus erscheint
niHi nicht melir als unvermittelt dastehend.
Bei dem Streben der Sophronia die Nodalräume dicht mit
Adern zu füllen, sogar an sonst freien Stellen, erscheint es nur
riutiirlich, daß auch Jener Raum gefüllt wird.
Tu betreff der Synonvmie schicke ich noch folgendes
voraus. Gucrin hat eine apicalis beschrieben, welche außer
von Kirby in seinem Catalog (als Synonym zu fuctuans und
apicalis Rambur) nur von Karsch (1900) und zwar als Neur.
fluctvans a apicalis, also ebenfalls als Synonym von apicalis
Ramb. erwähnt wird. Selys nennt Gucrin als Autor nicht!
Die von Guerin beschriebene, nicht abgebildete, apicalis
halte ich aber für Sophronia (siehe p. 287). Danach verschwindet
der Name apicalis Guerin, und der Name apicalis Rambur be-
zeichnet die oben charakterisirte Art, welche noch einige Svnonvma
hat, von denen fhtctuans Burmeister die Priorität hat, aber
als schon vergeben fortfällt, und cidiia nur in Htt. existirt.
Burmeister (S. 1016/7) sagt, elegans Guerin scheine ihm als
Synonym zu seiner fuctuans zu gehören (siehe; eleyans später).
Der von Selys bei apicalis Ramb. als zweifelhaft an-
gegebene Fundort Amboina scheint mir der apicalis Guerin an-
zugehören und vielleicht aus diesem Grunde von Selys als
zweifelhaft bezeichnet zu sein. Die von Karsch apicalis Guvvin
bezeichnete Art dürfte auch wohl apicalis Rambur sein.
Boisduval hat eine Art manadensis beschrieben und ab-
gebildet. Die Abbildung zeigt derartige Merkmale, daß iilaii
nicht zweifeln kann, daß sie eine Sophronia darstellt. Ich birt
der Ansicht, daß manadensis Boisduval in der That synonvm
mit Sophronia ist (siehe p. 287/8). S(. würde auch ntana-
dftisis Boisd. ibrtfallen.
Stett. eiituJuul. Zeit. J9Ü3. -jo«:
278
Die von Rambiir iiiiltr inanadenais beschriebene und
manadcnsis genannte Art lührt den Namen /«anrtrfewsis Boisd.
mit Unrecht. Sie ist also irrthiimlich, unbewußt und gegen jede
Absicht mit Sophronio identificirt worden. Brauer wußte keinen
rechten Unterschied zwischen elegans Guerin und mana-
densis Boisd. (d. h. also man. Rb.) zu machen, und ich sehe
auch keine ausreichende Möglichkeit einer Unterscheidung, be-
sonders wenn man aus der von Guerin hervorgehobenen gelben
Aderfärbung auf eine enorme Zahl der kleinen Adern schließen
darf; entsprechende Beispiele (q) sind in der Sammlung Dohrn
voi'handen, auch Hagen erwähnt ein solches. Danach wäre die
Art manad. Ramb. eigentlich elegans Guerin zu nennen; nun ist der
Name elegans aber vielfach und zwar merkwürdigerweise, außer
von Brauer und Hagen (siehe noch unten), von allen Autoren
von Rambur an für solche Arten mit großem Pterostioma ge-
braucht worden, bei denen der Hinterrand der Hinterflügel mehr
oder weniger hyalin bleibt: also für die Art, welche ich für die
echte oculata Fabricius halte. Selbst Selys deutet elegans
(allerdings die Type Rambur's) so und sagt, daß oculata Fabr.,
deren Typen aus Neu-Holland er geprüft und wovon er außer-
dem sehr kleine Stücke von Cap York gesehen hat, die Form
elegans hat.
Rambur beschreibt unter elegans Jedenfalls eine andere
Art, als Guerin abgebildet hat. Dies wird auch schon von
Hagen bemerkt, w^elcher (1869 S. 104 unten) schreibt:
^yClegans Ramb. (nicht Guerin)''; ob Hagen nun elegans Guerin
für s^aionym mit manadensis Ramb. (nicht Boisd.) hält, linde
<h bti ihm nicht erwähnt, scheint mir aber der Fall zu sein.
Brauer unterscheidet 2 verschiedene Formen bei elegans.
indem er (1867, S. 974) sagt, daß iiei elegans von Cnani,
Neu-Guinea, Celebes die dunkle Farbe im Hinterllügel vor der
Spitze fast gerade abgeschnitten ist (das ist also etwa w'w in
Gu'^rin's Abbildung), während bei anderen Formen (1867,
S. 14 und S. 975) (von Amboina; Guerin's elegans iA ebenfalls
Stütt. eutoniol. Zeit. i90;i.
279
von Amhoina) der, Hinterrand ein Slück hyalin bleibt (was bei
elegans Guerin nicht, aber bei elegcms Rambur zutrifFtJ. Endlich
stellt Brauer die so beschriebene elegans (S. 975 mit Psendo-
sophronid) zu ocvlata Fabr., und stellt die Priorität von oculata
und stigmatizans Fabr., die er heteromorphe $ nennt, fest.
Hagen wieder hält (1869, S. 104 unten) elegans Ranib.,
die Ivpe Rambur's, ein jüngeres ,^ aus Java, für apicalis Ramb.,
ebenso mit Selys ein ,J^ von den Molukken, welches Rambur
außer einem ,^ von Celebes als manadensis beschrieben hat.
Ich bezweifle allerdings auch, daß elegans Rambur zu oculata
gehört, und möchte besonders des Fundortes Java wegen mit
Hagen annehmen, daß Rambur's Exemplar apicalis mit unge-
wöhnlich weit reichendem hyalinen Hinterrand ist.
Da nun der Name elegans fälschlich, aber fast ausschließlich
für oculata gebraucht worden ist, würde eine ziemlich große
Verwirrung entstehen, wenn elegans richtig nun plötzlich für
manadensis d. h. die echte von Rambur so benannte, von
Rambur, Hagen und Selys charakterisirte manadensis (nicht
manad. Boisd. = Sophr.) eintreten sollte. Ich halte daher mana-
densis Rambur für die berechtigte Bezeichnung. Der von
Förster für diese Art in seiner Abgrenzung vorgeschlagene
Name ^^oculata Selys {stigtn. Fabr.?)" ist verfehlt, da er von
Fabricius nach Braue r's und Selys' Anerkennung der kleineren
Form gegeben wurde, die Förster selber nachher elegans Guerin-
Brauer nennt. Selys' unicolor gehört wohl auch zu mana-
densis Ramb.
Zu oculata Fabricius rechne ich nach obigem so ziemlich
alles, was fälschlich unter dem Namen elegans geht^ dazu kommt
noch pseudosophronia Brauer von Ceram und bramina Guerin
von Neu-Irland. Letztere Form hat auch ein merkwürdiges
Schicksal. Sie wurde von Gu6rin zuerst als verschieden von
manadensis Boisd. hingestellt. Später bekennt er, daß er nach
Vergleichung beider Typen diese für dieselbe Art hält. Ich
meine, daß seine Beschreibung dei-artig genau und ausreichend
Stett. entomol. Zeit. 1903.
280
ist, daß eine Verschmelzung beider Arten ausgeschlossen ist.
Vielleicht ^at er später die Tj-pen verwechselt und seine apicalis
mit Boisduval's Type verglichen, welche Formen nach meiner
Ansicht allerdings gleich sind und zwar die Art Sophronia.
g. Manadensis-Reihe.
11. oculata Fabricius.
(^stigmatizans Fabr.. bramina Guerin, elegant Rambur ist frag-
lich und vielleicht apicalis Kambur, elegans Guerin nicht, elegans
Guerin-Brauer zum Theil, pseudosophronia Brauer, elegans Ramb.-
Selys,. elegans Guer.-Br. -Förster, oculata-elegans Rambur-Ris,
elegans Guerin-Karsch).
Die Verbreitung geht von Nordaustralien aus: Nordaustralien,
Cap York, Queensland, Neu-Irland, Bismarck- Archipel, Kaiser
Wilhelmsland, Key-Inseln, und reicht bis Ternate, Ceram und
Amboina, fraglich Java (Rambur) und MalaA'ische Halbinsel
(Laidlaw).
Ueber die Typen sind keine Größen-Angaben bekannt,
anßer daß das Pterostigma groß und die Thiere selber kleiner
sind als manadensis Ramb.
Die Maße von Rambur's elegans sind vielleicht aus
Hagen's Angaben bei apicalis zu erschließen, welcher diese
Form für apicalis hält:
? : 31/3; 18 und 13 — 14; 8 und 5; 24 und 28.
Da Brauer bei elegans Guerin zwei Formen unterscheidet,
von denen die eine (von Amboina) zu oculata zu rechnen ist,
aber die Maße nur einfach angiebt. können letztere nm- mit
Bedenken angegeben werden:
? : 4—41/3; 16—22 und 10—13; ca. 20 und ca. 8—10;
22—24 und 25—28.
pseiidosnphronia Brauer (von Ceram) hat:
? : 4; 18.— 19 und 11; 11 und 5—6; 25 und 30.
oculata-elegans nach Ris (von Queensland) hat:
? : 4,5; ? und ?; 8—10 und 5—6; 23 und 27.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
6V2
: 33/,;
17 :
: 10;
24
6V2
: 33/,;
17 :
11;
19
7
: 4;
15
: 11;
17
7
: 4;
16
: 11;
21
281
rlegans nach Förster (Erima, Astrolabebai) hat:
G'/a : 33/4, 13u. 10— 11; 14 — 15 u. 8— 9; 21— 22 u. 231/2— ^5 5
ein zweites (^ hat 17 — 21 üreieckszellen und 9 Discoidal-
reihen.
1 ,^ in der Dohrn'schen Samndung von Neu-Guinoa hat:
63/4 : 33/4; 15 und 16 : 11 und 12; 20 : 10 und 9; 22 : 24.
1 -j do. von den Key-Insehi hat:
7 : 4; 14 und 16 : 11 und 12; 18 und 20 : 10 und 9; 24 : 28.
Außerdem habe ich von den Key-Inseln noch 4 ,^ ein-
seitig gezählt:
10 und 9; 21 : 24.
8 „ 7; 21 : 24.
10 „ 7; 23 : 27.
11 „ 8; 23 : 27.
Schließlich habe ich noch 20 ,^ von den Key-Inseln theils
einseitig, theils zweiseitig durchgezählt resp. abgesehätzt. Bei
diesen habe ich nur die obigen Grenzen gefunden mit ganz ge-
ringen Ausnahmen: 1 mal 7 : 3^/2, einige Male 18 Antenodalen
und 12 Postnodalen, selten 14 Dreieckszellen, mehrere Male 25.
Unter allen Exemplaren habe ich nur 1 mal einseitig in
der Gabelung zwischen Principahs und Subnodalis bis zur Quer-
ader vom Nodus keine Querader gefunden, sonst stets 1 bis
mehrere. Der Submedianquerraum im Hinterflügel war stets mit
mehr als 1 Querader versehen.
Ich nehme an, daß sich der Charakter dieser Art außer
in der Trübung im Gegensatz zu manadensis hauptsächlich in
der geringeren Zahl der Nodalen und Dreieckszelleu ausspricht,
während die Zahl der Dreieckszellen und Discoidalreihen größer
als bei apicalis ist.
12. manadensis Rambur.
(manadensis Boisduval nicht, elegans Guerin, elegans Guerin-
Brauer zum Theil, elegans Rambur nicht, elegans Ramb.-
Selys nicht, oc?//a/a Fabricius nicht, oc?//a/a Fabr.-Selys zum
etett entoinol. Zeit. 1903.
282
Tlieil, oculata Selvs-Füi>ter, ocuhtia Selvs-Ris zum Thcil,
unicolor Selys).
- 'Die geographische Verbreitung umfaßt: Cctebes (Menado
u. a. 0.), Mohikken. Halmahera, Ternate, Ceram, Batjan, Neu-
Guinea, Bismarck- Archipel, Salomons-Inseln.
■ Ueber Rambur's Type von Celebes (nicht Senegal) besitzen
wir die Angaben Hagens:
?': 41/25 18 »nd ?5 mehr als 20 und 10-12; ? und 29.
Außerdem beschreibt Hagen mehrere,^ vonMorotai, Ternate :
? : 43/4 — 5; 10 u. 14—16; bis 40 u. 10—12; 24—26 u. 30-31.
von Batjan, Celebes:
? : 41/2; 18—20 und 12; 28 und ca. 9; 23 und 28.
Brauer giebt für elegans Guer. von Ceram, Neu-Guinea,
Celebes folgende Zahlen (es ist fraglich, ob seine elegans von
Amboina hierbei mit eingeschlossen ist):
? : '4—41/3; 16—22 und 10—13; ca. 20 und ca. 8—10;
22—24 und 25—28.
, Selys macht keine besonderen Angaben für diese Art,
außer: oft 20 Dreieckszellen und 12 Discoidalreihen. Für unicolor
von Menado bringt er:
? : 4; 20 und 16; ca. 20 und ?; 24 und 30.
Förster hat für seine oculata von Neu-Guinea: 1. ,J^,
Süd-Celebes: 2. und 3. ^^ den Salomons-Inseln 4. und 5, ,^
folgende Angaben :
1. 8 (9) : 4; — und -; 28— 31 und 10; 24— 25 und 29— 31.
2. ; ; 28—31 „ 10;
3. ; ; 26—28 „ 10;
4. ; ; 35 „ 10—11;
5. 7 : 4 ; ; 21—23 ^ 10;
Auch die von Ris beschriebenen oc?//a/a - Stücke vom
Bismarck-Archipel gehören hierbei-, obwohl die Trübung im
Hinterflügel nach hinten einwärts sich abschrägt:
? : 4-4,5; ? und ?: 20—25 und 10—12: 24 und 27.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
283
Auch in der Sammlung Dohrn befindoii sich einige Sliiclve
dieser Art, welche dieselben Zahlen zeigen, wie sie in den obigen
Beispielen auftreten. Besonders interessant ist an ihnen noch,
daß die geringsten und höchsten bekannten Zahlen bei ihnen
auftreten :
2 ,^ von Menado haben:
8»/2 : 4^ 20—21 und 17—18; 39—40 und 9—13; 26 und 30.
8:372^19-20 „ 15— 16; 29— 30 „ 7— 10; 24 „ 27.
3 o von Batjan haben:
8:4; 18— 19 und 16; 21— 22 und 8— 9; 23'/2 und 28.
8:4; 18 — 19 „ 16— 17; 33 „ 8-11; 24 „ 28.
8 : 4'/2; 23 „ 12-13; 30 ,8— 11; 27 ., 30.
Ich denke, daß die hier angegebenen Zahlen wohl Förster's
Annahme einer besonderen Art mit außerordentlich reichem
Geäder bestätigen und schließe mich insofern seiner Ansicht an.
Ueber die Namengebung habe ich oben schon geschrieben.
Es käme noch die Frage in Betracht, ob man auf Grund
der außerordenthch weitgehenden Trübung bei nnicolor Selys
diese Form als eine besondere Art betracliten darf. Ich meine,
daß in dieser Beziehung wohl eine ziemlich starke Variation
herrscht, welche die Aufstellung neuer Arten nicht rechtfertigt.
h. Sophronia-Reihe.
13. apicalis Rambur.
(^apicalis Guerin nicht, flucUtans Burmeister, Brauer, ceylanica
Brauer = apicalis Rbr., flvchians Burm. in Brauer 1864, S. 162,
Noyara-Reise 1866 S. 104, tndua Hagenb. nach Burm., de Haan
nach Hag., elegans Ramb. nach Hagen, apicalis Guer.-Karsch).
Dazu vergleiche man palliata Rbr. in Hagen'scher Auffassung,
siehe p. 264—266.
Die geographische Verbreitung umfaßt Java, Celebes,
Philippinen, Neu-Guinea (Sammlung Dohrn), Pelew-Inseln (nach
Selys), Amboina?, Molukken. Dazu die Fundorte der von Hagen
(mit Ausnahme von Hamburgs palHata-Ty^(i) für palliata erklärten
Stett. entomol. Zeit. 1903.
284
Formen, so\veit sie nicht von mir anders gedeutet worden sind :
Ceylon, Nicobaren, Malacca.
Die Type Rambur's von Java hat nach Hagen:
? : 31/3^ 18 und 13—14^ 8 und 5; 24 und 28.
Selys macht folgende Angaben:
? ; 16—18 und ?; 7—12 und 6—8;
Brauer giebt für fluctvans Burm. von Java an:
? : 4; 15—17 und 11— 13; 7—9 und 5: 25 und 281/2.
Die Größen für Hagen's palliata sind:
Nicobar minor ,^ ? : 3: 14 — 15 u. 14—15; 9—10 u. 5—6, 21 u. 24.
„ maior,^ ? : 31/3^ 18—16 u. 12: 13—14 „ 5—6; 22 „ 25.
Nangkovri ,^?: 31/3; 18 „ 15; 9 u. 5 u. mehr; 24 „ 28,
nach Brauer {ceylanica von Ceylon):
,^?:32/3; 18 u. 15; 9—13 u. 5—6; 23 u. 27 1/2-
In der Sammlung Do hm befinden sich 11 ,^ von Java,
diese haben folgende Größen:
9 : 41/4; 18—19 u. 11—13; 10—11 u. 5—7; 27 u. 30.
43/4; ^^ „ 10—12; 9 ,. 5—6; 25 „ 28^/2.
33/4; 17 „ 11—12; 9—10 „ 5—6; 26 „ 291/4.
31/2^ 1"^ r 12; 6-7 „ 5—6; 23 ,, 28.
31/25 13-17 „ 10-12; 8 ,, 5; 23 „ 271/2.
33/4; 17 „ 10—11; 7—9 „ 5—6; 26 „ 291/2.
4; 15—16 „11: 8 ., 5—6; 26 „ 30.
31/2; 16—18 „ 11; 6 — 7 „ 5—7; 24 ,, 28.
31/2; 16—20 ,, 9—10: 9—10 „ 5—6; 23 „ 28.
'V2
9
9
83/4
9V4
9
81/2
9
9
4; 17—18 „ 11—13; 6—7 „ 5—6; 24 „ 29.
33/4; 16 „ 10-11; 6 „ 4-5; 25 ,, 30.
1 ,^ von Neu-Guinea hat:
81/2 : 33/4; 18 u. 11; 8 u. 5; 24 u. 28.
Diese Zahlen dürften von anderen Exemplaren wohl kaum
übei'schritten werden.
Die von Brauer in der „Novara-Reise'' 1866 S. 104 und
vorher 1864 S. 162 apicalis Rbr. (fluctuans Burm.) genannte
Art von den Nicobaren, Singapore, Ceylon hat er schon 1867
Stett. eutomol. Zeit. 1903.
285
S. 11 als rcylanica Br. (d. h. also als paUiata Kamb., siehe
daselbst) erkannt und berichtigt, ihr Gebiet ist durchaus westlich.
14. Sophronia BYin-y,
14 a. var. sumatrana n. v.
{^fulvia Drur}-, manadensis Boisduval, apicalis Gueriu).
Sophronia Drury ist die einzige größere Art, deren Art-
rechte bis heute unangefochten geblieben sind.
Ihrer Färbung und Geäderzahl nach nimmt sie eine so
eigenartige Stellung ein, daß mir ihre Ableitung von verwandten
Arten, besonders in Anbetracht ihrer geographischen Verbreitung
lange ein Räthsel geblieben ist.
Die geographische Verbreitung geht vom Norden und Westen
nach Süden und Osten hin: Malabar, Bengalen, Nepal, Assam,
Birma, Tonking, China, Malacca, Sumatra, Celebes, Amboina,
umfaßt also vorwiegend das Gebiet der westliehen Gruppe,
während Trübung, Geäder und das absolut und relativ große
Pterostigma auf die östliche Gruppe verweisen. Einzelne Charaktere
nähern sie der Gattung Camacinia. von der sie doch wieder
wesentlich abweicht. Nach meinen Ausführungen leitet sich
Sophronia von apicalis ab.
Abbildung und Beschreibung lassen sie leicht erkennen.
Die Queradern in dem Raum zwischen Mediana und Principalis
bis zum Nodus sind bisher nur hier und bei Camacinia gefunden
worden, diejenigen in dem Raum unmittelbar dahinter zwischen
Principalis und Subnodahs sind auch bei oculata, manadensis.
apicalis vorhanden. Die große Zahl der Antenodalen, die schon
von Rambur erkannt wurde und auf welche Hagen und Selys
besonders aufmerksam machen, wird bei keiner andern Art auch
nur annähernd erreicht, während die Zahl der Zellen im Dreieck
der Vorderflügel bei anderen Arten nicht nur erreicht, sondern
auch, zuweilen bedeutend (bei manadensis)^ übertroffen wird.
Die braune Zeichnung und Färbung der- Spitze der Flüg'el sind
ebenfalls charakteristisch.
Stett. eutomol. Zeit. 190;}.
286
In der Sammlung Do hm belinden Hch 10 ,j von Tojiking.
Sie haben:
1
^725
^5— a«
u.
1»-
-ly:
IV— 1«
u.
»;
'ZU,
u.
:i7.
^V2
3'A;
32
1)
17;
13—16
T)
8-
-9:
22
r
27.
^v.
3-V4^
32—35
•}•}
17-
-19;
20—23
■)1
9;
22
1)
27.
^V2
3-V4;
28-29
1)
17-
-18:
17—18
,,
7-
-8;
23
T)
28V2.
^Va
33/4;
28—29
f)
18-
-19;
17-20
T
8-
-9;
23
•,i
29.
'•Vb
3V2^
34
i)
18-
-20;
17—19
•>■)
9:
22
„
28.
^Vs
3^4 5
35—36
17-
-18:
20-22
..
9;
23
„
28.
8
4^
34—35
T'
18-
-19:
15-19
•D
8-
-9;
24
T)
31.
8
4^
35—36
•i
20;
24-30
•)■)
9^
24
11
31.
8
4;
35-39
fl
14-
-20;
22-24
Ti
9^
23
n
29V2.
Die Maße Brauei's (1867) stimmen hiermit gut überein:
? : 33/4; 35 u. 13 — 16; 22 n. 8 — 10; 22 u. 28.
Pterostigma im Postjiodah-aum 2 mal enthaKen.
Hagen führt an:
? : 30—40 u. 16—19; 16—22 u. —11;
Drury's Abbildungen (,j^, $) sind in belretf des Geäders
völlig unzureichend; ebenso diejenige von Don 0 van ($).
Das $ (fulnia Drur}) unterscheidet sich im Geäder nicht
Avesenthch vom ,^ nach Brauer, ist also subisomorph.
Hagen giebt 24 — 36 Antenodalen, 8 — 13 Dreieckszellen,
6 — 7 Discoidalreihen an.
Hier befinden sich 2 $ von Tonking:'
71/2 : 33/4; 27—31 u. 13 — 16; 8 — 10 u. 6; 20 u. 28.
8 : 4; 29—31 „ 15—16; 8—10 „ 6; 21 „ 30.
Beide sind gelbbraun mit stellenweise noch dunklerer Trübung,
subisomorph.
Außer diesen Tonking-Exemplaren sind hier noch 3 o von
Sumatra, welche Herr Dr. Dohrn von dort mitbrachte und
welche von mir in meinen „Odonaten von Sumatra" vorläufig
mit Sophronia bezeichnet wurden.
Sie stimmen mit den obigen Thieren im Geäder befriedigend
Uberein :
Stett. entomol. Zeit. 1903.
287
7 : 31/2; 30-31 u. 17; 19-20 u. 10; 2H/2 n. 27.
7 . 31/2; 33-35 „ 18-20; 25-26 , 10-12; 23 „ 27'/2.
7 : 31/2; 35-36 „ 16; 20 „ 10-11; - „ 281/2-
Nur die Zahl der Discoidalzellreihen ist etwas größer, so
daß die Flügel noch etwas dichter geädert erscheinen. Sie weichen
auch sonst in einigen Punkten von der typischen Art ab; aber
immerhin scheinen mir die Unterschiede zu gering, um darauf
eine neue Art zu gründen. Sicher aber bilden sie eine suma-
tranische Varietät: Neurothe7}ns Sophronia var. stmatrana n. v.
Außer der größeren Zahl der Discoidalzellreihen habe ich
noch folgendes gefunden:
Die Varietät sumatrana hat nur an der Spitze des Hinter-
flügels den schmalen gelbbraunen Rand, am Vorderflügel durch-
aus nicht. Die Hauptart hat denselben auch am Vorderflügel
vollkommen deutlich ausgeprägt und zwar sowohl nach allen
Beschreibungen und Abbildungen, als auch bei den mir vor-
liegenden Stücken von Tonking. Sogar die $ von Tonking haben
ihn, allerdings in weiterer Ausdehnung, mehr als gelbbraune Spitze.
Im hinteren Postnodalraum ist die früher besprochene
Aderung bei var. sumatrana noch reicher als bei der Hauptart.
Ueber die Synonvmie von Sophronia ist noch das Folgende
zu bemerken.
Die von Guerin beschriebene N. apicalis scheint mir mit
Sophronia synonym zu sein; die von gelb umgebene hyaline
Stelle au der Spitze erreicht bei ihm in den Hinterflügeln nirgends
den Rand: das paßt für keine andere Art als Sophronia. Selys
erwähnt auch bei apicalis gar nicht Guerin als Autor, sondern
Rambur, welcher apicalis neu aufstellt und Guerin dabei eben-
falls nicht erwähnt. Letzteres erscheint merk\vürdig, da Rambur
auf derselben Seite Guerin als Autor für elegans erwähnt, es
erklärt sich aber dadurch, daß Rambur nur den Atlas zu Guerin
gekannt hat. Selys ist scheinbar meiner Ansicht gewesen.
Ebenso halte ich die von Boisduval pl. 12, Fig. 1 un-
coloriit abgebildete Ncnrofh. manadensis Boisd. für Nettroth.
Stolt. oiitoniol. Zeit. 190^.
288
Sophronia Drurv. Die braune Färbung des Flügels endet coueav,
so daß die hyaline Spitze innen rund endet. Außerdem hat der
Zeichner den vorderen Rand beider Flügelpaarc vom Pterostigma
bis zur Spitze deutlich dunkel gezeichnet und zwar heller als
die übrige (braune) Färbung. Dies läßt natürlich darauf schließen,
daß bei dem zu Grunde gelegten Exemplar an der Spitze ein
gelbbrauner Kand war, wie er nur bei Sophronia vorhanden ist.
Ich nehme aus beiden Gründen an, daß BoisduraTs nianudensis
identisch mit Sophronia ist, obwohl in der Keschreibung p. 651,
die ülterliaupt dürftig ist, nichts von den beiden Kennzeichen
steht, ja von der Spitze gesagt wird: ,. transparente et saus
couicur iuicunc". Der Zeichner ist corrccter gewesen als der Autor.
■«,
F. Schliiss.
Ich habe in dieser Betrachtung dei Arten der (Jattung Neu-
rothcmis nur die q behandelt. Die $ mußte ich leider unbe-
rücksicht lassen, da mir hierzu, abgesehen von Ihichiana von
Sumatra, ausreichendes Material fehlt.
Bei der Vergleichung der (^ habe ich" von den Appendices
ganz abgesehen, ebenso von der Färbung dieser und des Ab-
domen (hier ausgenommen feralis, eqvesfris^. da sich hierbei
keine faßbaren Untergchiede ergaben.
Gänzlich unberUcksicht gelassen habe ich auch die äußeren
CJenitalien, da mir für ihre Untersuchung die Zeit mangelte und
ich außerdem eine größere Arbeit über dieselben im allgemeinen
\'orbereite.
Ich glaubte so constante Unterschiede in der ^ ariation der
Flüger gefunden zu haben, daß ich damit die von mir unter-
schiedenen Arten sicher begründen konnte.
Die von Kirby aufgestellte und abgebildete Art af'finis
scheint mir nach Kirby^s Abbildung überhaupt keine lYcw-
roihemis zu sein.
Ich hoffe, daß ich ])ei allen Odonaten-Freunden, welche
altes und neues Material dieser Gattung zur Verfügung hubeiJ,
StetL entüHiol. Zeit. J903.
289
mit meinen Ausführungen die Anregung zu einer neuen Dureh-
forschung derselben in meiner Autrassuiig gegeben habe. Es sind
viele Punkte von mir erwähnt worden, welche einer Bestätigung
dringend bedürfen. Vor allen Dingen hat mir das typische
Material der verschiedenen Forscher nicht vorgelegen, und somit
habe ich vieles nur als Vermuthung aussprechen können. Sollte
meine AufTassung sich als verkehrt erweisen, so bescheide ich
mich mit dem Gedanken, nach dem mir zugänglichen Material
und nach voller Ueberzeugung ein wenig zur Aufklärung über
diese schwierige Gattung beigetragen und den Anstoß zu weiterer
Forschung gegeben zu haben. Ich bin gern bereit bei weiteren
Untersuchungen anderer Forscher über unser Material brietiii-h
Mittheilungen zu machen, soweit es meine Zeit erlaubt.
In der folgenden Bestimmungs-Tabelle verstehe ich unter:
Raum « den Raum zwischen Mediana und Principalis
vom Abgange des Subnodalis bis zum Nodus, welcher nur bei
SnphroKia geädert ist,
Raum ß den Raum in der Gabelung zwischen Principalis
und Subnodalis bis zur Querader vom Nodus (oft etwas einwärts
gestellt), welcher nur bei ocidnld, manadensis, apicalis, Sophroniu
oeadert ist.
BtdU. ectomol. Zeit. 1903,
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Stolt. cutomol. Zeit. 1903.
19
292
DescriptioDs of new genera and species
of Phytophagous Coleoptera
ohtained l»y Herr Couradt in West-Africa (C'ameroons)
by ]?Iai*tiii Jac'oby.
The Stettin Museum has submitted to me for examination the
Chrjsonielidae obtained by Herr Conradt at Barombi (Caniaroons)
West-Africa and I give here the descriptions of the genera and
species which seem to be new and to which I have added
u few oihers founded on species, contained in my collection
from other parts of Africa. The West-African fauna has evidentlj
little in common with other portions of that continent and of
which we only now begin graduallj to become acquainted
with the rieh insect fauna. If not stated olhcrwise the locahty
for all the described species in this paper is Barombi; tiiey are
contained in the collection of the Stettin Museum and that
of my own.
Sagra Signoreti Thoms.
To judge by Thomsons insufllcient dcfcription, the speeimens
obtained by Conradt at Barombi must be referred to this species;
the foUowing is a more detailed description. Above dark green,
öubopaque, head and thorax impunctate, antennae comparatively
long, metallic green, the sixth and foUowing joints gradually
elongate; thorax longer than broad, the anterior angles thickened,
slightly ])roduccd outwards. the surface impunctate, opaque;
elytra very finely punctate-stiiate, the interstices slightly wrinkled
anteriorly ^^ ith a row of liiight green punctures near the lateral
margins; posterior femora rather short, ovate, the upper edge
strongly convex, the base with a short space of dense fulvous
pubescence at the inner surface, the apex wnth three teeth of
which the middle one is acute, the ajjical one broader and more
Stett. nntomol. Zeit. 1903.
293
bhuit and the first tooth niore in sliape of an angle and scarcely
dentiform, the posterior tibiae are robust, deeply chanelled within,
the outer edge of the chanell has a tooth or ratlier an acute
angle near the base and another one near the apox, the inner
edge is likewise furnished with a laiger tooth near the apex,
the latter itself is again produced into a strong spurlike tooth,
the anterior and intermediate legs are unarmed; the under surface
is smooth and shining, without pubescence^ prosternum narrow,
perpendicular.
The pubeseence and tlie three teeth of the i)osterior femora
will principally di&tinguish this species from any of its Afriean
congeners.
Lema simplicicornis pj). n.
Subcvliudrieal and parallel, fulvous, shining, thorax sub-
quadrate, with a few minute punctures, eljtra with the basal
portion slightlv raised, finelj punctate-striate, the interstices Hat
and impunctate, the ninth row of punctures cntire, extreme apex
of the tibiae and the tarsi black.
Length 8—9 inih.
Head impunctate, eyes deeply notched, the sapraocnlar
grooves very deep, antennae cxtendinr;- Just below the base of
the elytra, fulvous, the third and fourth Joint equal, shining, the
rest opaque, the intermediate joints slightly thickened; thorax
not longer ihan broad, moderately deeply eonstricted at the
middle, the surface with tvvo rows of vei-y line, irregularly and
widely placed punctures; i-cutelluni trnucate at the apex; clvtra
with very regulär rows of punctures, the latter widely placed
and but slightly smaller at the apex where they are much more
closely approached, the interstices, even at the apex, flat: below
very sparingly elothed with yellow hairs, the extreme apex of
the tibiae and the tarsi black.
The most nearly allied species to this insect is probably
L. mitis Clark likewise from West-Africa of which it may
Stett. entomol. Zeit. 1903. 19^
294
possibly be a variety, as the piincluation of the ehtra and other
details agree verv nearl} ; the i)ieseiit species, of whieh thvee
specinions are belbre me, diders however in the black ajiex of
the tibiae and Ihe similarly coloured tarsi also in the want of
the fuscous ring round Ihc punctures (whieh in itself however
is no mark of distinction) and as the three specimens all agree
in these respeet I must consider them as distinet from Clark's
species. L. Utrgida Jac. from Gaboon has difl'erently coloured
and widened antennae.
Gynandrophthalraa Weisel sp. n.
Reddish-fulvous, the terminal joints of the antennae and
the abdomen (partly) blackish, thorax transverse, impunctate,
elytra distinetly punctured, in closely approached, irregulär rows,
with a large subquadrate black spot below the middle.
Length 41/2—5 mill.
Of posteriorly slightly widened shape, the head impunctate,
rather flat, depressed between the eyes, the latter large, the base
of the clypeus bifoveolate, apex.of the mandibles black, antennae
extending beyond the base of the thorax, the second and third
Joint small, the foUowing trausversely widened, the lower four
joints fulvous, the othcrs blacki-h^ thorax nearly twice and
a half broadcr tlian long, tlightly uarro\Aed anteriorly, the sides
and the i)Osterior angles rounded, narrowly margined, the median
lobe slight, nearly straight, preceded by an obsolete, obhque,
distinctly punctured depression at each side, the rest of the
surface impunctate, fulvous, shining, scutelluni broad, triangulär,
its u})ex pointed; elytra subcylindrical. rather strongly ])unctured
in closely approiiehed, irngular rows anteriorly, the punctures
nearly obsolete near the apcx, below the middle a subquadrate
black patch is placed whicli is farther removed from the suture
than the lateral margins and is of slightly wider shape at the
latter place, the patch is abijreviated at some distance from the
apex; below and the Icgs fulvous, the sides of the llrst and the
Stott. eutomol. Zeit. 1903.
295
entire apical ahdomiiral sogments black; thc tirst joinf df llio
jtoslent)!- larsi as long as the Ibllüwing two joiiits togetlier.
Hab. Gaboon, Congo, Ashanti (iny collection).
A rather variable speeies in which the elytral spot is
sometimes greatly roduced or entirely absent, the abdomen also
is fulvous in a pingle speeimen befbve nie, bat the scnlptuving of
the elvtra is the same in all and will help in the recognition
of the inseet.
Melasoma Dohrni sp. n.
Davk fiüvous, the apical joints of the antennae black.
thorax extremely tinelj and closely punctuved, elytva stiongly
and irregularly punctate, the lateral margin strongly raised in
shape of a costa. accompanied by a deep row of punctures.
Length 6 mill.
Head sparingly punctured, with a central depression; the
clypeus separated from the face by a triangulär groove, antennae
extending beyond the base of the elytra, fulvous, the terminal
six joints black, strongly thickened and transverse; thorax about
twice as broad as long, the anterior margin deeply concave, the
lateral ones straight at the base, rounded near the anterior angles,
the surface closely impressed with very small and slightly larger
punctures, the sides scarcely more strongly punctured; elytra
wider at the base than the thorax, the Shoulders prominent, the
punctuation rather strong, irregulär but -not very close, with
a Single row of line punctures accompanying the suture, the
lateral margins strongly thickened and at the extreme edge
impressed -with one or two rows of punctures, below and the
legs entirely fulvous, with some punctures at the base of the
first abdominal segment; prosternum very narrow.
This speeies is of much darker colour than .)/. lirida Stal,
)I. unicolor Jac. and M. discoidalis Jac. also of general smaller
size; the antennae are longer and of different colour and the
thorax is tiuely and closely punctured. M. tibialis Weise has
Stett. entomol. Zeit. 1903.
296
differcntlv coloured legs and tlie sculpture of" tlie thorax diff'ers.
Two .specimons are belbre nie.
Eumolpidae.
Macetes thoracica sp. u.
Broadly siibquadratc- ovate, metallic greenish or obscure
aeneous, aiitennae piceous, head rugose-punctate, thorax broadly
subquadrate, very closely and distinctiy punctiired, elytra clothed
with white silky ])ubescencc, extremely minutely punctured, legs
metallic aeneous.
Length 71/2 niill.
Head broad and flat, closely nigosely punctured with
a narrow longitudinal central groove, clypeus not separated IVom
the face, its anterior niargin straight, niandibles robust, antennae
short and robust, piceous, the second Joint slightly louger than
the third, terminal joints thickened; thorax nearl}^ twice as
broad as long, subquadrate, the lateral margins indicated only
by a narrow short ridge at the base, the median lobe broad
and truncate, the disc tinely and ver}' closely punctured, especially
so at the sides A^ here the punctures are partly trausversely con-
fluent, the middle with a narrow smooth longitudinal space, the
interstices finely pubescent, scutcllum mach broader than long,
subpentagonal, sparingly punctured; elj'tra shghtly wider at the
base than the thorax, narrowed posteriorly, obsoletely transversely
depressed below the base, extremely tinely and closely punctured
and clothed with longish white, silky pubescence; below and
the legs obscure cupi-eous. the femora with a small tooth, claws
bitid, prosternum much broader than long.
Hab. Lake Nyassa.
Of this species I possess t\\() specimens, one of greenish,
the other of aeneous coloration, they differ from M. albicans Chap.
in the cupreous, not ferrugineous tibiae and in the larger size,
but Chapuis description is in other respect unrecognisable as it
consists of three hnes.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
297
M. Perringneyi Lcf. lias a lincly punctured not riigose
head, ferrugineous antennae and dilVer? in many othor })articulars,
M. clypeata Jac. likewise dilVers in tlie siniply imnctuied head,
light brown antennae etc. Tlie thorax in the present insect
is very broad and there is a small smooth slightly raised space
visible neav the anterior angles.
Pseudocolaspis Duvivieri sp. n.
Dark fuscous, clothed with white pubescenee, the basal
joints of the antennae and the legs dark fulvnus, thorax sub-
cylindrical, finely and closely punctured, elytra extremely linely
and closely punctate.
Length 5 mill.
Of dull, opaque appearance, the head rugose-punetate, clothed
with Short white pubescenee, antennae black, the lower five
joints dark fulvous, second and third Joint nearly equal but the
latter thinner in shape; thorax subcylindrical, sculptured like
the head and similarly pubescent, scutellum transverse, of usual
shape; elytra without any basal depression, rather niore tiuely
punctured than the thorax, clothed with short silky white hairs,
which nearly obscure the seulpturing: legs dark fulvous, strongly
punctured, the femora with a distinet tooth.
Hab. Moliro (Congo) J. Duvivier.
There are but few equally sombre coloured species of
Pseudocolaspis, P. Lefevrei Baly being perhaps more nearly
allied in coloration. In the insect before me, the elytra have
no basal depression and are clothed like the res/ of the surface
with iine silky hairs of a cream coloured tint. I possess a single
specimen given to nie by the late A. Duvivier and which was
obtained by his brother in the locality quoted.
Pseudocolaspis tuberculata sp. n.
Below and the legs obscure cupreous, antennae black, head
and thorax strongly rugose-punetate, the interior of the punctures
partly metallic green, elytra purplish-black, closely and strongly
Stett. entomol. Zeit. 1903.
298
puncturcd, the base (in shape of a transverse band) metallic
golden, the })Ostevior half fiirnished with .similarly coloured small
isolated tubercles, femora strongly dentate.
Length 51/2 mill.
Head elosely and strongly rugose-punctate, the vertex black,
the lower portion and the surroundings of the eyes, metallic
eupvcous, antennae black, the fivst Joint cupreous; thorax sub-
cvlindrical, narrowed anteriorly and posteriorly, sculptured like
the head, an impressed longitudinal line at the middle and the
sides more ov less metalhc, rest of the suvface blackish, scutelliini
oblong, punetiived, metallic; elytva ^yider at the base than the
thovax, feebly transversely depressed below the base, elosely
and strongly punctured, black, the base, as fav as the de]>ression,
pale golden and the interstices strongly rugose, the posterior
portion furnished with rows of small golden tubercles, plüced
at oqtial distances, the interstices sparingly provided Avith shorl
erect hairs; below and the legs obscure cupreous, rugosely
punctured, legs rather long and slender, femora Avith a strong spine.
Hab. Camaroons (ni}' collection).
There will not be any great difficulty in recognizing this
species from its many allies, on accouut of the tuberculate elytra,
these tubercles and the other metallic portions are all of brassy
golden colour which occupies the interior of the punctures.
I only know a Single specimen of this species.
Menius Conradti sp. n.
Metallic green or cupreous, head and thorax strongly and
elosely punctured, elytra as strongly punctured in elosely approached
rows, the sides still more strongly punctate, the interstices at the
same ])lace, obsoletely costate, femora strongly dentate.
Length 7 — 8 mill.
Head convex, with a deep longitudinal central groove, the
Vertex strongly and elosely punctured, clypeus separated from
Stelt. ontomol. Zeit. 1903.
299
the face by a deep transverse grnove, finelj piinctured, eyes
suiTOunded by a very deep siilcus, antennae extending slightly
beyond the middle of the elytra, metallic green, the terminal
flve joints dark blue, slightly widened, basal Joint very short,
almost subquadrate, second and third Joint nearly equal, the
following joints more elongate; thorax subconical, the sides
straight, the angles acute, the disc very convex, slrongly and
closely piuictured, posterior margin broadly but slightly prodiiced
at the middle, scutellum impunctate; elytra wider at the base
thaii the thorax. the Shoulders prominent, the surface strongly
and closely punctured in somewhat irregulär rows, the punctures
larger at the sides and the interstices obsoletely longitudinally
costate at the same place; below and the legs metallic green,
the intermediate and the posterior tibiae deeply emarginate at
the apex, the femora with a strong tooth, claws bifid, the inner
division very small.
Allied to M. sttbcosfatus Jac. from Gaboon, but the thorax
in the present species nuuh longer, subconical and the punetuation
of the elytra closer and stronger; the female is larger and the
antennae are shorter, otherwise there is no important difference;
the species has much the resemblance of a small Corynodes but
the deeply emarginate tibiae and dentale femora belong to Menins.
Menius parviilus sp. n.
Metallic green or aeneous, the antennae (the apical joints
excepted) and the legs pale fulvous, thorax strongly but not
closely punctured, elytra strongly punctate-striate, the interstices
very minutely and sparingly punctured; abdomen piceous, femora
wilh a small tooth.
Length 3 mill.
One of the smallest species of the genus, the head with
a few tine punctures, the eyes surrounded by a deep suleus, the
clypeus separated by a sluillow groove, its anterior e(\ge with
two minute teeth, antennae comparatively short and stout, the
Btett. entomol. Zeit. 1903.
300
apical two joints blackish, the others fulvoiis; thorax twieo as
broad as long, narrowed anteriorlv, the sides nearly straight,
posterior margin n(»t produced at the niiddle. nearly evenlv
rounded, the surface strongly and remotely punctured, the punctures
extending to the sides; elytra oblong, deeply punctate-striate,
the interslices flat, except near the lateral margins, minutely
punetured.
The sniall size of this species and the dilVerently shaped
clypeus, together m ith the sculpture of the thorax, the punctures
of which extend to the margins, distinguishes it.
Menius semipiceus sp. n.
Obscure aeneous, the abdomen piceous or dark fulvous, the
antennae and legs flavous, thorax strongly transverse, distinctly
and semiremotely punctured; elytra strongly punctate-striate, the
interstices very feebly convex, femora with a small tooth.
Length 4 mill.
Head entirely aeneous or fulvous with aeneous gloss, very
finely and remotely punetured, with a short central groove,
clypeus separated from the face by an obHquely shaped depression,
wedge-shaped, not more strongly punetured than the head,
antennae rather long and slender, flavous, the basal Joint short
and stout, the second nearly as long as the third Joint but thieker,
terminal joints slightly thickened, more or less stained with
fuscous; thorax nearly three times broader than long, the sides
feebly rounded, with a narrow reflexed margin, posterior margin
oblique at the sides, the median lobe short and straight, the
surface rather strongly but not very elosely punetured, the sides
near the margins nearly impunctate; elytra as wide at the base
as the thorax, with strong and elosely punetured Striae, those
below the Shoulders as usual. abbreviated anteriorlv, the punctuation
near the apex much finer; the breast aeneous, the abdomen
fulvous, legs flavous, the knees sometimes piceous; prosternum
broad, narrowed at the base, the margins raised.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
301
Gloselj allied to M. chalceafns Lef. and M. mridiaeneus Jac.
but differing from Ihe first named in thc colour of the antennac
and legs and in the uoncostate elytral interstices, and from the
other species besides the same ditterences, in the mach morc
transversely shaped thorax^ in all specimens before mc ^hich
includes both sexes, the breast is nietallic and impunctate and
the abdomen piceous or fulvous which will further help to
separate the species.
Menius flavimanus sp. n.
Metalhc greenish or bluish, the antennae black, the apieal
Joint fulvous, thorax rather closelj and strongly punctured, elytra
very deeply punctate-striate, the interstices scarcely raised, legs
flavous, the femora with a distinct tooth.
Length 51/2 mill.
Of oblong shape, the head somewhat rugosely punctured,
with a central longitudinal groove, the eyes surrounded by a
distinct sulcus, strongly emarginate, clypeus transverse, separated
by a deep transverse groove, closely and finely punctured, its
lower edge slightly triangularly concave, labrum obscure flavous,
antennae slender, black, the last or the apieal two joints, fulvous,
second Joint as long as the third, the basal two or three joints
flavous below; thorax transversely sub-conical, the sides nearly
straight, the anterior angles rather produced, anterior margin
about one third narrower than the basal one, the disc closely
and tinely punctured, the punctures of unequal size, not quite
extending to the lateral margins, scutellum impunctate; elytra
oblong, slightly wider at the base than the thorax, very deeply
and strongly punctate-striate, the punctures somewhat transversely
shaped and much liner near the apex, the interstices flat and
impunctate; below smooth and shining, the legs flavous, the
posterior tibiae but feebly emarginate near the apex, all the
femora with a distinct tooth; prosternum broadly subquadrate.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
302
This Menins may be distinguished froni other nearly siniilarly
coloured species hy the close punctuation of thc head and thorax
and thc strong and deep puuctures of the elytra, in conncction
with the colour of the antennae and that of the legs.
Rhembastus subaeueus sp. n.
Ovately rounded, pale fulvous with metallic lustre, lower
joints of the antennae and the legs pale testaeeous, thorax short,
distinctly but not closely punctured, elytra more strongl}' pnnctate-
striate, the interstices slightly raised at the sides, with a few
minute punctures.
Length 41/2 miH-
Of rather rounded shape, the head with a few linc punctures
and a distinct central groove, the clypeus separated from the
face by another angulate transverse groove, rather more closely
punctured, labrum fulvous, apex of mandibles black, eyes oblong,
distinctly emarginate, antennae extending to about the middle
of the elytra, the lower six and the base of the following tAvo
joints testaeeous, the rest black, basal Joint short and stout,
second one distinctly shorter tlian the third Joint, this and the
following Joints elongate, the terminal one thicker; thorax about
twice as broad as long, narrowed towards the apex, the sides
nearly straight, with a narrow reflexed margin, the surface rather
remotely and distinctly punctured, the punctures not quite extending
to the lateral margins, posterior margin rounded and produced
at the middle, scutellum impunctate: elytra not wider at the
base than the thorax, convex, rather strongly punctate-striate,
very finely so near the apex, the punctures below the Shoulders
not extending to the base; below pale fulvous, legs pale flavous,
the femora with a small tooth, the claws bifid, the prosternum
deeply longitudinally concave.
Of this species there are two exactly similar specimens
before me; they are no doubt aliied to R. micans Gerst.
{trivialis Gerst.) but difFer in the less elongate shape, the much
Stett. entomol. Zeit. 1903.
303
palev coloi-ation M^th only u slight aeneous gloss and in the
move tinely and cvcnly pmictuved elytra, the general size also
is lai-gev and the „habitat^'- quite dilterent. There are a good
niany species of this and closely allied genera found in Africa
onlv lo be sepavated by careful examination and of which a
detailed deeciiption is absolutelj necessavv to distinguish them.
Eurydemus marginatus Jac.
Pale fulvous, the head and thorax impunctate, the latter
with two longitudinal black stripes, elytra strongly punctate-
striate, the interstices convex, fulvous, a sutural and marginal
stripe, a spot on the Shoulders, another below the middle and
a narrow transversa band below the base, black.
Lenwth 5 mill.
Head entirely impunctate, eres large, deeply triangularly
emarginate, clypeus separated from the face by a shallow groove,
the surface with a few fine punctures, labrum fulvous, apex of
mandibles black, antennae extending beyond Ihe middle of the
elytra, fulvous, the second Joint scarcely shorter than the third;
ihorax transverse, the sides feebly rounded, strongly narrowed
anteriorly, the disc impunctate, fulvous, with two black longi-
tudinal narrow bands, from the base to the apex and slightly
sinuate in shape, scutellum black; elytra transversely depressed
below the base, strongly punctate-striate, the interstices convex,
especially so at the sides, the ground colour pale fulvous, a narrow
sutural and marginal band (the latter sometimes widened at the
middle) the humeral callus, a spot below the middle, and a
transverse band within the elytral depression black; below and
the legs fulvous, the femora with a strong tooth.
In comparing the three specimens contained in this coUection
with the typical specimen of this insect, I can come to no other
conclusion, then that the insect which served me for the type
is but an aberration of those of which I have giveu the description
above, as one of the specimens is intermediate in regard to the
Stett. entomol. Zeit. 1903.
304
mavkings of the thorax and elytra; the punctuation of the head
is somewhat variable, in some specimens almost absent, but the
impunctate thorax, rather large eyes, convex interstices of the
elytra etc. will help to distinguish the species.
Halticidae.
Phygasia basalis sp. n.
Pale testaceoiis, the antennae (the basal and apioal Joint
exce|)ted) fuscoiis, Ihorax impunctate, wilh deej) basal sulcation,
elytra very niinutely and closel}- punetured with a rufous basal
patch surrounding the scutellum.
Length 5 mill.
Head impunctate, the frontal elevations strongly raised,
trigonate, carina broad and flat, palpi strongly incrassate, an-
tennae extending just below the base of the elytra, fuscous, the
basal three joints flavous, the last one fulvous, third Joint slightly
longer than the fourtli; tliorax transverse, the sides strongly
rounded at the middle, with a rather broad reflexed margin, the
anterior angles obliquely truncate and thickened, the surface im-
punctate, with a broad transverse basal sulcus of usual shape,
pof-terior angles dentiform; elytra wider at the base than the
thorax, very finely and closely punclured, pale flavous, with
a sutural rufous patch (more or less distinct) which extends
nearly to the middle of their length but laterally not as far as
the Shoulders; below and the legs pale flavous.
Separated by the pale colour and the elytral rufous mark
from any other species of the genus.
Sebaethe pallidicornis sp. n.
Pale testaceous, antennae long and siender, head and thorax
impunctate, elytra microscopically punetured.
Length 4 mill.
Smaller and narrower than S. iorrida Baly and of a very
pale testaceous colour, the head impunctate, the frontal elevations
Stett. entomol. Zeit. 1903.
305
subquadrate, bounded behind by a deep semicircular groove, eyevS
large, antennae nearly extending to the apex of the elytra,
testaceous, the basal Joint long and elender, the seeond scarcely
half the length of the third Joint, fourth and following ones
eloiigate, nearly eqiial; thorax nearlj three times broader than
long, the sides feebly rounded, with a narrow reflexed margin,
the siirface convex, shining, impunctate, scutellum triangulär^
elytra very slightly widened towards the middle, nearly impunctate,
a few fine punctures only being visible under a very strong lens;
below and the legs coloured like the iipper surface, the meta-
tarsus of the posterior legs longer than the following joinls
together.
Hab. Cameroons (Conradt). My colleetion.
S. pallidiconiis is doubtless closely allied to S. lateritia
Dahlni. (sub Haltica) but ditfers in being pale te.-^taceous in
colonr not rufo-ferrugincus, in having entirely nnieolorous antennae,
a niuch broader thorax and the elytra nearly impunctate, not
the sides more strongly punctured as the description says of
S. lateritia.
Jamesonia (Thrymnes) castanea sp. n.
Chestnut-brown, the antennae black (the last Joint fulvous)
thorax and elytra cxtremely iinely and closely punctured, below
tinely pubeseent.
Length 6 mill.
Of broadly ovate shape, dark brown, shining, the head
with a few fme punctures, deepl}^ transversely grooved between
the eyes, frontal elevations strongly raised, transverse, carina
ver}' long and acute, ej'es very large, antennae extending below
the base of the elytra, robust, black, the apical or the two
apical joints fulvous, third Joint distinctiy shorter than the fourth,
this and the following joints rather short and wide; thorax one
half broader than long, the sides nearly straight, shghtly narrowed
anteriorly, the posterior margia strongh' rounded, the anterior
Stett. entomol. Zeit. 1903.
306
angles slightlv obliquely Iruncate, the disc convex, very finel}'
and closelv puiiclured; eljtra wider at the ba&e tlian the thorax,
oblong and convex; below clothed with thin yellow pubescence,
the posterior femora strongly incrassate, tlie tibiae rather widened,
the posterioi- oncs armed Mith a long spur; prosternum extremely
narrow, the coxal cavities open.
This is the largest speeies of the genus known and allied
to J. tmicostata Jac. biit larger and of entirelj dark brown
colour, the autennae black; I cannot speak with certainty about
the sex of Ihe specimens before me but I believe that thev
represent both sexes, as in one speeimen the antennae are
distinetly longer and have the second and third Joint phorl and
nearly equal, the last abdominal segment has also a shallow
transverse depression at the apex.
Nisotra Dalmani sp. n.
Ferrugineous, the ai)ical joints of the antennae black, head
and thorax scarcely perceptibly punctured; elylra blackish-biue,
geminate punctate-striate.
Length 4 mill.
Head very convex at the vertex, scarcely pun( tuved, frontal
olevations absent, clypeus siibquadrate, with a few distinct
pnnctures, transversely grooved behind, the groovcs obliquely
continucd in front of the eyes, antennae comparatively long, but
not extending to the middle of the elytra, black, the lower
five joints l'ulvons, third and fourth Joint equal; thorax twice as
broad as long, the sides nearly straight, the angles acute, the
anterior ones slightly produced, the anterior niargin with a short
perpendicular groove behind the eyes, posterior margin oblique,
the median lobe rounded, moderately i)roduced, the surface
extremely iinely punetured, only visible under a strong lens,
seutellum fulvous; elytra rather strongly punetured in about
eight distinct double rows, the lateral ones consisting of single
punctures and the interstices at the same place slightly longi-
Stott. cntomol. Zeit. 1903.
307
tudinally convex, the punctures distinct to the apex; below black,
the legs ferrugineous, the posterior femora sometimes piceous.
I cannot identify this species with N. dilecta Dalm. (sub
Haltica) on account of the simply punetate-striate elytra of that
speeies. Dalnian gives a very detailed deseription of bis iiisect
and would certainly have mentioned the geminate rows of elytral
punctured liad they been there, he also gives the sides of the
thorax as rounded, which is not the case in the present species;
otberwise the two inseets seem very closely allied.
Cladocera uniformis sp. n.
Fulvoiis, the apical joints of the antennae piceous, thorax
very iinely and closely punctured, elytra opaque, verv eloseh'
semirugose punctate, below paler, tinely pubescent.
Length 8—9 mill.
A comparatively small species of uniform coloration, the
head with a few fine punctures, the antennae not extending to
the niiddle of the elytra, nearly black, Ihe lower three joints
and part of the fourlh fulvous, the third slightly longer than the
second, the fourth the longest and like the following joints slightly
triangularly widened, the terminal one fulvous at the apex, thorax
more than twiee as broad as long, the sides nearly straight, the
posterior margin sinuate, oblique at the angles, the surface verv
closely and tinely punctured, obscure tlavous with traces of darker
Spots at the sides and middle, scutellum broad, impunctate, elytra
opaque, obscure fulvous, extremely closely and scarcely more
strongly punctured than the thorax with the interstices more or
less tinely wrinkled, underside rather paler, the legs fulvous,
the tibiae and tarsi slightly darker; clothed with fine yellow hairs.
Hab. Ikutha, Centr. Africa.
I have Seen several specimens of this speeies whieh I received
from M. Clavareau but all I believe behmg (o the female sex
in the male the antennae may ])Ossibly dilVer strueturally.
The species resembles in coloration C. fciiioralis Gerst. but is
StcU. entomol. Zeit. 1903. OQ
308
of half the size only and lias the legs a uniform fulvous colour,
tlie antennae and the elytral sculpture also diß'ers.
Cladocera spectabilis Pei-ing.
Tliis species described in the Trans. Philosoph. Soc. S. Africa
1892 secms without doubt identical with C. angolensis Jac.
(Proceed. zool. Soc. Lond. 1882).
Notomela fulvofasciata sp. n.
Subquadrate-ovate, fulvous below, head and thorax greenish
blaek, extremely minutely and closely ])unctured, elytra j)unctate-
striate, blackish, with a very broad transverse fulvous band iit
the middle of the disc, legs bluish-black.
Length 4 mill.
Head very minutely punctured, coriaceous, blackish, ^A ithoul
any elevutions, the clypeus not separated from the face, antennae
widely separated, black, the ]o\Aei- three joints fulvous, the rest
blaek, not extending to the middle of the elytra, the inter-
mediate joints somewhat triangularly widened, terminal joints
elongate, clothed with yellow pubescence; thorax transverse, the
sides ronnded and narrowed towards the apex, the ante'-ior
angles somewhat produced outwaids, the siirface rather eonvex,
sculptured like the head, black, with a slight metallic greenish
gloss, scutellum small, black, triangulär; elytra punclate- «triate,
the punctures closely placed, the interstices shghlly raised and
very linely punctured, those at the sides niore distinctly raised;
below fulvous, the legs blackish, with a metallic hue, the base
of the femora and that of the tibiae, more or less fulvous, posterior
femora strongly incrassate, anterior coxal cavities closed.
This is the second species of the genus characterised by
me in the Proceedgs. Zool. Soc. 1901; like the type, the
present insect was obtained at the same locality and by the
same collector; it difi'ers however rather strongly (inter alias)
by the structure of the head, in which the clypeus is not markcd
and the frontal elevations are absent hat agrees in every other
Etott. Plitoniol. Zeit. 1903.
309
structural detail; the widely separated antennae in connection
with the punctate - striata ehtra are verj charaeteristic of
the genus.
Physonychis Dohrni sp. n.
Testaceoiis, the apical joints of the antennae black, head
and thorax rugosely pimctured, scutelkim testaceoiis, elytra
metalhc green, closely punctuied and transversely wiinkled.
Length 71/2 mill.
Closely allied to P. üiridipennis üalm. and P. nigri-
frons Weise biit 1 think specifically distinet, it \\ill only he
necessary to point out the diflerences, the head in the pvesent
species is entirely testaceous, not black at the veitex, the frontal
tubercles are large and divergent, the antennae have slender
joints and the fourth Joint is distinctly longer than the third
(in P. viridipennis these joints are nearly cqual and shorter)
Ihe thorax is nearly rugosely and niuch niore strongly punctured
and the scutellum as well as the elytral epipleurae are testacrous,
not black and metallic blue respectively.
Hab. Sierra Leone (my collection).
Physodactyla Gerstaeckeri sp. n.
Fulvous, Ihe apical joints of the antennae black, thorax
narrowed in front, evenly and closely punctured, elytra punctured
like the thorax.
Length 9 mill.
Head with the vertex rather closely punctured, the frontal
elevations fairly broad as well as the carina, antennae robust,
black, the lower three joints fulvous, (he fouith and following
joints equal, shorter than the third Joint; thorax about one half
broader than long, the sides very feebly rounded, narrowed
towards the apex, rather broadly flatttened, the anterior angles
thickened, the posterior ones acute, the disc rather closely and
evenly punctured, the punctures round and rather sniall, elytra
Stutt. eDtoniol. Zeit. 1903. 20*
310
similaily punctured; bel.iw nud tlie legs fulvous, tlie tibiae iiiul
tavsi more or less stained with hlack as well as the claws.
Hab. Ikutba (Africa or.), my collection.
The punctuation nf this spccies is quite distinct from tliat
of P. africana Chaj). aiui the general coloration is dark fulvous
and Shilling; it cannot l)e identlcal wilh P. nigripes Weise as
tbat spccies is described with entirely black antennae and legs
and a strongly punctured iipper surfaec. P. collaris Weise dißers
in having rouiided sides of the thorax and the same parts rugosely
punctured. Physoma hrunnea Weise resembles somewhat the
present species but has slender, not robust antennae and the
elytra nuicli more closely and finely punctured.
Galerucidae.
Oides sublaevipennis sp. n.
Broadly ovate, black, ubove obscure testaceous. shining,
thorax extreniely tinely and remotely punctured, elytra not more
strongly but more closely and irregulär]}- punctate.
Length 12—13 mill.
Head impunctate, the frontal clevations transverse, strongly
raised and oblique, joined to the clypeus, the latter broad and
impunctate, antennae sliort and robust, black, the basal two
joinls testaceous, the third and Ibllowing joints about twice as
long as broad; thorax nearly three times broader than long, tlic
sides rather strongly rouiidcd, narrowed near the apex, the
anterior angles blunt, the surface extremely minutely and rather
sparingly punctured, with a doep oblique groove at cach side
near the lateral margins, scutellum broad, with a few j)unctures
or impuurtate, elytra widened at the middle, .'carcely more
strongly but more closely punctured than the thorax; below and
the legs black, clothed with line yellowish ])ubescence.
Hab. Abbeokuta, Africa.
This sj)ecies is so clt^scly ailied to 0. fcmtginea Fab. that
I am somewhat doubtful aliout its spccilic distinction, 1 have
Sfulf. eiitoniol. Zoit. 1903.
however seen u good inaii>- speeimeuH und as all aie alikc
I inust considev tlie species distinct; the dißerences consist in
the obecure testaceous, althouuli of a davkibh tint instead oi" tlic
leiTusincous colonr of FabriciiiP iasecl cuul in the flner and les.s
close pimctuation (»f tlie elvtra, tliese in 0. ferruginea are
oxtremel}- closely punctured bat in the present in?ect the puuctiires
are much move separated and distinctly finer, lastly the penis is
of different shape, this organ in 0. ferniginea has the lateral
margins at the anterior eavity distinctly raised aud angnlate,
from the angle to the apex obhquely narrowed and the apex
itself i)roduced into a rounded point or short projeetion-, in the
jtresent species. the anterior eavity is smaller, the sides are
neither raised nor angulate but the apex is of similar structure.
Oides minor sp. n.
Pale fulvous, the antennae (the basal joints excepted) and
the tibiae and tarsi black, thorax with a few minute punctures,
elytra extremely closely and finely punctured.
Length 8—9 müh
Head inipunetate, fulvous, Irontal elevations narrowly trans-
verse, antennae robust, extending beyond the middle of the elytra,
black, the lower four joints fulvous, the second Joint half the
lenoth of the third, the fourth longer than the preceding one,
the following joints shorter again; thorax about twice as broad
as long, narroAved anteriorly, the sides feebly rounded, the
anterior angles distinct but not produced, the surface somewhat
depressed at the base, the basal margin straight at the base,
obliquely rounded at the sides, the disc with a few extremely
minute i)unctures at the base, scutellum pale, triangulär, pointed,
elytra widened towards the middle, tiuely and very closely
punctured, the interstices slightly rugose, the inner margin of
the epii»leurae continued to but disai)pearing below the middle,
below fulvous, the legs robust, the tibiae and larsi black, the
last abdominal segment concave at the i)Osterior margin (^?).
Stett. entomol. Zeit. 1903.
312
Hab. KubatnbHve, Congo (Belgian Mus. CoUection and
111 V own).
Aniongst llie unicitloroius African species, the presciit one
is the smalk'st known to mc aiid to be distinguished oii Ihat
accouiit and by the black tibiae and tarsi.
Diacantha Conradti sp. n.
Fiilvous, the antennae (the basal joints exeepted) the breast
and the legs black, thorax very finely punctured, with a distinct
transverse sulciis; elytva finely and rather closely ]>unctured,
reddish-fiilvous, a basal sjiot on the Shoulders, two spots before
the middle, another below the latter ncar the suture and the
lateral and apical margin, in shajie of a curved band, black;
abdomen flavons.
Mas. Elytra with a small red tubercle near the a))ex at
the snture.
Length 6 mill.
Head impunctate, the frontal elevatioiis narrowly transverse,
earina elongate and narrow, antennae filiform, black, the lower
two or three joints flavous, third Joint slightly longer than the
fourth; thorax transverse, the sides but little narrowed at the
base, tlie snlcus rather deep, placed at the middle, (he surface
finely but not very closel}^ punctured, scutellum fulvous; elytra
slightly widened posteriorly, with a distinct depression below the
base, very finely and somewhat closely punctured, fulvous, the
lateral margins, widened into a spot before the middle and into
an angle below the latter, a sj)ot on the Shoulders, one near the
suture before, another below the middle and the ajiieal margins
black; anterior femora unarmed, the others with a spine; ab-
domen flavous. In the markings of the elytra, this species
resembles somewhat D. Deusseni Karsch, but the thorax in that
insect is spotted and the number and position of the elytral
spots is quite different; the mal^^ of the present species has
a small elongate tubercle placed near the suture and near the
Stett. entomol. Zeit. 1903.
313
apex, in the ieinule the last abdominal segment is simple and
nearly truncate.
Asbecesta dimidiaticornis !-|>. u.
Flavous ov testaccous, llie intermcdiafc joints of the aiitennae
black. the head and thorax impunctate, the thoracic basal sulcus
deep, elytra elosely but not decpl.v pniictured.
Length 4^/2 mill.
Head impnnctate, with .sli-ongU devoloped frontal tubercles,
dypeus s\\()llen, transvevse, apical Joint of the palpi piceous,
antennae with compaiatively slender joints, the lower four and
the apical thvee .joints tlavous, the others black, basal Joint short
and thick, the second, widened at the apex, shortev than the
thivd, the following joints rather longer and somewhat widened;
thorax of nsual shape, constricted at the base, the transversa
sulcus deep, the disc impunctate; elytra elosely and distinctly
punctured, the punctures rather shallow but distinct to the apex;
below and the legs flavous, the last abdominal segment of the
male with the usual incision at each side, the median lobe
transverse, Hat, concave at the outer margin.
The antennae in this species are propoitionately more
slender in regard to each Joint then is generally the case in this
genus, although ofherwise the inseet is quite typical, it is
distinguished from its aliies by the colour of the antennae and
the uniform pale general coloration.
Asbecesta rufo-basalis sp. n.
Testaceous, the thorax impunctate, deeply Iransversely
suleote, elytra strongly and elosely punctured, flavous er testaceous,
a transverse band at the base and the sides narrowly rulbus.
Length 5 mill.
Head impunctnte, the frontal elevations distinct, antennae
flavous, the joints short and stout. the second slightly shorter
than the ihird Joint, the terminal ones rather more elongate;
thorax narrONved at the base, rounded at the middle, the surface
Stett. entomol. Zeit. 1903.
314
imj)unctate, llavmis, thc transverse sulcus doep, scutelluni tcstaceous;
c'Ivtra stronglv and closely i)unctm-cd, with a transveise riifous
Ol- dark bvown band occupying aboiit one third of tboir length
and connected with the similavly coloured lateral margins, tbc
rest of tbe disc testaceous; below and tbe legs of the latter colour.
The rufous elytral lateral margin in Ibis spccies is much
narrower tlian Ibe band at tbe base and extends to the a[)ical
angle; this insect bears some resemblance in coloration to several
spccies of .)lonolepfa and Diacanfha.
Galerucella sericea sp. n.
Below piceous, the head and thorax fulvous, tbe ibrnier
with one, the latter with three black s])ots, elvtra closely covei-ed
with green silky pubescence, legs fulvous spotted with blaek.
Length 8—9 mill.
Head very linely granulate, flavous, tbe vertex with a large
blaek spot, the base of tbe antennae likewise blackisb; antennae
short, black, the lower three Jnints fulvous, tbe third Joint one
half longer than the second, the fourth vnore elougate and the
longest, the following shorter, terminal joints slightly thinner,
not extending much below the base of the elytra; thorax about
twiee as broad as long, tbe sides subangulateh' rounded at the
middle, tbe posterior margin oblique at the angles, the anterior
angles obiuse, the disc with a very shallovv depression at each
side, sculptured like tbe head (minutely granulate wilb larger
])unctures) flavous, a large round spot at the sides and a lougi-
tudinal band at tbe middle, black, seuteHum broad, llavous, ils
a})ex truncate, elytra extremely minutely punctured, with a short
longitudinal sulcus near the lateral margins below tbe middle,
the entire surface closel}' covered witb silky metallic greenish
pubescence; below piceous, very tinely pubescent, the margins
of the abdominal segments flavous, legs of the latter colour, the
femora at the middle and thc tibiae and tarsi blackisb, the meta-
Stett. cntomol. Zeit. 1903.
315
tarsus of tlie jxisteiior legs as long as the fnllowing two joints
together, elaws bifid, the anterior coxal cavities open.
Hab. Sassa, Bahr el Ghazal, also Cameroons.
This is a well distiuguished species of which I have feen
thiee. apparently female speeimens; it differs from any of its
Africau allies in the silky green pubescenee of the elytra.
Luperodes castaneus sp. n.
Broad and elongate, blaek, thorax transverse. pale fulvous,
impunctate, elytra reddish-brown, very closely and strongly
punctured, under side thickly clothed with grey pubescenee.
Length 8 mill.
Head blaek, shining and impunctate, transversely grooved
betweeu the eres, Avith a small central fovea, frontal elevations
and carina broad and tlattened, antennae rather short, not
extending to the niiddle of the eljtra, blaek, the lower thi-ee
joinls shining-, the others pubescent, seeond and third Joint short,
bat the latter Joint double the length of the preeeding one, the
following somewhat thickened, the terminal two joints more
elongate and slender; thorax twice as broad as long, the sides
feebly rounded and very slightly narrowed anteriorly, the anterior
angles slightly obliquely thickened, the disc rather convex, shining
and impunctate, durk tlavous, scutelluni impunctate, fulvous;
elytra dark brown, extremely closely and distinctly jjuncturtd,
their epipleurae indistinct below the middle, legs rather robust,
blaek, like the rest of the under surface, densely pubescent, the
melatarsus of the posterior legs very elongate, all the tibiae
mucronate, the anterior coxal cavities open 5 last abdominal
segmeut of the male \a ith a strongly transverse but very short
median lobe.
A large size species, the thorax impunctate, the head,
antennae and under surface blaek; the long metatarsus aud the
other characters pointed out above agrees best with Luperodes
if this genus is to be retained.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
316
Luperus oculatus sp. n.
Testaceous, the intermediate joints of the antennae blaek,
t'ves very large. thorax obsoletely depressed, impunctalc'. elyüa
microscopically punctuved, shining.
Length 5 mill.
Of clongate and subcvlindrical shape and of testaceous,
shining Cdloration, the head impunctate, transversely grooved
between the eyes, the lattev subglobidar, very large, occupying
the cntire sides, the frontal elevations trigonate, well developed,
the clypeus raised bctween the antennae, labrum broad and large,
antennae extending rather beyond the middle of the elytra, the
basal and the apieal three joints testaceous, the others black,
the first Joint elongate and curved, the second about one half
shorter than the third Joint, the fourth longer than the third,
the following of equal length:; thorax about one half bro^der
than long, of equal width, the sides very slightly narrowed at
the base, with a narrow margin, the latter thickened anteriorly,
the diso with a transverscj, medially interrupted depression; elytra
silghtly wider at the base than the thorax, scarcely perceptibly
l)unctured, legs elongate, all the tibiae mucronate, the metatarsus
of the posterior legs much longer than the following joints together,
anterior coxal cavities slightly open, prosternuni extremely narrow.
' Hab. Cameroons (Conrad).
Of this species, which is well distinguishcd by the large
size of the eyes and the colour of the antennae I received a
Single specimen from Dr. Kraaiz.
Hallirhotius marginatus sp. n.
Elongate, parallel, flavous below, the antennae and tarsi
black, head and thorax reddish fulvous, closely punctured, elytra
strongly semivugosepunclate, bluish-black, all the margins nar-
rowly flavous.
Length 6 mill.
Stett. eatomol. Zeit. 1903.
317
Head broad, distinctl}' punctiircd, the vcrtex with a short
central groove, lower portion of the face flavous, the frontal
elevations transverse, aniennae extending to the middle of the
elytra, black, the basal Joint flavous, third Joint double the length
of the second but much shorter than the fourth, terminal joints
shorter; thorax transverse, subquadrate, the sides nearly straight,
very slightly widened froni (he base to the apex, the disc finely
and closely punctured. reddish fulvous, scutellum broad, triangulär,
flavous- elytra scai-cely wider at the base than the thorax, niore
strongly punctui-ed than the lattei-, the interstices slightly rugose,
the entire disc bluish-black, in shape of a longitudinal band,
the margins flavous, the sutuial and apical ones rather niore
broadly so; below and the legs flavous, last abdominal segment
deeply subquadratel}^ concave-emarginate, the extreme apex of
the tibiae and the tarsi piceous or black, claws bifid,
Hab. East Afriea.
It is probable that the fou'- specimens before nie all reprcsent
the female sex on account of the structure of the last abdominal
segment.
Laetana violaceipennis sp. n.'
Flavous, the antennae. the legs and the breast black, thorax
finel}^ punctured, obsoletely sulcate at the base, elytra violaceous
blue, very closely and finely punctured.
Length 8—9 mill.
Fein. Head impunctate, flavous, the clypeus strongly tri-
angularly thickened, antennae extending to about the middle of
the elytra, black, the lower two joints flavous, the third and
the following five joints slightly dilated, terminal joints slender;
thorax subquadrate, one half broader than long, the sides slightly
constricted at the base, rounded at the middle, the surface ob-
soletely transversely sulcate near the base, very finely and closely
punctured, flavous, somewhat flattened, scutellum flavous; elytra
much broader at the base than the thorax, elongate, the apex
Rtott. entomol. Zeit. 1903.
318
rounded, the suvfaco vevv closelv and liiielv puiictured, the
puncture.s more distinct than those of Ihc llun-ax; below and the
legs black. abdoinou flavoup, olaws bitid, all the tibiae with
a small spino.
Hab. Sierra Leone.
Ol' tliis species I onlv know the fcmale sex of whieli t^o
spociniens are contained in my collect ion, the male has j)vobably
more strongly dilated intevniediate joints oi" the antennac as is
the case in the type L. Iiislrio Baly. Th<! ])resent species is
well distinguished by the culoiir of the elytra.
Morphosphaeroides gen. n.
Body broadly ovate, antcnnae rather robust, the second
and third Joint very short, equal; thorax transverse, the sides
strongly rounded, with a reflexed margin, elytra rugosely punctate,
their epipleurae broad, continued to the apex, tibiae smooth^ all
mueronate, the first Joint of the posterior tarsi as long as the
following two joints together, claws appendieulate, prosternum
narrow, the anterior coxal cavities open.
Very closely allied to the Eastern genus Morphosphacra Baly
but diflFering in the very short second and third Joint of the
antennae, the margined sides of the thorax and the simple non
sulcate tibiae, the latter {)arts in Morphosphaera are strongly
sulcate, in general shapc and coloration the two genera are
identical.
Morphosphaeroides africana sp. n.
Black, the head with some fulvous spots, thorax testaceous,
with five larger and smaller black spots, impunctate, scutellum
black, elytra testaceous, very closely and rather strongly punetured.
Length 8 — 9 mill.
Head impunctate, blaok, the vertex with two more or less
distinct fulvous spots, frontal tubercles broad and flat, black,
clypeus margined with flavous, antennae stout, extending to the
middle of the elytra, black, the lower three joints shining, more
Stett. entomol. Zeit. 1903.
319
or less marked witli flavous, the sccond and third Joint vorv
small, equal, the fouith and following Joints nearly equal, mtlier
clongate and stout; thorax niore than twice as broad as long,
tlie sides and the posterior margin strongly rounded, tlie first
named with a rather broad reiiexed niargin, the postei'ior angles
rounded, the diso with a lew line punctures at the sides, ilavous,
the middle with two subtriangular rather large black spots,
another small round spot is placed at the middle of the base
and one at each side near the margins, eeutellum black, elytra
wider at the base than the thorax, closely semirugose-puuetate,
their epipleurae broad and conliniied to the apex; below and
the legs black, all the tibiae mucronate, the first Joint of the
posterior tarsi as long as the following two joints together, elaws
appendiculate, the prosternum narrow but distinet, the anterior
eoxal cavities open.
Hab. Kabambare, Congo (Belgian Mus. and my eollection).
Porphytoma gen. n.
Body elongate, glabrous above, antennae robust, the ter-
minal joints thickened, thorax transversely subquadrate, aboiit
one half broader than long, metallie, the sides nearly straight,
uarrowed anteriorly, the angles distinet, the posterior ones oblicpie,
the (lisc foveolate at the sides, elytra subeylindrieal, tinely rugose-
])unetate, their e})ipleurae broad at the base, indistinct below
the )niddle, tibiae with dorsal ridge, unarmed, claws biiid, pro-
sternum indistinct, anterior coxal cavaties open.
Type. Pachytoma dines Karseh (submetallica Jac).
I i)ropose this genus for the reception of the above named
species whieh cannot vemain in Pachytoma nor placed in any
of the allied genera on aecount of the entirely difFerently shaped
thorax and the metallie coloration of the latter. In no other
allied genus are the posterior angles semilarh' i)rominent nor
equally obliquely shaped and no species has this metallie colour
which partly extends to the elytra although to a less degvee.
stell, entomol. Zeit. 1903.
320
Arimetus gen. n.
Allied to Dircemella Weise and Hemyphracta Weise. Body
glabrous above, the autennae with transversely thickened apical
joints, thorax transversely subquadrate, the angles not prodiiced,
elytra subcyb'ndrical, their epipleurae very narrow, indistinet
below Ihe middle, tibiae sulcate at the outer edge, unarmed, the
joints of the tarsi nearly equal, elaws bifid, anterior coxal cavities
open, })roi>ternum and mesosternum extremely narrow, meta-
sternum elongate. Type 11. Conradti.
1 am obliged to separate this genus from those named
above on aecount of the differently shaped thorax, the very
narrow eljtral epipleurae and the unarmed tibiae. The genus
cannot be confounded with Hemiiphracta on aecount of the very
distinct lateral margin of the thorax whieh in the last named
genus is only visible below the middle.
Arimetus Conradti sp. n.
Obscure testaceous, the terminal joints of the autennae,
the tibiae and tarsi black, head and thorax closely and very
deeply punctured, elytra more finely and closely punctate.
Length 6—7 mill.
Head strongly and closely punctured, the frontal eleviitions
trigonate, the carina acute, labrum and ])alpi testaceous, antennac
Short and robust, black, the lower four joints flavous, the second
to the fourth joiut gradually lengthened, the others subquadrately
widened ; thorax transverse, of equal width, the sides subangulate
at the middle, the angles distinct but not i)roduced, the disc
with two or three obsolete foveae, very deeply and closely
punctured, piceous, -with testaceous margins or entirely of the
latter colour, scutellum shining, with a few punctures; elytra
subcyhndrical, nearly parallel, more closely and finely punctured
than the thorax, with slight traces of longitudinal lines, their
epipleurae very narrow, below and the femora testaceous, the
Sfott. entomol. Zeit. 1903.
321
tihiae longitudinallA- chamiclled, blaek as well as tlie tarsi, claws
bifid, anterior cavilies open.
Nirina Weise.
Weise lias established ihis genus on a single species
N. Jacohyi (Deutsche Ent. Zeitschr. 1892 p. 403). I thiiik that
Gatenica ephippiata Dalin. (Mesodonfa transversofasciata Jac.)
which Stands in Gemminger's Catal. as a species of Diacantha,
should be placed in Weise's genus as well as Mesodonfa
imitans Jac. 1 cannot find sufficient diÜerences to justiiy its
Separation, although the shape of tlie thorax does not agree quite
with Weisels type, but every otlier characler, ineluding the
pubef-cent elytra is present.
Hystaspes gen. n.
Allied to Forphytoma and likewise of nietallic coloration,
the basal joints of the antennae filiform, the terminal ones tliickened
and shortened; thorax one half broader than huig, the sides
straight, the angles tubereuliform ; elytra much wider at the base
than the thorax, rugosely punctured and finely pubescent, their
epipleurae very narrow from the niiddle downwards, tibiae long
und siender, finely channelled, the metatarsus of the posterior
legs very elongate, claws bifid, anterior cavities open.
This genus difi'ers from Pachytonm and all the other allied
genera by the siender tibiae and the elongate legs; the thorax
resenibles niore nearl}' that of Forphytoma but has all the angles
tuberculiform and is much less transverse in shape.
A Single species is known to nie.
Hystaspes Dohrni sp. n.
Below pale fulvous, above submetallie green, the apical
joints c»f the antennae black, head and thorax rugose-punctate,
seutellum llavous, elytra extremely finely and cloeely rugose,
greenish, the lateral margins pale fulvous.
Length 7 mill.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
322
Of oblong, convex and parallel shape, the head rugosely
punctured, nictallic green, the extreme base and the lower portion
of tlie face, pale fulvous; frontal tubereles narrowly transverse,
antennae extending below the base of the elytra; the lower
four Joiuts fiilvous, the rest blaek, third and foin-th Joint slender,
the latter slightly longer than the preceding Joint, terminal joints
gradually thickened and shortened; thorax about one half broader
than long, subquadrate, the angles produced into a small tooth,
the anterior ones especially i)r()minent, the diso strongly rugose,
green, submetalHc, with some copperv reflections, scutellum broad,
pale fulvous; elytra much broader at the base than the thoi-ax,
strongly convex, very finely and closely rugose and wrinkled,
the lateral margins obscure fulvous; below and the lege of the
latter colour, the fiist Joint of the posterior tarsi as long as the
following joints together, claws bifid, anterior coxal cavities open.
Hab. Cameroons (my collection).
Nirinoides gen. n.
Body broadly ovate, pubescent above. antennae with slender
basal joints, the terminal ones M'idened; thorax transverse,
obsoletely foveolate, the sides angulate at the middle; tibiae
longitudinally sulcate, tarsi broad, the tirst Joint elongate, the
second and third short, equal, claws distinctly bifid; anterior
coxal cavities open.
I propose this genus for the reception of two species which
are closely allitd generically to Nii'ina Weise bat differ in the
structure of the antennae, the angulate thorax, the simply sulcate
tibiae, the longer third Joint of the tarsi and the distinctly
bifid claws.
Nirinoides Staudingeri sp. n.
Below black, above obscure testaceous, head black at the
Vertex, thorax closely punctured with four blaek spots, elytra
widened posteriorly, extremely closely punctured and elothed
with very short fulvous pubescence.
Length 10 mill.
sie«, ontoniol. Zeit. 1903.
823
Head closely and finelj punctured, testaceous, the vertcx
black, the fronlal elevations sniall, antennae exteiidiug to the
middle of the eljtra, black, the third and fourth Joint vevy
elongate, nearly equal, the fifth and following joints graduall}^
shortened and widened; thorax about twice and a half broader
than long, of equal width, the sides augulate at the middle, the
posterior angles oblique, the diso M'ith an obsolete fovea at the
sides and near the base, finely and veiy closely punctured,
testaceous, with 4 black spots, one at eacli side, one near the
middle of the anterior and another at the posterior margin;
of these spots the one near the anterior margin is of transverse
shape, the others rounded; scutellum broad, its apex rounded;
elytra very convex, widened posteriori}", longitudinally depressed
near the lateral margins, the latter flattened ; below and the legs
black; the last abdominal segment of the male with a shallow
fovea, the penis long and slender, its apex rounded.
Hab. Gaboon (my collection).
Nirinoides abdominalis sp. n.
Light or dark brown, finely pubescent, shining, the an-
tennae (the basal joints excepted) the breast and the legs black,
thorax three-foveolate, closely and distinctly punctured, elytra
punctured like the thorax with a sutural depression below the
base, abdomen fulvous.
Mas. Antennae very long, the terminal joints shortened
and thickcned, last abdominal segment with a deep fovea.
Fem. Antennae short, the terminal joints strongly trans-
versely widened, the last abdominal segment with a short tri-
angulär incision at the apex.
Length 8—10 mill.
(^. Head closely punctured, the frontal elevations narrowly
oblique and eurved, the anterior edge of the clypeus acutely
raisedi palpi black, antennae extending below the middle of the
elytra, black, the lower four jojnts pale fulvous, the thiid slightly
Stett. ortoir.ol. Zeit. 1903. 21
324
loiiger than Ihe iburth Joint, both elongate, Ihe following ones
gradualh' shortencd and -svidened;, the apical two joints shorter
and naiTOwev than the preceding ones; thorax more than twice
as broad as long, the sides subangulate at the middle, the basal
margin sinuate throughout, oblique at the angles, the sides below
the anterior angles concave, the surface with a lateral and a basal
fovea, elosely and strongly punctured, scutellum broadlj* rounded
at the apex, pubeseent; elytra wilh a distinet sutural depression
below the base, convex, of a shiuing dark brown colour,
punctured like the thorax and clothed with fine fulvous pubescence,
their epipleurae indistinct below the middle; breast and the legs
black, abdomen fulvous.
This speeies, of which I have four specimeus before me
and which were obtained by Mr. Conradt at Barombi differs
from the preeeding in the brown, not testaceous colour of the
Upper parts and of the abdomen, in the longer antennae, "Ihe
unspotted thorax, the elytral sutural depression and the sexual
characters of the abdomen, the penis scareelj difl'ers from that
of JV. Stavdingeri. There is a great difference in the structm-e
of the antennae in the female which are short and in which the
terminal joints are broadly flattened, forming an elongate chib
and which mar on that aecount easily be mistaken for another
specics, in all other respcct, save the last abdominal segment,
the sexes are identical.
Barombia gen. n. (Galerucidae).
. Elongate, subcjlindrical, very convex, glabrous, eyes large,
entire, palpi moderately thickened, antennae liliform; thorax
strongly transverse, much narrowed autcriorly wilhout dci)ressions,
scutclhim triangulär; elytra irregukirly punctured, their epipleurae
continued below the middle; legs slender, all Ihe tibiae nuicronate,
the metatarsus of the posterior legs very elongate, more Ihan
half Ihe Icngth of tlie tibiae, claAvs appendieulate; prosternum
cxtrcmely narrow; the anterior coxal cavities closed.
6(t)tt. enfüiBol. Zeit. 1903.
325
This genus has its greatest affinities with Sermyloides Jac.
inhabiting Sumatra, the Philippines and other Eastern islands;
it entirely resembles it in most points especially in the traus-
versely shaped and anterior!}- narrowed thorax. but the palpi
are scareely incrassate and all the tibiae are distinctly mucronate;
in Sermyloides this is only the case with the intermediate and
posterior tibiae; the general appearance of the insect is also
more like one of the family Eutnolpidae than Ihe Galervcidae.
Barombia metallica sp. n.
Metallie dark green above, below darker, the antennae
blaek, the legs flavous, head and thorax scareely perceptibly
punetured, elytra more strongly and very elosel}- punctate.
Length 7 mill.
Head transverse, Avith a few minute punctures near the
ej^es, frontal elevations only represented by narrow transverse
ridges, clypeus broad, wedge-shaped, palpi flavous, the last Joint
pieeous, antennae extending to the middle of the elytra, black,
the basal Joint flavous, slender, the second one, half the length
of the third, the following joints rather longer than the tliird
one; thorax more than twice as broad as long, the sides very
feebly rounded, strongly narrowed anteriorly, \\\{\\ a narrow
margin, the anterior angles slightly thickencd, the posterior maigin
roiinded and produced at the middle, the surface scareely per-
ceptibly punetured, scutellum impunctate; elytra very closely and
rather strongly punetured, the interstices slightly wrinkled; below
bluifh black, finely pubescent, legs pale flavous.
Barombi.
Barombia caerulea sj). n.
Metallie dark blue, the antennae black, head and llionw
impunctate, elytra very tinely and closely punetured, below
clothed with fine yellowish pubescence.
Length 6^8 mill.
Btett. er.lon:ol. Zeit. 1903. 21*
326
Head nearly impunctate, transversely grooved between the
eres, the frontal elevations feebly laised, somewhat trigonate,
carina wedge-sliaped, labnim black, palpi slender, tlie last Joint
acutely pointed, eyes extremely large, antennae exteuding to the
niiddle of the elytra, black, the lower three joints shiuing, the
rest pubescent, the third Joint one half longer than the second
one, fourth and following joints elongate; thorax at least twice as
broad as long, of the same shape as that of the preeeding species,
metallic blue, entirely impunctate; elytra extremely closely and
finel}' somewhat riigosely pmutured; below and the legs dark
blue, elothed with yellow pubescence, the last abdominal segment
of the male with a short lateral oblique incision at each side,
the median lobe transverse, flat.
Tliere seem to be all male specimens before me of this
species which greatly vary in size; the general shape of the
insect is less eonvex and pointed posteriorly than is the easo in
B. mefaUica, but the structural characters are the same; the
penis is short, the apex strongly produeed and pointed, terminating
in two very short points.
Ergana semicaerulea sp. n.
Black, the basal jciints of the antennae fulvons, thorax
transversely subquadrate, tinely and closely punctured, elytra
metallic dark blue, very closely and more strongly punctured
than the thorax.
Length 5 mill.
Head broad, black, impunctate, the frontal elevations trans-
verse, very strongly raised, clypeus also strongly swollen, an-
tennae short, extending slightly beyond the base of the elytra,
black, the hnver three or four joints fulvous, the third Joint möre
slender and elongate than the others, terminal joints distinctly
thickencd; thorax about one half broader than long, Ihe sides
rounded at the middle, the anterior angles strongly thickened,
posterior nmrgin rounded, the disc rather eonvex, rather closely
Steft. ectouiol. Zeit. 1903.
327
and finely i)unctured, scutellum broad, impiinctate; eljtra cxtremcly
closely punctured, the piinctuation stronger than that of thc
tliorax, the interstices slightly riigose, their epipleurae broad,
coiitinucd posteriorly, below and the legs black, tinely pubescent,
thc tibiuo mucronate, the hist Joint of the tarsi more or less
fulvous, the anterior coxal cavities closed.
Hab. Congo, Kamozi (Duvivier). Collection Belgian Mus.
and my own.
Of somewhat simiUir shape and colour as oiir Agelastica
alni but a true Ergana, whioh I canuot look upon as a variety
of E. proteus Chap. on account of the smaller size and the
bhie elytra. There are two exactly similar speeimens before ine.
Mesotoma gen. n.
Obhmg-ovate, eonvex, autennae with the terminal joints
thickened, the third and fourth elongate, equal; thorax transversa,
the sides nearly straight, w'ith extremely narrow margins, the
posterior mai'gin sHghtl^- rounded, the angles obhque, the disc
S'ery obsoletely depressed at the sides; elytra metalHc, riigosely
putictured, their epipleurae very broad and continued to the
apex, legs robust, the tibiac suleate at the sides, the tirst Joint
of the posterior tarsi as long as the following two joints togethcr,
olaws bifid, the anterior coxal cavities closed.
This is another genus allied to Pachytoma and Dlrcemella
Weise (Arch. f. Naturg. 1902); it ditfers from the first named
genus in the totally different shape of the thorax and from Dir-
cemella in the broad and continued elytral epipleurae. the thorax
is also devoid of the distinct depressions to be found in the last
named genus and the elytra show a different sculpture. Nirina
W.eise is another closely allied genus but has pubescent elytra
and if I have named my species correctly, has open anterior
coxal cavities, although Weise does not say anything on
that point.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
328
Mesotoma viridipennis sj). n.
Obpcure testaceous below, the terminal joints of the an-
tcnnae black, head and thorax extremely finely and closely
punctm-ed, elytra bright metallic gveen, finely rugose, the lateral
margins narrowly testaceous.
Length 8 mill.
Head broad, closely and finely punctured, pale or darker
testaceous, the clypeus in shape of a narrow transverse ridge,
antennae extending below the base of the elytra, black, the
lower four joints testaceous, third and fourth Joint elongate,
equal, the following ones shortened and gradually thickened;
thorax morc than twice as broad as long, of equal width, the
sides nearl}' straight, narrowed towards the apex, the anterior
angles in shape of a small tubercle provided with a Single seta,
posterior margin nearly straight, the disc ver}^ closely and
somewhat rugosely punctured with a very obsolete oblique
depression at the sides, scutellum oblong, testaceous, its apex
truncate; elytra broad, widened towards the middle, of a bright
green, this colour made to appear somewhat opaque on account
of the finely rugose surface, the lateral margins narrowly but
evenly testaceous or obscure fulvous; below and the legs of the
latter colour, clothed with short grey pubescence.
Hab. Luitpoldkette, Africa or. (Collect. Belgian Mus. and
my own).
Platyxantha sublaevipennis sp. n.
Greenish-black, the antennae (the 7*^ and 11"^ Joint excepted)
and the legs flavous; thorax impunctate, deeply transversely
suleate, elytra raised at the base, finely and obsoletely punctured
within the depression only, obsoletely costate near the suture.
Mas. The seventh Joint of the antennae crescent-shaped ;
the apex of the posterior tibiae with a short Prolongation.
Length 7 mill.
StoU. entomol. Zeit. 1903.
329
Head iinpunctate, with a central fovea, greenish, palpi
robust, antennae extending just beyond the middle of the elytra,
flavous, the third Joint distinctly longer tlian the fourth; the
lattev and the following two joints of some^vhat triangulär shape,
the seventh of deeply excavate or crescent shape, black, the
next joints elongate, terminal one black: thorax about one half
broader than long, the lateral margins slightly narrowed at the
base, feebly rounded anteriorly, the anterior angles slightly
thickened, the surface impunctate, deeply transversely sulcate,
the sulcus not extending to the margins, scutellum impunctate;
elvtra much wider at the base than the thorax, the basal portion
distinctly raised, the surface nearly impunctate, except below the
base and near the suture, with traces of costae near the apex;
below greenish, clothed with yellowish pubescence, the abdomen
dosely punctured, the last segment of the male with an incision
at each side, the median lobe deeply concave; legs flavous, the
posterior tibiae widened at the apex and prolonged into a short
blunt process; the metatarsus as long as the following joints
together.
Barombi.
Two other African species of similar coloration have been
discribed, P. africana Duviv. and P. dimidiaticornis Jac. Of
these the first named has dififerently coloured antennae and a
distinct punctuation of the thorax and elytra; to judge by the
.tructure of the tibiae Duvivier's species was described from male
specimens and differs therefore also by the structure of the
antennae which are normal in shape; F. dimidiaticornis. of
which the male was not known by me has closely and rather
strongly punctured elytra, besides differently coloured antennae;
the female of the present species agrees entirely in the sculpture
of the Upper surface with the male, but the antennae are fulvous as
far as the tirst eight joints (the others are wanting) and the thn-d
and fouvth joints are equal; the thorax is rather more transverse
and the last abdominal segment is almost straight at the middle.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
330
Platyxantha apicicornis sp. n.
Metallie areen beknA', above dark greenish, the antennae
(Ihe apical two Joints excepted) and thc legs flavous, Ihe apcx
of Uic tibiae and the tarsi black; thorax impunctate, transversely
sulcate, elytra ck)sely semiriigose punctate with some obsolete eostae.
Mas. Tlie terminal two joints of the antennae strongly
thickened, the anterior tarsi dilated.
Length 7 mill.
Head im])unctate,. metallie green, the frontal elevations
broad and strongly raised, labrum and palpi black, the latter
strongly swollen, antennae extending slightly below the middle
of the elytra, flavous, the terminal two joints black, strongly
thickened, the eighth Joint slightly curved, third and following
joints nearly equal; thorax about one half broader than long,
the sides nearly straight, the angles distiuct biit not prodiiced,
the surface transversely sulcate, impunctate, with the exception
of a few minute punctures anteriorh^ metallie greenish; elytra
rather darker, greenish-aeneous, the basal portion very slightly
raised, the punctuation very distinct and slightly rugose with
traces of longitudinal eostae; below metallie green, the abdomen
furnished with yellow pubescence, the last segment of the male
trilobate, the median lobe but slightly concave, legs flavous, the
apex of the tibiae and the tarsi black.
Hab. Cameroons (my collection).
I only know a single male specimen of this species which
will be recognized by the structure of the antennae, the colour
of the legs and the distinct elytrai i)unctuation.
Platyxantha Conradti sp. n.
' NarroMly elongate and })arallel, blackish bhie or greenish,
antennae black, the S*'^ and 9*^ Joint flavous, thorax impunctate,
deeply transversely sulcate, elytra extremely finely and obsoletelyi
punötured, legs flavous, the apex of tlie tibiae and the tar&i
fuscous.
Stett. entoniol. Zeit. 1903.
331
Mas. The apcx of the posterior tibiae produced inlo a short
slvlit'orm process.
var. Antennae entirel}- black.
Length 5 — 6 mill.
Much smaller and narrower than the prcceding species,
bat of nearly similar coloration, the head entirely inipunctate,
metalUc bkie or purple, frontal elevations strongly raised, tri-
angulär, divided by a deep longitudinal groove, the apex connected
with the carina, the latter acute and long, labrum black, palpi
flavous, antennae very slender, nearly extending to the apex of
the elytra, black, or with the eighth and ninth Joint flavous,
basal Joint long and slender at the base, second very short,
third and following oncs very elongate, nearly equal; thorax
transverse, the sides nearly straight, the angles tuberculiform,
the surface entirely impunctate, deeply transversely sulcate,
scutellum rather broad, impunctate; elytra without basal depression,
minutely punctured and very finely granulate, their epipleurae
broad and continued; below bluish black, very shining, legs
slender, flavous, the tibiae and tarsi fuscous, clothed with yellow
pubescence, the metatarsus of the posterior legs very elongate,
longer than the following joints together.
The much smaller size of this insect and the want of an
elvtral basal elevation separates this species principally from the
preceding ones; the last abdominal segment of the male has the
median lobe slightly prolonged beyond the lateral divisions
and is flattened, in the female the same i)art is simple and
nearly truncate.
Platyxantha longicornis sp. n.
Flavous below, above fulvous, the antennae very long,
black (the basal Joint excepted) thorax subquadrate, transversely
sulcate, elytra, exti'emely minutely punctured.
Length 5 mill.
Stetf. cntomol. Zeit. 1903.
332
Of naiTOw and elongate shape, Ihe hcad impunctate, the
frontal elevations distinct, transverse, eyes large, antennae
extending to the apex of the elytra, black, the basal two joints
flavous, the second very small, monihform, the following joints
sHghtly curved, the apex of each pvodiiced into a poiut, the
lower edge furnished with a fringe of hairs, thorax subquadrate,
scarcely broader than long, slightly narrowed at the base, the
disc transversely sulcate, the impression not extending quite to
the sides, impunctate, scutelliini rather broad; elytra fulvous,
very niinutely and rather closely punctured; below flavous, the
legs slender, tibiae unarmed, the first Joint of the posterior tarsi
elongate, anterior cavities closed, last abdominal segment of the
male with the median lobe transverse, flat and straight at the
oiitcr margin.
Closely allied io P. curcicorne Jac. but of more slender
and narroMcr sha}>c, the thorax much less transverse, the an-
tennae longer and of dilfercnt colour: in the female, the antennae
are much shorter, the joints are straight and the thorax is more
transverse, the base of the head is also stained M-ith piceous.
Platyxantha laevipennis sp. n.
Pale fulvous, antennae slender, the terminal Joint black,
thorax transversely sulcate, impunctate, elytra smooth and im-
punctate.
Length 6 mill.
Head rather broad, -impunctate, dceply transversely grooved
between the eyes, the latter large, oblong, frontal elevations
highly raised, transverse, carina acute, apex of the mandibles
black, antennae nearly extending to the apex of the elytra,
fulvous, the last Joint black, all the joints (the second one
excepted) of nearly equal length, the lower ones slightly curved:
thorax nearly twice as broad as long, slightly narrowed at the
base, the anterior angles slightly thickened, the surface entirely
impunctate, with a rather shallow transverse sulcus, not extending
Stett. entomo). Zoit. 1903.
333
to ihe lateral mavgins; elytra somewhat flattened, enürely
impunctate, tlieir cpipleurae broad; below of rathev lighter colour,
sparingly clothed with yellowish pubescenee, tibiae unarmed, the
tirst Joint of the posterior tarsi as long as the following two
joints together, claws appendiculate.
From the nearly similarh^ coloiired species of this genus
known from Africa, the present insect differs in the coloration
of the antennae and the entirely impunctate elytra; the above
description is that of the male, in which the last segment of
the abdomen has the usual dividcd median lobe, which is of
transverse and flattened shape.
Platyxantha facialis Jae.
The description of this species (Proc. Zool. Soc. 1899)
was drawn iip fröm a single female specimen. I have now
received from the Stettin Museum the male which ditfers con-
siderably in the structure of the head from the other sex; this
part is produced anteriorlj- to au extraordinary degree and has
a deep cavity placed immediately below the antennae, extending
as far as the eyes, the lateral margins of this cavity forme
highly raised ridgcs below the eres, the lower portion of the
face is flattened and narrowed in front; the penis is long, slender
and pointed; in other respects there is little difterence between
the two sexes.
Platyxantha Clavareaui sp. n.
Elongate, fulvous, the antennae (the basal joints excepted)
and the abdomen black, thorax sulcate, impunctate, elytra finely
and closely punctured, dark blue.
Mas. The head moderately deeply excavated at the lower
portion.
Length 6 mill.
Mas. Head broad, impunctate, fulvous, the lower portion
flavous, excavated at the middle, antennae closely approached
at the base, extending to two thirds the length of the elytra.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
334
black, ihc lower threc Joint s more or Icss fulvoiis, the first and
third Joint veiT long, equal^ the second very short, the other
joints sHghtlj shorter than the third, thorax one half broadei-
than long, slightly consti-ieted at the base, the sides feebly
roinided anteriorly, the disc with a deep transverse suleatiou,
not extending to the mavgins, entirely impunctate, fiüvous,
scutellum triangulär, fulvous, elytra closely and slightly rugosely
punctured, dark blue, below and the legs fulvous, the abdomen
black, the tibiae unarmed, the first Joint of the posterior tarsi
as long as the following joints together, claws' appendieulate,
the anterior coxal cavities closed..
Hab. Luitpoldkette, Africa or. (Collection Belgian Mus. and
my own).
AU the spccimens before me are males, the female is very
probably devoid of the excavation of the head.
Phyllobroticella simplicipennis sp. n.
Flavous, the anteunae (the basal thrce joints excepted)
black, thorax transverscly sulcale, impunctate, elytra rather finely
and closely punctured, without foveae or tubercles.
Mas. The third Joint of the antennae triangularly widened,
the last abdominal segmcnt with the median lobe longitudinally
sulcate at the base.
Length 51/2 ii^iH'
Head shining and impunctate, the frontal elevations broad,
trigonate, carina acutely raised, eyes very large, antennae
extending below the middle of the elytra, black, the lower three
joints flavous, the basal Joint robust, the second short, the third
triangularly widened, slightly emarginate at the apex, fourth Joint
rather shorter, terminal joints elongate and slender^ thorax nearly
twice as broad as long, the sides feebl}' rounded, . the surface
impunctate, transverscly sulcate; elytra wider at the. base than the
thorax, rather closel}", finely but distinctly punctured; legs slender,
the first Joint of the posterior tarsi elongate, claws appendieulate.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
335
At once distinguiöhed from the other knowu species of the
geiius bj Ihe novmally structured elytra and the coloiir of the
antennae, the lauer in P. fava Jac. have the third Joint deeply
emarginate at the apex of which in the present insect there is
onlj an indication, the last abdominal segment in P. fava is
likewise devoid of the sulcation of the median lobe; (he female
of (he present species has simple antennae, (hat is, the third
Joint is elongale and shaped like the others, the last abdominal
Segment is broadly rounded at the apex.
Monolepta barombiensis ?p. n.
Below blaek with bluish gloss and elosely pubcscent, head
and thorax bluish-black, impnnctate, elytra tlavons, inipunctate.
Leng(h 7 mill.
Of very elongate shape, (he head impunetate, blnish blaek,
with a central fovea, eyes very large, frontal felevations obliquely
(rigona(e, divided bv a deej) groove, olypens (riangnlarly raised,
an(ennae ex(ending beyond (he niiddle of the elytra, blaek, (he
second and (hird Joint small, the la((er double the length of (he
preceding one, (he fourdi and following join(s nearly equal, (er-
minal Joint long and slender; thorax transverse, narrowed an-
teriorly, the sides slighdy rounded, \\\i\\ a narrow retlexed margin,
pos(orior margin rounded, (he stu'face iinpunc(a(e ond sliining,
bhiish blaek, .'■cutclluni (i-iangular. blaek; ely(ra very elimgate,
smooth and impunc(ate, Ihivous, shining. (heir epipleurae indistinct
below the middle; below bhiish, clodied wi(h long greyish
pubescence; legs slender, (ibiae niucrona(e, the meta(arsus of (he
posterior legs very long; prosternum extremely nariow, anterior
cavi(ies elosed.
A somewliat abbeirant Monolepta on accoun( of Ks large
and elongate shape, bul (juKe (y|)ioal in rcgard (o 8(ruc(ure.
Monolepta opulenta sj). n.
VerA' convex and judutcd |)(>s((.'rieirly, black, basal joinls of
the antennae and the h'gs ihnous, lu-ad and thorax impunc(a(e,
Stett. entomol. Zeit. 1903.
336
the latter very transverse, elytra extremely feeblj punctured in
indistinct rows.
var. Tlie liead partly and the thorax entirely flavous.
Length 3 mill.
Head impunetate, black, eyes very large, frontal elev^ations
absent, antennae closelj approached at the base, long and slender,
the lower six or seven joints flavous, the others black, basal
Joint long and slender, second, very short, third and following
joints nearly equal; thorax about twice and a half broader than
long, the sides straight, obliquelj narrowed anteriorl}', the anterior
angles slightly thickened, the surface entirely impunetate, black,
scutellum broadly triangulär, elytra very convex, narrowed
posteriorly, the apex of each nearly truncate, the punctuation
onlj' \'isible when seen under a very strong lens and arranged
in indistinct rows, their epipleurae narrowed but visible below
the middle, below black, the legs flavous, the tibiae infuscate,
the posterior ones, furnished with a very long spine, the meta-
tarsus of the bind legs but little shorter than the tibiae, anterior
coxal cavities closed.
The very convex shape and tlie black colour of this species
will distinguish it from any of its congeners; allhough the elytral
epipleurae are continucd below the middle, they are very narrt)w
as is the case with many other sptcies of the genus in conse-
quence of which Candezea with continued epipleurae can scarcely
be retained as a genus; of the variety I possess a Single example
from the same localily -which does not differ structurall}" in
anv wav.
Stött. entomol. Zuit. 1903.
337
Lepidopterologisches.
^'on «f. Röbei* in Drostien.
I. Morphindra,
eine neue indische Morphiden-Gattung.
Zur Gattung Thaumantis Hübn. wurde bisher die in Borneo
sowie in den Lokalformen pseudaliris Butl. in Malacea und
Lathyi Frulist. in Tonkiu vorkommende aliris Westw. gerechnet.
Diese Art, die mir in einem männlichen Stücke aus Süd-Borneo
vorliegt, weicht jedoch nicht nur im Aeußeren, sondern auch in
der Rippenbildung so beträchtlich von allen Morphiden-Gattungen
ab, daß für sie die Errichtung einer besonderen Gattung noth-
wendig erscheint. Die fünf Subcostaläste der Vordertlügel
verlaufen frei (während bei Thainuantis die beiden ersten
Subcostaläste die Costaiis kreuzen), der erste Ast entspringt kurz
vor l^dem Schlüsse der Mittelzelle, der zweite Ast am Schlüsse
der Mittelzelle, die anderen drei Aeste entspringen nahe bei ein-
ander in der Nähe der Flügelspitze, der vierte Ast mündet in
die Flügelspitze, der fünfte Ast in den Außenrand 5 die obere
Discocellulare ist wenig nach hinten gebogen, etwa dreimal so
lang als die sehr kurze, gerade mittle Discocellulare,
die untere Discocellulare ist sehr lang, im vorderen, etwas
kürzeren Theile sanft gebogen, im hinteren Theile gerade und
schließt die Mittelzelle am dritten Medianaste; die Entfernung
zwischen dem zweiten Medianaste und dem Schlüsse der Mittel-
zelle ist etwas kleiner, als zwischen dem ersten und dem zweiten
Medianaste. Die Präcostalis der Hinterflügel ist sehr laug und
kräftig, nach imien gebogen, an ihrem Ursprünge bildet die
Costaiis einen scharfen stumpfen Winkel; der dritte Medianast
der Hinterflügel ist nicht (wie in Thaumantis^ der unteren Radialis
genähert, sondern verläuft parallel mit letzterer. Der dritte Median-
ast zeigt die Stelle des Schlusses der Mittelzelle durch einen sehr
Stett. entomol. Zeit. 1903.
338
kurzen Sporn deutlich an, auch schHeßt sich an diesen in der
Richtung nach der unteren Radialis eine Hautfalte an; die Ent-
fernungen zwischen dem ersten und dem zweiten Medianaste,
sowie zwischen dem zweiten und dritten Medianaste (dem Zellen -
Schlüsse) sind ungefähr gleichlang. Die Palpen sind auf der
Unterseite anliegend beschuppt, auf der Oberseite lang behaart,
das Basalglied ist sehr kurz, das Mittelglied sehr lang und sanft
gebogen, das Endglied ist sehr klein und spitzig. Die r^* -Vorder-
beine sind zart, Schenkel (femur) und Schiene (tibia) ungefähr
gleichlang, Fuß (tarsus) etwa halbsolang wie die Schiene; das
ganze Bein ist anliegend behaart. Die Fühler sind etwa von
halber Länge des Yorderflügelrandes; die Augen sind unbehaart.
Von den näehstverwandten Gattungen unterscheidet sich
Morphindra außer durch die sehr charakteristische äußere Er-
scheinung in der Rippenbildung und zwar von Sfivhophthahna Feld,
(von der mir camadeva Westw. aus Sikkim, var. Nic^cillei Rober
aus Assam, mathilda Janet und Fruhstorferi Röber vorliegen)
durch die fünfästige Subcostalis und die weniger bauchige untere
Discocellulare der Vordeiflügel, von Thaumantis Hübn. {pdana Godt.,
diores Doubl., lucipor Westw. und noureddin Westw.) durch
den freien Verlauf der Subcostaläste und den Unterschied zwischen
der oberen und mittlen Discocellulare der Vordertliigel, von
Amathnsia Fab. (phidippns L., Kühni Röber, Slandingeri Röber,
Ribbei Honr., oUomana Butl. und Plateni Stgr.) durch den Ver^
lauf des vierten Subcostalastes und den Unterschied zwischen
oberer und mittler Discocellulare der Vorderflügel und von
Zenxidia Hübn. {aitrelius Cr., Lnxerii Hübn., Doiibledaii Westw.
und Wallacei Feld.) durch den freien Verlauf der Subcostaläste
und den Mangel des Sporns am dritten Medianaste der Vorder-
flügel. Mit Zenxidia zeigt Morphindra Verwandtschaft durch
den Besitz einer rudimentären unteren Discocellulare der Hinter-
flügel.
Die von Dr< Staudinger in seinem Werke „Exotische
Schmetterlinge" aufgestellten Subgenera Psendamathusia Honr.,
Ktett. entomol. Zeit. 1903.
33&
Amathvxidia Stgr., Zevxamathusia Stgr. und Ämaxidia Slgv.
sind nicht aufrecht zu halten, weil sie lediglich auf sekundären
Männchen-Auszeichnungen beruhen. Wenn Dr. Staudinger diesen
Charakteren wirklich subgenerischeu Werth beilegte, so mußte
er consequenterweise auch viele andere Gattungen (z. B. Zeuxidia)
in Subgeuera theilen, durfte auch einer Anzahl der (nach meiner
Ansicht völlig werthlosen) Moore'schen Danaiden- Genera die
Beachtung nicht versagen.
Am besten dürfte die Gattung Morphindra zwischen Ama-
thmia und Zeuxidia einzureihen sein, weil sie sowohl in der
Flügelgestall und Zeichnung, als auch in der Ausbildung der männ-
lichen sekundären Geschlechtsauszeichnungen (vgl. Dr. E. Haase,
Iris I. p. 307) zwischen diesen Gattungen steht.
II. Hyantis xanthophthalma.
Das mir vorliegende $ aus Südost-Neuguinea hat etwa
75 mm Flügelspannweite, ist also so groß wie das von Dr. Stau-
dinger in seinem Werke „Exotische Schmetterhnge'' Tafel 63
abgebildete S von H. hodeva Hew. Die Grundfärbung der Ober-
seite ist reinweiß, der Vorderrand, der Apex und der Außenrand
der Vorderflügel — letzterer nicht ganz bis zum ersten Median-
aste — sind schwarz, ebenso das vordere Drittel der Mittelzelle;
an dieser Stelle ist die schwarze Färbung nach hinten scharf
abgeschnitten, während sie sich im übrigen allmählig nach dem
inneren Flügeltheile verliert. Das schwarze Subapicalauge hat
einige kleine weiße Pünktchen, zeigt aber keine Spur einer gelben
Umrandung; es steht zwar mit dem vorderen Theile in dem
schwarzen Subapicaltheile der Vorderflügel, ist jedoch von der
diesen Flügeltheil einnehmenden schwarzen Färbung scharf ab-
gehoben; vor ihm steht ein etwa 8 mm langer verwaschener
weißer Streifen. Am Außcnrunde ist der schwarze Saum von
der unteren Radialis an sehr sehmal. Das Duftschuppenfeld an
der Basis der Vorderflügel liegt zwischen dem Innenrandc und
dem ersten Medianaste und läßt am Innenwinkel nur einen kaum
Stett. entomol. Zeit. 1903. '-^2
10 mm breiten Band frei; dieser Schuppeneomplex ist wenig
dunkler gefärbt als die anliegenden Flügeltheile. An den anderen
Theilen der Vorderflügel - Oberseite sind mit der Lupe keine
Duftschuppen festzustellen, wodurch sich die neue Art von hoileva
mit unterscheidet (vgl. Dr. E. Haase, Duftapparate indo-austral.
Schmetterhnge in Iris p. 311). Die Hinterflügel sind oberseits
gleichfalls weiß, am Innenrande mit einem gelblichen Scheine;
der Vorder- und Außenrand bis zum zweiten Medianaste sind
schwarz und zwar ist der schwarze Vorderrand so verbreitert,
daß auch die vordere Hälfte der Mittelzelle schwarz gefärbt ist;
der schwarze Außenrand hat eine Breite von kaum 5 mm. Das
sogenannte Analauge liegt völlig frei auf weißem Grunde; es
ist fast kreisrund, hat einen Durchmesser von 10 mm, wovon
reichlich 3 mm auf den inneren schwarzen, mit einem größeren
und mehreren sehr kleinen weißen Punkten versehenen Theil
kommen; die breite gelbe Umrandung zeigt nur nach außen
wenige, nur mit der Lupe erkennbare schwarze Schuppen. Von
dem sogenannten Apicalauge der Unterseite ist oberseits nur
(mit der Lupe) ein weißes Pünktchen zu erkennen.
Die Grundfärbung der Unterseite ist gleichfalls weiß; die
schwarze Umrandung ist fast ebenso wie auf der Oberseite, doch
geht die weiße Grundfärbung am vorderen Theile des Außen-
randes bindenförmig bis zum letzten Subcostalaste (so daß die
Augenzeichnung außen licht begrenzt ist); der Duftschuppenlleck
am Inuenrande ist dunkelgrau und hat dieselbe Ausdehnung wie
oberseits. Das Apicalauge hat 7 mm Durchmesser, ist breit gelb
gerandet und schwarz eingefaßt. Auf den Hinterflügeln zeigt
die schwarze Umrandung dieselbe Ausdehnung wie oberseits,
doch ist der schwarze Außenrand im hinteren Theile durch eine
lichte (weißliche) Linie getheilt. Die Ausbildung des Analauges
ist wie oberseits, doch ist es auch mit einem schwarzen Bande
versehen, der außen etwa 2 mm breit, innen etwas schmäler
und undeutlicher ist. Das Subapicalauge ist eirund, reichlich
10 mm lang, aber kaum 7 mm breit; es ist vollständig aus-
etett. entomol. Zeit. 1903.
341
gebildet und liegt in dem schwarzen Vorderrandsstreifen, der an
dem Augenflecke nach hinten verbreitert ist, so daß das Auge
vollständig von schwarzer Färbung umgeben wird. Der Hinter-
leib und die Palpen sind gelb, die Beine bräunlich, die dunkel-
braunen Augen sind unbehaart, die Fühler schwarz.
III. Hyantis Hageni.
Herr Hofrath Dr. Hagen erwähnt in seiner Abhandlung
über die Tagschmetterlinge des Kaiser Wilhelmlands (Jahrb. des
Nass. V. f. Naturk. 50. Jahrg., 1897, p. 79) einer Hyantis- Axi
mit folgenden Worten: „Das Exemplar mit breit (gelb) gerän-
dertem Analauge (auf der Oberseite der Hinterflügel), welches
vom Sattelberge bei Simbang stammt, zeigt auch den (^ -Duft-
schuppenfleck auf den Hinterflügeln oben etwas anders als das
zweite Exemplar {H. hodevä)-^ derselbe ist etwas beschränkter
und dunkel schwarzbraun, bei dem anderen ganz hellbräuulich.
Es ist mir in Folge dessen sehr wahrscheinlich, daß diese beiden
(J(^ zwei verschiedene Arten, mindestens aber Lokalrasseu
repräsentiren.^'
Da diese Hyantis vom Sattelberge nicht nur in der Zeich-
nung, sondern auch in den sekundären Männchen-Auszeichnungen
sowohl von hodera, als auch von xanihoplühalma difTerirt (mit
melanomata Stgr. kann sie schon wegen der völlig verschiedenen
Zeichnung und Färbung nicht verglichen werden), so bin ich
überzeugt, daß sie eine eigene Art ist, die ich zu Ehren ihres
Entdeckers zu benennen vorzuschlagen mir gestatte.
Die mir bekannten Arten bez. Formen der Gattung
Hyantis Hew. sind:
hodevaUew.; Hewitson, Ex. Butt. HI. t. 1 f. 5, G, Waigeu;
Kirsch, Mittheil. (1876), Jobi, Mysore;
Staudinger, Exot. Schmett. p. 191 Taf. 63; Waigeu;
Schatz u. Röber, Exot. Schmett. p. 188 Taf. 31;
Haase, Iris I. p. 104 und 311;
Grose Smith, Nov. Zool. I. p. 357; Neuguinea;
Stett. entomol. Zeit. 1903. '<i2'"
342
Staiidinger, Iris VII. p. 107, Waigeii;
Hagen, Jahrb. Nass. V. f. Naturk. 50 (1897) p. 79,
Deutsch-Neuguinea ;
V. infmnata Stgr.- Staudinger, Iris VII. p. 107, Nordwest-
Neuguinea;
melanomciia Stgr.; Staudinger, Iris VII. p. 108, Deutsch-
Neuguinea ;
Heller, Ent. Nachr. XX. p. 369, Deutsch-Neuguinea;
Hagen, I. c, Deutsch-Neuguinea;
V. microphthalma Heller; Heller, Ent. Nachr. XX. p. 370;
Deutsch-Neuguinea ;
xanthophthalma m., Südost-Neuguinea;
Hageni m., Deutsch-Neuguinea (Sattelberg).
Ob die vorgenannten Formen selbstständige Arten oder
doch Lokalformen, oder ob die beschriebenen Stücke nur In-
dividuen einer sehr variablen Art (hodevä) darstellen, läßt sich
noch nicht feststellen, weil das zur Zeit aus den einzelnen Loka-
litäten vorhandene Material noch zu gering ist. Allerdings hätte
Herr Grose Smith, dem (vgl. Nov. Zool. I. p. 357) „a long
series of both sexes" und zwar von „Humboldt Bay, Duteh new
Guinea and in neighbouring Islands" vorlag, in seinen Mit-
theilungen über H. hodeva etwas ausführlicher sein können. Da
er keine weiteren Bemerkungen über diese Art macht, darf an-
genommen werden, daß hodeva nicht varialtel ist, weil er die
Variabilität anderer Arten besprochen, ja selbst nach Stücken,
die er für Aberrationen hielt, eigene Arten aufgestellt hat
(z. B. Tenaris Rothschildi).
IV. Mynes Doubledaii Wall. var. florensis.
In meiner Arbeit „Beitrag zur Kenntniß der indo-austra-
lischeu Lepidopteren-Fauna (Tijdschr. voor Ent. XXXIV.) er-
wähnte ich pag. 307 zweier von der Insel Florcs stammender
$$ von M. Doubledaii. Bei näherem Vergleiche mit einem
frischen $ dieser Art von Ceram (also HI. Doubledaii form, typ.)
Stett. entomol. Zeit. 1903.
343
bemerke ich aber Verschiedenheiten dieser Stücke, die zu einer
Abtrennung der Floresform nöthigen. Die Oberseite ist viel
dunkler (schwarzbraun) und die gelben Zeichnungen sind reducirt.
Die Grundfärbung der Unterseite ist kaum verschieden, aber die
gelben Zeichnungen sind weniger lebhaft gelb und kleiner,
namentlich ist der bei der typischen Form sehr große gelbe
Mittellleck zwischen der Submediana und dem ersten Medianaste
der Vorderfliigel bei den Floresstücken kleiner als die anderen
Mittelflecke, bei dem einen Stücke sogar nur durch gelbe Atome
angedeutet. Auf der Unterseite der Hinterflügel zeigt sich keine
postmediaue gelbe Läugsbinde, diese ist vielmehr nur durch
gelbe Atome angedeutet, welche aber' bei dem einen Stücke am
Vorderrande viel stärker auftreten, als bei der typischen Form.
Der rothe Submarginalfleck zwischen dem 2. und 3. Medianaste
der Vorderflügel ist kleiner als bei Doiibledaü. Das ,^ ist mir
unbekannt. Ich schlage für diese Subspecies den Namen (var.)
florensis vor.
V. Thecla Wernickei.
Diese noch unbeschriebene Art aus Santa Catharina in
Sudbrasihen ist seit einigen Jahren als Thecla wilhelmina im
Handel. Dr. Staudinger benannte sie nach der Gattin seines
ehemaligen Kustoden Herrn Hermann Wernicke in Blasewitz.
Dieser Name kann jedoch der Art nicht verbleiben, weil bereits
eine andere Art der Gattung Thecla den Namen wilhelmina trägt;
ich ändere ihn daher in Weniickei um. Die Flügelspannweite
der mir vorliegenden Stücke beträgt etwa 37 mm. Das ,^ ist
oberseits glänzend dunkelblau, nur die Apicalhälfte, der Vorder-
iind der Außenrand der Vorderflügel, sowie ein breiter Rand am
Vorderwinkel und der sehr schmale Außenrand der Hinterflügel
sind schwarz; auf den Vorderflügeln zieht die blaue Färbung
strahlenförmig in die schwarze Apicalhälfte, die mit Ausnahme
der Flügelspitze bei gewisser Belichtung dunkel violett glänzt.
Die Fransen sind auf den VorderflUgeln wenig lichter als der
Stett. entomol. Zeit. 1903.
344
Außenrand, auf den Hinterflügeln weiß^ am Innenwinkel der Hinter-
flügel steht ein schwarzes Fleckchen. Am ersten Medianaste
steht ein längeres (etwa 5 mm langes) schwarzes Schwänzchen
mit weißer Spitze und am zweiten Medianaste ein sehr kurzes
(1 mm) dergleichen. Die Unterseite ist grauweiß und hat auf
beiden Flügelpaaren eine postmediane Reihe weißer, innen
schwarz gesäumter halbmondförmiger Fleckchen und eine auf
den Vorderflügeln unvollständige submarginale Reihe schwärz-
licher Fleckchen, die auf den Hinterflügeln scharfe Häkchen
bilden; zwischen dem ersten und dem zweiten Medianaste steht
ein submarginaler dunkelrother Fleck mit schwarzem Centrum;
die Saumlinie ist wenig dunkler als die Grundfärbung und nur
im hinteren Theile der Hinterflügel deutlich schAvarz. Das $
unterscheidet sich nur oberseits durch trüberes Blau, das auf den
Vorderflügeln auf die basale Hälfte beschränkt ist. Die Fühler
und die Beine sind bei beiden Geschlechtern schwarz und weiß
geringelt, die Palpen sind unten weiß und oben schwarz, die
Augen sind kurz behaart.
VI. Esthemopheles n. g. Erycinid. lamprolenis n, sj).
Von den Herren Godman und Salvin wurde die nach einem
$ beschriebene radiata G. u. S. mit ? zur Gattung Esthetnopsis
gestellt. Mir liegt ein Pärchen ($ vom Rio San Juan in West-
Colombia und das ,^ aus Colombia — ohne nähere Angabe des
Fundorts — ) einer sehr ähnlichen neuen Art vor, die mit der
radiata sehr wahrscheinlich congenerisch ist. Ich stelle für diese
neue Art, die ich lamprolenis benenne, die vorgenannte neue
Gattung auf. Sie unterscheidet sich nicht nur durch die voll-
kommen abgerundete Spitze der Vorderflügel und die sehr langen,
fast ^li der Länge des Vorderflügel-Randes messenden Fühler
mit undeutlicher, schlanker Kolbe, sondern auch durch die Rippen-
bildung von Esthetnopsis und den verwandten Gattungen. Der
vierte Subcostalast mündet in den Außenrand (nicht in die
Flügelspitze wie bei Esthetnopsis'), der dritte Subcostalast in die
Stett. entomol. Zeit. 1903.
345
Flügelspitzie, die Discocellularcn zweigen sich kurz nach dem
zweiten Subcostalaste ab, es ist eine sehr kurze, aber deutlieh
wahrnehmbare obere Discocelkilare vorhanden, weshalb die obere
Radiahs nicht mit der Subcostalis anastomosirt, die mittle und
die untere Discocellulare sind von ungelähr gleicher Länge,
schwach nach innen gebogen, die untere Discocellulare mündet
kurz nach dem Ursprünge des zweiten Medianastes. Die Mittel-
zelle der VorderÜügel ist etwa von halber Flügellänge, die Mittel-
zelle der Hinterflügel mißt nur das reichliche Drittel der Hinter-
flügellänge, die mittle und untere Discocellulare schließen die
Mittelzelle der Hinterflügel fast gerade, sie sind von fast gleicher
Länge (die untere Discocellulare ist etwas länger), die mittle
Discocellulare entspringt kurz nach der Abzweigung der oberen
Radialis und die untere Discocellulare mündet kurz nach dem
Ursprünge des zweiten Medianastes, die Präcostalis ist fast gerade,
kräftig, mit der Spitze wenig nach außen gerichtet, der Basal-
nerv ist kräftig. Die Palpen sind etwas länger als der Kopf,
das Basalglied ist sehr kurz, das Mittelglied sehr lang und
schlank, dicht anliegend beschuppt, das Endglied sehr klein,
zart und nickend. Vorderbeine? (abgebrochen). Augen nackt.
Nach der Abbildung — Biol. centr. amer. Taf. 42 — hat
die mir in natura unbekannte Esthern, radiata einfach schwarze
Grundfärbung ohne Glanz — auch in der Beschreibung ist hier-
über nichts gesagt — , die neue lamprolenis dagegen beim ^
stark stahlblauen Glanz der Oberseite, der auch auf der Unter-
seite etwas auftritt, das $ hat schwächeren Glanz, der —
namentlich auf den Hinterflügeln — grünlich ist; die weißen
Streifen im Außentheile der Flügel sind etwas länger als bei
radiata und zwar haben die (9) Streifen im Apicaltheile der
Vorderflügel etwa 1/3 der Flügellänge und werden nach dem
Innenwinkel zu allmählig kürzer, so daß der Fleck im Innen-
winkel keilförmig ist. Auf den Hinterflügeln stehen 8 gleich-
mäßige große weiße Streifen. Am Saume der Flügel befindet sich
eine breite Linie von der Färbung des Flügelgrundes, die Fransen
Stett. entomol. Zeit. 1903.
346
sind auf dem liintercn Theile der YorderflUgel theilweise, auf
den Hinterflügeln aber am ganzen Saume weiß und überhaupt
breiter als bei den verwandten Gattungen. — Diese Unterschiede
würden mich aber nicht veranlassen, lamprolenis für eigene Art
zu betrachten, die Palpen sind jedoch so verschieden gefärbt,
daß Zweifel an der Artselbstständigkeit kaum entstehen können:
sie sind nämlich schwarz und an der vorderen Hälfte der Außen-
seite des Mittelgliedes weiß, bei radiata aber — nach der Be-
schreibung — einfach gelb. Flügelspannweite: r^ 37 mm,
$ 45 mm.
VII. lieber einige südamerikauische Schmetterlinge.
Eunica Mabildei.
Diese neue Art wurde von Herrn Ingenieur Mabilde in der
Provinz Rio Grande du Sul entdeckt. Ich benenne sie ihm zu
Ehren. Sie hat fast dieselbe Größe und Flügelform wie Emi.
olympias Feld, aus Colombia. Die Oberseite des ^ ist etwas
schwärzlicher als bei olympias und der mehr violette Schiller
pimmt einen größeren Theil der Vorderflügel ein, da er nur
einen schmalen Vorder- und einen etwa 6 mm breiten Außen-
rand freiläßt; im Apicaltheil reicht er bis zu den 3 weißen Sub-
apicalflecken, die ungefähr die Lage wie beim $ von Eirn.
fora Feld. (cfr. Staudinger, Exot. Schmettert, Tafel 40) haben.
Eine postmediane lichte Binde ist angedeutet (sie geht durch
den blauen Schiller) und tritt am deutlichsten in einem kleinen
weißen wischförmigen Flecke am Vorderrande und in einem
größeren lichten, dunkel bestreuten Submarginalflecke zwischen
dem 1. und 2. Medianaste hervor. Die Fransen sind schwarz
und weiß gescheckt. Die Hinterflügel sind einfarbig braun-
schwarz ohne eine Spur des blauen Schillers. Auch unterseits
ist die neue Art der olympias sehr ähnlich, doch hat sie mehr
graue Schuppen beigemischt. Die bei olympias vorhandene sub-
apicale bläuliche Binde der Vorderflügel fehlt, dagegen ist eine
Stett. eutomol. Zeit. 1903.
347
lichte (weißliche) postmediane Binde vorhanden, die von der
Mitte des Vorderrandes in der Richtung nach dem Innenwinkel
sich bis über den 1. Medianast erstreckt. Im snbapicalen Theile
stehen drei weiße Flecke, die den auf der Oberseite stehenden
weißen Flecken entsprechen; in dieser Fleckenreihe steht zwischen
den Radialen ein schwarzer Fleck; vor dieser Fleckenreihe (nach
der Fliigelspitze zu) stehen drei bläuliche Fleckchen. Im übrigen
ist die Unterseite derjenigen von olympias sehr ähnlich, doch ist,
wie bereits gesagt, namentlich auf den Hinterflügeln eine stärkere
Beimischung von grauen Schuppen zu bemerken. Das $ von
Eiin. Mabildei ist oberseits graubraun mit fast schwarzem Apical-
theile der Vorderflügel; in letzterem stehen die auch beim ,^
vorhandenen drei weißen Flecke. Wie das $ von Eun. flora
besitzt auch das $ von Eun. Mabildei eine etwa 5 mm breite
postmediane weiße 33inde, die in der Mitte des Vorderrandes
beginnt und zwischen dem ersten Medianaste und der Submediana
in der Nähe des Innenwinkels endet. Am Vorderrande der
Hinterflügel steht ein länghcher weißhcher Fleck. Die Unter-
seite hat ebenfalls die weiße Postmedianbinde der Vorderflügel,
ist aber im übrigen von der des ,^ kaum verschieden.
Ematurgina (n. gen.) Mabildei.
Diese ebenfalls von Herrn Ingenieur Mabilde in der Pro-
vinz Rio Grande do Sul entdeckte neue Enjcinide ist der Typus
einer neuen Gattung, die in die Gruppe Lemonias — Nyin-
phidiiim gehört. Der Vorderrand der Vorderflügel ist nur wenig
geschwungen, der Außenrand gleichmäßig abgerundet, der Hinter-
rand gerade; dasselbe gilt von den Hinterflügeln. Die untere
Discocellulare der Hinterflügel mündet wie in Tliarops (also nach
der Abzweigung des zweiten Medianastes), die mittle Discocellu-
lare geht kurz nach der Abzweigung der oberen Radiale ab,
die obere Discocellulare ist daher sehr klein und in der Rich-
tung der oberen Radiale. Die Mittelzclle der Hinterflügel ist
sehr klein, nur etwa 1/3 so lang wie die HinterflUgel. Im Geäder
Stett. entomol. Zeit. 1903.
348
der Vorderflügel ist gegen die verwandten Gattungen kein wesent-
licher Unterschied. Die Palpen ragen weit über den Kopf
(namentlich beim $), die Fühler haben etwa "^[^ der Länge des
Vorderflügelrandes, sind schwarz, unten mit 2 Reihen weißer
Fleckchen; die Fühlerkolbe ist sehr lang und hat auf der Unter-
seite eine deutliche tiefe Längsfurchc, so daß die Fühlerkolbe wie
zusammengefaltet erscheint. Vorderbeine: ? (abgebrochen).
Die beiden mir vorliegenden Stücke (.^ und $) von Ematur-
gina Mabildei — wie ich die Art zu Ehren ihres Entdeckers
benenne — haben etwa 23 mm Flügelspannweite. Die Grund-
färbung der Ober- und Unterseite ist ein gleichmäßiges Schwarz-
braun. Die Zeichnungen sind lichtgelb und zwar haben die
Vorderflügel eine in der Nähe des Mittelzellenschlusses beginnende
und schräg wurzelwärts bis an den Innenrand laufende etwa
1 mm breite Binde, in der am Schlüsse der Mittelzelle ein Flgck
von der Grundfärbung steht; je ein lichtgelber Querfleck steht
zwischen dem Schlüsse der Mittelzelle und der Flügelspitze und
zwar in der Nähe des Vorderrandes, und ein kleinerer Fleck in
der Nähe des Innenrandes zwischen der inneren gelben Binde
und dem Außenwinkel; am Außenrande stehen 6 lichtgelbe
Flecke von verschiedener Größe. Die Hinterflügel haben im
Anschlüsse an die Vorderflügelbinde eine subbasale und eine
Mittelbinde, sowie 5 Randflecke von ungleicher Größe. Auf der
Unterseite sind die gelben Zeichnungen etwas breiter, sonst ebenso
wie auf der Oberseite, außerdem ist aber gelbe Färbung an der
Basis vorhanden. Der Hinterleib des ,^ ist oben in der vorderen
Hälfte schwarz, in der" hinteren Hälfte gelb, der Anus jedoch
wieder schwarz; die Unterseite ist gelblich wie die Beine und
die Unterseite der Palpen. Der Hinterleib des $ ist oben dunkel,
unten wie die Extremitäten gelblich.
Morpho Godartii Gucr. var. assarpai.
Diese schöne neue Form aus Peru unterscheidet sich von
der typischen M. Godartii aus Bolivia oberseits durch viel
Stett. entomol. Zeit. 1903.
349
gesättigteres Blau, das der Färbung von .)/. didiits Hopflf sehr
nahe kommt, aber noch mehr Glanz besitzt, und durch den fast
völUgen Mangel des weißen Subapicalfleckes der Vorderflügel.
Unterseits ist die Färbung -— namentlich der Hinterflügel —
viel dunkler (brauner), auch sind die Augenflecke viel breiter
(mindestens doppelt so breit als bei Godartii) hellziegelroth um-
randet-, es ist auch auf den Hinterflügeln eine sehr deutliche,
schmutzig ziegelrothe Submarginalbinde vorhanden, die bei Godartii
nur durch Atome angedeutet ist. Das ? ist mir unbekannt.
Morpho peleides Koll. var. maculata.
Diese Lokalform aus Ecuador, von der mir 2 ,^,^ vor-
liegen, unterscheidet sich von peleides oberseits durch reineres
(weniger mit Weiß gemischtes) Blau, auch ist die Flügelbasis viel
weniger (kaum bemerkbar) verdunkelt. Die dunklen Außenränder
haben etwa dieselbe Breite wie bei peleides, doch sind sie weniger
schwarz (schwarzgrau), die in ihr stehenden lichten Flecke sind
viel undeuthcher, dagegen steht am Vorderrande der Vorderflügel
(etwa in der Mitte zwischen dem Schlüsse der Mittelzelle und
der Flügelspitze) ein deutlicher weißer Fleck, auch schlagen die
Pupillen der Augenflecke der Unterseite etwas durch, wodurch
eine postmediane Reihe weißer Flecke entstanden ist. Der
schwarze Fleck am Vorderrande der Vorderflügel geht nicht über
die Subcostalis hinaus. Die Unterseite ist lichter, die Zeich-
nungen erscheinen daher stumpfer gefärbt und die rothe Sub-
marginalbinde der Hinterflügel ist viel weniger entwickelt, bei
dem einen Stück nur durch Flecke in der Mitte der Flügelfelder
angedeutet.
Morpho hector (Stgr. i. 1.?)
Diese Art liegt mir in einem Pärchen aus Colombia und
in 1 (^ aus Bohvia vor. Sie dürfte am besten mit M. coelestis Butl.
aus Südbrasihen zu vergleichen sein. Letztere halte ich für eine
von M. achilles L. verschiedene Art, weil achilles nach Stücken
aus Surinam und aus Peru, also aus räumlich weit getrennten
Stett. entomol. Zeit. 1903.
350
Lokalitäten, fast keine Unterschiede zeigt und dalier diese Art
kaum variabel zu sein scheint^ auch ist es mir sehr fraglich, ob
coelestis eine Lokalform der M. achillaena Hb. ist, weil die
Unterschiede zu bedeutend und zu konstant sind. M. hector ist
in beiden Geschlechtern etwas größer als coelestis, der dunkle
Rand der Oberseite ist bei hector etwas schmäler, die Färbung
der blauen Mittelbinde — namentlich bei dem Stücke aus Peru —
mehr violett, der Basaltheil weniger dunkel; die bei coelestis-Q
stets vorhandenen postmedianen weißen Flecke auf den Vorder-
flügeln (im dunklen Außenrande) sind bei hector nicht vor-
handen, der weiße Fleck am Vorderrande ist viel kleiner und
geht nicht über die Subcostalis hinaus, während er bei coelcstis-,^,^
oft bis an den dritten Medianast reicht und die weißen Sub-
margiualflecke sind kleiner. Beim hector-^ ist die blaue Mittel-
binde ebenfalls etwas breiter und fast bis zum Vorderrande
reichend, auch auf den Vorderflügcln fast die äußere Hälfte der
Mittelzelle einnehmend; der weiße Fleck am Vorden-aude der
Vorderflügel (in der Nähe des Zellenschlusses) ist viel kleiner
und reicht nur bis zur oberen Radialis, die postmedianen weißen
Flecke sind nicht wischfürmig wie bei coelestis, sondern fast
rund, auch sind die submarginalen weißen Flecke viel kleiner
(im hinteren Flügeltheile fast verschwindend) und die submar-
ginalcn rothen Flecke der Hinterflügel sind größtentheils kaum
bemerkbar. Die Grundfärbung der Untere(eite ist bei beiden
Geschlechtern lichter, die die Augenreihe einfassende lichte Binde
ist schmäler und in der Mitte -weit unterbrochen, die Augen-
zeichnungen sind etwas größer und bleicher gelb (graugelb) um-
zogen, am Schlüsse der Vorderflügel-Mittelzelle steht eine viel
geringer entwickelte weiße Binde, die aus kleinen getrennten
Flecken besteht, die submarginale rothe Fleckenreihe ist im
Gegensatze zur Oberseite sehr stark entwickelt und die sie nach
innen begrenzende lichte Binde ist rein weiß. Während bei
coelestis die Ausbildung der Augenflecke auf den Vorderflügeln
variabel ist, scheint sie nach dem mir vorliegenden Material bei
hector sehr konstant zu sein.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
351
Morpho hector var. subfasciata
aus Peru unterscheidet sich vornehmhch durch die Entwicklung
des weißen Flecks am Vorderrande der Vorderflügel (hinter dem
Schlüsse der Mittelzelle): er reicht bis in Zelle 4 (zwischen dem
dritten Medianaste und der unteren Radialis), ferner sind die
dunklen Außenränder etwas breiter (namentlich auf den Hinter-
flügeln), die Flügelbasis ist weniger verdunkelt, die 2 weißen
Subapicalflecke der Vorderflügel sind größer, dagegen die weißen
Submarginalflecke kleiner, auch die Submargiualflecke der Hinter-
flügel obsolet und mehr gelb als roth. Die Flügelränder sind
stärker gezackt. Die Augenflecke der Unterseite sind reiner gelb
umrandet, die Iris der Vorderflügel-Augenflecke ist in größerer
Ausdehnung röthhehblau bestäubt, die Bestäubung der Iris der
Hinterflüo-el-Auo-enflecke ist mehr gelblich anstatt röthlich. In
der Mittelzelle der Vorderflügel fehlt die basale und subbasale
Zeichnung, die Vorderflügel haben eine deutliche ununterbrochene
breitere Submarginalbinde und der Streifen entlang des Innen-
randes au der Costaiis der Hinterflügel ist mehr gelb als roth.
— Nach 1 ,^ der Collect. Fruhstorfer.
Morpho telamon.
Diese Art stammt aus dem Caucathale in Columbia; ich
sah sie in vielen Exemplaren bei einem Händler und erbielt von
ihm vor etwa 10 Jahren 1 ,^ als M. peleides Kofl. Von dieser
Art unterscheidet sieh telamon schon wesentlich duich die Flügel-
form: die Vorderflügel sind breiter (sehr ähnlich der diagonalen
Hälfte eines Quadrats) und die Hinterflügel sind viel runder.
Die Oberseite ist nicht so weißblau wie bei peleides und hat
bei gewisser Behchtung einen stark violetten Schein. Der auf
den Vorder- und Hinterflügehi ganz gleichmäßig breite dunkle
Außenrand ist nicht fchwarz, sondern nur grausehwarz und sehr
schmal (kaum 4 nun breit) mit sehr undeutlichen lichten Sub-
marginalfleckchen, der Wurzeltheil der Oberseite ist nicht ver-
dunkelt, der Vordervandt^st reifen der Vordertliigi-l ist gleichfalls
Stelt. eDtomol. Zeit. 1903.
352
nur grauschwarz (und wenig auffallend) und der weiße Vorder-
randsfleck in der Nähe des Mittelzellenschlusses ist sehr klein
und obsolet, daher nicht auffallend. Am Innenwinkel der Hinter-
flüo:el ist nur ein sehr obsoletes rothbraunes Streifchen. Die
Unterseite ist viel lichter (rölhlichbraun) als bei peleides, die
Vorderflügel haben außer den gewöhnlichen drei Augentlecken
noch ein viertes kleines, nicht vollstäudio- ausoebildetes Aus-e
zwischen der oberen Radiahs und dem letzten Subcostalaste, die
lichte Umsäumung der Augenflecke ist viel breiter und schmutzig
röthlichweiß, die schräge weißliche postmediane Binde ist breiter
und stößt am Außenwinkel mit der lichten SubmarQ-inalzeichnuno-
zusammen. Der gelbliche Submarginalstreifen der Vorderflügel
ist breiter, die Submarginalzeichnungen der Hinterflügel sind
weniger und die schmutzig röthlichen Streifchen in ihnen sind
sehr gering entwickelt. _ Das sog. Subapicalauge der Hinterflügel
ist kleiner als bei peleides. Flügelspannweite: 118 mm.
Morpho peleus.
Das mir vorliegende ,^ aus Venezuela hat eine Flügel-
spannweite von IIG mm. Beide Flügelpaare haben eine etwa
22 mm breite kornblumenblaue Mittelbinde, die innen scharf
und fast geradlinig abgcschniltcn ist, außen aber in keilförmigen
Strahlen (ähnlich ^ie bei Papilio iilysses) in den schwarzen
Außenrand geht. Der tief dunkelblaue Basaltheil der Flügel ist
etwa 20 mm breit. Am Vorderrande der Vorderflügel steht in
der Nähe der äußeren Grenze der blauen Mittelbinde und zwar
zwischen den beiden letzten Subcostalästen ein schwarzer Fleck,
der nach außen von weißen Schuppen begrenzt wird. Die Vorder-
flügel haben in dem gleichbreiten, nach der Flügelspitze zu nur
ganz wenig verbreiterten schwarzen Außenrande eine vollstän-
dige submarginale Reihe weißer Flecke, die parallel mit dem
Außenrande verläuft (also nicht wie bei vielen anderen Morphö-
Arten nach der Flügelspilze zu divergirt). Am Vorderrande der
Vorderflügel (am Sciilusse der Mittelzelle) steht ein mäßig großer
Stett. entomol. Zeit. 1903.
353
länglicher weißer Fleck, der von der Subcostalis begrenzt wird,
und am Zellenschlusse (zwischen der oberen Radialis und dem
letzten Subcostalaste) steht ein schwarzer Fleck. Am Innen-
winkel der Hinterflügel stehen 2 undeutliche röthliche Streifchen.
Die Unterseite ist hchter als bei M. achilles L. var. Jeonte Hb.
vom oberen Amazonas, die Hebten Zeichnungen sind jedoch —
namentlich auf den Vorderflügeln — breiter und zusammen-
hängender, die submarginale weiße Binde der Vorderflügel ist
viel geringer durch die sie ihrer Länge nach theilende gelblich-
bräunliche Linie unterbrochen. — Es ist mir sehr fraglich, ob
M. peleus als Lokalform des achilles zu betrachten ist.
Morpho trojana.
Diese in den letzten Jahren in großer Anzahl in den Handel
gekommene Morpho ist — so viel mir bekannt — unter dem
Namen achillaena verkauft worden. Sie ist in Paraguay heimisch
und viel mehr der 31. achillides Feld, als der M. achillaena Hb.
ähnlich. Die mir vorliegenden Stücke haben eine Flügelspann-
weite von 118 bis 121 mm. Die etwa 20 mm breite lichtblaue,
bei gewissser Belichtung sehr stark violett — viel bedeutender
als bei M. achillides — glänzende Mittelbinde geht auf den
Vorderflügeln an der äußeren Seite zahnförmig in den dunkel-
braunen Außeurand, der sich nach dem Vorderrande zu allmählig
verbreitert; er ist am Außenwinkel etwa 10, an der Spitze der
Vorderflügel aber reichlich 30 mm breit; in ihm steht eine voll-
ständige Reihe weißer Flecke, die nacli der Flügelspitze zu innner
grüßer werden und mit dem Außenrande nicht völlig parallel
verlaufen. Die Hinterflügel haben eine in der Mitte etwa 16 mm
breite dunkelbraune Marginalbinde mit stets sehr deutlichen sub-
marginalen rothbraunen Flecken. Die etwa 19 nun breite bräun-
liche Basalbinde hat nur geringen bläulichen Seliiiunier. Am
Vorderrande der Vorderflügel (in der Nähe des Mittelzellen-
schlusses) steht ein großer, bis in Zelle 5 reichender weißer
Fleck, am Schlüsse der Mittelzelle steht ein dunkelbrauner Fleck.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
354
Die Unterseite ist viel lichter als bei achillides, mehr gelblich-
braun, die Augenflecke auf den Vorderflügeln sind viel kleiner
und viel geringer licht umzogen^ die weiße Mittelbinde ist viel
breiter, zusammenhängend und bis an den Innenrand reichend.
Die die submarginule Aveiße Binde der Vorderflügel theilende
dunkle Linie ist nur leicht wellenförmig, aber nicht aus halb-
mondförmioen Bogen zusammengesetzt wie bei achillides. Auch
die Hinterflügel- Augen sind etwas kleiner und geringer licht um-
ranHet, die submarginalen rothen Randflecke sind kleiner und
schmutzig roth. — Das $ ist mir nicht bekannt.
Morpho herniione.
Diese neue in Colombia heimische Art oder Lokalform der
M. deidamia Hb. unterscheidet sich von der typischen deidamia
vom unteren Amazonas durch viel geringere Breite des schwarzen
Außenrandes ^ dieser ist am Außenwinkel der Vorderflügel nur
etwa 2 mm breit, verbreitert sich aber allmählig und zeigt im
Flügelapex eine Breite von etwa 15 mm; der Außenrand der
Hinterflügel ist in der Mitte etwa 3 mm breit. Das mir vor-
liegende (^ hat 115 mm Flügelspannweite. Die grünlichblaue
Mittelbinde ist etwa 25 mm breit, innen scharf und fast gerad-
linig abgeschnitten, außen undeutlich begrenzt. Der etwa 18 mm
breite dunkelbraune Basaltheil hat nur im äußeren Drittel dunkel-
blauen Glanz. Im Apex der Vordertlügel stehen 2 kleine deut-
liche weiße und 1 sehr undeutliches lichtes Fleckchen. Am
Vorderrand der Vorderflügel steht ein kleiner weißer Fleck. Am
Innenwinkel der Hinterflügel sind nur Spuren röthlicher Fleckchen
vorhanden. Die Unterseite ist dunkel mahagonibraun, auf den
Hinterflügeln in der Umgebung der Rippen etwas lichter, die
lichten Zeichungen sind in der Gestalt denen von deidamia fast
gleich, doch sind sie viel geringer cntMickelt (schmäler) und
von den submarginalen ziegelrothcn Flecken der Hinterflügd sind
nur geringe Spuren vorhanden. — M. hermione ist als der
colombische Vertreter der deidamia zu betrachten, während
Btetf. entomol. Zeit. 1903.
355
M. granaclensis Feld, aus Colombia, die von Dr. Staudiuger
(Exot. Schmett. p. 210 und 211) mit Zweifel für eigene Art
gehalten wurde, sicher eigene Art ist, da sie außer anderen be-
deutenden Unterschieden eine ganz andere Flügelforni besitzt.
In letzterer weicht auch hermione von den verwandten Formen
ab, weil die Vorderflügel im Apicaltheile auffällig verlängert,
auch die Hinterflügel nach hinten ausgezogen sind und daher
sehr schmal erscheinen.
Morpho electra.
Von dieser neuen Art aus Bolivia liegen mir 3 r^,^ vor.
Sie ist mit deidamia verwandt, hat aber entschieden rundere
Hinterflügel und gedrungenere Vorderflügel. Die Oberseite ist
prachtvoll lichtblau, bei gewisser Belichtung mit grünlichem
Schimmer. Der schwarze Außenrand ist sehr schmal, am Außen-
winkel der Vorderflügel nur etwa 2 mm und in der Flügelspitzc
etwa 10 mm, in der Mitte der Hinterflügel etwa 3 mm breit.
Im Apex der Vorderflügel stehen 2 weiße Flecke, der Vorder-
rand der Vorderflügel ist von der Wurzel bis zum Schlüsse der
Mittelzelle braunschwarz, hieran schließt sich der etwa 10 mm
lange weiße Vorderrandsfleck. Die Flügelbasis ist in nur ganz
geringem Grade verdunkelt. Die Unterseite ist dunkelrothbraun,
die Gestalt der lichten Zeichnungen denen von deidamia ganz
ähnlich, doch sind die Augenzeichnungen viel kleiner, rothgelb
umzogen (ganz ähnhch wie bei M. granadensis Feld., doch ist
das sogen. Subapicalauge der Hinterflügel bei letzterer bedeutend
größer), die Außenrandszeichnungen sind weiß (nicht gelb wie
bei deidamia}, die inneren silberweißen Zeichnungen sind reducirt
und weniger zusammenhängend und am Außenrand der Hinter-
flUgel sind nur schmale rothe Längsfleckchen (keine Querbinde)
vorhanden. — Es ist fraglich, ob M. electra als Lokalform der
deidamia oder der granadensis oder als eigene Art zu be-
trachten ist.
Stett. ontomol. Zeit. 1903. 23
356
Mesosemia chalybaea.
Das mir vorliegende Stück dieser neuen Art aus Colombia
besitzt leider die Vorderbeine nicht mehr, auch ist der Hinter-
leib so verdrückt, daß die Abdominalöffnungen nicht mehr genau
zu erkennen sind, weshalb ich nicht mit Sicherheit das Geschlecht
feststellen kann; nach Analogie der verwandten Arten ist es
jedoch der Färbung nach 1 ^J. Im übrigen ist das Stück
schön erhalten. Die Flügelspannweite beträgt 39 mm. Die Ge-
stalt, Zeichnung und Färbung der Flügel sind ähnlich wie bei
Mes. iosca Stgr. (Exot. Schmett. p. 243 Taf. 88), mit der ich
die neue Art bei der folgenden Beschreibung vergleiche. Die
Grundfärbung ist am besten als grünlich stahlblau zu bezeichnen,
sie tritt jedoch wegen der starken Verdunkelung des Basaltheils
beider Flügelpaare wenig hervor. Die beiden äußeren grünlich
stahlblauen Binden auf der Oberseite der Vorderflügel beginnen
fast am Vorderrande und reichen bis an den sehr schmalen
schwarzen Saum des Innenrandes. Unter dem großen runden
schwarzen, 3 weiße Pünktchen tragenden Fleck in der Mittcl-
zelle stehen 3 große regelmäßig gestaltete schwarze Flecke, die
die bläuliche Grundfärbung nur in Spuren aufkommen lassen;
die antemediane oder subbasale schwarze Binde ist breiter als
bei iosca und reicht bis an den Innenrand, die Flügelbasis ist
zwar grünlich stahlblau, doch wie die innere Hälfte der Hinter-
flügel stark mit schwarzen Schuppen bestreut; der schwarze
Außenrand ist etwas schmäler als bei tosca. Die schwarze
Mittelbinde der Hinterflügel beginnt am Vorderrande, aber nahe
dem Außenwinkel und endet im Innenwinkel, die submarginale
schwarze Binde ist vollständig und verläuft fast parallel mit dem
Außenrande; der schwarze Aiißenrand ist sehr schmal. Die Unter-
seite ist ähnlich wie bei tosca, doch erreicht die schwarze Mittel-
binde der Vorderflügel den Innenrand nicht, sondern endet kurz
vor der Submediana; hinter ihr (nach außen) steht eine schwach
stahlblaue Binde, auch der größere äußere Theil der Mittelzelle
ist schwach stahlblau gefärbt. Das scIha arzc Auge in der Mittel-
ßtott. entomol. Zeit. 1903.
357
Zelle ist nicht gelb (sondern eben breit sehwach stahlblau) um-
zogen, unter ihm steht kein schürf markirter Fleck, sondern der
ganze Flügeltheil unter ihm ist dunkel. Die subbasale schwarze
Binde fehlt. Die Hinterflügel sind grau bestreut; die innere
dunkle Binde zeigt dieselbe Lage wie oberseits und ist innen
licht gesäumt; der schwarze Mittelfleck hat auf der äußeren und
der inneren Seite je ein ganz kleines weißes Fleckchen. Der
Raum zwischen der mittein und der sehr undeutlichen submar-
ginalen Binde ist schwach bläulich; in der Mittelzelle ^^teht ein sub-
basales lichtes Querstreifchen, das beiderseits dunkel begrenzt ist.
VIII. Hyporion,
eine neue palaearctische Erjciniden-Gattung.
Die im Lepidopteren - Kataloge von Dr. Staudinger und
Dr. Rebel zur Gattung Polycaena Stgr. gestellte Art princeps Ob.
unterscheidet sich von dem Typus der Gattung tameiiana Stgr.
durch die fünfästige Subcostalis, von welcher zwei Aeste vor
dem Schlüsse der Mittelzelle abgezweigt sind, auch ist die obere
Radiahs der Vorderflügel nicht mit der Subcostalis verwachsen,
sondern entspringt direkt am Schlüsse der Mittelzelle. Die P'ühler
sind etwas kürzer als bei tamerlana; ihre Kolben sind runder
und ausgeprägter. Die Palpen sind kräftiger und viel stärker
laug behaart, den Kopf kaum überragend. Vorderbeine: ?
(abgebrochen). In der Rippenbildung der Vorderflügel stimmt
H lipo Hon mit der Gattung Nemeohius Stph. fast überein, doch
unterscheidet sie sich von letzterer durch die Bildung der Sub-
costalis der Hinterflügel, die bei Hifporioii sich erst sehr weit
nach dem Schlüsse der Mittelzelle von der oberen Radialis ab-
zweigt, sehr kurz ist und als ein kurzer Ast der oberen Radialis
erscheint; hierin stimmt Hyporion fast mit Polycaena überein.
Die Mittelzelle der Hinterflügel ist wie bei Polycaena sehr schräg
geschlossen, aber etwas länger als bei Nemeohius und Polycaetia.
Die Palpen sind größer und kräftiger als bei Nemeobius.
Stott. ontomol. Zeit. 1903. 23*
358
In die Gattung Hyporion goliöi-t auch Ina Gr., die weder
im Geäder, noch in der Bildung der Palpen und Fühler den
geringsten Unterschied gegen princeps zeigt; ich halte sie übrigens
nicht für eigene Art, sondern für eine Zeitform von princeps.
Von beiden Formen konnte ich leider keine $$ erlangen.
Zum Heimaths-Nachweis der Agrolis cursoria-
Varietäten obscura Stgr. und sagitta Stgr.
von A. Riesen.
In dem Kataloge der Lepidopteren des palaearktisehen
Faunengebietes von Dr. Staudinger und Dr. Rebel — Berlin 1901
— sind für obscura als Vaterländer verzeichnet Pommerania, Liv.,
Ins. Hebrid. Weshalb Ostpreußen, wo doch obscura in Mehr-
zahl anzutreffen war — man vergleiche meine Berichte darüber
in der Stett. ent. Zeit. 1889 S. 5 und S. 346 -^ unberück-
sichtigt gebheben ist, erscheint mir unerfindlich. Was die Varietät
sagitta betrifft, so ist für diese in dem erwähnten Kataloge über-
haupt kein Vaterland angegeben. In dem alten Kataloge von
1871, wo sagitta unter No. 1901 als fragliche selbstständige
Art aufgeführt ist, war als Vaterland „? Ross. m." verzeichnet.
Inwiefern es nothwendig wurde, sagitta als Abart von cursoria
anzusehen, glaube ich (Stett. ent. Z. 1889 S. 6) nachgewiesen
zu haben; aus welchen Gründen aber ignorirte man Ostpreußen
als Vaterland für diese Varietät? Daß sagitta am Seestrande
Ostpreußens vorkommt, wird bewiesen durch meine Sammlungs-
Exemplare, von denen 1 Cranzer Stück s. Z. dem Dr. Staudinger
vorgelegen hat, welches von ihm als „saf/i/to" determinirt
worden ist.
stett. entomol. Zeit. 1903.
359
I.
Neue afrikanische Lepidopteren.
^ 011 II. Fnilistoi'l'er.
Euphaedra medou ? ab. fernanda.
1 $ der Euph. medon von Fernando Po düTerirt von der
nächstverwandten ab. viridinotata Biitl. durch größeren, weißen
Apikaifleck der Vorderflügel und die viel schmälere, gelbe sub-
apikale Schrägbinde.
Die Unterseite ist dunkler als bei viridinotata, die weiße
Discalbinde tritt schärfer hervor und die schwarze Submarginal-
binde ist sehr verbreitert. Auch die Vorderflügel-Unterseite ist
stark verdunkelt.
Fernanda macht ganz den Eindruck einer Inselrace, und
wenn noch mehr übereinstimmende Exemplare nach Europa
kommen, kann fernanda als Subspecies aufgefaßt werden.
Patria: Fernando Po.
Cymothoe lurida sublurida nov. subspec.
1 ^ von Fernando Po ditlerirt von hirida Butl. aus Kamerun
durch den fast ganz verschwundenen Marginalsaum der Vorder-
flügel und den sehr verschmälerten Saum der Hinterflügel-Ober-
seite. Das Exemplar ist kleiner und von viel hellerer Grund-
farbe als solche vom Festlande, namentlich der Apikaltheil ist
auffallend bleichgelb.
Die Unterseite ist sehr viel heller, reichlich weiß gefleckt
und die Medianbinde der Hinterflügel ist hellroth anstatt braun.
Patria: Fernando Po.
Pap. illyris flavisparsus nov. subspec.
1 rj von Fernando Po difterirt von 5 ,^,^ des Festlandes
von Afrika durch die fast doppelt so breiten Submarginalflecke
der Hinterflügel-Oberseite. Die gelben Admarginalflecke und der
gelbe Saum am Schwänze sind viel prominenter. Die Hinter-
sten, entomol. Zeit. 1903.
360
flügel-Unterseite ist dann noch aiisgczoiohnet durch schv broilc,
gelbe Submarginalmakehi, welche mit dem gelben Flügelaiißen-
saum stellenweise zusammenfließen.
Der schwarze halbmondförmige Fleck des Costalrandes ist
stark erweitert, ebenso die rothen Flecke.
Patria: Fernando Po.
P. cypraeafila fernandus nov. subspec.
Diese stark pronoucirte Lokalracc diderirt von cypraeafila Butl.
aus West- Afrika durch die außerordentlich verschmälerten, gelben
Medianbinden aller Flügel. Auf der Unterseite der Vorderflügel
fehlt der weiße Fleck im Apex der Zelle. Die marginalen Saum-
flecke sind auf beiden Flügelseiten stark verbreitert.
Patria: Fernando Po.
II.
Parnassius epaphus Huwei nov. subspec.
Herr Huwe überließ mir aus seiner Sammlung ein Pärchen
Parnassier aus Central-Asien, welches einer noch unbeschriebenen
Eorm des epaphus Oberthür angehört.
Die neue Race, welche ich nach meinem verehrten ento-
mologischen Freunde Hmvei nenne, bildet ein Mittelglied zwischen
epaplms mercnriiis Gr. und epaphus sikkitnensis Elwes. Mit
ersterem hat Huwei die dicht weiß beschuppte Flügeloberseite
gemeinsam, mit letzterem die ausgedehnte ' dunkle Hinterflügel-
Färbung.
(^ Huwei differirt aber von mercnrius durch den breiteren,
durchsichtigen, glasigen Außensaum und schmälere aber schärfer
schwarz abgesetzte Submarginalbinden der Vorderflügel. Die
Hinterflügel von Huwei sind von einer mindestens doppelt so
breiten Marginalbinde durchzogen und die Ocellen aller Flügel
breiter schwarz umrandet.
Auch die schwarzen Makeln der Vorderflügelzelle sind ver-
breitert und der costale rothe Fleck tritt mehr hervor als bei
mercurius und sikhimensis.
StDtt. entomol. Zeit. 1903.
361
Verglichen mit sikkimensis differirt Huioei in folgenden
Punkten: Vorderflügel: Die marginale, glasige Zone ist erweitert,
die Submarginalbinde dagegen viel kürzer und dünner. Der
schwarze Subapicalfleck vor dem Zellapex ist viel kleiner.
Hinterflügel: Die admarginale Bestäubung ist obsoleter,
jedoch breiter angelegt, die submarginale Reihe von dreieckigen
Fleckchen fast verschwunden. Das basale Schwarz ist bedeutend
reducirt.
Unterseite: Diese weicht schon durch die dichtere, weiße
Beschuppung, wodurch eine matte Grundfarbe bedingt wird, von
der stark hornglänzenden mercwrf?/s-ünterseite ab.
Die Ocellen der Hinterflügel sind nicht hell carminroth wie
bei mercurkts sondern bkiß rosa und ebenso geringelt und ver-
theilt wie bei aikkimensis.
Hmcei unterscheidet sich von sikkimensis unterseits durch
die größere Rothfleckung der Hinterflügel und die abgekürzte
Submarginalbinde der Vorderflügel und die stark verminderte
schwarze Beschuppung. Auch in der Größe hält Huicei die
Mitte zwischen beiden Formen, weil
mercurius aus Turkestan 29 mm,
Huicei aus Aksu 25 mm,
sikkimensis aus Sikkim 22 — 23 mm Vorderflügellänge
aufweisen.
Das ^ hat eine noch ausgedehntere, glasige Region auf
allen Flügeln, viel größere Rothflecke als mercurius und einen
viel breiteren, schwarzen Marginalsaum als sikkimensis-^.
Patria: Aksu, Chines. Turkestan.
Das (^ trägt die Etiquette: Juli, am Kia-Fluß.
Stott. cntoniol. Zeit. 1903.
362
Eine neue Agonosoma-Art,
lieschriebcn von 11. Sfliontecleii, Brüssel.
Agonosoma Dohrni sp. n.
Corpus oblongo-ovale, sat dense punctatum, siipra subtusque
fere aeque convexum.
Caput superne fere planum, paruni declive, apicem versus
sensim angustatum; margiuibus lateralibus subacutis, leviter
sinuatis; latius quam longius basi scutelli latitudine subaequali,
lobis aequilongis; — nigrum, dense punctatum, limbis lateralibus
angustis, parteque postica tjli medio, testaceis, hac inipunctata.
Rostrum segmentum ventris tertium attingens, articulo secundo
apicalibus duobus ad unum longiore, bis iuter se subaequilongis.
Antennae nigrae, basi fuseae; articulo primo capitis apicem baud
attiugente, secundo longiore; tertio secundo subaequali, quarto
praecedentibus duobus ad unum subaequali et quinto distinete
breviore.
Pronotum sexangulare, angulis posticis rotundatis, angulis
lateralibus vix prominentibus; marginibus lateralibus anticis sub-
rectis, apice extus denticulo instructis; cinnamomeum, sat dense
nigro-punctatum, limbis sat angustis lateralibus anticis et posticis,
vitta angusta longitudinali media, vittaque utrinque submarginali
a margine antico (pone oeulos) ad angulos basales scutelli ducta,
flavo-testaceis, impunctatis; vittis nigrolimbatis, spatio inter limbum
lateralem et vittam submargiualem nigro-cinnamomeum. Sterna
sulcata. Pectus fusco- nigrum, aeneo-nitens, area evaporativa
cinerea opaea; prostethio antice intus leviter bilatatum, acutum.
Orificia a marginibus metastetbii quam a coxis longius remota,
in sulcum sat longum, antrorsum curvatum, extrorsum producta.
Pedes nigri (fusco-nigri), leviter aeneo-nitentes aureo-pilosuli,
femoribus medio subtus, femoribus posticis parte apicali excepta,
flavis; tibüs superne subplanis.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
363
Sciitellum ciiinamomcum, limbis lateralibus et apicali toto,
hoc mcdio minus latc, vitta angusta arcuala iiitcr linibos laterales
versus medium, lineaque longitudinali sat obsoleta media a basi
ad vittam illam transversam ducta, flavo-testaceis, impunetatis^
limbo intus^ vittis utrinque nigro-limbatis^ abdomini aequilatum
et aequilongum, apice truncatum et leviler sinuatum, augulis
basalibus ad angulos posticos pronoti positis.
Hemelytra extus nigra, margine costuli basi flavescente,
calloso.
Venter nigro-piceus, disco vix punctatus, latera versus densius
et distinctius^ limbo flavo-testaceo, levigato, macula apicali vel
anteapicali segmentorum fusco-nigra^ incisuris medio ulrinque
sinuatis, latera versus rectis; segmento ultimo retrorsum sat pro-
ducto, parte apicali nigra (limbo flavo-testaceo), parte bac trans-
versim obsolete strigosa.
Specimen unicum examinavi, e Mexico? (Mus. Stettin).
Ab aliis speciebus generis capite magis deplanato, segmento
sexto transversim obsolete strigoso, coloreque, bene distincta.
Ab Ag. trilineaia difTert limbo scutelli flavo-testaceo vittaque
transversa hujus; ab Ag. faconofafa, cui propinqua, limbo scutelli
toto, apice minus late, tlavo testaceo (apud Ag. faconoiatam
autem scutellum apice macula triangulari media ornatum), coloreque
corporis inferne distinguitur.
Das einzige vorhandene Stück dieser neuen xlrl erhielt ich,
zwischen eine Anzahl afrikanischer ScuteUeriden, mit Angabe:
Afrika? Mexico? Die Art stammt sicher nicht aus Afrika.
Stott. entomol. Zeit. 1903.
364
Iiilialts-Torzeicliniss.
Weitere Beiträge zur Metamorphose der deutschen Tricho-
pteren von Georg Ulm er, Hamburg. S. 179. Figuren-Erklärung
hierzu S. 225. — Alte und neue Kleinfalter der europäischen
Fauna von Pfarrer A. Fuchs in Bornich. S. 227. — Die Arten
der Odonaten-Gattung Neurothemis von L. Krüger. S. 248. —
Descriptions of new genera and species of Pl\ytophagous Coleoptera
obtained by Herr Conradt in West -Afrika (Cameroons), bv
Martin Jacoby. S. 292. — Lepidopterologisches von J. Röber
in Dresden. S. 337. — Zum Heimaths-Nachweis der Agrotis
cursoria- Varietäten obscura Stgr. und sagitta Stgr. von A. Riesen.
S. 358. — Neue afrikanische Lepidoptcren von H. Fruhstorfer.
S. 359. — Parnassius epaphus Huwei, nov. subspec. von d'em-
selben. S. 360. — Eine neue Agonosoma-Art, beschrieben von
H. Schouteden, Brüssel. S. 362. — Inhalts- Verzeichniß. S. 364.
— Inhalt des 64. Jahrganges. S. 364. — Alphabetisches
Register. S. 365.
Inhalt des 61. Jalirgaiiges
der Stettiner Entomologischen Zeitung 1903
(al[ihabetisch geordnet).
o Seile
H. Agren, zur Kenntniß der Apterygotenfauua Süd-
Schwedens 113
Alphabetisches Register , . . . 365
Dr. M. pjernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von
Ostindien und den Sundainseln 21
H. Fruhstorfer, Neue afrikanische Lepidoptcren . . . 359
Derselbe, Parnassius epaphus Huwei 360
Stelt. entomol. Zeit. 1903.
365
A. Fuchs, Neue Kleinfalter des Mittelmeergebietes ... 3
Derselbe, Alte und neue Kleinfalter der europäischen Fauna 227
Ed. Hering, Uebersicht der Sumatra-Pyralidae (Schluß) . 38
Derselbe, Neue Pyraliden aus dem tropischen Faunengebiet 97
M. Jacoby, Descriptions of new genera and species of
Phytophagous Coleoptera .
Inhalt des 64. Jahrganges
T , 1. • 1 • . . 177, 364
Inhaltsverzeichnisse '
L. Krüger, Die Arten der Odonaten-Gattung Neurothemis 248
A. Riesen, Zum Heimaths-Nachweis von Agrotis fugax . 37
Derselbe, Zum Heimaths-Nachweis der Agrotis cursoria-
Varietäten
^37
J. Ruber, Lepidopterologisches
S. Schenkung, Einige neue Cleriden des Stettiner Museums 16
H. Schont eden. Eine neue Agonosoma-Art 362
Ct. Ulm er. Weitere Beiträge zur Metamorphose der deut-
sehen Trichopteren
Alpliabetisclies Register.
Acara 87, Dohrni 87, moro-
sella
A c li e n n i u m
Achorutes armatus 120,
assimilis 123, iuermis 124,
manubrialis 122, purpu-
rasccns 121, Reutteri 123,
rufescens 121, Schneidcri
123, Schötti 122, vornalis.
Achorutidae
Aciptilia
Aetheocerus diraidiaüis
150, quinquclasciatus 150,
rubrofasciatus 150, rufes-
cens
A g a p 0 1 u s comatus 222,
fuscipes
Stelt. entomol. Zeit. 1903.
0/
32
123
117
97
150
Agelastica alni 327
Agonosoma Dohrni 362,
flavonotata 363, triliueata. 363
Agraylea 2.23
Agrotis cursoria var. ob-
scura 358, cursoria var.
sagitta 358, fugax 37
'214
A g r y p in a ''^^
Allotrichia
Alucita malaceiisis97, simi
■ lalis
Aiuatliusia "^39
Ainathuxidia
A m a X i d i a
Ambia 50, cataclystalis 51,
Dohrni 51, iriusalis 50,
lipocosmalis 50, poritialiö. 50
223
97
339
339
366
Analjol ia '215
A 11 c a 0 u s Försteri 36
A n c y 1 () ] o ni i a argentata 80
capciisis 80, clir5'sc)gTaplieIla
80, intlica 80, sansibarica
80, taprobanensis 80, West-
woodi 80
Angüiiia crambidalis 67
Anurida Tullbcrgi 126
Anurophorinac 131
Anurophorus laricis 131
Anydraula mesorphna 65,
xanthobathra 65
Apatania 214
A p h 0 r u r a inennis 129
Apop empsis 17, pulchra. . 19
A p t e r y g 0 1 a 116
Arimetus 320, Conradti... 320
A r g y r e s t h i a ephippe]la241,
mendica 241
Asbecesta dimidiaticornis
313, rufobasalis 313
Athropleona 117
Aula Codes 56, aechmialis. 56
Aurophorus stillicidii. . . . 129
B a r 0 m b i a 324, caerulea 325,
metallica 325
B e c k i a argentea 160
L! e r a e 0 d e s 218
Bledius Fisclieri 35
Botys Snellemanni 48, veUi-
talis 49
Brihaspa atrostigmella. . . . 68
Bussa maculella 92
Caina ciiiiferella 94, dele-
tella 93, micrella 94
Calamotropha 84, auticella
84, paludella 84
C a m p 0 d e a fragilis 116
C a n d e z e a 336
Canthclca aegnusalis 92,
oegnusalis 92, saturatella
92, stibiella 92
Cardiostichus 18
Cataclysta 65, Idandialis
65, cuneifera 65, delicata
Stett. entomol. Zeit. 1903.
57, jiinchilis 65, mesorphna
65, nigi'italis 65. ()cliri]»ieta
58, patnalis 65
Catliyalia deflandrella .... 91
C e m i 0 s 1 0 m a aecris 245,
laburnella 247, lathyrifo-
liella 246, lustratella 246,
spartifoliella 246
C h a e 1 0 p t e r y X 215
Chi lo 76, boxanus 111, dubia
77, luteellus 77, partellus
78, phragmitellus 111, Sim-
plex 78, squamulclhis 79,
suppressalis 77, zonellus.. 78
C h i m a r r h a 221
Cirrho Christa aetherialis
71, 108, brizonalis 71, bry-
zoalis 71, Grabczewskyi 108,
pulchellaJis 74, 110, semi-
bruimea 74, 110
Cladocera angolensis 308,
femoralis 307, spectabilis
308, uniformis 307
Clupeosoma polusale .... 48
Coleophora albicostclla 12,
alcyonipennella 10, aii-
gustiorella 10, cuprariella
11, debilella 13, gnaplialii
13, implicitella 11, lougi-
palpella 12, metallicella 11,
niveicostella 12, onopor-
diella 11, ^yockeella 11
Collembpla 117
Colpolaulius 215
Conchylis ciliella var. co-
niana 5, ciliella var. tectana
240, elongana 6, posterana
6, suaveolaua 6
Conosoma pictum 25
Crambus ermineus 07, ha-
paliscus 85, malacelius 85,
inultivagellus 70, troglo-
dytellus 84
Crunoccia irrorata 216
C r y p 1 0 b i n m Frühst niiVri . 30
C'ry ptoblabes (lis.suhilella 91
Culladia admigratella .... 84
367
C y d a 1 i m a li mbriata 105,
laticosalis 105, Pfeiffcrae. . 105
Cymolomia Hartigiana 7,
Faillana 7
Cymorrhiza inextricala 55,
irrectalis 54, rivularis. ... 55
Cymotlioe luridasul)sp. suh-
lurida 359
Cyphoderus aeneus 159,
agilis 159, albiiios 159,
gibbiilus 160, lignorum 160,
parvulus 159, pusilliis. . . . 159
Degeeria languinosa 153,
muscorum 153, Nicoletü
153, nivalis 153, var. mon-
tana 153, nivalis var. iuter-
rupta 153, pruni 157
Depressaria Heydenii 244,
oenochroa 243, Uhrykella. 244
Diacantha Conradti 312,
Deusseni 312
Diatraea striatalis 78, ve-
nosata 78, virgosa 79
Dicyrtoma albosignata 169,
atra 169, dorsalis 169, fusca
168, minuta 169, oniata 169,
pallida 169, pul che! la 169,
silvatica 168
D i c y r 1 0 m i n a e 168
Dioryctria abietella 235,
var. mutatella 232, Scluitze-
ella 236, ab. fusalljella 232,
splendidclla 235
D i p 1 e c t r (j n a 221
D i p t y c h 0 p h 0 r a amoenella 82
D i r c e m e 1 la 327
Doloessa viridis 85
Drusus 215
E c n ü m u s 221
Ectotroplii 116
Eraaturgina 347, Mabildci 347
E ra ni a 1 0 c e r a 94, an crastica
94, crenalella 94
E n 0 i c y 1 a pusilla 207
Entomobrya albocinctal56,
arborea 156, corticalis 156,
Stett. entomol. Zeit. 1903.
languinosa 153, 160, mar-
ginata 156, multifasciata
155, muscorum 154, Nico-
leti 154, nivalis 156, pallida 157
Entomobryidae 131
Entomobr yinae 146
E n 1 0 1 r 0 p li i 116
Epherema 45, abyssalis ... 45
Erctiza maximcUa 87
Ergana proteus 327, scmi-
caerulea 326
Erilita 46, adhaesalis 46
Eromene bella 82, ocellea
82, pygmaea 81, Rambu-
riella 82, superbella 82
Eschata argentata 81, chry-
sargyria 81
Esthemophel es 344, lam-
prolensis 344
Esthemopsis radiala 344
Eucallaenia fumipalpis 72,
110, Ragonoti 110, spissalis 73
Eunica flora 346, Ma^bildei
346, olympias 346
Euphaedra mcdon ab. fcr-
nanda 359
Eurj'^demus marginal us .. . 303
Evergestis extimalis ab.
pallicilialis 231
Galeruca ephippiata. . . . . 321
Galerucella sericea 314
Galerucidae 310
Galleria macroptcra 87
Glossoma 223
Glyphodes praefulgida .... 107
Glyphotaelius 215, pellu-
cidus 191
Goera pilosa 217
Grammotaulius 215, 224
G y n a n d r o p h t li a 1 ni a \N'ci-
sci 294
Hadena amica 37
Halesus auricollis 202, digi-
tatus 191, 205, interpunc-
tatus 203, ruficollis 202,
tesselat us 202
368
II a 1 1 i r h 0 1 i u s marginatus . . 316
H e m i s c 0 p i s suffusalis .... 48
H e p i a 1 u s ganna 37
Heteromicta 85, latro 86,
ruüvena 86
Heterosoma 33, Dohrni .. 33
Heterotoma llavesccns ... 149
II 0 1 0 c e n t r 0 p u s 222
H 0 m 0 e 0 s 0 m a derasella ... 92
Ilyantis Hageni hodeva 341,
var. infumata 342, mela-
nomata 342, var. micro-
phthalma 342, xantho-
phthalma 342
Ilydrocampa difllualis 63,
phlcgctoiialis 56, scitalie 64,
stagnata 63
H j^dropsyche 222
Hydropsycliidae 221
H y d r 0 p t i 1 a 223
H y d r 0 p t i 1 i d a e 223
II y d r 0 r y b i n a 48
H y ni e n 0 p t y c h i s denti-
linealis 44, sordida 44
Hyp Orion 357, hia 358,
princeps 357
Ilypsotropa 95, falsclla... 95
H y p s o t r 0 p h a 95
Hystaspes 321, Dohrni ... 321
Jamcsonia castanea 305,
unieostata 306
Isotom a 131, afflnis 135,
annulata 134, aquatilis 133,
arborea 140, bimaculata
133 cinerea 142, denticulata
140, fimetaria 143, gracilis
138, griscsccns 135, macu-
lata 133, maritima 136,
micans 135, minor 138, no-
tabilisl38,olivaceal36,pal-
llda 134, palustris 132, pra-
sina 133, quadrioculata 143,
riparial34,Schöttil31,sciisi-
ljilisl39,tigrinal35,violacea
136, viridis 134, voraginum 135
1 1 li y t r i c li i a 223
8toU. cntomol. Zeit. 1903.
Lacordarius erythrus var.
nigromaculatus 19
Laetana histrio 318,viü]acei-
pennis 317
Lamoria fusconorvdla 87,
plana] is 86
Lathrobium pallidum 31,
sumatrensc 31
Lcma mitis 293, simplici-
cornis 293, turgida 294
L e m 0 n i a s 347
L e p i d 0 c y r t u s albicans 160,
americanus 158, argentatus
160, assimilis, 159 cyancus
159, fucatus 159, langui-
nosus 159, rivularis 160
Lepidostoma hirtum 216
Lepisma saccharina 117
Leptocerus annulicornis
219, aterrimus 219, bilinca-
tus 219, senilis -219
Leucargyra puralis 81
L i m n 0 p li i 1 u s decipicns 195,
llavicornis 186, 197, 224,
lunatus 224, marmoratus
195, rhombicus 165, 197,
Stigma 195
Lipura fimetaria 129, iuer-
mis 129, volvator 129,
Wrightii 129
Lita Petryi 9, trinulla 9
L i th ax obscurus 217
Luperodes castaneus 315
Lupe ms oculatus 316
ETabra eryxalis 49, obealis 49
Machilidac 116
Ma c h i 1 i s maritima 116
Macetes albicans 296, Per-
ringueyi 297, thoracica... 296
Mac na 98, platychoralis 98,
pomalis 98, practcxtata. . . 98
Macrotoma ferruginosa
144, flavescens 145, lepida
145, longicornis 144, nigra
144, plumbca 144, 145, spi-
ricornis 144
369
Margaro nia brizoalis 71,
nilgirica 106, Soitzialis . . 106
M e cl 0 11 granulicoUis 32
Melasoma discoidalis 295,
Dohrni 295, livida 295,
tibialis 295, unicolor 295
Melissoblaptes bipunc-
tanus 86, rufovenalis 86
Menius chalccatus Coia-adti
298, llavimanus 301, par-
viilus 299, semipiceus 300,
subcostatiis 299, viridiae-
neus 302
Mesodonta imitans 321,
transversofasciata 321
Mesosemia chalybaea 356,
tosca 356
Mesotoma 327, viridipeiinis 32S
Micrasema longiilum 217
Mixophila 67, renal usalis 67
Molanna 217 218
M 0 1 a n n 0 d e s 217
Monolepta barombiensis
335, opulenta 335
Morphindra 33 337
Morph 0 acliillaena353,achil-
les 349, acliillides 353, coe-
lestis 349, deidamia 354,
electra 355, Godartii 348,
var. assaspai' 348, grana-
densis 355, hector 349, var.
subfasciata 351, hermione
354, peleidos 349, var. ma-
cnlata 349, peleus 352, tela-
mon 351, trojana 353, ulysscs 352
M o r p li 0 s p li a e r a 318
Morphosphacroi des 318,
africana 318
Mucialla 85, mundtdla 86,
ruüvcna 86
Musotiraa iiicriislalis 54
Myelois cribrclla alj. gil-
vesccntella 239, criljruni.. 239
Mynes Doubledaii var. llo-
rensis 342
M y r m c d 0 II i a brevipcnnis
Stett. entomol. Zeit. 1903.
21, canaliculata 24, laevi-
cauda 24, senii flava 23
Mystacides 220
Neanura muscorum 127
Neuronia ruficrus 189 214
Neuro themis 248, apicalis
248, 283, biamina280, de-
cora 248, 269, degener 251,
256, disparilis 248, 260,
elegans 280, cqucstris 248,
257, feralis 248, 260, lluc-
luans 248, fulvia 285, gi-
gantea 251, intermedia 248,
256, manadensis 248, 281,
Martini 248, 263, nicobarica
260, üculata 248, 280, oli-
goneura 248, 269, palliata
248, 264, paradisea 269,
pseudosophronia 280, Ram-
buri 248, 271, Sophronia
248, 285, V. sumatrana 248,
285, stigmatizans 280, vidua 283
Nirina Jacobyi 321
Nirinoides 322, abdomi-
nalis 323, Staudingeri .... 322
Nisotra Dalmani 306, di-
lecta 307
Nomophila noctuella ab.
ovalis 232
Notomela fulvofasciata ... 308
N y m p h i c u 1 a stipalis 65
N ympliidium 347
Nymphula 61, crisonalis 62,
depunctalis 63, dil'tlualis 63,
diminutalis 62, lluctiiosalis
61, fregonaiis 62, hebrai-
calis 62, myina 62, respon-
salis 63, stagiuilis 63, un-
guicalis 61
O c h y r o t i c a iasciata 96
Oecetis 221
Oides ferruginea 310, minor
311, sublacvipcnnis 310
Oligochroa coriacella 93,
terrella 93
Oligostigma 56. aureolalis
370
59, crassicornalis 57, exci-
salis 59, falcatalis 59, ha-
malis 58, hapilista 60, par-
valis 60, quinqualis 59, se-
juiictalis 57, simplicialis . . 58
Onychiurus ambulans 130,
ab. inermis 130, armatus
128, fimetarius 129, inermis
129, Schötti 131
Orcliosella 148, bifasciata
148, 152, ciiicta 148, 152,
dimidiata 150, flavescens
149, intermedia 153, me-
lanocephala 149, 151, mul-
tifasciata 153, quinque-
fasciata 150, rubrofasciata
150, spectabilis 149, 151,
unifasciata 152, vaga 152
Orphnophanes eucerasalis
38, productalis 38
0 r t h 0 1 r i c h i a 223
0 X y e t h i r a 223
Oxyptilus geodactylus 15,
loranus 16, teucrii 15
Oxytelus lucens 34
Pachynoa Fruhstorferi 102,
hyalosticta 102, Ledereri
102, maerulalis 102, pec-
tinicornalis 102, purpuralis
102, spilosomoides 103,
thoasaHs 103
Pachytoma dives 319, sub-
mctallica 319
Pagyda anipliisalis 101, ar-
biter 101, auroralis 101,
quinquelineata 101, salvalis 101
Papilio cypraealila siibsp.
iernandus 360, illyris subsp.
flavispai'sus 359
Papirius ater 1G9, dorsalis
169, silvaticus 168
P a r a c y m o r i z a incxt r i cata 55
Parnassius cpaphus siibsp.
Huwei 360, mercurius 360,
sikkimensis 360
P a r t h e n 0 d c s 54, albifascia-
lis 55, cxsolvalis 54
Stett. entomol. Zeit. 1903.
Patissa erythrozonalis 68,
Heidi 68
Pelonium sexnotatum var.
quadrinotatum 20, var. oc-
tuplagiatum 20
Phaeopteryx 215
Pliilontlius crassicornis 27,
dimorphus 29, Fischeri 26,
sublaevipennis 28
P h i lo p 0 1 a m u s 221
Phoxopteryx lundana var.
rhusiana 8
Phryganea 214, cinerea
180, grandis 180, striata . . 179
Phryganeidae 213
Phygasia basalis 304
Physodactyla africana 310,
collaris 310, Dohrni 309,
G erstäckeri^309, nigrifrons
309, nigripes 310, viridi-
pennis -. . 309
Pliysoma brunnea 310
Piletocera aegimiusalis 47,
chrysorycta 48, contingens
48, llavomaculata 47, orien-
talis 47, sodalis 47
Placocerus 18
Platamonia 41, camillalis
44, camillusalis 44, mcdi-
nalis 42, ptochui'a 43
Plathanocera 18
P 1 a t y p t i 1 i a asiatica 14, Ber-
tram! 14, rhusiodactyla. . . 14
P 1 a t y X a n t h a afri cana 329,
apicicornis 330, Clavareani
333, Conradti 330, curvi-
cornis 332, dimiaticornis
329, facialis 333, laevipen-
nis 332, longicornis 331,
sublaevipennis 328
P 1 e c t r o c n e m i a 222
Pleonectusa 46, admixtalis
46, sodalis 46, tabidalis . . 47
Pleurota Schlägeriella ab.
tristriga 245
Po dura 118, aquatica 120,
arborea 150, ßmclaria 129,
371
longicornis 144, plumbea
144, rufescens 150, violacea 159
Polycaena princeps 357,
tamerlana 357
Polycentropus 222
Porphytoma 319, dives .. 319
P s e c a d i a funerella var. affla-
tella 8
Pseudocolaspis Duvivieri
297, Lefevrei 297, tuber-
culata 297
Ps eudosinella alba 160
Pterophorus inulae 96,
microdactylus 96
Pterygisus foedalis 64, te-
nellalis 64
Ptychopseustis 82, amoe-
nella 83
Pyralis costalis 227, var.
ustocilialis 227, var. usto-
maculalis 228
Pyrausta nubilalis var. paiil-
lalis 230, palliatalis 230,
sambucalis 228, ab. tectalis
228, stachydalis 228
Ramila marginella 67
Rhembastus micans 302,
subaeneus 302, trivialis. . . 302
Rhyacophila 222, septen-
trionis 223, tristis 222
Rhyacophilidae 222
Sagra Signoreti 292
Schoenobius bipunctiferus
74, dodatellus 75, incertulas
74, minutellus 74, ochra-
ceellus 75, 76, punctellus 74
Scirpophaga chrysorrhoa
70, innotata 71, sericea 70,
virginea 70, xanthoperas. . 71
Sebaethe lateritia 305, palli-
dicornis 304, torrida 304
Seira japonica 158
Set ödes argentipunctella .. 210
Silo nigricornis 208, pallipes 208
Sira Buskil57, corticalislöS,
flava 157, platani 158
Stett. entomol. Zeit. 1903.
Sminthuridae IGl
Sminthurides abrupta 161,
aquaticus 162, elegantiila
161, maculata 161, Malm-
greni 161, nigrescens 161,
quadrilineata 161
Sminthurinae 161
Sminthurinus aureus 162,
caecusl62, nigerl62,ochro-
pus 163, punctata 162, qua-
drilineata 163
Snainthurus atratus 165,
bilineatus 165, cinereo-
viridis 167, dorsivittatal68,
flaviceps 168, frontalis 165,
fuliginosus 165, fulvus 163,
fuscus 168, hortensis 165,
insignis 164, 167, Lubbocki
168, lupulinae 163, luteus
164, maculata 168, mar-
ginatus 167, novemlineatus
166, oblongusl65, pruinosus
164, repandus 163, signatus
165, speciosa 167, viridis . 167
Smynthurus frontalis 165,
fuliginosus 165, hortensis
165, signatus 165, viridis . 163
Sphenarches anisodactylus
96, caffer 96
Stactobia 223
Steganodactyla concursa. 96
Steganoptycha tantillana
241, vacciniana 241
Stegothyris diagonalis 40,
transversalis 40
Stenophylax concentricus
200, latipennis 199, 223,
luctuosus 199, nigricornis
199, rotundipennis 199,
stellatus 199
Sylepta abjungalis 44, vio-
lata 44
Symphypleona 161
Syntomodora albisignalis
39, inconsequens 89, thoa-
salis 39
372
Tenaris Rothscliildi 342
Tephriy inariitclla 93
Thagora ligiiraiia 85
Tharops 347
Thecla Wcniickei 343, wil-
helmina 343
Thylacoptila pauroseraa. 92
Thysanura 116
Tinodes 221
Tomocerus 143, celer 145,
tlavescens 145, loiigicornis
144, minor 146, iiiger 145,
norvegicus 146, plumbeus
144, vulgaris 146
T 0 r t r ix fallaciana 4, podana
3, unifasciaiia 4. vulpecu-
lana 3
Triacnodes 220
T r 0 g o d e n d r 0 n aurotomeu-
tosum 17, fasciculatum 17,
monstrosum 17
Wormaldia 221
Xenotriussimplex 16
X e II y 1 1 a 124, brevicauda
126, humicola 124, mari-
tima 125
Z e II X a m a t h u s i a 339
Zeuxidia 339
Ausgegeben im Oktober 1903.
Stett. entomol. Zeit. 1903.
Sie«, eiitomol. Zeit. 1903
Tafel I.
EMüi'iinii v.tj
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Tafel II.
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Stett. eutomol. Zoit. 1903.
23 -• 26
Gozeicliuct von Hugo Agrcn.
Tiifcl II!.
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Stett.. entomol. Zeit. 1903.
Ti.lVl V.
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50
Stett. enlomol. Zeit. 1903.
V
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